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GEBIET
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Die
vorliegende Offenbarung bezieht sich auf Verbrennungsmotoren mit
Funkenzündung
und insbesondere auf das Bestimmen der Zündvoreilung für die Motor-Leerlaufdrehzahlsteuerung.
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HINTERGRUND
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Die
Aussagen in diesem Abschnitt liefern lediglich Hintergrundinformationen
bezüglich
der vorliegenden Offenbarung und stellen nicht unbedingt den Stand
der Technik dar.
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Verbrennungsmotoren
verbrennen ein Gemisch aus Luft und Kraftstoff, um ein Antriebsmoment
zu erzeugen. Genauer wird durch eine Drosselklappe, die den Luftdurchfluss
dosiert, Luft in den Motor angesaugt. Die Luft wird mit Kraftstoff
vermischt und das Luft- und Kraftstoffgemisch in einem Zylinder mittels
eines Kolbens komprimiert. Das Luft- und Kraftstoffgemisch wird
in dem Zylinder verbrannt, um den sich in dem Zylinder hin- und
herbewegenden Kolben anzutreiben, der seinerseits eine Kurbelwelle des
Motors antreibt. Die Verbrennung wird durch Erzeugung eines Zündfunkens
in dem Zylinder mit Hilfe einer Zündkerze ausgelöst. Die
Zündeinstellung
wird in Form der Winkelstellung der Kurbelwelle relativ zu dem Kolben
besorgt, der eine bestimmte Position (z. B. den oberen Totpunkt,
OT) in dem Zylinder erreicht, bei der die Zündung ausgelöst wird.
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Es
gibt einen optimalen Zündzeitpunkt
bzw. eine optimale Zündeinstellung,
die bei einer gegebenen Motordrehzahl und einer gegebenen Luft- und Kraftstoffgemischmasse
in dem Zylinder das maximale Motordrehmoment erzeugt. Dieses wird
Maximum für
bestes Drehmoment oder maximal bestes Drehmoment (Maximum for Best
Torque) oder MBT genannt. Die Verbrennung des Luft- und Kraftstoffgemischs
in dem Zylinder besitzt eine Veränderlichkeit hinsichtlich
des bei einer gegebenen Zündvoreilung und
einer bestimmten Luft- und Kraftstoffgemischmasse erzeugten Drehmomentbetrags.
Die Verbrennungsveränderlichkeit
hat viele Quellen und wird hier nicht besprochen, jedoch verursacht
sie ein veränderliches
Motordrehmoment, das wiederum eine veränderliche Motordrehzahl verursacht.
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Während des
Leerlaufs sollte der Motor bei einer vorgegebenen Motordrehzahl
arbeiten. Da die Verbrennungsveränderlichkeit
eine veränderliche Motordrehzahl
verursacht, sollte eine Motor-Leerlaufdrehzahlsteuerung in der Lage
sein, dies zu kompensieren.
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Ein
Verfahren ist das Verzögern
der mittleren Zündvoreilung
gegenüber
dem Zündzeitpunkt
für MBT
und das Kompensieren des Motordrehzahlfehlers durch Verändern der
Zündvoreilung
auf Grundlage von Zündereignissen
für die
einzelnen Zylinder. Da dieser mittlere Zündzeitpunkt bei einer gegebenen
Kraftstoff/Luft-Rate suboptimal ist, erzeugt der Motor weniger Drehmoment
als bei dem optimalen Zündzeitpunkt.
Falls ein zusätzliches
Drehmoment erforderlich ist, um die Motordrehzahl zu erhöhen, wird
der Zündzeitpunkt
näher zu
dem Zündzeitpunkt für MBT vorverlegt,
um bei gleicher Kraftstoff/Luft-Rate zusätzliches Drehmoment zu erzeugen. Ähnlich wird
dann, wenn weniger Drehmoment benötigt wird, weil die Motordrehzahl
höher als
erwünscht
ist, der Zündzeitpunkt
verzögert.
