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Die
Erfindung betrifft eine Vorrichtung und ein Verfahren zur CO2-Abtrennung aus einem Prozessgas, insbesondere
zur CO2-Abtrennung aus dem Rauchgas eines
Kohlekraftwerkes.
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Stand der Technik
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Die
Abtrennung von CO2 aus typischen Kohlekraftwerksprozessen
ist grundsätzlich über drei verschiedene Konzepte
erzielbar (1, aus J. Ewers,
W. Renzenbrink, RWE, F. Hannemann, G. Haupt, G. Zimmermann, SIEMENS,
Entwicklung von Kombikraftwerkskonzepten zur CO2-freien Stromerzeugung,
XXXVI. Kraftwerkstechnisches Kolloquium, TU Dresden, 19.–20.
Okt. 2004, V27)
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Post-Combustion-Capture (1a):
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Hierbei
wird ein konventionelles Dampfkraftwerk (1) mit Kohle und Luft gespeist.
Es schließt sich eine herkömmliche Rauchgasreinigung
(2) an. Die Abtrennung von CO2 aus dem Rauchgas
(3) nach der Verbrennung wird durch geeignete Wäschen bzw.
langfristig durch Membransysteme realisiert. Der Nachteil dieses Verfahrens
liegt darin, dass hohe Volumenströme an Rauchgas mit vergleichsweise
geringer CO2-Konzentration gereinigt werden
müssen. Membranen zur Abtrennung des CO2 werden
deshalb einen hohen Bedarf an Membranfläche aufweisen.
Typische Verfahrensparameter für das zu behandelnde Rauchgas
wären: 1000 m3/s mit 18 Vol.-%
CO2.
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Pre-Combustion-Capture (1b):
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Hier
ist ein Integrated Gasification Combined Cycle (IGCC)-Verfahren
dargestellt, bei dem die Abtrennung von CO2 (3)
in einem Zwischenschritt nach der Kohlevergasung (4), bzw. der Erdgasreformierung
erfolgt, dem sich der Prozessschritt der Gasreinigung (5) (CO-Shift)
anschließt, aber noch vor der Verbrennung mit Luft (6).
Die verschiedenen bisher entwickelten Kohlevergasungsverfahren werden
bevorzugt mit Sauerstoff oder angereicherter Luft (und Dampf) unter
Druck (ca. 20 bis 30 bar) betrieben. Deshalb weist das Kohlegas im
Hinblick auf eine CO2-Abtrennung zwei entscheidende
Vorteile auf. Zum einen ist der reale Volumenstrom (mit wenig Stickstoff
und bei hohem Druck) etwa um das 100-fache geringer als bei den
Rauchgasen üblicher Dampfkraftwerke. Dies führt
unmittelbar zu hohen Partialdrücken der Hauptkomponenten
CO und H2. Typische Verfahrensparameter
nach der Gasreinigung wären: 10 m3/s
mit 45 Vol.-% CO2.
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Nach
einer zusätzlichen CO-Konvertierung nach CO2 und
H2 mittels Dampfzufuhr (Shiftreaktor) zur Konditionierung
des Kohlegases für eine CO2-Abtrennung
eröffnen sich zwei Optionen, einerseits die Abtrennung
von CO2, beispielsweise mit einem Wäscher
oder die Abtrennung einer hinreichenden Menge H2 mittels einer
Membran, wobei im Retentat ein CO2-reiches
Gas zurückbleibt, die geeignet ist für eine Verflüssigung und
Deponierung.
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Bei
beiden Optionen kann der Wasserstoff anschließend in einem
Gas und Dampfkraftwerk (GuD-Prozess), beispielsweise mit Hilfe einer
H2-Turbine verstromt werden.
