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Die
vorliegende Erfindung betrifft eine Bodenbedeckung, umfassend ein
erstes textiles Flächenelement
und eine mit dem ersten textilen Flächenelement flächig und
zumindest teilweise verbundene erste Schicht, wobei die erste Schicht
viskoelastischen Polymerschaum umfasst. Solche Bodenbedeckungen
können
beispielsweise Teppichböden
sein. Die vorliegende Erfindung betrifft weiterhin ein Verfahren
zur Herstellung einer Bodenbedeckung.
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Teppichböden können in
einer Reihe von Einsatzgebieten Verwendung finden. So können sie beispielsweise
in privaten Wohnräumen
oder gewerblichen Immobilien verlegt werden, um neben dekorativen
Aufgaben auch Wärmedämmung und Schallschutz
zu übernehmen.
Eine Möglichkeit,
um Teppichböden
herzustellen, ist in einen Teppichrücken Fasern zu verankern und
den Teppichrücken anschließend auf
der Rückseite
mit einem Schaum zu hinterschäumen.
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Die
mechanischen Eigenschaften von halbharten bis weichelastischen Schaumstoffen
aus Polyethylen, Polyvinylchlorid, Melaminharz und Polyurethan werden
im "Kunststoff-Taschenbuch", Hansjürgen Saechtling,
25. Ausgabe, Carl Hanser Verlag, München, auf Seite 521 tabellarisch
wiedergegeben.
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DE 38 06 476 A1 offenbart
kalthärtende
Polyurethan-Weichformschaumstoffe mit hervorragenden Dämpfungseigenschaften,
die durch Umsetzung von Polyisocyanaten mit a) mindestens einem
mindestens zwei OH-Gruppen aufweisenden Polyether einer OH-Zahl
von 20 bis 60 auf Basis von 75 bis 95 Gew.-% Propylenoxid und 5
bis 25 Gew.-% Ethylenoxid und b) einem mindestens zwei OH-Gruppen
aufweisenden Polyether oder Polyester einer OH-Zahl von 150 bis
400 und c) einem mindestens zwei OH-Gruppen aufweisenden Polyether
einer OH-Zahl von 20 bis 200 auf Basis von Propylenoxid und Ethylenoxid
mit einem Ethylenoxidgehalt von über
50 Gew.-%, bezogen auf Propylenoxid und Ethylenoxid, in Gegenwart
von Wasser und gegebenenfalls organischen Treibmitteln, Katalysatoren
und Schaumstabilisatoren und gegebenenfalls weiteren Hilfs- und Zusatzmitteln
hergestellt werden.
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DE 696 04 177 T2 offenbart
einen Polyurethanschaum und ein Verfahren zur Herstellung eines Polyurethanhartschaums
mit einem Kugelrückprall unter
40% bei einer freiaufgeschäumten
Kerndichte von 3 bis 27 kg/m
3 (wobei der
Kugelrückprall
gemäß ISO 8307
mit der Maßgabe
gemessen wurde, dass keine Vorbiegsamkeitsbehandlung erfolgt, dass
nur ein Rückprallwert
pro Probe gemessen wird und dass Teststücke bei 23°C ± 2°C bei 50 ± 5% relativer Feuchtigkeit
konditioniert werden) durch Reaktion eines Polyisocyanats (1), einer
Isocyanat-reaktiven Verbindung (2) mit einem durchschnittlichen Äquivalentgewicht
von höchstens
374 und einer durchschnittlichen Zahl an Isocyanat-reaktiven Wasserstoffatomen
von 2 bis 6, einer Isocyanat-reaktiven Verbindung
(3) mit einem durchschnittlichen Äquivalentgewicht von mehr als
374 und einer durchschnittlichen Zahl an Isocyanat-reaktiven Wasserstoffatomen
von 2 bis 6 und Wasser, wobei die Menge an Verbindung (2), Verbindung
(3) und Wasser (pro 100 Gewichtsteile Polyisocyanat, Verbindung
(2), Verbindung (3) und Wasser) im Bereich von 2 bis 20 Gewichtsteilen,
5 bis 35 Gewichtsteilen beziehungsweise 1 bis 17 Gewichtsteilen
liegt, mit der Maßgabe, dass
Verbindung (3) nicht aus Polyoxyalkylenpolyol mit einer Funktionalität von 2
bis 3,5, einem Hydroxylwert von 28 bis 90 mg KOH/g und einem Gehalt
an Polyoxyethyleneinheiten von nicht mehr als 5 Gewichtsprozent
besteht.
