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Der
Gegenstand der Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren sowie auf
eine Vorrichtung zum Melken von Tieren, insbesondere von Kühen.
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Obwohl
sowohl das Verfahren sowie die Vorrichtung nachfolgend im Zusammenhang
mit dem Melken von Kühen
erläutert
werden, so ist weder das Verfahren noch die Vorrichtung auf das
Melken von Kühen
beschränkt.
Das Verfahren und die Vorrichtung sind zum Melken von milchabgebenden
Tieren, insbesondere von Schafen, Ziegen, Lamas, Kamelen, Dromedaren,
Büffeln,
Stuten, Eseln, Jaks und anderen milchabgebenden Tieren geeignet.
Die Erfindung kann sowohl bei robotergestützten Melkanlagen als auch
bei vollautomatischen, halbautomatischen sowie konventionellen Melkanlagen
eingesetzt werden.
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Es
ist bekannt, dass große
Milchviehherden in denen gelegentlich auch verschiedene Rassen vorhanden
sind, zur Vereinfachung des Herdenmanagements nach unterschiedlichen
Sortierkriterien in Gruppen unterteilt werden. Die wesentlichen
Kriterien für
die Bildung von Tiergruppen innerhalb großer Herden sind üblicherweise:
produzierte Milchmenge, Alter bzw. Anzahl der Laktationen, Stand
innerhalb der Laktationsphase, Reproduktionsstatus, Gesundheitsstatus
und gelegentlich die Tierrasse. Darüber hinaus ist bekannt, dass
Tiere, die mit Arzneimitteln behandelt wurden, Tiere mit gesundheitlichen
Problemen und Tiere, deren Milch spezielle Milchinhaltstoffe enthält, von
der Herde ausgesondert werden und einem gesonderten Melkvorgang
unterzogen werden. Obwohl die Wahl eines Sortierkriteriums für das Gruppieren
von Tieren betriebsspezifisch sein kann, ist in den meisten Fällen eine
Gruppierung nach der produzierten Milchmenge üblich. Diese Art der Gruppenbildung
erlaubt auf einfache Weise eine leistungsgerechte Fütterung
der Tiere.
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In
Gruppen, welche nach den vorgenannten Kriterien gebildet wurden,
können
sich Tiere mit zum Teil extrem unterschiedlichen Melkzeiten, unterschiedlichen
Zitzendurchmessern oder extrem unterschiedlichem Zellgehalt in der
Milch befinden. Insbesondere in Gruppenmelkständen wird der Gruppenwechsel
durch das Tier mit der längsten
Melkzeit bestimmt. Hieraus ergeben sich häufig relativ lange Wartezeiten
für die
bereits gemolkenen Tiere im Melkstand, so dass sich die mögliche Melkleistung des
Melkstandes und der Melker verringert. Eine Gruppierung der Tiere
nach der Melkzeit der einzelnen Tiere würde zwar die Melkabläufe verbessern,
im Gegenzug würden
sich jedoch andere Bereiche des Herdenmanagements verschlechtern,
wie z. B. die leistungsgerechte Fütterung. Dies würde auch
dann der Fall sein, wenn die Tiergruppierung nach den Kriterien
Zitzendurchmesser oder Zellgehalt erfolgen würde.
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Große Milchviehherden
werden üblicherweise
in großen
Melkstandanlagen gemolken. Melkstandanlagen werden auch an die zu
melkenden Tiere angepasst, insbesondere an die Tierrasse und die Tiergröße. Es sind
beispielsweise Gruppenmelkstände
bekannt, in denen die Tiere zum Melken fischgrätenförmig (Frischgräten-Melkstand)
oder seitlich nebeneinander (Side-by-Side-Melkstand), oder hintereinander
(Tandem-Melkstand) positioniert werden. Es sind auch Kombinationen
dieser Melkstandtypen bekannt. Darüber hinaus ist durch die
WO 95/05735 ein Verfahren
sowie eine Vorrichtung zur Tiersortierung bekannt. Die zu sortierenden
Tiere werden mittels eines ersten elektronischen Identifikationssystems
erkannt. Eine nachfolgende Sortierweiche wird entsprechend der vorgegebenen
Sortiermerkmale verstellt und gibt dadurch den Weg frei zu einem
von mindestens zwei Ausgängen.
Der Sortierweiche ist im Eingangsbereich ein Sperrtor vorgelagert,
das in Abhängigkeit
von einem durch ein zweites Identifikationssystem erfassten Sortiermerkmal
in eine Sperrstellung und eine Öffnungsstellung
bewegbar ist.