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Oxyfuel-Prozess (1c):
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Hier
erfolgt die einfache CO2-Abtrennung (3)
durch Kondensation nach Verbrennung der Kohle in einem Kessel (7)
mit reinem Sauerstoff und dem sich daran anschließenden
Schritt einer Rauchgasreinigung (2) an. Dieses Verfahren hat einen
entscheidenden Vorteil. Verbrennung in reinem Sauerstoff liefert
als Verbrennungsprodukte nur CO2 und Wasserdampf,
der beim Abkühlen des Gasgemisches auf sehr einfache Weise durch
Kondensation vom CO2 getrennt werden kann.
Das CO2 und der Wasserdampf werden vorteilhaft
im Kreislauf geführt und zusammen mit dem Sauerstoffstrom
dem Kessel (7) wieder zugeführt. Der reine Sauerstoff kann
dabei entweder durch eine konventionelle kryogene Luftzerlegung
erzeugt werden, oder mittels einer O2-Membran,
wobei das rückgeführte CO2/Wasserdampfgemisch
als Spülgas dienen kann.
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In
allen drei Fällen gibt es jedoch noch kein sehr gut funktionierendes
Konzept für die jeweilige CO2-Abtrennung.
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Ein
großes Entwicklungspotential wird Hochtemperatur-O2-Membranen zugesprochen, insbesondere aufgrund
von energetischen Gesichtspunkten. Voraussetzung dafür
ist, dass kostengünstige Membranen zur Verfügung
stehen.
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Beispielhaft
zeigt die 2 eine ideale poröse
CO2-Membran gemäß dem
Stand der Technik, die in der Lage ist, 50% des im Rauchgas eines
Kohle-Dampfkraftwerkes enthaltenen CO2 abzutrennen
(Post-combustion capture), und zwar mit einer CO2-Reinheit
von 90 mol-%. Das auf P1 = 10 bar verdichtete
und zu behandelnde Rauchgas (a) weist 14 mol-% CO2 und
69 mol-% N2 auf. Das Reingas (c) nach der
Membrantrennung weist ca. 90 mol-% CO2 und
nur noch 8 mol-% N2 auf. Der Permeatdruck
P2 ist dabei auf 100 mbar eingestellt. Das
Abgas (Konzentratstrom) (b) wird mit Normaldruck abgeführt.
Die CO2/N2-Selektivitätsanforderung
am Membran-Eintritt beträgt 55:1 (= 69/14·90/8)
und ist mit dem Trennfaktor des Prozesses identisch. Sie nimmt weiter
zu bis ca. 100:1 längs des Trennprozesses, da die CO2-Konzentration abnimmt. Folglich ist eine Membran-Selektivität
von insgesamt ca. 80:1 erforderlich.
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Für
die CO
2-Partialdruckdifferenzen an der Membran
gelten hier:
| Membran
Eintritt Feed: | Membran
Austritt Feed: |
| (0,14·10
bar) – 0,1 bar = 1,3 bar | (ca.
0,07·10 bar) – 0,1 bar = ~0,6 bar. |
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Die
im Rahmen der Erfindung durchgeführten Untersuchungen haben
gezeigt, dass im Falle der CO2-Abtrennung
aus dem Rauchgas eines Kohle-Kraftwerkes mit 14 mol-% CO2 entsprechend 2 folgende Richtwerte
angenommen werden können. Bei einem Input an Kohle von
1000 MW (unterer Heizwert) wird in der Regel jeweils folgender Energieaufwand
benötigt:
- • für
die Verdoppelung des Feedgasdruckes für das gesamte Rauchgas:
ca. 15 MW (entspricht 1,5%-Punkte Wirkungsgradverlust),
- • für die Halbierung des Permeatdruckes für
das gesamte CO2-Permeat: ca. 10 MW (entspricht
1,0%-Punkte Wirkungsgradverlust).
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Hierbei
gehen drei Faktoren wesentlich in die Berechnungen ein:
- • Verhältnis der Mengenströme gesamtes
Rauchgas/gesamtes CO2 von ca. 7:1.
- • Verhältnis der Molekulargewichte N2/CO2 von 28:44 =
0,64 = 1/1,57.
- • Vakuumpumpen- und Verdichter- bzw. Turbinenwirkungsgrad
= 80%, somit kann etwa 2/3 der Verdichterarbeit zurück
gewonnen werden (0,8·0,8 = 0,64).
