-
Stand der Technik
-
Die
vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Steuerung eines
Kraftstoffversorgungssystems einer Brennkraftmaschine mit mindestens
einem Brennraum, in den über einen Kraftstoffinjektor Kraftstoff
eingespritzt werden kann, wobei der Kraftstoffinjektor bei befülltem
Kraftstoffversorgungssystem zur Durchführung eines Normalstarts
mit vorgegebenen Einspritzparametern angesteuert wird.
-
In
Kraftstoffversorgungssystemen von Brennkraftmaschinen wird der Kraftstoff üblicherweise
mit Hilfe einer elektrischen Kraftstoffpumpe gefördert.
Die elektrische Kraftstoffpumpe wird mit Hilfe des Steuergerätes
der Brennkraftmaschine angesteuert bzw. mit Spannung versorgt. Beim
Starten der Brennkraftmaschine läuft die Kraftstoffpumpe
solange das Steuergerät erkennt, dass der Startschalter betätigt
wird. Ist die Brennkraftmaschine angesprungen, bleibt die Pumpe
eingeschaltet, erkennt das Steuergerät dagegen, dass die
Brennkraftmaschine doch nicht in Betrieb genommen wurde oder dass einunzulässiger
Betriebszustand vorliegt, wird eine Sicherheitsschaltung aktiviert,
die das Fördern von Kraftstoff bei eingeschalteter Zündung
und stehender Brennkraftmaschine verhindert. Damit wird sichergestellt,
dass beispielsweise nach einem Unfall die Förderung von
Kraftstoff schnell unterbunden wird.
-
Da
erforderlich ist, dass beim Starten der Brennkraftmaschine gleich
ein ausreichender Kraftstoffdruck zur Verfügung steht,
gibt es Kraftstoffversorgungssysteme, bei denen ein Vorlauf der
Kraftstoffpumpe erfolgt, wobei die Kraftstoffpumpe bereits mit Spannung
versorgt wird bevor die Brennkraftmaschine anläuft. Ein
solches Kraftstoff versorgungssystem mit Vorlauf wird beispielsweise
in der Druckschrift
EP
0 679 220 B1 beschrieben.
-
Dieses
bekannte Kraftstoffversorgungssystem führt einen Vorlauf
der Kraftstoffpumpe durch, bei dem zusätzlich unterschieden
wird, ob es sich bei dem erwarteten Start der Brennkraftmaschine
um einen regulären Start handelt oder um einen Start mit Kraftstofferstbefüllung,
also beispielsweise einen Erststart oder einen Start nach einer
länger abgestellten Brennkraftmaschine oder nach einer
Reparatur im Kraftstoffversorgungssystem. Sofern es sich erkanntermaßen
um eine Neufüllung handelt, wird die Dauer des Vorlaufs
der Kraftstoffpumpe gegenüber einem üblichen Start
verlängert.
-
Probleme des Standes der Technik
-
Durch
derart verlängerte Vorlaufzeiten wird insbesondere bei
einer Kraftstofferstbefüllung in der Regel nur eine teilweise
Entlüftung des Kraftstoffversorgungssystems erzielt, wobei
ein in diesem vorhandenes Luftpolster komprimiert wird. Allerdings werden
hierbei sowohl Niederdruck- als auch Hochdrucksystem nicht ausreichend
mit Kraftstoff gefüllt, sodass noch eine Mehrzahl von Einspritzungen
erforderlich ist, um das Kraftstoffversorgungssystem über die
Brennräume zu entlüften. Dies führt jedoch
zu einer relativ langen Startzeit von mehr als 25 s, insbesondere
beim sogenannten „Urstart" nach der Kraftstofferstbefüllung.
-
Offenbarung der Erfindung
-
Aufgabe
der vorliegenden Erfindung ist daher ein Verfahren und eine Vorrichtung
bereitzustellen, die eine Reduzierung der Startzeit insbesondere beim
Urstart nach der Kraftstofferstbefüllung ermöglichen.
-
Dieses
Problem wird gelöst durch ein Verfahren zur Steuerung eines
Kraftstoffversorgungssystems einer Brennkraftmaschine mit mindestens
einem Brennraum, in den über einen Kraftstoffinjektor Kraftstoff
eingespritzt werden kann. Der Kraftstoffinjektor wird bei befülltem
Kraftstoffversorgungssystem zur Durchführung eines Normalstarts
mit vorgegebenen Einspritzparametern angesteuert. Die vorgegebenen
Einspritzparameter werden zur Beschleunigung eines Erststarts der
Brennkraftma schine bei einer zur Entlüftung des Kraftstoffversorgungssystems durchgeführten
Befüllung mit Kraftstoff modifiziert.
