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Die
Erfindung betrifft ein Türscharnier
gemäß dem Oberbegriff
des Hauptanspruchs, das insbesondere zur Anbringung einer Tür in einer
Passagierkabine eines Verkehrsflugzeugs geeignet ist. Ferner betrifft
die Erfindung eine mit einem derartigen Scharnier ausgestattete
Türanordnung
sowie eine Verwendung des Türscharniers
und eine der Türanordnung.
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Aufgrund
der Umgebungsbedingungen an Bord eines Flugzeugs sowie aufgrund
der im Flugzeugbau geltenden Sicherheitsvorschriften werden an die
Funktionsweise einer Tür
zwischen zwei abgetrennten Bereichen einer Flugzeugkabine besondere Anforderungen
gestellt. Beispielsweise muss eine derartige Tür aus Sicherheitsgründen vollständig, d.h.
mit einem Öffnungswinkel
von ca. 180° zu öffnen sein.
Darüber
hinaus muss sichergestellt werden, dass die Tür auch im Fall einer Dekompression
in der während
des Flugs unter erhöhtem
Druck gehaltenen Flugzeugkabine, die zum Aufbau eines auf das Türblatt der
Tür wirkenden
Differenzdrucks führt,
geöffnet
werden kann.
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Die
DE 44 17 383 A1 offenbart
ein Scharnier zur Anlenkung einer um eine horizontale Achse schwenkbaren
Heckklappe an der Karosserie eines Fahrzeugs. Das Scharnier umfasst
ein an der Fahrzeugkarosserie befestigtes erstes Scharnierelement sowie
ein mit der Heckklappe verbundenes zweites Scharnierelement. Das
zweite Scharnierelement weist einen mit der Heckklappe verbundenen
ersten Scharnierflügel
auf, der um eine Betriebsschwenkachse verschwenkbar mit einem zweiten
Scharnierflügel
verbunden ist. Im Normalbetrieb des Scharniers ist der zweite Scharnierflügel des
zweiten Scharnierelements mittels einer Zylinderkopfschraube starr
mit dem ersten Scharnierelement verbunden. Das Öffnen der Heckklappe erfolgt
somit durch ein Verschwenken des ersten Scharnierflügels des zweiten
Scharnierelements relativ zu dem zweiten Scharnierflügel des
zweiten Scharnierelements um die Betriebsschwenkachse. Um bei Lackierarbeiten den
Zugang zu im Bereich der Heckklappe angeordneten Karosserieteilen
zu erleichtern, wird bei geöffneter
Heckklappe die den zweiten Scharnierflügel des Scharnierelements mit
dem ersten Scharnierelement verbindende Zylinderkopfschraube gelöst, so dass
der zweite Scharnierflügel
des zweiten Scharnierelements um eine Hilfsschwenkachse relativ
zu dem ersten Scharnierelement verschwenkbar ist. Durch das Verschwenken
des zweiten Scharnierflügels
des zweiten Scharnierelements relativ zu dem ersten Scharnierelement
wird die sich in ihrer Offenstellung befindende Heckklappe im Wesentlichen
horizontal verlagert.
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Der
Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein insbesondere zur Anbringung
einer Tür
in einer Passagierkabine eines Verkehrsflugzeugs geeignetes, robust
aufgebautes Türscharnier
bereitzustellen, das im Normalbetrieb der Tür das Öffnen der Tür mit einem Öffnungswinkel
von ca. 180° ermöglicht und darüber hinaus
sicherstellt, dass die Tür
auch im Fall einer Dekompression in der Flugzeugkabine sicher geöffnet werden
kann. Darüber
hinaus liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine mit einem
derartigen Scharnier ausgestattete Türanordnung sowie zwei Verwendungen
bereitzustellen.
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Diese
Aufgaben werden durch ein Türscharnier
mit den im Patentanspruch 1 angegebenen Merkmalen sowie eine Türanordnung
mit den im Patentanspruch 13 angegebenen Merkmalen bzw. bezüglich der
Verwendungen durch die Merkmale der Patentansprüche 14 bzw. 15 gelöst.
