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Die
Erfindung betrifft einen Werkzeughalter nach dem Oberbegriff des
Anspruchs 1.
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Solche
Werkzeughalter sind – z.
B. als Zangen – insbesondere
für Anlagen
für umformtechnische
Fügeprozesse,
insbesondere Clinchen und Stanznieten, sowie für thermische Fügeprozesse
wie Widerstandspunktschweißen,
Handlings- oder Montageprozesse, Prägeprozesse, Schraub- und Einpressprozesse
bekannt.
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Im
Falle des Widerstandspunktschweißens bedeutet dies, dass es
in der Regel eine Vielzahl von zu bearbeitenden, d. h. mittels Schweißpunkten
zu verbindenden Werkstücken/-konturen
gibt. Daher gibt es Schweißzangen
der eingangs genannten Art als Werkzeughalter, die an zu verbindende
Werkstückkonturen
(bzw. Bauteilgeometrien und Zugänglichkeiten
der Werkzeuge zur Füge-/Montagestelle) angepasst
sind. Je nach Schweißaufgabe
gibt es unterschiedliche bzw. vielfältigste Anforderungen an die Fügezange,
wie zum Beispiel Schweiß-
und Kraftprofil oder aber die Zugänglichkeit der Fügezange
an die zu verschweißende
Stelle beispielsweise im Automobil-/Karosserierohbau. Für verschiedene
Arbeitsaufgaben gibt es in der Regel eine große Vielzahl von unterschiedlichen
Zangen mit an die Schweißaufgabe
angepasster Zangengeometrie.
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Aufgrund
der stark voneinander abweichenden Anforderungen an die Auslegung
der Zange und der hohen Variabilität der Anforderungen zum Teil
je Fügepunkt/Schweißaufgabe
innerhalb einer Schweißzange/je
Schweißzange/je
Aufgabenbereich einer Schweißzange/je
Fügespektrum
einer Schweißzange
sind solche Zangen in der Regel aber nur unzureichend an die jeweiligen,
unterschiedlichen, individuellen, mechanischen Anforderungen angepasst,
z. B. in Bezug auf das Nachsetzverhalten, die Masse oder das Verformungsverhalten
der Schweißzange
unter der wirkenden Elektrodenkraft/Anpreßkraft. Oft wird eine Zange
nur für
den gerade relevanten, konkreten Anwendungsfall dimensioniert, d.
h. zum Beispiel für
bestimmte zulässige Elektrodenkräfte (z.
B. bis 5 kN) ausgelegt. Diese Systeme sind nicht ohne weiteres/ohne
größeren Umrüstaufwand
bzw. zum Teil neue Berechnungen/Konstruktion an neue, auch höhere Ansprüche wie
beispielsweise Elektrodenkräfte
von bis zu 8 kN, umzustellen. Andererseits bedeutet die Verwendung bestehender
Zangen Nachteile für
das Schweißergebnis
durch die höheren
Anforderungen der jeweiligen Material-/Werkstoffkombination (Elektrodenkraft, Werkzeuggenauigkeit/versätze, Aufbiegung,
Nachsetzverhalten ...) bzw. das nicht angepaßte mechanische Verhalten der
Zange.
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Es
ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, einen Werkzeughalter
der eingangs genannten Art der Art weiterzubilden, dass er vergleichsweise leicht
aufgebaut sein kann und dass die relativ leichte Bauweise (Gewicht
und Struktur) für
eine Vielzahl von unterschiedlichen Anforderungen an einen Werkzeughalter
verfügbar
gemacht werden kann. Alternativ oder zusätzlich ist es Aufgabe der vorliegenden Erfindung,
einen Werkzeughalter der eingangs genannten Art einfacher und flexibler
anwendbar auszugestalten und/oder hinsichtlich der Konfigurierbarkeit
flexibler oder überhaupt
erst im Hinblick auf die Anpassung an eine vorhandene Werkstück-Bearbeitungsaufgabe/Schweißaufgabe
anpassen zu können.
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Diese
Aufgabe wird gelöst
durch die Merkmale des Anspruchs 1.
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Es
ist eine Erkenntnis der Erfindung, dass die für das Bearbeitungsergebnis äußerst relevanten, insbesondere
mechanischen, Verformungseigenschaften nicht nur durch den Austausch
des entsprechenden Werkzeughalters bewerkstelligt werden können oder
müssen.
Es ist eine Erkenntnis der Erfindung, dass vielmehr an einem vorhandenen
Werkzeughalter dessen Verformungseigenschaften signifikant in vorbestimmter
Weise beeinflusst werden können,
indem dort an den für
die Verformung und das mechanische Verhalten der Zange relevanten Stellen
zusätzliche,
mechanische Wirkelemente bzw. Wirkmittel vorgesehen werden. Diese
mechanischen Wirkmittel sind vorzugsweise lösbar anzubringen; sie können aber
auch fest und unlösbar
angebracht werden.
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Die
Erfindung bietet den Vorteil, dass ein Werkzeughalter für eine Vielzahl
von verschiedenen Schweißaufgaben
und/oder mit einer Vielzahl von verschiedenen mechanischen Eigenschaften
ausgelegt werden kann. Dies kann nachträglich geschehen. Außerdem kann
er für
eine Vielzahl von Betriebskräften
ausgelegt sein. Er kann aber auch auf Betriebskräfte unterschiedlich reagieren,
z. B. mit unterschiedlicher Aufbiegung, Nachsetzverhalten oder ähnlichem.
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Dadurch
werden Freiheitsgrade für
die Anpassung der mechanischen Eigenschaften eines vorhandenen Werkzeughalters
geschaffen, und zwar auf der Ebene von mechanischen Wirkmitteln,
z. B. Maschinenelementen, die wesentlich kleiner, leichter und wesentlich
leichter standardisierbar sind und zudem zu Kosteneinsparungen – sowohl
im Invest als auch in den laufenden Kosten – führen.
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Die
mechanischen Wirkmittel sind in oder an oder nahe einem elastischen
Verformungsbereich lösbar
anzubringen. Sie können
so angebracht werden, dass sie in dem Verformungsbereich oder auf den
Verformungsbereich wirken.
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Durch
die Anwendung in Bezug auf den, vorzugsweise elastischen, Verformungsbereich
wird gewährleistet,
dass die mechanischen Wirkmittel unter der Betriebskraft auch an
der mechanischen Verformung und damit an den physikalischen Verformungseigenschaften
des Werkzeughalters teilhaben. Die mechanischen Eigenschaften des
Werkzeughalters werden derart beeinflusst, dass die für den jeweiligen Bearbeitungsprozess
relevanten Eigenschaften angepasst oder verändert sind gegenüber der
Konfiguration des Werkzeughalters ohne die mechanischen Wirkmittel
bzw. ohne ein mechanisches Wirkmittel.
