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Die
Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung einer elektrophoretischen
Anzeigevorrichtung, eine elektrophoretische Anzeigevorrichtung und
ein Dokument, insbesondere ein Wert- oder Sicherheitsdokument.
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schieden
gefärbter Partikel in eine Mikrokapsel oder eine Mikrosphäre
so eingebracht, dass sich die Partikel durch Anliegen eines elektrischen
Feldes bewegen können. Eine elektrophoretische Anzeigevorrichtung
kann auch so ausgebildet sein, dass sich elektrisch geladene Partikel
einer Farbe in einer Flüssigkeit einer anderen Farbe innerhalb
einer geprägten Mikrostruktur bewegen können.
Entsprechende elektrophoretische Anzeigevorrichtungen sind unter anderem
bekannt aus
EP 1 500
970 A1 ,
DE 60107396
T2 ,
DE 69824746
T2 und
WO/2006/103605 .
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Der
Erfindung liegt demgegenüber die Aufgabe zugrunde, ein
verbessertes Verfahren zur Herstellung einer elektrophoretischen
Anzeigevorrichtung, eine elektrophoretische Anzeigevorrichtung und
ein Dokument, insbesondere ein Wert- oder Sicherheitsdokument, zu
schaffen.
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Die
der Erfindung zugrunde liegenden Aufgaben werden jeweils mit den
Merkmalen der unabhängigen Patentansprüche gelöst.
Ausführungsformen der Erfindung sind in den abhängigen
Patentansprüchen angegeben.
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Erfindungsgemäß wird
ein Verfahren zur Herstellung einer elektrophoretischen Anzeigevorrichtung
geschaffen, welches von einer Elektrodenanordnung mit einer ersten
Elektrode und einer zweiten Elektrode ausgeht, wobei die zweite
Elektrode so strukturiert ist, dass einzelne Bildpunkte durch eine Steuereinheit
ansteuerbar sind, wobei zumindest eine der ersten und zweiten Elektroden
transparent ist. Zwischen den ersten und zweiten Elektroden sind Kavitäten
angeordnet, zum Beispiel in Form von Mikrokapseln, insbesondere
Mikrosphären oder Mikrocups, die jeweils ein Medium mit
elektrophoretischen Partikeln beinhalten. Die elektrophoretischen
Partikel sind beispielsweise schwarz oder farbig.
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Eine
erste Teilmenge der Kavitäten ist so angeordnet, dass sie
zur Erzeugung der Bildpunkte verwendbar ist, wohingegen eine zweite
Teilmenge der Kavitäten so angeordnet ist, dass sie durch
die Steuereinheit nicht ansteuerbar ist. Aufgrund der statischen
Verteilung der elektrophoretischen Partikel in den Kavitäten
der zweiten Teilmenge haben diese beispielsweise einen unveränderlichen
Grau- oder Farbwert, der sich auch bei Ansteuerung der Elektrodenanordnung
nicht ändert. Dies ist dadurch bedingt, dass die Kavitäten
der zweiten Teilmenge außerhalb des durch Ansteuerung der
Elektrodenan ordnung durch die Steuereinheit erzeugbaren elektrischen Feldes
angeordnet sind, oder dass das im Bereich der Kavitäten
der zweiten Teilmenge erzeugbare elektrische Feld nicht hinreichend
stark ist, um die elektrophoretischen Partikel in den Kavitäten
der zweiten Teilmenge auszurichten.
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Die
Elektrodenanordnung wird mit einer Strahlung beaufschlagt, die durch
die transparente Elektrode hindurch auf die Kavitäten trifft.
Hierdurch werden an den der transparenten Elektrode zugewandten
Innenseiten der Kavitäten befindliche elektrophoretische
Partikel unwirksam gemacht. Dadurch wird der unveränderliche
Grau- oder Farbwert der durch die elektrophoretischen Partikel der
Kavitäten der zweiten Teilmenge permanent erzeugt wird,
reduziert oder eliminiert.