- • Bei der Vakuumpumpe ist keine Energierückgewinnung
möglich.
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Den
Membran-Kraftwerken wird ein außerordentlich hohes Potential
zugeschrieben im Hinblick auf eine wirkungsgradverträgliche
CO2-Abtrennung und -Sequestrierung. Anstatt
erwarteter etwa 10 bis 15%-Punkte an Wirkungsgradverlust bei heute
anlaufenden Kraftwerksprojekten mit konventionellen Gastrennmethoden
(z. B. RWE-Planungen 450 MW IGCC 2014 und Kraftwerk mit MEA-Wäsche
nach 2014) wird für einige Membran-Kraftwerkslinien (nach
deren Entwicklung und Optimierung) nur etwa 5%-Punkte an Wirkungsgradverlust
erwartet. Dazu müssten aber große Anstrengungen
unternommen werden, um dem hervorragenden hohen theoretischen Potential
der Membran-Gastrennungen nahe zu kommen.
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Da
bislang noch kein Membran-Kraftwerk existiert, erschöpft
sich der Stand der Technik in Konzeptvorschlägen aus der
Literatur. Die Konzeptentwicklungen stehen noch am Anfang. In der
Literatur findet man Prinzipschaltungen, wobei jeweils nur eine
einzelne spezielle Membran betrachtet wird. Auch bei gestuften Prozessen
erfolgen die an den jeweiligen Gasströmen der Kaskadenstufen
durchzuführenden Trennungen mit nur jeweils einer Membran.
In dieser einzelnen Membran fällt zwar der Partialdruck
der permeierenden Komponente kontinuierlich ab, jedoch sind Feeddruck
und Permeatdruck konstant über der gesamten Membranlänge,
sofern kein Spülgas verwendet wird. Diese Drücke
können gegebenenfalls mittels Kompressor bzw. Vakuumpumpe
eingestellt werden.
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Von
großer Bedeutung für eine orientierende energetische
Beurteilung von Membranprozessen, die entweder feedseitig durch
Druckerhöhung, beispielsweise durch einen Kompressor oder
eine Turbine forciert werden, oder permeatseitig durch Druckerniedrigung,
beispielsweise über eine Vakuumpumpe in einen möglichst
günstigen Bereich geführt werden, sind die beiden
folgenden Faustformeln für den Energiebedarf bei Kompression
bzw. Vakuumerzeugung:
- • Bei jeweiliger
Verdoppelung des Druckes steigt der Energiebedarf der Kompression
lediglich um den gleichen Betrag. Für poröse Membranen
bedeutet dies den günstigen Umstand einer überproportionalen
Steigerung der Permeationstriebkraft bei linear ansteigendem Energieaufwand.
Die Permeationsstromdichte ist proportional zur Triebkraft und diese
ist gleichbedeutend mit der Partialdruckdifferenz der permeierenden Komponente
zwischen der Feedseite, die in diesem Falle günstiger gestaltet
wird, und der Permeatseite.
- • Bei jeweiliger Halbierung des Druckes steigt der
Energiebedarf einer Vakuumpumpe stets um den gleichen Betrag. Für
poröse Membranen bedeutet dies den ungünstigen
Umstand einer linearen Erhöhung des Energieaufwandes bei
immer weniger zunehmender Permeations triebkraft. Die Permeationsstromdichte
ist proportional zur Triebkraft, und diese ist gleichbedeutend mit
der Partialdruckdifferenz der permeierenden Komponente zwischen
der Feedseite und der Permeatseite, die in diesem Falle günstiger
gestaltet wird.
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Für
die Membranprozesse ist charakteristisch, dass auf der Feedseite
der Membran der Partialdruck der permeierenden Komponente kontinuierlich
abfällt. Der Prozess kommt zum Erliegen, sobald dieser
lokale Partialdruck dem entsprechenden lokalen Partialdruck auf
der Permeatseite nahe kommt. Dieser Umstand ist die so genannte
Achillesferse der Membranprozesse, denn er hat zur Folge, dass die
lokale Triebkraft für den Stofftransport kontinuierlich
abfällt und die Trennfähigkeit der Membran während
des Trennvorganges immer weniger greift.
