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Die
vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Erfassung von
Fehlerströmen
in elektrischen Schaltkreisen bei Maschinen und mit einer solchen
Vorrichtung ausgerüstete
Maschinen.
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Maschinen
wie z.B. Druckmaschinen verfügen über eine
große
Anzahl von elektrischen Antrieben und Stellgliedern, welche über elektronische Steuerungseinrichtungen
und Stromversorgungseinrichtungen angesteuert und mit elektrischer
Energie versorgt werden. Die elektronischen Steuerungseinrichtungen
und elektrischen Schaltkreise führen
elektrische Spannungen, was im Fehlerfall bei nicht ausreichender
Isolation oder aufgrund von Wechselwirkungen in den Schaltkreisen
und Stromnetzen der Maschine zu Fehlerströmen führen kann. Diese Fehlerströme können zum
einen das Bedienpersonal der Maschine gefährden und zum anderen zu Schäden durch Überspannung
an anderen elektrischen Bauteilen der Maschine führen. Zur Ermittlung von Fehlerströmen gibt
es mehrere Möglichkeiten.
So kann vor Auslieferung einer Maschine im Werk zunächst eine
Vermessung der Maschine vorgenommen werden, um Fehlerströme vor der
Auslieferung aufspüren
zu können.
Allerdings reicht dies aus Sicherheitsgründen nicht aus, da sich Isoliermaterial
im Laufe der Jahre in seiner Qualität verschlechtert und so Fehlerströme erst
nach einer gewissen Betriebsdauer auftreten können, welche bei der Prüfung im
Werk nicht ermittelbar sind. Zur Erfassung der Fehlerströme sind
Fehlerstromschutzschaltungen vorgesehen, welche zum einen den Strom
erfassen, welcher in einen zu überwachenden
Stromkreis hineinfließt,
und den Strom, welcher zu den jeweiligen Verbrauchern fließt. Wenn
es bei dem hinein fließenden
Strom und dem Strom der elektrischen Verbraucher eine Differenz
gibt, so liegt ein Fehlerstrom vor. Sobald der Fehlerstrom eine
nicht mehr zulässige
Größe erreicht,
wird die Fehlerstromschutzschaltung den Stromkreis unterbrechen
und so dafür
sorgen, dass kein unzulässig
hoher Fehlerstrom, welcher das Bedienpersonal gefährden könnte, auftreten
kann.
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Eine
solche Fehlerstromschutzvorrichtung ist aus der
DE 101 25 338 A1 bekannt.
Bei dieser Schutzvorrichtung sind einem Stromkreis mit einem Stromeingang
mehrere Stromausgänge
zugeordnet, an welche ein oder mehrere Verbraucher angeschlossen
sind. In einer bevorzugten Ausführungsform
wird an jeden Stromausgang ein einziger Verbraucher angeschlossen.
Weiterhin weist jeder dieser Stromausgänge eine eigene Fehlerstromerfassungseinrichtung
auf, so dass die Fehlerströme
an allen Stromausgängen
und damit an den einzelnen Verbrauchern separat erfasst werden können. Wenn eine
Fehlerstromerfassungsvorrichtung einen unzulässig hohen Fehlerstrom ermittelt,
so wird die Stromversorgung des gesamten Schaltkreises unterbrochen.
Die Erfassung der einzelnen Fehlerströme stellt sicher, dass sich
einzelne Fehlerströme
nicht zufällig
gegeneinander aufheben und so gegebenenfalls gefährliche Spannung an Gehäusebauteilen
auftreten können,
welche von einer einzigen Fehlerstromerfassung nicht bemerkt werden.
Auf diese Art und Weise kann jeder Verbraucher separat überwacht werden,
so dass schon das Auftreten eines einzigen unzulässigen Fehlerstroms an einem
der Verbraucher zur Abschaltung des Stromkreises führt. Auf
diese Art und Weise soll die Sicherheit erhöht werden.
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Das
Konzept aus der
DE
101 25 338 A1 führt jedoch
immer dazu, dass der gesamte Schaltkreis mit allen angeschlossenen
Verbrauchern abgeschaltet wird, wenn bei einem der Verbraucher ein
unzulässig hoher
Fehlerstrom festgestellt wird. Die Übertragung des Konzepts auf
eine Maschine würde
dazu führen, dass
beim Auftreten eines Fehlerstroms in irgendeiner Komponente der
Maschine die gesamte Maschine abgeschaltet wird. Dies kann jedoch
zum häufigen Stillstand
der Maschine und damit zu erhöhten
Kosten führen.
