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Die
Erfindung betrifft ein Verfahren zur Optimierung des zeitlichen
Ablaufs von Untersuchungen mit einem Tomographiesystem mit Steuereinheit
unter Verwendung von Kontrastmitteln, wobei die Verfahrensschritte
Einstellung eines vorgegebenen zeitgesteuerten Arbeitsablaufes für den Betrieb
eines elektronisch gesteuerten Kontrastmittel-Injektors, wobei der
Kontrastmittel-Injektor steuerungstechnisch mit dem Tomographiesystem
zumindest derart verbunden ist, dass bei Betätigung einer Startvorrichtung
(z. B. einer Starttaste, eines Startschalters oder eines Startknopfes)
am Kontrastmittel-Injektor
eine Scan-Prozedur gestartet werden kann, und Einstellung eines
vorgegebenen zeitgesteuerten Arbeitsablaufes für den Betrieb des Tomographiesystems,
wobei zur Anweisung des Verhaltens eines Patienten vor oder bei
der Untersuchung ein automatisch gesteuertes Textansagesystem verwendet
wird und eine Vielzahl unterschiedlicher Ansagetexte unterschiedlicher
Ansagedauer mit dem Textansagesystem zeitlich getriggert und angesagt
werden können, wobei
die zeitlichen Arbeitsabläufe
von Kontrastmittel-Injektor und Tomographiesystem untereinander verknüpft sind,
durchgeführt
werden.
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Des
Weiteren betrifft die Erfindung auch ein Tomographiesystem mit einer
Steuer- und Recheneinheit und einen Kontrastmittel-Injektor, wobei
in deren Speicher sich Programmcode zur Ausführung vordefinierter Verfahren
befindet.
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Außerdem betrifft
die Erfindung einen Kontrastmittel-Injektor zur Verwendung in Verbindung
mit einem Tomographiesystem, wobei das Tomographiesystem und der
Kontrastmittel-Injektor jeweils eine Steuer- und Recheneinheit mit
einem Speicher auf weisen, in dem sich Programmcode zur Ausführung vordefinierter
Verfahren befindet.
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Tomographiesysteme,
insbesondere NMR-Systeme oder CT-Systeme, in Verbindung mit automatisch
arbeitenden und in die Steuerung des Tomographiesystems integrierte
Kontrastmittel-Injektoren
sind allgemein bekannt. Hierbei wird der Kontrastmittel-Injektor
aufgrund von Sicherheitsvorschriften als eigenständiges Gerät betrachtet, welches neben
dem Timing-Protokoll
des Scanners ein eigenes Timing-Protokoll aufweist und selbständig agiert.
Allerdings verfügen
beide Systeme aufgrund von entsprechenden elektronischen Verbindungen über die Möglichkeit
Startkommandos für
die gesamte Einheit aus Tomographiesystem und Kontrastmittel-Injektor auszuführen. Die
Untersuchung kann daher von beiden Systemen aus gestartet werden.
Außerdem
wird eine Fehlfunktion eines der Systeme sofort zum anderen System
gemeldet, so dass beide Systeme unabhängig voneinander einen Funktionsabbruch durchführen können. Trotzdem
erfolgt die Steuerung der Zeitabläufe beider Systeme mit Ausnahme
des Startes unabhängig
voneinander. Hierdurch treten Probleme bezüglich eines flexiblen Timings
beider Systeme auf. Werden beispielsweise im Tomographiesystem automatische
Textansagen in unterschiedlichen Sprachen verwendet, so haben Textansagen
gleicher Bedeutung zeitweise eine wesentlich unterschiedliche Ansagedauer.
Ist nun der Zeitablauf im Kontrastmittel-Injektor programmiert,
so muss bisher eine Neuprogrammierung stattfinden, wenn von einer
Sprache zur nächsten
gewechselt wird. Dies ist jedoch mit erheblichem Zeitaufwand und
Fehlermöglichkeiten
verbunden.