Der Zündzeitpunkt
wird eingestellt, weil dies schneller ausgeführt werden kann, als die Kraftstoff/Luft-Rate
zu ändern.
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Durch
Regeln des Zündzeitpunkts
auf weniger als optimal, behält
dieses Verfahren der Motor-Leerlaufdrehzahlsteuerung eine Drehmomentreserve
bei, die der Differenz zwischen dem Drehmoment, das von dem Motor
mit dem Zündzeitpunkt
für MBT
erzeugt wird, und dem Drehmoment, das bei verzögertem Zündzeitpunkt erzeugt wird, entspricht. Die
Drehmomentreserve wird auf einen Pegel eingerichtet, der im Fall
einer großen,
unerwarteten Drehmomentlast auf den Motor (z. B. einem Volleinschlag der
Kraftlenkung) die Motordrehzahl über
einer vorgegebenen minimalen Drehzahl hält. Die Motor-Leerlaufdrehzahlsteuerung
verwendet im Allgemeinen lediglich ein Maximum von etwa 30% der
Drehmomentreserve, um der Verbrennungsveränderlichkeit Rechnung zu tragen.
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Der
Drehmomentbetrag, der durch eine gegebene Änderung des Zündzeitpunkts
bei einer festen Luft/Kraftstoff-Rate erzeugt wird, hängt von
der momentanen Zündvoreilung,
der momentanen Luft/Kraftstoff-Rate und der momentanen Motordrehzahl
ab. Die Beziehung zwischen dem Motordrehmoment und dem Zündzeitpunkt
bei einer gegebenen Luftrate wird durch eine nichtlineare Kurve
beschrieben, die sich verändert,
wenn sich die Luftrate ändert, und
die flacher wird, wenn der Zündzeitpunkt
näher zu
MBT vorverlegt wird. Dies kann ein Problem für das Leerlaufdrehzahlsteuersystem
darstellen.
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Wenn
der Drehmomentreservewert groß ist, ist
die Änderung
des Motordrehmoments bei einer Änderung
des Zündzeitpunkts
(d. h. die Steigung der Kurve) über
dem normalen Zündsteuerungs-Betriebsbereich
relativ konstant. Daher hält
eine Änderung
des Zündzeitpunkts
als Funktion der Differenz zwischen dem gewünschten Drehmoment und dem wirklichen Drehmoment
den Motor ausreichend gut mit einem Luftdurchfluss- und Zündzeitpunkt-invarianten
Gewinn. Der mittlere Zündzeitpunkt
liegt bei einem beispielhaften Motor etwa 13° vor OT und bleibt bei einem
Leerlaufzustand, bei dem sich Lasten nicht verändern, jedoch die Verbrennung
eine typische Veränderlichkeit
besitzt, zwischen 10° und
16° vor OT.
Wenn die Drehmomentreserve geringer wird, wie es bei einem System
mit kleineren unerwarteten Lasten vorkommen kann, verändert sich
der wirkliche Betriebsbereich für
Zündzeitpunktänderungen
und kann sich die Steigung der Kurve über dem normalen Zündsteuerungsbereich
schnell verändern.
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Sowohl
die Form der Kurve als auch die Steigungen verändern sich zwischen den Kurven
für die jeweilige
Luftdurchflussmenge stark. Als Folge ergibt die Verwendung eines
Zündzeitpunkt-invarianten Gewinns
keine akzeptable Motordrehzahlsteuerung. Dieses Problem verstärkt sich
infolge der unterschiedlichen Motor-Leerlaufdrehzahlen, die beim Warmwerden
des Motors vorkommen. Infolge dessen muss der erforderliche Zündzeitpunktgewinn
anhand einer Tabelle geplant werden, wobei mehrere Tabellen erforderlich
sind, um den während
des Motorbetriebs angetroffenen Bereich von Motor-Leerlaufdrehzahlen
abzudecken. Es ist sehr zeitaufwändig
und kostenintensiv, einen solchen Satz von Tabellen genau zu belegen.