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Durch
die
EP 0 499 428 A1 ist
ein Tiersortiersystem bekannt. Das Tiersortiersystem weist einen Eingang
mit einem Identifikationsfühler
auf um ein Tier zu identifizieren, das durch den Eingang hindurch
tritt. Hinter dem Eingang erstreckt sich ein Gang, von dem ein zweiter
Gang abzweigt. Weiterhin ist ein Gatter vorgesehen, mittels dessen
in einer ersten Stellung eine Verbindung des Eingangs mit dem ersten
Gang hergestellt wird und eine Verbindung des Eingangs mit einem
zweiten Gang, wobei wenn die Verbindung mit dem ersten Gang hergestellt
ist, der zweite Gang gesperrt wird und umgekehrt. Das eine Gatter
wird mittels einer Betätigungseinrichtung betätigt, wobei
die Betätigungseinrichtung
mittels einer automatischen Steuerung angesteuert wird.
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Bei
den bekannten Verfahren zum Sortieren von Tieren kann nicht ausgeschlossen
werden, dass Tiere mit sehr unterschiedlichen Eigenschaften in einer
Tiergruppe zusammengefasst werden, obwohl die Tiere der Gruppe ein
Sortierkriterium erfüllen.
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Hiervon
ausgehend liegt der vorliegenden Erfindung die Zielsetzung zugrunde
das bekannte Verfahren so zu verbessern, dass eine höhere Effektivität der Melkanlage
erreicht wird.
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Diese
Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein
Verfahren mit dem Merkmal des Anspruchs 1 gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen
und Ausgestaltungen des erfindungsgemäßen Verfahrens sind Gegenstand
der abhängigen
Ansprüche.
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Das
erfindungsgemäße Verfahren
zum Melken von Tieren, insbesondere von Kühen zeichnet sich dadurch aus,
dass wenigstens eine tierindividuelle Information über das
jeweilige Tier bereitgestellt wird. Es folgt eine Sortierung der
Tiere in wenigstens zwei Gruppen nach wenigstens einem vorgegebenen Sortierkriterium.
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Die
einzelnen Tiere der Gruppen werden in verschiedenen Gruppenmelkbereichen
gemolken.
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Durch
diese erfindungsgemäße Verfahrensführung wird
erreicht, dass Tiere, die vergleichbare Eigenschaften aufweisen
zu der entsprechenden Gruppe bzw. Gruppen zugeordnet werden und
diese Gruppen in gesonderten Gruppenmelkbereichen gemolken werden.
Hierdurch wird insbesondere eine verbesserte Auslastung der Melkanlage
erreicht.
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Die
Tiere einer Herde können
vertikal und/oder horizontal sortiert werden. Bei einer horizontalen
Sortierung der Herde nach einzelnen Sortierkriterien wird die Herde
in mehrere, wenigstens zwei, Gruppen sortiert. Bei einer vertikalen
Sortierung der Tiere werden die Tiere einer Gruppe wenigstens einem
weiteren Sortiervorgang unterzogen. Durch diese Maßnahme wird
erreicht, dass eine noch verbessertere Zuordnung von Tieren zu Gruppen
erfolgen kann. Insbesondere können
sehr homogene Gruppen gebildet werden.
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Die
Tiere sind vorzugsweise mit Identifikationsmitteln ausgestattet,
in denen wenigstens eine Information über das Tier enthalten ist.
Hierbei kann es sich beispielsweise um RFID-Bauteile handeln, deren
Informationsgehalt über
entsprechende Erkennungsmittel ausgelesen werden können. Die
Tiererkennung bzw. die Sortierung der Tiere erfolgt vorzugsweise
automatisch. Hierzu sind entsprechende Sortiereinrichtungen vorgesehen,
die mit einer Steuereinrichtung verbunden ist, so dass die Sortierung nach
Identifikation des Tieres und Entscheidung über die Sortierung bzw. Zuordnung
zu einer bestimmten Gruppe erfolgt.
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Bevorzugt
ist ein Verfahren, bei dem die Tiererkennung berührungslos erfolgt.
