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Die
Erfindung betrifft ein Verfahren zum flächenhaften Erfassen von Höhenwerten
eines Oberflächenprofils
von Messobjekten mittels Weißlichtinterferometrie.
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Um
Höhenstrukturen
auch an gestuften Objekten flächenhaft
mit hoher Genauigkeit optisch zu messen, eignet sich vor allem die
vertikal scannende Weißlichtinterferometrie
(WLI), wie das in der Patentschrift
DE 10 2004 022 341 in umfassender
Form beschreibend dargestellt wurde.
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Danach
stellen das Michelson-, Linnik- und das Mirau-Interferometer übliche interferometrische Anordnungen
dar. In der WLI wird eine Weißlichtquelle,
typischerweise eine Halogenlampe, zur Beleuchtung eingesetzt. Während der
Messung wird die optische Weglängendifferenz
zwischen dem Mess- und dem Referenzstrahlengang kontinuierlich vergrößert oder
verringert, während
im Abstand von weniger als 100 nm Interferenzbilder des Objektes
schrittweise im allgemeinen mit einem flächig auflösenden Pixelsensor (z. B. CCD-
oder CMOS-Array) aufgezeichnet werden. Die optische Weglängenänderung
kann entweder durch eine Bewegung des Messobjektes in Richtung des
Interferometers, eine Bewegung des Interferometers in Richtung auf
das Objekt oder durch eine Bewegung eines Referenzspiegels entlang
der optischen Achse im Referenzstrahlengang erzeugt werden. Dieser
Vorgang wird als „vertikales Scannen” bezeichnet.
Der von der optischen Weglängendifferenz
abhängige
Intensitätsverlauf
für jedes
Kamerapixel, das so genannte Korrelogramm, wird zur weiteren Signalauswertung
zugeführt.
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Bei
der WLI-Signalauswertung wird zwischen der Kohärenzpeak-Auswertung, die eine
vergleichsweise grobe Abschätzung
der Höhenlage
eines Messpunktes mit Abweichungen von teilweise über 100
nm liefert und der Phasenauswertung unterschieden, die sehr geringe
Messunsicherheiten im Nanometer- oder
Subnanometerbereich erlaubt. Der Höhenmessbereich wird dabei lediglich
durch den Verfahrweg und den Längenmessbereich
des verwendeten hochauflösenden
Wegmesssystems eingeschränkt,
innerhalb dessen eine geregelte Positionierung entlang der Höhenachse
erfolgt.
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Laterale
Geometriemerkmale von Messobjekten lassen sich über die digitale Auswertung
von Pixelbildern bestimmen. Bei mikroskopischen Objekten wer den
folglich Messmikroskope mit geeigneten Kameras ausgerüstet, um
solche Pixelbilder aufzuzeichnen und anschließend digital auszuwerten. Ein Vorteil
dieses Verfahrens besteht in der hohen Messgeschwindigkeit, relativ
zum „vertikalen
Scannen”, die
es gestattet, bei entsprechender Synchronisation zwischen dem Bildeinzug
und der Anregung des Messobjektes auch Untersuchungen des dynamischen
Verhaltens entsprechender Messobjekte vorzunehmen. Sämtliche
Verfahren sind hinsichtlich der erreichbaren lateralen Auflösung jedoch
den durch die beugungsbegrenzte Abbildung gegebenen Einschränkungen
unterworfen. Dies führt
bei Verwendung von sichtbarem Licht zu minimalen lateralen Auflösungen von
ca. 0,5 μm.
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Soll
die auf digitalisierten lichtmikroskopischen Aufnahmen basierende
Auswertung lateraler Strukturen mit einer der oben genannten Interferometer-Anordnungen durchgeführt werden,
wirken sich die in der Interferenzmikroskopie zwangsläufig auftretenden
Interferenzeffekte aufgrund der dadurch bedingten zusätzlichen
Bildkontraste störend
aus. Bei gegenwärtig
bekannten Systemen ist mindestens der Austausch des Objektivs erforderlich,
um weißlichtinterferometrische
und laterale bildverarbeitungsbasierte Messungen vornehmen zu können. Hierbei
geht jedoch der genaue Bezug zwischen der mittels WLI bestimmten
Höhenlage
und einem mit begrenzter Schärfentiefe
aufgenommenen lichtmikroskopischen Bild verloren. Ein weiterer Nachteil
sind die Kosten für
das zusätzliche
Objektiv und ggf. dem Objektivrevolver, der für eine automatisierte Umschaltung
zwischen den beiden Messmodi erforderlich ist.
