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Die
Erfindung betrifft eine Verschraubung von zwei, jeweils eine Gewindebohrung
aufweisenden Bauteilen mittels eines zwei, ein Differenzialgewinde
bildenden, Gewindeabschnitte unterschiedlicher Gewindesteigung aufweisenden
Schraubbolzens.
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Differenzialgewinde
sind im Stand der Technik bekannt, um kopflose Verschraubungen zu
realisieren, also solche, bei denen sich die Schraube nicht einerseits über ihr
Gewinde und andererseits über
ihren Schraubenkopf an einem Bauteil abstützt, sondern wobei die Abstützung jeweils über Gewinde, nicht
aber über
einen Schraubenkopf erfolgt. Bei bislang geläufigen Verschraubungen nämlich wirkt
die Klemmkraft zwischen den zu verschraubenden Bauteilen durch das
Gewinde in dem einen und die Auflage des Kopfes an dem anderen Bauteil.
Gerade bei hochbelasteten Verschraubungen von Bauteilen niedriger
Festigkeit ist dadurch ein sehr großer Kopfdurchmesser für eine niedrige
Flächenpressung
unter dem Schraubenkopf notwendig, woraus sich häufig Einschränkungen
in der Konstruktion durch die gegebenen Platzverhältnisse
ergeben. Um eben dieses zu umgehen, haben sich Differenzialgewinde
der vorstehend beschriebenen Art für derartige Verschraubungen
durchgesetzt. Bei aus dem Stand der Technik bekannten Differenzialgewinden
wird die Vorspannkraft jeweils durch ein Gewinde in den zu verschraubenden
Bauteilen aufgebracht, jedem zu verschraubenden Bauteil ist also
ein Gewindeabschnitt zugeordnet, so dass die Differenzialgewindeschraube
beziehungsweise der Differenzialgewindeschraubbolzen zwei Gewindeabschnitte
aufweist, wobei diese jeweils eine unterschiedliche Steigung haben.
Die Dehnung und Vorspannkraft des Schraubbolzens wird während des
Einschraubens durch unterschiedliche Steigungen in den beiden Gewindeabschnitten
aufgebracht. An den bisher bekannten Konzepten zur Verschraubung
mittels Differenzialgewinden ist nachteilig, dass die zu verschraubenden
Bauteile, zu Beginn der Verschraubung einen definierten Abstand
aufweisen müssen.
Sollen mehrere derartige Verschraubungen an den zu verschraubenden
Bauteilen vorgenommen werden, müssen
alle Differenzialgewindeschraubbolzen synchron angesetzt und angetrieben
werden, da ansonsten ein verzugsfreies Anziehen nicht möglich ist. Dies
erfordert entsprechende Vorrichtungen, die, je nach beabsichtigter
Verschraubung, kompliziert und aufwendig sein können und überdies auf jeden jeweiligen
Verschraubungsvorgang angepasst werden müssen.
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Aufgabe
der Erfindung ist es, eine Differenzialverschraubung bereitzustellen,
die die genannten Nachteile vermeidet.
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Hierzu
wird eine Verschraubung von zwei, jeweils eine Gewindebohrung aufweisenden
Bauteilen mittels eines zwei, ein Differenzialgewinde bildenden, Gewindeabschnitte
unterschiedlicher Gewindesteigung aufweisenden Schraubbolzens vorgeschlagen. Hierbei
ist vorgesehen, dass die Gewindeabschnitte derart unterschiedlich
große
Durchmesser aufweisen, dass der Außendurchmesser des im Durchmesser
kleineren Gewindeabschnittes kleiner gleich dem Kerndurchmesser
des im Durchmesser größeren Gewindeabschnittes
ist. Der Schraubbolzen wird folglich in seinen zwei Gewindeabschnitten
gestuft ausgebildet, wobei jede Stufe einen der Gewindeabschnitte
aufweist, und wobei die Gewindeabschnitte Gewinde unterschiedlicher
Steigung aufweisen. An einem vorderen Ende weist der Bolzen einen
Gewindeabschnitt mit einer Steigung auf, die größer ist als die Steigung des
zweiten Gewindeabschnittes. Gleichzeitig ist der Außendurchmesser
des ersten Gewindeabschnittes kleiner als der Kerndurchmesser des
zweiten Gewindeabschnittes. Auf diese Weise kann die Verschraubung
bei aufeinanderliegenden Bauteilen erfolgen, und es können auch
insbesondere die die Bauteile verbindenden Schraubbolzen einzeln
eingedreht werden, die Montage also analog allen heute bekannten
