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Die
vorliegende Erfindung betrifft Flüssigkristallvorrichtungen und
bezieht sich insbesondere, jedoch nicht ausschließlich, auf
räumliche
Lichtmodulatoren.
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Es
ist bekannt, anisotrope dichroitische Materialien oder Farbstoffe
in ein Flüssigkristall-Wirtsmaterial
einzubringen und/oder ein Flüssigkristallmaterial
vorzusehen, bei dem mindestens eine Flüssigkristallkomponente einen
signifikanten Dichroismus aufweist. Bei einem Typ solcher Vorrichtungen,
der als "Guest-Host"-Vorrichtung bekannt ist, richten sich die
Farbstoff-Gastmoleküle
kooperativ mit den Molekülen
eines das Wirtsmaterial darstellenden Flüssigkristallmaterials aus.
Die Änderung
der Flüssigkristallausrichtung,
zum Beispiel durch Anlegen eines elektrischen Feldes, führt zu einer
Umorientierung der Farbstoffmoleküle und dadurch zu einer Änderung der
optischen Eigenschaften der Vorrichtung und insbesondere der Absorption
oder der Farbe.
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Es
ist allerdings auch möglich,
die Moleküle beispielsweise
dadurch zu manipulieren, dass die Farbstoffmoleküle innerhalb des Absorptionsbandes des
Farbstoffs linear polarisiertem Licht ausgesetzt werden, um so die
Flüssigkristallausrichtung
zu beeinflussen. Bei dem polarisierten Licht besteht die Tendenz
zur Erzeugung einer wirksamen Umorientierung der Farbstoffmoleküle, was
wiederum eine kleine Verdrillung des Flüssigkristall-Wirtsmaterials erzeugt,
wodurch sein Direktor von der Polarisationsrichtung des einfallenden
Lichts weg verschoben wird.
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Wenn
die Flüssigkristallmoleküle das polarisierte
Licht direkt absorbieren, kann ein ähnlicher Effekt eintreten,
jedoch ohne Vermittlung durch den Farbstoff.
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Es
ist ferner bekannt, dass die Ausrichtung einer Flüssigkristallphase
in der Nachbarschaft der Oberfläche
eines Substrats unter anderem von den Eigenschaften der Substratoberfläche abhängt. Obgleich
eine Substratoberfläche
in vielen Fällen
behandelt wird, zum Beispiel durch Reiben eines Polymerfilms oder
durch Bedampfen, um so eine einzige energetisch bevorzugte Art der
Ausrichtung an der Oberfläche
zu induzieren, ist auch bekannt, dass es möglich ist, eine Substratoberfläche so zu
behandeln, dass darauf mehr als eine energetisch begünstigte
Ausrichtung vorliegt. Die begünstigten
Ausrichtungen sind durch dazwischen liegende Ausrichtungen, die
energetisch weniger begünstigt
sind, getrennt, d. h., es besteht eine Energiebarriere zwischen
den begünstigten
Ausrichtungen. Die begünstigten
Ausrichtungen können
energetisch gleich sein oder auch nicht oder in Bezug auf die dazwischen
liegenden Ausrichtungen gleich begünstigt sein oder auch nicht,
wobei ein gewisses Maß an
Kontrolle durch die Höhe
der Energiebarriere vorliegt, wie später erläutert wird. In bestimmten Fällen, insbesondere,
wenn eine erste Ausrichtung energetisch stabiler ist als eine zweite
Ausrichtung, kann die Energiebarriere in Bezug auf die zweite Ausrichtung
ausreichend niedrig sein, dass eine Relaxation der ersten Ausrichtung
aufgrund von thermischer Umgebungsenergie oder zugeführter thermischer
Energie auftreten kann, so dass zum Beispiel die zweite Ausrichtung
als metastabil zu betrachten ist.
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Zumindest
in den meisten Fällen
wird die Oberfläche
Behandlungen unterzogen, die jeder stabilen Ausrichtung entsprechen.
Bei den Behandlungen kann die gleiche Art von Behandlung für jede Ausrichtung
angewandt werden, zum Beispiel zwei unterschiedlich ausgerichtete
Gitter oder schräge
Vakuumabscheidung unter zwei unterschiedlichen Winkeln, oder es
können
unterschiedliche Arten von Behandlungen für die verschiedenen Ausrichtungen
angewandt werden, zum Beispiel ein Oberflächenprofil wie etwa ein Gitter
für eine
planare Ausrichtung und eine Beschichtung mit einem Material zur
Induzierung einer homöotropen
Ausrichtung.
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Daher
besteht ein Weg zur Erzielung von mindestens zwei begünstigten
Ausrichtungen auf einer Substratoberfläche darin, ein geeignetes Oberflächenreliefmuster
zu erzeugen, zum Beispiel ein Muster, das durch zwei Sätze von
parallelen Linien (Gittern) definiert ist, die sich in unterschiedlichen
Richtungen über
eine gemeinsame Fläche
erstrecken. Je nach der Tiefe kann das resultierende Muster von
einer Anordnung von isolierten Säulen
auf einer flachen Oberfläche
bis zu einem sich sanft ändernden "Eierschachtel"-Muster variieren.
Ein typischer Abstand für
jeden Satz paralleler Linien beträgt etwa 1 μm, und bei zwei begünstigten
Anordnungen können sich
die beiden Sätze
paralleler Linien unter 90° oder einem
kleineren Winkel schneiden. Es ist zu erwarten, dass sich die beiden
Azimutrichtungen der bevorzugten Ausrichtungen der Flüssigkristallphase darauf
um einen entsprechenden Winkel unterscheiden. Dieser Typ einer Anordnung
ist als "azimutal
bistabil" bekannt;
weitere Details hierzu finden sich in unserem Patent
GB 0 744 041 .
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Bei
einer alternativen Anordnung weist das Substrat ein Oberflächenreliefmuster
wie etwa ein eindimensionales sinusförmiges Gitter auf, das dazu dient,
einer planaren Anordnung mit einer vorgegebenen Richtung Stabilität zu verleihen.
Die Oberflächenwelligkeit
des Gitters beträgt
typischerweise 1 μm
oder weniger in der Höhe
und wird durch Photolithographie oder Prägen erzeugt. Über dem
Gitter wird eine Schicht zur Induzierung einer homöotropen Ausrichtung
des angrenzenden Flüssigkristallmaterials
vorgesehen.
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Die
Schicht zur homöotropen
Ausrichtung und das Oberflächenreliefmuster
konkurrieren um die Vorgabe der Massenausrichtung des angrenzenden
Flüssigkristalls.
Je nachdem, ob die Tiefe des Gitters erheblich kleiner oder erheblich
größer als
der Abstand der Linien des Gitters ist, besteht die Tendenz zu einer
homöotropen
oder einer planaren Ausrichtung; durch Abstimmung des Verhältnisses
von Tiefe zu Linienabstand in der Weise, dass das Verhältnis zwischen
diesen beiden Extremen liegt, wird ein bistabiler Bereich erzeugt,
in dem jede der beiden Anordnungen einen gewissen Grad an Stabilität aufweist
(entsprechend den betreffenden Energieminima), wenn die Ausrichtungsrichtung
geändert
wird, wie schematisch in 1 als Diagramm der Abhängigkeit
der Energie vom Verkippungswinkel des Flüssigkristalls dargestellt ist
(lediglich beispielhaft für eine
homöotrope
Ausrichtung dargestellt, bei der die Energieminima zu beiden Seiten
des Energieminimums einer planaren Anordnung liegen). Die beiden Ausrichtungsrichtungen
können
die gleiche Azimutalrichtung aufweisen (d. h., in der gleichen Azimutebene
liegen), was aber nicht zwingend ist. Die Energieminima für die beiden
Arten der Ausrichtung können allgemein
gleich oder nicht gleich sein; im letzteren Fall kann eine Ausrichtung
das niedrigere Energieminimum aufweisen, was der bevorzugteren Ausrichtung
entspricht – dies
hängt zum
Teil vom Verhältnis der
Tiefe zum Linienabstand des Oberflächenreliefmusters ab.