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ZUSAMMENFASSUNG
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Daher
schafft die vorliegende Erfindung ein Motor-Leerlaufdrehzahlsteuersystem
zum Regeln einer Leerlaufdrehzahl eines Verbrennungsmotors. Das
Motor-Leerlaufdrehzahlsteuersystem umfasst ein erstes Modul, das
anhand eines momentanen Zündzeitpunkts
ein indiziertes Drehmoment des Motor bestimmt, und ein zweites Modul,
das anhand des indizierten Drehmoments ein gewünschtes indiziertes Drehmoment
bestimmt. Ein drittes Modul bestimmt anhand des gewünschten
indizierten Drehmoments einen neuen Zündzeitpunkt, während ein viertes
Modul auf der Grundlage des neuen Zündzeitpunkts den Betrieb des
Motors regelt.
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Gemäß einem
Merkmal umfasst das Motor-Leerlaufdrehzahlsteuersystem ferner ein
fünftes Modul,
das anhand des gewünschten
indizierten Drehmoments und des indizierten Drehmoments einen Bruchteil
des gewünschten
indizierten Drehmoments bestimmt, und ein sechstes Modul, das anhand
des Bruchteils des gewünschten
indizierten Drehmoments eine gewünschte
Zündzeitpunktverzögerung bestimmt.
Der neue Zündzeitpunkt
wird anhand der gewünschten
Zündzeitpunktverzögerung bestimmt.
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Gemäß einem
weiteren Merkmal umfasst die Motor-Leerlaufdrehzahlsteuerung ferner
ein fünftes Modul,
das anhand von momentanen Motorbetriebsparametern einen Zündzeitpunkt
für maximal
bestes Drehmoment bestimmt. Der neue Zündzeitpunkt wird anhand des
Zündzeitpunkts
für maximal
bestes Drehmoment bestimmt.
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Gemäß einem
Merkmal umfasst das Motor-Leerlaufdrehzahlsteuersystem ferner ein
fünftes Modul,
das anhand von momentanen Motorbetriebsparametern ein indiziertes
maximal bestes Drehmoment bestimmt.
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Gemäß einem
nochmals weiteren Merkmal umfasst das Motor-Leerlaufdrehzahlsteuersystem ferner
ein fünftes
Modul, das ein Drehmomentdelta, einen momentanen Zündzeitpunkt
und einen Luftmassendurchfluss (APC) bestimmt. Der neue Zündzeitpunkt
wird anhand des Drehmomentdeltas, des momentanen Zündzeitpunkts
und des APC bestimmt.
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Gemäß einem
nochmals weiteren Merkmal umfasst das Motor-Leerlaufdrehzahlsteuersystem ferner
ein fünftes
Modul, das anhand eines Motor-Leerlaufdrehzahlfehlers
bzw. einer Motor-Leerlaufdrehzahlabweichung ein Drehmomentdelta
bestimmt, wobei der neue Zündzeitpunkt
anhand des Drehmomentdeltas bestimmt wird.
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Weitere
Anwendungsgebiete werden aus der hier gegebenen Beschreibung deutlich.
Die Beschreibung und die spezifischen Beispiele sind selbstverständlich lediglich
zum Zweck der Veranschaulichung gedacht und nicht dazu gedacht,
den Umfang der vorliegenden Offenbarung zu begrenzen.
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KURZBESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN
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Die
hier beschriebenen Zeichnungen dienen lediglich zur Veranschaulichung
und sollen den Umfang der vorliegenden Offenbarung keineswegs begrenzen.