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Das
wenigstens eine Sortierkriterium wird vorzugsweise aus den tierindividuellen
Daten abgeleitet. Ausgehend von den bekannten tierindividuellen
Daten können
Sortierkriterien gebildet werden. Besonders bevorzugt ist dabei
ein Verfahren, bei dem das wenigstens eine Sortierkriterium ausgewählt ist
aus der Gruppe der Kriterien, Zitzenform oder Zitzengestalt, insbesondere
Zitzendurchmesser, Euterform, Melkbarkeit, Melkleistung, Melkdauer, Laktationsstand,
Reproduktionsstatus, Tierrasse, Milchqualität, insbesondere Zellgehalt,
Gesundheitszustand.
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Wird
beispielsweise das Sortierkriterium „Melkdauer" eingestellt, so können Tiere mit z. B. einer
Melkdauer von kleiner oder gleich sechs Minuten pro Tier in einem
ersten Gruppenmelkbereich gemolken werden. Tiere, deren Melkdauer
größer als
sechs Minuten pro Tier beträgt,
werden in einem zweiten Gruppenmelkbereich gemolken. Es ist nicht
zwingend, dass die Gruppenmelkbereiche die gleiche Anzahl von Melkplätzen aufweist.
Es besteht die Möglichkeit,
dass die Gruppenmelkbereiche unterschiedliche Anzahlen von Melkplätzen aufweisen.
Ist die Anzahl der Tiere, deren Melkdauer in dem dargestellten Ausführungsbeispiel
kleiner oder gleich sechs Minuten pro Tier, so kann diese Gruppe
einem Melkbereich zugeordnet werden, der eine geringere Anzahl von
Melkplätzen
aufweist. Die Anzahl der Tiere, deren Melkdauer größer als
sechs Minuten pro Tier ist, kann in dem anderen Melkbereich gemolken
werden, der eine größere Anzahl
von Melkplätzen
aufweist.
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Die
Sortierung nach der Melkdauer hat auch den Vorteil, dass für Gruppenmelkstände die
Auslastung der Gruppenmelkstände
verbessert wird. In einem Melkbereich, in welchem die Tiere mit
der kleineren Melkdauer gemolken werden, wird gegenüber dem
Stand der Technik eine Steigerung der Melkleistung der Melkstandsanlage
und der Melker erreicht. Insbesondere wird dies dadurch erreicht,
dass nunmehr nicht mehr das Tier mit der größten Melkdauer für den gesamten Melkvorgang
einer Gruppe ausschlaggebend ist, da eine gewisse Homogenität der Gruppen
hergestellt worden ist.
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Wird
beispielsweise das Sortierkriterium „Zitzenform oder Zitzengestalt,
insbesondere Zitzendurchmesser",
eingestellt, so können
beispielsweise Kühe
mit einem Zitzendurchmesser von z. B. kleiner oder gleich 20 mm
in einem ersten Gruppenmelkbereich gemolken werden und Kühe mit einem
Zitzendurchmesser größer 20 mm
in einem zweiten Gruppenmelkbereich gemolken werden. Bei dieser
Verfahrensweise wird das Melken in den Gruppenmelkbereichen verbessert,
was zu einem besseren Ausmelkgrad, einer besseren Eutergesundheit,
kürzeren Melkzeit,
einer höheren
Milchleistung und damit zu Kosteneinsparungen führen kann. Die Gruppenmelkbereiche
weisen hierbei vorzugsweise Melkzeuge auf, welche an die Zitzengestalt
angepasst sind. So können
beispielsweise in dem Gruppenmelkbereich, in dem Tiere mit einem
Zitzendurchmesser von kleiner oder gleich 20 mm gemolken werden,
mit Melkzeugen ausgestattet sein, die an diese maximale Größe für diese
Gruppe angepasst sind. Entsprechende Melkzeuge sind in einem anderen
Gruppenmelkbereich vorgesehen, die an die dort zu melkenden Tiere
angepasst sind.
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Wird
das Kriterium „Milchqualität, insbesondere
Zellgehalt" gewählt, so
können
Kühe, die
Milch mit einem Zellgehalt von z. B. kleiner oder gleich 100000
Zellen pro Milliliter in einem ersten Gruppenmelkbereich gemolken
werden und Kühe
mit einem Zellgehalt von größer 100000
Zellen pro Milliliter in einem zweiten Gruppenmelkbereich gemolken
werden. Die Gruppenmelkbereiche können gleiche oder unterschiedliche
Anzahlen von Melkplätzen
aufweisen. Der Gruppenmelkbereich, in dem Tiere mit einem hohen
Zellgehalt gemolken werden, kann mit zusätzlichen Mitteln ausgestattet
sein, mit deren Hilfe die Reinigung insbesondere der Melkbecher
erfolgen kann. Insbesondere weist ein solcher Gruppenmelkbereich
ein Backflash-System der WestfaliaSurge GmbH auf. Bei dieser Ver fahrensweise
wird das Risiko minimiert bzw. verhindert, dass Euterkrankheiten über das
Melkzeug von kranken oder erkrankten Kühen auf gesunde zu übertragen,
was zu einer besseren Eutergesundheit der Herde und damit zu Kosteneinsparungen
führen
kann.