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Nach
derzeitigem Stand eingesetzte Weißlichtinterferometer in Form
eines Michelson-, Mirau- oder Linnik-Interferometers lassen zudem
aufgrund der Beleuchtungsverhältnisse
und der eingesetzten Objektive nur einen sehr geringen Arbeitsabstand
im Bereich weniger Millimeter (< 5
mm) zu. Größere Arbeitsabstände im Bereich
bis 15 mm sind nur durch spezielle Objektive möglich.
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Diese
sind sehr kostenaufwendig. Der geringe Arbeitsabstand erlaubt es
zudem, nur Proben zu vermessen, deren Höhenprofil einen kleineren Bereich
aufweist als der Arbeitsabstand. Ebenfalls ist geometrisch bedingt
die Verkip pung der Probe gegenüber
dem Objektiv eingeschränkt.
Bohrungen, Hinterschneidungen oder anderweitige kompliziertere Oberflächenstrukturen
können
daher nur eingeschränkt
vermessen werden.
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Zum
Erfassen von Oberflächenprofilen
mit Hilfe der Weisslichtinterferometrie sind durch Stand der Technik
bereits Lösungsvorschläge bekannt.
So wird durch das US-Patent
US000007034271 B1 die Vermessung von mikroelektromechanischen
Elementen mittels Long-Working-Distance (LWD) Mikroskopobjektiven
im Linnikaufbau beschrieben, wobei das Objektiv des Referenzstrahlengangs
durch ein variabel einstellbares optisches System ersetzt wird. Der
Gegenstand der Erfindung ist hierbei der Verzicht des Referenzobjektives,
was die sehr aufwendige Suche und Vermessung zweier optisch identischer LWD-Objektive
vermeidet. Hierbei wird die Schwierigkeit dargestellt, das zum Finden
zweier optisch identischer LWD-Objektive eine breit angelegte Suche
und Klassifizierung durch eine große Menge von bauähnlichen
bzw. baugleichen LWD-Objektiven notwendig ist und dass hierfür sehr umfangreiche
und aufwendige optische Vermessungen erforderlich sind. Dieser Darstellung
zu Folge ist ein hoher Kontrast in den Interferenzbildern des Messsystems
nur unter Verwendung von absolut optisch identischen LWD-Objektiven möglich. Da
die variable einstellbare Referenzoptik im Linnik-Interferometer-Aufbau
betrieben wird, und diese exakt das optische Verhalten des LWD-Objektives
im Objektstrahlengang nachbilden muss, ist der Einstell- und Justageaufwand
unverhältnismäßig hoch.
Wird der Abbildungsmaßstab des
LWD-Objektives im Objektivstrahlengang geändert durch Wechseln des LWD-Objektives
(5×, 10×, 20×, 50×, 100×, 150× etc.),
so erzwingt dies die Neujustage der Elemente innerhalb des variablen
optischen Systems, was eine Verschiebung der Scharfebene des Interferenzbildes
zur Folge hat. Diese Wechselwirkung macht zusätzlich eine Neuausrichtung
der beteiligten optischen Elemente zueinander entlang der optischen
Achse erforderlich. Das heisst, Referenzspiegel, Referenzoptik,
Strahlteiler, Objektivstrahlengangsoptik und Probe mussen neu zueinander
positioniert werden.
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Darin
zeigt sich, dass gegenüber
einem klassischen Linnik-Aufbau ein unverhältnismäßig höherer Einstellaufwand notwendig
ist, insbesondere wenn Lichtquellen mit einem breitbandigen Spektrum zum
Einsatz kommen, die eine sehr kurze Kohärenzlänge zur Folge haben.
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Die
Verwendung einer Kohärenzlänge von beispielsweise
etwa 1,6 Mikrometern erfordert hierbei anspruchsvollere Einstellgenauigkeiten
im Submikrometerbereich, was erheblich geringere Fertigungstoleranzen
im Präzisions-Messaufbau erfordert und
damit nicht mehr wirtschaftlich erscheinen lässt.
