DE102007020727B4 - Druckmaschine und Verfahren zum Betreiben einer Druckmaschine - Google Patents
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Abstract
Bogendruckmaschine, mit mehreren Druckwerken (10, 11, 12, 13), wobei jedes Druckwerk einen Formzylinder (17), einen auf dem Formzylinder (17) abrollenden Übertragungszylinder (15), einen auf dem Übertragungszylinder (15) abrollenden Gegendruckzylinder (14), ein Farbwerk (16) sowie vorzugsweise ein Feuchtwerk aufweist, und mit mehreren Antrieben (19, 19', 20), die in die Druckwerke (10, 11, 12, 13), nämlich in einen Zylinder (14, 17) derselben, eintreiben, wobei jedem Antrieb (20) ein separater Antriebsregler (22) zugeordnet ist, der auf Basis einer Abweichung zwischen einem Sollwert und einem Istwert ein Stellsignal für den entsprechenden Antrieb (20) erzeugt, wobei die Bogendruckmaschine genau zwei Hauptantriebe (19, 19') aufweist, um die Übertragungszylinder (15), die Gegendruckzylinder (14) und die Farbwerke (16) der Druckwerke sowie Transferzylinder (18) anzutreiben, und wobei die Hauptantriebe (19, 19') jeweils einem Gegendruckzylinder (14) zugeordnet sind, dadurch gekennzeichnet, dass jedem der Hauptantriebe (19, 19') ein Antriebsregler mit einer Einrichtung zugeordnet ist, die online während des Betriebs der Bogendruckmaschine aus genau einer Zustandsgröße eines Antriebsregelkreises, in den der jeweilige Antriebsregler eingebunden ist, eine Drehschwingungskompensationsgröße generiert, die ausschließlich in diesem Antriebsregelkreis zur Drehschwingungskompensation gültig ist.
Description
- Die Erfindung betrifft eine Bogendruckmaschine gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1. Des Weiteren betrifft die Erfindung ein Verfahren zum Betreiben einer Bogendruckmaschine gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 6.
- In einer Druckmaschine, wie z. B. einer Bogendruckmaschine, wird ein Bedruckstoff durch mehrere Druckwerke der Druckmaschine bewegt, um den Bedruckstoff zu bedrucken. Jedes Druckwerk einer Druckmaschine verfügt dabei über einen Formzylinder, einen auf dem Formzylinder abrollenden Übertragungszylinder, einen auf den Übertragungszylinder abrollenden Gegendruckzylinder sowie ein Farbwerk und vorzugsweise ein Feuchtwerk. Auf dem Formzylinder ist mindestens eine Druckform angeordnet, wobei Formzylinder auch als Plattenzylinder bezeichnet werden. Auf dem Übertragungszylinder ist mindestens eine Übertragungsform angeordnet, wobei Übertragungszylinder auch als Gummizylinder bezeichnet werden.
- Die hier vorliegende Erfindung betrifft eine Druckmaschine mit mehreren Druckwerken sowie mit mehreren Antrieben, wobei die Antriebe in Druckwerke, nämlich in einen Zylinder der Druckwerke, eintreiben. Jedem Antrieb der Druckmaschine ist ein separater Antriebsregler zugeordnet, wobei jeder Antrieb zusammen mit dem jeweiligen Antriebsregler einen Antriebsregelkreis bildet, und wobei der jeweilige Antriebsregler auf Basis einer Abweichung zwischen einem Sollwert und einem Istwert ein Stellsignal für den entsprechenden Antrieb des Antriebsregelkreises erzeugt.
