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Die
Erfindung betrifft die Verwendung von substituierten Glycerinderivaten
oder pharmazeutisch akzeptablen Salzen dieser Verbindungen, zur
Herstellung einer pharmazeutischen Zubereitung zur Behandlung und
zur Vorbeugung von Dyslipidämien.
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In
der nicht vorveröffentlichten
PCT/DE2007/000767 wird die Verwendung
von substituierten Glycerinderivaten und deren pharmazeutisch akzeptablen
Salzen zur Herstellung einer pharmazeutischen Zubereitung u. a.
zur Behandlung der Alkohol-induzierten Fettleber-Hepatitis oder
alkoholischen Steato-Hepatitis, der Parkinson-Erkrankung sowie als
Antitumormittel oder auch für Reperfusionsschäden
Atherosklerose oder als Antidot als Umweltgifte beschrieben.
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Müller-Enoch
et al. beschreiben in Z. Naturforsch. (2001) 56c, Seite 1082–1090 die
Inhibierung von Cytochrom-P450 2B1 der Ratte mittels Lysophosphatidylcholinen,
Lysophosphatidylinositol sowie Arachidon- und Oleinsäuren
bzw. mittels Monoacylglycerolen, Monooleylglycerolen, und Monopalmitoylglycerolen.
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Des
weiteren wird von T. Haehner, D. Müller-Enoch et
al. in Z. Naturforschung (2004) 59c, Seite 599–605 den
Einfluss von einkettigen Lipidmolekülen auf die Aktivität
der Isoform Cytochrom P 450 2B1 der Ratte beschrieben.
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Aufgabe
der vorliegenden Erfindung ist es, Mittel zur Herstellung einer
pharmazeutischen Zubereitung bereit zu stellen, die sich zur Vorbeugung
oder Behandlung von Hyperlipidämien eignet.
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Diese
Aufgabe wird mit einer Verbindung gemäß der in
den Ansprüchen definierten Merkmale erfüllt.
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Es
wurde nämlich überraschenderweise gefunden, dass
sich die vorgenannten Erkrankungen mit derartigen Verbindungen therapieren
lassen.
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Dabei
hat es sich gezeigt, dass durch die Verabreichung der erfindungsgemäß verwendeten
Substanzen die Konzentration der Serumlipide wie z. B. der Triglyceride,
der HDL- bzw. LDL-Cholesterin sowie des VLDL deutlich verbessert
werden kann. Dies trifft insbesonders bei Dyslipidämien
zu, und zwar sowohl bei isolierten oder auch kombinierten Dyslipidämien
wie Hypertriglyceridämien und Hypercholesterinämien.
Es wurde auch gefunden, dass insbesonders durch eine prophylaktische
Verabreichung dieser Substanzen der Serumspiegel der Gefäß schädigenden
Lipide verbessert werden kann. Dabei wurde auch gefunden, dass sich
durch die Verabreichung dieser Substanzen, beispielsweise die Triglyceride,
im Vergleich zu einer Kontrollgruppe auf einen normalen Vergleichswert
einstellen lassen, wobei das HDL, also das sog. "gute" Cholesterin,
sogar leicht erhöht wird, und das LDL sowie VLDL, also
die "schlechten" Cholesterine, verringert wird. Ohne an diese Interpretation
gebunden zu sein, wird aufgrund dieser Ergebnisse vermutet, dass
die erfindungsgemäßen Substanzen eine durch die
Lecithin-Cholesterol-Acyl-Transferase (LCAT) vermittelte Aufnahme
von Serum-Cholesterin fördern. Die erfin dungsgemäße
Wirkung erfolgt auch bei durch Lebererkrankungen wie beispielsweise NASH,
ASH sowie andere, z. B. virale Lebererkrankungen wie Hepatitis,
hervorgerufenen Dyslipidämien.
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Die
erfindungsgemäßen verwendeten Verbindungen weisen
die Formel
auf. Ebenso kann es sich übrigens
um pharmazeutisch akzeptable Salze dieser Verbindungen handeln.
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Die
Reste R1/R6/R7/R8 können
grundsätzlich die Form R-X annehmen. Dabei steht R für
einen aliphatischen oder aromatischen Kohlenwasserstoffrest mit
vorzugsweise 6 bis 40 Kohlenstoffatomen, der einen insbesonders
endständigen, hydrophilen Rest A aufweist und X für
einen, mindestens ein freies Kohlenstoff- oder Heteroelektronenpaar
und/oder Π-Elektronen aufweisenden Rest. Der Rest R ist
insbesondere lipophil.
