DE102007022194B4 - Vorrichtung zum Bearbeiten der Kanten und Oberflächen flächiger Werkstücke - Google Patents
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Abstract
Description
- Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Bearbeiten der Kanten und Oberflächen flächiger Werkstücke, umfassend einen Maschinenrahmen mit einer Werkstückauflage und mindestens einen Bearbeitungskopf mit einem Werkzeugträger, der an dem Maschinenrahmen um eine zur Werkstückauflage senkrechte erste Achse drehbar gelagert und mittels eines Antriebes antreibbar ist und der mindestens zwei Werkzeuge trägt, die an dem Werkzeugträger exzentrisch zur ersten Achse jeweils um eine zur Werkstückauflagefläche senkrechte zweite Achse drehbar gelagert und mit einem Planetenrad verbunden sind, das mit einem rahmenfesten zur ersten Achse koaxialen Sonnenrad in Getriebeeingriff steht, wobei der umlaufende Werkzeugträger einen Wirkungskreis der Werkzeuge definiert.
- Eine Vorrichtung der vorstehend genannten Art ist beispielsweise aus der
DE 103 38 682 A1 bekannt. Die Überlagerung der Drehbewegung des Werkzeugträgers höheren Drehzahl ermöglicht bei dieser Vorrichtung eine hohe Zerspanungsleistung der Werkzeuge und damit eine effektive Bearbeitung der Werkstücke. Bei der aus derDE 103 38 682 A1 bekannten Vorrichtung sind mehrere scheibenförmige Schleif- oder Bearbeitungsköpfe vorgesehen, die in zwei quer zur Bewegungsrichtung des Werkstückes ausgerichteten, in Vorschubrichtung des Werkstückes aufeinanderfolgenden Reihen angeordnet sind, wobei die beiden Schleifkopfreihen quer zur Bewegungsrichtung des Werkstückes derart gegeneinander versetzt sind, dass die Schleifköpfe der einen Reihe – in Bewegungsrichtung des Werkstückes betrachtet – die Lücken zwischen den Schleifköpfen der anderen Reihe schließen. Damit wird zwar die gesamte Arbeitsbreite der Vorrichtung von den Schleifwerkzeugen abgedeckt, jedoch benötigt die Vorrichtung in Vorschubrichtung des Werkzeuges relativ viel Raum. - Aus der
DE 20 2005 010 997 U1 ist eine Durchlaufschleifmaschine bekannt, die eine Mehrzahl von um eine Hochachse rotierenden Schleiftellern umfasst, die in einer Reihe quer zur Vorschubrichtung der Werkstücke nebeneinander angeordnet sind. Die Schleifteller sind exzentrisch an ihren Antriebsspindeln befestigt, so dass sich die Flugkreise benachbarter Schleifteller überlappen. - Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung der eingangs genannten Art anzugeben, bei der einerseits die gesamte Arbeitsbreite der Vorrichtung von den Werkzeugen überstrichen wird, die andererseits in Richtung des Werkstückvorschubes jedoch wenig Raum beansprucht.
- Diese Aufgabe wird bei einer Vorrichtung der eingangs genannten Art erfindungsgemäß jeweils durch die im kennzeichnenden Teil der unabhängigen Ansprüche 1 bis 3 angegebenen Merkmale gelöst.
- Bei der erfindungsgemäßen Lösung greifen benachbarte Bearbeitungsköpfe so ineinander, dass sich die Bearbeitungsbahnen der Werkzeuge benachbarter Bearbeitungsköpfe überschneiden. Damit kann mit einer einzigen Reihe von nebeneinanderliegenden Bearbeitungsköpfen die gesamte Arbeitsbreite der Vorrichtung abgedeckt werden, so dass einerseits Werkstücke an beliebiger Stelle der Arbeitsbreite aufgegeben werden können, andererseits die Vorrichtung in Transportrichtung der Werkstücke aber nur wenig Platz beansprucht.
- Bei gegebenem gegenseitigen Abstand der Werkzeugachsen an dem Werkzeugträger und bei gegebenem Durchmesser der Werkzeuge lässt sich der Mindestachsabstand benachbarter Bearbeitungsköpfe auf einfache Weise ermitteln. Dadurch, dass die Werkzeugträger zweier jeweils benachbarter Bearbeitungsköpfe mit gegenläufigem Drehsinn angetrieben sind, ist eine besonders kompakte Anordnung möglich. Dabei ist es vorteilhaft, wenn die Drehrichtung der Werkzeuge gleich der Drehrichtung ihres jeweiligen Werkzeugträgers ist. Die Drehrichtung der Werkzeuge kann aber auch entgegengesetzt zu der Drehrichtung ihres jeweiligen Werkzeugträgers sein.