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Durch
das US-Patent
US20040257582A1 ist ein
zweistrahliges Interferometer zur topografischen Vermessung von
sehr glatten Oberflächen
bekannt. Bei dem hier beschriebenen Messystem findet kein Linnik-Aufbau,
sondern die Kombination zweier Interferometer als Michelson-Aufbau
zur Anwendung. Dieser Aufbau realisiert eine jedoch eine andere Messfunktion,
d. h. gegenüber
einem klassischen Linnik-Aufbau verkörpert das Messsignal die Höhendifferenz
von örtlich
benachbarten Oberflächenpunkten
bzw. Oberflächenbereichen.
Damit können
Steigungen, d. h. die Höhendifferenz
bezogen auf den Abstand zweier Punkte, einer Probe als direktes Messsignal
erfasst werden. Die Besonderheit dieser Messanordnung ist die Verwendung
von zwei Long-Working-Distance-Objektiven,
damit durch den längeren
Arbeitsabstand der Objektive das Platzieren einens Strahlteilers
zwischen Objektiv und Probe möglich
wird und somit die Kombination von lateral verschobenen Oberflächenpunkten
möglich
ist. Durch das Vorsetzen des Strahlteilers vor die Objektive reduziert
sich der Arbeitsabstand mindestens um die Baugröße des Strahlteilerwürfels. Damit
verkürzt sich
beispielsweise beim Vorsetzen eines Strahlteilerwürfels von
15 mm oder 20 mm Kantenlänge
der bisherige Arbeitsabstand der LWD-Objektive von 24 mm auf 9 mm
oder 4 mm.
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Die
Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, eine zur Vermessung
von Oberflächenstrukturen
geeignete Einrichtung zum flächenhaften Erfassen
von Höhenwerten
eines Oberflächenprofils mittels
WLI anzugeben, mit welcher größere Arbeitsabstände, größer als
20 mm, erreicht werden können.
Es gehört
ferner zur Aufgabenstellung der Erfindung, unter Anwendung des Linnik-Interferometer-Prinzips
zwei identische Long-Working-Distance-Objektive (LWD) oder aber
Super-Long-Working-Distance-Objektive (SLWD), davon eines in den Messstrahlengang
und ein zweites in den Referenzstrahlengang einzusetzen. Die Bezeichnung
Super-Long-Working-Distance-Objektive kennzeichnet spezielle Mikroskopobjektive,
die gegenüber
herkömmlichen
Long-Working-Distance-Objektiven ähnlicher
Vergrößerung einen
deutlich erhöhten Arbeitsabstand
aufweisen, der etwa um Faktor 1,5 höher ist. Die technischen Kennwerte
bezüglich
Arbeitsabstand und Vergrößerung sind
abhängig
vom Hersteller und Typ der verwendeten Objektive. Diese Kenndaten
wurden durch die Objektivhersteller veröffentlicht und kennzeichnen
den aktuellen Stand der Technik.
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Diese
Aufgabe wird erfindungsgemäß mit den
in den Patentansprüchen
charakterisierten technischen Merkmalen der Verfahrensdurchführung und unter
Anwendung der zugehörigen
Einrichtung gelöst.
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Diese
dort bezeichneten Lösungsmittel
erlauben es, durch die Anwendung zweier herkömmlich bekannter LWD- oder
SLWD-Objektive, ein kompaktes Messmodul zu schaffen, wobei nur ein
Objektiv auf das Messobjekt gerichtet ist und mit einem Arbeitsabstand
(Abstand zwischen Objektiv und Objekt) von vorzugsweise zwischen
20 und 50 mm zu betreiben. Somit wird die Erfassung komplexer Oberflächenstrukturen
wie tiefe Senken und Bohrungen oder auch abrupter Anstiege des Höhenprofils
im genannten Bereich möglich.
Ebenfalls gestattet der Arbeitsabstand, beispielsweise bei Anwendung
eines LWD-Objektiv-Paars bei 10-facher Vergrößerung mit dem Arbeitsabstand
von etwa 36 mm, eine Verkippung der Probe in dieser Größenordnung,
so dass auch Hinterschneidungen und ähnliche komplexe Strukturen
vermessen werden können.