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Die
Erfindung ist besonders vorteilhaft, da eine präzise Ausrichtung
der strukturierten Elektrode auf die Kavitäten nicht erforderlich
ist, um eine qualitativ hochwertige elektrophoretische Anzeigevorrichtung
herzustellen. Dies ist dadurch bedingt, dass die Kavitäten
der zweiten Teilmenge, die zum Beispiel unterhalb der Zwischenräume
zwischen benachbarten Teil-Elektroden der strukturierten Elektrode
angeordnet sind, aufgrund der Unwirksammachung von deren elektrophoretischen
Partikeln, die sich an der der transparenten Elektrode zugewandten
Innenseite der betreffenden Kavitäten befinden, keinen
permanenten Grau- oder Farbwert anzeigen. Dagegen wird der Kontrast
der durch die Kavitäten der ersten Teilmenge erzeugbaren
Bildpunkte durch die Unwirksammachung der elektrophoretischen Partikel
nicht oder nicht wesentlich beeinflusst, da in den Kavitäten typischerweise
eine sehr große Anzahl von Partikeln im Bereich von einigen
Tausend oder Millionen zur Verfügung steht. Da die Kavitäten
der ersten Teilmenge über die Elektrodenanordnung angesteuert
werden können, kann das in diesen Kavitäten befindliche elektrophoretische
Medium durch Bewegung der elektrophoretischen Partikel durchmischt
werden, sodass eine relativ geringe Zahl von unwirksam gemachten
elektrophoretischen Partikeln für die Bilderzeugung nicht
oder nicht wesentlich ins Gewicht fällt.
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Nach
einer Ausführungsform der Erfindung sind die Teil-Elektroden
der strukturierten Elektrode matrixförmig oder segmentförmig
ausgebildet. Die Segmente können dabei verschiedene Größen
haben und im Prinzip beliebig – je nach dem anzuzeigenden
Inhalt – angeordnet sein. Die Anordnung der Kavitäten
kann demgegenüber unabhängig sein. Insbesondere
können die Kavitäten in einer einzigen Schicht
zweidimensional angeordnet sein. Die Kavitäten können
zwischen den Elektroden der Elektrodenanordnung auch dreidimensional
verteilt sein, und zwar entweder statistisch verteilt oder in einer Kristallgitteranordnung,
wie zum Beispiel kubisch primitiv, kubisch oder hexagonal dichteste
Packung. Dies hat den Vorteil, dass sich die Elektrodenanordnung
mit den dazwischen befindlichen Kavitäten besonders preisgünstig
herstellen lässt, da eine Ausrichtung der strukturierten
Elektrode auf die Kavitäten nicht erforderlich ist.
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Nach
einer Ausführungsform der Erfindung erfolgt die Unwirksammachung
der elektrophoretischen Partikel dadurch, dass die elektrophoretischen Partikel
durch die Strahlung ausgeblichen werden. Beispielsweise sind die
elektrophoretischen Partikel mit einer Farbe beschichtet, die durch
die Strahlung ausgeblichen wird.
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Nach
einer Ausführungsform der Erfindung handelt es sich bei
den elektrophoretischen Partikeln um Moleküle, die durch
die Strahlung fragmentiert werden. Durch die Fragmentierung verlieren
die elektrophoretischen Partikel deren Farbe. Beispielsweise werden
die Moleküle aufgrund der Fragmentierung transparent oder
weiß.
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Nach
einer Ausführungsform der Erfindung führt die
Strahlung bei Partikeln zu intra- oder intermolekulen Reaktionen.
Im Falle einer intramolekularen Reaktion kann die Strahlung zum
Beispiel eine Umlagerung oder eine Fragmentierung anregen, sodass
Form und oder Struktur des Molekül verändert werden.
