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DE102007016819A1 - Toilettensystem mit integrierter Vorrichtung zur Abgabe von Sanitärzusätzen - Google Patents

Toilettensystem mit integrierter Vorrichtung zur Abgabe von Sanitärzusätzen Download PDF

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DE102007016819A1
DE102007016819A1 DE200710016819 DE102007016819A DE102007016819A1 DE 102007016819 A1 DE102007016819 A1 DE 102007016819A1 DE 200710016819 DE200710016819 DE 200710016819 DE 102007016819 A DE102007016819 A DE 102007016819A DE 102007016819 A1 DE102007016819 A1 DE 102007016819A1
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DE
Germany
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sanitary
additive
flushing water
flushing
toilet system
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Withdrawn
Application number
DE200710016819
Other languages
English (en)
Inventor
Frank Wunderlich
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Dometic GmbH
Original Assignee
Dometic GmbH
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Dometic GmbH filed Critical Dometic GmbH
Priority to DE200710016819 priority Critical patent/DE102007016819A1/de
Publication of DE102007016819A1 publication Critical patent/DE102007016819A1/de
Withdrawn legal-status Critical Current

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    • EFIXED CONSTRUCTIONS
    • E03WATER SUPPLY; SEWERAGE
    • E03DWATER-CLOSETS OR URINALS WITH FLUSHING DEVICES; FLUSHING VALVES THEREFOR
    • E03D9/00Sanitary or other accessories for lavatories ; Devices for cleaning or disinfecting the toilet room or the toilet bowl; Devices for eliminating smells
    • E03D9/02Devices adding a disinfecting, deodorising, or cleaning agent to the water while flushing
    • E03D9/03Devices adding a disinfecting, deodorising, or cleaning agent to the water while flushing consisting of a separate container with an outlet through which the agent is introduced into the flushing water, e.g. by suction ; Devices for agents in direct contact with flushing water
    • E03D9/031Devices connected to or dispensing into the flushing pipe
    • BPERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
    • B60VEHICLES IN GENERAL
    • B60RVEHICLES, VEHICLE FITTINGS, OR VEHICLE PARTS, NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • B60R15/00Arrangements or adaptations of sanitation devices
    • B60R15/04Toilet facilities
    • EFIXED CONSTRUCTIONS
    • E03WATER SUPPLY; SEWERAGE
    • E03DWATER-CLOSETS OR URINALS WITH FLUSHING DEVICES; FLUSHING VALVES THEREFOR
    • E03D11/00Other component parts of water-closets, e.g. noise-reducing means in the flushing system, flushing pipes mounted in the bowl, seals for the bowl outlet, devices preventing overflow of the bowl contents; devices forming a water seal in the bowl after flushing, devices eliminating obstructions in the bowl outlet or preventing backflow of water and excrements from the waterpipe
    • E03D11/12Swivel-mounted bowls, e.g. for use in restricted spaces slidably or movably mounted bowls; combinations with flushing and disinfecting devices actuated by the swiveling or sliding movement of the bowl

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Abstract

Die Erfindung betrifft ein Mobiltoilettensystem, das vorzugsweise für den Einbau in einem Freizeitfahrzeug vorgesehen ist. Dabei ist das Mobiltoilettensystem so ausgebildet, dass es eine Spülwasserleitung aufweist, in der zwischen einem Rückflussverhinderer 12 und dem in das Toilettenbecken 3 mündenden Ende 9 der Spülwasserleitung eine Einrichtung 15 bzw. 17 zur Abgabe eines Sanitärzusatzes zum Spülwasser vorgesehen ist.

Description

  • Die Erfindung betrifft ein Mobiltoilettensystem nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
  • Gerade bei denjenigen Mobiltoilettensystemen, die in Fahrzeugen autark von der Kanalisation und vom öffentlichen Wasserversorgungsnetz betrieben werden, besteht aus unterschiedlichen Gründen das dringende Bedürfnis, dem System einen oder mehrere chemische Sanitärzusätze zuzugeben. Diese Sanitärzusätze dienen verschiedenen Zwecken. Bestimmte, dem Spülwasser zuzugebende Sanitärzusätze verhindern die Ablagerung von Kalk und/oder Urinstein, bzw. beeinflussen oder versiegeln die benetzte Oberfläche des Toilettenbeckens und erleichtern so das rückstandsfreie Ausspülen mit den zur Verfügung stehenden kleinen Spülwassermengen. Zusätzlich beduften bzw. desinfizieren sie das Toilettenbecken meist auch. Manche Sanitärzusätze dienen außerdem dazu, den Schieber bzw. die Schieberdichtung zu schmieren, mit der der Abwassertank gegenüber dem Toilettenbecken abgedichtet wird. Dies ist notwendig, da der besagte Schieber im Laufe des Lebens eines Mobiltoilettensystems unzählige Male betätigt wird, nämlich bei jedem Spülvorgang. Andere Sanitärzusätze, die entweder schon dem Spülwasser zugegeben werden können oder erst dem schon vom Abwassertank gehaltenen Abwasser beigemischt werden, verhindern Fäulnis und Gasbildung im Abwassertank.
  • Bekannt sind sog. „WC-Körbchen". Bei diesen Lösungen werden korbartige Kunststoffbehälter, die einen WC-Stein unterhalb der Stelle, in der das Spülwasser in das Toilettenbecken eingespült wird, im Spülwasserstrom positioniert gehalten. Bei jedem Spülen löst sich eine mehr oder minder definierte Menge des Wirkstoffs von dem WC-Stein, verteilt sich grob in der Toilettenschüssel und bewirkt mehr oder minder den gewünschten Effekt.
  • Höhere Anforderungen an die einigermaßen gleichmäßige Verteilung des Wirkstoffs darf man allerdings nicht erwarten. Denn der Spülwasserschwall benetzt das Toilettenbecken nicht gleichmäßig. Insbesondere warten Mobiltoiletten für Fahrzeuge mit einer nur sehr ungleichmäßigen Benetzung auf, da bei ihnen die Spülwassermenge stark reduziert ist, um dem begrenzten Spülwasservorrat Rechnung zu tragen.