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Üblicherweise
ist der Rest R ein Alkylrest. So kann er geradkettig oder verzweigt
sein, Einfach-, Doppel- oder Dreifachbindungen aufweisen und substituiert
sein. Üblicherweise weist er ein aliphatisches Rückgrat mit
6 bis 26, insbesonders 8 bis 22 Kohlenstoffatome auf. Zweckmäßig
sind Kohlen wasserstoffketten mit einem Rückgrat von 10
bis 15, insbesondere 10 bis 13 Kohlenstoffatomen. Ist R ein alicyclischer
oder aromatischer Kohlenwasserstoffrest, der kondensiert und/oder
lipophil substituiert sein kann, so weist er üblicherweise mindestens
5 bzw. 6 und höchstens 40 bzw. höchstens 25 Kohlenstoffatome
auf. Weitere zweckmäßige Mindestlängen
sind 7 bzw. 8 C-Atome und weitere zweckmäßige
Maximallängen sind 22 bzw. 20 C-Atome.
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Zweckmäßige
Reste X sind Heterocyclen, sowie Alkinylreste. Die Heterocyclen
sind insbesonders Stickstoff, Sauerstoff und/oder Schwefel enthaltende
Heterocyclen. Die Heterocyclen können aromatisch und/oder
nicht aromatisch sein und weisen üblicherweise 5 oder 6
Ringatome auf. In geeigneten Fällen kann X auch ein kondensierter
Heterocyclus sein. Beispiele derartiger Heterocyclen sind Imidazol,
Pyrrol, Pyrazol, Pyridin, Pyrazin, Indol, Isoindol, Indazol. Bevorzugte
Heterocyclen sind 6 und insbesondere 5 Atome aufweisende Ringe mit
ein, zwei oder drei Heteroatomen. Weitere geeignete Heterocyclen
sind beispielsweise Thiazole, Triazole, Furane.
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Bevorzugte
Alkine weisen die Struktur -C≡C-R12 auf,
wobei R12 ein Wasserstoff oder ein gegebenenfalls
substituierter C1- bis C15-
bzw. maximal C10-Alkylrest ist, der wiederum
gegebenenfalls Doppel- oder Dreifachbindungen aufweisen kann. Üblicherweise
weist R12 jedoch maximal 5, insbesonders
maximal 3 C-Atome auf. In einer weiteren zweckmäßigen
erfindungsgemäßen Ausgestaltung steht der Rest
X beispielsweise für
- – primäre,
sekundäre und tertiäre Amine,
- – substituierte oder nicht substituierte Diazofunktionen
wie z. B. Hydrazone und Hydrazone,
- – Nitril, Isonitril,
- – S-haltige funktionelle Gruppen, wie z. B. Thio- und
Isothiocyanate, Alkylsulfide, Sulfoxide, Thiolgruppen,
- – Methylendioxyfunktion,
- – Alkyläther und Alkylthioäther.
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Die
Reste X sind zweckmäßigerweise Reste, die mit
der prosthetischen Hämgruppe koordinieren.
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R1, welches normalerweise ein Wasserstoff
oder eine C6- bzw. C7-
bis C26- bzw. C20-Alkylkette
darstellt, weist in einer bevorzugten Ausführungsform eine
oder mehrere Doppel- und/oder Dreifachbindungen auf. Ebenso lässt
sich das Kohlenwasserstoffrückgrat mit alizyklischen und/oder
aromatischen Kohlenwasserstoff formen, wobei hier wegen der Ringstrukturen
bis zu 40 Kohlenstoffatome nötig werden können.
In einer besonders bevorzugten Ausführungsform weist R1 eine α-ständige Doppelbindung
und eine ω-ständige Dreifachbindung auf wie z.
B. ein ω-acetylenisches Sphingosin. Prinzipiell ist es
auch möglich die Dreifachbindung in einem langen Molekül
so in der Mitte anzuordnen, und dass es mit dem Häm koordiniert,
wie z. B. bei den Eicosatetrainsäuren oder ω-acetylenisiertes
Sphingosin. In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform
kann die endständige Dreifachbindung durch einen Heterocyclus
oder eine andere Häm-koordinierende Gruppe substituiert
sein. Prinzipiell kann R1 ein oder mehrere
Substituenten aufweisen. Enthält R1 einen
endständigen Heterocyclus, dann kann dieser Heterocyclus
eine der für R6 bis R8 angeführten
Definitionen aufweisen.