- Beim Betrieb einer Druckmaschine können sich an Zylindern der Druckwerke die Druckqualität negativ beeinflussende Drehschwingungen ausbilden. Aus dem Stand der Technik ist es bereits bekannt, derartige Drehschwingungen an Druckwerken einer Druckmaschine zu kompensieren. So offenbart die
EP 1 202 147 B1 ein Verfahren zur Kompensation von Drehschwingungen, bei welchem mit Hilfe harmonischer Ausgleichsmomente Drehschwingungen kompensiert werden. Hierzu ist es erforderlich, vorab über eine modale Analyse der Druckmaschine das Schwingungsverhalten derselben zu analysieren. Dies ist aufwendig und teuer. Es besteht daher ein Bedarf an einer Druckmaschine sowie an einem Verfahren zum Betreiben einer Druckmaschine, bei welcher bzw. mit welchem eine Drehschwingungskompensation mit einfacheren Mitteln erfolgen kann. - Aus
DE 199 61 880 A1 ist ein elektrisches Antriebssystem zur aktiven Schwindungsdämpfung in einer Druckmaschine bekannt, welches sich auf ganz oder teilweise über Zahnräder (Räderzug) oder andere Elemente mechanisch gekoppelte Zylinder bezieht. Dieses Antriebssystem umfasst wenigstens einen Hauptantriebsmotor, alternativ mehrere Hauptantriebsmotoren oder mehrere Hilfsantriebsmotoren (in Verbindung mit einem Hauptantriebsmotor), die in den Räderzug wenigstens einen Eintrieb einspeisen. Hierzu sind den Antriebsmotoren Wechselrichter sowie Regler vorgeschaltet, denen wiederum Beschleunigungssensoren zur Erfassung und Rückführung von Beschleunigungszuständen in einem Regler vorgeschaltet sind. - Gemäß
DE 10 2005 041 697 A1 ist eine Druckmaschine mit eigenmotorisch angetriebenen Formzylindern bekannt. Dem jeweiligen Formzylinder ist ein Feuchtwerk mit einer Feuchtauftragwalze zugeordnet, wobei die Feuchtauftragwalze im Fortdruckbetrieb mit einem Deltabetrieb (Differenzbetrieb) antreibbar ist. Dem jeweiligen Formzylinder ist eine Regel-/Steuereinrichtung schaltungstechnisch zugeordnet, die im Fortdruck bei Deltabetrieb des Feuchtwerks den Direktantrieb des Formzylinders des entsprechenden Druckwerks derart ansteuert, dass dann, wenn die Feuchtauftragwalze an einer stets gleichen Drehwinkelposition des Formzylinders dessen Spannkanal überrollt der Direktantrieb am Formzylinder denselben gleichlaufend zum benachbarten Gummituchzylinder antreibt. - Ein Verfahren zur aktiven Kompensation von Schwingungen in einer Druckmaschine ist aus
DE 10 2006 004 967 A1 bekannt. Die Druckmaschine umfasst mehrere Druckwerke mit Zylindern mit einer Regelungseinrichtung und einer Schwingungskompensation. Dabei weist die Druckmaschine einen durchgehenden oder unterbrochenen Räderzug auf, wobei weitere Zylinder, wie Druckformzylinder, Übertragungs- oder Gummituchzylinder, Gegendruckzylinder sowie Walzen eingeschlossen sein können. - Ein Verfahren zur Optimierung von Antriebsreglern in einer Druckmaschine ist aus
DE 10 2004 048 151 A1 bekannt. Die Druckmaschine umfasst einen mittels Einzelantrieb angetriebenen Plattenzylinder/Druckformzylinder. Dem jeweiligen Einzelantrieb ist ein Antriebsregler zugeordnet und diesem ist ein Speichermittel für die Speicherung von Regler-Voreinstelldaten vorgeschaltet. Die Voreinstelldaten sind empirisch bestimmt und im Speichermittel abgelegt. - Hiervon ausgehend liegt der vorliegenden Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine neuartige Bogendruckmaschine und ein neuartiges Verfahren zum Betreiben einer Bogendruckmaschine zu schaffen.
- Diese Aufgabe wird durch eine Bogendruckmaschine gemäß Anspruch 1 und ein zugehöriges Verfahren zum Betreiben einer Bogendruckmaschine gemäß Anspruch 6 gelöst.