-
Die
Erfindung ermöglicht somit eine beschleunigte Entlüftung
des Kraftstoffversorgungssystems beim Erststart der Brennkraftmaschine,
sodass die Startzeit beim Erststart der Brennkraftmaschine reduziert
werden kann.
-
Erfindungsgemäß legen
die vorgegebenen Einspritzparameter Einspritzmengen fest, die beim Normalstart
von dem Kraftstoffinjektor in den Brennraum eingespritzt werden,
wobei die Einspritzmengen bei der zur Entlüftung des Kraftstoffversorgungssystems
durchgeführten Befüllung mit Kraftstoff vergrößert
werden.
-
Somit
kann der Aufbau eines zum Erststart der Brennkraftmaschine erforderlichen
minimalen Kraftstoffdrucks beschleunigt werden, wobei die im Kraftstoffversorgungssystem
vorhandene Luft schneller aus diesem verdrängt wird.
-
Die
vorgegebenen Einspritzparameter werden bevorzugt mit vorgegebenen
Korrekturfaktoren beaufschlagt, um die Einspritzmengen zu vergrößern.
-
Die
Erfindung kann somit durch eine Modifikation bereits verwendeter
Systemeinstellungen kostengünstig realisiert werden.
-
Erfindungsgemäß wird
der in den Brennraum eingespritzte Kraftstoff dem Kraftstoffinjektor
aus einem Speicherraum zugeführt, wobei die vorgegebenen
Korrekturfaktoren reduziert werden, wenn ein in dem Speicherraum
vorliegender Ist-Kraftstoffdruck einen zugeordneten Druckschwellwert überschreitet. Die
vorgegebenen Korrekturfaktoren können mit Neutralwerten
ersetzt werden, wenn der in dem Speicherraum vorliegende Ist-Kraftstoffdruck
den Druckschwellwert für eine vorgegebene Zeitdauer überschreitet,
sodass der Kraftstoffinjektor mit den vorgegebenen Einspritzparametern
angesteuert wird.
-
Somit
kann eine bedarfsorientierte Vergrößerung der
Einspritzmengen erfolgen, die immer dann bewirkt wird, wenn eine
Entlüftung des Kraftstoffversorgungssystems erforderlich
ist, wohingegen im Normalbetrieb der Brennkraftmaschine bei entlüfte tem
Kraftstoffversorgungssystem die vorgegebenen Einspritzparameter
Anwendung finden.
-
Die
vorgegebenen Einspritzparameter können zumindest die bei
einer Starteinspritzung von dem Kraftstoffinjektor in den Brennraum
einzuspritzenden Einspritzmengen festlegen. Die vorgegebenen Einspritzparameter
können auch zumindest die bei einer Nachstarteinspritzung
von dem Kraftstoffinjektor in den Brennraum einzuspritzenden Einspritzmengen
festlegen. Die vorgegebenen Einspritzparameter können ebenfalls
zumindest die bei einer Nachstart-/Warmlaufeinspritzung von dem
Kraftstoffinjektor in den Brennraum einzuspritzenden Einspritzmengen
festlegen.
-
Die
Erfindung kann somit zur Modifikation der vorgegebenen Einspritzparameter
solange in die vom Kraftstoffversorgungssystem durchgeführten Einspritzvorgänge
eingreifen, bis eine vollständige Entlüftung des
Kraftstoffversorgungssystems gewährleistet ist.
-
Das
Eingangs genannte Problem wird auch gelöst durch ein Computerprogramm
zur Durchführung eines Verfahrens zur Steuerung eines Kraftstoffversorgungssystems
einer Brennkraftmaschine mit mindestens einem Brennraum, in den über
einen Kraftstoffinjektor Kraftstoff eingespritzt werden kann. Der
Kraftstoffinjektor wird bei befülltem Kraftstoffversorgungssystem
zur Durchführung eines Normalstarts mit vorgegebenen Einspritzparametern
angesteuert. Das Computerprogramm modifiziert die vorgegebenen Einspritzparameter
zur Beschleunigung eines Erststarts der Brennkraftmaschine bei einer
zur Entlüftung des Kraftstoffversorgungssystems durchgeführten
Befüllung mit Kraftstoff.