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Die
Reste R2 bis R5 können
gleich oder verschieden sein und sind üblicherweise ein
C1 bis C5 Alkylrest oder
Wasserstoff. Die Alkylreste können gegebenenfalls substituiert
sein und beispielsweise ein Alkanol, Alkylamin oder Alkylthiolrest
sein. Besonders bevorzugt sind Wasserstoff, Methyl-, Ethyl- und
Propylreste bzw. deren Derivate.
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R6 bis R8 sind über
die Bindung B6, B7 bzw.
B8 mit dem jeweiligen Glycerin-C-Atom verbunden
und können gleich oder verschieden sein und Wasserstoff,
ein C6 bzw. C7 bis
C26 bzw. C20, insbesonders
C8 bzw. C9 bis C22 bzw. C18 Alkylrest
sein. Diese Alkylreste können sowohl substituiert als auch
unsubstituiert sein, wobei vorzugsweise solche Substituenten bevorzugt
sind, die zwischen den C4 bzw. C9 bis C15 bzw. C14 C-Atomen eine oder mehrere Dreifachbindungen
aufweisen. Ebenso lässt sich das Kohlenwasserstoffrückgrat
mit alizyklischen und/oder aromatischen Kohlenwasserstoffen formen,
wobei hier wegen der Ringstrukturen bis zu 40 bzw. bis zu 25 Kohlenstoffatome
nötig werden können.
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Es
hat sich gezeigt, dass bei erfindungsgemäßen Verbindungen,
bei denen mindestens einer der Reste R1,
R6, R7 und/oder
R8 ein Häm-koordinierendes Kohlenwasserstoffrückgrat
aufweist, wie z. B. 17-Octadecinyl-1-Säure, sich in vitro
als besonders effektiv gezeigt haben, die Verweildauer dieser Stoffe
im Blut wesentlich verlängert werden kann, wenn der Carboxyterminus
eines solchen Moleküls z. B. durch einen Sulfatrest ersetzt,
oder ein dem Carboxyterminus nahegelegenes C-Atom des aliphatischen
Rückgrats durch Addition von 2 Methylgruppen oder durch
Einfügung eines aliphatischen oder aromatischen Ringes
substituiert wird. Auf diese Weise wird auch die in-vivo-Aktivität
entsprechend der in-vitro-Aktivität verbessert.
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So
weist z. B. 2,2-Dimethy1-11-Dodecinylsäure in vitro eine
vergleichbar hohe Inhibition der Cytochrom-P450-Aktivität wie
10-Undecinylsäure auf, wogegen sie in vivo letzterer weit überlegen
ist.
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Bevorzugt
ist dabei vorgesehen, dass die Länge des aliphatischen
Rückgrats 6 bzw. 9–26 bzw. 13 Kohlenstoffatome
umfasst, wenn es sich bei R1 um einen Imdidazolrest handelt. Ein
Vertreter dieser bevorzugten Gruppe ist z. B. das 12-Imidazolyl-Dodecanol
oder das 1-Imidazolyl-Dodecan. Bezüglich der Strukturformeln
dieser und weiterer Substanzen wird auf die beiliegenden Tabellen
verwiesen.
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Bevorzugt
ist weiterhin vorgesehen, dass die Länge des aliphatischen
Rückgrats 6 bzw. 14–26 bzw. 18 Kohlenstoffatome
umfasst, wenn es sich bei R1 um einen Ethinylrest handelt. Vertreter
dieser bevorzugten Gruppe ist z. B. 17-Octadecinyl-1-Säure.
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Ebenso
bevorzugt umfasst die Länge des aliphatischen Rückgrats
9–13 Kohlenstoffatome, wenn es sich bei R1 um einen Ethinylrest
handelt. Vertreter dieser bevorzugten Gruppe sind z. B. 2,2-Dimethyl-11-Dodecinylsäure,
10-Undecinyl-Sulfat, 10-Undecinylsäure oder 10-Undecinol.
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In
einer weiteren bevorzugten Ausführungsform sind zumindest
eines der Reste R6 bis R8 ein
Glycosid, insbesonders ein Monosaccharid, welches gegebenenfalls
substituiert ist, beispielsweise mittels einem Sulfat oder einem
Aminorest. In einzelnen Ausführungsformen sind auch Di-
oder Oligosaccharide für den erfindungsgemäßen
Verwendungszweck durchaus geeignet. Bevorzugte Saccharide sind Pentosen
und Hexosen sowie gemischte Saccharide. Prinzipiell können
die Glycoside auch Thiozucker sein.
