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Technisches Gebiet
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Die Erfindung betrifft ein Kühlergitter für ein Kraftfahrzeug
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Hintergrund der Erfindung
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Kühlergitter, die in der Regel bei Kraftfahrzeugen im Frontbereich vor dem Kühler angebracht sind, stellen ein wesentliches Element der Fahrzeuggestaltung dar. So bestimmen diese als Bestandteil der Fahrzeugfront das typische Aussehen der Fahrzeuge einer bestimmten Marke.
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Kühlergitter, die regelmäßig eine Anzahl horizontal verlaufender Lamellen umfassen, sind bisher einteilig oder zweiteilig aufgebaut, wobei die Lamellen immer an das farbgebende oder oberflächenveränderte Teil bzw. einen farbgebenden oder oberflächenveränderten Rahmen angeformt oder angespritzt sind.
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Aufgrund dieses Aufbaus ist es nicht möglich, zur Herstellung von Kühlergittern neuere Verfahren einzusetzen, die weitreichende Möglichkeiten bei der Gestaltung von Kühlergittern bieten könnten. Dies hat zur Folge, dass bislang die Möglichkeiten zur Gestaltung von Kühlergittern stark eingeschränkt sind.
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Es ist weiterhin aus der
DE 102 38 445 B4 ein Kühlergrill bekannt mit einem Rahmen und vertikalen und horizontalen Lamellen, die einzeln im Rahmen befestigt sind. Dabei werden die horizontalen Lamellen in Aufnahmen des Rahmens gesteckt. Es wird ein Steckgitter erzeugt.
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Aus der
DE 103 46 219 A1 ist die Herstellung von flachen Formteilen mit lackartiger Oberfläche bekannt.
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Ebenso beschreibt die
DE 101 43 564 A1 die Herstellung von Hohlprofilteilen aus hinterformtem Kunststoffmaterial.
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Es soll ein Kühlergitter aus Lamellen mit hinterformter Folie hergestellt werden, das einfach aufgebaut ist und den Austausch der Lamellen unterstützt.
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Zusammenfassung der Erfindung
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Das erfindungsgemäße Kühlergitter weist einen Träger mit einer Anzahl an Lamellen auf, die einzeln auf den Träger aufgesteckt sind. Somit können die Lamellen einzeln und auch unabhängig voneinander und von dem gesamten Kühlergitter gefertigt und gestaltet werden, so dass es möglich ist, neue Verfahren zur Gestaltung der Lamellen einzusetzen.
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In Ausgestaltung ist vorgesehen, dass mindestens eine der Lamellen durch eine hinterformte Folie gebildet ist, d. h. dass die Oberfläche dieser Lamelle durch eine Folie gegeben ist. In diesem Fall kann diese Lamelle durch Hinterspritzen oder durch Hinterschäumen der Folie gebildet werden.
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Alternativ kann mindestens eine der Lamellen durch einen dreidimensionalen Farb-Sublimationsdruck oder durch herkömmliche Lackierung gebildet sein.
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Die Lamellen können eine strukturierte Oberfläche (Narbung) aufweisen und verschiedene Farbkombinationen, bspw. auch eine Tarnlackierung, zeigen.
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Selbstverständlich ist es möglich, die vorgestellten neuen Verfahren, nämlich das Hinterformen der Folie und den dreidimensionalen Farb-Sublimationsdruck, miteinander zu kombinieren. Je nach Anforderung können die einzelnen Lamellen dann jeweils durch ein geeignetes Verfahren hergestellt werden und anschließend die Lamellen als diskrete Bauteile auf den Träger aufgesteckt werden.
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In Ausgestaltung sind zusätzlich Vertikalstege vorgesehen, an denen die Lamellen ebenfalls fixiert werden können.
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Das erfindungsgemäße Kühlergitter bietet, zumindest in seinen alternativen Ausgestaltungen, eine Reihe von Vorteilen. So ist es möglich, die Kühlerverkleidung als Innenteil im Stoßfänger anzuformen bzw. anzuspritzen und diese dennoch mit lackierten Flächen auszugestalten. Weiterhin können Girlandeneffekte, ein Durchbiegen der Lamellen, vermieden werden.
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Als weiterhin vorteilhaft hat sich herausgestellt, dass Bindenähte links und rechts in Fahrtrichtung (Y0) vermieden werden können. Außerdem können Lamellen über die gesamte Oberfläche als Class-A-Zone dargestellt werden.
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Insbesondere vorteilhaft ist, dass neue Verfahren, wie bspw. Folienhinterspritzen, Folienhinterschäumen und dreidimensionaler Farbsublimationsdruck, zur Herstellung der Lamellen des Kühlergitters verwendet werden können, wodurch die Gestaltungsmöglichkeiten erheblich erweitert sind. Zudem können die Lamellen sehr viel stärker gespritzt werden und der Einsatz von Vertikalstegen kann vermindert oder gar ganz vermieden werden.