-
Das
Eingangs genannte Problem wird auch gelöst durch eine Brennkraftmaschine
mit mindestens einem Brennraum, in den über einen Kraftstoffinjektor
Kraftstoff eingespritzt werden kann. Der Kraftstoffinjektor ist
bei befülltem Kraftstoffversorgungssystem zur Durchführung
eines Normalstarts mit vorgegebenen Einspritzparametern ansteuerbar. Die
vorgegebenen Einspritzparameter sind zur Beschleunigung eines Erststarts
der Brennkraftmaschine bei einer zur Entlüftung des Kraftstoffversorgungssystems
durchgeführten Befüllung mit Kraftstoff modifizierbar.
-
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
-
Nachfolgend
wird ein Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung
anhand der beiliegenden Zeichnung näher erläutert.
Dabei zeigen:
-
1 eine
schematische Darstellung eines Kraftstoffversorgungssystems einer
Brennkraftmaschine;
-
2 eine
schematische Darstellung eines Verfahrens zur Steuerung des Kraftstoffversorgungssystems
von 1.
-
Ausführungsbeispiel
der Erfindung
-
1 zeigt
eine schematische Darstellung eines Kraftstoffversorgungssystems 10 mit
einem einzelnen Zylinder einer Brennkraftmaschine sowie zugehörigen
Komponenten. Beispielhaft dargestellt ist eine Brennkraftmaschine
mit Direkteinspritzung (Ottomotor mit Benzindirekteinspritzung BDE)
mit einem Kraftstofftank 11, an dem eine Elektrokraftstoffpumpe
(EKP) 12, ein Kraftstofffilter 13 und ein Niederdruckregler 14 angeordnet
sind. Diese bilden mit einer daran anschließenden Kraftstoffleitung 15 ein Niederdrucksystem.
-
Die
Kraftstoffleitung 15 führt vom Kraftstofftank 11 zu
einer Hochdruckpumpe 16. An die Hochdruckpumpe 16 schließt
sich ein Speicherraum bzw. Rail 17 an. Am Speicherraum 17 sind
Kraftstoffinjektoren 18 angeordnet, die vorzugsweise direkt
Brennräumen 26 der Brennkraftmaschine zugeordnet
sind. Diese Komponenten bilden ein Hochdrucksystem.
-
Bei
Brennkraftmaschinen mit Direkteinspritzung ist jedem Brennraum 26 wenigstens
ein Kraftstoffinjektor 18 zugeordnet, wie in 2 gezeigt,
es können hier aber auch mehrere Kraftstoffinjektoren 18 für
jeden Brennraum 26 vorgesehen sein.
-
Der
Kraftstoff wird durch die Elektrokraftstoffpumpe 12 aus
dem Kraftstofftank 11 über den Kraftstofffilter 13 und
die Kraftstoffleitung 15 zur Hochdruckpumpe 16 gefördert.
-
Der
Kraftstofffilter 13 hat die Aufgabe, Fremdpartikel aus
dem Kraftstoff zu entfernen. Mit Hilfe des Niederdruckreglers 14 wird
der Kraftstoffdruck in einem Niederdruckbereich des Kraftstoffversorgungssystems
auf einen vorbestimmten Wert, der meist in der Größenordnung
von etwa 4 bis 5 bar liegt, geregelt. Die Hochdruckpumpe 16,
die vorzugsweise direkt von der Brennkraftmaschine angetrieben wird,
verdichtet den Kraftstoff und fördert ihn in den Speicherraum 17.
Der Kraftstoffdruck erreicht hierbei Werte von bis zu etwa 150 bar.
-
In 1 ist
beispielhaft ein einzelner Brennraum 26 einer Brennkraftmaschine
mit Direkteinspritzung dargestellt. Im Allgemeinen weist die Brennkraftmaschine
mehrere Zylinder mit je einem Brennraum 26 auf. An dem
Brennraum 26 sind wenigstens ein Kraftstoffinjektor 18,
wenigstens eine Zündkerze 24, wenigstens ein Einlassventil 27 und
wenigstens ein Auslassventil 28 angeordnet. Der Brennraum wird
von einem Kolben 29, der in dem Zylinder auf- und abgleiten
kann, begrenzt.