Verschraubungsverfahren durchgeführt
werden. Komplizierte Verschraubungsvorrichtungen, insbesondere Verschraubungsapparate,
die ein gleichzeitiges Anziehen der Schraubbolzen in den zu verschraubenden
Bauteilen ermöglichen,
sind hierfür
nicht länger
erforderlich. Ebenfalls entfällt
das teilweise schwierige Bestimmen des zu Beginn des Schraubvorganges
erforderlichen Bauteileabstandes. Das erforderliche Axialspiel wird
dadurch bewirkt, dass jeder der Gewindeabschnitte nicht satt in
den korrespondierenden Innengewindeabschnitten läuft, sondern, für sich allein betrachtet,
eingeschraubt sich nur an einer von jeweils zwei Zahnflanken abstützt, wobei
zur jeweils anderen Zahnflanke ein deutliches Spiel besteht. Auf diese
Weise kann auch im eingeschraubten Zustand eines Gewindeabschnittes
der Schraubbolzen im geringen Maße in seiner Längsachse
bewegt werden. Der für
eine solche Bewegung erforderliche Freiraum des Schraubbolzens wird
durch die unterschiedlichen Durchmesser der Gewindeabschnitte sowie
der entsprechenden Innengewinde in den zugehörigen, zu verschraubenden Bauteilen
bereitgestellt. Für
den Verschraubungsprozess als solchen wird der Schraubbolzen in
herkömmlicher
Weise angesetzt, wobei sowohl einer der beiden Gewindeabschnitte als
auch beide Gewindeabschnitte gleichzeitig im Eingriff sein können. Die
unumgänglichen
Toleranzen der zu verschraubenden Bauteile, des Schraubbolzens und
gegebenenfalls nicht definiert liegende Gewindeeinläufe werden
durch das entsprechende Axialspiel ausgeglichen. Durch das Axialspiel
wird ferner sichergestellt, dass sich bereits mehrere Gewin degänge beider
Gewindeabschnitte im Eingriff befinden, bevor durch die Steigungsdifferenzen
der Gewindeabschnitte die Vorspannung und Längung des Schraubbolzens beginnt.
Sobald das Axialspiel im Zuge des Verschraubungsvorganges aufgezehrt
ist, wird die Schraube beim weiteren Einschrauben gelängt und
erzeugt die gewünschte
Vorspannkraft.
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In
einer weiteren Ausführungsform
ist vorgesehen, dass die Gewindeabschnitte mittels einer Axialführung axialverschieblich
zueinander geführt
sind. Die Gewindeabschnitte sind folglich derart ausgebildet, dass
sie zueinander axialverschieblich sind, wobei die Axialverschiebung über eine
Axialführung
bewirkt wird, die rotationsfest die Gewindeabschnitte miteinander
verbindet und hierbei eine Längsverschiebung
ermöglicht.
Dies kann beispielsweise durch eine Axialkontur über dem Kerndurchmesser des
einen, durchmesserkleineren Gewindeabschnitte erfolgen, wobei der
Kerndurchmesser über
den eigentlichen Gewindeabschnitt hinaus verlängert ist und auf diesem der
zweite Gewindeabschnitt, der zu diesem Zweck eine Axialausnehmung
aufweist, also gewissermaßen
eine längsverschiebliche
Hülse bildet,
axialverschieblich angeordnet ist. Insbesondere kann also der Schraubbolzen
in einer solchen Art und Weise zweiteilig ausgebildet werden, dass
der durchmessergrößere Gewindeabschnitt
eine axiale Ausnehmung zur längsverschieblichen
Aufnahme der Verlängerung
des durchmesserkleineren Gewindeabschnittes aufweist. Näheres zeigen
die Ausführungsbeispiele.
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In
einer weiteren, bevorzugten Ausführungsform
ist vorgesehen, dass die Axialführung
eine Verliersicherung aufweist oder ausbildet. Die Axialführung ist
demzufolge so beschaffen, dass die Axialverschieblichkeit des einen
Gewindeabschnittes auf/in dem anderen eine Wegbegrenzung erfährt und
die beiden Gewindeabschnitte nicht getrennt werden können. Dies
kann beispielsweise durch eine Verdickung des Kerndurchmessers des
durchmesserkleineren Gewindeabschnittes endseitig der Axialführung erfolgen,
der in die beschriebene Ausnehmung des durchmessergrößeren Gewindeabschnittes
eintaucht. Hierzu ist dem durchmessergrößeren Gewindeabschnitt eine
entsprechend große
Ausnehmung vorgesehen, die an der dem anderen Gewindeabschnitt zugewandten
Endseite eine entsprechende Einschnürung aufweist. Näheres zeigen
die Ausführungsbeispiele.