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Es
ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Vorrichtung zur
Erfassung von Fehlerströmen
zu schaffen, welche es ermöglicht,
die Erfassung von Fehlerströmen örtlich zuordnen
zu können.
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Die
Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die
Vorrichtung und die Maschine gemäß der Patentansprüche 1 und
6 gelöst.
Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind den Unteransprüchen und den
Zeichnungen zu entnehmen. Um eine Abschaltung der gesamten Maschine
beim Auftreten eines Fehlerstroms an einer der elektrischen Komponenten zu vermeiden,
müssen
zumindest alle unter dem Aspekt der Betriebssicherheit kritischen
Stromkreise auf Fehlerströme
hin überwacht
werden. Zur Unterschreitung der gesetzlich zulässigen EMV(elektromagnetische
Verträglichkeit)-Grenzwerte
und zur Vermeidung von Funktionsstörungen durch elektromagnetische
Interferenzen in der Maschine sind in vielen Schaltkreisen elektromagnetische
Filter vorhanden. Gemäß der vorliegenden
Erfindung ist vorgesehen, dass die elektromagnetischen Filter außerdem mit
einer Messvorrichtung zur Erfassung eines Fehlerstroms verbunden
sind. Da die elektromagnetischen Filter wegen der EMV Problematik
in den Stromkreisen der Maschine ohnehin vorhanden sind, kann durch
die vorliegende Erfindung eine kostengünstige Überwachung von Fehlerströmen in den Schaltkreisen
der Maschine erreicht werden. Dazu erhalten die elektromagnetischen
Filter eine Zusatzfunktion, um mittels einer Messvorrichtung Fehlerströme erfassen
zu können.
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In
einer ersten Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass das
elektromagnetische Filter eine Drossel bestehend aus einem Eisenkern
und einer Wicklung ist. Eine solche Drossel sorgt dafür, dass
hochfrequente Signale mittels eines Tiefpasses herausgefiltert werden.
Dieser Drossel kann gemäß der vorliegenden
Erfindung auch die Funktion zur Erfassung von Fehlerströmen zukommen.
Dazu weist die Drossel eine zusätzliche
Wicklung auf, in welcher ein Fehlerstrom einen entsprechenden Messstrom induziert.
Dieser induzierte Strom kann an eine Messvorrichtung weitergeleitet
werden, welche so den Fehlerstrom in dem Stromkreis mit der Drossel ermittelt.
Alternativ oder zusätzlich
kann bei einem solchen elektromagnetischen Filter auch der magnetische
Fluss mittels eines Messgeräts
erfasst werden. Auch so lässt
sich der anliegende Fehlerstrom berechnen und erfassen. Der ermittelte
Fehlerstrom kann zusätzlich
elektrisch verstärkt
oder gefiltert werden, um in der Steuerung der Maschine weiterverarbeitet
zu werden.
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Eine
besonders vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung zeichnet sich
dadurch aus, dass der elektrische Antriebsmotor einer Maschine über ein elektronisches
Leistungsteil mit Strom versorgt wird und dass dem elektronischen
Leistungsteil eine Vorrichtung zur Erfassung von Fehlerströmen vorgeschaltet
ist. In diesem Fall kann der Fehlerstrom in dem Zweig des Elektromotors
erfasst werden, so dass auch Fehlerströme, welche in dem Motorzweig auftreten,
von der Vorrichtung zur Fehlerstromerfassung festgestellt werden können. Je
näher am
Endverbraucher bei einem Zweig eines Stromkreises die Fehlerstromerkennung
installiert ist, desto besser wird sichergestellt, dass alle Fehlerströme erfasst werden.
Alternativ oder zusätzlich
kann auch vorgesehen sein, dass in der elektrischen Verbindung zwischen
elektrischem Antriebsmotor und elektronischem Leistungsteil wenigstens
eine Vorrichtung zur Fehlerstromerkennung angeordnet ist. Bei dieser Ausgestaltung
der Erfindung befindet sich die Fehlerstromerkennung unmittelbar
vor dem Motor, so dass hier exakt nur die Fehlerströme des Motors
erfasst werden und so die Lokalisierung des Fehlerstroms besonders
exakt möglich
ist.