Bei einer intermolekularen Reaktion kann die Strahlung chemische
Reaktionen zischen dem Partikel und den Molekülen in dessen
unmittelbarer Umgebung auslösen, zum Beispiel Oxidations-
oder Additionsreaktionen.
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Nach
einer Ausführungsform der Erfindung handelt es sich bei
der Strahlung um ultraviolettes (UV) Licht, sichtbares (VIS) Licht
und/oder infrarotes (IR) Licht. Als erfindungsgemäße
Strahlungsquellen können zum Beispiel Halogenlampen, UV-Lampen, Bogenlampen,
Quecksilberlampen, Hochdrucklampen, Gasentladungslampen, Barriereentladungslampen,
Plasma, thermische Strahler, Elektronenstrahlröhre mit
Konverterschicht, Dioden und/oder Laser eingesetzt werden. Erfindungsgemäß können
auch Filter, diffraktive oder reflektive Optiken eingesetzt werden,
so dass einzelne Wellenlängen, Wellenlängenbereiche
oder kontinuierliche Spektren der Lichtquellen zur Ausblei chung
verwendet werden. Die Strahlungsdosis zur Beaufschlagung der Elektrodenanordnung
wird dabei so gewählt, dass nur die oberste Schicht oder
wenige der oberen Schichten von elektrophoretischen Partikeln, die
sich an den der transparenten Elektrode angrenzenden Innenseiten der
Kavitäten befinden, unwirksam gemacht werden. In tiefer
gelegenen Schichten befindliche elektrophoretische Partikel sollen
dagegen möglichst intakt bleiben, sodass insgesamt nur
ein geringer Prozentsatz von zum Beispiel höchstens 5%
der elektrophoretischen Partikel pro Kavität unwirksam
gemacht wird.
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Nach
einer Ausführungsform der Erfindung wird die Elektrodenanordnung
vor der Beaufschlagung mit der Strahlung so angesteuert, dass die schwarzen
oder farbigen elektrophoretischen Partikel von der transparenten
Elektrode weg bewegt werden. Es verbleiben also nur schwarze oder
farbige elektrophoretische Partikel an den der transparenten Elektrode
zugewandten Innenseiten der Kavitäten der zweiten Teilmenge,
die nicht ansteuerbar sind. Da sich die schwarzen oder farbigen
elektrophoretischen Partikel in den Kavitäten der zweiten
Teilmenge bei der Beaufschlagung mit der Strahlung relativ weit
von der transparenten Elektrode entfernt befinden, werden im Wesentlichen
nur die unerwünschten schwarzen oder farbigen elektrophoretischen
Partikel in den Kavitäten der zweiten Teilmenge unwirksam
gemacht.
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Nach
einer Ausführungsform der Erfindung wird die Elektrodenanordnung
nach Beaufschlagung mit der Strahlung angesteuert, um die in den
Kavitäten der ersten Teilmenge befindlichen elektrophoretischen
Partikel zu bewegen, sodass es zu einer Umverteilung der elektrophoretischen
Partikel kommt. Hierdurch wird das Medium durchmischt, sodass die aufgrund
der Strahlung unwirksam gemachten elektrophoretischen Partikel in
dem Volumen des Mediums verteilt werden.
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Nach
einer Ausführungsform der Erfindung wird die Elektrodenanordnung
sowohl vor als auch nach der Beaufschlagung mit der Strahlung angesteuert,
um die elektrophoretischen Partikel in den Kavitäten der
ersten Teilmenge zu bewegen. Dabei wird beispielsweise die Elektrodenanordnung
vor der Beaufschlagung mit der Strahlung so angesteuert, dass die
schwarzen oder farbigen elektrophoretischen Partikel von der transparenten
Elektrode weg bewegt werden, wohingegen die Elektrodenanordnung
nach der Beaufschlagung mit der Strahlung so angesteuert wird, dass
die schwarzen oder farbigen elektrophoretischen Partikel in eine
entgegengesetzte Richtung bewegt werden, um so das Medium zu durchmischen.