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In
einer weiteren, besonders bevorzugten Ausführungsform lässt die
Axialführung
ein Winkelpendelspiel der Längsachsen
der beiden Gewindeabschnitte zu. Insbesondere dann, wenn die zu
verschraubenden Bauteile nicht ganz exakt aufeinander liegen, also
insbesondere in ihnen eingebrachte Bohrungen zur Aufnahme des Schraubbolzens
nicht exakt fluchten, kann es zu einer Verkantung und unerwünschten
Verspannung des Schraubbolzens kommen. Um dies auszugleichen und
ein entsprechendes lagerichtiges Anziehen der Verschraubung zu ermöglichen,
ist die Axialführung
einem Verbindungsgelenk nachempfunden, wobei die Verdickung des Kerndurchmessers
des durchmesserkleineren Gewindeabschnittes als Abschnitt der Axialführung sowie
die entsprechende Einschnürung
endseitig der Ausnehmung des gewindegrößeren Gewindeabschnittes in
der Form oder ähnlich
einer Kugelpfanne ausgebildet sind. Dies bedeutet, dass die quer
zur Axialrichtung der Gewindeabschnitte verlaufenden, in Gegenüberlage
kommenden Bereiche der Gewindeabschnitte nicht plan, sondern im
Wesentlichen Kugelmantelflächenabschnitte
ausgebildet sind.
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In
einer weiteren bevorzugten Ausführungsform
weist die Axialführung
ein Drehmomentübertragungsmittel
auf. Ein Drehmomentübertragungsmittel ist
hierbei im weitesten Sinne als ein Angriff zur Einleitung und/oder Übertragung
von Drehmoment zum Zwecke des Verschraubens zu verstehen. Insbesondere
ist das Drehmomentübertragungsmittel
als Werkzeugangriff ausgebildet, wobei bevorzugt eine im Stand der
Technik gebräuchliche
Werkzeugangriffgeometrie verwendet wird. Ganz besonders bevorzugt
ist das Drehmomentübertragungsmittel über die
Axialverschieblichkeit der Gewindeabschnitte relativ zueinander
gleich dem Werkzeugangriff ausgeführt. Der Werkzeugangriff setzt
sich also gewissermaßen
im Inneren der Ausnehmung des durchmessergrößeren Gewindeabschnittes fort,
und wird in einer Formentsprechung des Abschlusses (der Verliersicherung)
des durchmesserkleineren Gewindeabschnittes wieder aufgenommen,
der gleichzeitig die Verliersicherung ausgebildet. Die Verliersicherung
ist somit auch Teil des Drehmomentübertragungsmittels zwischen
dem einen Gewindeabschnitt, der den Werkzeugangriff aufweist, und
dem anderen Gewindeabschnitt.
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In
einer anderen Ausführungsform
sind die Gewinde der beiden Gewindeabschnitte gleichläufig ausgebildet.
Die Verspannung wird folglich bei gleichläufiger Einschraubung erzielt.
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In
einer anderen Ausführungsform
sind die Gewinde der Gewindeabschnitte selbstschneidende/selbstformende
Gewinde. Es ist demzufolge möglich,
die Erfindung auch beispielsweise bei Holz- und/oder Blech und/oder
Kunststoffschrauben anzuwenden, oder bei anderen Schrauben, die
aufgrund der Materialbeschaffenheit der zu verschraubenden Bauteile
bestimmungsgemäß ihr Gegengewinde selbst
schneiden oder selbst ausformen.
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Es
wird weiter ein Schraubbolzen für
eine Verschraubung, wie vorstehend beschrieben, vorgeschlagen. Dieser
Schraubbolzen ermöglicht
durch seine Ausgestaltung in gestufter Art und Weise, wobei jedem
Gewindeabschnitt eine eigene Stufe zukommt, die Bewirkung einer
vorstehend beschriebenen, kopflosen Verschraubung.
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In
einer weiteren Ausführungsform
der Erfindung wird ein Bauteil für
eine Verschraubung mit einem anderen Bauteil mittels eines ein Differenzialgewinde
aufweisenden Schraubbolzens, insbesondere wie vorstehend beschrieben,
vorgeschlagen. Hierbei ist vorgesehen, dass in das Bauteil eine
Bohrung eingebracht ist, in der ein Lagerstück axialverschieblich, zu dem
Bauteil rotationsfest gelagert ist, und wobei das Lagerstück ein Innengewinde
aufweist zur Aufnahme des Schraubbolzens. Die vorstehend beschriebene
Axialverschieblichkeit wird hierbei nicht durch eine Axialführung am
Gewindebolzen bewirkt, sondern über
das im Bauteil längsverschieblich
gelagerte Lagerstück.
Die Wirkung ist letztlich die gleiche, nämlich die Aufbringung von Axialspiel
in einem bestimmten Umfang, bevor das Differenzialgewinde die Verspannung
des Schraubbolzens und hierdurch der Bauteile zueinander bewirkt.