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Die
oben genannten Vorteile werden damit insbesondere dadurch erreicht,
dass die zusätzlich vorgesehenen,
mechanischen Wirkmittel praktisch frei konfigurierbar sind und einen
großen
Bereich gewünschter
mechanischer Eigenschaften abdecken und/oder dass die mit den Wirkmitteln
resultierenden mechanischen Eigenschaften des Werkzeughalters in
einem großen
Bereich gewünschter
Einflussgrößen bzw.
Einflussgrößenbereiche
veränderbar
sind.
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Die
Wirkmittel können
zusätzlich
zu anderen Elementen, Maschinenelementen oder funktional-technischen
Maßnahmen
oder einfach als zusätzlich
vorgesehene Bauteile ausgestaltet sein. Sie können sowohl nachträglich nachgerüstet werden
als auch von vornherein – z.
B. als standardisierter Baukasten – ab Werk vorgesehen und mitgeliefert
werden. Dann können
sie auch vorher oder nachträglich fest
und unlösbar
mit dem Werkzeughalter verbunden sein oder werden. Sie können aber
auch lösbar daran
befestigt sein.
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Die
Erfindung sieht vor, dass die für
den jeweiligen Bearbeitungsprozess relevanten, mechanischen Eigenschaften,
vor allem signifikant, in vorbestimmten Sinne zu beeinflussen sind;
insbesondere sind eine Vielzahl von gewünschten Eigenschaften für eine Vielzahl
bzw. die meisten vorgesehenen Bearbeitungsprozesse bereits flexibel
durch die Erfindung abgedeckt, wenn zumindest eine der mechanischen
Eigenschaften ausgewählt
ist aus: Steifigkeit bzw. Aufbiegung, Elastizitätseigenschaften, insbesondere
Elastizitäts-
oder Federeigenschaften, Dämpfungseigenschaften,
insbesondere Nachsetzverhalten, elastisch-plastische Eigenschaften, insbesondere
Elastizitätsgrenze
und dergleichen.
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Die
Vorteile der Erfindung kommen für
eine besonders große
Vielzahl oder für
praktisch alle Anwendungsfälle,
d. h. Arbeitsverfahren, Herstellungsverfahren, Bearbeitungsprozesse
etc. in Betracht, wenn die mechanischen Eigenschaften beeinflusst werden
im Sinne einer höheren/geringeren
Aufbiegung und/oder eines schnelleren und/oder langsameren und/oder
dynamischeren Nachsetzverhaltens und/oder einer höheren Presskraftbelastbarkeit und/oder
einer geringeren Gesamtmasse.
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Für die Erfindung
kann ein passives, mechanisches Wirkmittel, z. B. ein passives Maschinenelement
bzw. jedes passive Maschinenelement vorgesehen sein. Das hat den
Vorteil, dass eine Anpassung der mechanischen Eigenschaften – insbesondere
ohne zusätzliche
Energiezuführung
von außen – und nur
durch das entsprechende, passive, mechanische Wirkmittel erfolgen
kann. Des Weiteren hat die Verwendung passiver, mechanischer Wirkmittel den
Vorteil, dass diese vergleichsweise klein und leicht aufgebaut sein
können
und daher auch vergleichsweise leicht einbaubar, zu befestigen oder austauschbar
sind und schnell angepasst werden können.
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Insbesondere
ist ein weites Spektrum von vorbestimmten mechanischen Eigenschaften
und ein weites Spektrum von Parametern, die in vorbestimmten Sinne
beeinflusst werden, bereits dann abgedeckt, wenn zumindest ein mechanisches
Wirkmittel ausgewählt
ist aus: Maschinenelemente wie Federmittel, Dämpfungsmittel, Versteifungsmittel,
Strebenmittel.
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Alternativ
oder zusätzlich
kann vorgesehen sein, dass ein aktives, mechanisches Wirkmittel,
insbesondere ein hydraulischer, pneumatischer und/oder elektrischer
Servoantrieb, vorgesehen ist. Dies erhöht die Flexibilität bzw. das
vorgesehene Einsatzspektrum und die erreichbaren Freiheitsgrade der
mechanischen Eigenschaften, insbesondere im Hinblick auf bestimmte
Kraftprofile signifikant. Im Falle des Widerstandspunktschweißens kann
beispielsweise beim Aufschmelzen des Werkstoffes ein anderes Verhalten
der Zange/des Werkzeughalters erforderlich sein, als beim übrigen Prozess,
beispielsweise beim Erstarren der Schweißlinse.
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Der
Werkzeughalter kann – vorzugsweise
in zumindest einem Teilbereich eines elastisch zu verformenden Bereichs – zumindest
zwei starr miteinander und/oder mit Basisabschnitten des Werkzeughalters
verbundene Module aufweisen. Es ist eine Erkenntnis der Erfindung,
dass eine im Prinzip leicht bauende und/oder einfach aufgebaute
Fachwerkstruktur, insbesondere mit geringem Gewicht, für eine Vielzahl
von unterschiedlichen Anforderungen individuell, mit geringem Aufwand
und geringen (Herstell-)Kosten bzw. Änderungskosten, flexibel und
einfach hergestellt werden kann, wenn die Fachwerkstruktur in bestimmten,
z. B. bezüglich
des mechanischen, resultierenden Gesamtverhaltens maßgeblichen,
Abschnitten, die zum Beispiel die mechanischen Eigenschaften maßgeblich
bestimmen, modular aufgebaut und gleichzeitig die Module starr miteinander
und/oder mit Basisabschnitten des Werkzeughalters verbunden sind.,
Der Werkzeughalter kann dabei in zumindest einem Teilbereich, aber
auch in zweien oder mehreren Teilbereichen solche Module aufweisen.
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Der
Werkzeughalter weist vorzugsweise mindestens Abschnittsweise eine
geometrische Fachwerkstruktur mit Knotenbereichen auf, in denen Strebenelemente
der Fachwerkstruktur starr miteinander verbunden sind. Eine Fachwerkstruktur
baut vergleichsweise leicht und hat in der Regel eine Vielzahl von
Streben und somit auch eine Vielzahl von Stellen, an denen erfindungsgemäße Wirkmittel
platziert werden können.
Außerdem
können
an Strebenelementen oder statt Strebenelementen auch mechanische
Wirkmittel verwendet werden. Dazu schlägt die Erfindung vor, dass
zumindest eines der Strebenelemente ein mechanisches Wirkmittel
aufweist und/oder praktisch durch ein mechanisches Wirkmittel gebildet
ist. Dadurch ist ein erfindungsgemäßer Werkzeughalter flexibel
einsetzbar und die erreichbaren Parameterspektren sind erweitert.