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Das
erfindungsgemäße Türscharnier
umfasst ein an einem Türrahmen
befestigbares erstes Scharnierelement. Ein zweites Scharnierelement
des erfindungsgemäßen Türscharniers
ist an einem Türblatt
befestigbar und umfasst einen ersten Scharnierschenkel sowie einen
zweiten Scharnierschenkel. Beispielsweise kann der zweite Scharnierschenkel des
zweiten Scharnierelements mit einer Bohrung oder einer Mehrzahl
von Bohrungen versehen sein, so dass der zweite Scharnierschenkel
und damit das zweite Scharnierelement mit Hilfe geeigneter Befestigungseinrichtungen,
wie z.B. Schrauben oder Nieten, an einer Frontseite des Türblatts
befestigt werden kann. Eine erste Schwenkachse ist in einem ersten
Betriebszustand des Türscharniers
derart mit dem ersten und dem zweiten Scharnierelement verbunden,
dass der zweite Scharnierschenkel des zweiten Scharnierelements
zur Freigabe einer durch den Türrahmen
begrenzten Türöffnung relativ
zu dem ersten Scharnierelement und vorzugsweise auch relativ zu
dem ersten Scharnierschenkel des ersten Scharnierelements in eine
erste Schwenkrichtung, beispielsweise im Uhrzeigersinn, um die erste Schwenkachse
verschwenkbar ist.
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In
einem zweiten Betriebszustand des erfindungsgemäßen Türscharniers ist die erste Schwenkachse
dagegen von dem ersten oder dem zweiten Scharnierelement entkoppelt.
Eine zweite Schwenkachse ist derart mit dem ersten und dem zweiten Scharnierelement
verbunden, dass das erste und das zweite Scharnierelement im zweiten
Betriebszustand des Türscharniers
zur Freigabe der durch den Türrahmen
begrenzten Türöffnung relativ
zueinander in eine der ersten Schwenkrichtung entgegengesetzte zweite
Schwenkrichtung, d.h. beispielsweise gegen den Uhrzeigersinn, um
die zweite Schwenkachse verschwenkbar sind. Mit anderen Worten,
im zweiten Betriebszustand des erfindungsgemäßen Türscharniers ist nicht lediglich
der zweite Scharnierschenkel des zweiten Scharnierelements relativ
zu dem ersten Scharnierelement verschwenkbar, sondern das gesamte
zweite Scharnierelement.
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Im
ersten Betriebszustand des erfindungsgemäßen Türscharniers, der einem Normalbetriebszustand
des Türscharniers
entspricht, kann ein an dem zweiten Scharnierelement, d.h. dem zweiten
Scharnierschenkel des zweiten Scharnierelements befestigtes Türblatt relativ
zu dem Türrahmen
um ca. 180° in
die erste Schwenkrichtung um die erste Schwenkachse verschwenkt
werden, um die durch den Türrahmen
begrenzte Türöffnung vollständig freizugeben.
Im zweiten Betriebszustand des erfindungsgemäßen Türscharniers kann das an dem
zweiten Scharnierelement befestigte Türblatt dagegen relativ zu dem
Türrahmen
in die der ersten Schwenkrichtung entgegengesetzte zweite Schwenkrichtung
um die zweite Schwenkachse verschwenkt werden. Das erfindungsgemäße Türscharnier
ermöglicht
es somit, das Türblatt,
je nach Betriebszustand des Türscharniers,
in zwei einander entgegengesetzte Schwenkrichtungen relativ zu dem
Türrahmen
zu verschwenken.
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Bei
einer Verwendung des Türscharniers
zur Anbringung einer Tür
in einer Passagierkabine eines Verkehrsflugzeugs wird durch die
erfindungsgemäße Ausgestaltung
des Türscharniers
sichergestellt, dass die durch den Türrahmen begrenzte Türöffnung durch
Verschwenken des Türblatts
in die zweite Schwenkrichtung auch dann freigegeben werden kann,
wenn eine Dekompression in der während des Flugs
unter erhöhtem
Druck gehaltenen Flugzeugkabine zum Aufbau eines auf das Türblatt wirkenden Differenzdrucks
führt,
der ein Verschwenken des Türblatts
in die erste Schwenkrichtung verhindert. Das erfindungsgemäße Türscharnier
ist daher besonders gut für
den Einsatz an Bord eines Flugzeugs, beispielsweise zur Anbringung
einer Tür
geeignet, die einen Raucherbereich von einem Nichtraucherbereich
der Flugzeugkabine trennt.
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Vorzugsweise
umfasst das erste Scharnierelement des erfindungsgemäßen Türscharniers, ähnlich wie
das zweite Scharnierelement, einen ersten sowie einen zweiten Scharnierschenkel.
Der erste Scharnierschenkel des ersten Scharnierelements erstreckt
sich vorzugsweise im Wesentlichen senkrecht zu dem zweiten Scharnierschenkel.
Während
die ersten und zweiten Scharnierschenkel des zweiten Scharnierelements
relativ zueinander um die erste Schwenkachse verschwenkbar sind,
können
die ersten und zweiten Scharnierschenkel des ersten Scharnierelements
starr miteinander verbunden sein. Vorzugsweise ist das erste Scharnierelement
einstückig
ausgeführt.