Hierzu ist das Lagerstück
in der in das Bauteil eingebrachten Bohrung rotationsfest längsverschieblich
gelagert, es kann also, ohne eine Rotationsbewegung des Schraubbolzens mitzumachen,
innerhalb des Bauteiles im gewissen Umfang in Axialrichtung verschoben
werden. Die Bewirkung dieser Rotationsfestigkeit kann auf unterschiedliche,
im jeweiligen Anwendungsfall geeignete Weise erfolgen, beispielsweise
durch Ausbildung von formangepassten Führungen innerhalb der Bohrung, etwa
durch Nasen oder durch Abweichungen von der runden Querschnittsgeometrie,
wobei in jedem Fall ausschließlich
von Bedeutung ist, dass die Rotation des Lagerstücks innerhalb der Bohrung vermieden wird
und gleichzeitig die Axialverschieblichkeit gewährleistet ist.
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Weiter
wird ein Verfahren vorgeschlagen zur Ausbildung einer Verschraubung
von zwei, jeweils eine Gewindebohrung aufweisenden Bauteilen mittels
eines zwei, ein Differenzialgewinde bildende, Gewindeabschnitte
unterschiedlicher Gewindesteigung aufweisenden Schraubbolzens, wobei
die Gewindeabschnitte derart unterschiedliche Größen aufweisen, dass der Außendurchmesser
des im Durchmesser kleineren Gewindeabschnittes kleiner gleich dem Kerndurchmesser
des größeren Gewindeabschnittes gewählt ist,
und wobei zu Beginn des Verschraubens die beiden Bauteile sich berührend aneinander
liegen. Anders als im Stand der Technik, wo Bauteile, die mittels
einer Differenzialverschraubung miteinander zu verschrauben sind,
einen vordefinierten Abstand aufweisen müssen, um bis zur gewünschten Verspannung
des das Differenzialgewinde aufweisenden Schraubbolzens eine vollständige Verschraubung
zu bewirken, können
vorliegend die zu verschraubenden Bauteile aufeinander liegen. Hierdurch
erübrigen
sich Verschraubungseinrichtungen und -apparaturen und insbesondere
ist es nicht länger
erforderlich, mehrere an den Bauteilen vorzunehmende Differenzialverschraubungen
simultan auszuführen.
Im Gegenteil werden die zu verschraubenden Bauteile, wie aus dem
Stand der Technik bei üblichen,
mit einer Schraube mit einem Schraubenkopf zu bewirkenden Verschraubung
bekannt, schlicht aufeinandergelegt. Dadurch, dass der Schraubbolzen
derart gewählt
wird, dass seine Gewindeabschnitte die beschriebenen unterschiedlichen
Größen aufweisen,
nämlich
dass der Außendurchmesser
des im Durchmesser kleineren Gewindeabschnittes kleiner gleich dem
Kerndurchmesser des im Durchmesser größeren Gewindeabschnittes ist,
ergibt sich ein Freiraum, in dem bis zum Greifen beider Gewindeabschnitte
ein Axialspiel des Gewindeabschnitte relativ zu ihren korrespondierenden
Innengewinden möglich
ist, das die vor Verschraubungsbeginn im Stand der Technik erforderliche,
definierte Beabstandung der beiden Bauteile entbehrlich macht.
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Weitere
vorteilhafte Ausführungsformen
ergeben sich aus den Unteransprüchen
und aus Kombinationen derselben.
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Die
Erfindung wird nachfolgend anhand von Ausführungsbeispielen und Figuren
näher erläutert.
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Es
zeigen
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1 einen
ein Differenzialgewinde aufweisenden Schraubbolzen;
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2 den
Schraubbolzen bei Beginn der Verschraubung zweier Bauteile;
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3 einen
Schraubbolzen mit Axialführung;
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4 eine
Axialführung
des Schraubbolzens, die ein Winkelpendelspiel der beiden Gewindeabschnitte
zulässt
und
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5 die
Bewirkung eines Axialspiels durch entsprechende Ausgestaltung von
Gewindeabschnitten und Innengewinden.
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1 zeigt
einen Schraubbolzen 1. Dieser weist Gewindeabschnitte 2 auf,
die in Axialerstreckung des Schraubbolzens 1 hintereinander
liegen. Es kann folglich ein erster, kopfseitiger Gewindeabschnitt 3 von
einem zweiten, fußseitigen
Gewindeabschnitt 4 unterschieden werden, wobei der fußseitige Gewindeabschnitt 4 einen
Außendurchmesser
dA aufweist, der kleiner oder gleich einem
Kerndurchmesser dK des kopfseitigen Gewindeabschnittes 3 ist.
