DE102007017414A1 - Verfahren zur Herstellung eines Verbundbauteils - Google Patents
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Abstract
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines Verbundbauteils, wobei ein Hohlprofil (5) mittels fluidischen Innenhochdrucks in eine Endform aufgeweitet wird und wobei das Hohlprofil (5) unter Bildung eines Spritzgusselementes (12) mit Spritzgießmaterial umspritzt wird. Um in einfacher Weise eine/n reproduzierbare/n hochgenaue/n Kontur und Querschnitt am Verbundbauteil bei gleichzeitiger Verringerung der Taktzeit im Herstellungsprozess zu ermöglichen, wird vorgeschlagen, dass das Hohlprofil (5) während seiner Aufweitung, bei der am Hohlprofil (5) ein Ausbauchbereich (10) ausgeformt wird, im Ausbauchbereich (10) umspritzt wird.
Description
- Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines Verbundbauteils gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruches 1.
- Ein gattungsgemäßes Verfahren ist aus der
DE 100 14 332 C2 bekannt. Beim dort beschriebenen Verfahren wird ein vorgeformtes oder ungeformtes Hohlprofil in einen Formhohlraum eines Innenhochdruckumformwerkzeuges, im folgenden IHU-Werkzeug genannt, eingelegt und mit einem Druckfluid befüllt und unter Druck gesetzt. Beim Schließen des IHU-Werkzeugs wird das Hohlprofil an zumindest einer Stelle vom Werkzeug zusammengepresst, was das Hohlprofil veranlasst, sich an anderer Stelle aufzuweiten. Hierbei erhält das Hohlprofil bei Anlage an der Gravur des IHU-werkzeugs die gewünschte Form und Kontur. Anschließend wird über einen in das IHU-Werkzeug integrierten Einsatz eines Spritzgießwerkzeuges in eine nun offene, jedoch während des Umformprozesses geschlossene Kavität Spritzgießmaterial eingespritzt, welches das umgeformte Hohlprofil umschließt. Beim Erstarren des Materials bildet sich das Spritzgießelement aus, welches beim Erstarren einem Schrumpfprozess unterliegt und sich somit an das Hohlprofil anpresst. Das Verbundbauteil ist damit hergestellt. Das Verfahren findet zwar im selben Werkzeug statt, erfordert jedoch eine relativ lange Taktzeit. Des Weiteren ist die Kontur bzw. der Querschnitt des Verbundbauteils durch den ungleich ablaufenden Schrumpfprozess Fertigungstoleranzen unterworfen. - Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein gattungsgemäßes Verfahren dahingehend weiterzubilden, dass in einfacher Weise eine reproduzierbare hochgenaue Kontur und Querschnitt am Verbundbauteil bei gleichzeitiger Verringerung der Taktzeit im Herstellungsprozess ermöglicht wird.
- Die Aufgabe ist erfindungsgemäß durch die Merkmale des Patentanspruches 1 gelöst.
- Dank der Erfindung laufen der Umformprozess mittels IHU und der Spritzgießprozess nicht wie aus dem Stand der Technik bekannt nacheinander sondern gleichzeitig oder mit einer Überlappungszeit ab. Dadurch wird die benötigte Zeit zur Herstellung des Verbundbauteils enorm verringert, was das Verfahren besonders wirtschaftlich macht. Weiterhin wird auf Schieber oder bewegbare Kerne verzichtet, die – wie üblich – die Spritzgießkavität während der Umformung abdecken, so dass auch hier apparativer zeitlicher Aufwand für die Herstellung des Verbundbauteils eingespart wird. Des Weiteren wird durch das sich aufweitende Hohlprofil das eingespritzte im schmelzförmigen oder teigigen