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Grundsätzlich ist
es bekannt, Teppichrücken mit
viskoelastischem Schaum zu hinterschäumen. So offenbart
DE 33 13 624 A1 beispielsweise
einen Polyurethanweichschaumstoff für Schallschutzzwecke, ein Verfahren
zu dessen Herstellung und dessen Verwendung. Der beschriebene Polyurethanweichschaumstoff
für Schallschutzzwecke
weist bei einer Dichte von weniger als 90 kg/m
3 und
einem E-Modul von weniger als 106 N/m
2 einen
Verlustfaktor von mindestens 0,3 und im Temperaturbereich von –20°C bis +80°C viskoelastische
Eigenschaften auf.
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Der
Schaumstoff wird erhalten, indem man ein Isocyanat mit einem Polyol
umsetzt, in welchem mindestens eine Komponente eine OH-Zahl von
180 bis 400 aufweist. Der Schaumstoff eignet sich besonders zur
Luftschallabsorption und -dämmung
sowie zur Körperschalldämmung. Gemäß dieser
Offenbarung kann der Polyurethanweichschaumstoff als Stirnwand-
oder Bodenteppichhinterschäumung
in Kraftfahrzeugen eingesetzt werden. In einem Ausführungsbeispiel
wurde ein zwecks Erlangung einer ausreichenden Schaumdichtigkeit
speziell ausgerüsteter
Teppich, gegebenenfalls mit Schallisolationsfolien, in die Schäumform eingelegt.
Nach Aufbringen eines der üblichen
Formtrennmittel wurde bei geschlossenem Formdeckel das reaktionsfähige Gemisch
in gerade ausreichender Menge in die Form eingegossen. 2,5 bis 3
Minuten nach dem Einschuss konnte entformt werden.
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DE 39 42 330 A1 offenbart
ein Verfahren zur Herstellung von flexiblen Polyurethan-Weichschaumstoffen
mit viskoelastischen, körperschalldämpfenden
Eigenschaften in einem Temperaturbereich von –20°C bis +80°C durch Umsetzung von a) einer
Polyoxyalkylen-Polyol-Mischung,
die enthält
ai) spezielle Blockpolyoxypropylen-Polyoxyethylen-Polyolgemische
mit einer Hydroxyzahl von 14 bis 65 und einem Gehalt an endständig gebundenen Ethylenoxideinheiten
von 2 bis 9 Gew.-%, die ihrerseits erhalten werden unter Verwendung
einer Startermolekülmischung
mit einer durchschnittlichen Funktionalität von 2,3 bis 2,8, bestehend
aus Wasser und Glycerin oder Trimethylolpropan oder aus Wasser und
Glycerin und Trimethylolpropan und aii) mindestens ein di- oder
trifunktionelles Polyoxypropylenpolyoxyethylen-Polyol mit einem
Gehalt an Oxyethyleneinheiten von 60 bis 85 Gew.-% bezogen auf das
Gesamtgewicht an polymerisierbaren Alkylenoxideinheiten, und einer
Hydroxylzahl von 20 bis 80; b) gegebenenfalls niedermolekularen
Kettenverlängerungsmitteln
mit c) organischen und/oder modifizierten organischen Polyisocyanaten
in Gegenwart von d) Katalysatoren, e) Treibmitteln, f) Hilfsmitteln
und/oder Zusatzstoffen sowie die hierfür verwendbaren Polyoxyalkylen-Polyol-Mischungen
(a).