Es ist jedoch auch denkbar, die ersten und zweiten Scharnierschenkel
des ersten Scharnierelements als separate Bauteile auszuführen und
zur Bildung des ersten Scharnierelements miteinander zu verbinden.
Im an einem Türrahmen montierten
Zustand erstreckt sich der erste Scharnierschenkel des ersten Scharnierelements
vorzugsweise entlang einer Innenseite des Türrahmens. Der zweite Scharnierschenkel
des ersten Scharnierelements liegt dagegen im am Türrahmen
montierten Zustand des ersten Scharnierelements vorzugsweise an
einer Frontseite des Türrahmens
an.
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An
dem ersten Scharnierelement kann eine Verbindungseinrichtung zur
lösbaren
Verbindung der ersten Schwenkachse mit dem ersten Scharnierelement
vorgesehen sein. Beispielsweise ist die Verbindungseinrichtung mittels
einer geeigneten Befestigungsvorrichtung, wie z.B. einer Schraube
oder einer Niete, an dem zweiten Scharnierschenkel des ersten Scharnierelements
befestigt. Vorzugsweise sind das erste Scharnierelement sowie die
Verbindungseinrichtung so ausgebildet, dass eine einzige Befestigungseinrichtung
zur Befestigung der Verbindungseinrichtung an dem ersten Scharnierelement
sowie zur Befestigung des ersten Scharnierelements an dem Türrahmen
eingesetzt werden kann. Zu diesem Zweck sind die Verbindungseinrichtung
und das erste Scharnierelement, d.h. der zweite Scharnierschenkel
des ersten Scharnierelements vorzugsweise mit entsprechenden Bohrungen
versehen, durch die eine Befestigungseinrichtung hindurchgeführt werden kann,
um die Verbindungseinrichtung an dem ersten Scharnierelement und
das erste Scharnierelement an dem Türrahmen zu befestigen.
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Die
Verbindungseinrichtung umfasst vorzugsweise eine Blattfeder. Darüber hinaus
kann die Verbindungseinrichtung ferner einen mit einer Bohrung versehenen
Befestigungsabschnitt zur Befestigung der Verbindungseinrichtung
an dem zweiten Scharnierschenkel des ersten Scharnierelements umfassen.
Die Blattfeder der Verbindungseinrichtung kann gekrümmt geformt
und dazu eingerichtet sein, im ersten Betriebszustand des erfindungsgemäßen Türscharniers
die erste Schwenkachse zu umgreifen und auf diese Art und Weise
mit dem ersten Scharnierelement zu verbinden.
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Vorzugsweise
ist die Verbindungseinrichtung so ausgelegt, dass die Verbindung
zwischen der ersten Schwenkachse und dem ersten Scharnierelement
manuell, d.h. beispielsweise durch Drücken oder Schlagen gegen das
mittels des erfindungsgemäßen Türscharniers
an dem Türrahmen
befestigte Türblatt
nicht gelöst
werden kann, sondern nur wenn ein vorbestimmter Differenzdruck auf
das Türblatt wirkt.
Bei der Auslegung der Verbindungseinrichtung sind Parameter, wie
z.B. die Abmessungen und das Gewicht des Türblatts, die Abmessungen des
Türrahmens
sowie das Ausmaß des
im Fall einer Dekompression in der Flugzeugkabine zu erwartenden auf
das Türblatt
wirkenden Differenzdrucks zu berücksichtigen.
In Abhängigkeit
dieser Parameter können
die Geometrie sowie die Steifigkeit der Verbindungseinrichtung,
je nach Bedarf, anwendungsspezifisch gewählt werden. Durch eine entsprechende Auslegung
der Verbindungseinrichtung kann sichergestellt werden, dass die
durch den Türrahmen
begrenzte Türöffnung durch
Verschwenken des Türblatts
in die zweite Schwenkrichtung auch dann zuverlässig freigegeben werden kann,
wenn ein Differenzdruck auf das Türblatt wirkt. Gleichzeitig
wird das Risiko eines unbeabsichtigten Lösens der Verbindung zwischen
der ersten Schwenkachse und dem ersten Scharnierelement minimiert.
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Bei
einer bevorzugten Ausführungsform
des erfindungsgemäßen Türscharniers
ist an dem ersten Scharnierelement eine erste Aufnahmeeinrichtung zur
Verbindung der zweiten Schwenkachse mit dem ersten Scharnierelement
vorgesehen. Die Aufnahmeeinrichtung kann beispielsweise durch eine
Bohrung gebildet werden, die in einem Aufnahmeabschnitt des ersten
Scharnierschenkels des ersten Scharnierelements ausgebildet ist.