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Es
ist daher Aufgabe der Erfindung ein Verfahren, eine Kombination
eines Tomographiesystems mit einem Kontrastmittel-Injektor und einen
Kontrastmittel-Injektor für
ein Tomographiesystem zu finden, wobei jeweils eine flexiblere Beeinflussung
eines vorprogrammierten Zeitablaufes im Kontrastmittel-Injektor
möglich
sein soll.
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Diese
Aufgabe wird durch die Merkmale der unabhängigen Patentansprüche gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen
der Erfindung sind Gegenstand untergeordneter Ansprüche.
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Die
Erfinder haben folgendes erkannt:
Bei CT-Untersuchungen mit
Kontrastmittel bestehen zwei Hauptprobleme, nämlich die zeitliche Koordinierung
von CT-Scan und Kontrastmittel-Injektion einerseits und das Auftreten
von Bewegungsartefakten andererseits. Um eine zeitliche Koordinierung
zwischen Scan und Injektion zu erreichen wird heute üblicherweise
eines der folgenden Verfahren angewendet.
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- – Beobachtung
einer Test-Bolus Injektion: Bei diesem Verfahren wird durch wiederholte
Kontrollscans vor einem diagnostischen Scan die Anflutung von einer
geringen Menge Kontrastmitte in einem Blutgefäß beobachtet. Durch manuelles Auswerten
dieser Test-Untersuchung wird der zeitliche Verlauf der diagnostischen
Untersuchung optimiert.
- – Bolus-Tracking:
Dies ist ein automatisiertes Verfahren bei dem durch Kontrollscans
unmittelbar vor einem diagnostischen Scan die Anflutung von Kontrastmittel
in einem Blutgefäß vom Tomographiesystem
gemessen wird und bei überschreiten eines
Schwellwertes der diagnostische Scan automatisch gestartet wird.
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Unterstützt wird
die zeitliche Koordination durch eine technische Kopplung von Kontrastmittel-Injektor
und beispielsweise einem CT-Scanner. Der Startbefehl zur Untersuchung
wirkt dabei auf beide Geräte
gleichermaßen
und kann auch von beiden Geräten
gegeben werden. Um sicher zu stellen, dass der Injektionsbeginn
zeitlich vor dem Scan liegt, ist es möglich eine Scan-Verzögerungszeit
zu definieren. Dies ist notwendig, da das Kontrastmittel eine Kreislaufzeit
benötigt,
um von der Injektionsstelle zum Organ zu fließen und im Organ die gewünschte Konzentration
zu erreichen.
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Zur
Vermeidung von Bewegungsartefakten ist es sehr wichtig, dass der
Patient während
der Untersuchung den Atem anhält.
Aus diesem Grund wird dem Patient üblicherweise vor der Un tersuchung
ein Atemkommando gegeben beispielsweise „einatmen – ausatmen – einatmen – nicht mehr atmen". Das Atemkommando
kann automatisiert von einem Speicher über eine Sprachausgabe erfolgen.
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Die
Zeitdauer der automatischen Monitoringphase beim Bolus-Tracking – also die
Beobachtungsphase bis eine gewünschte
Kontrastmittelkonzentration erreicht ist – dauert üblicherweise 4 Sekunden, kann
aber je nach Kreislaufsituation des Patienten und untersuchter Körperregion
erheblich länger
dauern. Ein klinisch sinnvolles Atemkommando für diese Art der Untersuchung
dauert in der Regel länger
als 8 Sekunden.