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Bei der Produktion hat sich als vorteilhaft herausgestellt, dass Lackierskids bzw. Lackiergestelle mit einer größeren Anzahl von Teilen ausgestattet werden können, was die Herstellung vereinfacht und kostengünstiger gestaltet. Weiterhin können der Stoßfänger und das Kühlergitter gemeinsam gespritzt und Lackieranlagen besser ausgenutzt werden. Außerdem ergeben sich bei der Lagerhaltung, insbesondere bei der Nummernvergabe, und der Verpackung Einsparungen.
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Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass der erfindungsgemäß ermöglichte Einsatz neuer Techniken vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten eröffnet.
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Das erfindungsgemäß aufgebaute Kühlergitter ist mehrteilig aufgebaut, wobei die Lamellen nicht an ein farbgebendes Teil angeformt oder angespritzt werden. Somit sind vielfältige Möglichkeiten der Gestaltung der Lamellen als diskrete Bauteile gegeben.
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Die Lamellen können durch Verkleben, Verschrauben, Verclipsen, Verschweißen oder durch andere geeignete Verbindungstechniken mit dem Träger verbunden werden. Zu beachten ist auch, dass bei der Herstellung des Trägers die Entformung dessen frei gewählt werden kann.
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Weitere Vorteile und Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus der Beschreibung und der beiliegenden Zeichnung.
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Es versteht sich, dass die voranstehend genannten und die nachstehend noch zu erläuternden Merkmale nicht nur in der jeweils angegebenen Kombination, sondern auch in anderen Kombinationen oder in Alleinstellung verwendbar sind, ohne den Rahmen der vorliegenden Erfindung zu verlassen.
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Kurze Beschreibung der Erfindung
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Die Erfindung ist anhand eines Ausführungsbeispiels in der Zeichnung schematisch dargestellt und wird im folgenden unter Bezugnahme auf die Zeichnung ausführlich beschrieben.
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1 zeigt eine Ausführungsform des erfindungsgemäßen Kühlergitters.
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2 zeigt eine Schnittansicht entlang der Linie A-A in 1.
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3 zeigt eine Variante der in 2 gezeigten Befestigungsart.
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4 zeigt in einer Seitenansicht eine mögliche Fixierung einer Ausführungsform der erfindungsgemäßen Lamelle.
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5 zeigt in einer Draufsicht eine Ausführungsform der erfindungsgemäßen Lamelle.
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6 zeigt in einer weiteren Draufsicht eine Ausführungsform der erfindungsgemäßen Lamelle.
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7 zeigt in einer schematischen Seitenansicht eine mögliche Befestigungsart einer Ausführungsform der erfindungsgemäßen Lamelle.
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8 zeigt in einer schematischen Seitenansicht eine weitere mögliche Befestigungsart einer Ausführungsform der erfindungsgemäßen Lamelle.
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9 zeigt in einer schematischen Seitenansicht noch eine weitere mögliche Befestigungsart einer Ausführungsform der erfindungsgemäßen Lamelle.
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10 zeigt eine weitere mögliche Ausführungsform des erfindungsgemäßen Kühlergitters.
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11 zeigt einen Schnitt entlang der Linie B-B in 10.
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12 zeigt eine weitere mögliche Ausführungsform des erfindungsgemäßen Kühlergitters.
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13 zeigt einen Schnitt entlang der Linie A-A in 10.
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Detaillierte Beschreibung
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In 1 ist in einer Gesamtansicht ein erfindungsgemäßes Kühlergitter für ein Kraftfahrzeug dargestellt, das insgesamt mit der Bezugsziffer 10 bezeichnet ist. Dieses Kühlergitter 10 wird im Frontbereich eines nicht dargestellten Fahrzeugs angebracht und prägt das optische Erscheinungsbild dieses Fahrzeugs.
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Das dargestellte Kühlergitter 10 weist einen Rahmen 12 auf, der zentral einen sich nach unten verjüngenden, vertikal verlaufenden Mittelsteg 14 umfasst. Dieser Mittelsteg 14 dient der Stabilität des Gesamtaufbaus muss aber grundsätzlich nicht vorgesehen sein. Zur Stabilisierung kann auch der Stoßfänger dienen.
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Links neben dem Mittelsteg 14 ist in bzw. auf dem Rahmen 12 eine Lamelle 16 ein- bzw. aufgesteckt. Diese Lamelle 16 hat eine besonders gestaltete Oberfläche (Narbung), wie dies im Feld 18 verdeutlicht wird. Rechts neben dem Mittelsteg 14 sind eine vordere Schiene 20 und eine hintere Schiene 22 vorgesehen, die zur Aufnahme bzw. zum Fixieren einer weiteren Lamelle 24 ausgelegt sind. Hierzu wird die weitere Lamelle 24 in Richtung eines Pfeils 26 bewegt.
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In einer möglichen Ausführung wird die Lamelle 24 dabei hinter den Mittelsteg 14 bzw. eine Emblemschale in eine Art Formloch gesteckt und arretiert und auf den Träger 12 durch eine einschwenkende Bewegung gesteckt bzw. geclipst. Sind, wie in 1 dargestellt ist, keine Vertikalstege vorgesehen, erfolgt die Arretierung lediglich seitlich.