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Wird
lediglich ein Gruppenmelkbereich mit einer Reinigungsanlage ausgestattet,
so reduziert dies auch die Investitionskosten. Unter einer Reinigungsanlage
werden Mittel und Einrichtungen verstanden, welche nicht nur zur
Reinigung und/oder Desinfektion der Bauteile des Gruppenmelkbereichs verstanden,
sondern auch solche, die lediglich zur Spülung der Bauteile des Gruppenmelkbereichs
zwischen den Melkungen von Kühen
verwendet oder eingesetzt werden.
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Darüber hinaus
können
die einzelnen Melkbereiche mit dazugehörigen Milchsammeltanks ausgestattet
sein, so dass die Milch der Gruppe der Tiere, die über einen
hohen Zellgehalt verfügen
und in einem Gruppenmelkbereich gemolken werden in den zu diesem
Gruppenmelkbereich zugehörigen
Tank gelangt. Milch der Tiere, die über einen geringen Zellgehalt
verfügen,
gelangt in einen gesonderten Tank, der zu dem Gruppenmelkbereich
gehört,
in dem diese Tiere gemolken werden. Der Vorteil dieser Verfahrensführung besteht
auch darin, dass eine Trennung der Milch nach der Milchqualität, insbesondere
dem Zellgehalt erfolgen kann. Hierdurch wird auch vermieden, dass
beispielsweise die ermolkene Milch von erkrankten Tieren in den
Milchtank für
verwertbare Milch gelangt, wenn eine Gruppe von Tieren gebildet
wird, die lediglich die Tiere enthält, die als krank identifiziert
worden sind.
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Gemäß einer
noch weiteren vorteilhaften Ausführung
des Verfahrens wird vorgeschlagen, dass Daten oder Kenngrößen eines
Melkvorgangs erfasst bzw. ermittelt und die tierindividuellen Daten anhand
der neuen Daten aktualisiert werden. Hierdurch wird auch eine Kontrolle
der tierindividuellen Daten erreicht.
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Der
vorliegenden Erfindung liegt des Weiteren die Aufgabe zugrunde,
eine verbesserte Vorrichtung zum Melken von Tieren anzugeben.
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Diese
Aufgabe wird erfindungsgemäß mittels einer
Vorrichtung zum Melken von Tieren, insbesondere von Kühen mit
den Merkmalen des Anspruchs 10 gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen
und Ausgestaltungen der Vorrichtung sind Gegenstand der abhängigen Ansprüche.
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Die
erfindungsgemäße Vorrichtung
zum Melken von Tieren, insbesondere von Kühen, umfasst wenigstens eine
Sortiereinrichtung mittels derer eine Sortierung der Tiere in wenigstens
zwei Gruppen nach wenigstens einem vorgegebenen Sortierkriterium
erfolgt. Die Vorrichtung weist wenigstens zwei Gruppenmelkbereiche
auf, so dass die Tiere der Gruppen in den verschiedenen Gruppenmelkbereichen
melkbar sind.
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Durch
diese erfindungsgemäße Ausgestaltung
der Vorrichtung wird erreicht, dass Tiergruppen in verschiedenen
Gruppenmelkbereichen gemolken werden, so dass eine höhere Effektivität der Melkanlage
als solche erreicht wird.
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Gemäß einer
vorteilhaften Ausgestaltung der Vorrichtung wird vorgeschlagen,
dass vorzugsweise einem jeden Gruppenmelkbereich wenigstens ein Warteraum
vorgeordnet ist. In dem Warteraum können die Tiere der Gruppe gesammelt
werden.
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Nach
einer noch weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Vorrichtung
wird vorgeschlagen, dass wenigstens eine Tieridentifikationseinrichtung
vorgesehen ist. Bevorzugt ist dabei insbesondere eine Ausgestaltung,
bei der die Tieridentifikationseinrichtung Mittel zur Erfassung
von Daten wenigstens eines Tieres aufweist.