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In
einer besonders bevorzugten Ausführungsform ist mindestens
einer der R6 bis R8 ein
positiv oder negativ geladener Aminosäurerest, insbesonders
eine Aminosäure mit einer zusätzlichen Aminogruppe,
wobei Aminosäuregruppen der Struktur -(CH2)n-N+(R9–R11) eine zweckmäßige alternative
Ausführung darstellen. Dabei ist n üblicherweise
eine ganze Zahl zwischen 1 und 5, wobei 1 bis 3, insbesonders 2
bevorzugt ist. Die Reste R9 bis R11 sind üblicherweise Wasserstoff
oder eine Methyl-, Ethyl- oder Propylgruppe. Dabei können
R9 bis R11 gleich
oder verschieden sein. In einer ganz bevorzugten Ausführungsform
bilden eine der X mit einem der R6 bis R8-Reste zusammen eine Phosphocholingruppe
oder weitere Phosphatester, wie z. B. Phosphatidylethanolamin-,
Phosphatidylserin- oder Phosphatidylinositol-Reste aus.
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In
einer zweckmäßigen Ausgestaltung der Erfindung
ist die Häm-koordinierende Gruppe ein über ein Stickstoffatom
gebundener Imidazolrest oder ein Ethinylrest (-C≡CR12), wobei R12 Wasserstoff
oder ein substituierter oder unsubstituierter aliphatischer C1 bis C12 Kohlenwasserstoffrest
ist.
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Es
hat sich nunmehr gezeigt, dass die Biokompatibilität der
genannten Verbindungen, insbesonders solche, die unter physiologischen
Bedingungen schlecht löslich sind und/oder aufgrund bestimmter
Eigenschaften Zellmembranen schlecht passieren können und
daher unzureichend zum Wirkort gelangen, durch weitere unten beschriebene
Maßnahmen verbessert werden kann. Dies gilt auch für
solche Verbindungen, die durch körpereigene Enzymaktivität
abgebaut oder leicht über die renale Exkretion ausgeschieden
werden.
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So
werden einige der erfindungsgemäß verwendeten
Verbindungen, die ein Häm-koordinierendes Kohlenwasserstoffrückgrat enthalten,
nach der Verabreichung schnell von Muskel- oder Fettzellen resorbiert, so
dass nur noch ein geringer Anteil bis zum Wirkort gelangt, weshalb
diese in höheren Dosen verabreicht werden müssen.
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Aus
diesem Grunde ist in einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung
vorgesehen, die erfindungsgemäßen Verbindungen
dergestalt weiterzubilden, dass die funktionellen Gruppen der Kohlenwasserstoffreste R1, R6, R7,
R8, also die terminalen Kohlenwasserstoffreste,
die alkoholische OH-Gruppe, die Sulfat- oder die Co-A-Gruppe oder
die organische Säuregruppe durch Addition eines weiteren,
hydrophilen Rests modifiziert werden.
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Die
erfindungsgemäß verwendeten Verbindungen, die
den bereits beschriebenen Häm-koordinierenden Kohlenwasserstoffrest
enthalten, umfassen Verbindungen mit der Grundstruktur der Sphingosine,
Mono-, Di- und Triglyceride, sowie imidazolierte oder ethinylierte
Phosphoglyceride, Glykolipide, Sphingolipide, Ganglioside und Cerebroside,
insbesondere deren imidazolierte oder ethinylierte Formen.
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Wichtig
ist hierbei, dass der hydrophile Rest die Bindung des Moleküls
an das aktive Zentrum des Cytochroms P450 nicht beeinträchtigt.
Dies kann durch Wahl der Länge des Kohlenstoffrückgrats
genau gesteuert werden.
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In
einer weiteren alternativen Ausführung ist eines der R1, R6, R7,
R8 ein Cholin oder Ethanolamin, eine α-, β-,
oder γ-Hydroxyaminosäure, wie z. B. Serin, Threonin,
Inositol oder auch Galactose.