Der fußseitige
Gewindeabschnitt 4 weist hierbei eine Gewindelänge l1 auf, die beispielsweise kürzer ist
als die Gewindelänge
l2 des kopfseitigen Gewindeabschnittes 3.
Zwischen dem fußseitigen
Gewindeabschnitt 4 und dem kopfseitigen Gewindeabschnitt 3 ist
eine gewindefreie Zone 5 ausgebildet, an die sich ein Übergangskegel 6 zum
Gewindeeinlauf 7 des kopfseitigen Gewindeabschnittes 3 anschließt. An einem
kopfseitigen Abschluss 8 des kopfseitigen Gewindeabschnittes 3 ist
ein Werkzeugangriff 9 ausgebildet, der bevorzugt als eine
einem hier nicht dargestellten Werkzeug formangepasste Ausnehmung 10 ausgebildet
ist. Die Gewindeabschnitte 2 weisen unterschiedliche Gewindesteigungen
auf, dergestalt, dass die erste Gewindesteigung P1 anders
ist als die zweite Gewindesteigung P2. Die
erste Gewindesteigung P1 ist beispielsweise
dem fußseitigen
Gewindeabschnitt 4 zugeordnet, während die zweite Gewindesteigung
P2 dem kopfseitigen Gewindeabschnitt 4 zugeordnet
ist. Zusammen bilden die Gewindeabschnitte 2 durch ihre
unterschiedlichen Gewindesteigungen P1 und
P2 ein Differenzialgewinde 11 aus. Beispielsweise
ist die erste Gewindesteigung P1 größer als
die zweite Gewindesteigung P2.
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2 zeigt
den Schraubbolzen 1 zu Beginn einer Verschraubung zweier
Bauteile 12, nämlich
eines oberen Bauteils 13 und eines unteren Bauteils 14,
die zum Zwecke der Verschraubung aufeinander liegen und sich berühren. In
die Bauteile 12 ist zur Bewirkung der Verschraubung jeweils
ein Innengewinde 15 eingebracht, wobei das untere Bauteil 14 ein
erstes Innengewinde 16 aufweist, das mit dem fußseitigen
Gewindeabschnitt 4 des Schraubbolzens 1 korrespondiert,
während
das obere Bauteil 13 ein zweites Innengewinde 17 aufweist,
das mit dem durchmessergrößeren, kopfseitigen
Gewindeabschnitt 3 des Schraubbolzens 1 korrespondiert.
Wird der Schraubbolzen nun in die Bauteile 12 zur Verschraubung
eingeführt,
wird seine Einführung
erstmalig dadurch gestoppt, dass sein Fußende 37 das erste
Innengewinde 16 an dessen Gewindebeginn 18 berührt, also
bei Eintritt in das untere Baurteil 14. Dadurch, dass der
fußseitige
Gewindeabschnitt 4 durchmesserkleiner ist als der kopfseitige
Gewindeabschnitt 3, nämlich
so, dass der Außendurchmesser dA des fußseitigen
Gewindeabschnittes 4 kleiner gleich dem Kerndurchmesser
dK des kopfseitigen Gewindeabschnittes 3 ist
(vergleiche hierzu 1), ist ein Durchstecken des
Schraubbolzens 1 durch das zweite Innengewinde 17 möglich, ohne
dass der fußseitige
Gewindeabschnitt 4 mit dem zweiten Innengewinde 17 in
irgendeine Wirkverbindung treten könnte. Erst dann, wenn der fußseitige
Gewindeabschnitt 4 das erste Innengewinde 16,
genauer dessen Gewindebeginn 18, erreicht, wird das Durchstecken des
Schraubbolzens 1 beendet und der eigentliche Einschraubvorgang
beginnt. Hierzu korrespondieren die Gewindeabschnitte 2 mit
den Innengewinden 15 hinsichtlich der jeweiligen Gewindesteigung.
Das erste Innengewinde 16 weist demzufolge die Steigung
P1 des fußseitigen Gewindeabschnittes 4 auf, während das
zweite Innengewinde 17 die Steigung P2 des
kopfseitigen Gewindeabschnittes 3 aufweist. Im Zuge des
Einschraubvorganges längt
sich mit zunehmendem Einschraubweg der Schraubbolzen 1 und
führt durch
Abstützung
der Gewindeabschnitte 2 in den Innengewinden 15 zu
einer Verspannung des Schraubbolzens 1 und damit zum Bewirken
der Verschraubung. Durch geeignete Wahl der Länge des Schraubbolzens 1,
insbesondere aber der Gewindelänge
des fußseitigen
Gewindeabschnittes l1 und der Gewindelänge des
kopfseitigen Gewindeabschnittes l2 (vergleiche
hierzu 1) wird bestimmt, wie weit der Schraubbolzen 1 bis
zur Bewirkung der vollständigen
Verschraubung mit der gewünschten
Schraubenzugkraft in die Bauteile 12 eintaucht oder noch aus
ihr, beispielsweise am kopfseitigen Abschluss 8 des Schraubbolzens 1, über das
obere Bauteil 13 hinaus steht. Dadurch, dass die Bauteile 12 bei
Beginn der Verschraubung aufeinander liegen können, kann eine beliebige Anzahl
derartiger Verschraubungen in denselben Bauteilen 12 durchgeführt werden,
ohne dass diese Verschraubungen, wie im Stand der Technik bekannt,
simultan auszuführen
wären.