Zur Verbindung der zweiten Schwenkachse mit dem ersten Scharnierelement
kann die zweite Schwenkachse dann auf einfache und komfortable Art
und Weise in die in dem Aufnahmeabschnitt des ersten Scharnierschenkels des
ersten Scharnierelements ausgebildete Bohrung eingesetzt werden.
Vorzugsweise ist die erste Aufnahmeeinrichtung so gestaltet, dass
die zweite Schwenkachse axial verschiebbar in der ersten Aufnahmeeinrichtung
aufgenommen ist.
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An
dem zweiten Scharnierelement ist vorzugsweise eine Halteeinrichtung
zur Verbindung der ersten Schwenkachse mit dem zweiten Scharnierelement
vorgesehen. Vorzugsweise ist die Halteeinrichtung zweiteilig ausgebildet,
um die erste Schwenkachse mit dem ersten sowie dem zweiten Scharnierschenkel
des zweiten Scharnierelements zu verbinden. Beispielsweise kann
die Halteeinrichtung mindestens einen Haltearm umfassen, der sich
von dem ersten Scharnierschenkel des zweiten Scharnierelements erstreckt
und die erste Schwenkachse umgreift. Darüber hinaus umfasst die Halteeinrichtung vorzugsweise
ferner mindestens eine an dem zweiten Scharnierschenkel des zweiten
Scharnierelements angebrachte Aufnahmehülse, in der die erste Schwenkachse
aufgenommen ist, um die Schwenkachse mit dem zweiten Scharnierschenkel
des zweiten Scharnierelements zu verbinden.
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Bei
der bisher beschriebenen bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Türscharniers
ist die erste Schwenkachse lösbar
mit dem ersten Scharnierelement verbunden, während zwischen der ersten Schwenkachse
und dem zweiten Scharnierelement des erfindungsgemäßen Türscharniers eine
feste Verbindung besteht. Alternativ dazu ist es selbstverständlich auch
denkbar, die erste Schwenkachse lösbar an dem zweiten Scharnierelement
zu befestigen und eine feste Verbindung zwischen dem ersten Scharnierelement
und der ersten Schwenkachse vorzusehen.
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Bei
einer besonders bevorzugten Ausführungsform
des erfindungsgemäßen Türscharniers
ist der zweite Scharnierschenkel des zweiten Scharnierelements mittels
einer z.B. als Schraubendrehfeder ausgebildeten Feder entgegen der
ersten Schwenkrichtung vorgespannt. Durch die von der Feder auf den
zweiten Scharnierschenkel des zweiten Scharnierelements ausgeübte Vorspannkraft
wird gewährleistet,
dass ein mit dem zweiten Scharnierschenkel des zweiten Scharnierelements
verbundenes Türblatt
die durch den Türrahmen
begrenzte Türöffnung automatisch
wieder verschließt,
wenn eine manuell aufgebrachte Kraft wegfällt, die das Türblatt in
seiner geöffneten
Position hält.
Ein mit einer Feder ausgestattetes Türscharnier ist in besonders
vorteilhafter Art und Weise einzusetzen, wenn eine automatische Rückstellung
des Türblatts
in eine Position erwünscht
ist, in der das Türblatt
die durch den Türrahmen
begrenzte Türöffnung verschließt. Dies
ist beispielsweise bei einer Verwendung des erfindungsgemäßen Türscharniers
in Verbindung mit einer Türanordnung
wünschenswert,
die in einer Flugzeugkabine einen Raucherbereich von einem Nichtraucherbereich
trennt.
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An
dem zweiten Scharnierelement kann eine zweite Aufnahmeeinrichtung
zur Verbindung der zweiten Schwenkachse mit dem zweiten Scharnierelement
vorgesehen sein. Die zweite Aufnahmeeinrichtung kann beispielsweise
in Form einer Bohrung ausgeführt
sein, die in einem Aufnahmeabschnitt des ersten Scharnierschenkels
des zweiten Scharnierelements ausgebildet ist. Zur Verbindung der
zweiten Schwenkachse mit dem zweiten Scharnierelement kann die zweite
Schwenkachse dann auf einfache und komfortable Art und Weise in
die in dem Aufnahmeabschnitt des ersten Scharnierschenkels des zweiten
Scharnierelements ausgebildete Bohrung eingesetzt werden. Vorzugsweise
ist die zweite Aufnahmeeinrichtung so gestaltet, dass die zweite Schwenkachse
axial verschiebbar in der zweiten Aufnahmeeinrichtung aufgenommen
ist.