- Erfindungsgemäß ist mindestens einem Antriebsregler eine Einrichtung zugeordnet, die online während des Betriebs der Druckmaschine aus mindestens einer Zustandsgröße des Antriebsregelkreises, in den der jeweilige Antriebsregler eingebunden ist, eine Drehschwingungskompensationsgröße generiert, die ausschließlich in diesem Antriebsregelkreis zur Drehschwingungskompensation gültig ist.
- Im Sinne der hier vorliegenden Erfindung wird online während des Betriebs der Druckmaschine aus mindestens einer Zustandsgröße mindestens eines Antriebsregelkreises der Druckmaschine für den Antriebsregler dieses Antriebsregelkreises eine Drehschwingungskompensationsgröße generiert, die ausschließlich in diesem Antriebsregelkreis zur Drehschwingungskompensation gültig ist bzw. verwendet wird. Hierzu ist keine modale Analyse der Druckmaschine erforderlich.
- Des Weiteren ist keine spektral differenzierte Kompensation mit harmonischen Ausgleichsmomenten notwendig. Die Erfindung zeichnet sich durch eine hohe Robustheit sowie Zuverlässigkeit bei der Drehschwingungskompensation aus. Der Aufwand für eine Drehschwingungskompensation wird mit der hier vorliegenden Erfindung minimiert.
- Vorzugsweise umfasst die einem Antriebsregler zugeordnete Einrichtung ein erstes Mittel, um aus der oder jeder Zustandsgröße des jeweiligen Antriebsregelkreises eine zu kompensierende Drehschwingung des jeweils angetriebenen Zylinders zu detektieren, und ein zweites Mittel, um aus der detektierten Drehschwingung die Drehschwingungskompensationsgröße für den jeweiligen Antriebsregelkreis zu generieren, wobei das erste Mittel und das zweite Mittel der dem Antriebsregler zugeordneten Einrichtung jeweils mindestens eine Funktion umfassen, und wobei mindestens ein Parameter dieser Funktionen im Sinne einer Adaption online während des Betriebs der Druckmaschine anpassbar ist.
- Das erfindungsgemäße Verfahren zum Betreiben einer Druckmaschine ist in Anspruch 7 definiert.
- Bevorzugte Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen und der nachfolgenden Beschreibung. Ausführungsbeispiele der Erfindung werden, ohne hierauf beschränkt zu sein, an Hand der Zeichnung näher erläutert. Dabei zeigt:
-
1 : eine schematisierte Darstellung einer Bogendruckmaschine; und -
2 : ein Druckwerk der Bogendruckmaschine der1 in größerem Detail. - Nachfolgend wird die hier vorliegende Erfindung unter Bezugnahme auf
1 bis2 für eine Bogendruckmaschine beschrieben, die vier Druckwerke10 ,11 ,12 und13 umfasst. Jedes der Druckwerke10 ,11 ,12 und13 der Bogendruckmaschine umfasst gemäß1 einen Gegendruckzylinder14 , einen Übertragungszylinder15 , ein Farbwerk16 sowie einen Formzylinder17 . Zusätzlich kann jedes Druckwerk auch ein Feuchtwerk umfassen. - Zwischen den Gegendruckzylindern
14 zweier benachbarter Druckwerke10 und11 ,11 und12 sowie12 und13 ist im gezeigten Ausführungsbeispiel der1 jeweils ein Transferzylinder18 positioniert, um zu bedruckende Bedruckstoffbogen zwischen den einzelnen Druckwerken10 ,11 ,12 und13 zu überführen. - Gemäß