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Obwohl
das genaue Profil des Oberflächenreliefmusters
zur Erzielung einer Bistabilität
hinsichtlich des Verkippungswinkels relativ unwichtig zu sein scheint,
kann es doch zur Energiebarriere zwischen den beiden bevorzugten
Ausrichtungen und/oder zu dem zugehörigen Energieminimum für die planare Ausrichtung
beitragen. Es ist festzuhalten, dass 1 ein Beispiel
des allgemeineren Falles ist, in dem zwei stabile Orientierungen,
die nicht notwendigerweise planar und homöotrop sind, zwei verschiedene
Werte des "Verkippungswinkels" oder "Zenitwinkels" aufweisen, sowie,
dass die Erfindung nicht auf die in 1 dargestellte
Situation beschränkt
ist, sondern sich auf diesen allgemeineren Fall erstreckt.
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Bei
dieser Anordnung kann die "planare" Ausrichtung manchmal
einen relativ hohen Verkippungswinkel bedingen und wird zuweilen
als Defektzustand bezeichnet, da sie auch durch zwei Liniendefekte
im Direktor des Flüssigkristalls
oder dem nematischen Direktor gekennzeichnet ist. Anordnungen mit
stabilen, planaren und homöotropen
Zuständen, bei
denen der Flüssigkristalldirektor
in der gleichen Azimutebene liegt, sind als "zenital bistabile Anordnungen" bekannt; weitere
Details hierzu finden sich zum Beispiel in unserem Patent
GB 2 318 422 und unserer
veröffentlichten
Patentanmeldung PCT/GB98/03787 (WO 99/34251).
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Selbstverständlich besitzen
andere bistabile Oberflächen
mindestens zwei bevorzugte Ausrichtungsrichtungen, die sich sowohl
im Zenitwinkel als auch im Azimutwinkel unterscheiden. So könnte zum Beispiel
Siliciumoxid aus zwei unterschiedlichen Richtungen schräg abgeschieden
werden, die sich ferner sowohl im Zenitwinkel als auch im Azimutwinkel
unterscheiden.
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Obgleich
oben Oberflächenprofile
in Form von Gittern speziell erwähnt
wurden, die zum Beispiel durch photolithographische Techniken erzeugt
werden, können
auch beliebige andere Verfahren zur Erzeugung eines Oberflächenprofils
Verwendung finden, etwa die Schrägbedampfung.
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Darüber hinaus
ist festzustellen, dass, obgleich die oben speziell beschriebenen
beiden bistabilen Anordnungen beide ein Oberflächenprofil aufweisen, dies
keine notwendige Bedingung zur Erzielung von mehreren stabilen Ausrichtungen
auf einem Substrat darstellt. Es kann jede Anordnung verwendet werden,
bei der mehr als eine Ausrichtung energetisch günstig ist, ob sie nun durch
Anwendung der gleichen Technik unter Anpassung für jede bevorzugte Richtung,
wie im Beispiel der obigen gekreuzten Gitter, oder durch Anwendung
unterschiedlicher Techniken für
jede bevorzugte Richtung erzwungen ist.
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Zusätzlich stellt
es keine absolute Bedingung dar, dass jeder Teil der Substratoberfläche dazu
geeignet ist, beide Ausrichtungen zu begünstigen. So kann zum Beispiel
jede von zwei zusammen vorliegenden Gruppen geeignet dimensionierter
und/oder geformter Bereiche eines Substrats so behandelt werden,
dass die verschiedenen Ausrichtungen erzeugt werden, worauf vorgesehen
werden kann, dass eine der Ausrichtungen, sobald sie durch eine Gruppe
von Bereichen übernommen
und begünstigt wurde, gegenüber der
durch die andere Gruppe von Bereichen begünstigten Ausrichtung überwiegt.
So können
zwei ineinander-geschachtelte Gruppen von Streifen unter Anwendung
einer beliebigen der oben erwähnten
Techniken, wie Oberflächenbehandlung, Beschichtung
und/oder Profilierung, unterschiedlich behandelt werden, um eine
begünstigte
planare Ausrichtung bei einer Gruppe und entweder eine unterschiedlich
gerichtete, zweite begünstigte
planare Ausrichtung oder eine homoötrope Ausrichtung bei der anderen
Gruppe zu erzeugen.
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Durch
sorgfältige
Wahl des Flüssigkristallmaterials,
einschließlich
eines oder mehrerer geeigneter Additive für das Flüssigkristallmaterial, und,
wie oben angegeben, durch geeignete Wahl und/oder Behandlung der
Substratoberfläche
in bekannter Weise ist es möglich,
die Energiebarriere(n) zwischen den beiden bevorzugten Ausrichtungszuständen zu
kontrollieren. Ferner kann bei einer zusammengebauten Vorrichtung,
die eine Schicht eines Flüssigkristallmaterials
zwischen dem einen bistabilen (oder polystabilen) Substrat und einem
weiteren Substrat enthält,
die an der Oberfläche
des anderen Substrats erzwungene Ausrichtung die Energien der stabilen
Zustände
an dem einen Substrat modifizieren.
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Eine
relativ neue Entwicklung zur Modifizierung der Wechselwirkung zwischen
einer Flüssigkristallphase
und einer Oberfläche
ist die Erzeugung sogenannter "glitschiger
Oberflächen" ("slippery surfaces"), wie sie zum Beispiel
in der internationalen Patentanmeldung PCT/GB98/03011 (WO 99/18474) (Hewlett-Packard) beschrieben
ist. Ein Zusatz im Flüssigkristallmaterial, üblicherweise
ein Oligomer, ergibt große
Moleküle,
die dazu tendieren, sich in der Nähe der Substratoberfläche aufzukonzentrieren. Der
resultierende, umgekehrt gerichtete Konzentrationsgradient der Flüssigkristallphase
in Richtung vom Substrat bzw. den Substraten weg vermindert, wie angenommen
wird, die Wechselwirkung zwischen dem Substrat und/oder einer darauf
vorgesehenen Ausrichtungsschicht und dem Flüssigkristallmaterial und verringert
entsprechend die für
eine Änderung der
Ausrichtung des angrenzenden Flüssigkristallmaterials
von der durch das Substrat und/oder irgendeiner darauf vorgesehene
Ausrichtungsschicht induzierten Ausrichtung erforderliche Energie.
So erlaubt es ein solches Additiv bei bestimmten Konzentrationen,
dass eine planar ausgerichtete Oberfläche hinsichtlich ihrer Ausrichtungsrichtung
vollständig entartet.
Das Vorliegen solcher Additive kann die Umsetzung der vorliegenden
Erfindung dadurch erleichtern, dass die Energiebarriere zwischen
zwei oder mehr unterschiedlichen begünstigten Ausrichtungen, die
durch eine Substratoberfläche
induziert werden, zum Beispiel, wie oben beschrieben wurde, verringert
wird.
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Die
Erfindung gibt eine Flüssigkristallvorrichtung
an, die aufweist: ein Flüssigkristallmaterial
im Kontakt mit der Oberfläche
eines Substrats, wobei die Oberfläche zumindest eine erste und
eine zweite stabile oder metastabile Flüssigkristallausrichtung daran
in Bezug auf eine erste und eine zweite Richtung, die voneinander
verschieden sind, begünstigt, und
eine Schalteinrichtung, die das Flüssigkristallmaterial veranlasst,
zwischen diesen Ausrichtungen zu schalten, wobei die Schalteinrichtung
eine Bestrahlungseinrichtung zur Beleuchtung der Vorrichtung aufweist.