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An
der zweiten Schwenkachse ist vorzugsweise ein federbelasteter Entriegelungshebel
zum Lösen
der zweiten Schwenkachse von dem ersten oder dem zweiten Scharnierelement
vorgesehen. Vorzugsweise dient der federbelastete Entriegelungshebel
zum Lösen
der zweiten Schwenkachse aus der an dem ersten Scharnierelement
ausgebildeten ersten Aufnahmeeinrichtung. Alternativ dazu kann der
federbelastete Entriegelungshebel jedoch auch zum Lösen der
zweiten Schwenkachse aus der zweiten Aufnahmeeinrichtung des zweiten
Scharnierelements dienen. Wesentlich ist, dass der federbelastete
Entriegelungshebel die Verbindung der zweiten Schwenkachse mit dem
ersten oder dem zweiten Scharnierelement löst, so dass bei Bedarf, d.h.
in einem Notfall oder zu Wartungszwecken, eine Trennung des ersten
Scharnierelements von dem zweiten Scharnierelement und damit eine
Trennung des an dem zweiten Scharnierelement befestigten Türblatts
von dem mit dem ersten Scharnierelement verbundenen Türrahmen
möglich
ist.
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Die
an dem zweiten Scharnierelement vorgesehene zweite Aufnahmeeinrichtung
weist vorzugsweise eine Führungsöffnung zur
Führung
des an der zweiten Schwenkachse vorgesehenen federbelasteten Entriegelungshebels
bei einer Betätigung des
federbelasteten Entriegelungshebels auf. Alternativ oder zusätzlich dazu
kann auch die an dem ersten Scharnierelement vorgesehene erste Aufnahmeeinrichtung
eine Führungsöffnung zur
Führung
des an der zweiten Schwenkachse vorgesehenen Entriegelungshebels
bei einer Betätigung
des federbelasteten Entriegelungshebels aufweisen.
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Die
Führungsöffnung kann
einen Verschiebungsabschnitt sowie einen sich im Wesentlichen senkrecht
zu dem Verschiebungsabschnitt erstreckenden Anschlagab schnitt aufweisen.
Zum Lösen der
zweiten Schwenkachse von dem ersten oder dem zweiten Scharnierelement
wird der an der zweiten Schwenkachse befestigte federbelastete Entriegelungshebel
entgegen der Federkraft entlang des Verschiebungsabschnitts der
Führungsöffnung verschoben
und die zweite Schwenkachse dadurch aus der ersten oder zweiten
Aufnahmeeinrichtung gelöst. Anschließend wird
der federbelastete Entriegelungshebel entlang des sich im Wesentlichen
senkrecht zu dem Verschiebungsabschnitt erstreckenden Anschlagabschnitts
verschoben und die zweite Schwenkachse dadurch in ihrer aus der
ersten oder zweiten Aufnahmeeinrichtung gelösten Position gehalten. Sofern
auch die Verbindung zwischen der ersten Schwenkachse und dem ersten
oder dem zweiten Scharnierelement gelöst ist, kann das erste Scharnierelement
dann auf einfache und komfortable Art und Weise von dem zweiten
Scharnierelement getrennt und ein mit dem zweiten Scharnierelement verbundenes
Türblatt
von einem mit dem ersten Scharnierelement verbundenen Türrahmen
gelöst werden.
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Eine
erfindungsgemäße Türanordnung
umfasst einen Türrahmen,
ein Türblatt
sowie ein oben beschriebenes Scharnierelement.
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Das
erfindungsgemäße Türscharnier
und die erfindungsgemäße Türanordnung
sind in besonders vorteilhafter Weise in einem Flugzeug, insbesondere der
Passagierkabine eines Flugzeugs, verwendbar.
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Eine
bevorzugte Ausführungsform
eines erfindungsgemäßen Türscharniers
wird nun anhand der beigefügten
schematischen Zeichnungen näher erläutert, von
denen
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1 eine
dreidimensionale Frontansicht eines erfindungsgemäßen Türscharniers
in einem ersten Betriebszustand und in einer Schließposition zeigt,
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2 eine
dreidimensionale Rückansicht des
Türscharniers
gemäß 1 zeigt,
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3 eine
dreidimensionale Frontansicht des Türscharniers gemäß 1 im
mit einem Türrahmen
sowie einem Türblatt
verbundenen Zustand und in einer teilweise geöffneten Position zeigt,
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4 eine
dreidimensionale Frontansicht des Türscharniers gemäß 1 in
einer geöffneten Position
zeigt,
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5 und 6 dreidimensionale
Frontansichten des Türscharniers
gemäß 1 in
einem zweiten Betriebszustand und in zwei verschiedenen Öffnungspositionen
zeigen,
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7 eine
dreidimensionale Stirnansicht des Türscharniers gemäß 1 zeigt,
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8 einen
Detailausschnitt des Türscharniers
gemäß 7 zeigt,
und
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9 eine
dreidimensionale Rückansicht des
Türscharniers
gemäß 1 in
einem vollständig entriegelten
Zustand zeigt.
