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DE102007003164A1 - Akustische Wiedergabevorrichtung und Verfahren zur Wiedergabe eines akustischen Signals - Google Patents

Akustische Wiedergabevorrichtung und Verfahren zur Wiedergabe eines akustischen Signals Download PDF

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DE102007003164A1
DE102007003164A1 DE102007003164A DE102007003164A DE102007003164A1 DE 102007003164 A1 DE102007003164 A1 DE 102007003164A1 DE 102007003164 A DE102007003164 A DE 102007003164A DE 102007003164 A DE102007003164 A DE 102007003164A DE 102007003164 A1 DE102007003164 A1 DE 102007003164A1
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signal
acoustic
digital
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Application number
DE102007003164A
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English (en)
Inventor
Robert Bösnecker
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Siemens Corp
Original Assignee
Siemens Corp
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Publication date
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Priority to PCT/EP2008/050564 priority patent/WO2008090090A1/de
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Abstract

Die akustische Wiedergabevorrichtung (2) weist einzeln an einen Schwingungskörper (4) angekoppelte und mittels einer Steuereinheit (10) ansteuerbare Schwingungsanreger (6) auf. Die Steuereinheit (10) ist eingerichtet, jeden Schwingungsanreger (6) durch ein Teilbandsignal (T1-T7, A1-A7) eines in Teilbandsignale (T1-T7, A1-A7) zerlegten Frequenzbandsignals (F) anzusteuern. Dabei überlappen sich die Teilbandsignale (T1-T7, A1-A7) hinsichtlich ihrer Frequenz nicht. Auf diese Weise ist eine direkte Verarbeitung und Wiedergabe der einzelnen Teilbandsignale (T1-T7, A1-A7) ohne eine aufwändige Verarbeitung möglich. Dadurch kann die Steuereinheit (10) vergleichsweise einfach und kostengünstig ausgeführt sein.