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In 2 ist ein Schnitt entlang der Linie A-A in 1 wiedergegeben. Zur Verdeutlichung der Befestigung der Lamelle 16, die eine Versteifungsrippe 30 trägt, ist dieser Vorgang mit Pfeilen verdeutlicht. In einem ersten Schritt (Pfeil 32) wird die Lamelle 16 zunächst in einem vorderen Bereich an der vorderen Schiene 20 befestigt und anschließend in einer Schwenkbewegung (Pfeil 36) im hinteren Bereich an der hinteren Schiene 22 fixiert.
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In 3 ist eine Variante der in 2 gezeigten Befestigungsart wiedergegeben, bei der zusätzlich ein Zierstab 34 und eine Rippe 38 vorgesehen sind. Auch hierbei erfolgt die Befestigung zunächst mit einer Bewegung entsprechend dem Pfeil 32 und anschließend einer Schwenkbewegung (Pfeil 36).
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4 zeigt eine weitere Möglichkeit der Fixierung einer Lamelle 40, die im vorderen Bereich durch einen Riegel 42 und ein Gegenstück 44, die zueinander beweglich sind, fixiert und im hinteren Bereich durch einen Anschlag 46 arretiert ist. Auch in dieser Darstellung ist eine Verstärkungsrippe 48 der Lamelle 40 zu erkennen.
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5 zeigt in einer Draufsicht eine weitere mögliche Ausführung der erfindungsgemäßen Lamelle, die mit der Bezugsziffer 50 versehen ist. Ein Pfeil 52 verdeutlicht die Fahrtrichtung. Die Darstellung zeigt die Lamelle 52, die zwischen einem Mittelsteg 54 oder einer Emblemschale bzw. einem Emblemträger und einem Träger 56 gehalten ist. Zur Montage der Lamelle 50 muss diese in Richtung eines Pfeils 58, der die Montagerichtung anzeigt, bewegt werden. Dabei wird diese bis zu einem Anschlag 59 des Trägers 56, der durch dessen Profil gebildet ist, bewegt.
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Vergleichbar der Darstellung in 5 ist in 6 eine weitere Lamelle 60 dargestellt. Ein Pfeil 62 verdeutlicht die Fahrtrichtung und ein Pfeil 63 die Montagerichtung. Die Lamelle 60 ist wiederum zwischen einem Mittelsteg 64 oder einer Emblemschale und einem Träger 66 gehalten, wobei der Träger 66 die Lamelle 60 im hinteren Bereich umgreift.
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In 7 ist eine weitere Lamelle 70 dargestellt, die zwischen zwei Vertikalstegen 72 eines Trägers auf einer Verstärkungsrippe 74 eingesetzt ist. Als zusätzliche Sicherung dient eine Zierleiste 76.
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In 8 ist eine weitere Lamelle 80 dargestellt, die zwischen zwei Vertikalstegen 82 eingesetzt ist.
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Entsprechend ist in 9 eine Lamelle 90 wiedergegeben, die zwischen zwei Vertikalstegen 92 eingesetzt und zusätzlich durch eine Zierleiste 94 gesichert ist.
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In 10 ist in einer nicht erfindungsgemäßen Ausführungsform ein Kühlergitter, insgesamt mit der Bezugsziffer 100 bezeichnet, dargestellt. Die Darstellung zeigt einen Träger 102, einen Mittelsteg 104 und eine erste, bereits montierte Lamelle 106. Das Feld 108 verdeutlicht die Oberfläche der Lamelle 106.
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Weiterhin sind eine vordere Schiene 110 und eine hintere Schiene 112 gezeigt.
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Zur Montage einer weiteren Lamelle 114 wird diese zunächst von vorne eingesteckt (Pfeil 116) und anschließend eingeschwenkt (Pfeil 118).
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Ein Schnitt entlang der Linie B-B ist in 11 wiedergegeben. Zu erkennen ist der Mittelsteg 104, an dem die Lamelle 114 mit einem Stift 120 fixiert ist.
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Zur Verdeutlichung einer weiteren Befestigungsweise ist in 12 ein weiteres Kühlergitter 130 dargestellt. Wiederum sind ein Träger 132, ein Mittelsteg 134, eine bereits montierte Lamelle 136, ein Feld 138 zur Darstellung der Oberfläche der Lamelle 136, eine vordere Schiene 140, eine hintere Schiene 142 und eine zu montierende Lamelle 144 wiedergegeben.
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Bei dieser Ausführungsform wird die Lamelle 144 in Richtung eines Pfeils 146 von vorne eingesetzt.
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Ein Schnitt entlang der Linie A-A aus 12 ist in 13 gezeigt. Hierbei ist zu erkennen, wie die Lamelle 136 auf einer Versteifungsrippe 150 abgelegt ist.