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Ein
in den 1 bis 9 gezeigtes Türscharnier 10 umfasst
ein erstes Scharnierelement 12 sowie ein zweites Scharnierelement 14.
Das erste Scharnierelement 12 umfasst einen ersten Scharnierschenkel 16 sowie
einen zweiten Scharnierschenkel 18, wobei die ersten und
zweiten Scharnierschenkel 16, 18 des ersten Scharnierelements 12 einstückig ausgebildet
sind und sich im Wesentlichen senkrecht zueinander erstrecken. Das
zweite Scharnierelement 14 umfasst einen ersten Scharnierschenkel 20 sowie
einen als separat von dem ersten Scharnierschenkel 20 ausgebildeten
zweiten Scharnierschenkel 22.
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Wie
insbesondere aus den 3, 5 und 6 ersichtlich
wird, ist das erste Scharnierelement 12 mit einem Türrahmen 24 verbindbar.
Im an dem Türrahmen 24 montierten
Zustand des ersten Scharnierelements 12 liegt der zweite
Scharnierschenkel 18 des ersten Scharnierelements 12 an
einer Frontseite des Türrahmens 24 an,
während
sich der erste Scharnierschenkel 16 des ersten Scharnierelements 12 entlang
einer Innenseite des Türrahmens 24 erstreckt.
Der zweite Scharnierschenkel 18 des ersten Scharnierelements 12 ist
mit Bohrungen 26 versehen. Zur Befestigung des ersten Scharnierelements 12 an
dem Türrahmen 24 können geeignete
Befestigungseinrichtungen, wie z.B. Schrauben oder Nieten, durch
die in dem zweiten Scharnierschenkel 18 des ersten Scharnierelements 12 ausgebildeten
Bohrungen 26 hindurchgeführt und an dem Türrahmen 24 fixiert
werden.
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Das
zweite Scharnierelement 14 ist dagegen mit einem Türblatt 28 verbindbar.
In dem zweiten Scharnierschenkel 22 des zweiten Scharnierelements 14 sind
Bohrungen 30 ausgebildet, durch die geeignete Befestigungseinrichtungen,
wie z.B. Schrau ben oder Nieten, hindurchgeführt werden können, um
den zweiten Scharnierschenkel 22 des zweiten Scharnierelements 14 an
dem Türblatt 28 zu
befestigen. Eine den Türrahmen 24,
das Türblatt 28 sowie
das Türscharnier 10 umfassende
Türanordnung dient
dazu in einer Flugzeugkabine einen Raucherbereich von einem Nichtraucherbereich
zu trennen.
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Das
Türscharnier 10 umfasst
ferner eine erste Schwenkachse 32, die in zwei einstückig mit
dem zweiten Scharnierschenkel 22 des zweiten Scharnierelements 14 ausgebildeten
Aufnahmehülsen 34 aufgenommen
ist. Von dem ersten Scharnierschenkel 20 des zweiten Scharnierelements 14 erstrecken sich
darüber
hinaus zwei Haltearme 36, die nicht in den Aufnahmehülsen 34 aufgenommene
Abschnitte der ersten Schwenkachse 32 umgreifen. Der zweite Scharnierschenkel 22 des
zweiten Scharnierelements 14 ist somit relativ zu dem ersten
Scharnierschenkel 20 des zweiten Scharnierelements 14 um die
Schwenkachse 32 verschwenkbar.
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Wie
insbesondere aus den 7 und 8 ersichtlich
wird, ist an dem ersten Scharnierelement 12 eine Verbindungseinrichtung 38 angebracht,
die dazu dient, die erste Schwenkachse 32 lösbar mit dem
ersten Scharnierelement 12 zu verbinden. Die Verbindungseinrichtung 38 weist
einen Befestigungsabschnitt 40 zur Befestigung einer Blattfeder 42 an dem
ersten Scharnierelement 12 auf. In dem Befestigungsabschnitt 40 ist
eine Bohrung 44 ausgebildet, die im an dem Türrahmen 24 montierten
Zustand des ersten Scharnierelements 12 mit einer der in
dem zweiten Scharnierschenkel 18 des ersten Scharnierelements 12 ausgebildeten
Bohrungen 26 fluchtet, so dass eine durch die Bohrungen 26, 44 hindurchgeführte Befestigungseinrichtung
die Doppelfunktion erfüllen
kann, das erste Scharnierelement 12 an dem Türrahmen 24 zu
befestigen und gleichzeitig die Verbindungsvorrichtung 38 an
dem ersten Scharnierelement 12 zu fixieren.