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Soll
mit einem konventionellen Atemkommando gearbeitet werden, muss das
Scandelay (=Scanverzögerungszeit) – Zeit zwischen
Erreichen der Kontrastmittelkonzentration und Start des diagnostischen
Scans – aus
technischen Gründen
mindestens so lange wie das gewählte
Atemkommando sein. Die Differenz zwischen nötigem Scandelay (z. B. 4 Sekunden)
und minimal möglichem
Scandelay (z. B. 8 Sekunden) führt
entweder zu einem verspäteten
Startzeitpunkt des diagnostischen Scans oder dazu, dass das Atemkommando
zum Startzeitpunkt des Scans noch nicht beendet ist. Tritt dieses
Problem auf, so ist die Untersuchung in der Regel schlecht auswertbar,
da zum Beispiel die arterielle Phase nicht erfasst werden kann oder
eine veratmetet Untersuchung vorliegt. Aus diesen Gründen wird bisher
in der Praxis auf die Optimierung des Workflows durch Verwendung
von automatischen Atemkommandos in Verbindung mit automatischem
Bolus-Tracking verzichtet.
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Erfindungsgemäß lässt sich
dieses Problem lösen,
indem sich eine flexible Einflussnahme auf das Timing des Kontrastmittel-Injektors
vom Tomographiesystem auf einfache Weise realisieren lässt, ohne
in die Grundstruktur eines Kontrastmittel-Injektors und seinen Programmablauf
eingreifen zu müssen.
Hierzu wird eine Möglichkeit
geschaffen, in Abhängigkeit
von den verwendeten Ansagetexten beziehungsweise deren unter schiedliche
Ansagedauer an ein oder mehreren Stellen des Zeitablaufs Pausen beliebiger
Dauer einzufügen.
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Hierzu
kann zum Beispiel, beim Einsatz von automatischem Bolus-Tracking
vor der Monitoringphase, aber nach Kenntnis der zu verwendenden
Ansagedauer des Ansagetextes oder der Ansagetexte, ein Steuersignal
gegebenenfalls mit einem Datensatz zu einem Kontrastmittel-Injektor übertragen
werden, wodurch eine automatisch berechnete „Injektions-Pause" in das Kontrastmittel-Protokoll
des Injektors an einer gewünschten
Stelle im Zeitablauf eingefügt
wird.
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Die
Injektions-Pause berechnet sich dabei aus der Differenz zwischen
der Länge
des oder der jeweils angewählten
Atemkommandos und dem eingestellten Scandelay.
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Die
zeitliche Variabilität
der Monitoringphase, z. B. bei vermindertem Herz-Minuten-Volumen oder
der Untersuchung von peripheren Körperregionen kann Ursache einer
langen zusätzlichen
Atemanhaltephase sein. Da die Patienten in der Regel krank sind,
können
sie aber nur über
eine relativ kurze Zeitdauer den Atem anhalten. Es besteht also
wiederum das Risiko ein veratmetes und damit schlecht auswertbares
Untersuchungsergebnis zu erhalten.
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In
vorteilhafter Ausführung
kann die Länge der „Injektions-Pause" über eine Konfiguration automatisch
oder manuell vom Anwender jeweils an die individuelle Untersuchungssituation
angepasst werden.
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Basierend
auf biometrischen und physiologischen Daten kann die zu erwartende
Länge der
Monitoringphase abgeschätzt
werden. Werden entsprechende Daten bei einer ersten Untersuchung
dokumentiert z. B. ein EKG und die durch Bolus-Tracking ermittelte
Kreislaufzeit, kann bei einer zweiten Untersuchung auf die aktuell
zu erwartende Kreislaufzeit geschlossen werden, indem sie in das
Verhältnis
zur aktuellen Herzrate gesetzt wird. Die „Injektions-Pause" kann entsprechend
automatisch angepasst werden.
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Die
Daten können
in einer Systemdatenbank vorgehalten werden oder über sonstige
Speicherverfahren, die z. B. ein Krankenhaus-Informations-System
(KIS) bietet, verwaltet werden.
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Das
Verfahren kann mit den unterschiedlichsten biometrischen und physiologischen
Daten angewendete werden. Ein weiteres Beispiel könnte das
bereits durch andere Untersuchungen ermittelte Herzminutenvolumen
des Patienten im Verhältnis zum
aktuellen EKG sein.
