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Die
Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Umfangs- und Seitenverstellung
eines Zylinders, insbesondere eines Plattenzylinders, in einer Bogen verarbeitenden
Maschine.
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Das
registergenaue Einpassen der Farbauszüge bzw. Druckplatten in den
einzelnen Druckwerken wird in der Regel durch Korrektur der Plattenzylinderposition
durchgeführt.
Für die
Seitenregisterkorrektur werden die Plattenzylinder direkt axial
verschoben. Für
die Umfangsregisterkorrektur werden die Plattenzylinder in Umfangsrichtung
verdreht. Hierzu wird das Plattenzylinderantriebsrad axial verschoben
und dadurch der Plattenzylinder über den
Schrägungswinkel
der Verzahnung in Umfangsrichtung gedreht.
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Beide
Registerverstellungen erfordern deshalb eine Kupplung, die große axiale
Verstellungen nahezu spielfrei ermöglicht. Die Realisierung eines geringen
Spiels und exakten Rundlaufes ist hier besonders wichtig, da Abweichungen
direkt die Passerqualität
beeinflussen. Die Kanalstöße bei der Überrollung
der Auftragwalzen und des Gummituches müssen dauerfest über die
Maschinenlebensdauer übertragen
werden. Zusätzlich
muss die Kupplung leichtgängig
verstellbar sein, um die Antriebe für die Fernverstellung kostengünstig ausführen zu
können.
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Durch
die
DE-OS 27 05 522 ist
eine Vorrichtung zum Einstellen des Umfangs- und Seitenregisters
eines Zylinders einer Rotationsdruckmaschine bekannt. Zu diesem
Zweck ist ein Plattenzylinder der Druckmaschine axial verschiebbar
gelagert. Bei einer Umfangsregister-Verstellung wird der Plattenzylinder
zusammen mit seinem Antriebszahnrad verschoben. Durch eine Schrägverzahnung
des Antriebszahnrades mit einem benachbarten Zahnrad eines Zahnräderzuges
wird der Plattenzylinder in Umfangsrichtung gedreht.
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Zur
Seitenregisterverstellung wird der Plattenzylinder ebenfalls axial
verschoben, jedoch verbleibt das Antriebszahnrad des Plattenzylinders
in eingestellter Position. Eine entsprechende Kupplung zwischen
einem Zapfen des Plattenzylinders und dem Antriebszahnrad ist hier
als ein gerad verzahntes Ritzel ausgebildet, welches auf dem Zapfen
des Plattenzylinders angeordnet ist und in eine Innenverzahnung
des Antriebszahnrades eingreift.
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Derartige
Kupplungsverbindungen sind nur aufwändig herzustellen und mit einem
zu großen Spiel
behaftet. Bei großer
Antriebslast können
die Kupplungsteile deformieren, so dass vorgegebene Passertoleranzen überschritten
werden.
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Der
Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung zu schaffen,
die die vorstehenden Nachteile beseitigt und ein Verfahren anzugeben, durch
welches die Vorrichtung möglichst
spielfrei hergestellt werden kann.
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Die
Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die
Merkmale der Ansprüche
1 und 6 gelöst.
Es ist ein großer
Vorteil der Erfindung, dass die erfindungsgemäße Kupplung kostengünstig hergestellt
werden kann. Insbesondere ist es möglich, hohe Momente nahezu
spielfrei zu übertragen,
wobei gleichzeitig große
axiale Verschiebungen mit minimalem radialem Spiel möglich sind.
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Zur
Vereinfachung der Montage wird ein sogenannter „Schwertbolzen" verwendet, der an
gegenüberliegenden
Seiten Abflachungen aufweist. Dieser Schwertbolzen ist in eine Bohrung
eingepasst. Die Bohrung ist in eine Trennfuge zwischen dem Antriebsrad
und dem Zapfen des Plattenzylinders angeordnet. Ein Sicherungsblech
sichert den Bolzen gegen Verdrehung und Herausfallen, so dass eine „schwimmende
Lagerung" des Bolzens
vorgesehen ist. Diese Maßnahme
schließt
ein Verkanten des Bolzens in der Bohrung aus. Der Bolzen kann sehr
lang ausgeführt
werden, so dass eine geringe Flächenpressung
am Bolzen realisiert werden kann, mit dem Vorteil hoher Steifigkeit
und Stabilität.