Dadurch, dass die Gewindeabschnitte 2 relativ zu den jeweils korrespondierenden
Innengewinden 15 ein Axialspiel aufweisen, also nicht,
jeweils für
sich betrachtet, einen satten Eingriff im jeweils korrespondierenden
Innengewinde 15 einnehmen, kann der Schraubbolzen 1 bis
zu Beginn seiner Längung
und Aufbringen der Schraubenzugkraft ein gewisses Stück weit
eingeschraubt werden, ohne dass eine nennenswerte Schraubenzugkraft
aufgebaut wird. Wie weit der Einschraubvorgang des Schraubbolzens 1 in
den Bauteilen 12 erfolgen kann, bevor die Schraubenzugkraft aufgebaut
wird, ist abhängig
von der Größe des Axialspiels
der Gewindeabschnitte 2 in den jeweils korrespondierenden
Innengewinden 15.
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3 zeigt
den Schraubbolzen 1 in einer Ausführung als zweiteiliger Schraubbolzen 19.
Dieser ist, der besseren Darstellung wegen, in seine Einzelteile
zerlegt. Der zweiteilige Schraubbolzen 19 besteht aus einem
Kopfstück 20 und
einem Fußstück 21.
Das Kopfstück 20 weist
den kopfseitigen Gewindeabschnitt 3 auf, der der Ausführung des
bereits beschriebenen Schraubbolzens 1 entspricht. Das
Fußstück 21 weist
fußseitig
den fußseitigen
Gewindeabschnitt 4 auf, wie er dem bereits beschriebenen Schraubbolzen 1 entspricht.
Dieser weist die Gewindelänge
des fußseitigen
Gewindeabschnitts l1 auf. Der an dem Kopfstück 20 befindliche,
kopfseitige Gewindeabschnitt 3 weist die Gewindelänge l2 des kopfseitigen Gewindeabschnittes auf.
Das Fußstück 21 ist über die
Gewindelänge
l1 des fußseitigen Gewindeabschnittes
hinaus verlängert,
bevorzugt mit dem Fuß stückkerndurchmesser
dKF, und zwar um einen Führungsabschnitt 22.
Der Führungsabschnitt 22 kann
hierbei als Verlängerung
der in 1 beschriebenen gewindefreien Zone 5 angesehen
werden. Im Anschluss an den Führungsabschnitt 22 ist
eine eine Axialkontur 23 aufweisende Verdickung 24 als
Abschlussstück 25 des
Fußstücks 21 angeordnet.
Der Führungsabschnitt 22 wird
demzufolge von dem fußseitigen
Gewindeabschnitt 4 auf der einen und von dem Abschlussstück 25 auf
der anderen Seite, in Axialerstreckung betrachtet, begrenzt. Das
Abschlussstück 25 weist
die Axialkontur 23 auf, die beispielsweise durch in Axialerstreckung
ausgebildete, sich um den Umfang abwechselnde Erhebungen 26 und Vertiefungen 27 ausgebildet
sein kann. Der kopfseitige Gewindeabschnitt 3 des zweiteiligen
Schraubbolzens 19 weist eine Axialaufnehmung 28 auf,
die konzentrisch angeordnet ist. An seinem unteren Ende 29 weist
das Kopfstück 20 eine
Einschnürung 30 der Axialausnehmung 28 auf,
wobei die Axialausnehmung 28 im Bereich der Einschnürung 30 einen
solchen Einschnürungsdurchmesser
dE hat, dass der Führungsabschnitt 22 des
Fußstücks 21 darin
längsverschieblich
gelagert sein kann, das Abschlussstück 25 des Fußstücks 21 und
der fußseitige
Gewindeabschnitt des Fußstücks 21 aber
nicht. Ist das Fußstück 21 also
in dem Kopfstück 20 eingebracht,
wobei der Führungsabschnitt 22 im
Bereich der Einschnürung 30 gehalten
und gelagert ist, das Abschlussstück 25 im Bereich der
Axialausnehmung 28 und der fußseitige Gewindeabschnitt 4 unterhalb
der Einschnürung 30 aus
dem Kopfstück 20 herausragt,
ist das Kopfstück 20 mit
dem Fußstück 21 unverlierbar
verbunden. In der Axialausnehmung 28 eingebrachte Axialstrukturen 31,
die der Axialkontur 23 des Fußstücks 21 entsprechen,
insbesondere mit den Erhebungen 26 und Vertiefungen 27 des
Abschlussstücks 25 korrespondieren,
bilden hierbei zusammen mit diesen entsprechenden Komponenten des
Fußstücks 21 und
dem Führungsabschnitt 22 eine
Axialführung 32 aus,
wobei gleichzeitig durch die Axialstruktur 31 im Zusammenwirken
mit der Axialkontur 23 ein Drehmomentübertragungsmittel 38 gebildet
wird. Die Axialführung
ihrerseits ist durch ihre Geometrie im Zusammenspiel mit der Einschürung 30 als
Verliersicherung 33 ausgebildet. Ist folglich das Fußstück 21 einmal
in das Kopfstück 20 eingebracht,
sind diese beiden Komponenten unverlierbar miteinander verbunden.