-
Über
das Einlassventil 27 wird Frischluft aus einem Ansaugtrakt 36 in
den Brennraum 26 angesaugt. Mit Hilfe des Kraftstoffinjektors 18 wird
der Kraftstoff direkt in den Brennraum 26 der Brennkraftmaschine
gespritzt. Mit der Zündkerze 24 wird der Kraftstoff
entzündet. Durch die Ausdehnung des entzündeten
Kraftstoffs wird der Kolben 29 angetrieben. Die Bewegung
des Kolbens 29 wird über eine Pleuelstange 37 auf
eine Kurbelwelle 35 übertragen. An der Kurbelwelle 35 ist
eine Segmentscheibe 34 angeordnet, die von einem Drehzahlsensor 30 abgetastet wird.
Der Drehzahlsensor 30 erzeugt ein Signal, das die Drehbewegung
der Kurbelwelle 35 charakterisiert.
-
Die
bei der Verbrennung entstehenden Abgase gelangen über das
Auslassventil 28 aus dem Brennraum 26 zu einem
Abgasrohr 33, in dem ein Temperatursensor 31 und
eine Lambdasonde 32 angeordnet sind. Mit Hilfe des Temperatursensors 31 wird
die Temperatur und mit Hilfe der Lambdasonde 32 der Sauerstoffgehalt
der Abgase erfasst.
-
Ein
Drucksensor 21 und ein Drucksteuerventil 19 sind
am Speicherraum 17 angeschlossen. Das Drucksteuerventil 19 ist
eingangsseitig mit dem Speicherraum 17 verbunden. Ausgangsseitig
führt eine Rückflussleitung 20 zur Kraftstoffleitung 15.
Anstel le des Drucksteuerventils 19 kann auch ein Mengensteuerventil
in dem Kraftstoffversorgungssystem 10 zur Anwendung kommen.
-
Mit
Hilfe des Drucksensors 21 wird der Istwert des Kraftstoffdrucks
im Speicherraum 17 erfasst und einem Steuergerät 25 zugeführt.
Durch das Steuergerät 25 wird auf der Basis des
erfassten Istwertes des Kraftstoffdrucks ein Ansteuersignal gebildet,
mit dem das Drucksteuerventil angesteuert wird. Die Kraftstoffinjektoren 18 werden über
nicht dargestellte elektrische Endstufen angesteuert, die innerhalb
oder außerhalb des Steuergerätes 25 angeordnet
sein können. Über Steuerungssignalleitungen 22 sind
die verschiedenen Aktuatoren und Sensoren mit dem Steuergerät 25 verbunden.
-
Im
Steuergerät 25 sind verschiedene Funktionen, die
zur Steuerung der Brennkraftmaschinen dienen, implementiert. In
modernen Steuergeräten werden diese Funktionen auf einem
Rechner programmiert und anschließend in einem Speicher
des Steuergerätes 25 abgelegt. Die im Speicher
abgelegten Funktionen werden in Abhängigkeit der Anforderungen
an die Brennkraftmaschine aktiviert. Hierbei werden insbesondere
strenge Anforderungen an die Echtzeitfähigkeit des Steuergerätes 25 gestellt.
Prinzipiell ist eine reine Hardwarerealisierung der Steuerung der
Brennkraftmaschine alternativ zu einer Softwarerealisierung möglich.
-
In
dem Ansaugtrakt 36 ist eine Drosselklappe 38 angeordnet,
deren Drehstellung über eine Signalleitung 39 und
einen zugehörigen, hier nicht dargestellten elektrischen
Aktuator durch das Steuergerät 25 einstellbar
ist.
-
In
einer ersten Betriebsart, dem Homogenbetrieb der Brennkraftmaschine,
wird die Drosselklappe 38 in Abhängigkeit von
der erwünschten zuzuführenden Luftmasse teilweise
geöffnet bzw. geschlossen. Der Kraftstoff wird von dem
Kraftstoffinjektor 18 während einer durch den
Kolben 29 hervorgerufenen Ansaugphase in den Brennraum 26 eingespritzt.
Durch die gleichzeitig angesaugte Luft wird der eingespritzte Kraftstoff
verwirbelt und damit im Brennraum 26 im Wesentlichen gleichmäßig/homogen
verteilt. Danach wird das Kraftstoffluftgemisch während
einer Verdichtungsphase, in dem durch den Kolben 29 das
Volumen des Brennraums 26 verringert wird, verdichtet,
um dann in der Regel kurz vor Erreichen des oberen Totpunktes des
Kolbens 29 von der Zündkerze 24 entzündet
zu werden.