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Nach
einer Ausführungsform der Erfindung sind in dem Medium
neben den ersten elektrophoretischen Partikeln, die schwarz sind
oder eine erste Farbe aufweisen, zweite elektrophoretische Partikel entgegengesetzter
Ladung vorhanden, die beispielsweise weiß sind.
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In
einem weiteren Aspekt betrifft die Erfindung eine elektrophoretische
Anzeigevorrichtung mit einer Elektrodenanordnung mit einer ersten
Elektrode und einer zweiten Elektrode, wobei die zweite Elektrode
so strukturiert ist, dass einzelne Bildpunkte durch eine Steuereinheit
ansteuerbar sind, zwischen der ersten und der zweiten Elektrode
angeordneten Kavitäten, die ein Medium mit ersten elektrophoretischen
Partikeln beinhalten, wobei eine erste Teilmenge der Kavitäten
zur Erzeugung der Bildpunkte dient, und eine zweite Teilmenge der
Kavitäten so angeordnet ist, dass sie durch die Steuereinheit
nicht ansteuerbar sind, wobei sich die Kavitäten der zweiten
Teilmenge jeweils unterhalb eines zwischen benachbarten Teil-Elektroden
der zweiten Elektrode gebildeten lateralen Abstands befinden.
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Eine
solche elektrophoretische Anzeigevorrichtung kann als Zwischenprodukt
hergestellt werden, welches durch die anschließende Beaufschlagung
mit der Strahlung noch zu veredeln ist, um die Qualität
der mit der elektrophoretischen Anzeigevorrichtung generierbaren
Anzeigen zu erhöhen. Nach der Beaufschlagung mit der Strahlung
ist die erfindungsgemäße elektrophoretische Anzeigevorrichtung
dadurch gekennzeichnet, dass ein Teil der elektrophoretischen Partikel
ausgeblichen oder fragmentiert ist.
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Erfindungsgemäße
elektrophoretische Anzeigevorrichtungen eignen sich prinzipiell
für beliebige Anwendungen, wie zum Beispiel für
elektronisches Papier, wie e-books, digitale Bilderrahmen, als Anzeige
eines elektronischen Geräts, wie zum Beispiel eines Mobiltelefons,
oder dergleichen.
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In
einem weiteren Aspekt betrifft die Erfindung ein Dokument, insbesondere
ein Wert- oder Sicherheitsdokument, mit einer elektrophoretischen Anzeigevorrichtung,
die erfindungsgemäß ausgebildet ist. Bei dem Dokument
kann es sich beispielsweise um ein ID-Dokument, insbesondere ein
Ausweisdokument, wie zum Beispiel einen Personalausweis, Reisepass
oder Firmenausweis, einen Berechtigungsnachweis, eine Kreditkarte
oder dergleichen handeln. Das Dokument kann dabei Papier- und/oder Kunststoffbasiert
ausgebildet sein. Insbesondere kann es sich bei dem Dokument auch
um eine Chipkarte handeln.
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Im
Weiteren werden Ausführungsformen der Erfindung mit Bezugnahme
auf die Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:
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1 eine
Ausführungsform einer erfindungsgemäßen
elektrophoretischen Anzeigevorrichtung,
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2 die
elektrophoretische Anzeigevorrichtung der 1 nach der
Beaufschlagung mit einer Strahlung,
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3 ein
Flussdiagramm einer Ausführungsform eines erfindungsgemäßen
Verfahrens,
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4 ein
Blockdiagramm einer Ausführungsform eines erfindungsgemäßen
Dokuments.
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Elemente
der nachfolgenden Figuren, die einander entsprechen, sind mit denselben
Bezugszeichen gekennzeichnet.