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Wird
eine einzelne Membran vorgesehen, entsprechend dem Stand der Konzeptentwicklungen,
so ist nachteilig, dass Maßnahmen zur Optimierung des Trennvorganges
nur für die gesamte Membran und die gesamten Feedgas- oder
Permeatströme getroffen werden können. Insbesondere
sind die Membranqualitäten (Permeabilität und
Selektivität) konstant, obwohl sehr unterschiedliche Anforderungen
an Prozessanfang und -ende je nach Konzept vorhanden sein können.
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Die
zu lösenden Gastrennaufgaben in den Membran-Kraftwerken
umfassen somit einerseits die Abtrennung von CO2 aus
Rauchgasen, als auch die Abtrennung von H2 aus
Kohlegas (nach CO-Shift) und die Abtrennung von O2 aus
Luft. Als weitere Anwendung kann auch die Abtrennung von CO2 aus dem Prozessgas eines Zementwerkes genannt
werden. Herausforderungen sind dabei die Erzielung eines möglichst
hohen Abtrenngrades und eine möglichst hohe Reinheit der
abgetrennten Komponente bei einem möglichst geringen Energieaufwand
bei der Konditionierung des Feedgases und des Permeatstromes, z.
B. durch Druckanhebung oder Vakuum, und somit geringe Einbuße
beim Netto-Wirkungsgrad. Ferner sind erwünscht eine möglichst hohe
Flussdichte der permeierenden Komponente, und somit geringer Flächenbedarf
der eingesetzten Membran, und ein möglichst geringer apparativer
Aufwand in der Membranumgebung, und damit geringe Zusatzinvestitionskosten.
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Diese
Anforderungen sind sehr komplex und teilweise gegenläufig.
Hohe Ansprüche werden dabei insbesondere an die Membranen,
insbesondere an eine hohe Permeabilität und/oder Selektivität,
und an die Verfahrenstechnik gestellt, d. h. an die Bereitstellung
günstiger Prozessbedingungen längs eines optimalen Membrantrennprozesses
bei einem geringen zusätzlichen verfahrenstechnischen Aufwand.
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Bei
der Aufgabenstellung sind zwei fundamentale Randbedingungen zu beachten.
Für poröse Membranen gilt einerseits das Gesetz,
wonach die lokalen Permeatstromdichten proportional zu den jeweiligen
Partialdruckdifferenzen der permeierenden Komponente sind (Feedseite-Permeatseite
der Membran). Andererseits kann hinsichtlich der erforderlichen
Reinheit des CO2-Produktstromes im Hinblick
auf die Verflüssigung derzeit von folgenden Arbeitshypothesen
ausgegangen werden.
- • Eine CO2-Reinheit von 90 mol-% ist für
eine problemlose CO2-Verflüssigung
mittels Kompression ausreichend.
- • Bei CO2-Reinheiten unter
90 mol-% wird eine Vorreinigung erforderlich, das bedeutet eine
Teilabtrennung von N2 und O2.
Bei CO2-Reinheiten von etwa 80 mol-% wird
der erforderliche Aufwand noch relativ begrenzt sein und etwa bei
1 bis 2%-Punkten Wirkungsgradverlust liegen.
- • Bei CO2-Reinheiten von 70
mol-% und darunter dürfte der erforderliche Aufwand nicht
mehr tolerierbar sein, da Tieftemperaturverfahren angewendet werden
müssten.
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Aufgabe und Lösung der Erfindung
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Aufgabe
der Erfindung ist es, ein Verfahren für einen Trennprozess
für die CO2-Abtrennung aus einem Prozessgas,
z. B aus dem Rauchgas eines Kohlekraftwerkes, zur Verfügung
zu stellen, welches einerseits einen möglichst hohen Abtrenngrad
und eine möglichst hohe Reinheit der abgetrennten Komponente
bei einem möglichst geringen Energieaufwand, d. h. einen
möglichst hohen Netto-Wirkungsgrad ermöglicht.