  • Im Übrigen werden diese Lösungen oft auch deswegen als unästhetisch empfunden und frühzeitig „entsorgt", weil sich der Sanitärstein gegen Ende seines Lebenszyklus frühzeitig zersetzt, und dann als unschönes Rinnsal das unbenutzte Toilettenbecken hinab „kriecht". Schließlich kann in solchen „WC-Körbchen" nur eine begrenzte Menge an Sanitärzusatz bevorratet gehalten werden. Daher ist es meist nicht möglich auch solche Sanitärzusätze auf diese Art und Weise zu applizieren, die der Fäulnis- und Gasbildung im Abwassertank entgegenwirken sollen, da hierzu meist relativ große Mengen an Sanitärzusatz erforderlich sind.
  • Auf Grund dessen ist bei Mobiltoilettensystemen, die nicht aus einem zentralen Brauchwassertank, sondern aus einem eigenen Spülwassertank versorgt werden, dazu übergegangen worden, von vorne herein flüssige Sanitärzusätze zu verwenden und diese bereits dem im Spülwassertank bevorratet gehaltenen Spülwasser zuzumischen. Diese Lösung hat jedoch ebenfalls signifikante Nachteile. Um die bestimmungsgemäße Wirkstoffkonzentration zu erreichen, muss der gesamte im Spülwassertank befindliche Wasservorrat vorab mit dem Sanitärzusatz versehen werden. Dies, obwohl bis zum Urlaubsende vielleicht nur ein Bruchteil des Wasservorrats gebraucht wird, z. B. weil der Urlaub nur (noch) kurz dauert oder entgegen den ursprünglichen Erwartungen doch überwiegend die Sanitäranlagen des Campingplatzes benutzt wurden. Anderseits ist der Versuch, den Spülwassertank nur teilweise aufzufüllen und dann entsprechend weniger Sanitärzusatz zuzudosieren mit einer über das normale Maß hinausgehenden Ungenauigkeit verbunden, was die richtige Dosierung angeht. Denn es lässt sich bei den im Regelfall fahrzeugfest eingebauten Tanks zumeist allenfalls grob abschätzen, ob der Spülwassertank nun zu 1/3 oder doch annähernd zu ½ gefüllt ist. Überdies ist diese Lösung ohnehin nur dort gangbar, wo ein separater Spülwassertank verwendet wird. Sie kommt daher für die überwiegende Zahl der Fälle nicht in Betracht.
  • Sofern fäulnishemmende Sanitärzusätze zum Einsatz kommen, die ihre Wirkung ja erst im Abwassertank entfalten müssen, werden diese häufig nicht spülwasserseitig zudosiert, sondern direkt in den Abwassertank gegeben. Der Abwassertank ist zu diesem Zweck i. d. R. mit einer entsprechend großen Einfüllöffnung versehen oder einem entsprechend gestalteten Entleerungsstutzen. Auch in diesem Fall treten jedoch Schwierigkeiten bei der Dosierung auf. Denn der Füllungsgrad des Abwassertanks lässt sich ebenfalls kaum zuverlässig abschätzen. Außerdem ist es ratsam, dem Abwassertank a priori soviel von dem fäulnishemmenden Sanitärzusatz zuzudosieren, dass auch bei weitgehend gerilltem Abwassertank (d. h. bei entsprechender Verdünnung des Sanitärzusatzes) Fäulnis und Gasentwicklung noch sicher unterdrückt werden – auch wenn die Kapazität des Abwassertanks bis zum Urlaubsende längst nicht (mehr) voll ausgenutzt wird und damit letztendlich dann doch eine deutliche Überdosierung zu verzeichnen ist.
  • Ganz generell gilt, dass das Abmessen-Müssen und offene Hantieren mit den flüssigen, chemisch nicht so ganz unbedenklichen und oft trotz ihrer Parfümierung auch nur bedingt wohlriechenden Sanitärzusätzen i. d. R. als unangenehm empfunden wird. Bei den alternativ zum Einsatz kommenden Sanitärzusätzen in Form von „Tabs", die als Festkörper in den Abwassertank hineingeworfen werden, besteht hingegen das Problem, dass nicht immer gewährleistet ist, dass sich hinreichend schnell eine gleichmäßige Wirkstoffverteilung in dem mehr oder minder schlammartigen Gemenge einstellt, das den Abwassertank füllt. Dies gilt insbesondere in den Fällen, in denen der Abwassertank des Freizeitfahrzeugs erst dann in Betrieb genommen und mit derartigen „Tabs" bestückt wird, wenn der Caravan oder das Wohnmobil bereits am Urlaubsort aufgebaut ist, um für die Zeit des Urlaubs stationär benutzt zu werden.
  • Es ist Aufgabe der Erfindung, die geschilderten Nachteile des Standes der Technik zumindest weitgehend zu überwinden.
  • Diese Aufgabe wird mit den Merkmalen des kennzeichnenden Teils des Anspruchs 1 gelöst. Erfindungsgemäß ist zwischen dem Rückflussverhinderer und dem in das Toilettenbecken mündenden Ende der Spülwasserleitung mindestens eine Einrichtung zur Zugabe eines Sanitärzusatzes vorgesehen, wobei diese Einrichtung vorzugsweise selbsttätig arbeitet. Letzteres in dem Sinne, dass sie einmal befüllt bzw. geladen wird und dann über eine ganze Anzahl von Spülvorgängen hinweg bei jedem Spülvorgang selbsttätig eine gewisse Menge an Sanitärzusatz an das Spülwasser abgibt.
  • Die Erfindung bringt wesentliche Vorteile mit sich.