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Die
nach diesem Verfahren hergestellten flexiblen PU-Weichschaumstoffe
und PU-Formweichschaumstoffe
finden Verwendung im Haushaltssektor, zum Beispiel für die Teppichhinterschäumung zur Trittschalldämmung, als
Verkleidungselemente und in der Automobilindustrie als körperschalldämmende Materialien,
zum Beispiel zur Abkapselung des Motorraumes oder zur Verminderung
der Fahrzeuginnengeräusche
durch mit diesen Schaumstoffen hinterschäumten Deckschichten.
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Teppichrücken der
im Automobilsektor zur Schalldämmung
eingesetzten Teppiche werden in der Regel steif ausgelegt, da ein
Durchtreten durch oder Einsinken in den Teppich hier nicht gewünscht ist.
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Bei
der tatsächlichen
Verwendung von Teppichen mit spürbaren
und somit komfortbringenden Dämpfungseigenschaften,
welche einen mit viskoelastischem Schaum hinterschäumten Teppichrücken aufweisen,
sind einige Punkte zu beachten. Wenn diese Teppiche als Bodenbeläge genutzt
werden sollen, über
die Personen auch darüberlaufen
und nicht nur wie in Automobilen ihre Füße abstellen, muss der Teppich
für die
Aufnahme der Druck- und Scherbelastungen geeignet sein. Insbesondere
darf sich der Verbund aus Teppichrücken, Teppichfasern und Hinterschäumung nicht
lösen.
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Schließlich lässt sich
beobachten, dass das Laufen über
eine reine und zum Erreichen eines Dämpfungseffekts ausreichend
dicken Schicht viskoelastischen Schaums wenig komfortabel ist. Dieses kann
auf die Unsicherheit zurückgeführt werden,
die sich einstellt, wenn der Fuss beim Aufsetzen in den Schaum einsinkt.
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Aus
dem Vorangegangenen wird deutlich, dass weiterhin der Bedarf an
einem viskoelastisch gedämpften
Teppich besteht, der beim Darüberlaufen
einen hohen Komfort aufweist, aber gleichzeitig den Belastungen
des Gebrauchs gewachsen ist.
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Die
vorliegende Erfindung hat sich die Aufgabe gestellt, mindestens
einen der angesprochenen Nachteile im Stand der Technik zu überwinden.
Insbesondere hat sie sich die Aufgabe gestellt, einen solchen Teppich
bereitzustellen.
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Erfindungsgemäß wird die
Aufgabe gelöst durch
eine Bodenbedeckung, umfassend ein erstes textiles Flächenelement
und eine mit dem ersten textilen Flächenelement flächig und
zumindest teilweise stoffschlüssig
verbundene erste Schicht, wobei die erste Schicht viskoelastischen
Polymerschaum umfasst und wobei weiterhin der viskoelastische Polymerschaum
der ersten Schicht ein Polyurethanschaum ist.
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Die
erfindungsgemäße Bodenbedeckung
ist dadurch gekennzeichnet, dass das erste textile Flächenelement
ein Elastizitätsmodul
von ≥ 0,5
N/mm2 bis ≤ 2,5
N/mm2 aufweist, dass in der ersten Schicht der
viskoelastische Polymerschaum eine Stauchhärte bei 40% Kompression von ≥ 1 kPa bis ≤ 10 kPa aufweist
und dass in der ersten Schicht der viskoelastische Polymerschaum
eine Hysterese bei der Bestimmung der Stauchhärte bei 40% Kompression von ≥ 20% bis ≤ 70% aufweist.
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Im
Sinne der vorliegenden Erfindung bedeutet der Begriff der Bodenbedeckung
nicht nur Teppiche, Fußmatten
und dergleichen, sondern ist auch im Sinne von Sitzpolster für Möbel oder
Matratzen zu verstehen.
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Das
erste textile Flächenelement
kann beispielsweise ein Gewebe, ein Gelege, ein Vlies oder gestrickt
sein. Zusätzlich
können
Fasern aus dem ersten textilen Flächenelement herausragen, so
dass eine Anordnung entsprechend einem Teppichrücken vorliegt. Weiterhin kann
auch das Textil in ein Polymer eingebettet sein. Das erste textile
Flächenelement
ist flächig
mit der ersten Schicht verbunden, was bedeutet, dass Hauptflächen der
beiden zueinander gewandt sind. Anders ausgedrückt, es liegen das erste textile
Flächenelement
und die erste Schicht aufeinander.