Zudem sollte das Verfahren des Trennprozesses eine möglichst
hohe Flussdichte der permeierenden Komponente ermöglichen
und einen möglichst geringen apparativen Aufwand in der
Membranumgebung darstellen.
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Ferner
ist es die Aufgabe des Verfahrens, eine zur Durchführung
des vorgenannten Verfahrens geeignete Vorrichtung zu schaffen.
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Die
Aufgaben der Erfindung werden gelöst durch ein Verfahren
zur CO2-Abtrennung gemäß Hauptanspruch
sowie durch eine Vorrichtung gemäß Nebenanspruch.
Vorteilhafte Ausgestaltungen des Verfahrens und der Vorrichtung
finden sich in den darauf rückbezogenen Ansprüchen
wieder.
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Gegenstand der Erfindung
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Erfindungsgemäß wird
der gesamte Trennprozess der CO2-Abtrennung
aus einem Prozessgas in einzelne Teilschritte zerlegt, für
die nun eine gezielte Prozessoptimierung vorgenommen werden kann.
Beispielhaft wird die Erfindung im Weiteren an Hand der Abtrennung
von CO2 aus dem Rauchgas eines Kohlekraftwerkes
betrachtet. Diese kann bei der Erfindung nunmehr sehr effektiv gestaltet
werden, da zahlreiche verfahrenstechnische und Membran-spezifische
Maßnahmen zur Verfügung stehen, um die Qualitätsmerkmale
speziell ausgewählter Membranen unter Betriebsbedingungen
optimal auszunutzen. Aufwändige Maßnahmen wird
man dabei nur dort einsetzen, wo dies dringend erforderlich ist
oder der entsprechende Membran-Prozessbereich sehr klein ist. Beispielsweise könnte
dies sinnvoll sein, um eine Mindest-Permeatflussdichte einzuhalten
oder um einen kleinen Teilstrom gezielt zu behandeln.
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Insbesondere
eröffnet sich bei dem erfindungsgemäßen
Verfahren die Möglichkeit, für das kritische Prozessende
eine den speziellen Kraftwerksbedingungen angepasste optimale Lösung
zu finden. Durch Wahl einer hochpermeablen Membran, insbesondere
einer porösen keramischen Membran, oder einer hochselektiven
Membran, beispielsweise einer Polymer-Membran sowie durch besondere
verfahrenstechnische Maßnahmen, wie beispielsweise der
Einsatz einer Vakuumpumpe auf der Permeatseite, kann einerseits
eine Steigerung der Flussdichten und somit eine Verringerung der
erforderlichen Membranfläche oder/und andererseits der
Schlupf nicht erwünschter Komponenten zur Permeatseite
hin begrenzt werden.
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Durch
Zerlegung des gesamten Membran-Trennprozesses in einzelne Teilschritte
werden zahlreiche Freiheitsgrade bezüglich der verfahrenstechnischen
Ausgestaltung und der membranspezifischen Ausgestaltung der Trennaufgabe
geschaffen.
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Als
typische verfahrenstechnischen Maßnahmen sind zu nennen:
- • Erhöhung des Feedgasdruckes
- • Senkung des Permeatdruckes (Vakuumpumpe bzw. Kompressor)
- • Geeignete Positionierung der einzelnen Bereiche im
Prozess, somit
- • ggf. Vorwärmung/Abkühlung des Feedgasstroms
auf optimale Betriebstemperaturen vor jedem Bereich oder
- • Nutzung eines oder mehrerer verfügbarer
Gase als Spülgase auf der Permeatseite zur Senkung des
Partialdruckes der permeierenden Komponente, wobei sich bei festgelegter
vorhandener Spülgasmenge durch die Breitenwahl des Trennbereiches
der Maximalwert dieses Partialdruckes ergibt (durch den Einsatz
des Spülgases wird der ansonsten im Allgemeinen erforderliche
Rekompressionsaufwand nach der Membran vermieden).