  • Dadurch, dass die Einrichtung zur Abgabe des Sanitärzusatzes zwischen dem Rückflussverhinderer und dem in das Toilettenbecken mündenden Ende der Spülwasserleitung in dieser untergebracht ist, entfällt die Notwendigkeit, entsprechende Einrichtungen, wie etwa WC-Körbchen oder dergl. im Toilettenbecken unterbringen zu müssen. Das ist deutlich hygienischer als bislang. Denn die bislang bei den zwangsläufig recht kleinen Becken der Mobiltoiletten stets gegebene Gefahr, dass das WC-Körbchen o. ä. im Laufe der Zeit unmittelbar mit Fäkalien oder Urin in Kontakt kommt (und sei es auch nur, weil die Toilette im Stehen benutzt wird), entfällt. Gleichzeitig wird eine flexiblere Benutzung möglich, da der Benutzer eben nicht durch ein in die Schüssel ragendes WC-Körbchen oder dergl. dazu gezwungen wird, eine bestimmte Position auf der Toilette einzunehmen. Das ist von Bedeutung, da die Benutzer von Mobiltoiletten nicht selten in verschiedenen Positionen auf der Toilette Platz nehmen (und nicht nur in der Position „Toilettendeckel genau im Rücken"). Dies z. B., weil in der Nasszelle momentan noch die Surfanzüge zum Trocknen hängen, die aus Bequemlichkeit nicht erst in den Wohnraum oder nach draußen „ausquartiert" werden sollen, nur um kurz die Toilette zu benutzen – ein Trend, der durch jüngst aufgekommene Toilettenkonzepte mit runden, in verschiedenen Sitzpositionen benutzbare Toilettenschüsseln auch noch begünstigt wird.
  • Gleichzeitig bleibt es dem Benutzer bei der erfindungsgemäßen Lösung erspart, offen mit flüssigem Sanitärzusatz hantieren zu müssen, um diesen in den Spül- oder Abwassertank zu applizieren. Stattdessen lassen sich unter Verwendung der Erfindung problemlos Dosier- bzw. Abgabevorrichtungen für den Sanitärzusatz realisieren, die bei jedem Spülen eine entsprechende Portion Sanitärzusatz an das Spülwasser abgeben. Da dies noch innerhalb der Spülwasserleitung, also vor dem Austritt des Spülwassers in das Toilettenbecken passiert, ist i. d. R. sichergestellt, dass sich der Sanitärzusatz und das Spülwasser gleichmäßig vermischen, bevor sie in die Toilettenschüssel austreten. Das erleichtert es dem Sanitärzusatz in der Toilettenschüssel effektiv zur Wirkung zu kommen, auch wenn mit nur kleinen Wassermengen gespült wird.
  • Schließlich lässt die Erfindung erstmals auch die Möglichkeit praktikabel werden, schon stromaufwärts des Toilettenbeckens nicht nur solche Sanitärzusätze zuzusetzen, die in der Toilettenschüssel wirken sollen, sondern auch solche, die Fäulnis und Gasbildung im Abwassertank verhindern. Denn dadurch, dass der Sanitärzusatz nicht mehr im engen Toilettenbecken bevorratet gehalten werden muss, sondern außerhalb davon, in dem relativ variablen Bereich hinter dem Vakuumbrecher, lassen sich ggf. wesentlich größere Mengen an Sanitärzusatz in Bereitschaft halten. Dadurch wird es möglich, jedem Spülwasserschwall tatsächlich eine so große Menge an Sanitärzusatz beizumischen, dass keine weiteren Zusätze in den Abwassertank gegeben werden müssen. Vielmehr kann idealerweise ein kombinatorisch wirkender Sanitärzusatz verwendet werden, der sowohl auf der Oberfläche des Toilettenbeckens als auch im Abwassertank jeweils die dort benötigte Wirkung entfaltet – nämlich der Tendenz der Schmutzanhaftung an der Beckenoberfläche und der Gasbildung/Fäulnis im Abwassertank entgegenwirkt.
  • Zu guter Letzt ist hervorzuheben, dass es die Erfindung in vielen Situationen ermöglicht, den Verbrauch an Sanitärzusatz deutlich zu senken. Man denke nur an solche Fahrzeuge, die überwiegend im Wochenendbetrieb genutzt werden. Hier ermöglicht es die Erfindung jeweils wirklich nur soviel Sanitärzusatz zu verbrauchen, wie für die oft nur 4 bis 8 Spülungen benötigt, die an dem betgreffenden Wochenende stattfinden.
  • Weitere Vorteile, Wirkungen und Ausgestaltungsmöglichkeiten der Erfindung sind den nachfolgend dargestellten Ausführungsbeispielen zu entnehmen.
  • Die 1 zeigt die typische Einbausituation der erfindungsgemäßen Mobiltoilettensysteme an Hand eines ersten Ausführungsbeispiels der Erfindung – vom Fahrzeuginneren her gesehen.
  • Die 2 zeigt die typische Einbausituation der erfindungsgemäßen Mobiltoilettensysteme an Hand eines ersten Ausführungsbeispiels der Erfindung – von der Fahrzeugaußenseite her gesehen.
  • Die 3 zeigt ein anderes Ausführungsbeispiel mit einem alternativ gestalteten Toilettenkörper, das aber identisch ausgestaltet ist, was die eigentliche Erfindung angeht.
  • Die 4 zeigt einen Ausschnitt des vergrößert dargestellten rückwärtigen Teils des von 3 gezeigten Toilettenkörpers.
  • Die 5 zeigt eine Schnittdarstellung des von 3 gezeigten rückwärtigen Teils des Toilettenkörpers, wobei der Schnitt entlang der Spülwasserleitung geführt ist (Vakuumbrecher und zugehörige Abdeckkappe hier auch dargestellt).
  • Die 6 zeigt eine zur Realisierung eines zweiten Ausführungsbeispiels vorgesehene Dosiereinrichtung, die nach dem Venturiprinzip arbeitet.
  • Die 1 zeigt, wie ein Mobiltoilettensystem 1 der erfindungsgemäßen Art ausgestaltet und in ein Freizeitfahrzeug eingebaut sein kann – unter den Begriff „Freizeitfahrzeuge fallen hier Wohnwagen, selbstfahrende Wohnmobile, aber auch Boote.
  • Im Regelfall besteht ein solches Mobiltoilettensystem 1 aus einem Toilettenkörper 2, in dem ein Toilettenbecken 3 ausgebildet ist und der auf einem Unterbau 4 ruht. Der Unterbau 4 bildet zusammen mit zumindest der Aussenwand AW ein Serviceabteil S. Dieses ist vom Fahrzeugäußeren her über eine Serviceklappe K zugänglich, vgl. 2. In dem Serviceab teil S ist der Abwassertank T untergebracht, in den der Inhalt des Toilettenbeckens 3 entleert wird, wenn der Ventilschieber V betätigt wird und so Verbindung zwischen dem Auslass des Toilettenbeckens 3 und dem Abwasssertank T hergestellt wird.