- Gemäß einer dritten Lösung ist die Drehrichtung der Werkzeuge aller Werkzeugträger gleich. Das bedeutet, dass die Drehrichtung der Werkzeuge der einen Bearbeitungsköpfe gleich der Drehrichtung ihres jeweiligen Werkzeugträgers ist, während die Drehrichtung der Werkzeuge der anderen Bearbeitungsköpfe entgegengesetzt zur Drehrichtung ihres jeweiligen Werkzeugträgers ist.
- Vorzugsweise sind die Werkzeugträger balkenförmig ausgebildet und tragen jeweils zwei Werkzeuge, wobei die Werkzeugträger benachbarter Bearbeitungsköpfe um 90° gegeneinander versetzt sind.
- Die Vorrichtung eignet sich insbesondere zur Bearbeitung der Kanten von Werkstücken, beispielsweise von ausgeschnittenen flächigen Stahlteilen mit Hilfe von an sich bekannten Werkzeugen, die beispielsweise von zylindrischen Schleifkörpern gebildet sind, die jeweils eine Vielzahl von Schleifblättern umfassen, die in die Zylinder- oder Drehachse der Werkzeuge enthaltenen radialen Ebenen angeordnet sind. Grundsätzlich können bei der erfindungsgemäßen Vorrichtung aber auch andere Werkzeuge eingesetzt werden, z. B. Bürsten, die dann drehrichtungsunabhängig sind.
- Die folgende Beschreibung erläutert in Verbindung mit den beigefügten Zeichnungen die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispiels. Es zeigen:
-
1 eine schematische Draufsicht auf eine Reihe von Bearbeitungsköpfen, die sich quer zur Vorschubrichtung der Werkstücke über die Breite einer Werkstückauflage erstreckt, -
2 einen die Achse eines Werkzeugträgers enthaltenden Schnitt durch einen ersten Bearbeitungskopf und -
3 einen der2 entsprechenden Teilschnitt durch einen zweiten Bearbeitungskopf. - In
2 ist mit10 ein Träger eines im übrigen nicht dargestellten Maschinenrahmens einer Schleifvorrichtung bezeichnet, deren Werkstückauflagefläche für ein Werkstück11 durch eine strichpunktierte Linie12 angedeutet ist. An dem Träger10 ist ein allgemein mit14 bezeichneter Bearbeitungskopf angeordnet. Dieser umfasst einen Werkzeugträger16 , der mit einer Welle18 über Lager20 in einer Lagerbuchse22 drehbar gelagert ist, die mit Schrauben24 an dem Träger10 befestigt ist. Die Lagerbuchse22 trägt an ihrem dem Werkzeugträger16 zugewandten Ende ein Sonnenrad26 , das koaxial zur Achse28 der Welle18 mit Hilfe von Schrauben30 an der Lagerbuchse22 angeschraubt ist. - An dem Werkzeugträger sind in einem radialen Abstand von der Achse
28 zwei zylindrische Werkzeuge32 in Lagern34 jeweils um eine Achse36 drehbar gelagert, die ebenso wie die Achse28 der Welle18 senkrecht zur Werkstückauflage12 gerichtet ist. Bei den Werkzeugen handelt es sich im dargestellten Beispiel um zylindrische Schleifkörper, die eine Vielzahl von Schleifblättern38 haben (1 ), die in die Achse36 enthaltenden radialen Ebenen der Werkzeuge32 angeordnet und an einer Trägerplatte40 des Werkzeuges32 befestigt sind. Der Abstand der Werkzeuge32 von der Werkstückauflagefläche12 wird so eingestellt, dass er geringer ist als die senkrecht zur Werkstückauflagefläche12 gemessene Dicke eines Werkstückes11 . Beim Durchlauf des Werkstückes11 durch die Bearbeitungsvorrichtung treffen die Werkzeuge32 auf die Randflächen des Werkstückes11 , wobei die Schleifblätter oder Borsten der Werkzeuge32 ausgelenkt und über die Kante und die Oberfläche des Werkstückes11 gezogen werden. - Der an der Trägerplatte