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Erfindungsgemäß weist
das erste textile Flächenelement
ein Elastizitätsmodul
von ≥ 0,5
N/mm2 bis ≤ 2,5
N/mm2 auf. Das Elastizitätsmodul kann auch in einem
Bereich von ≥ 0,8
N/mm2 bis ≤ 2,0
N/mm2 oder in einem Bereich von ≥ 1,0 N/mm2 bis ≤ 1,5 N/mm2 liegen. Das Elastizitätsmodul wird anhand der Norm
DIN 53504/ISO 37 bestimmt. Es kann vorgesehen sein, dass das erste
textile Flächenelement
wie beispielsweise im Falle eines Gestricks bei der Dehnung einen
elastischen Bereich der Gewebestreckung und bei weiterer Dehnung
einen Bereich der Elastizität
der einzelnen Fäden
des Textils aufweist. In diesem Falle bezeichnet das erfindungsgemäß ausgewählte Elastizitätsmodul
die Elastizität
der Gewebestreckung.
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Die
Verbindung erreicht, dass mechanische Kräfte, insbesondere Scherkräfte, von
dem ersten textilen Flächenelement
auf die erste Schicht übertragen
werden. Die Verbindung kann stoffschlüssig, kraftschlüssig und/oder
formschlüssig
ausgestaltet sein. Beispiele für
geeignete Verbindungen sind Verkleben, Verschweissen, Hinterschäumen des
ersten textilen Flächenelements
mit zum Polymerschaum führenden
Materialien, Klettverschlüsse,
Reissverschlüsse,
Druckknöpfe
und/oder Nähen.
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Die
Verbindung kann vollständig
oder auch teilweise ausgestaltet sein. Eine teilweise Verbindung
kann dadurch erreicht werden, dass nur punktuell oder in einem bestimmten
Muster Verbindungsorte geschaffen werden.
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Die
erste Schicht umfasst viskoelastischen Polymerschaum. Hierunter
ist zunächst
zu verstehen, dass neben dem viskoelastischen Polymerschaum noch
weitere Komponenten wie Füllstoffe, Farbstoffe,
etc. zugegen sein können.
Der Polymerschaum kann eine einheitliche Dichte oder nach Art eines
Integralschaums eine ortsabhängige
Dichte aufweisen. Beispiele für
geeignete Polymerklassen sind Polyurethane.
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Die
viskoelastischen Eigenschaften des Polymerschaums der ersten Schicht
führen
zu einem zeitverzögerten
Energieeintrag in den Schaum. Sie werden zum Einen dadurch charakterisiert,
dass die Stauchhärte
bei 40% Kompression von ≥ 1
kPa bis ≤ 10
kPa beträgt.
Diese Stauchhärte
kann auch im Bereich von ≥ 2
kPa bis ≤ 8
kPa oder von ≥ 2,5
kPa bis ≤ 5
kPa liegen. Weiterhin wird die Viskoelastizität des Polymerschaums durch
eine Hysterese bei der Bestimmung der Stauchhärte bei 40% Kompression von ≥ 20% bis ≤ 70% charakterisiert.
Die Hysterese kann auch in einem Bereich von ≥ 30% bis ≤ 60% oder von ≥ 35% bis ≤ 50% liegen.
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Die
Stauchhärte
oder CLD (Compression Load Deflection) wird nach DIN EN ISO 3386-1-98 gemessen.
Hier wird ein Probenkörper
auf 40% seines ursprünglichen
Volumens komprimiert. Die CLD wird in kPa (Kilopascal) gemessen.
Die Hysterese in Prozent wird ebenfalls nach DIN EN ISO 3386-1-98 bestimmt.