Die Erfindung erstreckt sich auf eine Anzeige, die eine solche Vorrichtung
aufweist, sowie auf eine Anzeige oder ein optisches System, das
mehrere solche Vorrichtungen aufweist, die zum Beispiel in einer
gemeinsamen Ebene kachelartig angeordnet sind.
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Die
Erfindung gibt ferner ein Verfahren zur Kontrolle der Ausrichtung
eines Flüssigkristallmaterials
im Kontakt mit einer Substratoberfläche an, die zumindest eine
erste und eine zweite stabile oder metastabile Flüssigkristallausrichtung
daran in Bezug auf eine erste und eine zweite Richtung, die voneinander
verschieden sind, begünstigt
und den Schritt der optischen Bestrahlung der Vorrichtung umfasst.
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Das
Licht von der Bestrahlungseinrichtung ergibt die oder eine erste
Energiezufuhr zu der Vorrichtung, wobei die Einwirkung auf das Flüssigkristallmaterial
direkt oder indirekt sein kann. So kann bei einigen Ausführungen
der Erfindung ein nichtpolarisierter Lichtstrahl allein eine ausreichende
thermische Energie liefern, um eine Umwandlung von einer metastabilen
Ausrichtung, wie oben beschrieben, in eine stabilere Ausrichtung
zu erzielen, oder die thermische Energie kann ausreichend sein,
um die vorliegende Ausrichtung oder die Flüssigkristallphase zu zerstören, so
dass eine zweite Ausrichtung unter einem richtenden Einfluss einer
anderen Energiezufuhr (zum Beispiel durch ein elektrisches oder
magnetisches Feld) bevorzugt angenommen werden kann, wie unten mit
mehr Einzelheiten beschrieben wird. Bei anderen Ausführungsformen
der Erfindung kann dieses Licht linear polarisiert sein, um den
Flüssigkristallmolekülen entweder
direkt oder indirekt eine wirksame Verdrillung aufzuprägen oder
die erste oder die zweite Ausrichtung in Bezug auf die andere der
beiden Ausrichtungen energetisch günstiger zu machen (dies kann
als effektive Drehung angesehen werden), wie auf diesem Gebiet bekannt
ist.
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Materialien,
die eine Doppelbindung aufweisen, wie etwa eine Azo-Verbindung, ein Stilben
oder eine Schiffsche Base, weisen normalerweise ein trans-Isomer
mit niedriger Energie und ein cis-Isomer mit höherer Energie auf. Die Doppelbindung
absorbiert Licht bei Wellenlängen
im sichtbaren Bereich oder nahe am sichtbaren Bereich, jedoch bevorzugt Licht,
das in einer Richtung relativ zur Doppelbindung polarisiert ist,
und das Material ist positiv dichroitisch. Im angeregten Zustand
können
bei dem Molekül
eine Reihe von Änderungen
eintreten, die zu einer Umwandlung in das cis-Isomer führen. Die
darauf folgende Relaxation zum energetisch begünstigten trans-Isomer kann
zu einer Molekülausrichtung
führen,
die ähnlich
der anfänglichen
Ausrichtung ist, oder zu einer Ausrichtung, die in Bezug auf die
anfängliche
Ausrichtung in wirksamer Weise verdreht ist. Unter isotropen Bedingungen
unterscheiden sich die anfängliche
und die verdrehte Ausrichtung nicht voneinander; bei Beleuchtung
mit polarisiertem Licht absorbiert jedoch eine der Ausrichtungen
des trans-Isomers bevorzugt Licht, was gegebenenfalls dazu führt, dass
die Mehrzahl der Moleküle
ihre trans-Orientierung aufgeben, wodurch die Absorption des einfallenden
polarisierten Lichts minimiert wird.
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Eine
typische Abfolge von Vorgängen
ist in 2 schematisch dargestellt, worin (a) ein Azo-Molekül in seiner
ursprünglichen
Ausrichtung im energetisch begünstigten
trans-Zustand zeigt, während
(b) den energetisch höherwertigen
cis-Zustand zeigt, der aus der Absorption des polarisierten Lichts
hν1 resultiert. Über eine Reihe von Mechanismen
einschließlich
eines thermischen und eines Strahlungsmechanismus (hν2)
kann das Molekül
(b) in den ursprünglichen
Zustand (a) zurückkehren
oder in einen trans-Zustand übergehen,
in dem die Richtung der langen Molekülachse in wirksamer Weise verdreht
ist (obgleich so dargestellt, liegt keine wirkliche Drehung in der
Papierebene vor; der Betrachter erkennt, dass die Drehung des Moleküls um die
Längsachse
energetisch relativ leicht ist, sowie, dass es jedenfalls in Bezug
auf die zu induzierende Flüssigkristallausrichtung
irrelevant ist, ob dies eintritt oder nicht).
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Wenn
beispielsweise die spektrale Zusammensetzung des eingestrahlten
Lichts eine Absorptionsbande des Flüssigkristallmaterials einschließt, kann
das Licht direkt auf das Flüssigkristallmaterial einwirken.
Das Flüssigkristallmaterial
muss kein dichroitisches Additiv enthalten, um eine Änderung
der Flüssigkristallausrichtung
zu ermöglichen.
Trotzdem kann ein dichroitisches Additiv mit einem Absorptionsspektrum,
das außerhalb
des Spektrums des eingestrahlten Lichts liegt, für andere Zwecke vorgesehen
werden, zum Beispiel zur Erzielung einer erwünschten optischen Änderung
wie etwa bei Guest-Host-Vorrichtungen
mit variabler Absorption/Farbe.
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Alternativ
dazu kann das Flüssigkristallmaterial
in Form eines Flüssigkristall-Gastmaterials
mit einem dichroitischen Additiv vorliegen, wobei die spektrale
Zusammensetzung des eingestrahlten Lichts eine Absorptionsbande
des dichroitischen Additivs einschließt. In diesem Fall spricht
das dichroitische Additiv direkt auf die Lichteinstrahlung an und
bewirkt seinerseits eine wirksame Verdrillung der Flüssigkristallmoleküle.
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Obgleich
auf positiv dichroitisches Material Bezug genommen wurde, bei dem
die Tendenz besteht, das Flüssigkristallmaterial
zu einer Ausrichtung quer zur optischen Polarisationsrichtung auszurichten,
liegt es im Rahmen der Erfindung, auch negativ dichroitische Materialien
zu verwenden, bei denen die Tendenz besteht, das Flüssigkristallmaterial
so zu verdrehen, dass es parallel zur Polarisationsrichtung liegt.
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Die
direkte oder indirekte Verdrillung, die durch das polarisierte Licht
induziert wird, kann bereits per se ausreichend sein, um die Energiebarriere zwischen
den bevorzugten Ausrichtungen zu überwinden. Wenn dies nicht
der Fall ist, ist es möglich, entweder
die Wechselwirkung zwischen dem Flüssigkristallmaterial und dem
Substrat zu modifizieren, um die Energiebarriere so zu verringern,
dass eine Lichtenergiezufuhr ausreichend ist, oder die Wiederausrichtung
durch Zuführen
eine zweiten Energieform zu unterstützen.
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Unter
Bezug auf die erste Option wurden in der vorstehenden Beschreibung
bereits zwei Wege der Verringerung der Energiebarriere zwischen
den Ausrichtungen kurz diskutiert, nämlich durch Modifizieren der
Oberflächengeometrie
und durch Einbringen eines Additivs zur Erzielung einer „glitschigen Oberfläche", wobei im Ausführungsrahmen
der Erfindung eine dieser Maßnahmen
oder beide Maßnahmen
angewandt werden können.