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Eine
genaue, zuverlässige,
reproduzierbar vorbestimmte Funktion, insbesondere Positionierung und
Führung
eines gehaltenen Werkzeugs, wird dadurch erreicht, dass der Werkzeughalter,
insbesondere mit miteinander verbundenen Modulen, eine derartige,
resultierende Fachwerkstruktur aufweist, dass bezüglich zumindest
eines Knotenbereiches zumindest eine Mittellinie oder ein Abschnitt
einer Mittellinie eines in diesen Knotenbereich einmündenden Strebenelementes
außermittig
bezüglich
des Knotenbereiches ausgerichtet ist und/oder der Schnittpunkt der
Mittellinien oder von Abschnitten der Mittellinien zumindest zweier
in diesen Knotenbereich einmündender
Strebenelemente außermittig
bezüglich des
Knotenbereiches angeordnet ist, so dass die strukturelle, resultierende
außermittige
Ausrichtung der geometrischen Strukturelemente durch die, insbesondere
innere, Momentenverteilung unter der Einwirkung der Betriebskraft
die Verformung der resultierenden Fachwerkstruktur im Sinne einer
konstanten Ausrichtung des Werkzeughaltebereiches beeinflusst. Die
Auslegung nach dieser „Ausrichtungsstruktur" kann nach im Stand
der Technik durchweg bekannten Prinzipien erfolgen, z. B. mithilfe
der Finite-Elemente-Methode
(FEM). Durch die Ausrichtungsstruktur werden – vereinfacht gesagt – die durch
die Betriebskraft in den Werkzeughalter eingeleiteten Kräfte derart
geleitet, dass der Werkzeughaltebereich eine möglichst gleichbleibende Ausrichtung – beim Widerstandspunktschweißen idealerweise
senkrechte Ausrichtung der Elektroden zur Blechoberfläche der
zu verschweißenden
Bleche – auch
unter der Betriebskraft wahrt.
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Dies
erhöht
wiederum den möglichen
Nutzen der Erfindung insbesondere dadurch, dass die mechanischen
Wirkmittel als Elemente einer solchen Ausrichtungsstruktur angesetzt
bzw. ausgestaltet oder eingesetzt sein können.
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Die
vorliegende Erfindung wird flexibler konfigurierbar, z. B. wird
die Verkippung eines Werkzeughaltebereiches nach Maßgabe des
jeweiligen Bearbeitungsprozesses, z. B. im Sinne einer maximal erlaubten/zulässigen Verkippung,
konfigurierbar und/oder vorherbestimmbar, wenn eine Mittellinie
zumindest eines Wirkmittels außerhalb
oder außermittig
von benachbarten Knotenbereichen verläuft, und/oder der Schnittpunkt
der Mittellinien zumindest zweier einem Knotenbereich benachbarter
Wirkmittel und/oder der Schnittpunkt der Mittellinie zumindest eines
einem Knotenbereich benachbarten Wirkmittels mit der Mittellinie
zumindest eines diesem Knotenbereich benachbarten Strebenelementes
außermittig
bezüglich
oder außerhalb
des Knotenbereiches verläuft,
so dass die strukturelle, resultierende außermittige bzw. nach außerhalb
verlagerte Ausrichtung der geometrischen Strukturelemente durch die,
insbesondere innere, Momentenverteilung unter der Einwirkung der
Betriebskraft die Verformung der resultierenden Fachwerkstruktur
im Sinne einer konstanten Ausrichtung des Werkzeughaltebereiches beeinflusst.
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Dabei – sowohl
wenn die mechanischen Wirkelemente die Ausrichtungsstruktur mitbestimmen
oder geben, als auch wenn diese praktisch nicht oder gar nicht an
der Ausrichtungsstruktur-Eigenschaft beteiligt sind – kann vorgesehen
sein, dass im Zusammenwirken mit einem Wirkelement und/oder im Zusammenwirken
mit Basisabschnitten des Werkzeughalters die Fachwerkstruktur die
gemäß Anspruch
10 resultierenden Eigenschaften aufweist.
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Um
einen größeren Bereich,
insbesondere einen größeren Bereich
möglicher
mechanischer Eigenschaften zugänglich
zu machen und/oder um die Zahl von – z. B. standardisierten – unterschiedlichen Wirkmitteln
geringer zu halten, wird vorgeschlagen, dass eine resultierende,
wirkungsmäßige Parallelschaltung
und/oder Reihenschaltung von mechanischen Wirkelementen vorgesehen
ist. Dann können durch
die Parallelschaltung und/oder Reihenschaltung von Wirkmitteln durch
einzelne Wirkmittel nicht oder nur unzureichend darstellbare, resultierende, mechanische
Eigenschaften erreicht werden. Umgekehrt können durch wenige, z. B. standardisierte,
mechanische Wirkelemente sehr weite Bereiche von gewünschten,
mechanischen Eigenschaften abgedeckt werden. Z. B. können nur
sehr wenige, verschiedene mechanische Wirkelemente vorgesehen sein,
die in Kombination miteinander, z. B. in Serienschaltung oder in
Parallelschaltung ein weites Spektrum von mechanischen Eigenschaften
erreichen lassen. Z. B. kann im Extremfall lediglich ein mechanisches
Wirkelement vorgesehen sein, welches in Kombination eine Vielzahl
von Eigenschaften erreichbar macht.
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Die
Erfindung wird bereits für
eine Vielzahl von Bearbeitungsaufgaben verwendbar, wenn der Werkzeughalter
einen im wesentlichen C-förmigen, resultierenden
Grundriss hat und/oder wenn er einen im wesentlichen X-förmigen,
resultierenden Grundriss hat, wobei die Kreuzungsstelle der X-Form
eine Lagerstelle oder ein Gelenk aufweist.
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Ein-
und derselbe Werkzeughalter kann für eine Vielzahl von Bearbeitungsaufgaben
verwendet werden, wenn zumindest ein Wirkmittel oder alle Wirkmittel
austauschbar sind. Dabei kann ein vorhandenes Wirkmittel entfernt
und durch ein anderes Wirkmittel ausgetauscht werden. Anstelle eines
eingesetzten Wirkmittels kann dieses auch durch ein weiteres – z. B.
in Serie oder Parallel geschaltetes – Wirkmittel ergänzt werden.
Außerdem
kann die Standzeit einer teuren Schweißzange z. B. dadurch erhöht werden,
dass die mechanische Belastung durch ein erfindungsgemäßes Wirkmittel
zumindest teilweise aufgenommen oder abgefangen wird, welches dann
nach seinem Verschleiß einfach,
preisgünstig
und schnell ausgetauscht werden kann.
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Die
Auslegung eines Werkzeughalters wird vereinfacht und es können im
Vorfeld die Eigenschaften aller oder einiger oder der häufigsten
oder regelmäßig vorkommender
Be- und Verarbeitungsprozesse
berücksichtigt
werden, wenn ein, insbesondere standardisiertes Baukastensystem
für unterschiedliche
Wirkmittel vorgesehen ist. Ebenfalls alternativ oder als Bestandteil
eines Baukastensystems kann vorgesehen sein, dass an dem Werkzeughalter,
insbesondere an vorbestimmten, standardisierten Stellen, Befestigungsmittel
für die
Anbringung von Wirkmitteln vorgesehen sind. Dadurch werden Fehler
bei der Anwendung ausgeschlossen bis minimiert. Zusätzlich können ab
Werk vorgesehene, besonders gut geeignete Stellen im Sinne einer
Verformung bzw. im Sinne der Anordnung für den Bearbeitungsprozess,
vorgesehen sein.