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Es
erweist sich als besonders vorteilhaft, dass die Auswertung des
Fehlerstroms in einer übergeordneten
Maschinensteuerung erfolgt. Die Maschinensteuerung steuert sämtliche
Antriebsmotoren einer Maschine und überwacht diese auch auf Fehler oder
Ausfälle.
Gemäß der vorliegenden
Erfindung kann als Fehler nun auch das Fließen unzulässiger Fehlerströme erkannt
werden. Wenn die Maschinensteuerung in der Maschine oder in einem
Stromkreis der Maschine einen unzulässigen Fehlerstrom feststellt,
so kann die Maschinensteuerung den betroffenen Stromkreis separat
von allen anderen Stromkreisen der Maschine abschalten. In diesem
Fall wird vermieden, sämtliche
Antriebe oder Steuerungen einer Maschine wegen dem Fehlerstrom in
einem Stromkreis abzuschalten. Außerdem wird durch die Auswertung
des Fehlerstroms in der Maschinensteuerung eine separate Auswertevorrichtung
für den Fehlerstrom
vermieden, so dass die dafür
anfallenden Kosten gespart werden können. In diesem Fall enthält der Maschinenrechner
eine Software zur Auswertung des Fehlerstroms. Alternativ dazu kann
die Auswertung des Fehlerstroms auch direkt in der Vorrichtung zur
Fehlerstromerkennung erfolgen, in dem der Fehlerstrom mittels eines
Messgeräts
erfasst wird und bei Überschreiten
eines zulässigen
Fehlerstroms ein Impuls von der Vorrichtung zur Stromerfassung an
die Maschinensteuerung übermittelt
wird, welche daraufhin den betroffenen Stromkreis abschaltet.
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In
einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass
in jedem elektrischen Zweig zur Versorgung von elektrischen Verbrauchern wenigstens
eine Vorrichtung zur Fehlerstromerfassung vorgesehen ist. Auf diese
Art und Weise können sämtliche
Stromkreise oder Zweige von elektrischen Stromkreisen in der Maschine
separat überwacht werden,
und die von einem unzulässig
hohen Fehlerstrom betroffenen Stromkreise oder –zweige können separat oder auch sequentiell
nacheinander abgeschaltet werden, bis kein unzulässig hoher Fehlerstrom mehr
festgestellt wird. Auf diese Art und Weise wird effektiv vermieden,
dass beim Fließen
eines Fehlerstroms in einem Stromkreis auch die davon nicht betroffenen
Teile der Maschine abgeschaltet werden.
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Bei
Druckmaschinen sind die elektrischen Verbraucher, insbesondere die
Antriebsmotoren, meist über
einen Umrichter an das Drehstromnetz oder einen Wechselrichter an
einen Gleichspannungszwischenkreis angeschlossen. In diesem Fall ist
es sinnvoll, den Gleichspannungszwischenkreis oder das maschineninterne
Drehstromnetz ebenso mit einer Vorrichtung zur Fehlerstromüberwachung zu
versehen und so Fehlerströme
in den maschineninternen Netzen zu erfassen.
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Vorteilhafterweise
ist außerdem
vorgesehen, dass die Maschine mehrere Druckwerke oder Aggregate
aufweist und dass die Druckwerke und Aggregate einzeln von der Stromversorgung
abschaltbar sind. Beim Einsatz der erfindungsgemäßen Fehlerstromerkennungsvorrichtung
in einer Druckmaschine können
den einzelnen Druckwerken oder Aggregaten wie Ausleger und Anleger
eigene elektrische Schaltkreise zugeordnet werden. Wenn die Vorrichtung
zur Fehlerstromerkennung in einem Schaltkreis einen Fehlerstrom
diagnostiziert, so werden der entsprechende Schaltkreise und das
zugehörige
Aggregat abgeschaltet. Der Rest der Maschine bleibt funktionsfähig und
kann z.B. ein sicheres Abschalten und Herunterfahren der Maschine
sicherstellen.