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Hinsichtlich
der zweiten Option kann die Wiederausrichtung durch wirksamen Energieeintrag
in das Flüssigkristallmaterial
oberhalb der Energie unterstützt
werden, die durch das Licht von der Bestrahlungseinrichtung geliefert
wird. Im Fall eines Guest-Host- Flüssigkristallmaterials
mit Additiv bedeutet die kooperative Ausrichtung, dass Energie entweder
an das Wirtsmaterial oder an das Gastmaterial geliefert wird, und
zwar unabhängig
davon, welches dieser Materialien durch das polarisierte Licht Energie
empfängt.
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Die
zweite Energie kann per se ausreichend sein, um die Ausrichtung
des Flüssigkristallmaterials zu ändern, obgleich
die endgültige
Ausrichtung noch von der optischen Einstrahlung von der Bestrahlungseinrichtung
abhängt
(vergleiche Fall A im übernächsten Absatz),
oder eine Wiederausrichtung kann es erforderlich machen, dass die
optische Energiezufuhr von der Bestrahlungseinrichtung in Kombination mit
der zweiten Energiezufuhr zusammenwirkt (vergleiche Fall B im übernächsten Absatz).
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Zur
Zufuhr von Energie zu einem Flüssigkristallmaterial
zur Änderung
seiner Ausrichtung sind zahlreiche Wege bekannt, zu denen das Anlegen
eines elektrischen oder magnetischen Feldes, das Durchleiten eines
elektrischen Stroms (Ionentransport) sowie die akustische Einstrahlung
gehören.
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Von
diesen Möglichkeiten
ist das Anlegen eines elektrischen Feldes wahrscheinlich am leichtesten
vorzunehmen und ist oft auch am wirksamsten. Wenn zum Beispiel die
Flüssigkristallausrichtung zwischen
einem ersten und einem zweiten homogenen (parallelen) Zustand geändert werden
soll und positive dielektrische Anisotropie vorliegt, erlaubt es das
Anlegen eines elektrischen Feldes über die Dicke einer Schicht
im ersten Zustand zur Induzierung einer homöotropen (senkrechten) Ausrichtung,
dass das Flüssigkristallmaterial
bevorzugt den zweiten Zustand annimmt, wenn das Feld unter dem Einfluss von
Licht einer geeignet gerichteten, linearen Polarisation abgeschaltet
wird (Fall A). Selbst wenn die Feldstärke (oder die Stärke des
Effekts einer beliebigen anderen Energiezufuhreinrichtung) per se
nicht dazu ausreicht, eine alternative Ausrichtung zu erzeugen,
kann die Energie der ursprünglichen
bevorzugten Ausrichtung ausreichend erhöht werden, um das Flüssigkristallmaterial
bei der Umorientierung zur zweiten Ausrichtung zu unterstützen, wenn
polarisiertes Licht angewandt wird (Fall B).
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Wenn
die Schicht zwischen zwei Substraten eingeschaltet ist, kann jedes
Substrat eine durchgehende Elektrode zum Anlegen eines elektrischen Feldes
an die Dicke der Schicht tragen. Eine der durchgehenden Elektroden
oder beide durchgehenden Elektroden können zum gleichen Zweck durch eine
ineinandergreifende Elektrode ersetzt sein, insbesondere, wenn beide
Teile der ineinandergreifenden Elektrode in der gleichen Weise mit
Energie versorgt werden.
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Eine
ineinandergreifende Elektrode kann auch dazu verwendet werden, ein
Feld in der Ebene der Schicht anzulegen. So kann zum Beispiel eine
ineinandergreifende Elektrode auf dem Substrat mit zwei begünstigten
Ausrichtungsrichtungen dazu verwendet werden, um eine planare Ausrichtung
eines Flüssigkristallmaterials
mit positiver dielektrischer Anisotropie so zu ändern, dass es im maximalen
Energiezustand oder nahe am maximalen Energiezustand zwischen den
begünstigten
Ausrichtungen liegt. Das Abschalten des Feldes in Gegenwart von
linear polarisiertem Licht einer geeigneten Polarisationsrichtung
und Intensität
induziert beim Flüssigkristall
eine Relaxation zur begünstigten
Ausrichtung, wie durch die Polarisationsrichtung vorgegeben ist.
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In
vielen Fällen
kann die Polarisationsrichtung des eingestrahlten Lichts allein
die resultierende Ausrichtung des Flüssigkristalls bestimmen, insbesondere,
wenn keine andere Energiezufuhr vorgesehen ist. Dies gilt auch dann,
wenn eine zweite Energiezuführung
vorgesehen ist, die jedoch keine Richtungswirkung aufweist, die
in der Lage wäre,
die resultierende Ausrichtung zu beeinflussen.
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In
bestimmten anderen Fällen
ist allerdings die zweite Energiezufuhr mit einer Richtungswirkung verbunden
und kann die resultierende Ausrichtung beeinflussen, zum Beispiel
ein elektrisches Feld. Wenn dies nicht erwünscht ist, sollte die zweite
Energiezufuhr normalerweise aufhören,
bevor das eingestrahlte Licht abgeschaltet wird.
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Alternativ
dazu kann die Beibehaltung der zweiten Energiezufuhr nach dem Aufhören des
eingestrahlten Lichts dazu führen,
dass die resultierende Ausrichtung durch die zweite Energiezufuhr
bestimmt wird, wenn dies erwünscht
ist.
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Wenn
ferner das eingestrahlte Licht nicht polarisiert ist, kann es nicht
per se die resultierende Ausrichtung bestimmen. In einem solchen
Fall bestimmt die zweite Energiezufuhr die resultierende Ausrichtung,
wobei das eingestrahlte Licht so zurückgedrängt wird, dass es die geringere,
aber notwendige Funktion der Unterstützung der Wiederausrichtung
besitzt, zum Beispiel durch Erwärmen
des Flüssigkristallmaterials
entweder direkt oder indirekt, wie zum Beispiel durch optische Absorption
durch das Flüssigkristallmaterial oder
eine Komponente davon oder eines anderen Bestandteils einer Flüssigkristallzelle.
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In
vielen Fällen
wird der gleiche Verfahrenstyp, einschließlich der Energiezufuhr von
einer Bestrahlungseinrichtung, zum Schalten zwischen den bevorzugten
Ausrichtungen in beide Richtungen verwendet. In anderen Fällen werden
allerdings unterschiedliche Methoden für die verschiedenen Schaltrichtungen
angewandt, sofern mindestens eine Schaltrichtung mit der Bestrahlung
von einer Bestrahlungseinrichtung verbunden ist.
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Dies
kann insbesondere dann der Fall sein, wenn die Energieminima für die bevorzugten
Ausrichtungen nicht gleich sind, wozu auch der Fall gehört, dass
eine Ausrichtung metastabil ist, so dass die Energiebarriere von
der Schaltrichtung abhängt. So
kann zum Beispiel das Schalten in eine Richtung von der weniger
stabilen oder metastabilen Ausrichtung lediglich unpolarisiertes
oder polarisiertes Licht von der Bestrahlungseinrichtung erfordern.
Das Schalten in die umgekehrte Richtung kann eine zweite Energiezufuhr
erfordern, wie zum Beispiel ein elektrisches Feld, das allein oder
in Verbindung mit geeignetem Licht von der Bestrahlungseinrichtung
angewandt wird. Alternativ kann das Schalten in die eine Richtung
durch eine zweite Energiezufuhr bewirkt werden, während die
Umkehrung eine Kombination der zweiten Energiezufuhr und von geeignetem
Licht von der Bestrahlungseinrichtung erfordert.