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Die
hierin enthaltenen Ausführungen,
inklusive Aufgaben, Vorteilen und technischen Merkmalen gelten sinngemäß auch für ein Verfahren
nach Anspruch 20 und für
ein Produkt nach Anspruch 21.
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Die
Erfindung wird anhand von in den Figuren dargestellten Ausführungsbeispielen
näher erläutert. Es
zeigen:
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1 eine
Seitenansicht eines erfindungsgemäßen Werkzeughalters, C-Zange,
mit zusätzlichen
Mechanikelementen bzw. Wirkmitteln,
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2 einen
Ausschnitt aus einer Seitenansicht einer Fachwerkstruktur eines
Werkzeughalters mit einem in gegenüberliegenden Langlochschwenkbohrungen
eingesetzten Strebenelement,
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3a eine
Seitenansicht eines Werkzeughalters, C-Zange, mit Fachwerkmodulen,
bei dem in ein Fachwerkmodul ein Dämpfungsmittel eingesetzt ist,
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3b eine
Seitenansicht eines Werkzeughalters, C-Zange, mit Fachwerkmodulen,
bei dem in ein Fachwerkmodul ein Federmittel eingesetzt ist,
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4a eine
Seitenansicht eines Werkzeughalters, bei dem exemplarisch in den
Bügeleckknoten
jeweils ein mechanisches Wirkelement angeordnet ist,
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4b eine
Seitenansicht eines Werkzeughalters, C-Zange, mit einem Aufbau aus
zwei deckend übereinander
liegenden Schichten,
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4c die
Draufsicht, wie in 4b eingezeichnet, wobei exemplarisch
die Wirkmittel in dem Zwischenraum innen zwischen den Schichten
angeordnet sind,
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4d eine
Draufsicht auf einen Werkzeughalter, C-Zange, bei dem die Wirkmittel
außen
auf den jeweiligen Schichten angeordnet sind,
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5 eine
Seitenansicht eines modular aufgebauten Werkzeughalters, C-Zange,
mit exemplarisch dargestellten Anordnungen von Wirkelementen,
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6 eine Seitenansicht eines modular aufgebauten
Werkzeughalters, C-Zange, wobei in einem Modul Strebenmittel vorgesehen
sind,
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6b unterschiedliche,
exemplarische Anordnungen und geometrische Ausgestaltungen von Strebenelementen,
innerhalb eines Fachwerkmoduls
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6c unterschiedliche
Ausgestaltungen von Strebenelementen in Seitenansicht und im Querschnitt,
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7a eine
X-Zange,
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7b eine
weitere, hebelmäßig unterschiedliche
Konfiguration einer X-Zange,
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8 Anordnungen
von verschiedenen mechanischen Wirkmitteln an einem Werkzeughalter
in X-Form in Seitenansicht,
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9a eine
Detailansicht eines Hebelbereichs eines erfindungsgemäßen Werkzeughalters mit
Schwingen und Federn,
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9b eine
Detailansicht eines Hebelbereichs eines erfindungsgemäßen Werkzeughalters, ebenfalls
mit Schwingen und Federn, aber in gegenüber der 9a abweichender
Konfiguration der Federmittel und Schwingen,
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10a eine Konfiguration von Federn und Schwingen
und
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10b wiederum eine andere Konfiguration von Federn
und Schwingen, jeweils an einem Hebelende eines oberen Zangenarmes
exemplarisch gezeigt.
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1 zeigt
eine Seitenansicht eines erfindungsgemäßen Werkzeughalters mit zusätzlichen Mechanikelementen
bzw. Wirkmitteln. Es handelt sich um eine C-Zange, die hier ohne
Einschränkung der
Allgemeinheit als Schweißzange
für Widerstandspunktschweißen gezeigt
ist. Der Werkzeughalter ist aber allgemein für umformtechnische Fügeprozesse, insbesondere
Clinchen und Stanznieten, sowie thermische Fügeprozesse wie Widerstandspunktschweißen, Handlingsprozesse,
Prägeprozesse,
Schraubprozesse, Einpressprozesse oder dergleichen Bearbeitungsprozesse
oder Verarbeitungsprozesse vorgesehen. Der Werkzeughalter 1 hat
im wesentlichen einen Bügelrücken 38 und
einen oberen Zangenarm 2 und einen unteren Zangenarm 3,
so dass sich insgesamt eine C-Form oder die Form eines nach links gedrehten,
liegenden U oder eines Hufeisens mit einer in der 1 nach
links offenen Öffnung 56 ergibt. Der
Werkzeughalter 1 hat einen oberen Werkzeughaltebereich 7 und
einen unteren Werkzeughaltebereich 8. In dem oberen Werkzeughaltebereich 7 ist eine
obere Schweißelektrode 9 gehalten,
in dem unteren Werkzeughaltebereich 8 eine untere Schweißelektrode 10.
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Die
Schweißelektroden 9, 10 sind
länglich ausgebildet
und fluchten miteinander, wobei sie zwei oder mehrere übereinander
gelegte Bleche, nämlich hier
ein oberes Blech 5 und ein unteres Blech 6, aufeinanderpressen
bzw. fixieren. Beim Schweißprozess
werden die beiden Elektroden vor, während und nach dem Stromfluss
gegeneinander gedrückt
mit der Betriebskraft FB. Die Betriebskraft
FB wird durch den Antrieb 4 aufgebracht.
Es kann sich dabei beispielsweise um einen elektrischen Antrieb,
z. B. einen Servomotor, oder einen hydraulischen oder pneumatischen
Antrieb handeln.
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Im
gezeigten Fall ist somit das obere Werkzeug, die obere Schweißelektrode 9 mit
der Betriebskraft FB gegen das Werkstück, das
obere Blech 5, zu pressen. Je nach der Höhe der Betriebskraft
FB biegen sich die beiden Zangenarme 2, 3 auf.
Dabei werden die obere Schweißelektrode 9 und/oder
die untere Schweißelektrode 10 (die
untere wird in der vorliegenden Darstellung nicht bewegt) ausgefahren
und erfahren eine relative Schrägstellung
durch die Zangenaufbiegung. Eine solche Schrägstellung ist für den Bearbeitungsprozess,
hier das Schweißergebnis und
die Standmengen der Werkzeuge/Komponenten, nachteilig. Des weiteren
hat der Werkzeughalter 1 bestimmte, mechanische Eigenschaften,
wie z. B. Steifigkeit bzw. Aufbiegung, Elastizitätseigenschaften, insbesondere
Elastizitäts-
oder Federeigenschaften, Dämpfungseigenschaften,
insbesondere Nachsetzverhalten, elastisch-plastische Eigenschaften,
insbesondere Elastizitätsgrenze
und dergleichen. Für
unterschiedliche Bearbeitungsprozesse oder Verarbeitungsaufgaben
oder dergleichen können
unterschiedliche mechanische Eigenschaften gewünscht sein. Der gezeigte Werkzeughalter 1 kann möglicherweise
nicht ohne Modifikationen gleichzeitig alle unterschiedlichen, für unterschiedliche
Bearbeitungsaufgaben erforderlichen, mechanischen Eigenschaften
aufweisen.