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Insgesamt
sind alle Systeme der Einrichtung stabil und schwingungssicher aufgebaut.
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Der
Abstand von Objektiv zum Objekt wird mittels weggeregeltem Feinpositioniersystem
entweder durch vertikales Verschieben des Messkopfes oder durch
vertikales Verschieben der Probe verändert. In einem ausgewählten Bereich
wird das Höhenprofil
der Probe in Z-Richtung abgefahren.
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Mittels
manueller oder motorisch gesteuerter Blende im Referenzstrahlengang
kann zwischen den Betriebsarten „interferometrische Messung” und „laterale
Bildaufnahme” umgeschaltet
werden. Durch den geringen Tiefenschärfebereich von beispielsweise
1,6 μm der
verwendeten Objektive kann im lateralen Bildaufnahmemodus ebenfalls
eine schichtweise Aufzeichnung des Höhenprofils der Probe erfolgen. Diese
Betriebsart „lateraler
Bildaufnahmemodus” wird
auch als 3D-Messverfahren mittels Fokusvariation bezeichnet.
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Das
Objekt wird mittels Hellfeldbeleuchtung ausgeleuchtet, wobei als
Lichtquelle eine LED Beleuchtung mit breitbandigem weißen Licht
zum Einsatz kommt, die durch den Strahlenteiler im Objektstrahlengang
eingespiegelt wird. Hierbei kommt eine Weißlicht-LED zur Anwendung, deren
Spektrum (Bandbreite) > 150
nm sich oberhalb einer Wellenlänge
von < 500 nm erstreckt.
Für bestimmte
Anwendungen kann auch parallel eine Halogenlampe oder grüne, rote
bzw. blaue LED Beleuchtung zum Einsatz kommen, die über einen
vorgeschalteten Beleuchtungsstrahlteiler eingespiegelt werden und
ebenfalls einzeln anwählbar
sind, ohne mechanische oder motorische Betätigung. Durch den Vorsatz eines
Filters im Beleuchtungsstrahlengang kann das Spektrum an die Anforderungen
der Messaufgabe angepasst werden.
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Die
erfindungsgemäße Einrichtung
lässt sich als
kompaktes Sensormodul ausführen
und ermöglicht
bei vergleichsweise geringen Gerätekosten
eine Vielzahl von Anwendungen, speziell aus dem Bereich Mikrosystemtechnik.
Sie trägt
damit den ständig
wachsenden Ansprüchen
an die Messgenauigkeit, die Messgeschwindigkeit und die prozessnahe, flexible
Einsetzbarkeit Rechnung. Der Einsatz von standardisierten LWD- oder
SLWD-Mikroskopobjektiven und die Anwendung von LED Beleuchtungen bringen
gegenüber
den in der WLI üblichen
thermischen Strahlern deutliche Vorteile hinsichtlich Gestaltungsfreiheit,
Kompaktheit, Lebensdauer und Reduzierung thermischer Störeffekte.
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Die
Bildaufnahmen können
ohne Umbau des Systems sowohl im Farb- als auch im schwarz-weißen Modus
durchgeführt
werden.
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Farbaufnahmen
in den Kanälen
Rot, Grün, Blau
haben den Vorteil, dass die Interferenzen und somit die Kontraste
im jeweiligen Farbkanal einzeln aufgenommen werden können. Da
die Interferenzen bei der WLI, bedingt durch die eingesetzten LWD- oder
SLWD-Objektive, bezogen auf die einzelnen Farbanteile rot, grün und blau
bei konstanter Phasenlage untereinander phasenverschoben gegenüber der
optischen Weglänge
auftreten, kann durch die getrennte Bildaufnahme und -auswertung
der einzelnen Farbkanäle
eine Kontraststörung
infolge der Überlagerung
dieser phasenverschobenen Interferenzeffekte vermieden werden. Damit
ist die Zuordnung von optischer Weglänge zu den Interferenzstreifen
des jeweiligen Farbkanals (R, G, B) zu dessen Intensitätsänderung
eindeutig möglich
und erlaubt eine wesentlich genauere Positionsbestimmung der Höhenpunkte
des Objektes.