  • Die 3 zeigt eine andere Ausgestaltungsform für den Toilettenkörper 2 eines solchen Mobiltoilettensystems 1. Dieser Toilettenkörper erinnert mehr an eine typische Standtoilette, ist aber ebenfalls in der geschilderten Art und Weise mit einem Abwassertank kombiniert. Neben diesen „Stand-alone"-Lösungen sind auch sog. „Bank"-Lösungen bekannt, bei denen der Toilttenkörper 2 vollständig in eine breite Bank integriert ist, hier nicht zeichnerisch dargestellt. Alle diese Ausgestaltungsform funktionieren, was die Erfindung angeht, in der gleichen Art und Weise, wie nachfolgend an Hand des von 3, 4 und 5 gezeigten Beispiels näher beschrieben.
  • Insbesondere in 5 ist der obere Rand 5 des Toilettenkörpers und ein Stück des Toilettenbeckens 3 zu erkennen. In den oberen Rand des Toilettenkörpers 5 ist in hier nur schematisch gezeigter Weise ein rund um den Rand herumlaufender Spülwasserverteilerkanal 13 vorgesehen. Dieser ist an seiner Unterseite mit Löchern 9 versehen, über die das Spülwasser in das Toilettenbecken 3 austritt. Die 5 zeigt des Weiteren ein von links her kommendes Rohr 10, über das dem Toilettenkörper 5 von einem nicht gezeigten Spülwassertank her Spülwasser zugeführt wird, welches im Toilettenkörper 5 verteilt und dann in das Toilettenbecken 3 eingespült wird. Kurz bevor das Rohr in den Toilettenkörper 5 eintritt, ist es mit einem Vakuumbrecher 12 gekoppelt, dessen Funktion gleich noch näher erläutert wird. In der Bildmitte ist schließlich die Kammer 11 zu erkennen, über die dem Spülwasser der Sanitärzusatz zugeführt wird.
  • Das auf seiner anderen, hier nicht gezeigten Seite direkt oder über eine Pumpe in den Spülwassertank mündende Rohr 10 bildet zusammen mit der Kammer 11 und dem schließlich über seine Öffnungen 9 in das Toilettenbecken 3 mündenden Spülwasserverteilerkanal 13 das insgesamt Spülwasserleitung genannte Gebilde. Es versteht sich dabei von selbst, dass weder der Wassertank als solcher noch das Toilettenbecken als solches zur Spülwasserleitung zu rechnen sind. Die derart gebildete Spülwasserleitung ist in sich geschlossen – abgesehen von der Öffnung, durch die die Spülwasserleitung mit dem Sanitärzusatz beschickt wird, sowie eventuellen Belüftungs- oder Inspektionsöffnungen, durch die aber praktisch kein Spülwasser austreten kann (nicht gezeigt).
  • Der Vakuumbrecher 12 ist im einfachsten Fall als eine Art Rückschlagventil ausgebildet, das in dem Moment schließt, in dem im Inneren der Spülwasserleitung Überdruck ansteht. Auf diese Art und Weise wird verhindert, dass über den Vakuumbrecher Spülwasser nach außen austritt, wenn die Spülwasserleitung durch die Spülwasserpumpe mit Druck beaufschlagt wird. Andererseits ist das Rückschlagventil des Vakuumbrechers 12 so konzipiert, dass es öffnet und die Spülwasserleitung mit der Umgebung verbindet, sobald in der Spülwasserleitung in irgendeiner Form Unterdruck anliegt. Auf diese Art und Weise wird verhindert, dass nach einem Spülvorgang in der Spülwasserleitung stehendes Spülwasser wieder zurück in den Tank gesaugt wird, weil in dem Spülwassertank durch das starke Abpumpen von Spülwasser kurzfristig ein Unterdruck entstanden ist.
  • Ein solches Zurücksaugen wäre wegen des bereits zugemischten Sanitärzusatzes kritisch und überdies unhygienisch, da nicht auszuschließen ist, dass sich zumindest im Nahbereich der Austrittslöcher 9 mit der Zeit innerhalb des Spülwasserverteilerrings Bakterienkulturen oder anderweitige Rückstände bilden, die Spülwasser, das bereits bis in Bereich des Verteilerkanals 13 vorgedrungen ist, verunreinigen. Insbesondere dann, wenn das System nicht mit einem separaten Spülwasservorratstank arbeitet, sondern das Spülwasser aus einem allgemeinen Bauchwassertank ansaugt, der auch zur Versorgung der Wasserhähne und dergleichen genutzt wird, muss ein solches Zurücksaugen aus nahe liegenden Gründen verhindert werden. Dies sei lediglich gesagt, um die Aufgabe und Funktion des Vakuumbrechers 12 zu veranschaulichen.
  • Wie an Hand der 4 und 5 zu erkennen ist, ist die Kammer 11 in den rückwärtigen Teil des Toilettenkörpers 5 integriert. Sie schließt sich im vorliegenden Fall an den Spülwasserverteilerring 13 an. Dies tut sie in der Art, dass die Kammer 11 so weit stromaufwärts des Spülwasserverteilerkanals 13 liegt, dass sich das Spülwasser und der in der Kammer 11 zugegebene Spülwasserzusatz gut vermischen, bevor sie die Austrittslöcher 9 erreichen. In der Praxis ist das daran zu sehen, dass das durch die Löcher 9 in das Becken 3 austretende Spülwasser eine einheitliche Färbung aufweist und mit bloßem Auge keine „Strähnen" aus dem i. d. R. stark eingefärbten Sanitärzusatz mehr zu erkennen sind. Hierzu trägt insbesondere auch abrupte Umlenkung des Spülwasserstroms am Eingang des Spülwasserverteilerkanals 13 bei, die eine nachhaltige Verwirbelung verursacht und damit wirksam für Durchmischung sorgt.
  • Die Kammer 11 ist vom oberen, rückwärtigen, dem Benutzer zugewandten Teil des Toilettenkörpers 5 her über eine Öffnung 14 von außen zugänglich. In diese Öffnung ist beispielsweise ein passendes Körbchen 15 eingesetzt oder einsetzbar. Das Körbchen nimmt einen nach Art eines „Sanitärsteins" ausgebildeten Festkörper aus Sanitärzusatz auf. Das Körbchen kann werksseitig in die Öffnung 14 eingepresst oder eingeklebt sein, vorzugsweise so, dass über den Spalt zwischen dem Körbchen 15 und dem Toilettenkörper 5 keine Leckage austritt.