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B6 , B7 und
B8 können gleich oder verschieden
sein und stellen O, S, NH, PO4, Se, SO4 dar. Die Bindung B6,7,8,
welche das jeweilige Kohlenstoffatom des Glycerin- bzw. Polyolteils
R6,7,8 verknüpft, ist üblicherweise eine
Ether-, und/oder eine Esterbindung zwischen einem alkoholischen
Polyol bzw. Glyzerin und einer organischen und/oder anorganischen
Säuregruppe von R6 ,7,8,
wie z. B. eine -C-O-C(O)-R6 ,7,8-Gruppe
oder eine -C-O-P(O)-O-R6,7,8-Gruppe.
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Beispiele
für solche Verbindungen sind z. B. 12-Imidazolyldodecanol-1-Phosphatidylcholin,
10-Imidazolyl-decanol-1-Phosphatidylcholin oder 17-Octadecinyl-1-Phosphatidylcholin,
12-Imidazolyldodecanol sowie 12-Imidazolyldodecan.
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Die
erfindungsgemäß verwendeten Verbindungen umfassen
insbesonders Mono-, Di- oder Triglyceride, Phospholipide sowie Glykolipide.
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Die
erfindungsgemäße Verwendung hat den Vorteil, dass
die Verbindungen nicht unmittelbar für Enyzme des β-Oxidationsstoffwechsels
zugänglich sind und daher nicht sofort metabolisiert werden.
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Es
hat sich gezeigt, dass die in einer erfindungsgemäßen
Ausführungsform verwendeten Phosphoglyceride und Triglyceride,
die an einer oder mehreren Stellen des Glycerinrests mit einem Rest
R1, R6, R7, R8 substituiert
sind, insbesonders mit solchen Resten, die einen Häm-koordinierenden
Kohlenwasserstoffrest aufweisen, ohne wesentlichen Abbau zu den
soliden Organen und Tumoren verbracht werden. Es wird vermutet, dass
diese nach der Resorption im Darm zunächst hydrolysiert
werden, wobei einer oder mehrere Kohlenwasserstoffreste abgespalten
werden. Auf diese Weise werden u. a. Häm- koordinierende
Monoglyceride erzeugt, die auch als Lysolipide bezeichnet werden,
und die mit Hilfe von Lipoproteinen, also nicht-kovalenten Aggregaten
aus Lipiden und Proteinen, die micellenähnliche Partikel
ausbilden und dem Transport von wasserunlöslichen Lipiden
im Blut dienen.
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Dasselbe
gilt im Übrigen auch für Häm-koordinierende
Monoglyceride, wie z. B. ethinylierte bzw. imidazolierte Monoglyceride
gemäß der obigen Definition, die bereits als solche
verabreicht wurden.
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Die
Häm-koordinierenden Verbindungen die Eigenschaft auf, dass
sie in Wechselwirkung mit dem aktiven Zentrum des Cytochroms P450
treten und so dessen Aktivität hemmen.
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Wichtig
ist auch, dass der hydrophile Rest R2 die
Bindung des Moleküls an das aktive Zentrum des Cytochroms
P450 nicht beeinträchtigt. Dies kann durch Wahl der Länge
des Kohlenstoffrückgrats genau gesteuert werden.
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Erfindungsgemäß ist
weiterhin eine Pharmazeutische Zubereitung vorgesehen, enthaltend
eine erfindungsgemäße Verbindung in einem pharmazeutisch
akzeptablen Träger.
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Die
erfindungsgemäßen Substanzen haben sich insbesonders
als Inhibitoren der humanen Isoformen der Genfamilie 2 des Cytochroms
P450 und zwar insbesonders der Isoformen 2E1 und 2J2 und durch diese verursachten
Erkrankungen erwiesen.
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In
einer besonders bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen,
dass die pharmazeutische Zubereitung in Liposomen eingebunden ist.
Aufgrund der Tatsache, dass die der Zubereitung zugrunde liegenden
Verbindungen lange Kohlenwas serstoffreste aufweisen, ist deren Einbindung
in Liposomen eine sehr geeignete Verabreichungsform. Solche Liposomen
eignen sich für eine intravenöse, intramuskuläre,
intraperitoneale, percutane oder auch orale Verabreichung. Ebenso
ist auch eine Verabreichnung als Aerosol geeignet.
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Die
erfindungsgemäßen Verbindungen können
jedoch auch als solche direkt verabreicht werden. Auch in diesem
Falle sind die oben genannten Verabreichungsarten geeignet.
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Die
Synthesen und weitere bevorzugte Formeln dieser erfindungsgemäß verwendeten
Verbindungen sind bereits in der nicht vorveröffentlichten
PCT/DE2007/000767 beschrieben
und in den
3–
6 veranschaulicht.