Sie errechnet sich aus dem Quotienten der eingeschlossenen Fläche zwischen
Be- und Entlastungskennlinie und der Fläche unter der Belastungskennlinie
multipliziert mit dem Faktor 100. Die Hysteresezahl ist ein Maß für das Verhältnis von
zugeführter
zu abgeführter
Arbeit. Kleine Hysteresezahlen, beispielsweise um 5%, kennzeichnen
vorwiegend elastisches Verhalten. Große Hysteresezahlen, beispielsweise
um 90%, kennzeichnen vorwiegend viskoses (plastisches) Verhalten.
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Alternativ
kann der viskoelastische Polymerschaum dadurch gekennzeichnet sein,
dass er eine Rückprallelastizität, gemessen
nach DIN EN ISO 8307, von ≥ 1%
bis ≤ 15%
aufweist. Diese Rückprallelastizität kann auch
in einem Bereich von ≥ 3%
bis ≤ 10%
oder von ≥ 5%
bis ≤ 9%
liegen.
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Der
viskoelastische Polymerschaum kann weiterhin eine Dichte gemäß DIN EN
ISO 3386-1-98 von ≥ 45
kg/m3 bis ≤ 120
kg/m3 aufweisen, eine Zugfestigkeit gemäß DIN EN
ISO 1798-1-00 von ≥ 50 kPa
bis ≤ 90
kPa, eine Dehnung gemäß DIN EN
ISO 1798-1-00 von ≥ 150%
bis ≤ 210%,
einen Druckverformungsrest bei 90% Kompression unter trockenen Bedingungen
gemäß DIN EN
ISO 1856-2000 von ≥ 2%
bis ≤ 5%
und einen Druckverformungsrest bei 75% Kompression und 95% Feuchtigkeit
gemäß DIN EN
ISO 1856-96 von ≥ 2%
bis ≤ 5%.
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In
der vorliegenden Erfindung wird der Komforteindruck beim Laufen über die
Bodenbedeckung durch die ausgewählte
Kombination aus der Elastizität
des ersten textilen Flächenelements
und der Viskoelastizität
der Polymerschaumschicht erreicht. Zur Erläuterung sei betrachtet, wie
eine Person über
einen erfindungsgemäßen Bodenbelag
geht. Zunächst wird
der Fuß mit
der Ferse beziehungsweise der Schuh mit dem Absatz aufgesetzt. Dieses
ist mit einem hohen Druck auf die Bodenbedeckung verbunden. Durch
die Elastizität
des ersten textilen Flächenelements
wird diese Punktbelastung abgefangen. Im weiteren Verlauf des Gehvorgangs
rollt die Person den Fuß ab,
bis der Fuß ganz
auf der Bodenbedeckung zu stehen kommt. Dieses Abrollen wird durch den
viskoelastischen Polymerschaum der ersten Schicht gedämpft. Schließlich rollt
der Fuß weiter
ab, bis nur noch der Fußballen
oder der Vorderteil des Schuhs die Bodenbedeckung berühren. Beim
darauf folgenden Abstoßen
vom Boden werden die mechanischen Kräfte wieder gedämpft beziehungsweise rückübertragen.
Im Ergebnis stellt sich ein angenehmes Laufgefühl ein, welches auch nicht
zur Ermüdung
durch zu weichen Boden führt.
Die Bodenbedeckung wird auch durch das elastische erste textile Flächenelement
geschützt,
so dass insbesondere die erste Schicht mit dem Polymerschaum beim
Darüberlaufen
nicht beschädigt
wird.
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In
der vorliegenden Erfindung ist der viskoelastische Polymerschaum
der ersten Schicht ein Polyurethanschaum. Polyurethane eignen sich
aufgrund der in einem weiten Bereich einstellbaren Viskoelastizität gut für die erfindungsgemäße Polymerschaumschicht.
Die Monomere des Polyurethanschaums können ausgewählt sein aus der Gruppe umfassend
Polyetherpolyole und/oder Polyesterpolyole oder Mischungen aus diesen
und mindestens difunktionellen Isocyanaten aus den Gruppen der aliphatischen
oder aromatischen Isocyanate und an sich bekannten Hilfsmitteln,
Katalysatoren und Stabilisatoren. Beispiele hierfür sind in
den bereits zitierten Patentschriften oder auch in
EP 0 331 941 A1 beschrieben.