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Zusätzlich oder
alternativ sind daher an dem Werkzeughalter 1 in einem
Verformungsbereich wirkende, vorzugsweise lösbar anzubringende, mechanische
Wirkmittel 11, 12, 13 vorgesehen. Die
mechanischen Wirkmittel sind hier beispielhaft gezeigt als Dämpfungsmittel 11,
Federmittel 12 und Antriebsmittel (aktiv) 13.
Die gezeigten, mechanischen Wirkmittel 11, 12, 13 sind – entlang
der Längsrichtung
der Öffnung 56 von
außen
nach innen gesehen – in
folgender Reihenfolge angeordnet: Federmittel 12, Dämpfungsmittel 11,
Antriebsmittel 13. Sie können auch in jeder anderen
Reihenfolge vorgesehen sein, je nach den gewünschten, resultierenden mechanischen
Eigenschaften. Hier sind auch der Einfachheit und Übersichtlichkeit
halber drei mechanische Wirkmittel in der Zangenöffnung 56 gezeigt.
Es kann auch lediglich ein mechanisches Wirkmittel dort angeordnet
sein, oder es können
zwei oder mehr gleiche oder unterschiedliche mechanische Wirkmittel
vorgesehen sein.
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Jedes
der mechanischen Wirkmittel 11, 12, 13 ist
an Befestigungsstellen 34, 35 mit Befestigungsmitteln 36, 37 (z.
B. Befestigungsösen)
lösbar innerhalb
der Öffnung 56 befestigt,
wobei sich die Längsachse
der mechanischen Wirkmittel 11, 12, 13 praktisch
quer zwischen oberem Zangenarm 2 und unterem Zangenarm 3 erstreckt.
Die gezeigten mechanischen Wirkelemente 11, 12, 13 würden im
gezeigten Fall also insbesondere das Aufbiegen der Zangenarme 2, 3 und
das entsprechende Nachsetzverhalten beeinflussen.
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Vom
Federmittel 12 aus weiter nach innen folgt praktisch unmittelbar
angrenzend das in gleicher Weise angeordnete Dämpfungsmittel 11.
Es ist hier schematisch als Kolben-Zylinder-Einheit gezeigt, die z. B.
mit Luftdruck, pneumatisch oder vorzugsweise hydraulisch oder mit
anderen Medien als Dämpfungsmittel
arbeiten kann. Obgleich der Kolben hier geöffnet gezeigt ist kann er z.
B. auch geschlossen sein, wie dies bei einem reinen hydraulischen
Dämpfungskolben
der Fall sein kann. Vorausgesetzt, dass – wie auch bei den anderen
mechanischen Wirkmitteln 12, 13 – die Befestigung
in der Öffnung
praktisch starr ist, wird die Dämpfung
sowohl beim Aufbiegen der Zangenarme 2, 3 als
auch beim Zusammenbiegen oder beim Zurückfedern in die Ausgangsposition oder
in eine weniger weit aufgebogene Konfiguration der Zangenarme 2, 3 wirksam.
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Weiter
nach innen bezüglich
der Öffnung 56 gesehen
folgt ein aktives Antriebsmittel 13., welches hier beispielhaft
und – wie
auch alle anderen Darstellungen – grob schematisch gehalten
ist. Es hat einen Servomotor 14, der z. B. eine Spindel
(oberhalb des Servomotors 14) dreht, die sich in der darüber angeordneten,
ebenfalls grob schematisch dargestellten Hülse dreht und daher die Spindel-Hülsen-Kombinationen
entsprechend verkürzt
oder spreizt mit entsprechender Wirkung auf die beiden Zangenarme 2, 3.
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3a zeigt,
dass ein erfindungsgemäßer Werkzeughalter 1 modular
aus einzelnen, insbesondere starr, miteinander verbundenen Modulen 15, 16, 17 aufgebaut
sein kann oder zumindest einzelne, solche Module 15, 16, 17 aufweisen
kann. Der Werkzeughalter 1 muss nicht ausschließlich aus
Modulen 15, 16, 17 bestehen. Im gezeigten
Ausführungsbeispiel
ist der Bügelrücken 38 praktisch
starr und nicht modular aufgebaut (er kann aber auch selber modular
aufgebaut sein oder zumindest abschnittsweise Module aufweisen).
Der obere Zangenarm 2 hat zwei Module 15, 16,
und zwar ein äußeres Modul 15 und ein
inneres Modul 16. Zwischen den Modulen 15, 16 (nicht
gezeigt) und an den Anschlussstellen der Modulverbindung aus den
Modulen 15, 16 ist jeweils eine mechanischen Schnittstelle 41, 42 zur
starren Verbindung mit den daran anschließenden Komponenten gegeben.
Im gezeigten Ausführungsbeispiel ist
am oberen Zangenarm 2 links ein weiteres Modul an der mechanische
Schnittstelle 41 angeschlossen, welches den Werkzeughaltebereich 7 und
den Antrieb 4 und dessen Aufnahme trägt. Rechtsseitig ist ein mechanischer
Anschluss 42 an dem Bügelrücken 38 vorgesehen,
wobei die Verbindung mittels einer (lösbaren) Schraubverbindung 43 erfolgt.
Am unteren Zangenarm 3 ist ebenfalls ein Modul 17 vorgesehen,
welches am Bügelrücken 38 mittels
einer Schraubverbindung 43 wiederum befestigt ist. Linksseitig
des Moduls 17 sitzt die Werkzeugaufnahme mit dem Werkzeughaltebereich 8.
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Ein
mechanisches Wirkmittel 11, im gezeigten Ausführungsbeispiel
ein Dämpfungsmittel 11,
ist praktisch diagonal zwischen den einander gegenüberliegenden
Ecken mit den Knotenbereichen 26, 27 angeordnet.
Es wirkt quasi wie eine Diagonalstrebe mit vorgegebener Steifigkeit
bzw. Dämpfung.
Das Dämpfungsmittel
ist wiederum grob schematisch als Kombination aus Kolbenmittel 44 und
Zylindermittel 45 gezeigt.
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3b zeigt
demgegenüber
die Anordnung eines Federmittels 12 in dem Inneren der
beiden Module 15, 16, nämlich dem Modul 16.