Description

  • Die Erfindung bezieht sich eine akustische Wiedergabevorrichtung und auf ein Verfahren zur Wiedergabe eines akustischen Signals. Dabei weist die akustische Wiedergabevorrichtung einzeln an einen Schwingungskörper angekoppelte und mittels einer Steuereinheit ansteuerbare Schwingungsanreger auf. Unter einem Schwingungskörper ist fortan ein im wesentlichen flächenförmiger, selbsttragender, leichter und biegesteifer Körper zu verstehen, der zu Schwingungen anregbar ist, insbesondere Glas, Holz, Kunststoff oder dergleichen.
  • Aus der DE 484 872 ist eine Einrichtung für eine akustische Schaufensterreklame bekannt. Dabei ist eine als Schwingungsanreger ausgebildete Schwingspule mit einem als Schaufensterscheibe ausgebildeten Schwingungskörper fest verbunden. Mittels einer Steuereinheit wird die Schwingspule zu Schwingungen angeregt, die auf die Schaufensterscheibe übertragen werden. Dabei strahlt die Schaufensterscheibe ein hörbares Klangspektrum ab. Mittels eines oder mehrerer Schwingungsanreger lässt sich auch ein aus einem anderen Werkstoff gefertigter Schwingungskörper zum Schwingen und dadurch zum Abstrahlen eines Klangspektrums bringen. So lassen sich beispielsweise aus Holz oder aus Kunststoff gefertigte plattenförmige Schwingungskörper zum Schwingen anregen. Eine derartige akustische Wiedergabevorrichtung wird auch als Flächenlautsprecher bezeichnet. Einer oder mehrere dieser Flächenlautsprecher lassen sich beispielsweise in die Einrichtung eines Raumes als Wand- oder Deckenverkleidung integrieren. Auf diese Weise ist eine Platz sparende akustische Wiedergabevorrichtung realisierbar.
  • Nachteilig bei derartigen Flächenlautsprechern sind ihre nicht linearen akustischen Eigenschaften. Dies führt dazu, dass insbesondere entweder besonders hohe oder besonders niedrige Frequenzen nicht oder nur unzureichend wiedergegeben werden.
  • Aus der EP 1 169 884 B1 ist weiterhin ein Flächenlautsprecher bekannt, bei dem Nichtlinearitäten in der Wiedergabe des Frequenzspektrums des schwingfähigen Schwingungskörpers mittels eines Korrekturverfahrens rechnerisch ausgeglichen werden. Hierzu wird in einer Steuereinheit eine Korrekturfunktion mit dem wiederzugebenden akustischen Signal verrechnet. Auf diese Weise lässt sich ein auf die akustischen Eigenschaften des Schwingungskörpers optimiertes akustisches Signal generieren.
  • Nachteilig ist jedoch, dass für jede Bauform des Schwingungskörpers aufwändige Versuche hinsichtlich seines Schwingungsverhaltens durchgeführt werden müssen. Außerdem ist die Steuereinheit zur Anpassung des Frequenzbandsignals vergleichsweise kostspielig. Zur Umrechnung wird das analoge Frequenzbandsignal nämlich zunächst mittels eines Analog-Digital-Wandlers in ein digitales Frequenzbandsignal gewandelt. Anschließend wird es mittels eines hoch auflösenden und daher teuren Signalprozessors angepasst und schließlich mittels eines Digital-Analog-Wandlers wieder in ein analoges Frequenzbandsignal gewandelt. Gegebenenfalls wird das Analogsignal noch mittels einer Frequenzweiche für die Beaufschlagung von mehreren Schwingungsanregern aufgespalten.
  • Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine technisch vereinfachte und somit kostengünstige Wiedergabevorrichtung mit einzeln an einen Schwingungskörper angekoppelten und mittels einer Steuereinheit ansteuerbaren Schwingungsanreger anzugeben.
  • Die Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch eine akustische Wiedergabevorrichtung nach Anspruch 1. Hierzu ist das Frequenzbandsignal in Teilbandsignale zerlegt, die sich hinsichtlich ihrer Frequenz teilweise oder nicht überlappen. Zu jedem Teilbandsignal ist ein eigener Schwingungsanreger vorgesehen. Die Schwingungsanreger sind auf einem homogen ausge bildeten Schwingungskörper angeordnet. Unter homogen ausgebildet wird hierbei verstanden, dass der Schwingungskörper über seine Fläche gleichmäßig ausgebildet ist, also beispielsweise die gleichen Material- und damit insbesondere die gleichen Schwingungseigenschaften aufweist.
  • Der Begriff Teilbandsignal bezeichnet ein Frequenzbandsignal für einen begrenzten Frequenzbereich. Somit ist eine frequenzangepasste Verarbeitung der einzelnen Teilbandsignale in der Steuereinheit ausführbar. Eine Verarbeitung eines Teilbandsignals aus einem Bereich niedriger Frequenzen kann somit bedeutend langsamer erfolgen, als eine Verarbeitung eines Teilbandsignals hoher Frequenzen. Auf diese Weise ist von der Steuereinheit pro Zeiteinheit gegenüber einer Steuereinheit nach dem Stand der Technik nur noch eine geringere Datenmenge zu verarbeiten. So kann ein der Steuereinheit zugeordneter digitaler Signalprozessor mit einer niedrigeren Prozessorleistung ausgestattet sein, was in einem niedrigeren Preis für den Signalprozessor resultiert. Eine niedrigere Leistung des Signalprozessors hat auch zur Folge, dass in der Steuereinheit verbaute zusätzliche elektronische Komponenten nicht so leicht überhitzen. Somit können diese elektronischen Komponenten bei einer erhöhten Lebensdauer kostengünstiger ausgelegt sein. Da sich sämtliche Schwingungen in dem Schwingungskörper überlagern, tritt bei dieser Vorgehensweise zudem kein Qualitätsverlust bei der Wiedergabe des Klangspektrums auf. Aufgrund der niedrigeren Prozessorleistung verringert sich der Stromverbrauch des Signalprozessors. Wird eine lediglich niedrige Wiedergabeleistung gewünscht, sind Steuereinheit und Signalprozessor daher auch im Batteriebetrieb für einen hinreichend langen Zeitraum betreibbar. Da außerdem keine aufwändige Kühlung der Steuereinheit mit ihren elektrischen Komponenten mittels einer Kühlvorrichtung notwendig ist oder eine derartige Kühlvorrichtung einfacher ausgeführt sein kann, ist die akustische Wiedergabevorrichtung baulich vergleichsweise klein und einfach ausführbar. Aufgrund einer möglichen Miniaturisierung der akustischen Wiedergabevorrich tung sind daher neue Anwendungsfelder, insbesondere im mobilen Bereich, erschließbar.