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1 ist
ein funktionaler Blockschaltplan eines beispielhaften Motorsystems,
das unter Verwendung der Motor-Leerlaufdrehzahlsteuerung der vorliegenden
Erfindung geregelt wird;
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2 ist
ein Graph, der beispielhafte Linienzüge der Motordrehmomentausbeute über dem Zündzeitpunkt
ab MBT für
verschiedene beispielhafte Motordrehzahlen und bei einer festen
Luftmassen-Durchflussmenge
zeigt;
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3 ist
ein Ablaufplan, der beispielhafte Schritte zeigt, die von der Motor-Leerlaufdrehzahlsteuerung
der vorliegenden Erfindung ausgeführt werden; und
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4 ist
funktionaler Blockschaltplan, der beispielhafte Module zeigt, die
die Motor-Leerlaufdrehzahlsteuerung der vorliegenden Erfindung ausführen.
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GENAUE BESCHREIBUNG
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Die
folgende Beschreibung der bevorzugten Ausführungsform ist dem Wesen nach
lediglich beispielhaft, wobei keineswegs beabsichtigt ist, die Erfindung,
ihre Anwendung oder ihre Verwendungen zu beschränken. Der Klarheit wegen werden
in den Zeichnungen die gleichen Bezugszeichen zur Kennzeichnung
von gleichartigen Elementen benutzt. Der Begriff "Modul", wie er hier verwendet
wird, bezieht sich auf eine anwendungsspezifische integrierte Schaltung
(ASIC), eine elektronische Schaltung, einen Prozessor (gemeinsam
genutzt, eigens zugewiesen oder für eine Gruppe) mit Speicher,
der ein oder mehrere Software- oder Firmwareprogramme ausführt, eine
kombinatorische Logikschaltung oder andere geeignete Komponenten,
die die beschriebene Funktionalität verschaffen.
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In 1 umfasst
ein beispielhaftes Motorsystem 10 einen Motor 12,
einen Einlass- bzw. Ansaugkrümmer 14,
einen Abgaskrümmer 16 und
wenigstens einen Zylinder 18. Durch eine Drosselklappe 20 wird
Luft in den Einlasskrümmer 14 angesaugt. Die
Luft wird mit Kraftstoff vermischt und das Luft- und Kraftstoffgemisch
in dem Zylinder 18 durch einen Kolben (nicht gezeigt) komprimiert.
Durch eine Zündkerze 22,
die einen Funken erzeugt, wird ein Verbrennungsprozess ausgelöst. Der
Verbrennungsprozess treibt den Kolben, der sich in dem Zylinder 18 hin- und
herbewegt, an, um eine Kurbelwelle 24 rotatorisch anzutreiben.
Durch den Verbrennungsprozess erzeugtes Abgas wird von dem Motor 12 durch
den Abgaskrümmer 16 ausgestoßen und
in einem Nachbehandlungssystem (nicht gezeigt) nachbehandelt, bevor
es an die Umgebung abgegeben wird. Ob wohl ein einziger Zylinder
gezeigt ist, kann die vorliegende Erfindung wohlgemerkt auf Motoren
angewandt werden, die mehrere Zylinder enthalten.
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Ein
Steuermodul 30 regelt den Betrieb des Motorsystems 10 auf
der Grundlage der Motor-Leerlaufdrehzahlsteuerung der vorliegenden
Erfindung. Genauer kommuniziert das Steuermodul 30 mit
einer Zündanlage 32,
um den Zündzeitpunkt
einzustellen bzw. zu regeln. Mehrere Sensoren überwachen Motorbetriebsparameter
und kommunizieren mit dem Steuermodul 30. Das Steuermodul 30 nimmt
auf der Grundlage der Motorbetriebsparameter die Motor-Leerlaufdrehzahlsteuerung
vor. Beispielhafte Sensoren umfassen einen Massenluftdurchfluss-(MAF)-Sensor 34,
einen Drosselklappenstellungssensor 36 und einen Krümmer-Absolutdruck- bzw. Absolutladedruck-(MAP)-Sensor 38.