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Die 1 zeigt
schematisch einen Abschnitt einer Elektrodenanordnung 100 einer
elektrophoretischen Anzeigevorrichtung in einer Ausführung
als Segmentanzeige. Die Elektrodenanordnung 100 hat eine
erste Elektrode 102, die transparent ist. Durch die Elektrode 102 wird
also eine durch die elektrophoretische Anzeigevorrichtung generierte
Anzeige für einen Betrachter sichtbar. Zu der Elektrodenanordnung 100 gehört
ferner eine zweite strukturierte Elektrode 104, die in
mehrere Teil-Elektroden 106, 108, 110,
... unterteilt ist. Die einzelnen Teil-Elektroden 106, 108, 110,
... sind zum Beispiel über Ansteuerleitungen 112 mit
einer Steuereinheit 114 verbunden. Durch die Steuereinheit 114 können
zwischen der Elektrode 102 und den Teil-Elektroden 106, 108, 110,
... verschiedene Spannungen angelegt werden, sodass entsprechende
elektrische Felder im Bereich zwischen der Elektrode 102 und
den jeweiligen Teil-Elektroden 106, 108, 110,
... resultieren.
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Zwischen
der Elektrode 102 und der Elektrode 104 befindet
sich eine große Anzahl von Kavitäten, von denen
in der 1 die Kavitäten 116, 118, 120, 122 und 124 exemplarisch
gezeigt sind. Die Kavitäten 116, 118, 120, 122, 124 sind
in der hier betrachteten Ausführungsform kugelförmig
ausgebildet. Die Kavitäten können aber auch eine
andere sphärische Form aufweisen oder sie können
beispielsweise als Mikrocups ausgebildet sein. Die Kavitäten
sind jeweils mit einem elektrophoretischen Medium 126 gefüllt.
In dem Medium 126 befinden sich elektrophoretische Partikel 128,
die eine schwarze Farbe haben, und elektrophoretische Partikel 130,
die weiß sind. Die elektrophoretischen Partikel 128 und 130 haben verschiedene
elektrische Ladungen. Beispielsweise sind die elektrophoretischen
Partikel 128 positiv geladen, während die elektrophoretischen
Partikel 130 negativ geladen sind.
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Geeignete
Materialien für das elektrophoretische Medium
126 und
für die elektrophoretischen Partikel
128,
130 sind
an sich beispielsweise aus der
EP 1 500 970 A1 bekannt. Beispielsweise haben
die Partikel
128,
130 eine Größe
im Mikrometerbereich oder es handelt sich um Moleküle.
Im letzteren Fall können die Kavitäten eine sehr
große Anzahl von Partikeln
128,
130 beinhalten,
und zwar in der Größenordnung von einigen Tausend
bis Milliarden solcher Partikel.
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Die 1 zeigt
der Übersichtlichkeit halber jeweils nur die äußersten
Schichten der Partikel 128, 130 an den Innenwandungen
der Kavitäten. Die Kavitäten 116, 118, 120, 122, 124,
... haben jeweils der transparenten Elektrode 102 zugewandte
Innenseiten 132, die näher an der Elektrode 102 liegen
als die auf der gegenüberliegenden Seite der Kavitäten
befindlichen Innenseiten 134.
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Die
Kavitäten 116, 118, 120, 122, 124,
... sind in dem Zwischenraum zwischen der Elektrode 102 und
der Elektrode 104 bevorzugt unmittelbar aneinander angrenzend
in einer Matrix angeordnet. Die Strukturierung der Elektrode 104 ist
nicht deckungsgleich mit den Zeilen und Spalten dieser Matrixanordnung.
Dabei kann die Anzahl der Teil-Elektroden 106, 108, 110,
... größer oder kleiner als die Anzahl der Kavitäten
sein. Ferner können die Zeilen und Spalten, in denen die
Teil-Elektroden angeordnet sind, ge genüber der Matrix,
in der die Kavitäten angeordnet sind, versetzt sein und/oder
unterschiedliche Zeilen und/oder Spaltenabstände aufweisen.