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Nach
einer noch weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Vorrichtung
wird vorgeschlagen, dass eine Steuereinrichtung vorgesehen ist,
welche mit der Sortiereinrichtung und vorzugsweise der Tieridentifikationseinrichtung
signaltechnisch verbunden ist, so dass eine Sortierung vorzugsweise
automatisch erfolgt.
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Besonders
bevorzugt ist eine Ausgestaltung der Vorrichtung, bei der diese
ein Herdenmanagementsystem aufweist.
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Weiter
Vorteile der Erfindung werden anhand der in der Zeichnung dargestellten
Ausführungsbeispiele
erläutert,
ohne dass der Gegenstand der Erfindung auf diese konkreten Ausführungsbeispiele
beschränkt
wird.
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Es
zeigen:
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1:
schematisch in einem Diagramm das erfindungsgemäße Verfahren,
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2:
in einer schematischen Darstellung ein erstes Ausführungsbeispiel
einer Vorrichtung zum Melken von Tieren,
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3:
schematisch in einer Draufsicht ein zweites Ausführungsbeispiel einer Vorrichtung,
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4:
in einer schematischen Darstellung ein drittes Ausführungsbeispiel
einer Vorrichtung und
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5:
ein viertes Ausführungsbeispiel
einer Vorrichtung.
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In
der 1 ist schematisch in einem Diagramm der Ablauf
des erfindungsgemäßen Verfahrens
dargestellt. Innerhalb einer Großgruppe G oder Herde befindet
sich eine Vielzahl von Tieren, insbesondere Kühen. Wenigstens eine tierindividuelle
Information ist bekannt. Bevorzugt ist ein Verfahren, bei dem mehrere
tierindividuelle Informationen bereitgestellt werden. Die Tiere
der Großgruppe
G wer den nach vorgegebenen Sortierkriterien in Gruppen G1 bis G4
einsortiert. Es besteht die Möglichkeit,
dass die Großguppe
G1 noch durch weitere Sortierkriterien in weitere Gruppen unterteilt
wird. Die Gruppe G1 wird in dem dargestellten Ausführungsbeispiel
in drei Gruppen G1.1, G1.2 und G1.3 entsprechend vorgegebener Sortierkriterien
aufgeteilt. Auch die Gruppe G2 wird in drei weitere Gruppen G2.1,
G2.2 und G2.3 entsprechend vorgegebener Sortierkriterien unterteilt.
Die Gruppen G3 und G4 werden in dem dargestellten Ausführungsbeispiel
nicht weiter unterteilt. Die Tiere der Gruppe G3 werden einem Melkbereich MB
12 zugeführt.
Dort erfolgt das Ausmelken der einzelnen Tiere. In dem Melkbereich
MB13 werden die Tiere der Gruppe G4 gemolken.
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Die
Tiere der Gruppe G1.1 werden den Melkbereichen MB1 und MB2 zugeführt, wobei
die Tiere, die dem Gruppenmelkbereich MB1 zugeführt werden aus der Gruppe G1.1
aussortiert sind, während
die anderen Tiere der Gruppe G1.1 dem Melkbereich MB2 zugeführt werden.
Auch die Tiere der Gruppe G1.2 werden noch weiter in zwei Gruppen
auseinandersortiert, die den Gruppenmelkbereichen MB3 und MB4 zugeführt werden.
Die Gruppentiere der Gruppe G1.3 werden unmittelbar einem Gruppenmelkbereich MB5
zugeführt.
In entsprechender Weise werden auch die Tiere der Gruppen G2.1,
G2.2 und G2.3 nach bestimmten Sortierkriterien sortiert und den Gruppenmelkbereichen
MB6 bis MB 11 zugeführt. Aus
der Darstellung nach der 1 ist ersichtlich, dass sowohl
eine horizontale als auch eine vertikale Sortierung der Tiere erfolgt.
Durch die Aufnahme weiterer Sortierkriterien können die einzelnen Gruppen noch
weiter aufgeteilt werden, so dass Gruppen mit homogenem Bestand
den Gruppenmelkbereichen zugeführt
werden.
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2 zeigt
schematisch die Darstellung eines ersten Ausführungsbeispiels einer Vorrichtung zum
Melken von Tieren. Die Vorrichtung umfasst zwei Gruppenmelkbereiche 5.1 und 5.2,
die in dem dargestellten Ausführungsbeispiel
durch eine Melkgrube 4 voneinander getrennt sind. Die ermolkene Milch
des Gruppenmelkbereichs 5.1 wird über eine Melkleitung 16.1 unter
Zuhilfenahme einer Milchfördereinrichtung 17.1 in
einen Milchtank T1 geleitet. Dies erfolgt über eine Milchdruckleitung 18.1.