  • Das Körbchen kann stattdessen aber auch herausnehmbar sein, um einen einfachen Ausbau des Sanitärsteins zu ermöglichen – beispielsweise wenn das Freizeitfahrzeug über den Winter stillgelegt werden soll. Dann ist das Körbchen an seiner Oberseite mit einer Art Kragen ausgestattet. Dieser Kragen wird im Bereich des Randes der Zugangsöffnung 14 eingehängt, das heißt an deren Berandung. Idealerweise ist in diesem Fall zusätzlich zu der Kammer 11 ein weiterer, allerdings trockenliegender Hohlraum vorgesehen, in den der Sanitärstein mitsamt dem Körbchen 15 eingesetzt werden kann, nachdem es aus der Kammer 11 herausgenommen wurde (hier nicht gezeigt). Eine solche zusätzliche Kammer ist praktisch, um den Sanitärstein beispielsweise beim Überwintern so zu lagern, dass er sich keinesfalls immer weiter auflöst, sondern im kommenden Frühjahr erneut verwendet werden kann. Idealerweise ist die zusätzliche Kammer ebenfalls gleich in den Toilettenkörper 5 integriert und verfügt zu Reinigungszwecken über einen entsprechend großen Deckel.
  • Durch das soeben beschriebene Einhängen wird das Körbchen 15 in seiner Position in der Kammer 11 gehalten. Das Körbchen ist dabei vorzugsweise im Bereich seines Kragens gegenüber dem Toilettenkörper 5 abgedichtet. Auf das Körbchen ist wiederum ein Deckel 15b aufgerastet oder aufgeschraubt, der seinerseits die Öffnung des Körbchens abdichtet. Andere, einfachere (aber hier nicht gezeigte) Konstruktionen sehen vor, dass das Körbchen 15 vollständig in die Öffnung 14 eingeschoben und beispielsweise von einem ringförmigen Absatz gehalten wird, der in die die Öffnung begrenzende Wand eingearbeitet ist. Dann reicht es, nur einen Deckel vorzusehen, der abgedichtet ist, während das Körbchen 15 als solches dann keine Dichtung tragen muss. Idealerweise ist der Deckel dann so ausgeführt, dass er gleichzeitig auch das Körbchen in seiner Position festgeklemmt hält.
  • Wie leicht zu erkennen ist, ist das Körbchen 15 mit großzügigen Durchbrüchen versehen. Diese stellen sicher, dass der Sanitärstein 15a während der Spülvorgangs innig umspült wird. Hierzu trägt auch der Umstand bei, dass das Körbchen 15 bzw. der Sanitärzusatz unmittelbar hinter der Mündung des Spülwasser-Zuleitungsrohrs 10 angeordnet sind, also entsprechend turbulent umspült wird. Im Übrigen sind der Innendurchmesser des Körbchens 15 und der Außendurchmesser des Sanitärsteins 15a so aufeinander abgestimmt, dass der Sanitärstein nach unten nachrutschen kann, wenn sich sein unterstes Ende vollständig aufgelöst hat. So liegt der Sanitärstein immer voll im Spülwasserstrahl, egal, wie weit er bereits aufgebraucht ist.
  • Schließlich zeigt die 2, dass die Kammer 11 so gestaltet ist, dass in ihr auch nach der Beendigung jedes Spülvorgangs ein Sumpf 16 stehen bleibt, der einen Rest des Spülwassers zurückhält. Das Körbchen ist so gestaltet, dass es den Sanitärstein in diesen Spülwassersumpf eintaucht. Das bewirkt zweierlei. Zum einen wird nämlich auf diese Art und Weise sichergestellt, dass sich zwischen zwei Spülvorgängen, die ja üblicherweise nicht direkt unmittelbar nacheinander erfolgen, genug Zeit bleibt, damit sich wieder eine Portion des zunächst festen Sanitärsteins auflösen kann und bereit steht, um mit dem nächsten Spülwasserschwall eingespült zu werden. Zum anderen ist auf diese Art und Weise sichergestellt, dass der Sanitärzusatz nicht ungewollt eintrocknet und damit vorübergehend funktionsuntüchtig wird, etwa ausgerechnet dann, wenn im sommerlich heißen Fahrzeug die Toilette zunächst tagelang ungenutzt bleibt.
  • Ein entscheidender Gesichtspunkt ist dabei, dass das in dem Sumpf 16 zurückgehaltene Spülwasservolumen in Abhängigkeit von der Art des zu verwendenden Sanitärsteins so bemessen wird, dass das im Sumpf 16 befindliche Spülwasservolumen schon nach relativ kurzer Zeit gesättigt ist und den Sanitärstein dann nicht noch weiter aufzulösen vermag. Auf diese Art und Weise wird verhindert, dass sich der Sanitärstein vollständig in „Schlamm" auflöst, der mit einem einzigen Mal eingespült wird, wenn der Sanitärstein tagelang oder gar wochenlang in den Sumpf hineinragt, ohne dass die Spülung der Toilette betätigt wird.
  • Anzumerken ist noch, dass die Kammer 11 bei diesem Ausführungsbeispiel auch über den Vakuumbrecher 12 mit der Außenumgebung kommuniziert, solange nicht gespült wird. Auf diese Art und Weise wird die Raumluft der Nasszelle permanent beduftet, sofern der Sanitärzusatz entsprechende Parfümzusätze enthält.