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Das
Licht von der Bestrahlungseinrichtung kann lokal eingestrahlt werden,
um über
die Fläche der
Vorrichtung unterschiedliche Ausrichtungen zu erzeugen. Wenn auch
eine zweite Energiezufuhr erforderlich ist, wie zum Beispiel ein
elektrisches Feld, kann dieses ebenfalls lokal angelegt werden,
so dass lediglich ein begrenzter Bereich der Vorrichtung zu einem
beliebigen Zeitpunkt geschrieben werden kann. In diesem Fall kann
die Lichteinstrahlung oder die zweite Energiezufuhr universell angewandt
werden, wobei die jeweils andere Art der Energiezufuhr lokal angewandt
wird, so dass die lokale Energiezufuhr bestimmt, welche Bereiche
geschaltet werden. Alternativ dazu können beide Energiezufuhren
lokal angewandt werden, möglicherweise
mit unterschiedlicher Energieverteilung, so dass lediglich Bereiche,
in denen beide Energiezufuhren auftreten, geschaltet werden, also
im Sinne einer logischen UND-Funktion. Andere logische Anordnungen
kann eine auf diesem Fachgebiet erfahrene Person vornehmen.
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Die
Fähigkeit,
ausgewählte
Bereiche der Vorrichtung zu verändern,
bedeutet, dass die Vorrichtung für
eine Reihe von Anwendungen herangezogen werden kann, zu denen Anzeigen
und optische Datenverarbeitung gehören. So beschreibt zum Beispiel
unsere ebenfalls anhängige
internationale Patentanmeldung PCT/GB98/01866 (WO 99/00993) eine
autostereoskopische Anzeige, bei der eine Anordnung von Anzeigen
kachelartig kombiniert ist, und die internationale Patentanmeldung PCT/GB98/03097
(WO 99/19767) zeigt eine Anordnung von individuellen Anzeigen für holographische Zwecke.
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Von
Kim et al. wurde in der Publikation "Optical Switching of Nematic Liquid
Crystal by Means of Photosensitive Polyimides as an Alignment Layer", Applied Physics
Letters, 29. November 1999, Seiten 3458–3460, wurde eine Vorrichtung
beschrieben. Bei dieser Vorrichtung wird die Schwellenspannung zum Schalten
zwischen zwei Flüssigkristallausrichtungen durch
Bestrahlung der Polyimidschicht beeinflusst, und es wird angenommen,
dass die Polyimidschicht "photophysikalischen Änderungen" unterliegt. Es ist möglich, den
Flüssigkristall
durch Variation der Strahlung bei Vorliegen einer konstanten Spannung
zu schalten. Von der Ausrichtungsschicht ist allerdings nicht beschrieben,
dass sie mehr als eine Ausrichtungsrichtung begünstigt. Darüber hinaus erfordert die Vorrichtung,
wie beschrieben ist, die Bestrahlung der Ausrichtungsschicht zur Änderung
ihrer Eigenschaften, während
bei Ausführungsformen
der vorliegenden Erfindung für
Schaltzwecke die spektrale Zusammensetzung des Lichts in Bezug auf
das Flüssigkristallmaterial
so gewählt
wird, dass eine Verdrillungswirkung darauf ausgeübt wird oder seine Temperatur
geändert
wird.
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Ähnlich beschreiben
Wang et al. in der Publikation "Alignment
of a Nemitic Liquid Crystal Induced by Anisotropic Photo-Oxidation
of Photosensitive Polyimide Films" in Applied Physics Letters, 15. Oktober 1998,
Seiten 4573–4578,
ein Verfahren, bei dem die Ausrichtungseigenschaften eines Polyimidfilms durch
Bestrahlen mit linear polarisiertem Laserlicht geändert werden
können.
Auch in diesem Fall liegt kein Hinweis darauf vor, dass die Schicht
zugleich in der Lage sein könnte,
beide Ausrichtungen von zwei Ausrichtungen zu unterstützen.
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Andere
Merkmale und Vorteile der Erfindung gehen aus der Würdigung
der beigefügten
Ansprüche,
auf die der Leser verwiesen wird, sowie aus dem Lesen der nachfolgenden
Beschreibung von beispielhaften Ausführungsformen von Vorrichtungen
gemäß der Erfindung
unter Bezug auf die beigefügten
Zeichnungen hervor:
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1 erläutert schematisch
die Änderung der
Energie mit dem Zenitwinkel des Flüssigkristallmaterials auf einer
zenital bistabilen Oberfläche;
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2 erläutert schematisch
die Wirkung von Licht auf eine Azo-Verbindung;
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die 3(a) bis 3(d) erläutern schematisch die
Wirkungsweise der unten beschriebenen Ausführungsform 2, die ein Beispiel
unter Verwendung einer azimutal bistabilen Oberfläche darstellt;
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die 4 und 5 sind
Spannungs-Zeit-Diagramme, die das Ansprechen der Zelle von Ausführungsform
2 erläutern;
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die 6 und 7 sind
Spannungs-Zeit-Diagramme, die das Ansprechen der Zelle von Ausführungsform
2 sowie die Notwendigkeit des Anlegens eines elektrischen Feldes
bei dieser Ausführungsform
erläutern;
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8 erläutert schematisch
eine zenital "bistabile" Oberfläche mit
einer modifizierten Energiebarriere gegenüber dem Fall von 1,
so dass sie in wirksamer Weise monostabil ist;
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die 9(a) bis 9(c) erläutern den
Betrieb der Flüssigkristallzelle,
welche die Oberfläche
von 8 aufweist;
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10 ist
eine Darstellung, die allgemein ähnlich
der von 1 ist und dazu dient, die gemeinsame
elektrische und optische Adressierung zu erläutern.
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Ausführungsform
1 Eine Schicht eines Flüssigkristallmaterials,
das ein dichroitisches Additiv enthält, ist zwischen einem ersten
und einem zweiten Substrat eingeschaltet. Das erste Substrat besitzt
ein Oberflächenprofil
für eine
azimutal bistabile Oberflächenausrichtung
(zwei stabile oder begünstigte
planare Ausrichtungen mit unterschiedlichen Azimutrichtungen), und
die zweite Oberfläche
weist eine nicht geriebene Polymeroberfläche des Typs auf, dass, wenn
sie gerieben würde,
eine planare Ausrichtung gefördert
würde.
Das Flüssigkristallmaterial enthält ein Additiv
für eine
glitschige Oberfläche
einer Konzentration, die ausreicht, um eine Degeneration der (planaren)
Ausrichtung an der zweiten Substratoberfläche zu erlauben, jedoch nicht
ausreicht, um die Bistabilität
der Ausrichtung an der ersten Substratoberfläche zu zerstören. Dieser
Aufbau bedeutet, dass jede der beiden bistabilen Ausrichtungen auf
der ersten Substratoberfläche
eine entsprechende gleichmäßige planare
Textur über
die Flüssigkristallschicht hinweg
mit unterschiedlicher Azimutrichtung erzeugt.
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Das
Aufstrahlen von linear polarisiertem Licht ausreichender Intensität und geeigneter
Polarisationsrichtung auf das Flüssigkristallmaterial
reicht aus, um eine gleichmäßige planare
Textur in die andere umzuwandeln und umgekehrt. Die Intensität des polarisierten
Lichts wird, unter anderem, von der Energiebarriere zwischen den
bistabilen Ausrichtungen bestimmt, wie sie durch die Oberflächengeometrie
des ersten Substrats vorgegeben sind, und, neben anderen Faktoren,
ferner durch die Konzentration des Additivs für eine glitschige Oberfläche.