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Die
mehreren Sensoren umfassen außerdem
einen Kurbelwellenumdrehungssensor 40, der ein auf der
Umdrehungsgeschwindigkeit der Kurbelwelle 24 basierendes
Kurbelwellenumdrehungssignal erzeugt. Genauer spricht der Kurbelwellenumdrehungssensor 40 auf
ein mit der Kurbelwelle 24 drehfestes Zahnrad 42 an.
Ein beispielhaftes Zahnrad umfasst ein Zahnrad mit 60 minus 2 (d.
h. 58) Zähnen,
die um den Außenumfang
des Zahnrads gleich beabstandet sind. Genauer basiert der Abstand
zwischen den Zähnen
auf dem Zahnrad mit 60 Zähnen, bei
dem 2 Zähne
fehlen. In dieser Weise ist zwischen zwei der Zähne eine Lücke vorgesehen. Die Lücke schafft
einen Bezugspunkt zum Bestimmen der Winkelposition der Kurbelwelle 24,
wie weiter unten näher
besprochen wird.
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Der
Kurbelwelleumdrehungssensor 40 spricht auf die ansteigenden
und abfallenden Flanken der Zähne
an und erzeugt ein darauf basierendes Impulssignal. Die Motordrehzahl
(Motor-RPM) wird anhand des Impuls signals (d. h. der Frequenz zwischen
den ansteigenden und abfallenden Flanken der Zähne) bestimmt. Ähnlich wird
der Kurbelwellenwinkel anhand des Impulssignals bestimmt. Bei dem oben
beschriebenen beispielhaften 58-Zähne-Rad entspricht jeder Zahn
und somit jeder Impuls 6° einer Kurbelwellenumdrehung,
während
die Lücke
18° entspricht.
Daher kann der Kurbelwellenwinkel anhand der Anzahl ab der Erfassung
der Lücke
vorbeilaufender Zähne
bestimmt werden.
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Der
Zündzeitpunkt
(φ) bezeichnet
die Drehstellung der Kurbelwelle 24 und somit jene Position des
Kolbens in dem Zylinder 18, bei der die Zündkerze 22 einen
Funken zum Auslösen
der Verbrennung erzeugt. Der Kolben bewegt sich zwischen einer Position
am unteren Totpunkt (UT) und einer Position am oberen Totpunkt (OT).
Wenn der Kurbelwellenwinkel 0° beträgt, befindet
sich, auf einen spezifischen Zylinder bezogen, jener Kolben am UT.
Bei einem beispielhaften Motor liegt der Zündzeitpunkt während eines
Leerlaufzustands, in dem sich Lasten nicht ändern, im Bereich zwischen
10° und
16° vor OT.
Mit anderen Worten, die Zündkerze 22 erzeugt ihren
Funken, wenn der Kurbelwellenwinkel zwischen 10° und 16°, bevor der Kolben OT erreicht,
beträgt.
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Der
Zündzeitpunkt
kann verzögert
oder vorverlegt werden, um die Motordrehmomentabgabe zu regeln.
Wie oben im Einzelnen besprochen worden ist, wird der Zündzeitpunkt
typischerweise so eingestellt, dass er bei einer gegebenen Luft/Kraftstoff-Rate
suboptimal ist, um eine Drehmomentreserve zu verschaffen. Als Folge
erzeugt der Motor weniger Drehmoment als bei dem optimalen Zündzeitpunkt, der
jener Zündzeitpunkt
ist, bei dem das maximal beste Drehmoment (MBT) erreicht wird. Falls
zusätzliches
Drehmoment benötigt
wird, um die Motordrehzahl zu erhöhen, wird der Zündzeitpunkt
näher zu MBT
vorverlegt, um bei derselben Luft/Kraftstoff-Rate zusätzliches Drehmoment zu erzeugen.
Der Zündzeitpunkt
wird ein gestellt, weil dies viel schneller ausgeführt werden
kann, als die Luft/Kraftstoff-Rate zu ändern. Ähnlich wird dann, wenn weniger
Drehmoment benötigt
wird, weil die Motordrehzahl höher
als erwünscht
ist, der Zündzeitpunkt
verzögert.