Des Weiteren können Elektroden- und Kavitätenanordnung
gänzlich unterschiedliche Strukturen haben, zum Beispiel kubische
Packung und hexagonal dichteste Packung. Bei einer Segmentanzeige
kann die Elektrodenanordnung ebenfalls gänzlich unterschiedlich
von der Kavitätsanordnung sein. Anstatt in einer zweidimensionalen
Anordnung, wie in der 1 und 2 gezeigt,
können die Kavitäten auch dreidimensional zufällig
oder in einer regelmäßigen Gitteranordnung verteilt
angeordnet sein. Dies hat den Vorteil, dass sich die Elektrodenanordnung 100 mit
den dazwischen befindlichen Kavitäten besonders preisgünstig herstellen
lässt, da eine präzise Ausrichtung der strukturierten
Elektrode auf die Kavitäten nicht erforderlich ist.
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Da
die Strukturierung der Elektrode 104 also nicht deckungsgleich
mit der Anordnung der Kavitäten ist, befinden sich einige
der Kavitäten in Bereichen, innerhalb derer kein oder nur
ein schwaches elektrisches Feld durch Ansteuerung der Teil-Elektroden
durch die Steuereinheit 114 erzeugbar ist, welches nicht
für die Bewegung der Partikel 128, 130 in dem
Medium 126 ausreichend ist. In dem hier betrachteten Abschnitt
der Elektrodenanordnung 100 betrifft dies die Kavitäten 118 und 122,
die sich unterhalb der Zwischenräume 135 zwischen
den Teil-Elektroden 106 und 108 bzw. 108 und 110 befinden.
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Die
Kavitäten 116, 120 und 124 können
also von der Steuereinheit 114 zur Erzeugung eines schwarzen
oder weißen Bildpunktes angesteuert werden, wohingegen
die Kavitäten 118 und 122 nicht vollständig
angesteuert werden können. Dies hat zur Folge, dass unabhängig
von den zwischen der Elektrode 102 und den Teil-Elektroden
angelegten Spannungen, die statische Verteilung der Partikel 128, 130 innerhalb
der Kavitäten 118, 122 im Wesentlichen
unverändert bleibt. Dies hat zur Folge, dass die Kavitäten 118, 122 bzw.
Teilmengen dieser Kavitäten permanent einen unveränderlichen
Grauwert liefern, der sich aufgrund der statistischen Verteilung
der Partikel 128, 130 ergibt.
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In
dem hier betrachteten Abschnitt der Elektrodenanordnung 100 befinden
sich also zwischen den durch Ansteuerung der Kavitäten 116, 120 und 124 erzeugbaren
Bildpunkte Übergangsbereiche, die durch die Kavitäten 118 und 122 gebildet
werden; dieser Übergangsbereiche zwischen den Bildpunkten
haben jeweils einen unveränderli chen Grauwert. Die Übergangsbereiche
konstanten Grauwerts führen zu einer Beeinträchtigung
der Brillanz und der Wiedergabequalität einer über
die Anzeigevorrichtung ausgegebenen Darstellung.
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Um
dieses technische Problem zu beheben, wird die Elektrodenanordnung
mit einer Strahlung 136 auf die transparente Elektrode 102 beaufschlagt. Die
Strahlung 136 wird von einer Strahlungsquelle 138 abgegeben,
wobei es sich beispielsweise um UV-Strahlung oder um Laser-Strahlung
handeln kann.
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Wenn
ein Partikel 128 mit einer ausreichenden Dosis der Strahlung
beaufschlagt wird, so wird dieses unwirksam gemacht, indem beispielsweise die
Farbe des Partikels 128 ausgeblichen wird, oder indem das
Partikel 128 fragmentiert und damit zerstört wird.