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4a zeigt
die Anordnung eines Federmittels 12 in einem elastisch
zu verformenden Bereich 20 der auch einen Bügeleckknoten 18 bzw.
ein Bügelrückenmodul 18, 19 umfasst.
Im Bereich des unteren Zangenarmes ist wiederum ein Bügeleckknoten 19 angeordnet,
in dem – ebenso
wie in dem Bügeleckknoten 18 – ein mechanisches
Wirkmittel 11 praktisch diagonal angeordnet ist. Bei dem
mechanischen Wirkmittel im Bügeleckknoten 19 handelt
es sich um ein Dämpfungsmittel 11.
Beliebige Konstellationen sind auch hier wiederum umfasst, so können beide
Wirkmittel Federn, Dämpfer
oder Aktivelemente sein, oder nur eins der genannten.
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4b zeigt
eine Seitenansicht eines anderen Ausführungsbeispiels, in dem der
Werkzeughalter 1, C-Zange, aus zwei deckend übereinander
angeordneten Schichten 46, 47 aufgebaut ist. Dies
wird in der Draufsicht nach 4c (wie
in 4b gezeigt) deutlich. Dort sind die zwei Materialschichten
bzw. Fachwerkschichten 46, 47 zu sehen. Diese
Schichten 46, 47 sind für das mechanische Verhalten
innerhalb der Zange – zunächst ohne
Hinzufügung
von mechanischen Wirkmitteln – maßgeblich.
Wiederum grenzen die gezeigten Module 15, 16 an
den mechanischen Schnittstellen 41, 42 aneinander
bzw. an den Bügelrücken 38.
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Zwischen
den beiden Schichten 46, 47 ist ein Zwischenraum 48 vorgesehen,
in dem exemplarisch im Modul 15 ein Dämpfungsmittel 11 und
im Modul 16 ein Federmittel 12 angeordnet ist.
Diese mechanischen Wirkmittel 11, 12 sind im gezeigten
Ausführungsbeispiel
praktisch deckungsgleich mit den entsprechenden Streben der Fachwerkstruktur
angeordnet, und zwar jeweils mit der oberen Strebe und/oder der
unteren Strebe des jeweiligen Moduls 15, 16 (dies
ist in den gezeigten Ausführungsbeispielen
offen gelassen). Diese Anordnung in den Zwischenräumen zwischen
zwei voneinander durch einen Zwischenraum 48 beabstandeten
Lagen hat den Vorteil, dass die mechanischen Wirkelemente 11, 12 geschützt und
Platz sparend und gleichzeitig sehr wirkungsvoll untergebracht werden
können.
Die Fertigung/Herstellung der einzelnen (vorzugsweise ebenen) Schichten 46, 47 ist
einfacher und kostengünstiger.
Zudem bieten die Zwischenräume 48 Platz
für die
Durchleitung aller Medien oder Energieträger beispielsweise eines Schweißprozesses,
wie Strom, Wasser und dergleichen.
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Schließlich ist
in 4d exemplarisch gezeigt, dass ein Federelement 12 jeweils
auch außen auf
der jeweiligen Schicht 46, 47 untergebracht sein kann.
Dann sind die mechanischen Wirkmittel 12 einfacher zugänglich,
z. B. für
Justage, Anpassung, Montage oder Entfernung, und gleichzeitig oder
alternativ bleibt der Zwischenraum 48 frei für andere Funktionen/Nutzung,
z. B. die Durchführung
von Kühlmittelleitungen
oder Stromleitungen oder dergleichen.
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5 zeigt
wiederum einige exemplarische Anordnungen von mechanischen Wirkelementen 12. Es
kann auch lediglich ein Federelement im ganzen Rahmen vorhanden
sein oder eine beliebige Anzahl von mechanischen Wirkmitteln und
deren Kombinationen.
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Der
Klarheit halber sei erwähnt,
dass alle in allen Ausführungsbeispielen
gezeigten mechanischen Wirkmittel 12, 11, 13 durch
alle anderen, denkbaren mechanischen Wirkmittel 11, 13, 12 ausgetauscht
sein können.
Wenn z. B. bezüglich 5 lediglich
von Federmitteln 12 die Rede ist, sind selbstverständlich auch
Dämpfungsmittel 11 oder
aktive Wirkmittel 13 oder alle anderen, dem Fachmann bekannten
und/oder an anderer Stelle der Patentanmeldung genannten, mechanischen
Wirkmittel impliziert.
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In
der 5 sind an den oberen Modulen 15, 16 jeweils
an den oberen Längsstreben
Federelemente 12 vorgesehen, die an Befestigungsstellen 34 mit
Befestigungsmitteln 37 befestigt sind. Dabei ist für jedes
Modul 15, 16 jeweils ein eigenes Federmittel 12 vorgesehen.
An der unteren Strebe ist für
die sich ergebende Fortsetzung der jeweils unteren Längsstrebe
der Module 15, 16 lediglich ein langes Federmittel 12 vorgesehen,
welches sich im wesentlichen über
die gesamte Länge
der zusammengesetzten Module 15, 16 erstreckt.
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Im
unteren Bereich ist exemplarisch lediglich ein Modul 17 vorgesehen,
welches in seinem äußeren Strebenelement
(Längsstrebenelement)
ein durchgehendes Federmittel 12 hat. Zusätzlich ist
in dem unteren Bereich gezeigt, dass ein Federmittel 12 sich
von dem links äußeren Abschnitt
des Moduls 17 zu dem inneren Mittelpunkt – bezogenen
auf die Höhe – des Bügelrückens 38 quer
oder diagonal erstreckt. Dies zeigt, dass die mechanischen Wirkmittel 11, 12, 13 sich
auch zwischen verschiedenen Modulen oder von einem Modul zu Basisabschnitten
des Werkzeughalters 1 erstrecken können.
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6a zeigt
ein in das Modul 16 eingesetztes Strebenmittel 57.
Dieses ist wiederum zwischen den Knotenbereichen 26, 27 praktisch
diagonal verlaufend angeordnet: Dafür sind entsprechende Aufnahmen
für das – auswechselbare – Strebenelement vorgesehen.
(Die angedeuteten Mittellinien zeigen dabei, dass das Strebenelement 57 praktisch
die Mittellinien der jeweils in den Knotenbereich 26, 27 mündenden
Streben praktisch mittig und zentral schneidet); sie können auch
in Ausrichtungsstruktur ausgelegt sein.
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6b zeigt
ein in eine Strebenfassung 58 eingesetztes Diagonalstrebenelement 59.