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Weitere
Beispiele aus denen sich Regeln ableiten lassen, sind:
- • Abstand
zwischen der Monitoringebene und der Startposition des diagnostischen
Scans (Scanrange-Planungsdaten);
- • Daten
einer Test-Bolus Untersuchung;
- • Patientengewicht,
Patientengröße;
- • Flusseigenschaften
des Kontrastmittels, z. B. temperaturabhängig oder konzentrationsabhängig;
- • Entfernung
der Position der Injektionsstelle vom betrachteten Organ.
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Entsprechend
diesen Grundgedanken schlagen die Erfinder vor, das an sich bekannte
Verfahren des zeitlichen Ablaufs von Untersuchungen mit einem Tomographiesystem
mit Steuereinheit unter Verwendung von Kontrastmitteln, enthaltend
die folgenden Verfahrensschritte:
- – Einstellung
eines vorgegebenen zeitgesteuerten Arbeitsablaufes für den Betrieb
eines elektronisch gesteuerten Kontrastmittel-Injektors, wobei der
Kontrastmittel-Injektor steuerungstechnisch mit dem Tomographiesystem
zumindest derart verbunden ist, dass bei Betätigung einer Startvorrichtung
(z. B. einer Starttaste, eines Startschalters oder eines Startknopfes)
am Kontrastmittel-Injektor oder am Tomographiesystem eine Scan-Prozedur
gestartet werden kann,
- – Einstellung
eines vorgegebenen zeitgesteuerten Arbeitsablaufes für den Betrieb
des Tomographiesystems, wobei zur Anweisung des Verhaltens eines
Patienten vor oder bei der Untersuchung ein automatisch gesteuertes
Textansagesystem verwendet wird und eine Vielzahl unterschiedlicher
Ansagetexte unterschiedlicher Ansagedauer mit dem Textansagesystem
zeitlich getriggert und angesagt werden können, wobei die zeitlichen
Arbeitsabläufe
von Kontrastmittel-Injektor und Tomographiesystem untereinander
verknüpft
sind, zu optimieren, indem:
- – auf
der Basis der bekannten Ansagedauer mindestens eines aktuell während der
geplanten Untersuchung anzusagenden Ansagetextes das Zeitverhalten
dieses Textes relativ zum Arbeitsablauf des Kontrastmittel-Injektors
und/oder des Tomographiesystems berechnet wird, und
- – über eine
elektronische Verbindung zwischen dem Tomographiesystem und dem
Kontrastmittel-Injektor zumindest im Zeitablauf des Kontrastmittel-Injektors
mindestens eine Zeitpause eingeschoben wird, welche zu einer Synchronisation des
Arbeitsablaufes des Kontrastmittel-Injektors mit der Ansagedauer
der aktuellen Textansage derart führt, dass die Textansage zu
einem vorbestimmten Triggerzeitpunkt des kombinierten Arbeitsablaufes
von Tomographiesystem und Kontrastmittel-Injektor endet.
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Durch
eine solche Maßnahme
wird es möglich,
den Verfahrensablauf zeitlich an die Gegebenheiten unterschiedlicher
Ansagetexte, insbesondere deren Ansagedauer, anzupassen, wobei ein
Eingriff in den eigentlichen programmtechnischen Ablauf des Kontrastmittel-Injektors
vermieden werden kann.
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Gemäß einer
Variante des Verfahrens wird vorgeschlagen, dass bei der Berechnung
des Zeitverhaltens des Ansagetextes relativ zum Arbeitsablauf des
Kontrastmittel-Injektors und/oder des Tomographiesystems die Ansagedauer
eines zu Beginn der Untersuchung angesagten Starttextes mit der vorgegebenen
Zeitspanne zwischen Beginn der Injektion und dem Start einer Monitoringphase
verglichen wird und bei länger
dauernder An sagedauer eine Pause zwischen Erhalt des Startbefehls
und Beginn der Injektion eingefügt
wird, die der Differenz zwischen Ansagedauer und Zeitspanne zwischen Beginn
der Injektion und dem Start der Monitoringphase entspricht.