1 weist die Druckmaschine einen Hauptantrieb19 auf, wobei der Hauptantrieb19 in den Gegendruckzylinder14 des Druckwerks10 eintreibt. Über den Hauptantrieb19 sind sämtliche Gegendruckzylinder14 , Übertragungszylinder15 sowie Farbwerke16 der Druckwerke10 ,11 ,12 und13 sowie die Transferzylinder18 im Sinne eines geschlossenen Räderzugs antreibbar. Wie1 entnommen werden kann, ist es möglich, dass zusätzlich zu dem Hauptantrieb19 ein weiterer Hauptantrieb19 vorhanden ist, um dezentral in den geschlossenen Räderzug einzutreiben. - Gemäß
1 ist jedem Formzylinder17 ein separater Direktantrieb20 zugeordnet, um die Formzylinder17 aller Druckwerke10 ,11 ,12 und13 eigenmotorisch anzutreiben. Jeder Formzylinder17 jedes Druckwerks10 ,11 ,12 und13 ist dabei über eine Kupplung21 vom geschlossenen Räderzug, in den die Gegendruckzylinder14 , die Übertragungszylinder15 , die Farbwerke16 sowie die Transferzylinder18 eingebunden sind, abkuppelbar. Die Kupplungen21 sind demnach dann, wenn die Formzylinder17 von ihren Direktantrieben20 eigenmotorisch angetrieben werden, geöffnet, um die Formzylinder17 antriebsseitig vom Rest der Druckwerke bzw. Druckmaschine zu entkoppeln. -
2 zeigt Details der Antriebsregelungen der Formzylinder17 der Druckwerke10 ,11 ,12 und13 durch die denselben zugeordneten Direktantriebe20 . So kann2 entnommen werden, dass jedem Direktantrieb20 eines jeden Druckwerks10 ,11 ,12 bzw.13 jeweils ein Antriebsregler22 zugeordnet ist. Der Antriebsregler22 erzeugt auf Basis einer Regelabweichung zwischen einem Sollwert und einem Istwert eine Stellgröße für den Direktantrieb20 des Druckwerks. Bei dem Istwert handelt es sich vorzugsweise um einen Lageistwert des vom Direktantrieb20 anzutreibenden Formzylinders17 des jeweiligen Druckwerks, wobei dieser Lageistwert des Formzylinders17 von einem demselben zugeordneten Lagegeber23 bereitgestellt wird. Beim Sollwert handelt es sich vorzugsweise um den Lageistwert des mit dem Formzylinder17 zusammenwirkenden Übertragungszylinders15 des jeweiligen Druckwerks10 ,11 ,12 bzw.13 , wobei dieser Lageistwert des Übertragungszylinders15 von einem demselben zugeordneten Lagegeber24 bereitgestellt wird. Eine Regelabweichung zwischen diesem Istwert und diesem Sollwert wird, wie bereits erwähnt, dem Antriebsregler22 zugeführt, wobei der Antriebsregler22 auf Basis dieser Regelabweichung ein Stellsignal für den Direktantrieb20 des Formzylinders17 des jeweiligen Druckwerks10 ,11 ,12 bzw.13 generiert. - Um bei einer derartigen Druckmaschine eine Drehschwingungskompensation zu gewährleisten, wird erfindungsgemäß vorgeschlagen, dem Antriebsregler
22 des Direktantriebs20 mindestens eines Druckwerks, vorzugsweise dem Antriebsregler22 des Direktantriebs20 jedes Druckwerks, eine Einrichtung25 zuzuordnen, die online während des Betriebs der Druckmaschine aus mindestens einer Zustandsgröße des entsprechenden Antriebsregelkreises, in den der jeweilige Antriebsregler22 eingebunden ist, eine Drehschwingungskompensationsgröße generiert, die ausschließlich in diesem Antriebsregelkreis zur Drehschwingungskompensation verwendet wird bzw. für diesen Antriebsregelkreis gültig ist. - Im Ausführungsbeispiel der