-
In
einer zweiten Betriebsart, dem Schichtbetrieb der Brennkraftmaschine,
wird die Drosselklappe 38 weit geöffnet. Der Kraftstoff
wird von dem Kraftstoffinjektor 18 während der
durch den Kolben 29 hervorgerufenen Verdichtungsphase in
den Brennraum 26 eingespritzt. Sodann wird wie zuvor mit
Hilfe der Zündkerze 24 der Kraftstoff entzündet,
so dass der Kolben 29 in der nun erfolgenden Arbeitsphase
durch die Ausdehnung des entzündeten Kraftstoffs angetrieben
wird. Eine weitere mögliche Betriebsart ist der homogene
Magerbetrieb, bei dem Kraftstoff wie im homogenen Betrieb während
der Ansaugphase in den Brennraum 26 eingespritzt wird.
-
Während
des Einspritzvorganges ist der Druck im Rail 17 und damit
auf der Rail-Seite des Kraftstoffinjektors 18 größer
als in dem Brennraum 26. Nur so kann Kraftstoff in den
Brennraum 26 eingespritzt werden.
-
Bei
einem Urstart oder Erststart der Brennkraftmaschine, der in der
Regel im Motoren- oder Fahrzeugwerk durchgeführt wird,
müssen Nieder- und Hochdrucksystem zunächst durch
eine Kraftstofferstbefüllung entlüftet werden,
um eine Beschädigung der Brennkraftmaschine zu verhindern.
Dies ist auch in einem sogenannten „teilbefüllten
System" erforderlich, d. h. einem System, das zwar teilweise, aber
nicht vollständig entlüftet ist. Dies kann bei
einem Kraftstoffversorgungssystem einer über einen längeren
Zeitraum ungenutzten Brennkraftmaschine oder nach einer Reparatur
im Kraftstoffversorgungssystem der Fall sein.
-
Nachfolgend
wird ein Verfahren zur Steuerung des Kraftstoffversorgungssystems 10 von 1 zu
dessen Entlüftung und Befüllung mit Kraftstoff
gemäß einer Ausführungsform der Erfindung
unter Bezugnahme auf die 1 und 2 im Detail
beschrieben. Dieses Verfahren kann ebenso bei einem Dieselmotor
eingesetzt werden; gegenüber dem in 1 dargestellten
Ottomotor fallen dann die Zündkerze 24 mit zugehörigen
Komponenten sowie die Lambdasonde 32 weg.
-
2 zeigt
ein Flussdiagramm eines Verfahrens 200 zur Steuerung des
Kraftstoffversorgungssystems 10 von 1 zur Beschleunigung
eines Erststarts der Brennkraftmaschine bei einer zur Entlüftung
des Kraftstoffversorgungssystems durchgeführten Befüllung
mit Kraftstoff. Hierbei wird auf eine detaillierte Erläuterung
von im Stand der Technik bekannten Verfahrensschritten verzichtet.
-
Gemäß einer
bevorzugten Ausführungsform der Erfindung wird das Verfahren
als Computerprogramm implementiert, das von einer geeigneten Steuer-
und Regeleinrichtung (z. B. Steuergerät 25) ausführbar
ist, die bereits in der Brennkraftmaschine vorgesehen ist. Somit
kann die Erfindung mit bereits vorhandenen Bauteilen der Brennkraftmaschine
einfach und kostengünstig realisiert werden.
-
Das
Verfahren 200 beginnt in Schritt S201, in dem eine Startanfrage
erfolgt und bestimmt wird, ob es sich hierbei um einen Normalstart
oder einen Erststart handelt. Eine Startanfrage für einen
Normalstart liegt vor, wenn das Kraftstoffversorgungssystem 10 bereits
befüllt ist und zur Inbetriebnahme der Brennkraftmaschine
somit keine Entlüftung des Kraftstoffversorgungssystems 10 erforderlich
ist. Eine Startanfrage für einen Erststart liegt im Kontext
der vorliegenden Erfindung dann vor, wenn das Kraftstoffversorgungssystem 10 nicht
befüllt oder nur teilbefüllt ist. In diesem Fall
ist eine Erstbefüllung zur vollständigen Entlüftung
oder eine Neufüllung zur teilweisen Entlüftung
des Kraftstoffversorgungssystems 10 erforderlich.