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Es
besteht auch die Möglichkeit,
dass bezüglich
einer Ansage eines Textes zwischen einem ersten und einem zweiten
Triggerereignis im kombinierten Arbeitsablaufes von Tomographiesystem
und Kontrastmittel-Injektor die Zeit zwischen beiden Triggerereignissen
mit der Ansagedauer des Ansagetextes verglichen wird, und bei länger dauerndem
Ansagetext eine der Differenz entsprechende zusätzliche Pause zwischen erstem
und zweitem Triggerereignis zumindest im Arbeitsablaufes des Tomographiesystems
und/oder des Kontrastmittel-Injektors eingefügt wird.
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Weiterhin
kann die Einfügung
der Pausen im programmierten Zeitablauf zumindest teilweise vor Beginn
der Untersuchung und nach Auswahl des mindestens einen Ansagetextes
stattfinden.
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Die
Einfügung
der Pausen im programmierten Zeitablauf kann auch zumindest teilweise
nach Beginn der Untersuchung auf der Basis von während der Untersuchung auftretender
Triggerereignisse stattfinden. In diesem Fall kann beispielsweise
als erstes Triggerereignis das Erreichen einer HU-Wert-Grenze während eines
Monitoring-Vorlaufes und als zweites Triggerereignis der Start des
Untersuchungsscans gewählt
werden.
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Möchte man
sich bezüglich
der zeitlichen Abläufe
im Körper
eines Patienten nach einer Bolusinjektion nicht nur auf Schätzwerte
oder Mittel- beziehungsweise Grenzwerte aus früheren statistischen Untersuchungen
verlassen, so kann gemäß einer vorteilhaften
Ausgestaltung des vorgeschlagenen Verfahrens auch vor dem Beginn
des Untersuchungsablaufes das Zeitverhalten einer Testbolusinjektion
untersucht werden und die Zeitabläufe durch Einfügung von
Pausen im vorgegebenen Ar beitsablauf des Tomographiesystems und/oder
des Kontrastmittel-Injektors angepasst werden.
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Meist
werden Ansagetexte verwendet, die Atemkommandos darstellen, wie: „Einatmen
Ausatmen Luft anhalten Weiteratmen" oder ähnlich.
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Solche
Texte können
entweder direkt eingegeben und abgespielt werden, es besteht aber
auch die Möglichkeit,
den gesamten Text aus einer Mehrzahl von gespeicherten Teiltexten
zusammenzufügen.
Solch ein Ansagetext kann beispielsweise vor der Untersuchung aufgesprochen
werden, oder er kann künstlich
aus geschriebenem Text erzeugt werden.
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Als
Tomographiesysteme im Sinne der Erfindung sind hauptsächlich Röntgen-Computertomographie-Systeme
oder NMR-Tomographie-Systeme (=Kernspin-Tomographie-System)
vorgesehen, jedoch lässt
sich die Erfindung auch auf andere bekannte Arten von Tomographiesystemen
und auch für
therapeutische Bestrahlungssysteme anwenden, bei denen im Arbeitsablauf
einer Untersuchung verbale Kommandos gegeben werden müssen und
zum Beispiel unterschiedliche Sprachen verwendet werden.
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Im
Rahmen der Erfindung liegt auch ein Tomographiesystem aufweisend
eine Steuer- und Recheneinheit und einen Kontrastmittel-Injektor,
jeweils mit einem Speicher, in dem sich Programmcode zur Ausführung vordefinierter
Verfahren befindet, wobei auch Programmcode zur Durchführung des
Verfahrens gemäß einem
der voranstehenden Verfahrensansprüche, wenn das System in Betrieb
ist, gespeichert ist.