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Das
erfindungsgemäße Verfahren ermöglicht
vorteilhaft eine Wahlmöglichkeit der Membrantypen in den
einzelnen Teilschritten z. B.
- • die
Wahl einer Membran mit besonders hoher Permeabilität oder
besonders hoher Selektivität (bei porösen Membranen
sind Permeabilität und Selektivität tendenziell
gegenläufig, d. h. durch Porenstruktur und Membrandicke
können im Allgemeinen nicht gleichzeitig beide Membranqualitäten
positiv beeinflusst werden),
- • die Wahl verschiedener Betriebstemperaturen oder
- • die Ausnutzung spezieller Stabilitätseigenschaften
der Membranen.
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Das
erfindungsgemäße Verfahren ermöglicht
vorteilhaft eine Bereichsausdehnung, insbesondere in kritische Bereiche,
und erlaubt zudem eine Beschränkung einzelner Teilschritte
auf ein Mindestmaß, so dass hier erforderliche aufwändige
Maßnahmen nur in engen Grenzen die Kraftwerksgüte
beeinträchtigen.
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Die
Grundidee der Erfindung basiert darauf, anstelle einer einzigen
Membran für die Abtrennung des CO2 aus
einem Prozessgas für den gesamten Trennprozess eine Mehrzahl
an möglicherweise auch unterschiedlichen Trennschritten
vorzusehen, um einerseits einen möglichst hohen Abtrenngrad
und andererseits eine möglichst hohe Reinheit der abgetrennten
Komponente bei einem möglichst geringen Energieaufwand, d.
h. einem möglichst hohen Netto-Wirkungsgrad zu ermöglichen.
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Bei
dem erfindungsgemäßen Verfahren wird das CO2-haltige Prozessgas daher in wenigstens
zwei Teilschritten wenigstens zwei hintereinander angeordneten Membranen
zugeführt, wobei das Retentat des ersten Trennschrittes
als Feedstrom dem zweiten oder weiteren Trennschritten zugeführt
wird. Die in den einzelnen Trenneinheiten angeordneten Membranen
sind für CO2 durchlässig
und können vorteilhaft unterschiedlicher Natur sein. So
weisen Polymermembranen im Allgemeinen eine besonders hohe Selektivität
auf, während keramische Membranen in der Regel eine besonders
hohe Permeabilität aufweisen. Je nach Trennproblem und
Anforderung können die unterschiedlichen Membranen in unterschiedlicher
Reihenfolge und mit unterschiedlichen Membranflächen angeordnet
werden. Erfindungsgemäß wird der Permeatdruck
im zweiten Trennschritt vorteilhaft geringer eingestellt, als im
ersten Trennschritt.
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Die
einzelnen Trennschritte werden jeweils durch eine Trenneinheit realisiert.
Diese umfassen jeweils einen Feed/Retentatraum mit einer Zuführung
für das Feedgas sowie einer Abführung für
das Retentat, eine CO2-durchlässige
Membran sowie einen Permeatraum mit einer Abführung für
das Permeat.
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Spezieller Beschreibungsteil
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Im
Folgenden wird die Erfindung anhand einiger Figuren näher
erläutert, ohne dass dadurch die Erfindung auf die Ausführungsbeispiele
eingeschränkt werden soll.