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4 zeigt
einen Längsschnitt
durch den Schraubbolzen 1, nämlich den zweiteiligen Schraubbolzen 19,
im Bereich der Axialführung 32 beziehungsweise
der Verliersicherung 33. Das Kopfstück 20 weist die Axialstrukturen 31 auf,
die den in 3 näher dargestellten, hier aufgrund
des Längsschnitts nicht
sichtbaren, Axialkontur 23 des Fußstücks 21 entspricht.
Die Axialstrukturen 21 entsprechen hierbei dem in 1 dargestellten
Werkzeugangriff 9 beziehungsweise bilden den Werkzeugangriff 9 aus. Auf
diese Weise ist es möglich,
ohne weitere Bearbeitungsvorgänge
die Axialführung 32 und
den Werkzeugangriff 9 in einem Zuge auszubilden. Das Abschlussstück 25 weist
im Bereich des Anschlusses an den Führungsabschnitt 22 eine
Abschlussstückunterseite 34 auf.
Diese entspricht in ihrer Formgebung einer der Axialausnehmung 28 zugewandten Einschnürungsoberseite 35 der
Einschnürung 30. Das
Kopfstück 20 und
das Fußstück 21 weisen
jeweils eine Längsachse
l auf, nämlich
das Kopfstück 20 eine
Kopfstücklängsachse
lK und das Fußstück 21 eine Fußstücklängsachse
lF. Im Idealfall, also bei genauem Fluchten
der in 2 dargestellten Innengewinde 15, in denen
die Verschraubung des Schraubbolzens 1 erfolgen soll, fluchten
auch die Längsachsen
l, nämlich
die Kopfstücklängsachse
lK und die Fußstücklängsachse lF.
Liegen jedoch die in 2 dargestellten Bauteile 12 nicht
exakt übereinander, kann
es zu einem leichten Versatz der Innengewinde 15 in den
Bauteilen 12 und daher beim Beginn des Einschraubvorganges
des Schraubbolzens 1 auch zu einem Versatz der Kopfstücklängsachse
lK und der Fußstücklängsachse lF zueinander
kommen. Die Kopfstücklängsachse
lK und die Fußstücklängsachse lF fluchten
dann nicht, sondern schließen
einen Winkel ein, der etwas kleiner als 180° ist. Um dennoch eine korrekte
Verschraubung zu ermöglichen,
bei der sich die in 2 dargestellten Bauteile 12 in
die richtige Lage „ziehen", sind Abschlussunterseite 34 und Einschnürungsoberseite 35 formangepasst
als Kugelmantelflächenabschnitte
ausgebildet. Dies bedeutet, dass weder die Abschlussstückunterseite 34 noch
die Einschnürungsoberseite 35 plan
sind, sondern Abschnitte einer Kugelmantelfläche ausbilden, wie diese im
Schnitt als Kreisbogenabschnitt 36 dargestellt ist. Ist
nun der Außendurchmesser
des Führungsabschnittes 22 geringer
als der Innendurchmesser der Einschnürung 30, so kann das
Fußstück 21 im
Bereich der Einschnürung 30 und
der Abschlussstückunterseite 34 sowie
der Einschnürungsoberseite 35 pendeln,
vorausgesetzt, der Außendurchmesser
des Abschlussstücks 25 ist
etwas geringer als der Innendurchmesser der Axialausnehmung 28 des
Kopfstücks 20.