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Um
auf 2 zu verweisen, ist die Rate, mit der das normierte
motorindizierte Drehmoment als Funktion der Verzögerung des Zündzeitpunkts
gegenüber
MBT abnimmt, über
einen weiten Bereich von Betriebsdrehzahlen und Luftdurchflüssen gleichmäßig. In 2 sind
speziell mehrere Kurven für
verschiedene Luftdurchflussmengen und eine feste Motordrehzahl (von
z. B. 550 min–1),
deren eine Mittelwertskurve überlagert
ist, gezeigt. Die Motor-Leerlaufdrehzahlsteuerung der vorliegenden
Erfindung implementiert die Mittelwertskurve, um zum Regeln der
Motor-Leerlaufdrehzahl den Zündzeitpunkt
zu bestimmen. Genauer wird, nachdem die Motor-Leerlaufdrehzahlsteuerung
den Drehmomentbetrag, der dem momentanen Motordrehmoment hinzuzufügen bzw.
von diesem abzuziehen ist, bestimmt, anhand der Kurve des indizierten
Drehmoments über
der Zündverzögerung die
notwendige Änderung
des Zündzeitpunkts
(d. h. eine Vorverlegung oder eine Verzögerung) gegenüber dem
bestehenden Zündzeitpunkt
bestimmt.
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Weil
die Kurve normiert ist, wobei das Drehmoment bei MBT gleich 1 ist,
und weil der Zündzeitpunkt
gegenüber
dem vorverlegten Zündzeitpunkt bei
MBT verzögert
werden muss, muss auch der Drehmomentwert bei MBT sowie die Gesamt-Zündzeitpunktvoreilung
bekannt sein, um MBT zu erreichen. Diese sind eine Funktion der
Motordrehzahl und der Luftdurchflussmenge (oder Luftmasse pro zündendem
Zylinder) bei einer ausreichenden Anzahl von Motordrehzahlen und
Luftdurchflussmengen über
dem Motor-Leerlaufdrehzahl-Betriebsbereich. Diese Datenpunkte werden
als Teil der bestehenden Motorkalibrierungsprozedur gesammelt, so dass kein
zusätzliches
Dynamometertesten oder andere Schritte ausgeführt werden müssen.
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Die
Motor-Leerlaufdrehzahlsteuerung der vorliegenden Erfindung kann
in drei Komponenten unterteilt werden. Das momentane indizierte
Drehmoment (TIND) wird bestimmt, das gewünschte indizierte
Drehmoment (TINDDES) wird berechnet, und
der neue Zündzeitpunkt
(φNEW) wird berechnet. Es wird angenommen,
dass die momentane Motordrehzahl (RPM), der Zündzeitpunkt (φ), die Luftdurchflussmenge
(d. h. die Luftmasse pro zündendem
Zylinder) (APC) und die gewünschte Änderung
des Drehmoments (ΔT)
(z. B. positiv, um das Drehmoment zu steigern, negativ, um das Drehmoment
zu senken) Eingangsgrößen für die Motor-Leerlaufdrehzahlsteuerung
sind, die jeweils durch andere Abschnitte des umfassenden Motorsteuersystems
bestimmt worden sind.
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Die
Motor-Leerlaufdrehzahlsteuerung implementiert eine erste zweidimensionale
Tabelle, um anhand der Motordrehzahl und der APC das momentane indizierte
MBT-Drehmoment (TINDMBT) zu bestimmen. Eine
zweite zweidimensionale Tabelle wird verwendet, um anhand der Motordrehzahl
und der APC jenen Zündzeitpunkt,
der erforderlich ist, um das MBT-Drehmoment,
(φMBT), zu erreichen, (z. B. positive Grade
vor OT) zu bestimmen. Um anhand der Differenz zwischen φMBT und φ (z.