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Behandlung von Dyslipidämien.
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Einfluss von 12-Imidazolyl-1-dodecanol
sowie 1-Imidazolyldodecan auf die Serumlipide im Ratten-ASH- und Ratten-NASH-Modell.
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Der
Einfluss der beiden Substanzen 12-Imidazolyl-1-dodecanol und 1-Imidazolyldodecan
auf die alkoholische Steato-Hepatitis (ASH) und die nicht-alkohlische
Steato-Hepatitis (NASH) wurde im Tiermodell an Ratten ermittelt.
Beim Ratten-ASH-Modell handelt es sich um Ratten, die zusätzlich
mit Ethanol behandelt wurden. Ratten des NASH-Modells wurden mit
einer spezifischen Lieber De Carli-hohen Fettdiät behandelt.
Nach Applikation von 12-Imidazolyl-1-dodencanol (I-ol) oder 1-Imidazolyl-dodecan
(I-an) von NASH- und ASH-Ratten konnte eine nahezu 100%-ige Reduktion
der durch Alkohol verursachten Serum-Triglycerid-Erhöhung
erreicht werden.
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Die
Ergebnisse sind in den folgenden Tabellen angegeben. Dabei zeigt
die Tabelle 1 die Veränderung der Serumlipide in Ratten
am NASH-Modell, wobei die jeweiligen Serumspiegel an unbehandelten
Kontrolltieren mit NASH als 100% im Vergleich zu nicht kranken Kontrolltieren
angesetzt worden ist. Wie dieser Tabelle 1 zu entnehmen ist, nimmt
im Vergleich zu unbehandelten Kontrolltieren bei der Verabreichung
der I-ol Substanz in einer Konzentration von 0,4 mg/kg der Serumtriglyceridspiegel
um die Hälfte ab, wohingegen bei der Substanz I-an der
Triglyceridspiegel sogar um minus 73% bezogen auf gesunde Kontrolltiere
gesenkt wird. Entsprechend wird das gute HDL für beide
Substanzen erhöht und die krankmachenden LDL und VDL ebenfalls
drastisch erniedrigt. Zur besseren Veranschaulichung sind die Ergebnisse
nochmals in
1 als Blockdiagramm dargestellt. Tabelle 1
| | Triglyceride | HDL | LDL | VLDL |
| NASH | 100 | –100 | 100 | 100 |
| NASH
+ I-ol (0,4 mg/kg) | 52,63 | 146,67 | 10 | –100 |
| NASH
+ I-an (0,4 mg/kg) | –73,68 | –42,22 | 10 | –50 |
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Der
gleiche Versuch wurde mit Ratten, die eine alkoholische Steato-Hepatitis
(ASH) aufwiesen, durchgeführt. Auch hier wurde im Vergleich
zu gesunden Kontrolltieren der Durchschnittswert der jeweiligen
Serumspiegel der unbehandelten kranken Tiere als 100% Bezugspunkt
angesetzt. Wie auch hier der folgenden Tabelle 2 zu entnehmen ist,
nehmen bei der Behandlung von I-ol die Triglyceridspiegel auf rund
17% und bei I-an auf 2,4% ab. Auch hier werden wieder entsprechend
die guten HDL-Spiegel erhöht und krank machenden LDL und
VDL drastisch erniedrigt. Zur besseren Darstellung sind die Ergebnisse
nochmals in
2 dargestellt. Tabelle 2
| | Triglyceride | HDL | LDL | VLDL |
| ASH | 100 | 100 | 100 | 100 |
| ASH
+ I-ol (4,0 mg/kg) | 16,93 | 200 | –20 | –175 |
| ASH
+ I-an (4,0 mg/kg) | 2,42 | 375 | 40 | –175 |
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Dies
gilt im gleichen Maße auch für die Erniedrigung
der LDL- und VLDL-Cholesterin-Konzentrationen. Dagegen führt
die Behandlung der Ratten mit den beiden Substanzen zu einer Erhöhung
der HDL-Cholesterin Werte.
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
-
- - DE 2007/000767 [0002, 0044]
-
Zitierte Nicht-Patentliteratur
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- - Müller-Enoch
et al. beschreiben in Z. Naturforsch. (2001) 56c, Seite 1082–1090 [0003]
- - T. Haehner, D. Müller-Enoch et al. in Z. Naturforschung
(2004) 59c, Seite 599–605 [0004]