Hierdurch wird ein Winkelpendelspiel 36 der Längsachsen
l ermöglicht. Durch
dieses Winkelpendelspiel 36 kann der Schraubbolzen 1 im
Zuge des Verschraubvorganges eine korrekte Verschraubungslage einnehmen
ohne zu verkanten, auch wenn die in 2 dargestellten, zu
verschraubenden Bauteile 12 nicht ganz korrekt übereinander
liegen und insbesondere die dort dargestellten Innengewinde 15 nicht
ganz exakt fluchten. Auf diese Weise lässt sich eine gegen Handhabungsfehler
weitgehend tolerante, sichere kopflose Verschraubung mit relativ
einfachen und preisgünstigen
Mitteln unter Vermeidung aufwendiger Verschraubungsapparaturen verwirklichen.
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5 zeigt
ein Detail eines Gewindeabschnittes 2 des nur abschnittsweise
dargestellten Schraubbolzens 1. Dieser ist in sein korrespondierendes,
hier nur abschnittsweise dargestelltes Innengewinde 15 eingeschraubt.
Der Gewindeabschnitt 2 weist eine Ge windeverzahnung 39 auf,
wobei die Gewindeverzahnung 39 einen Zahnspitzenabstand
dZ1 aufweist, der einer Innengewindeverzahnung 40 insoweit
entspricht, als dass die Gewindeverzahnung 39 in der Innengewindeverzahnung 40 geführt werden
kann und sich hierbei einseitig abstützen kann. Das Innengesinde 15 weist
in der Innengewindeverzahnung 40 zwischen sich gegenüberliegenden Zahnflanken 41 einen
Zahnflankenabstand dZF auf, so dass Zahnscheitel 42 der
Gewindeverzahnung 39 zwischen gegenüberliegenden Zahnflanken 41 der Innengewindeverzahnung 40 ein
Axialspiel A ausführen
können,
das in etwa dem Zahnflankenabstand dZF entspricht.
Auf diese Weise ist ein Axialspiel des Schraubbolzens 1 innerhalb
des dem jeweiligen Gewindeabschnitt 2 korrespondierenden
Innengewindes 15 möglich.
Dieses Axialspiel A liegt an beiden Gewindeabschnitten 2 des
Schraubbolzens 1 (vergleiche 1 bis 3)
vor. In der in 4 beschriebenen Ausführungsform
kann das Axialspiel A sowohl am Kopfstück 20 als auch am
Fußstück 21 vorliegen,
wobei das Axialspiel entweder nur durch die Axialverschieblichkeit
des Kopfstückes 20 auf dem
Fußstück 21 über die
Axialführung 32 bewirkt sein
kann, oder kumulativ über
diese und eine entsprechende, vorstehend beschriebene Ausführung der
Gewindeabschnitte 2 und der Innengewinde 15.
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- 1
- Schraubbolzen
- 2
- Gewindeabschnitt
- 3
- kopfseitiger
Gewindeabschnitt
- 4
- fußseitiger
Gewindeabschnitt
- 5
- gewindefreie
Zone
- 6
- Übergangskegel
- 7
- Gewindeeinlauf
- 8
- kopfseitiger
Abschluss
- 9
- Werkzeugangriff
- 10
- Ausnehmung
- 11
- Differenzialgewinde
- 12
- Bauteil
- 13
- oberes
Bauteil
- 14
- unteres
Bauteil
- 15
- Innengewinde
- 16
- erstes
Innengewinde
- 17
- zweites
Innengewinde
- 18
- Gewindebeginn
- 19
- zweiteiliger
Schraubbolzen
- 20
- Kopfstück
- 21
- Fußstück
- 22
- Führungsabschnitt
- 23
- Axialkontur
- 24
- Verdickung
- 25
- Abschlussstück
- 26
- Erhebung
- 27
- Vertiefung
- 28
- Axialausnehmung
- 29
- unteres
Ende
- 30
- Einschnürung
- 31
- Axialstrukturen
- 32
- Axialführung
- 33
- Verliersicherung
- 34
- Abschlussstückunterseite
- 35
- Einschnürungsoberseite
- 36
- Winkelpendelspiel
- 37
- Fußende
- 38
- Drehmomentübertragungsmittel
- 39
- Gewindeverzahnung
- 40
- Innengewindeverzahnung
- 41
- Zahnflanke
- 42
- Zahnscheitel
- dA
- Außendurchmesser
- dK
- Kerndurchmesser
- l1
- Gewindelänge des
fußseitigen
Gewindeabschnitts
- l2
- Gewindelänge des
kopfseitigen Gewindeabschnitts
- P1
- erste
Gewindesteigung
- P2
- zweite
Gewindesteigung
- dKF
- Fußstückkerndurchmesser
- dE
- Einschnürungsdurchmesser
- l
- Längsachse
- lK
- Kopfstücklängsachse
- lF
- Fußstücklängsachse
- dZ1
- Zahnspitzenabstand
- dZF
- Zahnflankenabstand
- A
- Axialspiel