  • Selbstverständlich ist das insbesondere von der 5 gezeigte Ausführungsbeispiel nicht zwingend auf die Verwendung eines Sanitärsteins, d. h. eines festen Sanitärzusatzes angewiesen. Stattdessen kann an Stelle des WC-Steins z. B. eine kleine Überkopfflasche mit flüssigem oder Gel-artigem Sanitärzusatz in die Kammer 11 eingesetzt werden, die zwischen zwei Spülvorgängen eine gewisse Menge an Sanitärzusatz abgibt – etwa an einen Applikatorschwamm, der sich auf Grund von Kapillarwirkung in der Zeit zwischen zwei Spülvorgängen vollsaugt und von wo aus der Sanitärzusatz mit dem Spülwasserstrahl ausgespült werden kann, nicht zeichnerisch dargestellt. Da sich der vom Schwamm aufgesaugte flüssige Sanitärzusatz leicht im Spülwasser lösen kann, erübrigt es sich in solchen Fällen meist, einen Sumpf in der Kammer 11 vorzusehen. Gleiches gilt, wenn statt des WC-Steins ein Beutel mit flüssigem Sanitärzusatz in die Kammer 11 eingesetzt wird, der Mikroperforationen aufweist, über die bei jedem Spülvorgang eine bestimmte Menge des flüssigen Sanitärzusatzes an das Spülwasser abgegeben wird.
  • Ein anderes, ausgesprochen praktisches Ausführungsbeispiel zeigt die 6. Dieses Ausführungsbeispiel arbeitet nach dem Venturi-Prinzip. Es eignet sich, so wie es in 6 gezeigt ist, insbesondere auch zur Nachrüstung bestehender Mobiltoilettensysteme. Zu diesem Zweck ist ein T-förmiges Rohrstück 17 vorgesehen, das zwei Anschlüsse 18 und 19 aufweist. Diese sind entweder, wie hier, mit einem Gewindeflansch bzw. Steckflansch versehen, alternativ können die Anschlussenden so ausgeführt sein, dass die Schlauchenden aufgeschoben und mit Schellen festgelegt werden können.
  • Mittels dieser Anschlüsse wird das T-Stück irgendwo zwischen dem Vakuumbrecher und der Toilettenschüssel in die aufgetrennte Spülwasserleitung 6 eingesetzt und idealerweise im Installationskasten I des von 1 gezeigten Ausführungsbeispiels untergebracht. Der dritte Anschluss 20 des T-Stücks steht mit einem Vorratsbehälter 21 in druckdichter Verbindung. Selbstverständlich ist auch eine Integration in den Toilettenkörper 2 möglich.
  • Das vorzugsweise aus Kunststoff bzw. im Spritzgussverfahren hergestellte T-Stück 17 bildet eine Schikane 22 für den Spülwasserstrom. Die Schikane ist hier nach Art einer Düse ausgestaltet, die die Strömungsgeschwindigkeit des Spülwasserstroms stark erhöht und seinen örtlichen Druck dementsprechend herabsetzt. In den Bereich des abgesenkten Drucks mündet die vom Vorratsbehälter her kommende Leitung. Diese ist hier sehr kurz, da der Vorratsbehälter mit seinem Hals unmittelbar in den Anschluss 20 des T-Stücks 17 eingeschraubt ist. In 6 nicht zu erkennen ist die Steigleitung, die zum Vorratsbehälter 21 gehört und sich von der Verschraubung des T-Stücks aus in den Vorratsbehälter hinein bis annähernd zu dessen Boden erstreckt.
  • Der bei Betätigung der Spülung durch dass T-Stück hindurchgedrückte Spülwasserstrom wird an der engsten Stelle der Schikane so schnell, dass lokal Unterdruck gegen Atmosphäre entsteht. Solange in dem Vorratsbehälter Atmosphärendruck bzw. ein hiervon noch nicht allzu weit abweichender Druck herrscht, wird Sanitärzusatz aus dem Vorratsbehälter 21 angesaugt und tritt an der Engstelle der Schikane 22 in den Spülwasserstrom ein. Bevor der Spülwasserstrom die Austrittslöcher 9 des Spülwasserverteilerkanals 13 erreicht, haben sich auch bei dieser Art der Beimischung der Spülwasserstrom und der Sanitärzusatz innig vermischt, so, wie bereits oben beschrieben.
  • Letzteres ist hier auch besonders wichtig, da es diese Art der Beimischung gefahrlos und komfortabel erlaubt, hochkonzentrierten Sanitärzusatz zu verwenden. Nämlich hochkonzentrierten Sanitärzusatz, von dessen Einsatz dort, wo offen mit dem Sanitärzusatz hantiert und dieser manuell dosiert werden muss, in der Regel abgesehen wird.
  • Die Möglichkeit hochkonzentrierten Sanitärzusatz zu verwenden eröffnet neue Einsatzfelder. So besteht etwa erstmals in praktikabler Weise die Möglichkeit stromaufwärts des Toilettenbeckens (aber außerhalb des Wasservorratstanks) nicht nur die Toilettenschüssel pflegende bzw. verschmutzungshemmende Zusätze, sondern ggf. auch fäulnishemmende Zusät ze zuzugeben, die ihre Wirkung erst später, im Abwassertank entfalten – so dass nicht mit Sanitärzusatz am offenen Abwassertank hantiert werden muss, um Gasbildung im Abwassertank zu verhindern. Mit einem relativ kleinen WC-Stein, der nur wenig Wirkstoff speichern und pro Spülgang abgeben kann, besteht diese Möglichkeit nur bedingt.
  • Die Notwendigkeit eines offenen Hantierens und manuellen Dosierens wird erfindungsgemäß insbesondere auch dadurch vermieden, dass als Vorratsbehälter eine Einwegflasche verwendet wird. Dabei sind die Einwegflasche und der dritte Anschluss 20 vorzugsweise so ausgebildet und aufeinander abgestimmt, dass eine neue, volle Einwegflasche erst im Verlauf des Einschraubens in den dritten Anschluss aufgestochen wird. Dies etwa dadurch, indem der Hals der Einwegflasche durch eine Alu- oder Kunststoffmembran versiegelt ist, die erst dann durch einen im Bereich des dritten Anschlusses 20 angeordneten Dorn aufgestochen wird, wenn die Einwegflasche schon weitgehend in den dritten Anschluss eingeschraubt ist.