Zustand befindliche Spritzgießmaterial an die Werkzeuggravur gedrückt, wodurch dieses hochexakt die Kontur der Gravur nachbildet. Das Anpressen läuft insbesondere in der Erstarrungsphase des Spritzgießmaterials dem Schrumpfprozess entgegen, so dass die Kontur wie auch der Querschnitt des Spritzgießelements in ihrer hochexakten Ausprägung verbleiben. Hierdurch wird eine exakte Reproduzierbarkeit des entstandenen Verbundbauteils bei jedem Herstellungsvorgang gewährleistet. Ein externes Nachdrücken des Spritzgießmaterials kann in verfahrensökonomischer Weise entfallen, da der Druck von dem sich aufweitenden Hohlprofil über das hochgespannte Druckfluid geliefert wird. Durch den Andruck wird das Spritzgießmaterial besonders kompakt und homogen, so dass dessen mechanische Eigenschaften vergleichmäßigt werden, was auf die Verlässlichkeit des Spritzgießelements und damit des Verbundbauteils im Betrieb positiven Einfluss hat. Es ist auf jeden Fall beim erfindungsgemäßen Herstellungsprozess darauf zu achten, dass der Umformdruck, das heißt der Aufweitfortschritt auf die vorbestimmte Einspritzmenge und damit auf die Füllgeschwindigkeit der Kavität durch das Spritzgießmaterial abgestimmt ist, so dass sich das Spritzgießelement in der gewünschten Weise ausbilden kann. Das Verfahren wirkt sich zudem bei dünnwandigen Hohlprofilwerkstoffen und/oder Hohlprofilwerkstoffen geringer Duktilität bzw. geringer Bruchdehnung vorteilhaft aus, da die Schmelzwärme des Spritzgießmaterials die Umformbarkeit des Hohlprofilwerkstoffes begünstigt. Hierdurch sind in speziellen Fällen auch höhere Umformgrade beim Aufweiten des Hohlprofils erzielbar. Weiterhin wird vorteilhafter Weise verhindert, dass der Spritzgießdruck das Hohlprofil unliebsam einformt und damit des Kontur verändert, da der Umformdruck gleichermaßen einen inneren Stützdruck für das Hohlprofil gegen den Spritzgießdruck bildet. Des Weiteren bietet die Erfindung den Vorteil, dass in einer einzigen Gravur zwei formende Verfahrensarten auf das Hohlprofil angewendet werden ohne dieses zur Ausführung des einen oder anderen Verfahrens umzulegen. Dies erspart ebenfalls Herstellungszeit und verhindert sonst auftretende Fertigungstoleranzen.
- In einer bevorzugten Weiterbildung der Erfindung nach Anspruch 2 wird das Hohlprofil erst nach seiner Anlage an dem Gravurabschnitt, der an den Ausbauchbereich angrenzt, umspritzt. Hierdurch wird erreicht, dass das Spritzgießmaterial nicht zwischen das Hohlprofil und die Gravur in den Angrenzungsbereich gelangt, wodurch anderenfalls ein Teil der für die Ausbildung des Spritzgießelementes vorgesehenen Menge an Spritzgießmaterial gegebenenfalls unerwünscht verloren geht und daher das Spritzgießelement sich nicht richtig ausbilden kann. Weiterhin würde das Hohlprofil im Angrenzungsbereich nicht konturgerecht umgeformt werden, da das zwischen der Gravur und dem Hohlprofil liegende Spritzgießmaterial dies nicht zulässt. Der bei der zeitversetzten Umspritzung entstehende Zeitverlust in der gesamten Herstellung des Verbundbauteils ist jedoch unerheblich, da sich das Hohlprofil im Angrenzungsbereich aufgrund der geringen Distanz sehr schnell an die Gravur anlegt.
- Nachfolgend ist die Erfindung anhand eines in den Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispiels näher erläutert.