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In
einem ersten Betriebszustand des Türscharniers 10 (siehe 1 bis 4, 7 und 8)
umgreift die Blattfeder 42 ein freies Ende der ersten Schwenkachse 32 und
stellt somit eine Verbindung zwischen der ersten Schwenkachse 32 und dem
ersten Scharnierelement 12 her. Im ersten Betriebszustand
des Türscharniers 10 kann
somit der zweite Scharnierschenkel 22 des zweiten Scharnierelements 14 relativ
zu dem ersten Scharnierschenkel 20 des zweiten Scharnierelements 14 sowie
relativ zu dem starr mit dem Türrahmen 24 verbundenen ersten
Scharnierelement 12 in einer in 4 durch einen
Pfeil P1 angedeuteten ersten Schwenkrichtung um
die erste Schwenkachse 32 verschwenkt werden.
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Wie
ebenfalls insbesondere aus der 4 ersichtlich
wird, ermöglicht
die Anordnung der ersten Schwenkachse 32 im ersten Betriebszustand
des Türscharniers 10 ein
Verschwenken des zweiten Scharnierschenkels 22 des zweiten
Scharnierelements 14 um die erste Schwenkachse 32 um
ca. 180°.
Dadurch wird sichergestellt, dass das an dem zweiten Scharnierelement 14 befestigte
Türblatt 28 eine
durch den Türrahmen 24 begrenzte
Türöffnung in
einer vollständig
geöffneten
Position des Türscharniers 10 vollständig freigibt.
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Das
Türscharnier 10 umfasst
ferner eine in Form einer Schraubendrehfeder ausgebildete Feder 46,
die den zweiten Scharnierschenkel 22 des zweiten Scharnierelements 14 entgegen
der ersten Schwenkrichtung, d.h. entgegen der in 4 durch den
Pfeil P1 angedeuteten Schwenkrichtung vorspannt.
Die Kraft der Torsionsfeder 46 bewirkt, dass sich der zweite
Scharnierschenkel 18 des zweiten Scharnierelements 14 automatisch
aus einer beispielsweise in den 3 und 4 veranschaulichten
geöffneten
Position in eine in den 1, 2, 7 und 8 gezeigte
Schließposition
zurückbewegt,
sobald keine Öffnungskraft
mehr auf den zweiten Scharnierschenkel 22 des zweiten Scharnierelements 14 aufgebracht
wird. Dadurch wird sichergestellt, dass ein mit dem zweiten Scharnierschenkel 22 des
zweiten Scharnierelements 14 verbundenes Türblatt 28 automatisch
in eine Schließstellung
zurückbewegt
wird, in der es die durch den Türrahmen 24 begrenzte
Türöffnung verschließt, sofern
das Türblatt 28 nicht
durch eine äußere Kraft
in seiner geöffneten Position
gehalten wird.
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Wie
insbesondere aus den 2 und 6 ersichtlich
wird, umfasst das Türscharnier 10 ferner eine
zweite Schwenkachse 48. Zur Verbindung der zweiten Schwenkachse 48 mit
dem ersten Scharnierelement 12 umfasst der erste Scharnierschenkel 16 des
ersten Scharnierelements 12 einen Aufnahmeabschnitt 50.
In dem Aufnahmeabschnitt 50 ist eine in Form einer Bohrung
ausgebildete erste Aufnahmeeinrichtung 52 zur Aufnahme
der zweiten Schwenkachse 48 ausgebildet.
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Zur
Verbindung der zweiten Schwenkachse 48 mit dem zweiten
Scharnierelement 14 weist auch der erste Scharnierschenkel 20 des
zweiten Scharnierelements 14 einen Aufnahmeabschnitt 54 auf.
In dem Aufnahmeabschnitt 54 ist eine ebenfalls in Form einer
Bohrung ausgebildete zweite Aufnahmeeinrichtung 56 zur
Aufnahme der zweiten Schwenkachse 48 ausgebildet. In dem
in den 1 bis 4, 7 und 8 gezeigten
ersten Betriebszustand des Türscharniers 10 bildet
die zweite Schwenkachse 48 lediglich eine starre Verbindungsachse
zwischen dem ersten und dem zweiten Scharnierelement 12, 14.