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Auch
für die
im Gruppenmelkbereich 5.2 ermolkene Milch ist ein Milchtank
T2 vorgesehen, der über
eine Milchdruckleitung 18.2 und eine Milchfördereinrichtung 17.2 mit
einer Melkleitung 16.2 verbunden ist.
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Nicht
dargestellt sind einzelne Melkplätze
für die
Tiere. Die Gruppenmelkbereiche 5.1 und 5.2 können unterschiedliche
Anzahl von Melkplätzen
aufweisen. Dies ist jedoch nicht zwingend. Bevorzugt sind Ausgestaltungen,
bei denen die Anzahl der Melkplätze
im Wesentlichen gleich ist.
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Die
Tiere, welche nicht dargestellt sind, befinden sich in einem Vorwarteraum 7,
in dem die Tiere aus dem Stall oder einem anderen Aufenthaltsbereich
gesammelt werden. Die Tiere weisen vorzugsweise Identifikationsmittel
auf, die am Ohr, Hals oder/und Fuß sowie im Bolus angeordnet
sind. Die einzelnen Tiere gelangen über einen Zugang 9 zu
einer Sortiereinrichtung 8. Im Zugangsweg 9 ist
eine Tiererkennungseinrichtung 10 vorgesehen. Hierbei wird
ein jedes Tier erkannt und das Ergebnis der Identifikation vorzugsweise
an ein nicht dargestelltes Herdenmanagementsystem übermittelt.
Das Herdenmanagementsystem ist vorzugsweise durch eine Datenverarbeitungsanlage
gebildet. Innerhalb des Herdenmanagementsystems erfolgt eine Prüfung, welches
Sortierkriterium für
das gerade erkannte Tier eingestellt wurde und sendet ein entsprechendes Steuersignal
an die Sortiereinrichtung 8. Die Sortiereinrichtung 8 umfasst
ein bewegliches Gatter, durch welches entweder der Warteraum 1.1 oder
der Warteraum 1.2 freigegeben wird. Wurde für das gerade erkannte
Tier das gleiche Sortierkriterium eingestellt, wie für das Tier
zuvor, so verbleibt die Sortiereinrichtung 8 in der aktuellen
Stel lung. Andernfalls wird die Sortiereinrichtung entsprechend dem
eingestellten Sortierkriterium in eine andere Position geschwenkt. Diese
andere Position ist in der 2 gestrichelt
dargestellt. Hierdurch wird der Weg in den Warteraum 1.2 freigegeben.
In den Warteräumen 1.1 und 1.2,
die durch Gerüste,
insbesondere Leitgerüste 3 getrennt sind,
wird jeweils eine Gruppe von Tieren gesammelt, deren Größe vorzugsweise
mindestens der Anzahl der Melkplätze
eines Gruppenmelkbereichs entsprechen sollte, wobei es besonders
bevorzugt ist, wenn deren Größe durch
die Anzahl der zur Verfügung
stehenden Melkplätze
teilbar ist.
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Eine
in der 2 nicht dargestellte Vorrichtung, welche nach
der Sortiereinrichtung 8 angeordnet ist, stellt sicher,
dass die Tiere den Warteraum 1.1 bzw. 1.2 nicht
in Richtung der Sortiereinrichtung 8 verlassen können.
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Über die
Zugangstür 2.1 bzw. 2.2 gelangen die
Tiere aus dem Warteraum 1.1 bzw. 1.2 in den Gruppenmelkbereich 5.1 bzw. 5.2.
Die gemolkenen Tiere verlassen beispielsweise die Gruppenmelkbereiche 5.1 und 5.2 in
Laufrichtung A über
den Rücktriebsweg 6 und
gelangen in den Stall.
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3 zeigt
ein weiteres Ausführungsbeispiel der
erfindungsgemäßen Vorrichtung.
Die Vorrichtung weist einen Warteraum 1.1 sowie zwei Warteräume 1.2 auf.
In dem dargestellten Ausführungsbeispiel
ist der Warteraum 1.1 zwischen den Warteräumen 1.2 angeordnet.
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Tiere,
die sich in dem Vorraum 7 befinden, gelangen über den
Zugang 9 entweder in den Warteraum 1.1 oder in
den Warteraum 1.2. Aus der Darstellung nach der 3 ist
ersichtlich, dass zwei Zugangswege 9 vorgesehen sind. In
einem jeden Zugangsweg 9 ist jeweils eine Sortiereinrichtung 8 vorgesehen.