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In
einer weiteren Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung umfasst das Material des ersten textilen
Flächenelements
Polyurethan und/oder thermoplastisches Polyurethan.
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In
einer weiteren Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung wird die Verbindung des ersten textilen
Flächenelements
mit der ersten Schicht durch elastomeren Klebstoff erreicht. Erfindungsgemäß besonders
geeignete Klebstoffe sind ein- und zweikomponentige Polyurethanklebstoffe.
Solche einkomponentigen Klebstoffe umfassen isocyanathaltige Prepolymere,
die durch Zutritt von Feuchtigkeit aushärten. Die entsprechenden zweikomponentigen
Klebstoffe umfassen eine Polyol-Komponente und eine Isocyanatkomponente
und werden vor der Applizierung gemischt. Vorzugsweise weist die
ausgehärtete
Klebstoffschicht ein Elastizitätsmodul,
bestimmt anhand der Norm DIN EN ISO 527, von ≥ 100 MPa bis ≤ 1500 MPa, von ≥ 300 MPa bis ≤ 1000 MPa oder
von ≥ 500
MPa bis ≤ 800
MPa auf. Das Verkleben mit einem elastomeren Klebstoff ermöglicht die einfache
Fertigung der erfindungsgemäßen Bodenbedeckung
aus separat erhältlichen
Teilen. Weiterhin ist wegen der Elastizität der erfindungsgemäß gewünschte Effekt
beim Laufen über
die Bodenbedeckung gegeben.
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In
einer weiteren Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung durchdringen Fasern das erste textile
Flächenelement
und dringen in die erste Schicht ein. Weiterhin sind die Fasern
in der ersten Schicht durch elastomeren Klebstoff verankert. Diese Fasern
führen
zu einer zusätzlichen
Verfestigung der Verbindung des ersten textilen Flächenelements
mit der ersten Schicht. Dieses erhöht die Widerstandsfähigkeit
gegenüber
Scherbelastungen. Erfindungsgemäß geeignet
sind insbesondere elastomere ein- und zweikomponentige Polyurethanklebstoffe.
Die Fasern können
auch nach Außen
aus dem ersten textilen Flächenelement
herausragen und die Trittfläche der
Bodenbedeckung bilden. Die Fasern können in das erste textile Flächenelement
durch Verfahren wie Tuften eingebracht werden.
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In
einer weiteren Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung umfasst die erste Schicht zusätzlich ein
eingebettetes zweites textiles Flächenelement, das ein Elastizitätsmodul
von ≥ 1000
N/mm2 bis ≤ 2000
N/mm2 aufweist. Das Elastizitätsmodul wird
anhand der Norm DIN 53504/ISO 37 bestimmt. Es kann weiterhin in
einem Bereich von ≥ 1200 N/mm2 bis ≤ 1800
N/mm2 oder von ≥ 1400 N/mm2 bis ≤ 1600 N/mm2 liegen Das zweite textile Flächenelement
kann beispielsweise ein Gewebe, ein Gelege, ein Vlies oder gestrickt
sein. Vorteilhafterweise liegt es flächig in der ersten Schicht
vor, es sind also die beiden Hauptflächen von zweitem textilen Flächenelement
und erster Schicht zueinander gewandt.
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Während das
zweite textile Flächenelement vertikal
gesehen grundsätzlich
auf jeder Höhe
innerhalb der ersten Schicht angeordnet sein kann, so ist es doch
von Vorteil, wenn es am unteren Ende der ersten Schicht liegt, also
in Richtung Boden. Die Einbeziehung eines zweiten textilen Flächenelements mit
den erfindungsgemäß ausgewählten elastischen Eigenschaften
führt dazu,
dass beim Auftreten die einsinkende Ferse oder der einsinkende Schuhabsatz
besser aufgefangen wird. Der Komfort beim Laufen über die
Bodenbedeckung wird erhöht,
während gleichzeitig
die Dicke der ersten Schicht geringer gehalten werden kann.