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Ebenfalls
liegt im Rahmen der Erfindung ein Kontrastmittel-Injektor zur Verwendung in Verbindung
mit einem Tomographiesystem, wobei das Tomographiesystem und der
Kontrastmittel-Injektor
jeweils eine Steuer- und Recheneinheit mit einem Speicher aufweisen,
in dem sich Programmcode zur Ausführung vordefinierter Verfahren
befindet, wobei auch Programmcode zur Durchführung des Verfahrens gemäß einem
der voranstehen den Verfahrensansprüche, wenn das System in Betrieb
ist, gespeichert ist.
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Mit
dem vorgeschlagenem Verfahren ist es nun möglich, die Länge eines
Atemkommandos auch bei der Verwendung von automatischem Bolus-Tracking
unabhängig
vom Scandelay zu wählen.
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Der
Vorteil besteht darin, dass Kontrastmitteluntersuchungen für den Anwender
einfacher und schneller und für
den Patienten sicherer werden. Durch die oben beschriebene Erfindung
werden weiterhin gegenüber
dem Stand der Technik die folgenden Vorteile erreicht:
- – Fremdsprachige
Patienten können
optimal untersucht werden, da die Atemkommandos in verschiedenen
Sprachen abgespeichert werden;
- – Verbessertes
Kontrast-Timing;
- – Verminderung
von Bewegungsartefakten;
- – Vermeidung
von Fehlbedienungen;
- – Verbesserung
der Aufnahmequalität;
- – Verbesserung
der Reproduzierbarkeit der Aufnahmen.
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Im
Folgenden wird die Erfindung anhand bevorzugter Ausführungsbeispiele
mit Hilfe der Figuren näher
erläutert,
wobei nur die zum Verständnis
der Erfindung notwendigen Merkmale dargestellt sind. Hierbei werden
die folgenden Bezugszeichen verwendet: 1: CT-Sytem; 2:
erste Röntgenröhre; 3:
erster Detektor; 4: zweite Röntgenröhre; 5: zweiter Detektor; 6:
Gantrygehäuse; 7:
Patient; 8: Patientenliege; 9: Systemachse; 10:
Steuer- und Recheneinheit; 10.1: Startknopf; 11:
Kontrastmittel-Injektor; 11.1: Startknopf; 101:
Monitoringdelay; 102: Monitoringphase; 103: Scandelay; 104:
Scandauer; 110: Startbefehl; 111: Start des Monitorings; 112:
Erreichen eines Triggerlevels; 113: Scanstart; 114:
Scanende; 200: Startbefehl; 201: Monitoringdelay; 202:
Monitoringphase; 203: Scandelay; 204: Scandauer; 210: Beginn
der Injektion des Kontrastmittels; 211: Start des Monitorings;
212: Erreichen eines Triggerlevels; 213: Scanstart; 214:
Scanende; D1, D2,
D3: Dauer des Ansagetextes; Prg1–Prgn: Computerprogramm; Prgx: Computerprogramm
(Prgx ⊆ Prg1–Prgn); P1: Pause; t: Zeit.
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Es
zeigen im Einzelnen:
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1:
Zeitablauf einer Scan-Untersuchung ohne vorheriger Testbolus-Untersuchung
mit und ohne eingeschobener Pause;
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2:
Zeitablauf einer Scan-Untersuchung mit vorheriger Testbolus-Untersuchung
mit und ohne eingeschobener Pause;
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3:
Röntgen-Computertomographie-System
mit Kontrastmittel-Injektor.
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Die 1 zeigt
den Zeitablauf einer Scan-Untersuchung ohne vorherige Testbolus-Untersuchung
zur Ermittlung der Reaktionszeit von der Injektion eines Kontrastmittels
bis zur Kontrasterhöhung
im betrachteten Organ mit und ohne erfindungsgemäß eingeschobene Pause im Verlaufsprotokoll.