B. positive Grade) den momentanen Bruchteil des indizierten MBT-Drehmoments
(fTINDMBT) zu bestimmen, wird eine eindimensionale
Tabelle verwendet. Um anhand eines neuen gewünschten Wertes von fTINDMBT φRETDES (z. B. positive Grade) zu bestimmen,
wird eine zweite eindimensionale Tabelle verwendet. Ein neuer Wert
der Zündvorverstellung
bzw. Zündvoreilung φNEW wird dann als Differenz zwischen φMBT und φRETDES berechnet.
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Die
Motor-Leerlaufdrehzahlsteuerung wird wie folgt ausgeführt. Zuerst
werden, um TINDMBT zu bestimmen, die momentane
Drehzahl und die momentane APC als Eingangsgrößen für die erste zweidimensionale
Tabelle verwendet. Die momentane Drehzahl und die momentane APC
werden, um (φMBT zu bestimmen, auch als Eingangsgrößen für die zweite
zweidimensionale Tabelle verwendet. Das momentane φ wird von φMBT subtrahiert, um eine Zündzeitpunktdifferenz
(Δφ) zu bestimmen,
die aussagt, um wie viel Grade das momentane φ gegenüber φMBT verzögert ist.
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Δφ wird, um
TIND zu bestimmen, als Eingangsgröße für die erste
eindimensionale Tabelle verwendet. Um TIND zu
bestimmen, wird TINDMBT mit fIND multipliziert.
Die gewünschte
Drehmomentänderung
(ΔT) wird
zu TIND addiert, um TINDDES zu
bestimmen, das durch TINDMBT dividiert wird,
um den gewünschten
Bruchteil des MBT-Drehmoments (fTINDDES)
zu bestimmen. fTINDDES wird, um die gewünschte Zündzeitpunktverzögerung gegenüber MBT
(φRETDES) zu bestimmen, als Eingangsgröße für die zweite
eindimensionale Tabelle verwendet. Um φNEW zu
bestimmen, wird φRETDES von φMBT subtrahiert.
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Es
sei angemerkt, dass auf Grund dessen, dass das indizierte Drehmoment
verwendet wird, um die Zündvoreilung
zu bestimmen, keine Anforderung besteht, ein vollständiges Motormodell
in der Software vorliegen zu haben. Daher kann die Motor-Leerlaufdrehzahlsteuerung
der vorliegenden Erfindung auf Motor-Leerlaufsteuersysteme angewandt
werden, die im Allgemeinen keine drehmomentbasierte Systeme sind.
Um dies zu erreichen, wird ein Motordrehzahlfehler (d. h. die Differenz
zwischen der gewünschten
Drehzahl und der wirklichen Drehzahl) durch Multiplikation mit einer
geeigneten Konstante in eine gewünschte
Motordrehzahländerung
(AT) umgesetzt. In dieser Weise wird der Motordrehzahlfehler (min–1) über einen
weiten Bereich von Drehzahlen, Luftdurchflüssen und Zündvoreilungen gleichmäßig und
sanft korrigiert, wobei eine minimale Kalibrierung erforderlich
ist.
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Mit
Bezug auf 3 werden nun beispielhafte Schritte,
die durch die Motor-Leerlaufdrehzahlsteuerung der vorliegenden Erfindung
ausgeführt werden,
im Einzelnen beschrieben. Im Schritt 400 bestimmt die Steuerung,
ob der Motor im Leerlauf betrieben werden soll. Wenn der Motor nicht
im Leerlauf betrieben werden soll, endet die Steuerung. Wenn der
Motor im Leerlauf betrieben werden soll, bestimmt die Steuerung
im Schritt 402 TINDMBT anhand der
Drehzahl und der APC. Im Schritt 404 bestimmt die Steuerung φMBT anhand der Drehzahl und der APC. Die
Steuerung bestimmt im Schritt 406 Δφ als Differenz zwischen φMBT und φ.