Der Bolzen ist leicht montierbar und zudem austauschbar angeordnet.
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Durch
diese Maßnahme
kann zur Erhöhung der
Spielfreiheit ein geeigneter Bolzen durch Auswahl eingepasst werden.
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Ein
Ausführungsbeispiel
der Erfindung ist in den Zeichnungen dargestellt und wird im Folgenden beschrieben.
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Es
zeigen:
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1 eine
Bogenrotationsdruckmaschine im Schnitt in schematischer Darstellung,
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2 einen
Plattenzylinder der Druckmaschine im Schnitt in schematischer Darstellung,
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3 einen
Schnitt durch die erfindungsgemäße Kupplung.
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Eine
Bogen 7 verarbeitende Maschine, z. B. eine Druckmaschine 1,
weist einen Anleger 2, mindestens ein Druckwerk 3 bzw. 4 und
einen Ausleger 6 auf. Die Bogen 7 werden von einem
Bogenstapel 8 entnommen und vereinzelt oder schuppenförmig über einen
Zuführtisch 9 den
Druckwerken 3 und 4 zugeführt. Diese enthalten in bekannter
Weise jeweils einen Plattenzylinder 11, 12. Die
Plattenzylinder 11 und 12 weisen jeweils eine
Vorrichtung 13, 14 zum Befestigen flexibler Druckplatten
auf. Darüber hinaus
ist jedem Plattenzylinder 11, 12 eine Vorrichtung 16, 17 für den halb-
oder vollautomatischern Druckplattenwechsel zugeordnet.
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Der
Bogenstapel 8 liegt auf einer gesteuert anhebbaren Stapelplatte 10 auf.
Die Entnahme der Bogen 7 erfolgt von der Oberseite des
Bogenstapels 8 mittels eines so genannten Saugkopfes 18,
der unter anderem eine Anzahl von Hub- und Schleppsaugern 19, 21 für die Vereinzelung
der Bogen 7 aufweist. Darüber hinaus sind die Glaseinrichtungen 22 zu
Auflockerung der oberen Bogenanlagen und Testelemente 23 zur
Stapelnachführung
vorgesehen. Zur Ausrichtung des Bogenstapels 8, insbesondere der
oberen Bogen 7 des Bogenstapels 8 sind eine Anzahl
von seitlichen und hinteren Anschlägen 24 vorgesehen.
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Die
Plattenzylinder 11; 12 weisen jeweils eine Vorrichtung
zur Einstellung des Umfangs- und/oder Seitenregisters auf. Wie in 2 dargestellt,
ist der Plattenzylinder 11; 12 mittels seines
Zylinderzapfens 26; 27 in Seitengestellen 28, 29 der Druckmaschine
drehbar und axial verschiebbar gelagert.
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Auf
der Bedienseite B der Druckmaschine ist an einer stationären Halterung 31 ein
Stellmotor 32 zur Einstellung des Seitenregisters vorgesehen.
Dieser treibt eine Gewindespindel 33 an, welche über ein Axiallager 34 auf
den Zapfen 27 einwirkt, um den Plattenzylinder 11; 12 axial
zu verschieben. Hierbei verbleibt ein Antriebszahnrad 36 des
Plattenzylinders 11; 12 in seiner Position.
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Der
Plattenzylinder 11; 12 wird gegen die Kraft einer
Rückstellfeder 37 verschoben.
Diese ist einerseits in einer Axialbohrung 38 im Zapfen 26 und andererseits
an einer Fläche 39 des
Antriebszahnrades 36 abgestützt.
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Der
Zapfen 26 ist somit durch die erfindungsgemäße Kupplungsvorrichtung 41 im
Antriebszahnrad 36 axial verschiebbar, jedoch drehfest
gelagert.
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Die
Kupplung 41 weist einen Bolzen 42 auf, welcher
in einer Stirnbohrung 43 angeordnet ist, die in die Trennfuge 44 zwischen
Antriebszahnrad 36 und Zapfen 26 eingebracht ist.