Auf der oben dargestellten Zeitachse ist die Zeit t aufgetragen,
wobei die Zeitabstände 101 bis 104 mit 101 dem
Monitoringdelay – also
der Verzögerung
vom Startzeitpunkt 110 (=Zeitpunkt der Ausführung des
Startbefehls) bis Beginn des Monitorings 111 –, 102 der
Dauer des Monitorings bis zum Erreichen eines Triggerlevels 112 – also eines
vorbestimmten Kontrastbereiches oder HU-Wertes aufgrund genügender Kontrastmittelkonzentration –, 103 dem
Scandelay – also
der Abtastverzögerung zwischen
Triggerlevel 112 bis zum Scanstart 113, und 104 der
Scandauer vom Scanstart 113 bis zum Scanende 114.
Bei diesem Zeitverlauf ist keine Pause im Bereich des Scandelay
eingefügt,
da beim Vergleich des verwendeten Ansagetextes die Dauer D1 des Ansagetextes, die im Scandelay mit
Ansageende zum Scanstart unterzubringen ist, kleiner als der ohnehin
eingestellte Scandelay 103 ist.
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Der
unmittelbar darunter gezeigte Zeitstrahl zeigt die an sich gleiche
Situation des Zeitablauf einer Scan-Untersuchung ohne vorherige
Testbolus-Untersuchung, wobei allerdings auf grund des ausgewählten Ansagetextes,
der eine längere
Ansagedauer D1 aufweist als im Beispiel
oben, diese Ansagedauer auch größer als
der Scandelay 103 ist. Da die Zeitdauer der Monitoringphase 102 aber
ungewiss ist, kann auch nicht einfach ein vorverlegter Zeitpunkt
für den
Beginn des zu langen Ansagetextes in die Monitoringphase 102 hinein
verwendet werden. Somit wird erfindungsgemäß nach Kenntnis der zu großen Ansagedauer
D1 relativ zum eingestellten Scandelay 103 eine
Pause P1 anschließend an das Ende der Monitoringphase 102 zur
Verlängerung
des Scandelay 103 eingeschoben. Damit besteht ausreichend
Zeit zwischen dem Erreichen des Triggerlevels 112 und dem
Start des Scans 113, um den Ansagetext während dieser
zusätzlich
gestreckten Phase 103 auszugeben.
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Die
strichpunktierten Linien zwischen beiden gleichartigen Zeitstrahlen
verdeutlichen die zeitliche Verschiebung der Zeitpunkte 113 und 114 zueinander,
während
die Zeitpunkte 110, 111 und 112 erhalten
bleiben. Am Ende der Untersuchung wird bei beiden Zeitabläufen anschließend an
das Ende des diagnostischen Scans bei 114 ein zweiter Ansagetext mit
der Ansagedauer D2 angefügt.
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Eine
andere Variante des erfindungsgemäßen Verfahrens ist in der 2 dargestellt.
Hier wird der Zeitablauf einer Scan-Untersuchung nach einer vorher durchgeführten Testbolus-Untersuchung mit und
ohne eingeschobener Pause P1 gezeigt. Ähnlich zur 1 beginnt
der Zeitablauf mit dem Startbefehl 200, der auch dem Beginn
der Injektion des Kontrastmittels 210 entspricht. Es folgt
die Phase des Monitoringdelay 201 bis zum Startpunkt 211 der
Monitoringphase 202. In diesem Beispiel handelt es sich
allerdings nur um ein Kontrollmonitoring, da aufgrund der Voruntersuchung
mit Testbolusgabe bereits der zeitliche Anstieg der Kontrastmittels
im betrachteten Organ bekannt ist. Anschließend folgt ein Scandelay 203 zwischen
dem Erreichen des Triggerlevels 212 und dem Start des diagnostischen
Scans 213, in dessen Verlauf zum Beispiel die korrekte
Positionierung des Patienten für
den diagnostischen Scan durchgeführt
werden kann, so dass ein folgender Spiralscan an der richtigen z-Position
des Patienten beginnt. Nach dem Start 213 folgt der diagnostische
Scan 204 bis zum Ende des Scans 214. Im diesem
Beispiel ist die Dauer D3 eines ersten Ansagetextes
kleiner als die Dauer des Monitoringdelay 201, so dass
keine Einflussnahme auf den Zeitablauf notwendig ist. Da durch die
vorhergehende Testbolusuntersuchung der Zeitpunkt des Erreichens
des Triggerlevels ziemlich genau bekannt ist, kann auch der zweite
Ansagetext mit der Ansagedauer D2 bereits
während
der Monitoringphase 202 beginnen, so dass der Scandelay 203 trotz
Zeitüberschreitung
des zweiten Ansagetextes nicht verändert werden muss.