Innerhalb des Zugangswegs befindet sich auch jeweils eine vorzugsweise
ortsfeste Erkennungseinheit 10 zur Identifikation der Tiere,
wenn diese vom Warteraum 7 in Richtung der Sortiereinrichtung 8 gehen.
Ein Herdenmanagementsystem prüft,
welches Sortierkriterium für
das gerade erkannte Tier eingestellt wurde und sendet ein entsprechendes
Steuersignal an die betreffende Sortiereinrichtung 8. In
dem dargestellten Ausführungsbeispiel wird
der Warteraum 1.1 freigegeben. Soll das nachfolgende Tier
in den Warteraum 1.2 einsortiert werden, so wird die Sortiereinrichtung 8 entsprechend betätigt. Die
Betätigung
der beiden Sortiereinrichtungen 8 kann unabhängig voneinander
erfolgen, so dass eine schnellere Aufteilung bzw. Sortierung der Tiere
erfolgen kann.
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Der
Warteraum 1.1 weist ein schwenkbares Ausgangstor 12 auf,
welches im geöffneten
Zustand dargestellt ist. Das Ausgangstor 12 ist vorzugsweise mit
einer Steuereinrichtung, welche nicht dargestellt ist, verbunden,
so dass das Ausgangstor 12 im Wesentlichen automatisch
betätigbar
ist. In der dargestellten Position gibt das Ausgangstor 12 den
Weg frei und zwar vom Warteraum 1.1 zu dem Gruppenmelkbereich 5.2.
Der Weg dort hin ist vorzugsweise durch Leitgerüste 3 begrenzt und
so ausgebildet, dass die Tiere nach dem Eintritt in den Melkbereich diesen
nicht mehr verlassen können.
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Der
Warteraum 1.2 weist ein Ausgangstor 11 auf, welches
auch vorzugsweise automatisch betätigbar ist. Die Tiere, die
sich in dem rechten Warteraum 1.2 befinden, können über das
geöffnete
Ausgangstor 11 in den Gruppenmelkbereich 5.1 gelangen.
Dies gilt auch für
die Tiere des linken Warteraums 1.2, wenn das Ausgangstor 13 geöffnet wird und
gleichzeitig der Zugang zu dem Gruppenmelkbereich 5.2 geschlossen
wird. In dem dargestellten Ausführungsbeispiel
schließt
das Ausgangstor 13 diesen Zugang. Dies ist nicht zwingend
notwendig. Es besteht auch die Möglichkeit,
ein weiteres Tor vorzusehen, welches unabhängig vom Ausgangstor 13 bzw. Ausgangstor 12 betätigbar ist.
Die Tiere der Warteräume 1.2 können nun
in den Gruppenmelkbereich 5.1 gelangen.
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Die
Gruppenmelkbereiche 5.1 und 5.2 können die
gleiche Anzahl von Melkplätzen
aufweisen. Die Melkzeuge können
unterschiedlich ausgebildet sein, wenn beispielsweise die Tiere
der Gruppen, die in den Warteräumen 1.1 und 1.2 gesammelt
worden sind, unterschiedliche Zitzendurchmesser aufweisen.
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Eine
noch weitere Ausführungsform
der erfindungsgemäßen Vorrichtung
ist schematisch in der 4 dargestellt. Es sind zwei
Warteräume 1.1 und 1.2 vorgesehen,
aus denen die Tiere über
die Ausgänge 2.1 und 2.2 zu
den Gruppenmelkbereichen 5.1 und 5.2 gelangen
können.
Auf dem Weg dorthin können
entsprechende Einrichtungen vorgesehen sein, so dass die Tiere selektiv
oder zu mehreren die Melkbereiche betreten können.
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Vor
den Warteräumen 1.1 und 1.2 ist
ein Vorwarteraum 7 vorgesehen, aus dem heraus die Tiere in
die Gruppen sortiert werden. Es sind zwei Zugänge 9 vorgesehen.
Die Tiere durchlaufen in den Zugängen 9 jeweils
eine Tiererkennung 10. Durch die Tiererkennung wird jedes
Tier erkannt. Das Ergebnis der Identifikation wird an ein Herdenmanagementsystem,
welches nicht dargestellt ist, übermittelt.
Im Herdenmanagementsystem sind Sortierkriterien hinterlegt. Auf
die Tiererkennung 10 folgt eine Sortiereinrichtung 8.