40 befestigte Wellenzapfen42 des jeweiligen Werkzeuges32 , mit dem dieses in dem Werkzeugträger16 drehbar gelagert ist, trägt jeweils ein mit ihm drehfestes Ritzel44 , das mit dem Sonnenrad26 in Eingriff steht. Eine Drehung des Werkzeugträgers16 um die Achse28 führt somit dazu, dass die Werkzeuge32 durch die auf dem maschinenrahmenfesten Sonnenrad26 abrollenden Ritzel oder Planetenräder44 um ihre Achse36 gedreht werden. Der Antrieb des Werkzeugträgers16 um die Achse28 erfolgt mit Hilfe eines nicht dargestellten herkömmlichen Antriebes, z. B. Elektromotors. - In der
1 erkennt man eine Reihe von Bearbeitungsköpfen14 , die sich quer über die Werkstückauflage12 der Vorrichtung erstreckt, wobei die Vorschubrichtung der Werkstücke durch den Pfeil A angegeben ist. Der Abstand der Drehachsen28 der Werkstückträger16 jeweils benachbarter Bearbeitungsköpfe14 ist so gewählt, dass sich die Wirkungskreise46 der Werkzeuge32 benachbarter Bearbeitungsköpfe14 überschneiden. Um sicherzustellen, dass sich die Werkzeuge32 benachbarter Bearbeitungsköpfe14 nicht behindern, sind die Werkzeugträger16 benachbarter Bearbeitungsköpfe jeweils um 90° gegeneinander versetzt, wie dies die1 zeigt. Um sicherzustellen, dass dieser Versatz der Werkzeuge benachbarter Bearbeitungsköpfe auch unter Last exakt erhalten bleibt, werden die Werkzeugträger zweckmäßigerweise über nicht dargestellte Zahnräder von einem gemeinsamen Antriebsmotor angetrieben. Jeweils benachbarte Werkzeugträger16 werden mit entgegengesetzter Drehrichtung angetrieben, wie dies in1 durch die Pfeile B angedeutet ist, da auf diese Weise der Achsabstand benachbarter Bearbeitungsköpfe14 verringert werden kann. - Beim dargestellten Ausführungsbeispiel drehen sich sämtliche Werkzeuge der Bearbeitungsköpfe
14 in der gleichen Drehrichtung, wie dies durch die Pfeile C angedeutet wird. Dies ist bei drehrichtungsabhängigen Werkzeugen wie den oben beschriebenen Schleifkörpern notwendig, um eine Schleifwirkung zu erzielen. Das bedeutet, dass sich die Werkzeuge32 in den einen Bearbeitungsköpfen entgegengesetzt zur Drehrichtung des Werkzeugträgers16 drehen, während sie in den anderen Bearbeitungsköpfen gleichsinnig mit den Werkzeugträgern umlaufen. Bei dem in2 dargestellten Bearbeitungskopf ist die Drehrichtung der Werkzeuge32 gleich der Umlaufrichtung des Werkzeugträgers16 . Ein solcher Bearbeitungskopf ist in der1 an den Positionen 1, 3 und 5 in der Reihe von Bearbeitungsköpfen dargestellt. in den Bearbeitungsköpfen an den Positionen 2 und 4 dagegen erfolgt der Antrieb der Werkzeuge32 nicht durch direkten Eingriff zwischen dem Planetenrad44 und dem Sonnenrad26 , sondern über ein Zwischenzahnrad48 , das in dem Werkzeugträger16 auf einer Welle50 frei drehbar gelagert ist und in Eingriff mit dem Sonnenrad26 einerseits und dem Planetenrad44 andererseits steht. - Die vorstehende Anordnung zeigt, dass sich mit der erfindungsgemäßen Lösung eine sehr kompakte Anordnung der Schleifwerkzeuge realisieren lässt. Die Bahnen der Schleifwerkzeuge überlappen sich derart, dass die gesamte Arbeitsbreite der Werkstückauflagefläche
12 von den umlaufenden und sich selbst drehenden Werkzeugen überstrichen wird. Daher können Werkstücke an beliebiger Stelle der Werkstückauflage12 in die Vorrichtung zur Bearbeitung eingegeben werden. Gleichzeitig benötigt die Bearbeitungsvorrichtung in Vorschubrichtung des Werkzeuges nur wenig Platz.