Im Schritt 408 bestimmt die Steuerung fTIND anhand
von Δφ.
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Im
Schritt 410 bestimmt die Steuerung TIND als
Produkt aus TINDMBT und fTIND.
Die Steuerung bestimmt im Schritt 412 TINDDES als
Summe aus ΔT
und TIND und bestimmt im Schritt 414 fTINDDES als Quotient aus TINDDES und
TINDMBT. Im Schritt 416 bestimmt
die Steuerung φRETDES anhand von TINDDES,
während
die Steuerung im Schritt 418 φNEW als
Differenz zwischen φMBT und φRETDES bestimmt. Im Schritt 420 regelt
die Steuerung den Motorbetrieb auf der Grundlage von φNEW. Im Schritt 422 setzt die Steuerung φ gleich φNEW und kehrt in einer Schleife zum Schritt 400 zurück.
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Mit
Bezug auf 4 werden nun beispielhafte Module,
die die Motor-Leerlaufdrehzahlsteuerung ausführen, im
Einzelnen beschrieben. Die beispielhaften Module umfassen ein Grundmodul 500,
ein φMBT-Modul 502, ein Δφ-Modul 504,
ein fTIND-Modul 506, ein TINDMBT-Modul 508, ein TIND-Modul 510,
ein TINDDES-Modul 512, ein fTINDDES-Modul 514, ein φRETDES-Mo dul 516, ein φNEW-Modul 518 und ein Motorsteuermodul 520.
Das Grundmodul 500 empfängt verschiedene
Sensorsignaleingaben (z. B. MAF, MAP, Motordrehzahl (RPM)) und bestimmt
darauf basierend ΔT, φ und APC.
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Das φMBT-Modul 502 bestimmt φMBT anhand der Drehzahl und der APC. Das Δφ-Modul 504 bestimmt Δφ anhand
von φMBT und φ,
während
das fTIND-Modul 506 fTIND anhand
von Δφ bestimmt.
Das TINDMBT-MOdul 508 bestimmt
TINDMBT anhand der Drehzahl und der APC,
während
das TIND-Modul 510 TIND anhand
von TINDMBT und fTIND bestimmt.
Das TINDDES-Modul 512 bestimmt
TINDDES anhand von ΔT und TIND.
Das fTINDDES-Modul 514 bestimmt
fTINDDES anhand von TINDDES und
TINDMBT. Das φRETDES-Modul 516 bestimmt φRETDES anhand von fTINDDES,
während
das φNEW-Modul 518 φNEW anhand
von φRETDES und φMBT bestimmt. φNEW wird zu dem Grundmodul 500 zurückgeführt, und
das Motorsteuermodul 520 erzeugt auf der Grundlage von φNEW Steuersignale.
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Es
sei erwähnt,
dass die beispielhaften Module als Submodule eines Moduls höherer Ebene
organisiert sein können.
Beispielsweise können
die Module 502, 504, 506 Submodule eines
ersten Moduls 522, die Module 508, 510, 512 Submodule
eines zweiten Moduls 524 und die Module 514, 516, 518 Submodule
eines dritten Moduls 526 sein. Ähnlich können die beispielhaften Module
alle Submodule eines Hauptsteuermoduls, beispielsweise des Steuermoduls 30,
sein.
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Fachleute
auf dem Gebiet können
aus der obigen Beschreibung erkennen, dass die weit reichenden Lehren
der vorliegenden Erfindung in verschiedenen Formen implementiert
werden können. Obwohl
diese Erfindung in Verbindung mit bestimmten Beispielen von ihr
beschrieben worden ist, soll daher der wahre Umfang der er nicht
darauf begrenzt sein, da dem erfahrenen Praktiker nach einem Studium
der Zeichnungen, der Patentbeschreibung und der folgenden Ansprüche weitere
Abänderungen
offenbar werden.