1 und2 ist jedem Antriebsregler22 jedes Direktantriebs20 eines jeden Druckwerks10 ,11 ,12 und13 eine derartige Einrichtung25 zugeordnet, die eine ausschließlich für den jeweiligen Antriebsregler22 gültige Drehschwingungskompensationsgröße generiert. - Im gezeigten Ausführungsbeispiel dient als Zustandsgröße, aus der die Drehschwingungskompensationsgröße während des Betriebs online generiert wird, der Istwert des jeweiligen Antriebsregelkreises, nämlich der Lageistwert des entsprechenden Formzylinders
17 . An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass dann, wenn eine reale Leitachse der Druckmaschine vorhanden ist, zusätzlich oder alternativ zum Istwert des jeweiligen Antriebsregelkreises auch der Sollwert des jeweiligen Antriebsregelkreises, nämlich der Lageistwert des entsprechenden Übertragungszylinders15 , herangezogen werden kann. Auch kann als Zustandsgröße, aus der die Drehschwingungskompensationsgröße während des Betriebs online generiert wird, ein Motorstrom oder eine Motordrehzahl des Direktantriebs20 oder jede andere regelungstechnische Zustandgröße des jeweiligen Antriebsregelkreises herangezogen werden. - Die einem jeden Antriebsregler
22 eines jeden Direktantriebs20 zugeordnete Einrichtung25 verfügt über ein erstes Mittel, um aus der oder jeder Zustandsgröße des jeweiligen Antriebsregelkreises, hier aus dem Lageistwert des Formzylinders17 , eine zu kompensierende Drehschwingung des angetriebenen Formzylinders17 zu detektieren. Weiterhin verfügt diese Einrichtung25 über ein zweites Mittel, um aus der detektierten Drehschwingung die Drehschwingungskompensationsgröße für den jeweiligen Antriebsregelkreis zu generieren. - Jeder Antriebsregler
22 ist vorzugsweise als kaskadierter Regler aus einer Stromregelung, Drehzahlregelung und Lageregelung ausgebildet. Die für den jeweiligen Antriebsregler22 mit Hilfe der Einrichtung25 generierte Drehschwingungskompensationsgröße ist in der Stromregelung, Drehzahlregelung und Lageregelung des jeweiligen Antriebsreglers22 nutzbar. Bei der Drehschwingungskompensationsgröße kann es sich demnach um eine Stromgröße, Drehzahlgröße oder Lagegröße handeln, die als Kompensationsgröße der Stromregelung, Drehzahlregelung oder Lageregelung beaufschlagt wird. - Nach einer vorteilhaften Weiterbildung ist vorgesehen, dass die erfindungsgemäße Regelung zur Drehschwingungskompensation sich während des Betriebs der Druckmaschine im Sinne einer Adaption online ändert. Das erste Mittel und das zweite Mittel einer jedem Antriebsregler
22 zugeordneten Einrichtung25 umfasst dabei jeweils mindestens eine Funktion, wobei mindestens ein Parameter dieser Funktionen im Sinne einer Adaption online während des Betriebs der Druckmaschine anpassbar ist. - Die Adaption kann dabei auf Grundlage der Auswertung eines zusätzlichen Kriteriums, wie z. B. eines maximalen Schleppfehlers oder temporären Schleppfehlers, zu besonders interessanten Betriebspunkten erfolgen, um dabei entsprechend angepasste Drehschwingungskompensationsgrößen zu generieren. Bei den Drehschwingungskompensationsgrößen handelt es sich um über der Zeit veränderliche Kompensationsgrößen.