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Die
Koppelung der Messvorrichtung mit mechanischen Positioniereinheiten
für die
x, y, z-Achse, die mit geeigneten Inkrementalmesssystemen bzw. Positionsmessystemen
ausgestattet sein können,
erlaubt es, Messungen unterschiedlicher Objektbereiche zueinander
in Beziehung zu setzen. Der Begriff Positionsmesssysteme bzw. Inkrementalmesssysteme
beschreibt eine Einheit von Wegmesssystemen, die in der Lage sind,
die Ortsänderung
des Messobjektes eindeutig im Bezug auf die Lage des Messkopfes
entlang der verwendeten Translations- bzw. Rotationsachsen hochgenau
zu erfassen mit einer Messunsicherheit von kleiner, gleich 1 nm
bzw. kleiner, gleich 3,6·10–9 grd
und diese Messdaten einer übergeordneten
Einheit über
elektrische Schnittstellen bereitzustellen. Je nach Messaufgabe
können
auch rotatorische Positionierachsen zweckmäßig sein.
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Das
beispielsweise unter Verwendung einer blauen LED als Lichtquelle
aufgenommene lichtmikroskopische Bild dient der lateralen Erfassung
von Geometrieaufnahmen mit hoher Auflösung. Allein aufgrund der geringen
Wellenlänge
des blauen Lichtes lassen sich laterale Auflösungen < 0,5 μm erreichen. Mit Hilfe einer
externen Lichtquelle (Dunkelfeld) auf Basis blauer LEDs, z. B. eine
segmentweise ansteuerbare Ringlicht-Beleuchtung, kann im lateralen
Bildaufnahmemodus auch auf geneigten spiegelnden Flanken, zum Beispiel
in Bohrungen, gemessen werden, ohne das Messobjekt aufwendig kippen
zu müssen.
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Die
interferometrische Anordnung lässt
sich erfindungsgemäß auch im
Phasenschiebemodus betreiben. In diesem Fall wird entweder eine
näherungsweise
monochromatische Lichtquelle für
die interferometrische Messung verwendet oder entsprechend der Messaufgabe
wird durch freie Anwahl verschiedener Beleuchtungen unterschiedlicher
Bandbreiten nacheinander kombiniert und damit unterschiedliche Kohärenzlängen in
den Interferogrammen erreicht.
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Beim
erfindungsgemäßen Verfahren
werden die Einzelsysteme der Messvorrichtung so aufeinander abgestimmt
betrieben, dass die jeweilige Messaufgabe in optimaler Weise gelöst wird.
Dabei werden laterale Strukturgrößen mittels
Bildverarbeitung analysiert, Höhenstrukturen
mittels Weißlichtinterferometrie
erfasst und weitere Merkmale, z. B. Mikrostrukturen auf senkrechten
Flanken (Rauheit) erfasst. Sämtliche
Messdaten liegen im selben Bezugssystem vor und können miteinander
verglichen werden.
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Die
Auswertung der Interferogramme ist bei der erfindungsgemäßen Einrichtung
unter Anwendung eines darauf abgestimmten Messverfahrens sowohl
einzeln in jeweils einem Farbkanal (Rot, Grün, Blau) als auch in einer
Kombination dieser Farbkanäle
bzw. aller Farbkanäle
möglich.
Dadurch erlaubt das Auswerteverfahren einen geschwindigkeitsoptimierten
und andererseits einen genauigkeitsoptimierten Betrieb, wodurch
die vertikale Auflösung
bis auf einige Nanometer bzw. Subnanometer möglich ist (kleiner 10 nm bis
ca. 0.1 nm).
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Ausführungsbeispiel:
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Die
Erfindung soll nachstehend an einem Ausführungsbeispiel näher dargestellt
und erläutert werden.
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Die
zugehörige
Zeichnung stellt
- • die Aufbauten des Messkopfes
als Linnik-Weißlichtinterferometer
mit umschaltbarer LED-Beleuchtung und Z-Achse dar.
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Die
Lichtquellen entweder (11) oder (12), wobei eine
Halogenlampe bzw. weiße,
blaue, grüne oder
rote LEDs zum Einsatz kommen können,
werden über
einen Strahlenteiler (10) mit nachgeschaltetem Kondensor
(9), der als herkömmliches
Mikroskopobjektiv ausgeführt
sein kann, durch eine einstellbare Aperturblende (8) auf
dem Kondensor (7) abgebildet, wobei im Ergebnis ein nahezu
parallel verlaufender Beleuchtungsstrahlengang entsteht.