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Weiterhin
ist vorgesehen, dass die Ergebnisse der Auswertung des Fehlerstroms
mittels einer Kommunikationseinrichtung an einen örtlich entfernt angeordneten
Rechner übertragbar
sind. Wenn das Auftreten eines Fehlerstroms in einem Schaltkreis
diagnostiziert wird, so muss meist Servicepersonal eingesetzt werden,
um den Fehler vor Ort an der Maschine zu beheben. In Abhängigkeit
des betroffenen Schaltkreises müssen
die fehlerbehafteten elektrischen Bauteile ausgetauscht werden.
Durch die erfindungsgemäße Fehlerstromerkennung
sind der betroffene Schaltkreis und damit die betroffenen elektrischen
Bauteile bereits bekannt. Der betroffene Schaltkreis und die betroffenen
Bauteile werden dann als Datei auf dem Maschinenrechner oder einem separaten
Rechner, welcher über
das Internet mit einem Rechner des Herstellers kommunizieren kann,
abgespeichert. Die Fehlerdatei kann so über das Internet an den Hersteller übertragen
werden, so dass das Servicepersonal bereits vor seinem Einsatz weiß, welche
Schaltkreise betroffen sind und welche Bauteile eventuell ausgetauscht
und erneuert werden müssen.
Durch die so ausgestaltete Erfindung ist eine Ferndiagnose vom Hersteller
aus möglich.
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Die
vorliegende Erfindung wird nachfolgend anhand mehrerer Figuren näher beschrieben
und erläutert:
Es zeigen
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1 eine
Vorrichtung zur Fehlerstromerkennung mit einer SMV-Drossel und einer
darauf angebrachten Wicklung zur Fehlerstrommessung,
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2 eine
Druckmaschine mit einem elektrischen Antriebsmotor und
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3 eine
Druckmaschine mit mehreren Antriebsmotoren, welche einen Gleichspannungszwischenkreis
aufweist.
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In 1 sind
die Bestandteile eines erfindungsgemäßen Fehlerstromerfassungsschaltkreises 8 zu
erkennen. Auf der linken Seite liegt die Eingangsspannung UEin der Stromversorgung an, während auf
der rechten Seite die Ausgangsspannung Ums anliegt,
welche gleich der Eingangsspannung eines elektrischen Verbrauchers
ist. Um die Abstrahlung insbesondere hochfrequenter elektromagnetischer
Wellen zu vermindern, wird in 1 eine Drossel
eingesetzt, welche aus einem Eisenkern 4 und einer darum
gewickelten Drosselwicklung 6 besteht. Diese Drossel wirkt
als Tiefpass und sorgt dafür,
dass hochfrequente Spannungen herausgefiltert werden. Weiterhin
weist der Fehlerstromerfassungsschaltkreis 8 Kondensatoren 2 auf,
welche ausgangsseitig geerdet sind, um hochfrequente Störspannungen
abzuleiten. Die Drossel in 1 ist für ein zweiphasiges Stromnetz
ausgelegt, die Erfindung ist aber grundsätzlich auch bei drei- und mehrphasigen
Stromnetzen einsetzbar. Auf dem Eisenkern 4 ist neben der Drosselwicklung 6 außerdem noch
eine Fehlerstromwicklung 5 vorhanden, um einen auftretenden
Fehlerstrom IF erfassen zu können. Der
Fehlerstrom IF induziert in der Fehlerstromwicklung 5 eine
proportionale Spannung UF, welche einem
Messgerät
zugeführt
werden kann. Auf diese Art und Weise kann mittels eines EMV Filters
zugleich der Fehlerstrom in einem Zweig eines Stromkreises erfasst
werden. Da die Drosseln zur Unterdrückung von EMV bedingten Störungen ohnehin
in mehreren Schaltkreisen vorhanden sein müssen, kann so auf einfache
Art und Weise zusätzlich
die Fehlerstromerfassung realisiert werden, ohne zusätzliche
Stromwandler oder Messgeräte
im Stromkreis installieren zu müssen.
Die Fehlerstromerfassung kann auf diese Art und Weise einfach in
das EMV Filter integriert werden.