In der 6b ist die Mittellinie 60 des
Diagonalstrebenelementes 59 der Art verschoben, dass sich
eine Ausrichtungsstruktur (siehe oben, z. B. eine Struktur gemäß Anspruch 10 und/oder 11 und/oder 12)
mit einem Versatz der Schnittpunkte bzw. einer außermittigen
Ausrichtung der Schnittpunkte wie in der 6b am
Knotenbereich 26, 27 gezeigt, ergibt. Dies wird durch
einen gegenüber
dem Fassungsbereich des Diagonalstrebenelementes 59, das
in der Strebenfassung 58 sitzt, versetzten bzw. asymmetrisch
angeordneten Längsverlauf
des Längsabschnittes
des Diagonalstrebenelementes 59 erreicht. In 6b sind
unten beispielhaft mehrere Ausführungsvarianten
von solchen Diagonalstrebenelementen 61, 62, 63 und
deren Querschnitte 64, 65, 66 gezeigt.
Die Verkippstrebe 61 bietet in ihrem Sitz in der Strebenfassung 58 eine
gegenüber
einer diagonal von Schnittpunkt links oben zu Schnittpunkt rechts
unten von jeweils Längsstrebe 21, 22 und
Querstrebe 23, 24 verlaufenden Mittellinie verkippte
Mittellinie. Die Geradstrebe 62 bietet einen konventionellen
Aufbau, könnte
aber beispielsweise auch durch veränderlichen, unsymmetrischen
Aufbau des Strebenquerschnittes für die favorisierte Ausrichtungsstruktur
genutzt werden. Die Versatzstrebe 63 schließlich bietet eine
nicht verkippte, sondern parallel zu der Diagonale zwischen den
obengenannten Schnittpunkten versetzt verlaufende Mittellinie. Die
Verkippstrebe 61 und die Versatzstrebe 63 sowie
die in 6b gezeigte Versatzstrebe 59 bieten – bei symmetrischer
Anordnung der Strebenfassungen 58 – eine Ausrichtungsstruktur
oder eine konventionelle Struktur, wobei beide Strukturen je nach
vorhandenen Elementen (z. B. eines Bausatzes aus verschiedenen Streben) – insbesondere
hinsichtlich ihrer Verformungseigenschaften – angepasst werden kann. Zusätzlich sind
in 6c unten noch mögliche Querschnitte der Streben
gezeigt, so z. B. ein Doppel-T-Querschnitt 64, ein Vollprofil-Rechteckquerschnitt 65 und
ein Hohlprofil-Querschnitt 66 (der beispielsweise quadratisch ausgeführt ist).
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Der
in der 2 gezeigte Rechteckausschnitt einer Fachwerkstruktur
hat jeweils in einander diagonal gegenüberliegenden Knotenbereichen 26, 27 ein
Langloch 39 bzw. 40 (das Langloch könnte auch
als Schwenkbohrung bezeichnet werden). Je nach Ausrichtung einer
(nicht physikalisch gezeigten) Diagonalstrebe 25, welche
praktisch diagonal zwischen den Knotenbereichen 26, 27 in
einer bestimmten Schwenkausrichtung anzubringen ist, liegt eine konventionelle
Struktur oder eine Ausrichtungsstruktur (siehe oben, z. B. zu 6 oder eine Struktur gemäß Anspruch 10 und/oder 11 und/oder 12)
vor, wobei die Asymmetrie, d. h. der Grad der "Außermittigkeit" der Strebenmittellinien 25 und
der Längs-
und Querstrebenmittellinien 28, 29, 30, 31 bzw.
deren Schnittpunkten untereinander innerhalb der durch die Langlöcher 39, 40 vorgegebenen
Grenzen einstellbar ist. Damit kann die Struktur bedarfsweise als
konventionelle Struktur oder Ausrichtungsstruktur an den jeweiligen
Anwendungsfall angepasst werden. Je nach konkretem geometrischem
Einbau innerhalb der beiden Langlöcher kann ein Längenausgleich
erforderlich werden (Beispiel: Gewindestange mit Kontermuttern).
Alternativ oder zusätzlich
können
die Langlöcher 39, 40 auch
die mittlere Krümmung
von Teil-Kreisbögen
etwa um eine Längsmitte
oder um den Längsmittelpunkt
der Diagonalstrebe 25 in den unterschiedlichen Konfigurationen
aufweisen. Dann ist nur ein geringer bis gar kein Längenausgleich
erforderlich. Alternativ oder zusätzlich können die Langlöcher 39, 40 auch
so breit ausgeführt
sein, dass sie unter Berücksichtigung
der Länge der
Diagonalstrebe 25, der Befestigungsart der Diagonalstrebe 25 im
Langloch (z. B. Verschraubung, dann: Durchmesser des Schraubenschaftes
und des Abstandes der Langlöcher 39, 40 voneinander
die geforderte Längentoleranz
in den unterschiedlichen Einbaulagen erlauben).
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7a zeigt
einen Werkzeughalter 1 in Form einer X-Zange. Dabei erstrecken
sich die Zangenarme 2, 3 praktisch über die
jeweiligen Abschnitte im Werkzeugbereich 68 und im Antriebsbereich 67.
Im Antriebsbereich 67 werden die Zangenarmbereiche durch
den Antrieb 4 aufgespreizt bzw. zusammengezogen, was in
einer durch das Gelenk 32 in der Kreuzungsstelle 33 zu
einer gegensinnigen Bewegung der Zangenarmabschnitte auf der Werkzeugseite 68 führt. Dabei
sind die mechanischen Eigenschaften der Anlenkbereiche des Antriebs 4 an
der Antriebsseite 67 der Zangenarme relevant. Diese Eigenschaften
sollen in den folgenden Figuren vor allem anhand der mit VIII ff.
bezeichneten Stelle näher
beschrieben werden. 7b zeigt das gleiche an einer anderen
X-Konfiguration eines Werkzeughalters 1.
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8 zeigt
eine Konfiguration einer X-Zange 1 nach Art eines Hebelgetriebes
mit mechanischen Wirkelementen 11, 12, 12.1, 12.2 mit
unterschiedlichen, alternativen oder zusätzlichen Anordnungen der Komponenten.
Der Werkzeughalter 1 (die X-Zange) hat an ihrer Kreuzungsstelle/ihrem
Gelenk 32 einen oberen (Kipp-)Hebel 49 und einen
unteren (Kipp-)Hebel 50, die sich jeweils in vertikaler
Richtung erstrecken. An dem oberen Hebel 49, ist der obere
Zangenarm 2 und an dem unteren Hebel 50 der untere
Zangenarm 3 starr und quer zu dem jeweiligen Hebel 49, 50 angebracht.
Im folgenden erfolgt die Beschreibung unter gleichzeitiger Bezugnahme auf
jeweils oberen und unteren Zangenarm, soweit die Konfigurationen
oben und unten praktisch identisch bzw. symmetrisch sind. An dem
jeweils antriebsseitigen Abschnitt des jeweiligen Zangenarmes 2, 3 ist
ein gekröpftes
Hebelende 51, 52 starr befestigt (oder einstückig mit
dem Zangenarm 2, 3 ausgebildet). Der Antrieb 4 ist
an der Befestigungsstelle 34, 35 jeweils in praktisch
einem Befestigungspunkt mit einem vertikalen Federmittel 12, 12.1 und
mit einer quer dazu angeordneten Anlenkstange oder Schwinge 53, 54 verbunden,
wobei die Schwinge drehbar an der Befestigungsstelle 34, 35 des
Antriebs und am gekröpften
Hebel 51, 52 angelenkt ist Dadurch wird eine durch
das Federmittel 12, 12.1 (und/oder jedes beliebige
andere Mechanikelement bzw. mechanische Wirkmittel) entsprechend
im Erfindungssinne beeinflusste und durch die Schwinge 53, 54 geführte Bewegung
erreicht.