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In
einer weiteren Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung umfasst die Bodenbedeckung weiterhin
eine zweite Schicht, welche auf der dem ersten textilen Flächenelement
entgegengesetzten Seite der ersten Schicht angeordnet ist und zumindest
teilweise stoffschlüssig
mit der ersten Schicht verbunden ist, wobei die zweite Schicht Polymerschaum
umfasst, welcher eine Stauchhärte
bei 50% Kompression von ≥ 15
kPa bis ≤ 150
kPa aufweist. Die Stauchhärte
wird anhand von DIN EN ISO 3386-1-98 ermittelt. Eine stoffschlüssige Verbindung kann
beispielsweise durch Kleben oder Schweissen aufgebaut werden. Erfindungsgemäß geeignet
sind elastomere ein- oder zweikomponentige Polyurethanklebstoffe.
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Ein
Polymerschaum mit den genannten Stauchhärten kann ein Polyurethan-Flockenverbundschaum
sein. Der Polymerschaum kann weiterhin eine Dichte gemäß DIN EN
ISO 3386-1-98 von ≥ 60 kg/m3 bis ≤ 200
kg/m3 aufweisen, eine Zugfestigkeit gemäß DIN EN
ISO 1798-1-00 von ≥ 40
kPa bis ≤ 150
kPa und eine Dehnung gemäß DIN EN
ISO 1798-1-00 von ≥ 40%
bis ≤ 90%.
Man nutzt die hohen Stauchhärten
und hohen Rückstellkräfte und
hat bodenseitig in der Bodenbedeckung eine steifere Schicht vorliegen.
Dieses hat den Vorteil, dass beim Auftreten die einsinkende Ferse
oder der einsinkende Schuhabsatz besser aufgefangen wird. Der Komfort
beim Laufen über
die Bodenbedeckung wird erhöht,
während
gleichzeitig die Dicke der ersten Schicht geringer gehalten werden
kann. Zusätzlich kommt
es zu einer Kosteneinsparung durch Verwendung des preisgünstigeren
Flockenverbundschaumes.
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In
einer weiteren Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung umfasst die Bodenbedeckung zusätzlich mikroverkapselte
Duftstoffe. Mikroverkapselte Duftstoffe im Sinne der vorliegenden
Erfindung sind den Geruchssinn von Personen ansprechende Substanzen
in Reinform, in Lösung
oder in Gemischen, welche in Kapseln eingeschlossen sind. Die Kapseln
haben eine maximale Ausdehnung von ≥ 1 μm bis ≤ 1 mm, vorzugsweise von ≥ 10 μm bis ≤ 100 μm. Die mikroverkapselten
Duftstoffe können
in die erste Schicht eingearbeitet sein, in das erste textile Flächenelement
und/oder in eventuell vorhandene Fasern, die aus dem ersten textilen
Flächenelement herausragen,
beispielsweise also aus dem Teppichflor. Beim Laufen über die
erfindungsgemäße Bodenbedeckung
werden die Kapseln zerstört
und die Duftstoffe freigesetzt. Dieses löst bei den betroffenen Personen
ein angenehmes Empfinden aus und trägt zusätzlich zum Komforteindruck
der Bodenbedeckung bei.
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Erfindungsgemäß ist vorgesehen,
dass die verschiedenen beschriebenen Ausführungsformen der vorliegenden
Erfindung nicht nur einzeln vorliegen, sondern auch beliebig miteinander
kombiniert werden können.
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Gegenstand
der Erfindung ist weiterhin ein Verfahren zur Herstellung einer
Bodenbedeckung gemäß der vorliegenden
Erfindung, umfassend den Schritt des Hinterschäumens des ersten textilen Flächenelements
mit einem zum Polymerschaum der ersten Schicht führenden Reaktionsgemisch, wobei eine
stoffschlüssige
Verbindung des ersten textilen Flächenelements mit der ersten
Schicht aufgebaut wird. Die Hinterschäumung erreicht auf einfache
Weise eine stoffschlüssige
Verbindung des ersten textilen Flächenelements mit der ersten
Schicht.