-
Wenn
in Schritt S201 bestimmt wird, dass ein Normalstart auszuführen
ist, wird dieser in Schritt S202 ausgeführt. Ansonsten
fährt das Verfahren 200 in Schritt S203 fort,
um eine erfindungsgemäße Steuerung des Kraftstoffversorgungssystems 10 zu
dessen Entlüftung auszuführen.
-
In
Schritt S203 wird zunächst die Vorlaufzeit der Elektrokraftstoffpumpe
(EKP) 12 verlängert, z. B. auf eine Dauer zwischen
10 s und 20 s und bevorzugt auf eine Dauer von 15 s. In Schritt
S204 werden die für die Brennkraftmaschine vorgegebenen
Einspritzparameter modifiziert. Diese legen erfindungsgemäß Einspritzmengen
fest, die beim Normalstart von dem Kraftstoffinjektor 18 in
den Brennraum 26 eingespritzt werden. Hierbei können
erfindungsgemäß zumindest die bei einer Starteinspritzung,
einer Nachstarteinspritzung und/oder einer Nachstart-/Warmlaufeinspritzung
von dem Kraftstoffinjektor in den Brennraum 26 einzuspritzenden
Einspritzmengen modifiziert werden.
-
Bei
der zur Entlüftung des Kraftstoffversorgungssystems 10 durchzuführenden
Be füllung mit Kraftstoff werden diese Einspritzmengen vergrößert. Hierzu
werden die se gemäß einer Ausführungsform der
Erfindung in Schritt S204 mit vorgegebenen Korrekturfaktoren beaufschlagt.
-
In
Schritt S205 wird bestimmt, ob ein in dem Speicherraum 17 vorliegender
Ist-Kraftstoffdruck einen zugeordneten Druckschwellwert überschreitet. Somit
kann ermittelt werden, ob in dem Kraftstoffversorgungssystem 10 durch
die in Schritt S203 verlängerte Vorlaufzeit und die in
Schritt S204 vergrößerten Einspritzmengen ein
zum Start der Brennkraftmaschine erforderlicher minimaler Kraftstoffdruck
aufgebaut wurde, sodass eine Zündung der Brennkraftmaschine
möglich ist. Dementsprechend wartet das Verfahren in Schritt
S205, bis dieser minimale Kraftstoffdruck aufgebaut ist und fährt
dann in Schritt S206 fort.
-
In
Schritt S206 wird die Brennkraftmaschine gezündet, d. h.
der in den Brennraum 26 der Brennkraftmaschine eingespritzte
Kraftstoff wird mit der Zündkerze 24 entzündet.
In Schritt S207 werden dann die vorgegebenen Korrekturfaktoren reduziert, um
zu verhindern, dass zuviel Kraftstoff in den Brennraum 26 eingespritzt
wird.
-
In
Schritt S208 wird bestimmt, ob der in dem Speicherraum 17 vorliegende
Ist-Kraftstoffdruck den Druckschwellwert für eine vorgegebene
Zeitdauer überschritten hat. Diese Bestimmung dient dazu,
zu ermitteln, ob der Betrieb der Brennkraftmaschine nach der Zündung
in Schritt S206 für eine applizierbare Zeitdauer auf Hochdruckniveau
erfolgte. Falls dies der Fall ist, ist dies ein Indiz für
einen stabilen Lauf der Brennkraftmaschine, sodass die vorgegebenen
Korrekturfaktoren in Schritt S210 mit Neutralwerten ersetzt werden
können, um. eine Ansteuerung des Kraftstoffinjektors 10 mit
den für den Normalbetrieb vorgegebenen Einspritzparametern
zu ermöglichen. Ansonsten fährt das Verfahren 200 in
Schritt S209 fort.
-
In
Schritt S209 wird bestimmt, ob der in dem Speicherraum 17 erzeugte
Kraftstoffdruck unter den zugeordneten Druckschwellwert abgesunken
ist. Ist dies der Fall, so wird davon ausgegangen, dass ein Druckeinbruch
erfolgt ist und das Verfahren 200 kehrt zu Schritt S204
zurück. Ansonsten kehrt das Verfahren 200 zu Schritt
S208 zurück.
-
ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
-
Diese Liste
der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde automatisiert
erzeugt und ist ausschließlich zur besseren Information
des Lesers aufgenommen. Die Liste ist nicht Bestandteil der deutschen
Patent- bzw. Gebrauchsmusteranmeldung. Das DPMA übernimmt
keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.
-
Zitierte Patentliteratur
-