Die Dosis der Strahlung 136 ist daher so gewählt,
dass diese nach dem Hindurchtreten durch die Elektrode 102 in
die Kavitäten hinein gerade ausreicht, um an den Innenseiten 132 befindliche
Partikel 128 unwirksam zu machen. Dadurch soll sichergestellt
werden, dass nur solche nahe an der Elektrode 102 angeordnete
Partikel 128 unwirksam gemacht werden, nicht aber weiter
entfernt liegende Partikel 128, die sich beispielsweise
tiefer im Inneren der Kavitäten oder an den Innenseiten 134 befinden. Durch
die Beaufschlagung mit der Strahlung 136 werden insbesondere
die beiden in den Kavitäten 118 und 122 befindlichen
Partikel 128.1 und 128.2 unwirksam gemacht, wobei
dies in der hier betrachteten Ausführungsform durch Fragmentierung
erfolgt.
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Vor
der Beaufschlagung mit der Strahlung 136 ist es vorteilhaft,
dass die Partikel 128 von der Elektrode 102 weg
bewegt werden, um sie so gegen die nachfolgend auftreffende Strahlung 136 zu
schützen. In der hier betrachteten Ausführungsform
ist dies für die Kavität 124 erfolgt,
sodass sich nur deren weiße Partikel 130 an der
Innenseite 132 befinden, wohingegen sich die schwarzen
Partikel 128 an der gegenüberliegenden Innenseite 134 gesammelt
haben.
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Die 2 zeigt
die Ansicht der 1 nach der Beaufschlagung der
Elektrodenanordnung 100 mit der Strahlung 136.
Wie aus der 2 ersichtlich, sind die Partikel 128.1 und 128.2 der
Kavitäten 118, 122 aufgrund deren Fragmentierung
nicht mehr vorhanden. Dadurch hat sich die Anzahl der an den Innenseiten 132 angeordneten
Par tikel 128 der Kavitäten 118 und 122,
die zu dem permanenten Grauwert beitragen, reduziert, sodass dieser
Grauwert nahe weiß und damit weniger störend ist.
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Durch
die Beaufschlagung mit der Strahlung 136 werden auch Partikel 128 zumindest
in den Kavitäten 116 und 120 fragmentiert,
was in der 2 nicht dargestellt ist. Um
die resultierenden Fragmente von den Innenseiten 132 weg
zu transportieren, können die Kavitäten 116 und 120 angesteuert
werden, sodass das Medium 126 in den betreffenden Kavitäten
durch Bewegung der Partikel 128, 130 durchmischt
wird. Aufgrund der Vielzahl der in den Kavitäten vorhandenen
Partikel 128, 130 ist also die Unwirksammachung
eines geringen Teils der Partikel 128 durch Beaufschlagung
mit der Strahlung 136 ganz oder nahezu ohne Einfluss auf
den Kontrast der mit den Kavitäten 116, 120 und 124 erzeugbaren Bildpunkte,
wohingegen der störende permanente Grauwert im Übergangsbereich
zwischen den Bildpunkten durch Fragmentierung der exemplarisch gezeigten
Partikel 128.1 und 128.2 in Richtung auf Weiß reduziert
worden ist.
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Die 3 zeigt
ein entsprechendes Flussdiagramm. In dem optionalen Schritt 200 wird
die Elektrodenanordnung (vergleiche Elektrodenanordnung 100 der 1 und 2)
durch eine Steuereinheit so angesteuert, dass ein vordefiniertes
Bild angezeigt wird. Beispielsweise erfolgt die Ansteuerung so, dass
alle Bildpunkte weiß sind. Dies bedeutet, dass sich die
weißen Partikel 130 in jeder der Kavitäten der
ersten Teilmenge an der an die transparente Elektrode angrenzende
Innenseite der jeweiligen Kavität ansammeln, wie dies zum
Beispiel für die in der 1 gezeigte
Kavität 124 der Fall ist. Die statische Verteilung
der Partikel 128 und 130 in den Kavitäten der
zweiten Teilmenge, die nicht durch die Elektrodenanordnung ansteuerbar
sind, ändert sich hierdurch nicht, sodass zwischen den
weißen Bildpixeln Übergangsbereiche mit einem
mittleren, konstanten Grauwert befindlich sind.