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In 2 ist
das Innere einer Druckmaschine 1 abgebildet, welche an
ein Dreiphasendrehstromnetz 7 anschließbar ist. Innerhalb der Druckmaschine 1 sind
mehrere elektrische Verbraucher 19 an das Drehstromnetz 18 angeschlossen,
unter Anderem auch ein Elektromotor 10. Der Antriebsmotor 10 wird von
einem Umrichter 9 mit elektrischer Energie versorgt und
in seiner Drehzahl geregelt. Zwischen Drehstromnetz 18 und
Umrichter 9 ist in 2 ein Fehlerstromerfassungsschaltkreis 8 vorgesehen, welcher über einen
EMV Filter wie in 1 verfügt. Zudem kann an dem EMV Filter
der Fehlerstrom abgegriffen und der Maschinensteuerung 13 sowie
der Antriebssteuerung 12 zugeführt werden. Die Antriebssteuerung 12 berechnet
die Drehzahlen des Motors 10 und gibt die entsprechenden
Steuerungsbefehle an den Wechselrichter 9 weiter. Die Antriebssteuerung 12 wiederum
wird von der Maschinensteuerung 13 überwacht, welche die verschiedenen
Antriebe innerhalb der Druckmaschine 1 koordiniert und steuert.
Die tatsächlich
anliegende Drehzahl des Motors 10 wird über einen Drehgeber 11 erfasst
und dient ebenfalls als Eingangsgröße für die Antriebssteuerung 12.
Wie in 2 zu erkennen ist, sind Fehlerstromerfassungsschaltkreis 8,
Umrichter 9 und Elektromotor 10 jeweils mit Erde 3 verbunden.
Falls in diesen Bauteilen ein Fehlerstrom auftritt, so fließt dieser über die
Erde ab und wird von dem Fehlerstromerfassungsschaltkreis 8 erfasst.
Neben der Anordnung wie in 2 kann der
Fehlerstromerfassungsschaltkreis 8 auch nach dem Umrichter
angeordnet sein. Die Auswertung des Fehlerstroms IF kann
dabei entweder direkt über
ein Messgerät
im Filter erfolgen oder in der übergeordneten
Maschinensteuerung 13 oder der Antriebssteuerung 12.
Dabei wird der gemessene Fehlerstrom IF mit
vorgegebenen zulässigen
Werten verglichen. Wenn die höchsten
zulässigen
Werte überschritten
werden, so erfolgt zumindest eine Fehlermeldung z. B. auf einem
nicht gezeigten Bildschirm der Druckmaschine 1 oder es
erfolgt eine automatische Abschaltung des betroffenen Stromkreises.
Wenn in 2 durch den Fehlerstromerfassungsschaltkreis 8 ein
nicht mehr zulässiger Fehlerstrom
IF an die Maschinensteuerung 13 gemeldet
wird, so schaltet die Maschinensteuerung 13 über die
Antriebssteuerung 12 den Umrichter 9 und damit auch
den Motor 10 ab. Der höchstzulässige Fehlerstromwert
IF kann dabei eine variable Größe sein, welche
von der Maschinensteuerung 13 in Abhängigkeit des Zustands der Druckmaschine 1 generiert wird.
So kann es sein, dass kurzzeitig höhere Fehlerströme IF zugelassen werden, welche das Bedienpersonal
grundsätzlich
noch nicht gefährden,
welche aber aufgrund der Nähe
zur maximalen Grenze nur kurzzeitig überschritten werden dürfen. Falls
diese variablen Werte längere
Zeit überschritten
werden, so erfolgt auch in diesem Fall eine Abschaltung des Stromkreises.