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Zusätzlich kann
durch ein Filter (13) das Spektrum der Lichtquelle variiert
werden. Durch die Aperturblende (8) wird Licht anderer
Schwingungsrichtung- und
Ebenen eingeschränkt.
Im Strahlenteiler (5) wird die nahezu parallel ein tretende
Beleuchtungsstrahlung zum einen auf das LWD- oder SLWD-Objektiv (3)
des Objektstrahlengangs projiziert, womit das Objekt (1)
im Hellfeld beleuchtet wird, und zum anderen wird die nahezu parallel
verlaufende Beleuchtungsstrahlung auf das LWD- oder SLWD-Objektiv
(4) des Referenzstrahlengangs projiziert. Durch den Vorderflächenplanspiegel
(2) wird das kohärente
Licht des Referenzstrahlengangs zurück reflektiert und über das
LWD- oder SLWD-Objektiv (4) auf den Strahlenteiler (5)
abgebildet. Durch das LWD- oder SLWD-Objektiv (3) des Objektstrahlengangs
wird die Abbildung des Objektes (1) auf den Strahlenteiler
(5) projiziert und mit dem kohärenten Licht des Referenzstrahlengangs überlagert.
Liegen die Höhenpunkte
des Objektes (1) auf der Ebene gleicher optischer Weglänge gegenüber dem
Referenzstrahlengang, so führt
die Überlagerung
im Strahlenteiler (5) von Referenzstrahlungsabbildung und
Objektabbildung zu Interferogrammen, die auf den Kamerasensor (14)
projiziert werden. Durch einen Filter (15), der entweder
manuell wechselbar oder aber mit elektrisch gesteuertem veränderlichen Transmissionsgrad
ausgeführt
ist, im Referenzstrahlengang kann sowohl die Beleuchtungsintensität als auch
das Spektrum des Lichts vom Referenzstrahlengang den optischen Eigenschaften
der Probe wie beispielsweise Reflexionsgrad oder Farbe angepasst werden.
Das von Kamerasensor (14) aufgenommene und digitalisierte
lichtmikroskopische Bild wird an einen Auswerterechner (16)
zur Zwischenpufferung weitergeleitet. Als Kamerasensor (14)
kommt beispielsweise eine 3-Chip Pixelkamera mit einer Bildgröße von 739×572 Pixeln
zum Einsatz, wobei jeder Farbkanal (rot, grün, blau) mittels Vorfilter
und eigenständigem
Chip aufgenommen werden.
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Der
Auswerterechner (16) besitzt eine Schnittstelle zum Einlesen
der digitalisierten farbigen Aufnahmen und eine weitere Schnittstelle
zum Ansteuern der weggeführten
Regelung (17) für
die z-Achse (18).
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Die
interferometrische Messung erfolgt dadurch, dass bei eingeschalteter
Weißlicht-LED
der Messkopf (2–13)
bezogen auf den Abstand zur Probe (1) entlang der optischen
Achse mittels Feinpositioniereinheit (z-Achse 18) verschoben
wird und für
verschiedene Höhenpositionen
des Objektes Interferenzbilder aufgenommen werden. Dabei ist jedem
Interferenzbild eine eineindeutige absolute vertikale Position zugeordnet.
Durch die geringe Tiefenschär fe (beispielsweise
1,6 μm bei
20×LWD-Objektiv)
wird nur dieser Bereich der Probe an der aktuellen vertikalen Position
scharf abgebildet. Das hat den Vorteil, dass anderweitige oberflächenbedingte
Reflexionen oder sonstige Bildstörungen
außerhalb
des Tiefenschärfebereichs
unterdrückt
werden. Dieser Bildaufnahmevorgang wird beginnend von einer vertikalen Startposition
in einer Schleife von n-Iterationen bis zu einer vertikalen Endposition
durchgeführt.