  • Auch die Menge des bei jedem Spülvorgang abgegebenen Sanitärzusatzes lässt sich bei diesem Ausführungsbeispiel relativ leicht einstellen. Solange der Vorratsbehälter mit einer relativ großen Öffnung mit der Außenumgebung kommuniziert (so, dass in ihm permanent Umgebungsdruck herrscht), wird Sanitärzusatz angesaugt und beigemischt, solange Spülwasser fließt. Ist hingegen in dem Vorratsbehälter gar keine gesonderte Druckausgleichsöffnung vorgesehen, wird (auch Abhängig davon, wie steif die Wandung des Vorratsbehälters ist) nur so lange Sanitärzusatz angesaugt, bis in dem Vorratsbehälter 21 ebenfalls weitgehend Unterdruck herrscht und der Vorratsbehälter auch durch den Umgebungsdruck nicht weiter zusammengepresst werden kann. Nach Beendigung des Spülvorgangs findet dann über die Spülwasserleitung und die in das Toilettenbecken mündenden Löcher 9 ein Druckausgleich in den Vorratsbehälter 21 statt, d. h. der Vorratsbehälter „atmet wieder ein" – was allerdings voraussetzt, dass die Ansaugleitung vom Boden des Vorratsbehälters bis zu ihrer Mündung in das T-Stück relativ kurz ist, damit die eingeatmete Luft auch wirklich richtig bis in das Behälterinnere gelangt. Der Vorratsbehälter ist dann wieder zur Abgabe einer neuen Portion Sanitärzusatz beim nächsten Spülvorgang bereit. Dieses Konzept ist besonders gut für Mobiltoiletten geeignet, da keinerlei unmittelbar nach außen führende Ausgleichsöffnung in dem Vorratsbehälter 21 vorgesehen werden muss, über die bei extremen sommerlichen Temperaturen im Fahrzeug oder durch fahrbedingtes „Planschen" ungewollt Sanitärzusatz nach außen austreten kann.
  • Dosierungen zwischen diesen beiden Extremen können ebenfalls leicht realisiert werden. Dies indem zwar eine gesonderte Öffnung vorgesehen wird, über die der Vorratsbehälter unabhängig von der Spülwasserleitung mit der Umgebung kommuniziert, diese Öffnung jedoch entsprechend klein gewählt wird. Die geeignete, u. a. von der Viskosität des Sanitärzusatzes und der Stärke des konkret auftretenden Venturieffekts abhängende Dimensionierung der Öffnung lässt sich leicht durch Versuche ermitteln.
  • Selbstverständlich kann auch diese, nach dem Venturiprinzip arbeitende Einrichtung zur Abgabe von Sanitärzusatz bzw. Dosiereinrichtung in den Toilettenkörper integriert werden.
  • Je nach dem, welchen Durchmesser bei dem von 5 gezeigten Ausführungsbeispiel die Öffnung 14 und das Körbchen 15 im konkreten Fall aufweisen, kann sogar daran gedacht werden, einen Venturi-Einsatz zu bauen, der an Stelle des Körbchens durch die Öffnung 14 hindurch in die Kammer 11 eingesetzt wird. Dieser Venturi-Einsatz dichtet dann in geeigneter Weise gegen die Wände der Kammer 11 ab, so dass der Spülwasserstrom gezwungen wird durch die Düse des Venturieinsatzes hindurchzuschießen und über die nach oben, durch den Einsatz hindurch zum Vorratsbehälter führende Leitung Sanitärzusatz anzusaugen.
  • Auf diese Art und Weise kann der einigen Werkzeugaufwand erfordernde und damit teuer zu fertigende Toilettenkörper wahlweise für preisgünstige Großserien-Mobiltoilettensysteme völlig ohne Dosiereinrichtung für Sanitärzusatz verwendet werden (die Öffnung 14 wird dann durch einen Blindstopfen verschlossen), oder für gehobene Mobiltoilettensysteme mit integrierter Dosiereinrichtung vom Grund-Typ „WC-Stein" bzw. für Premium-Toilettensysteme mit Venturi-Einsatz, d. h. nach dem Venturiprinzip arbeitender Dosiereinrichtung.
  • Abschließend ist anzumerken, dass die Erfindung insbesondere für Mobiltoilettensystemen in Fahrzeugen vorteilhaft ist, da dort mit kleinsten Spül- und Abwassermengen zurechtzu kommen ist, weshalb eine effektive Beimischung von Sanitärzusätzen hier von besonderer Bedeutung ist. Dennoch lässt sich die Erfindung auch bei Mobiltoilettensystemen vom Typ „transportables Klohäuschen" (auch bekannt als sog. „Dixieklo") sinnvoll einsetzen, das für den Zeitraum seiner Benutzung stationär aufgestellt und manchmal sogar mit dem Brauchwassernetz verbunden ist, z. B. über einen Hydranten oder Baustellenwasseranschluss.

Claims (16)

  1. Mobiltoilettensystem (1), vorzugsweise für den Einbau in ein Freizeitfahrzeug, mit einem ein Toilettenbecken (3) ausbildenden Toilettenkörper (2), einem mit dem Abfluss des Toilettenbeckens verbindbaren Abwassertank (T), der vorzugsweise in einem u. a. durch den Unterbau des Toilettenkörpers (4) gebildeten Serviceabteil (S) unterzubringen ist, sowie einer das Toilettenbecken (3) bedarfsweise über eine Spülwasserleitung mit Rückflussverhinderer (12) mit Spülwasser speisenden Wasserversorgung, dadurch gekennzeichnet, dass in der Spülwasserleitung, zwischen dem Rückflussverhinderer (12) und dem in das Toilettenbecken (3) mündenden Ende (9) der Spülwasserleitung eine Einrichtung (11, 14, 15 bzw. 17, 21, 22) zur Abgabe eines Sanitärzusatzes zum Spülwasser vorgesehen ist.
  2. Mobiltoilettensystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Einrichtung (17, 21, 22) zur Zugabe des Sanitärzusatzes nach dem Venturiprinzip arbeitet.
  3. Mobiltoilettensystem nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Spülwasserleitung zwischen dem Rückflussverhinderer (12) und dem in das Toilettenbecken (3) mündenden Ende der Spülwasserleitung eine Engstelle bzw. Schikane (22) im Sinne eines lokal verengten hydraulischen Querschnitts der Spülwasserführung aufweist, die die Geschwindigkeit des Spülwasserstroms lokal erhöht, wobei im Bereich der Engstelle eine mit dem Vorratsbehälter (21) für den Sanitärzusatz in hydraulisch leitender Verbindung stehende Leitung (die sog. Sanitärzusatzleitung) in die Spülwasserleitung einmündet.