Der Bolzen 42 ist als Schwertbolzen mit zwei gegenüberliegenden
Abflachungen 46, 47 ausgebildet und schwimmend
in der Bohrung 43 gelagert. Ein Sicherungsblech 48 sichert den
Bolzen 42 gegen Drehung und Herausfallen.
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Auf
der Antriebsseite A der Druckmaschine ist an einer stationären Halterung 51 ein
Stellmotor 52 zur Einstellung des Umfangsregisters angeordnet. Der
Stellmotor 52 drückt
mittels einer Gewindespindel 54 über ein Axiallager 56 das
Antriebszahnrad 36 in axialer Richtung. Das Antriebszahnrad 36 weist eine
Schrägverzahnung
auf, mittels welcher es mit den benachbarten Antriebszahnrädern 57, 58 des Zahnräderzugs
der Druckmaschine kämmt.
Durch eine axiale Relativbewegung des Antriebszahnrades 36 gegenüber den
benachbarten Zahnrädern
wird über
die Schrägverzahnung
das Antriebszahnrad 36 gedreht und nimmt über den
Bolzen 42 den Plattenzylinder 11; 12 in
Umfangsrichtung mit, während
das Seitenregister des Plattenzylinders 11; 12 gehalten wird.
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Zur
Herstellung einer möglichst
spielfreien Passung zwischen Antriebszahnrad 36, Zapfen 26 des
Plattenzylinders 11; 12 und Bohrung 43 bzw.
Bolzen 42 wird zunächst
im Auswahlverfahren aus einer Anzahl von mehreren Antriebszahnrädern 36 und Zapfen 26 eine
Paarung mit kleiner Spielpassung ausgewählt. Daraufhin wird in die
Trennfuge 44 zwischen dem Zapfen 26 und dem Antriebszahnrad 36 eine
Bohrung 43 eingebracht. Aus einer Anzahl von mehreren Bolzen 42 wird
daraufhin ein Bolzen 42 mit geringer Spielpassung ausgesucht
und in die Bohrung 43 eingebracht. Die Abflachungen 46, 47 erleichtern
hierbei die Montage und verhindern ein Verkanten bei der axialen
Relativbewegung von Antriebszahnrad 36 gegenüber dem
Zapfen 26. Die Abflachungen 46, 47 sind
parallel zu einer Tangente T der Trennfuge 44 in der Bohrung 42 angeordnet.
Damit konzentriert sich der Traganteil des Bolzens 42 auf
den Trennfugenbereich.
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- 1
- Druckmaschine
- 2
- Anleger
- 3
- Druckwerk
- 4
- Druckwerk
- 5
-
- 6
- Ausleger
- 7
- Bogen
- 8
- Bogenstapel
- 9
- Zuführtisch
- 10
- Stapelplatte
- 11
- Plattenzylinder
- 12
- Plattenzylinder
- 13
- Druckplattenbefestigung
- 14
- Druckplattenbefestigung
- 15
-
- 16
- Druckplattenwechsler
- 17
- Druckplattenwechsler
- 18
- Saugkopf
- 19
- Hubsauger
- 20
-
- 21
- Schleppsauger
- 22
- Glaseinrichtung
- 23
- Tastelement
- 24
- Anschlag
- 25
-
- 26
- Zylinderzapfen
- 27
- Zylinderzapfen
- 28
- Seitengestell
- 29
- Seitengestell
- 30
-
- 31
- Halterung
- 32
- Stellmotor
- 33
- Gewindespindel
- 34
- Axiallager
- 35
-
- 36
- Antriebszahnrad
- 37
- Rückstellfeder
- 38
- Axialbohrung
- 39
- Fläche (36)
- 40
-
- 41
- Kupplungsvorrichtung
- 42
- Bolzen
- 43
- Bohrung
- 44
- Trennfuge
- 45
-
- 46
- Abflachung
(42)
- 47
- Abflachung
(42)
- 48
- Sicherungsblech
- 49
-
- 50
-
- 51
- Halterung
- 52
- Stellmotor
- 53
-
- 54
- Gewindespindel
- 55
-
- 56
- Axiallager
- 57
- Zahnrad
- 58
- Zahnrad
- A
- Antriebsseite
- B
- Bedienseite
- T
- Tangente