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Beispielhaft
ist in der 8 noch gezeigt, dass der untere
Zangenarm 3 (kann auch der obere Zangenarm 2 sein)
mittels des mechanischen Wirkelementes 12.2 (ist hier als
Feder schematisch gezeigt) komplett gefedert ist (kann auch: gedämpft oder
versteift etc. sein).
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9 und 10 zeigen,
wie man durch den konkreten geometrischen Einbau von Standard-Maschinenelementen
den effektiven Wirkbereich der Federn 12, 12.1, 12.2 (gleiches
gilt auch für
Dämpfer oder ähnliche
Wirkmittel) anpassen kann. 9a und 9b zeigen
die Konstellation aus Schwinge 55, 55.1, 55.2 und
Federn 12, 12.1, 12.2, wenn der Zylinder
des Antriebs 4 senkrecht zum Um-/Anlenkhebel positioniert
und damit eingebaut wird. In den 10a und 10b ist der Zylinder des Antriebs 4 bei
gleichen Konstellationen außermittig
zum Lager angeordnet.
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In
den 9a, 9b, 10a, 10b stehen die kleinen Zahlen jeweils exemplarisch
für verschiedene
Einbaukonstellationen. Verschiedenste alternative Einbauten sind
denkbar.
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In 9a sind
bei wiederum senkrechtem Einbau des Zylinders/Antriebs 4 und
der Schwinge 55 fünf
verschiedene geometrische Einbauten von Federn exemplarisch dargestellt.
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In 9b sind
bei wiederum senkrechtem Einbau des Zylinders/Antriebs 4 und
des Federelementes 12 fünf
verschiedene geometrische Einbauten der Schwinge 55.1, 55.2 (wobei
die jeweiligen Schwingen unterschiedliche Längen aufweisen) exemplarisch
dargestellt.
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In 10a sind bei wiederum senkrechtem Einbau des Zylinders/Antriebs 4,
aber unterschiedlichem, außermittigem,
diagonalem Einbau der Schwinge 55.1, 55.2 zwei
verschiedene geometrische Einbauten von Federn 12.1, 12.2 exemplarisch dargestellt.
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In 10b sind bei wiederum senkrechtem Einbau des Zylinders/Antriebs 4,
aber unterschiedlichem, außermittigem,
diagonalem Einbau der Federn 12.1, 12.2 zwei verschiedene
geometrische Einbauten von Schwingen 55.1, 55.2 exemplarisch
dargestellt.
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Wichtig
ist bei allen die Kombination eines starren Elementes (Schwinge)
mit einem unter Betriebskraft nachgebenden Element (Dämpfer, Feder, ...),
so dass sich der effektiv wirkende Bereich unter der sich ändernden
Betriebskraft ändert.
Durch diese Maßnahme
kann man beispielsweise verschiedene Wirkbereiche einer Feder für die verschiedenen
Anforderungen des Schweißprozesses
nutzen.
-
Auf
diese Weise kann beispielsweise ein sanftes Aufsetzen der Elektroden
bei hoher Schließgeschwindigkeit
erzielt werden, die Aufbiegung und das Nachsetzen der Zange aber
mit einer ganz anderen Charakteristik verfolgt werden. Die Federkennlinie
ist und bleibt linear, aber durch die Umlenkung wird die Wegänderung
des Antriebes beeinflusst und damit die Änderung der Federkraft – im wesentlichen pro
Zeit – und
damit günstig
für den
Prozess.
-
Zudem
kann der Zylinder/Antrieb 4 unter einem definierten, nicht
senkrechten, Winkel eingebaut werden.
-
- 1
- Werkzeughalter
- 2
- oberer
Zangenarm
- 3
- unterer
Zangenarm
- 4
- Antrieb
- 5
- oberes
Blech
- 6
- unteres
Blech
- 7
- oberer
Werkzeughaltebereich
- 8
- unterer
Werkzeughaltebereich
- 9
- obere
Schweißelektrode
- 10
- untere
Schweißelektrode
- 11
- Dämpfungsmittel
- 12
- Federmittel
- 12.1
- Federmittel
- 12.2
- Federmittel
- 13
- aktives
Antriebsmittel
- 14
- Servomotor
- 15
- Modul
- 16
- Modul
- 17
- Modul
- 18
- Bügeleckmodul
- 19
- Bügeleckmodul
- 20
- elastisch
zu verformender Bereich
- 21
- Längsstrebe
- 22
- Längsstrebe
- 23
- Querstrebe
- 24
- Querstrebe
- 25
- Diagonalstrebenelement
bzw. Mittellinie
- 26
- Knotenbereich
- 27
- Knotenbereich
- 28
- Mittellinie
- 29
- Mittellinie
- 30
- Mittellinie
- 31
- Mittellinie
- 32
- Kreuzungsstelle
bzw. Gelenk
- 33
- Kreuzungsstelle
bzw. Gelenk
- 34
- Befestigungsstelle
- 35
- Befestigungsstelle
- 36
- Befestigungsmittel
- 37
- Befestigungsmittel
- 38
- Bügelrücken
- 39
- Langlochschwenkbohrung
- 40
- Langlochschwenkbohrung
- 41
- mechanische
Schnittstelle
- 42
- mechanische
Schnittstelle
- 43
- Schraubverbindung
- 44
- Kolbenmittel
- 45
- Zylindermittel
- 46
- Materialschicht
bzw. Fachwerkschicht
- 47
- Materialschicht
bzw. Fachwerkschicht
- 48
- Zwischenraum
- 49
- oberer
Hebel
- 50
- unterer
Hebel
- 51
- oberer
gekröpfter
Hebel
- 52
- unterer
gekröpfter
Hebel
- 53
- Um-/Anlenkstange
- 54
- Um-/Anlenkstange
- 55
- Schwinge
- 55.1
- Schwinge
- 55.2
- Schwinge
- 56
- Öffnung des
Werkzeughalters
- 57
- Strebenmittel
- 58
- Strebenfassung
- 59
- Diagonalstrebenelement
- 60
- Mittellinie
- 61
- Verkippstrebe
- 62
- Geradstrebe
- 63
- Versatzstrebe
- 64
- Doppel-T-Querschnitt
- 65
- Vollprofil-Rechteckquerschnitt
- 66
- Hohlprofil-Querschnitt
- 67
- Antriebsseite
- 68
- Werkzeugseite