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Die
an dem ersten Scharnierelement 12 vorgesehene Verbindungseinrichtung 38,
d.h. insbesondere die Blattfeder 42 ist hinsichtlich ihrer
Geometrie und ihrer Steifigkeit so ausgelegt, dass die Verbindung
zwischen der Blattfeder 42 und der ersten Schwenkachse 32 manuell,
d.h. durch Drücken
oder Schlagen gegen das Türblatt 28 nicht
gelöst
werden kann, sondern nur wenn auf das Türblatt 28 ein vorbestimmter
Differenzdruck wirkt. Bei der Auslegung der Verbindungseinrichtung 38 bzw.
der Blattfeder 42 kann als vorbestimmter Differenzdruck
ein Differenzdruck herangezogen werden, der sich im Fall einer Dekompression
in der während
des Flugs unter erhöhtem
Druck gehaltenen Flugzeugkabine an den beiden einander gegenüberliegenden
Hauptflächen des
Türblatts 28 aufbaut
und der ein manuelles Verschwenken des Türblatts in die erste Schwenkrichtung
P1 verhindert. Durch Lösen der Verbindung zwischen
der Blattfeder 42 und der ersten Schwenkachse 32 wird
das Türscharnier 10 aus
seinem in den 1 bis 4, 7 und 8 gezeigten
ersten Betriebszustand in einen in den 5 und 6 veranschaulichten
zweiten Betriebszustand versetzt.
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Im
zweiten Betriebszustand des Türscharniers 10 ermöglicht die
zweite Schwenkachse 48 ein Verschwenken des zweiten Scharnierelements 14, d.h.
der ersten und zweiten Scharnierschenkel 20, 22 des
zweiten Scharnierelements 14, relativ zu dem ersten Scharnierelement 12 um
die zweite Schwenkachse 48 in eine der ersten Schwenkrichtung
P1 entgegengesetzte und in den 5 und 6 durch
einen Pfeil P2 angedeutete zweite Schwenkrichtung. Infolgedessen
kann im zweiten Betriebszustand des Türscharniers 10 auch
das Türblatt 28 in
eine der ersten Schwenkrichtung P1 entgegengesetzte
zweite Schwenkrichtung P2 verschwenkt werden,
um die durch den Türrahmen 24 begrenzte
Türöffnung freizugeben.
Dadurch wird sichergestellt, dass das Türblatt 28 zur Freigabe
der durch den Türrahmen 28 begrenzten
Türöffnung auch
dann verschwenkt werden kann, wenn im Fall einer Dekompression in
der Flugzeugkabine ein auf das Türblatt 28 wirkender
Differenzdruck ein Verschwenken des Türblatts 28 in der
ersten Schwenkrichtung P1 unmöglich macht.
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An
der zweiten Schwenkachse 48 ist ein federbelasteter Entriegelungshebel 58 angebracht.
Der federbelastete Entriegelungshebel 58 ragt durch eine Führungsöffnung 60,
die an der zweiten Aufnahmeeinrichtung 56 des zweiten Scharnierelements 14 ausgebildet
ist. Die Führungsöffnung 60 umfasst
einen Verschiebungsabschnitt 62 sowie einen sich im Wesentlichen
senkrecht zu dem Verschiebungsabschnitt 62 erstreckenden
Anschlagabschnitt 64.
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Durch
Verschieben des federbelasteten Entriegelungshebels 58 entgegen
der Federkraft in einer in der 9 durch
einen Pfeil R angedeuteten Richtung kann die zweite Schwenkachse 48 aus
ihrer Position in der ersten Aufnahmeeinrichtung 52 des
ersten Scharnierelements 12 verschoben und dadurch von
dem ersten Scharnierelement 12 gelöst werden. Zur Fixierung der
zweiten Schwenkachse 48 in ihrer Lösestellung kann der federbelastete
Entriegelungshebel 58 noch in den Anschlagabschnitt 64 der
Führungsöffnung 60 bewegt
werden.
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Sofern
auch die Verbindung zwischen der ersten Schwenkachse 32 und
dem ersten Scharnierelement 12 gelöst ist, ist mittels des federbelasteten Entriegelungshebels 58 eine
vollständige
Trennung der ersten und zweiten Scharnierelemente 12, 14 möglich. Dadurch
kann das Türblatt 28 bei
Bedarf, d.h. im Notfall oder zu Wartungszwecken, auf einfache und
komfortable Art und Weise von dem Türrahmen 24 getrennt
werden.