- Gemäß
1 und2 erfolgt demnach im Bereich jedes Druckwerks10 ,11 ,12 und13 , dem jeweils ein Direktantrieb20 zugeordnet ist, unabhängig von den anderen Druckwerken online während des Betriebs der Druckmaschine eine Drehschwingungskompensation. Diese Drehschwingungskompensation erfolgt unter Verwendung der bereits vorhandenen Drehgeber23 ,24 der Formzylinder17 sowie Übertragungszylinder15 der jeweiligen Druckwerke. - Unter Bezugnahme auf
1 und2 wurde die Erfindung am bevorzugten Ausführungsbeispiel einer Bogendruckmaschine beschrieben, deren Druckwerke Direktantriebe20 für die Formzylinder17 derselben aufweisen. Dabei ist jedem Antriebsregler22 eines jeden Direktantriebs20 eines jeden Druckwerks eine Einrichtung25 zur Drehschwingungskompensation zugeordnet, die für jeden Antriebsregler22 und damit für jedes Druckwerk individuell eine Drehschwingungskompensationsgröße generiert. - Die obige Drehschwingungskompensation ist vorzugsweise auf die Direktantriebe
20 bzw. die den Direktantrieben20 zugeordneten Antriebsregler22 beschränkt. - Alternativ ist es jedoch auch möglich, an dem oder jedem Hauptantrieb
19 ,19' der Druckmaschine diese Drehschwingungskompensation zu nutzen, wobei dann den Antriebsreglern der Hauptantriebe19 ,19' eine Einrichtung zur Generierung einer individuellen Drehschwingungskompensationsgröße zugeordnet ist. - Die Erfindung kann auch bei solchen Druckmaschinen zum Einsatz kommen, deren Druckwerke keine Direktantriebe aufweist, sondern die ausschließlich mehrere Hauptantriebe umfasst.
- Bezugszeichenliste
-
- 10
- Druckwerk
- 11
- Druckwerk
- 12
- Druckwerk
- 13
- Druckwerk
- 14
- Gegendruckzylinder
- 15
- Übertragungszylinder
- 16
- Farbwerk
- 17
- Formzylinder
- 18
- Transferzylinder
- 19, 19'
- Hauptantrieb
- 20
- Direktantrieb
- 21
- Kupplung
- 22
- Antriebsregler
- 23
- Drehgeber
- 24
- Drehgeber
- 25
- Einrichtung
Claims (8)
- Bogendruckmaschine, mit mehreren Druckwerken (
10 ,11 ,12 ,13 ), wobei jedes Druckwerk einen Formzylinder (17 ), einen auf dem Formzylinder (17 ) abrollenden Übertragungszylinder (15 ), einen auf dem Übertragungszylinder (15 ) abrollenden Gegendruckzylinder (14 ), ein Farbwerk (16 ) sowie vorzugsweise ein Feuchtwerk aufweist, und mit mehreren Antrieben (19 ,19' ,20 ), die in die Druckwerke (10 ,11 ,12 ,13 ), nämlich in einen Zylinder (14 ,17 ) derselben, eintreiben, wobei jedem Antrieb (20 ) ein separater Antriebsregler (22 ) zugeordnet ist, der auf Basis einer Abweichung zwischen einem Sollwert und einem Istwert ein Stellsignal für den entsprechenden Antrieb (20 ) erzeugt, wobei die Bogendruckmaschine genau zwei Hauptantriebe (19 ,19' ) aufweist, um die Übertragungszylinder (15 ), die Gegendruckzylinder (14 ) und die Farbwerke (16 ) der Druckwerke sowie Transferzylinder (18 ) anzutreiben, und wobei die Hauptantriebe (19 ,19' ) jeweils einem Gegendruckzylinder (14 ) zugeordnet sind, dadurch gekennzeichnet, dass jedem der Hauptantriebe (19 ,19' ) ein Antriebsregler mit einer Einrichtung zugeordnet ist, die online während des Betriebs der Bogendruckmaschine aus genau einer Zustandsgröße eines Antriebsregelkreises, in den der jeweilige Antriebsregler eingebunden ist, eine Drehschwingungskompensationsgröße generiert, die ausschließlich in diesem Antriebsregelkreis zur Drehschwingungskompensation gültig ist. - Bogendruckmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die einem der Antriebsregler zugeordnete Einrichtung ein erstes Mittel umfasst, um aus der oder jeder Zustandsgröße des jeweiligen Antriebsregelkreises eine zu kompensierende Drehschwingung des jeweils angetriebenen Zylinders (
14 ) zu detektieren, und dass die Einrichtung ein zweites Mittel umfasst, um aus der detektierten Drehschwingung die Drehschwingungskompensationsgröße für den jeweiligen Antriebsregelkreis zu generieren. - Bogendruckmaschine nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Mittel und das zweite Mittel der dem Antriebsregler zugeordneten Einrichtung jeweils mindestens eine Funktion umfassen, wobei mindestens ein Parameter dieser Funktionen im Sinne einer Adaption online während des Betriebs der Bogendruckmaschine anpassbar ist.
- Bogendruckmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass dieselbe genau zwei Hauptantriebe (
19 ,19' ) aufweist, um die Übertragungszylinder (15 ), die Gegendruckzylinder (14 ) und die Farbwerke (16 ) der Druckwerke (10 ,11 ,12 ,13 ) sowie Transferzylinder (18 ) anzutreiben, und wobei dem Formzylinder (17 ) jedes Druckwerks (10 ,11 ,12 ,13 ) jeweils ein Direktantrieb (20 ) zugeordnet ist, um die Formzylinder (17 ) der Druckwerke (10 ,11 ,12 ,13 ) eigenmotorisch anzutreiben. - Bogendruckmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass jeder Antriebsregler ein kaskadierter Regler aus einer Stromregelung, Drehzahlregelung und Lageregelung ist, wobei die für den jeweiligen Antriebsregler generierte Drehschwingungskompensationsgröße in der Stromregelung, Drehzahlregelung und Lageregelung nutzbar ist.
- Verfahren zum Betreiben einer Bogendruckmaschine, mit mehreren Druckwerken (
10 ,11 ,12 ,13 ) und Antrieben (19 ,19' ,20 ), wobei jedes Druckwerk (10 ,11 ,12 ,13 ) einen Formzylinder (17 ), einen auf dem Formzylinder (17 ) abrollenden Übertragungszylinder (15 ), einen auf dem Übertragungszylinder (15 ) abrollenden Gegendruckzylinder (14 ), ein Farbwerk (16 ) sowie vorzugsweise ein Feuchtwerk aufweist, wobei die Antriebe (19 ,19' ,20 ) in die Druckwerke (10 ,11 ,12 ,13 ), nämlich in einen Zylinder (14 ,17 ) derselben, eintreiben, und wobei jedem Antrieb (20 ) ein separater Antriebsregler (22 ) zugeordnet ist, der auf Basis einer Abweichung zwischen einem Sollwert und einem Istwert ein Stellsignal für den entsprechenden Antrieb (20 ) erzeugt, wobei die Bogendruckmaschine genau zwei Hauptantriebe (19 ,19' ) aufweist, um die Übertragungszylinder (15 ), die Gegendruckzylinder (14 ) und die Farbwerke (16 ) der Druckwerke sowie Transferzylinder (18 ) anzutreiben, und wobei die Hauptantriebe (19 ,19' ) jeweils einem Gegendruckzylinder (14 ) zugeordnet sind, dadurch gekennzeichnet, dass online während des Betriebs der Bogendruckmaschine für mindesten einen Antriebsregler aus genau einer Zustandsgröße eines Antriebsregelkreises, in den der jeweilige Antriebsregler eingebunden ist, eine Drehschwingungskompensationsgröße generiert wird, die ausschließlich in diesem Antriebsregelkreis zur Drehschwingungskompensation verwendet wird. - Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass hierzu aus der oder jeder Zustandsgröße des jeweiligen Antriebsregelkreises eine zu kompensierende Drehschwingung des jeweils angetriebenen Zylinders (
14 ) detektiert wird, wobei aus der detektierten Drehschwingung die Drehschwingungskompensationsgröße für den jeweiligen Antriebsregelkreis generiert wird. - Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens ein Parameter einer Funktion zur Detektion der zu kompensierenden Drehschwingung und/oder einer Funktion zur Generierung der Drehschwingungskompensationsgröße im Sinne einer Adaption online während des Betriebs der Bogendruckmaschine angepasst wird.
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