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In
einer Ausführungsform
des erfindungsgemäßen Verfahrens
umfasst das Reaktionsgemisch ein Polyol und ein Isocyanat. Folglich
entsteht bei der Hinterschäumung
ein viskoelastischer Polyurethanschaum. Die Monomere des Polyurethanschaums können ausgewählt sein
aus der Gruppe umfassend Polyetherpolyole und/oder Polyesterpolyole
oder Mischungen aus diesen und mindestens difunktionellen Isocyanaten
aus den Gruppen der aliphatischen oder aromatischen Isocyanate und
an sich bekannten Hilfsmitteln, Katalysatoren und Stabilisatoren.
Beispiele hierfür
sind in den bereits zitierten Patentschriften oder auch in
EP 0 331 941 A1 beschrieben.
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Ebenfalls
kann im erfindungsgemäßen Verfahren
das Reaktionsgemisch ein Prepolymer und Wasser umfassen. Geeignete
Prepolymere sind insbesondere auf der Basis von Di- oder Polyisocyanaten
und Polyolen aufgebaut.
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Die
vorliegende Erfindung wird anhand der nachfolgenden Zeichnung weiter
erläutert.
Es zeigen:
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1 eine
erfindungsgemäße Bodenbedeckung
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2 eine
weitere erfindungsgemäße Bodenbedeckung
-
3 eine
weitere erfindungsgemäße Bodenbedeckung
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1 zeigt
eine erfindungsgemäße Bodenbedeckung.
Die erste Schicht 1 umfasst einen viskoelastischen Polymerschaum.
Diese Schicht 1 liegt mit ihrer Unterseite auf dem Boden
auf. Auf der Schicht 1 liegt das erste textile Flächenelement 2, welches
stoffschlüssig
mit der Schicht 1 verbunden ist. Auf der Oberseite der
Bodenbedeckung ragen Fasern 3 heraus. Die Fasern 3 durchdringen
das erste textile Flächenelement
und ragen mit ihrem unteren Ende noch in die erste Schicht 1 hinein.
Dort sind sie mittels elastomerem Kleber (nicht gezeigt) verankert.
Auf diese Weise können
die Fasern beim Gebrauch der Bodenbedeckung nicht so leicht herausgerissen
werden.
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2 zeigt
eine weitere erfindungsgemäße Bodenbedeckung.
Die bodenseitige erste Schicht 1 umfasst neben dem Polymerschaum
nun weiterhin ein zweites textiles Flächenelement 4. Dieses
ist hier als Gewebe dargestellt. Das zweite textile Flächenelement 4 ist
in der ersten Schicht 1 unten angeordnet. Stoffschlüssig mit
der ersten Schicht 1 ist das erste textile Flächenelement 2 verbunden.
In dieses sind Fasern 3 eingearbeitet, welche die Oberseite
der Bodenbedeckung abdecken. Das zweite textile Flächenelement
kann aufgrund seiner elastischen Eigenschaften Kräfte aufnehmen,
die beim Laufen über die
Bodenbedeckung nicht von dem ersten textilen Flächenelement 2 und
der Schicht mit viskoelastischem Polymer 1 abgefedert oder
gedampft werden können.
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3 zeigt
eine weitere erfindungsgemäße Bodenbedeckung.
Unter der ersten Schicht 1 ist eine zweite Schicht 5 angeordnet.
Diese zweite Schicht umfasst einen Polymerschaum. Der Polymerschaum weist
eine höhere
Stauchhärte
und höhere
Rückstellkräfte als
der viskoelastische Polymerschaum in der ersten Schicht 1 auf.
Hierdurch können
Kräfte
aufgenommen werden, die beim Laufen über die Bodenbedeckung nicht
von dem ersten textilen Flächenelement 2 und
der Schicht mit viskoelastischem Polymer 1 abgefedert oder
gedampft werden können.
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- 1
- erste
Schicht, umfassend viskoelastischen Polymerschaum
- 2
- erstes
textiles Flächenelement
- 3
- Fasern
- 4
- zweites
textiles Flächenelement
- 5
- zweite
Schicht, umfassend Polymerschaum