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Ausführungsform
2 Diese Ausführungsform ist ähnlich Ausführungsform
1, jedoch (a) ist die Energiebarriere zwischen den bistabilen Ausrichtungen von
einer solchen Größe, dass
das polarisierte Licht allein nicht ausreicht, um eine Umwandlung
zwischen den beiden planaren Texturen hervorzurufen (andernfalls,
wenn eine Quelle für
polarisiertes Licht ausreichender Lichtintensität verfügbar wäre, um eine Umwandlung hervorzurufen,
wäre dies
schädlich
für die
Zelle), und (b) ist jedes Substrat mit einer durchgehenden Elektrode
zum Anlegen eines Feldes an die Flüssigkristallschicht in Dickenrichtung
versehen. Wenn ein Feld angelegt wird, dessen Feldstärke ausreicht,
um eine homöotrope
Ausrichtung in der Schicht zu induzieren, und das Feld dann in Gegenwart
von linear polarisiertem Licht entfernt wird, relaxiert die Ausrichtung
des Flüssigkristallmaterials
an dem ersten Substrat zur bevorzugten Ausrichtung, die durch die
Polarisationsrichtung bestimmt wird.
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Die 3(a) bis 3(d) erläutern schematisch die
Arbeitweise dieser Ausführungsform
für eine
Zelle, die eine Flüssigkristallschicht 3 zwischen
einem Substrat 1, das eine azimutal bistabile erste Elektrode
aufweist, und einem Substrat 2, das eine zweite (nicht
ausrichtende) Elektrode aufweist. Die 3(a) bis 3(c) decken einen Zeitraum ab, bei dem
linear polarisiertes Beleuchtungslicht L eingestrahlt wird (wirksam
zur Induzierung einer Verdrillung bei den Flüssigkristallmolekülen). Innerhalb
dieses Zeitraums wird, wie 3(b) zeigt,
durch Anlegen einer Potentialdifferenz V zwischen den Elektroden
der Substrate ein elektrisches Feld an die Zelle angelegt, um eine
homöotrope
Orientierung zu erzeugen. Nach dem Abschalten des Feldes relaxiert
die Ausrichtung am Substrat 1 zu der Ausrichtung, die durch
die Polarisationsrichtung des Beleuchtungslichts L bestimmt ist, 3(c). Die Flüssigkristallorientierung am
dem bistabilen Substrat wird durch die Flüssigkristallschichtmasse hindurch
auf das andere Substrat übertragen,
was durch den dort vorliegenden Effekt der glitschigen Oberfläche ermöglicht wird, 3(d).
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Diese
Ausführungsform
hat den Vorteil, dass die Vorrichtung nur dann einem Update zugänglich ist,
wenn ein elektrisches Feld angelegt wird, da sie andernfalls stabil
ist. Die Anordnung kann so sein, dass das elektrische Feld per se
ausreicht, um die homöotrope
Orientierung für
die nachfolgende Relaxation zu einem Zustand zu erzeugen, der durch
das Einstrahlen von polarisiertem Licht bestimmt ist. Durch selektive
Beleuchtung unterschiedlicher Bereiche mit unterschiedlicher optischer
Polarisation ist es möglich,
ein Bild zu schreiben.
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Es
ist allerdings auch möglich,
die Anordnung so zu treffen, dass lediglich diejenigen Bereiche des
Flüssigkristalls,
die sowohl optisch als auch elektrisch adressiert werden, in den
homöotropen
Zustand gebracht werden, wobei in diesem Fall eine selektive räumliche,
optische Adressierung der Zellen ermöglicht, dass lediglich ausgewählte Bereiche
der Zelle beschrieben und verriegelt werden, was die Möglichkeit
eröffnet,
ein komplexes Bild mit einem einzigen Elektrodenpaar zu schreiben,
z. B. zur Anwendung für
Bilder hoher Dichte und zur Speicherung von Bildern oder Daten.
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In
einem Versuch wurde eine azimutal bistabile Gitteroberfläche durch
Beschichten eines sauberen Glassubstrats mit geätztem Zinndioxid hergestellt.
Ein Photolack Microposit S1805, der durch Shipley Europe Limited
geliefert wurde, wurde durch Rotationsbeschichtung auf diese Beschichtung
aufgebracht, was eine Schicht von nominal 0,5 μm Dicke ergab. Anschließend wurde
eine binäre
Gittermaske mit einem Linienabstand von 1 μm mit dem Photolack in Kontakt
gebracht und eine Belichtung unter Verwendung einer Breitband-UV-Lichtquelle
(365 nm, 404 nm und 435 nm bei etwa 150 mJ/cm2)
durchgeführt.
Das Gitter wurde dann um 90° gedreht,
worauf die Belichtung wiederholt wurde. Nach der Entwicklung des
gemäß der Spezifikation
belichteten Photolacks wurde eine leichtes Trocknen in UV-Licht
während
15 Minuten (Licht von 254 nm bei etwa 9 mW/cm2)
und anschließend
ein starkes Trocknen während
zwei Stunden bei 180°C
durchgeführt.
Unter Verwendung des obigen Substrats und eines in ähnlicher
Weise bearbeiteten Substrats, bei dem der Photolacks allerdings
nicht zur Erzeugung eines Gitters belichtet worden war, wurde eine
Zelle aufgebaut. Der Abstand zwischen den Substraten betrug nominal
5 μm; der
Raum zwischen den Substraten wurde mit einem Standardgemisch E63
von Merck gefüllt,
das bei Raumtemperatur eine nematische Phase aufweist. Zu diesem
Gemisch wurden ein dichroitischer Farbstoff D2, ebenfalls von Merck,
in einer Menge von 2 Gew.-% und ein Oligomer mit der Bezeichnung
3M Flourad FC430, geliefert von 3M Belgium N. V., in einer Menge
von 2 Gew.-% zugegeben. Der Farbstoff besitzt einen Absorptionspeak
bei 487 nm, der nahe bei 600 nm auf Null abfällt.
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Ein
20 mW-Argonionenlaser (Wellenlänge 448
nm), der ein Gaußsches
Strahlprofil an der Zelle von 1 mm2 aufwies,
wurde zur Adressierung der Zelle über eine drehbare Halbwellenplatte
zur Kontrolle ihrer Polarisationsrichtung verwendet. Das optische Ansprechen
der Zelle wurde unter Verwendung eines linear polarisierten Strahls
von einem 5 mW HeNe-Laser (Wellenlänge 663 nm) sowie zusätzlich einem
linearen Polarisator, der auf eine Brennfleckgröße an der Zelle fokussiert
war, die kleiner war als der Brennfleck des Argonionenlasers, überwacht.
Die übertragene
Intensität
des Lichts von 633 nm wurde durch eine Photodiode erfasst, die mit
einem linearen Analysator und einem Sperrfilter ausgerüstet war,
um sämtliche
sichtbaren Wellenlängen
außer
dem HeNe-Licht virtuell auszuschließen. Die Vorrichtung wurde
mit bipolaren elektronischen Impulsen adressiert, um die Zelle in
einen homöotropen
Zustand zu schalten. Um 90° zueinander
liegende bistabile Orientierungen der Flüssigkristallzelle wurden vertikal und
horizontal vorgesehen, während
der Polarisator und der Analysator unter plus 45° bzw. minus 45° angeordnet
wurden. Da die stabilen Zustände
zwischen gekreuzten Polarisatoren optisch äquivalente Transmissionen aufweisen,
wurde eine Viertelwellenplatte nach der Zelle hinzugefügt, um die
beiden Zustände zu
unterscheiden.