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Anders
sieht der Zeitverlauf des unteren Zeitstrahls aus, bei dem der erste
Ansagetext eine längere
Ansagedauer D3 aufweist als die Dauer des
einprogrammierten Monitoringdelay 201 beträgt. Daher wird
eine Pause P1 anschließend an den Startzeitpunkt 200 (=Drücken des
Startknopfes) eingefügt, damit
der Beginn der Injektion 210 durch den Kontrastmittel-Injektor so verzögert wird,
dass der erste Ansagetext mit der Ansagedauer D3 zwischen
Startzeitpunkt 200 und Start der Monitoringphase 211 passt.
Der nachfolgende Zeitablauf entspricht wieder dem zuvor beschriebenen
Zeitablauf des oberen Zeitstrahls aus dieser Figur. Bei beiden Abläufen erfolgt
nach Ende des diagnostischen Scans 204 ein zweiter Ansagetext
mit der Ansagedauer D2, der jedoch nicht
mehr für
das Timing relevant ist.
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Es
wird also entsprechend der Erfindung abhängig vom vorgegebenen Zeitverlauf
des Kontrastmittel-Injektors an jeweils notwendigen Stellen eine Pause
eingefügt,
so dass ohne Eingriff in die Steuerung des Kontrastmittel-Injektors
und ohne Programmänderung
eine einfache und flexible Anpassung an unterschiedliche Zeiterfordernisse
einer tomographischen Untersuchung unter Kontrastmittelgabe ermöglicht ist.
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Das
erfindungsgemäße oben
beschriebene Verfahren kann in unterschiedlichen Ausprägungen beispielsweise
in ein Röntgen-CT-System und insbesondere
in einen damit verbundenen Kon trastmittel-Injektor integriert werden.
Ein solches CT-Systems 1 ist
beispielhaft in der 3 dargestellt. Dieses CT-System 1 weist
ein Gantrygehäuse 6 auf,
in dem winkelversetzt zwei Röntgenröhren 2 und 4 mit
gegenüberliegenden
Detektorsystemen 3 und 5 angeordnet sind, die
zur Abtastung des Patienten 7 um eine Systemachse 9 rotieren,
während
der Patient 7 durch die steuerbare Patientenliege entlang
der Systemachse 9 durch den Messbereich des CT-Systems verschoben
wird. Zur Steuerung, Rekonstruktion und Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens dient
eine Steuer- und Recheneinheit 10, die in ihrem Speicher
Computerprogramme Prg1–Prgn beinhaltet, die
im Betrieb die Steuerung und Rekonstruktion durchführen. Teil
dieser Programme ist auch mindestens ein Programm Prgx,
welches ein erfindungsgemäßes Verfahren
durchführt.
Mit der Steuer- und Recheneinheit ist auch ein Kontrastmittel-Injektor 11 verbunden,
mit dessen Hilfe Kontrastmittel mit einem einprogrammierten Zeitablauf
appliziert werden können,
wobei durch eine Ansteuerung des Kontrastmittel-Injektors 11 durch die Steuer-
und Recheneinheit 10 des CT-Systems auf in gewünschter Weise Pausen an vorbestimmten
Stellen des Zeitablaufes gemäß dem oben
beschriebenen Verfahren eingefügt werden
können.
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Es
versteht sich, dass die vorstehend genannten Merkmale der Erfindung
nicht nur in der jeweils angegebenen Kombination, sondern auch in anderen
Kombinationen oder in Alleinstellung verwendbar sind, ohne den Rahmen
der Erfindung zu verlassen.