Die Sortiereinrichtung wird durch eine nicht dargestellte Steuerung
angesprochen.
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Wurde
für das
gerade erkannte Tier das gleiche Sortierkriterium eingestellt wie
für das
Tier zuvor, so verbleibt die Sortiereinrichtung in ihrer Stellung. Andernfalls
wird sie entsprechend dem eingestellten Sortierkriterium in eine
andere Position geschwenkt. Aus der Darstellung der 4 ist
ersichtlich, dass zusätzliche
Tore 14, 15 vorgesehen sind. Die Sortiereinrichtungen 8 und
die Tore 14, 15 werden so betätigt, dass unabhängig davon,
durch welchen Gang ein Tier geht, dieses in den Warteraum 1.1 oder
in den Warteraum 1.2 geleitet wird. Betritt beispielsweise ein
Tier den Gang 9 auf der rechten Seite und soll dieses Tier
in den Warte raum 1.1 gelangen, so wird das Tor 14 zum
Warteraum 1.1 geöffnet.
Das Tor 15 zum Warteraum 1.2 wird geschlossen.
Dies gilt auch für
die Sortiereinrichtung 8, so dass das Tier über den Gang 9 und
den quer liegenden Gang zum Warteraum 1.1 gelangen kann.
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Nicht
dargestellte Vorrichtungen, welche nach den Sortiereinrichtungen 8 angeordnet
sind, stellen sicher, dass die Tiere den Warteraum 1.1 oder 1.2 nicht
in Richtung der Sortiereinrichtung verlassen können. Die Betätigung der
Tore 14 und 15 erfolgt mittels einer nicht dargestellten
automatischen Steuerung, welche auch zur Steuerung der Sortiereinrichtung 8 dient.
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5 zeigt
schematisch eine Vorrichtung zum Melken von Tieren, die insbesondere
für sehr große Herden
geeignet ist. Diese Vorrichtung weist zwei Gruppenmelkbereiche auf,
wobei diese Gruppenmelkbereiche jeweils für eine Gruppe geeignet sind
und verwendet werden, so dass beiderseits des Gangs Tiere gemolken
werden können.
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Die
Tiere, welche in einem Vorwarteraum 7 sind, werden mittels
einer Sortiereinrichtung nach dem Durchlaufen des Gangs 9 und
der Tieridentifikation mittels der Tiererkennung 10 entweder
in den Warteraum 1.1 oder in den Warteraum 1.2 geführt. Die
Tiere der Gruppe, die sich in dem Warteraum 1.1 befinden,
werden über
die Zugangstüren 2.1 in
die Melkbereiche 5.1 geleitet.
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Entsprechend
werden die Tiere der Gruppe, die sich in dem Warteraum 1.2 befinden
gemolken. Diese gelangen über
die Zugangstüren 2.2 in
den Gruppenmelkbereich 5.2.
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So
können
beispielsweise Tiere, die zum Beispiel eine längere Melkdauer benötigen, zurück gehalten
werden, um die Umdrehungsgeschwindigkeit der Anlage konstant zu
halten beziehungsweise anzupassen.
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Es
besteht auch die Möglichkeit
Tiere mit besonderen Milchinhaltsstoffen oder Zellgehaltswerten zurück zu halten,
damit die Milch beim Ausschleusen aus dem Melksystem unter Zuhilfenahme
von elektrischen Ventilen einem separaten Tank zugeführt werden
kann.
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- 1.1
- Warteraum
- 1.2
- Warteraum
- 2.1
- Zugangstür
- 2.2
- Zugangstür
- 3
- Leitgerüst
- 4
- Melkgrube
- 5.1
- Melkbereich
- 5.2
- Melkbereich
- 6
- Rücktriebsweg
- 7
- Vorwarteraum
- 8
- Sortiereinrichtung
- 9
- Zugang
- 10
- Tiererkennungseinrichtung
- 11
- schwenkbares
Ausgangstor
- 12
- schwenkbares
Ausgangstor
- 13
- schwenkbares
Ausgangstor
- 14
- schwenkbares
Tor
- 15
- schwenkbares
Tor
- 16.1
- Melkleitung
- 16.2
- Melkleitung
- 17.1
- Milchfördereinrichtung
- 17.2
- Milchfördereinrichtung
- 18.1
- Milchdruckleitung
- 18.2
- Milchdruckleitung
- A
- Laufrichtung
Kühe zum
Stall
- B
- Laufrichtung
Kühe zum
Melkbereich
- T1
- Milchtank
- T2
- Milchtank