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Das
Schalten der Vorrichtung ist in den 4 und 5 veranschaulicht,
welche die Transmission T als Funktion der Zeit t während einer
Zeitdauer von etwa 50 Sekunden zeigen. Während der Einstrahlung des
Lichts von 488 nm entweder mit vertikaler linearer Polarisation
(4) oder mit horizontaler linearer Polarisation
(5) wurde ferner ein bipolarer elektrischer Impuls
VP von 80 mV und 10 ms angelegt, der die Datensammlung durch das Oszilloskop
triggerte. Die anschließende
Abschaltung der Beleuchtung etwa 5 Sekunden später bei einem Punkt t1 erlaubte
eine Relaxation des Flüssigkristalls
(über möglicherweise
Hunderte von Millisekunden) zu einer endgültigen Orientierung; wie aus einem
Vergleich der Endbereiche der 4 und 5 hervorgeht,
kann diese durch Wahl der Polarisationsrichtung der Beleuchtung
mit 488 nm ausgewählt
werden. Ein weiterer Einblick in das Verhalten der Zelle kann aus
einer Betrachtung der 6 und 7 gewonnen
werden, welche die Transmission T als Funktion der Zeit t während einer
Zeitdauer von etwa 200 Sekunden zeigen. In 6 durchläuft die Zelle
die nachstehende Abfolge von Schritten:
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- 11
- Horizontal
polarisiertes Licht EIN.
- 12
- Spannungsimpuls
angelegt.
- 13
- Horizontal
polarisiertes Licht AUS.
- 14
- Horizontal
polarisiertes Licht EIN.
- 15
- Spannungsimpuls
angelegt.
- 16
- Horizontal
polarisiertes Licht AUS.
- 17
- Vertikal
polarisiertes Licht EIN.
- 18
- Spannungsimpuls
angelegt.
- 19
- Vertikal
polarisiertes Licht AUS.
- 20
- Vertikal
polarisiertes Licht EIN.
- 21
- Spannungsimpuls
angelegt.
- 22
- Vertikal
polarisiertes Licht AUS.
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Dies
zeigt, dass die Wiederholung des Adressierungszyklus, nämlich der
Schritte 4 bis 6 und 10 bis 12,
keinen wirksamen Effekt ergibt. Wenn allerdings ein Adressierungszyklus
durchgeführt
wird, der eine neue Orientierung spezifiziert, wie dies in den Schritten 17 bis 19 der
Fall ist, ändert
sich die Ausrichtung des Flüssigkristalls
in einen zweiten stabilen Zustand (Schritt 18).
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7 erläutert die
Notwendigkeit des Spannungsimpulses und zeigt die nachstehende Abfolge von
Maßnahmen:
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- 31
- Horizontal
polarisiertes Licht EIN.
- 32
- Spannungsimpuls
angelegt.
- 33
- Horizontal
polarisiertes Licht AUS.
- 34
- Vertikal
polarisiertes Licht EIN.
- 35
- Vertikal
polarisiertes Licht AUS.
- 36
- Vertikal
polarisiertes Licht EIN.
- 37
- Spannungsimpuls
angelegt.
- 38
- Vertikal
polarisiertes Licht AUS.
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Die
Schritte 31 bis 33 mit horizontal polarisierter
Beleuchtung dienen nicht zu einer Beeinflussung des Zustands der
Zelle, sondern zur Sicherstellung, dass sie sich in dem durch die
Beleuchtung mit horizontal polarisiertem Licht induzierten Zustand
befindet. Die Schritte 34 und 35 mit vertikal
polarisierter Beleuchtung bei Abwesenheit einer angelegten Spannung ändern den
Zustand der Zelle ebenfalls nicht. Die Einschaltung eines Spannungsimpulses 37 während der
Beleuchtung mit vertikal polarisiertem Licht, Schritte 36 bis 38,
triggert allerdings einen Zustandswechsel, und bei Abschalten der
Beleuchtung bei Schritt 38 wird die Ausrichtung des Flüssigkristalls
geändert.
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Ausführungsform
3 Eine Schicht eines Flüssigkristallmaterials,
das ein dichroitisches Additiv enthält, ist zwischen einem ersten
und einem zweiten Substrat eingeschaltet, wobei das erste Substrat
ein Oberflächenprofil
besitzt, das eine azimutale bistabile Oberflächenausrichtung ergibt, und
die zweite Oberfläche
eine Polymeroberfläche
aufweist, die gerieben wurde, um eine planare Ausrichtung darauf parallel
zu einer der bevorzugten Ausrichtungen beim ersten Substrat zu fördern. Die
planare Ausrichtung am zweiten Substrat besteht fort, so dass in
einem Zustand der Vorrichtung eine gleichmäßige planare Textur über die
Flüssigkristallschicht
vorliegt und im anderen Zustand der Flüssigkristall verdrillt ist.
Das Flüssigkristallmaterial
enthält
ferner auch ein chirales Additiv, um die Energien des gleichmäßigen Zustands
und des verdrillten Zustands allgemein (und bevorzugt im Wesentlichen)
gleich zu machen, um so ein Schalten zwischen diesen Zuständen bei Einstrahlen
von Licht der geeigneten linearen Polarisationsrichtung und Intensität zu erleichtern.
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Das
Flüssigkristallmaterial
kann wahlweise ein Additiv für
eine glitschige Oberfläche
wie in den Ausführungsformen
1 und 2 enthalten, jedoch nicht in einer so hohen Konzentration,
dass die planare Ausrichtung an der zweiten Oberfläche unwirksam
gemacht wird, und/oder die Vorrichtung kann Elektroden zum Anlegen
eines Feldes an die Dicke der Schicht wie in Ausführungsform
2 aufweisen.
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Ausführungsform
4 Eine Schicht eines Flüssigkristallmaterials,
das ein dichroitisches Additiv enthält, wird zwischen einem ersten
und einem zweiten Substrat eingeschaltet, wobei das erste Substrat
ein Oberflächenprofil
besitzt, das eine azimutale bistabile Oberflächenausrichtung ergibt, und
die zweite Oberfläche
eine Polymeroberfläche
aufweist, die gerieben wurde, um die planare Anordnung daran zwischen
den bevorzugten Ausrichtungen am ersten Substrat zu fördern. Der
Aufbau ist so, dass sich die Ausrichtung je nach der am ersten Substrat
angenommenen Ausrichtung durch die Schicht in Dickenrichtung hindurchgehend
in einer Richtung oder der anderen Richtung verdrillt.
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Die
Energien der beiden Zustände
der Vorrichtung sind bevorzugt im Wesentlichen gleich, obgleich
dies von der Energiebeziehung zwischen den bevorzugten Ausrichtungen
am ersten Substrat abhängt.
Es ist bevorzugt, wenn die Ausrichtung am zweiten Substrat im Wesentlichen
parallel zu der Richtung ist, die dem Energiemaximum zwischen den
begünstigten
Ausrichtungen am ersten Substrat entspricht. Wenn die Energien der
beiden bevorzugten Ausrichtungen am ersten Substrat gleich sind, liegt
diese Richtung in der Mitte zwischen den begünstigten Ausrichtungen. Wenn
die Energien der beiden begünstigten
Ausrichtungen am ersten Substrat nicht gleich sind, kann diese Richtung
in der Mitte zwischen den begünstigten
Ausrichtungen liegen oder auch nicht. Die Ausrichtung am zweiten
Substrat kann allerdings von der idealen Position abweichen, vorausgesetzt,
dass die Intensität
des polarisierten Lichts (und einer etwaigen weiteren Energiezufuhr)
zur Umausrichtung ausreichend ist.
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Das
Flüssigkristallmaterial
kann wahlweise ein Additiv für
eine glitschige Oberfläche
wie in den Ausführungsformen
1 und 2 enthalten, jedoch nicht in einer so hohen Konzentration,
dass die planare Ausrichtung an der zweiten Oberfläche unwirksam
gemacht wird, und/oder die Vorrichtung kann Elektroden zum Anlegen
eines Feldes an die Schicht in der Dicke wie in Ausführungsform
2 aufweisen.