- Dabei zeigen:
-
1 in einem seitlichen Längsschnitt abschnittsweise ein in ein IHU-Werkzeug eingelegtes Hohlprofil vor der Umformung, -
2 in einem seitlichen Längsschnitt das Hohlprofil aus1 in der Anfangsphase der Umformung und gleichzeitigen Umspritzung, -
3 in einem seitlichen Längsschnitt das Hohlprofil aus1 nach Umformung und Umspritzung. - In
1 ist ein IHU-Werkzeug1 mit einem integrierten Spritzgießeinsatz2 dargestellt, wobei das IHU-Werkzeug1 und der Spritzgießeinsatz2 eine gemeinsame Gravur3 aufweisen, die einen Formraum4 begrenzen. In diesen Formraum4 ist ein Hohlprofil5 eingelegt, das vorverformt, beispielsweise vorgebogen, oder auch unverformt sein kann. Die Gravur3 weist an der Stelle des Spritzgießeinsatzes2 eine Kavität6 auf, in die Spritzgießkanäle7 des Einsatzes2 einmünden. Die Spritzgießkanäle7 können in gravurabgewandter Richtung in einen einzigen Speisungskanal münden, so dass sich der Einsatz2 nicht nur baulich vereinfacht sondern auch ein einheitlicher Spritzgießdruck in einfacher Weise aufgebaut werden kann. Weiterhin ist es denkbar, dass die Gravur mehrere Kavitäten aufweist, die vom gleichen Speisungskanal über mehrere Zweigkanäle beschickt werden können. - Zur Herstellung des Verbundbauteils wird das Hohlprofil
5 in die Gravur3 des IHU-Werkzeugs1 eingelegt, wonach dieses geschlossen wird. Das Hohlprofil5 wird nun endseitig mittels zweier Axialstempel hochdruckdicht abgedichtet und über einen mit einer Fluidhochdruckanlage verbundenen in zumindest einem der Axialstempel verlaufenden Durchgangskanal mit einem Druckfluid befüllt. Das Hohlprofil5 ist in diesem Zustand von der Gravur3 außerhalb der Kavität6 durch einen Spalt8 beabstandet. Das Druckfluid wird nun gespannt, wodurch sich das Hohlprofil5 aufweitet. - Gemäß
2 legt sich während einer ersten Aufweitphase das Hohlprofil5 an der Gravur3 außerhalb der Kavität6 unter Überbrückung des Spaltes8 an und baucht sich in die Kavität6 hinein. Der sich an diese Kavität6 anschließende Abschnitt9 der Gravur3 , der den oben erwähnten Angrenzungsbereich bildet, ist durch die anpressende Anlage der Hohlprofils5 abgedichtet. Währenddessen sich das Hohlprofil5 in die Kavität6 hinein ausbaucht, wird über die Spritzgießkanäle7 Spritzgießmaterial in die Kavität6 eingespritzt, welches sich um das Hohlprofil5 herum in dessen Ausbauchbereich10 , an den der Gravurabschnitt9 grenzt, verteilt. - In der zweiten sich an die erste Aufweitphase kontinuierlich anschließende Aufweitphase wird das Hohlprofil
5 gemäß3 in seine Endform gebracht. Das Spritzgießmaterial füllt den zwischen dem fertig aufgeweiteten Hohlprofil5 und der Kavität6 verbliebenen Zwischenraum11 gänzlich aus und formt sich an der Kontur der Kavität6 unter Anpressen mittels des unter weiterhin fluidischem Innenhochdruck stehenden Hohlprofils5 ab. Das Spritzgießmaterial erkaltet und erstarrt in der Folge, stetig in Anlage an der Kavitätskontur und bildet ein Spritzgießelement12 aus. Hierbei wird das Schrumpfen des Kunststoffmaterials kompensiert. Das damit entstandene Verbundbauteil, das aus dem umgeformten und umspritzten Hohlprofil5 und dem Spritzgießelement12 besteht, kann dann nach Entspannen des Druckes im Hohlprofil5 und dem Herausleiten des Druckfluids aus diesem heraus sowie nach Öffnen des IHU-Werkzeugs1 entnommen werden. - ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
- Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde automatisiert erzeugt und ist ausschließlich zur besseren Information des Lesers aufgenommen. Die Liste ist nicht Bestandteil der deutschen Patent- bzw. Gebrauchsmusteranmeldung. Das DPMA übernimmt keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.
- Zitierte Patentliteratur
-
- - DE 10014332 C2 [0002]
Claims (2)
- Verfahren zur Herstellung eines Verbundbauteils, wobei ein Hohlprofil mittels fluidischen Innenhochdrucks in eine Endform aufgeweitet wird und wobei das Hohlprofil unter Bildung eines Spritzgusselementes mit Spritzgießmaterial umspritzt wird, dadurch gekennzeichnet, dass das Hohlprofil (
5 ) während seiner Aufweitung, bei der am Hohlprofil (5 ) ein Ausbauchbereich (10 ) ausgeformt wird, im Ausbauchbereich (10 ) umspritzt wird. - Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Hohlprofil (
5 ) erst nach seiner Anlage an dem Gravurabschnitt (9 ), der an den Ausbauchbereich (10 ) angrenzt, umspritzt wird.
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