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Eine
weitere Ausführungsform
der Erfindung zeigt 3. Auch hier ist die Druckmaschine 1 an
ein Drehstromnetz 7 angeschlossen, wobei innerhalb der
Druckmaschine 1 mehrere elektrische Verbraucher 19 an
das Drehstromnetz 18 angeschlossen sind. Neben den Drehstromverbrauchern 19 sind
hier aber auch Gleichstromverbraucher 10 vorgesehen, welche
an einen Gleichspannungszwischenkreis 17 angeschlossen
sind. Der Gleichspannungszwischenkreis 17 ist mit dem Drehstromnetz 18 über einen Gleichrichter 14 verbunden
und wird so mit elektrischer Energie versorgt. Auch hier ist zu
erkennen, dass die elektrischen Antriebskomponenten mit Erde 3 verbunden
sind. In 3 sind neben den Drehstromverbrauchern 19 auch
zwei Elektromotoren 10 vorhanden, welche über den
Gleichspannungszwischenkreis 17 versorgt werden. Die Drehzahlsteuerung
der Motoren 10 wird dabei jeweils von Wechselrichtern 15, 16 vorgenommen,
in welche eine Fehlerstromerfassungsvorrichtung 8 integriert
ist. In diesem Fall wird jeder Wechselrichter und der nachgeschaltete
Motor 10 separat auf Fehlerströme IF überwacht. Falls
einer der Fehlerstromerfassungsschaltkreise 8 einen nicht
mehr zulässigen
Fehlerstrom IF an die Maschinensteuerung 13 übermittelt,
so kann die Maschinensteuerung 13 den jeweiligen Wechselrichter 15, 16 separat
abschalten. Auf diese Art und Weise kann verhindert werden, dass
bei einem festgestellten nicht mehr zulässigen Fehlerstrom IF die komplette Maschine 1 abgeschaltet
wird. Stattdessen wird nur der betroffene Zweig eines Stromkreises
heruntergefahren. Bei einer Druckmaschine 1 ist es so möglich, Druckwerke
und Aggregate wie Anleger oder Ausleger separat ein- und auszuschalten,
so dass z. B. bei Druckmaschinen zunächst nur das betroffene Druckwerk
stillgesetzt wird, bis der Fehler behoben ist, während die anderen Druckwerke
weiter arbeiten können.
Die Maschinensteuerung 13 kann weiterhin über einen
hier nicht gezeigten Rechner mit dem Internet kommunizieren und
die aufgetretene Abschaltung aufgrund eines nicht mehr zulässigen Fehlerstroms
IF an einen Rechner beim Hersteller der Druckmaschine 1 übermitteln.
Dieser kann dann aus der Ferne feststellen, welcher Stromkreis oder –zweig ausgefallen
ist, und eine Fehleranalyse durchführen. Falls ein Einsatz von
Servicepersonal vor Ort nötig
ist, so können
die benötigten
Ersatzteile im Voraus beschafft werden, um den Einsatz vor Ort so
kurz wie möglich
zu gestalten. Wenn für
jeden Schaltkreis oder –zweig
eines Schaltkreises eine erfindungsgemäße Fehlerstromerkennungsvorrichtung 8 vorgesehen
ist, so können
alle Schaltkreise separat überwacht
und bei auftretenden Fehlerströmen
IF auch separat abgeschaltet werden. Damit
kann eine Druckmaschine 1 unter Umständen noch weiter betrieben
werden, wenn die ausgefallenen Komponenten nicht benötigt oder
durch gleichwertige ersetzt werden können. Insbesondere kann so
vermieden werden, dass bei einem nicht mehr zulässigen Fehlerstrom IF die gesamte Druckmaschine 1 und
damit auch Maschinensteuerung 13 abgeschaltet wird, so dass
die Maschinensteuerung 13 dann zur Fehlerdiagnose nicht
mehr zur Verfügung
steht. Dies ist insbesondere beim Einsatz von Ferndiagnosemitteln hinderlich.
Trotzdem kann durch die separate Abschaltung des betroffenen Stromkreises
oder –zweiges
die maximale Sicherheit für
das Bedienpersonal sichergestellt werden, da der betroffene Stromkreis zuverlässig abgeschaltet
werden kann.
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- 1
- Druckmaschine
- 2
- Kondensator
- 3
- Erdung
- 4
- Eisenkern
- 5
- Fehlerstromwicklung
- 6
- Drosselwicklung
- 7
- Netzanschluß
- 8
- Fehlerstromerfassungsschaltkreis
- 9
- Drehstromleistungsteil
- 10
- Antriebsmotor
- 11
- Drehgeber
- 12
- Antriebssteuerelektronik
- 13
- Maschinensteuerung
- 14
- Gleichrichter
- 15
- Wechselrichter
- 16
- Wechselrichter
- 17
- Gleichspannungsnetz
- 18
- Drehstromnetz
- 19
- Drehstromverbraucher
- IF
- Fehlerstrom
- UF
- Fehlerspannung
- UEin
- Eingangsspannung
der Drossel
- UAus
- Ausgangsspannung
der Drossel