  4. Mobiltoilettensystem nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass sich der hydraulische Querschnitt der Spülwasserleitung im Bereich der Engstelle (22) auf weniger als 60%, vorzugsweise weniger als 50% und idealerweise weniger als 40% des hydraulischen Durchmessers verengt, den die Spülwasserleitung im Nahbereich vor der Engstelle (22) aufweist.
  5. Mobiltoilettensystem nach einem der Ansprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Sanitärzusatzleitung auf der Seite des Vorratsbehälters in einem Tauchrohr endet oder an ein Tauchrohr angeschlossen ist, das im Wesentlichen bis an den Boden des Vorratsbehälters (21) reicht.
  6. Mobiltoilettensystem nach einem der Ansprüche 2 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Volumen des Vorratsbehälters (21) und die Stärke des durch den Venturieffekt entstehenden, den Sanitärzusatz ansaugenden Unterdrucks so aufeinander abgestimmt sind, dass sich im Verlauf eines längeren Spülvorgangs im Wesentlichen ein Gleichgewicht zwischen dem venturibedingten Unterdruck und dem im Vorratsbehälter (21) durch das Absaugen entstehenden Vakuum ausbildet, so dass nach Abgabe einer bestimmten Menge an Sanitärzusatz im weiteren Verlauf des fortgesetzten Spülvorgangs im Wesentlichen kein weiterer Sanitärzusatz mehr abgegeben wird.
  7. Mobiltoilettensystem nach einem der Ansprüche 2 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Vorratsbehälter (21) derart mit der Umgebung kommuniziert, dass einerseits verhindert wird, dass dauerhaft ein Unterdruck im Vorratsbehälter (21) entsteht und andererseits verhindert wird, dass der Sanitärzusatz unter dem Einfluss von fahrtbedingten Vibrationen und Beschleunigungen über die Öffnung, über welche der Vorratsbehälter (21) mit der Umgebung kommuniziert, unkontrolliert nach außen in einen Bereich austritt, der nicht mit dem Sanitärzusatz in Kontakt kommen soll.
  8. Mobiltoilettensystem nach einem der Ansprüche 2 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass der durch einen Spülvorgang im Vorratsbehälter (21) entstehende Unterdruck ausschließlich über die Sanitärzusatzleitung abgebaut wird, indem der Vorratsbehälter nach Beendigung eines Spülvorganges über diese Leitung und insbesondere den hydraulisch nachgeschalteten Abschnitt (11, 13, 9) der Spülwasserleitung mit dem Toilettenbecken (3) und damit mit der Umgebung kommuniziert.
  9. Mobiltoilettensystem nach einem der Ansprüche 2 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Stelle, an der die Sanitärzusatzleitung in die Spülwasserleitung mündet, an höherer Stelle angeordnet ist als die Mündung (9) der Spülwasserleitung in das Toilet tenbecken (3) und zwar um einen solchen Höhenbetrag, dass auch bei auf unebenem Untergrund bestimmungsgemäß schräg stehendem Fahrzeug ein Rückfluss von Spülwasser in den Bereich der Mündung der Sanitärzusatzleitung verhindert wird.
  10. Mobiltoilettensystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Einrichtung zur Zugabe des Sanitärzusatzes aus einer während eines Spülvorgangs vom Spülwasser durchflossenen Kammer (11) innerhalb der Spülwasserleitung besteht, in die Sanitärzusatzvorrat (15a) von außen derart hineinragt, dass eine bestimmte Menge an Sanitärzusatz an das den Sanitärzusatzvorrat (15a) umspülende Spülwasser abgegeben wird.
  11. Mobiltoilettensystem nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Kammer (11) so gestaltet ist, in der Kammer (11) nach Beendigung des Spülvorgangs ein Spülwassersumpf (16) zurückbleibt, in den der Sanitärzusatz (15a) eintaucht.
  12. Mobiltoilettensystem nach Anspruch 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, dass es sich bei dem Sanitärzusatzvorrat um einen Vorrat eines flüssigen Sanitärzusatzes handelt, der zusammen mit seinem Behältnis in die vom Spülwasser durchflossene Kammer (11) hineinragt und dessen Behältnis so ausgebildet ist, dass bei jedem Spülvorgang nur eine bestimmte Menge an Sanitärzusatz an das das Behältnis umspülende Spülwasser abgegeben wird, wobei das Behältnis vorzugsweise mit einem Medium mit hoher Kapillarwirkung ausgestattet ist, das durch seine Kapillarwirkung eine gewisse Menge an flüssigen Sanitärzusatz aus dem Behältnis nach außen leitet und dort solange hält, bis der Sanitärzusatz beim nächsten Spülvorgang ausgewaschen wird.
  13. Mobiltoilettensystem nach Anspruch 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, dass es sich bei dem Sanitärzusatzvorrat um einen Vorrat eines zunächst festen Sanitärzusatzes (15a) handelt, der kontrolliert wasserlöslich ist und von dessen Oberfläche bei jedem Spülvorgang eine gewisse Menge an Sanitärzusatz abgewaschen wird:
  14. Mobiltoilettensystem nach einem der Ansprüche 10 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass die vom Spülwasser durchflossene Kammer (11) zur Zumischung des Sani tärzusatzes für den Toilettenbenutzer über eine Öffnung von außen zugänglich ist, an deren Berandung oder deren Verschluss der Sanitärzusatzvorrat eingehängt werden kann und die sodann durch einen Schraub-, Klemm- oder Schnappverschluss im Wesentlichen wasserdicht verschlossen werden kann.
  15. Mobiltoilettensystem nach einem der Ansprüche 10 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass der Sanitärzusatz mittels eines Stütz- bzw. Haltekörbchens (15) in der Kammer (11) gehalten wird, das seinerseits am Deckel oder der Berandung der Öffnung (14) gehalten ist.
  16. Mobiltoilettensystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass stromabwärts nach der Stelle, an der der Sanitärzusatz in die Spülwasserleitung zugegeben wird, der Spülwasserstrom noch innerhalb der Spülwasserleitung um insgesamt mindestens 60 Grad, vorzugsweise im Wesentlichen um 90 Grad umgelenkt wird.
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