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Ausführungsform
5 Eine Schicht eines Flüssigkristallmaterials,
das ein dichroitisches Additiv enthält, wird zwischen einem ersten
und einem zweiten Substrat eingeschaltet, wobei das erste Substrat
ein Oberflächenprofil
besitzt, das eine azimutale bistabile Oberflächenausrichtung ergibt, und
die zweite Oberfläche
eine Oberfläche
aufweist, die behandelt wurde, um die homöotrope Ausrichtung daran zu
fördern.
Beim Durchlaufen von einem Substrat zum anderen liegt unabhängig von
der Ausrichtungsrichtung am ersten Substrat eine Verdrillung der
Ausrichtungsrichtung vor, so dass die Energien der beiden Zustände der
Vorrichtung allgemein oder im Wesentlichen gleich sind (abhängig von
der Energiebeziehung zwischen den Ausrichtungen am ersten Substrat).
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Das
Flüssigkristallmaterial
kann wahlweise ein Additiv für
eine glitschige Oberfläche
wie in den Ausführungsformen
1 und 2 enthalten, jedoch nicht in einem solchen Ausmaß, dass
die Ausrichtung an der zweiten Oberfläche unwirksam gemacht wird, und/oder
die Vorrichtung kann Elektroden zum Anlegen eines Feldes an die
Schicht in Dickenrichtung wie in Ausführungsform 2 aufweisen. Bei
jeder der Ausführungsformen
1 bis 5 ist es bevorzugt, wenn die beiden begünstigten azimutalen Ausrichtungen
am ersten Substrat unter 90° zueinander
liegen.
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Ausführungsform
6 Während
die Ausführungsformen
1 bis 5 azimutal bistabile Substratoberflächen aufweisen, besitzt diese
Ausführungsform eine
zenital bistabile Substratoberfläche 1,
die allgemein von dem Typ ist, der bereits unter Bezug auf 1 erläutert wurde,
und ein zweites Substrat 2 für eine homöotrope Ausrichtung. Durch Abstimmen
des Verhältnisses
von Abstand zu Tiefe der Gitterlinien, und insbesondere unter Verwendung
eines relativ flachen Gitters, ist es möglich, ein Energieprofil, wie
es in 8 dargestellt ist, zu erzielen, obgleich dies
von weiteren Parametern der Vorrichtung und des betreffenden Flüssigkristalls
abhängt,
bei dem der planare Zustand stabil ist, jedoch lediglich mit einer
kleinen Aktivierungsenergie E zum Schalten in den homöotropen
Zustand. Es muss dafür
Sorge getragen werden, dass das Verhältnis von Abstand zu Tiefe
der Gitterlinien nicht so klein ist, dass der planare Zustand vollständig instabil
wird. Das Flüssigkristallmaterial
enthält
einen dichroitischen Farbstoff.
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Die
Vorrichtung bleibt normalerweise in einer homöotropen Ausrichtung wie in 9(a). Ein elektrisches Feld oder ein Spannungsimpuls
kann dazu verwendet werden, die Ausrichtung an der Oberfläche des
bistabilen Substrats 1 in eine planare Ausrichtung zu schalten, 9(b). Diese planare Ausrichtung hat die
Tendenz zur Relaxation zu der homöotropen Ausrichtung von 9(a) mit einer Geschwindigkeit, die unter
anderem von der Aktivierungsenergie E abhängt; wenn sie ausreichend niedrig
ist, können
ausgewählte
Bereiche der Vorrichtung durch Einstrahlen von polarisiertem Licht
L gezwungen werden, schneller zu schalten, 9(c),
was dazu dient, das Flüssigkristallmaterial
mit einer Verdrillung zu versehen. Es ist auf diese Weise möglich, ein
temporäres
Bild auf der Vorrichtung zu schreiben, das mit einer geeigneten
Rate wiederholt aufgefrischt werden kann.
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Im
planaren Zustand liegen die Flüssigkristallmoleküle senkrecht
zu den Vertiefungen. Auf den Flüssigkristall
einfallendes Licht, das senkrecht zu den Vertiefungen linear polarisiert
ist, wird vom dichroitischen Farbstoff absorbiert, der dann eine
Verdrillung auf die Flüssigkristallmoleküle ausübt, indem sie
von der Polarisationsrichtung weggedrückt werden. Als Konsequenz
tendiert der so beleuchtete Flüssigkristall
dazu, in die energetisch begünstigte homöotrope Orientierung
zu fallen.
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Bei
Abwandlungen dieser Ausführungsform kann
die Oberfläche 2 eine
planare Orientierung mit einer hohen oder niedrigen Vorverkippung
ergeben, und/oder sie könnte
eine weitere Gitteroberfläche sein.
Jede Abwandlung kann auch mit einer Beleuchtung mit nichtlinearer
Polarisation, zum Beispiel mit zirkularer Polarisation, betrieben
werden.
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Ausführungsform
7 Diese Ausführungsform ist ähnlich wie
Ausführungsform
6, jedoch ist das Gitter tiefer, wodurch die Energieniveaus umgekehrt werden
und der planare Zustand energetisch begünstigter gemacht wird. Eine
Kombination von elektrischer und optischer Adressierung wird zum
Schalten von ausgewählten
Bereichen in den energetisch höheren
homöotropen
Zustand verwendet, wobei das elektrische Feld unterhalb der Schwelle
zum Schalten bei Abwesenheit einer Beleuchtung liegt. In diesem
Fall ist es der homöotrope
Zustand, der metastabil ist und zum planaren Zustand relaxiert.
Um einen Übergang
in den planaren Zustand zu erzwingen, ist eine Beleuchtung unter
einem Winkel zur Achse erforderlich. Der planare Zustand kann durch Anwendung
eines elektrischen Löschimpulses über die
gesamte Flüssigkristallschicht
induziert werden.
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Ausführungsform
8 Die Ausführungsformen 6
und 7 stellen extreme Beispiele für zenital bistabile Vorrichtungen
dar, und, wie zuvor erwähnt,
der planare Zustand umfasst manchmal einen hohen Verkippungswinkel
für einen
Defektzustand mit Liniendefekten im nematischen Direktor. Es können andere Gitterprofile
verwendet werden, die ausgeprägtere Energietröge für beide
Ausrichtungstypen ergeben, wie in 10 dargestellt
ist, die allgemein 1 ähnelt. In einem solchen Fall
ist die gemeinsame Anwendung von elektrischer und optischer Adressierung
bevorzugt, das heißt,
das elektrische Feld kann dazu verwendet werden, von einem (planaren)
Zustand A zum Beispiel in einen Zustand B zu schalten, wobei an
diesem Punkt beleuchtete Bereiche in einen (homöotropen) Trog C übergehen
können
(oder der Prozess kann in umgekehrter Richtung von C zu A verlaufen).
Nicht beleuchtete Bereiche relaxieren zum Zustand A beim Entfernen
des Feldes und der Beleuchtung.
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Ausführungsform
9 Diese Ausführungsform stellt
eine Abwandlung von Ausführungsform
8 dar, bei welcher der letzte Stoß zum Überwinden des Energiebergs
durch lokale Erwärmung
anstatt durch Beleuchtung erzielt wird. Eine solche lokale Erwärmung kann
durch Lichtabsorption durch einen Farbstoff oder ein anderes lichtabsorbierendes
Material, zum Beispiel im Flüssigkristallmaterial
oder im Gitter, auftreten. Nicht-dichroitische Farbstoffe ergeben eine
polarisationsunempfindliche Vorrichtung, während geeignet angeordnete
dichroitische Farbstoffe, wie im Flüssigkristall-Wirtsmaterial, dazu
führen, dass
der Erwärmungseffekt
von der Polarisation der einfallenden Beleuchtung abhängt. Die
Schaltrichtung der Vorrichtung wird durch die Polarität des angelegten
elektrischen Feldes und nicht durch eine lichtinduzierte Verdrillung
bestimmt.