Claims (5)
- Vorrichtung zum Bearbeiten der Kanten und Oberflächen flächiger Werkstücke, umfassend einen Maschinenrahmen (
10 ) mit einer Werkstückauflage (12 ) und mindestens einen Bearbeitungskopf (14 ) mit einem Werkzeugträger (16 ), der an dem Maschinenrahmen (10 ) um eine zur Werkstückauflage (12 ) senkrechte erste Achse (28 ) drehbar gelagert und mittels eines Antriebes antreibbar ist und der mindestens zwei Werkzeuge (32 ) trägt, die an dem Werkzeugträger (16 ) exzentrisch zur ersten Achse (28 ) jeweils um eine zur Werkstückauflagefläche (12 ) senkrechte zweite Achse (36 ) drehbar gelagert und mit einem Planetenrad (44 ) verbunden sind, das mit einem rahmenfesten zur ersten Achse koaxialen Sonnenrad (26 ) in Getriebeeingriff steht, wobei der umlaufende Werkzeugträger (16 ) einen Wirkungskreis (46 ) der Werkzeuge (32 ) definiert, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens zwei Bearbeitungsköpfe (14 ) so nebeneinander angeordnet sind, dass sich die Wirkungskreise (46 ) ihrer Werkzeuge (32 ) überschneiden, wobei die Bewegung der Werkzeugträger (16 ) benachbarter Bearbeitungsköpfe (14 ) so gesteuert ist, dass die an ihnen angeordneten Werkzeuge in Umlaufrichtung gegeneinander versetzt sind, dass die Werkzeugträger (16 ) zweier jeweils benachbarter Bearbeitungsköpfe (14 ) mit gegenläufigem Drehsinn angetrieben sind und dass die Drehrichtung der Werkzeuge (32 ) gleich der Drehrichtung ihres jeweiligen Werkzeugträgers (16 ) ist. - Vorrichtung zum Bearbeiten der Kanten und Oberflächen flächiger Werkstücke, umfassend einen Maschinenrahmen (
10 ) mit einer Werkstückauflage (12 ) und mindestens einen Bearbeitungskopf (14 ) mit einem Werkzeugträger (16 ), der an dem Maschinenrahmen (10 ) um eine zur Werkstückauflage (12 ) senkrechte erste Achse (28 ) drehbar gelagert und mittels eines Antriebes antreibbar ist und der mindestens zwei Werkzeuge (32 ) trägt, die an dem Werkzeugträger (16 ) exzentrisch zur ersten Achse (28 ) jeweils um eine zur Werkstückauflagefläche (12 ) senkrechte zweite Achse (36 ) drehbar gelagert und mit einem Planetenrad (44 ) verbunden sind, das mit einem rahmenfesten zur ersten Achse koaxialen Sonnenrad (26 ) in Getriebeeingriff steht, wobei der umlaufende Werkzeugträger (16 ) einen Wirkungskreis (46 ) der Werkzeuge (32 ) definiert, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens zwei Bearbeitungsköpfe (14 ) so nebeneinander angeordnet sind, dass sich die Wirkungskreise (46 ) ihrer Werkzeuge (32 ) überschneiden, wobei die Bewegung der Werkzeugträger (16 ) benachbarter Bearbeitungsköpfe (14 ) so gesteuert ist, dass die an ihnen angeordneten Werkzeuge in Umlaufrichtung gegeneinander versetzt sind, dass die Werkzeugträger (16 ) zweier jeweils benachbarter Bearbeitungsköpfe (14 ) mit gegenläufigem Drehsinn angetrieben sind und dass die Drehrichtung der Werkzeuge (32 ) entgegengesetzt zur Drehrichtung ihres jeweiligen Werkzeugträgers (16 ) ist. - Vorrichtung zum Bearbeiten der Kanten und Oberflächen flächiger Werkstücke, umfassend einen Maschinenrahmen (
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16 ) balkenförmig ausgebildet ist und zwei Werkzeuge (32 ) trägt und dass die Werkzeugträger (16 ) benachbarter Bearbeitungsköpfe (14 ) um 90° gegeneinander versetzt sind. - Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Werkzeuge (
32 ) von im Wesentlichen zylindrischen Schleifkörpern gebildet sind, die jeweils eine Vielzahl von Schleifblättern (38 ) umfassen, die in die Zylinder- und Drehachse (36 ) der Schleifkörper enthaltenden radialen Ebenen angeordnet sind.
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