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In
dem Schritt 202 wird die Elektrodenanordnung dann mit einer
Strahlung beaufschlagt, die durch die transparente Elektrode der
Elektrodenanordnung hindurch die Kavitäten der ersten und
zweiten Teilmengen erreicht. Dabei werden die schwarzen Partikel
(die Partikel 128, insbesondere die Partikel 128.1 und 128.2 in
der 1) in den Kavitäten der zweiten Teilmenge,
die sich nahe der transparenten Elektrode befinden, durch die Strahlung
ganz oder teilweise unwirksam gemacht, indem sie beispielsweise
ausgeblichen oder durch Fragmentierung zerstört werden.
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Nach
Erreichung einer vorgegebenen maximalen Strahlungsdosis wird die
Strahlungsquelle abgeschaltet und in dem optionalen aber bevorzugten Schritt 204 kann
die Elektrodenanordnung erneut von der Steuereinheit angesteuert
werden, um die Partikel 128, 130 in den Kavitäten
der ersten Teilmenge zu bewegen, sodass das Medium durchmischt wird.
Hierdurch werden eventuell aufgrund der Beaufschlagung mit der Strahlung
in den Kavitäten der ersten Teilmenge unwirksam gemachte
Partikel bzw. deren Fragmente in dem Medium verteilt.
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Die 4 zeigt
ein Blockdiagramm eines Dokuments 303, wobei es sich beispielsweise
um ein Wert- oder Sicherheitsdokument, insbesondere ein ID-Dokument
oder ein Zahlungsmittel, wie zum Beispiel eine Kreditkarte, handelt.
Das Dokument 303 beinhaltet eine erfindungsgemäße
elektrophoretische Anzeigevorrichtung 301, die den Ausführungsform
der 1 und 2 entspricht. Die Steuereinheit 314 ist
hier als Treiber ausgebildet, der von einem integrierten Schaltkreis 340,
der in dem Dokument 303 eingebettet ist, angesteuert werden
kann. In dem integrierten Schaltkreis 340 sind beispielsweise
Bilddaten 342 eines Bildes oder einer Bildsequenz gespeichert.
Durch Ansteuerung der Steuereinheit 314 durch den integrierten
Schaltkreis 340 können die Bilddaten 342 über
die Anzeigevorrichtung 301 wiedergegeben werden. Beispielsweise
beinhalten die Bilddaten 342 eine oder mehrere Ansichten
eines Trägers des Dokuments 303, um so eine Authentifizierung
zu ermöglichen.
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- 100
- Elektrodenanordnung
- 102
- Elektrode
- 104
- Elektrode
- 106
- Teil-Elektrode
- 108
- Teil-Elektrode
- 110
- Teil-Elektrode
- 112
- Ansteuerleitung
- 114
- Steuereinheit
- 116
- Kavität
- 118
- Kavität
- 120
- Kavität
- 122
- Kavität
- 124
- Kavität
- 126
- Medium
- 128
- Partikel
- 128.1
- Partikel
- 128.2
- Partikel
- 130
- Partikel
- 132
- Innenseite
- 134
- Innenseite
- 135
- Zwischenraum
- 136
- Strahlung
- 138
- Strahlungsquelle
- 300
- Elektrodenanordnung
- 301
- Anzeigevorrichtung
- 303
- Dokument
- 314
- Steuereinheit
- 340
- integrierter
Schaltkreis
- 342
- Bilddaten
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
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- - EP 1500970
A1 [0002, 0030]
- - DE 60107396 T2 [0002]
- - DE 69824746 T2 [0002]
- - WO 2006/103605 [0002]