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Ausführungsbeispiel 1:
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Ausgehend
von einer CO
2-Membran mit einer Vakuumpumpe
aus dem Stand der Technik illustrieren die
3 und
4 die
erfindungsgemäße Zerlegung des Trennprozesses
in zwei Teilschritte I und II. Dadurch wird es vorteilhaft möglich,
längs des gesamten Trennprozesses etwa gleiche CO
2-Partialdruckdifferenzen einzustellen. Dazu
wird in der zweiten Trenneinheit (TE II) mit 30 mbar ein niedrigerer
Permeatdruck eingestellt, als in der ersten Trenneinheit (TE I)
mit 60 mbar. Aufgrund der abnehmenden CO
2-Konzentration
ist die erzielte CO
2-Reinheit im zweiten
Permeatstrom (d) mit ca. 75 mol-% geringer als im ersten Permeatstrom (c)
mit ca. 85 mol-%. Für den Produktstrom (e) kann aber durch
Mischung mit dem ersten CO
2-Strom insgesamt
eine hohe Reinheit erzielt werden. In dem gewählten Beispiel
wird insgesamt eine CO
2-Reinheit von 80 mol-%
erzielt. Der CO
2-Abtrenngrad beträgt
30%. In diesem Fall wäre zudem noch eine Vorreinigung erforderlich,
bevor das CO
2 verflüssigt werden
kann.
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Der
Vorteil der erfindungsgemäßen Anordnung aus mehreren
Trenneinheiten besteht darin, dass einerseits extrem geringe CO2-Partialdruckdifferenzen am Membranende
vermieden werden und anderseits nicht der niedrigste Vakuumdruck
(Permeatdruck) von 30 mbar auf den gesamten Permeatstrom angelegt
werden muss.
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Die
Ergebnisse, die mit einer solchen CO2-Abtrennung
erreicht werden können, sind schematisch in 4 dargestellt.
In dem ersten Trennschritt I wird aus dem Prozessgas das Permeat
I erzeugt. Das abgereicherte Retentat wird anschließend
der zweiten Membran in Trenneinheit II zugeführt, wo es
den Permeatstrom II generiert. Beide Permeatströme zusammen
ergeben eine Abtrennung von ca. 55%.
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Ausführungsbeispiel 2:
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Ebenfalls
ausgehend von einer CO
2-Membran mit einer
Vakuumpumpe zeigt eine weitere Ausgestaltung der Erfindung wiederum
die erfindungsgemäße Zerlegung des Trennprozesses
in zwei Teilschritte I und II, wobei aber nun für den ersten
Trennschritt in Trenneinheit I ein anderer Membrantyp gewählt
wird als für den zweiten Trennschritt in Trenneinheit II.
Zunächst wird mit einer Polymer-Membran hoher Selektivität
ein sehr reiner erster CO
2-Permeatstrom
(c) mit ca. 95 mol-% CO
2 erzielt. Anschließend
wird eine keramische Membran mit hoher Permeabilität eingesetzt.
Der zweite Permeatstrom (d) weist nur noch eine Reinheit von ca.
65 mol-% auf. Nach Mischung der beiden Permeatströme (e)
wird wiederum eine CO
2-Reinheit von 80 mol-%
erzielt. Der Abtrenngrad beträgt auch hier 30%.
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Der
Vorteil dieser Anordnung besteht darin, dass nun für die
Keramikmembran eine deutlich geringere Membranfläche erforderlich
ist.
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Ausführungsbeispiel 3:
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In
einer dritten vorteilhaften Ausführung wird eine umgekehrte
Reihenfolge der eingesetzten Membranen in den einzelnen Trenneinheiten
gewählt, als in Ausführungsbeispiel 2 beschrieben
wird. Vorteilhaft bei dieser Ausführungsform ist, dass
dann die am Ende positionierte Polymermembran die dort höhere
Selektivitätsanforderung besser erfüllen kann.
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Der
weitere Vorteil dieser Anordnung würde darin bestehen,
dass der zweite Permeatstrom eine gleichwertige oder sogar höhere
CO2-Reinheit aufweisen würde als
der erste, so dass nach Mischung insgesamt ein Produktstrom mit
sehr hoher Reinheit erzielt würde.
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Nicht-Patentliteratur
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- - J. Ewers,
W. Renzenbrink, RWE, F. Hannemann, G. Haupt, G. Zimmermann, SIEMENS,
Entwicklung von Kombikraftwerkskonzepten zur CO2-freien Stromerzeugung,
XXXVI. Kraftwerkstechnisches Kolloquium, TU Dresden, 19.–20.
Okt. 2004, V27 [0002]