Somit ist die vertikale Schrittweite (deltaZ) und Anzahl der Messungen
beliebig skalierbar, je nachdem ob geschwindigkeitsoptimiert oder
genauigkeitsoptimiert gemessen werden soll (1 nm =< deltaZ <= 1000 nm Unterabtastung
der Interferogramme beachten!). Die anderen Lichtquellen sind bei
der interferometrischen Messung nicht eingeschaltet.
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Das
Verschieben des gesamten Messkopfes erlaubt einen wesentlich schnelleren
Messablauf, da die weggeregelte z-Achse auf die Dynamik des Messkopfes
optimiert eingestellt ist. Somit können unterschiedlich große und unterschiedlich
schwere Proben problemlos erfasst werden. Die Dynamik der Wegregelung
des Messkopfes ist exakt abgestimmt, d. h. die Performance der Z-Verstellung
ist bezogen auf die Geschwindigkeit und Positioniergenauigkeit optimiert.
Die kleinste Auflösung
in Z-Richtung beträgt
2 nm, da zur Ansteuerung der z-Achse ein 16 bit D/A-Wandler zum
Einsatz kommt.
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Da
der Messkopf eine gleich bleibende Masse hat, ist somit immer eine
genaue und performante Bildaufnahme der Z-Serie unabhängig von
der Masse und Größe der Probe
möglich.
Der Gesamtstellbereich der verwendeten z-Achse Messkopfes beträgt 109 μm. D. h.
bei Verwendung eines Feinpositioniersystems über einen größeren Stellbereich
ist die Aufnahme von Proben mit entsprechend größerer Streuung (Bereich) des
Höhenprofils
möglich.
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Weiterhin
kann im lateralen Bildaufnahmemodus beispielsweise bei eingeschalteter
blauen oder grünen
LED die Messung erfolgen, wobei die Interferenzen nicht auftreten
wegen der Phasenverschiebung des Kontrastmaximums der Interferogramme,
die nun außerhalb
des Tiefenschärfebereiches
liegen würden.
Ein mechanischer Umbau bzw. eine motorisch angesteuerte Änderung
der Messanordnung ist hierbei nicht notwendig.
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Sowohl
im lateralen wie auch im interferometrischen Bildaufnahmemodus ist
eine schnelle Vermessung der Probe möglich, da die Höhenstruktur anhand einer
zwischengespeicherten Reihe (z-Serie) von Bildaufnahmen direkt ausgewertet
wird. Gegenüber
taktilen Verfahren entfällt
ein aufwendiges laterales Positionieren bezüglich der einzelnen Höhenpunkte
des Oberflächenprofils.
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Durch
die Verwendung von Objektiven kleineren, beispielsweise 1× bis 5×, oder
größeren beispielsweise
20× bis
150×,
Abbildungsmaßstabes kann
die laterale Auflösung
skaliert werden. Aufgrund der geänderten
Apertur dieser Objektive kann das Messsystem entsprechend der Messaufgabe
an eine stärkere
Flankenneigung der Oberflächenstrukturen
angepasst werden.
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Durch
Kombination dieses Messsystems mit einer motorischen lateralen Verfahreinheit
(x-y-Achsen) lassen sich auch größere Proben
durch Zusammensetzen der einzelnen örtlichen Messungen mit überlappenden
Bereichen im Raum vermessen.
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Der
Einsatz von LED-Beleuchtungen gestattet einen sehr kompakten, kostengünstigen
Aufbau der Messeinrichtung. Weiterhin zeichnen sich die LED-Dioden durch Langlebigkeit
und niedrigen Stromverbrauch aus. Eine automatisierte Ansteuerung
der Beleuchtungsintensität
durch den Steuerungsrechner ist einfach realisierbar und somit können die
Messverfahren individuell auf das Reflexionsverhalten der Probe
mit automatischen Einstellroutinen vorgenommen werden. Im interferometrischen
Messmodus werden im Hellfeld selbst Proben aufgenommen mit einem
Reflexionsgrad von etwa 0,05. Die Messung an solchen Proben im Hellfeld, wie
beispielsweise an PKD-Werkstoffen, wird aufgrund der Lichtverstärkung im
Interferenzbild möglich.
Auch raue, reflektierende Proben mit steilen Flanken (Flankenwinkel > 37°) können aufgrund der Streuung
und dieser Überlagerung
dieser zurückreflektierten
Strahlung im Interferenzbild vermessen werden.