  • Ein weiterer Vorteil der Aufteilung in die Teilbandsignale ist darin zu sehen, dass die einzelnen Schwingungsanreger bevorzugt an den begrenzten Frequenzbereich des jeweiligen Teilbandsignals angepasst sind, so dass die einzelnen Schwingungsanreger einfach und damit kostengünstig ausgebildet werden können.
  • Auch sind keine speziellen Maßnahmen bei der Ausgestaltung des Schwingungskörpers erforderlich, es ist also nicht notwendig und nicht vorgesehen, diesen zur Erzeugung eines gewünschten Klangspektrums inhomogen auszubilden und flächenabhängig ein unterschiedliches Schwingungsverhalten des Schwingungskörpers vorzusehen.
  • In einer Weiterbildung sind die Teilbandsignale datenreduziert. Unter einem datenreduzierten Teilbandsignal ist hierbei ein Signal zu verstehen, das aufgrund einer entsprechenden Aufbereitung weniger Daten aufweist, als das ursprüngliche akustische Signal. Somit kann insbesondere der der Steuereinheit zugeordnete Signalprozessor mit einer noch niedrigeren Prozessorleistung betrieben werden, da weniger Daten verarbeitet werden müssen.
  • Vorteilhaft handelt es sich bei den Teilbandsignalen um digitale Signale. Diese digitalen Signale können auch aus analogen Signalen über einen Digitalisierungsprozess erzeugt und anschließend in Teilbandsignale zerlegt sein. Auf diese Weise ist eine direkte Verarbeitung von nach gängigen Verfahren erstellten datenreduzierten und in Teilbandsignale aufgespalteten digitalen Frequenzbandsignalen mittels des digitalen Signalprozessors möglich. Dabei handelt es sich beispielsweise um nach dem MP3-Standard oder nach dem Dolby-AC3-Standard kodierte digitale Teilbandsignale. So erfolgt bei der Kodierung nach dem MP3-Standard eine Zerlegung des Frequenzbandsignals in 32 Teilbandsignale. Der MP3-Standard ist in der ISO 11172- 3 spezifiziert. Das Kodierverfahren nach dem Dolby-AC3-Standard dient der Kodierung einer Tonspur in der Filmtechnik. Es ist in einem Whitepaper des Advanced Television Systems Comittee vom 14. Juni 2005 beschrieben. Beide Standards zur Kodierung von Audiosignalen haben sich in den vergangenen Jahren bewährt und ermöglichen eine hohe Datenkompression. Bei beiden Kodierverfahren ist in der Spezifikation enthalten, nach welchem Algorithmus die Aufspaltung des Frequenzbandsignals in Teilbandsignale erfolgt und wie weit sich benachbarte Teilbandsignale überlappen. Weiterhin sind die digitalen kodierten Audiosignale direkt in der Steuereinheit mittels des digitalen Signalprozessors verarbeitbar. Eine aufwändige und kostspielige Vorschaltung eines Analog-Digital-Wandlers vor den digitalen Signalprozessor ist nicht notwendig und nicht vorgesehen.
  • In einer zweckmäßigen Weiterbildung ist jedem Schwingungsanreger ein Digital-Analog-Wandler zur Wandlung seines korrespondierenden digitalen Teilbandsignals zugeordnet. Somit ist eine direkte Verarbeitung eines jeden digitalen Teilbandsignals möglich. Eine zusätzliche Aufbereitung des digitalen Teilbandsignals ist somit nicht notwendig. Außerdem ist es möglich, den Digital-Analog-Wandler und seinen korrespondierenden Schwingungsanreger genau auf das vom digitalen Teilbandsignal korrespondierende Frequenzband abzustimmen. Der Schwingungsanreger und der Digital-Analog-Wandler können somit einfach ausgeführt sein und/oder ein Klangspektrum einer hohen Qualität generieren.
  • In einer Weiterbildung ist die Steuereinheit eingerichtet, zu jedem der Teilbandsignale ein Korrektursignal zu generieren. Auf diese Weise ist es möglich, jedes Teilbandsignal an den Frequenzgang des Schwingungskörpers optimal anzupassen. Auch Nichtlinearitäten im Schwingverhalten der Schwingungsanreger sind somit in einfacher Weise kompensierbar.
  • Sind die Teilbandsignale digitale Signale, so ist vorteilhaft, jedem digitalen Teilbandsignal ein digitales Korrek tursignal zugeordnet. Auf diese Weise lässt sich jedes digitale Korrektursignal mit seinem korrespondierenden digitalen Teilbandsignal mittels eines separaten digitalen Signalprozessors verrechnen. Da das Teilbandsignal nur einen Teil des Frequenzspektrums repräsentiert, ist eine Verrechnung mit seinem korrespondierenden Korrektursignal viel schneller durchführbar. Außerdem ist ein Korrektursignal für einen begrenzten Bereich des Frequenzbandes mathematisch bedeutend genauer ermittelbar als für das gesamte Frequenzband. Folglich ist für einen einzelnen digitalen Signalprozessor, der eingerichtet ist, das digitale Korrektursignal mit dem digitalen Teilbandsignal zu verrechnen, eine bedeutend niedrigere digitale Auflösung erforderlich. So ist zwar für jedes Teilband ein derartiger digitaler Signalprozessor notwendig. Jedoch ist eine Mehrzahl derartiger vergleichsweise niedrig auflösender digitaler Signalprozessoren kostengünstiger als einer oder wenige hoch auflösende Signalprozessoren, so dass die Steuereinheit insgesamt kostengünstiger ausführbar ist. Aufgrund der parallelen Anordnung der digitalen Signalprozessoren für die digitalen Korrektursignale können außerdem je Zeiteinheit mehr Informationen verarbeitet werden, so dass ein die digitalen Signalprozessoren ansteuernder Hauptprozessor mit einer niedrigen Rechenleistung ausgestattet sein kann und somit kostengünstig herstellbar ist.
  • Zweckmäßig wird ein die Steuereinheit beaufschlagendes und in Teilbandsignale zerlegtes Frequenzbandsignal mittels einer Kabelverbindung oder drahtlos an die Steuereinheit übermittelt. Auf diese Weise ist eine Übermittlung des Frequenzbandsignals an die Einbausituation der akustischen Wiedergabevorrichtung einfach anpassbar.
  • In einer zweckmäßigen Weiterbildung sind die Schwingungsanreger als Piezowandler ausgebildet. Diese Piezowandler werden an dem Schwingungskörper befestigt, beispielsweise mit ihm verklebt. Jeder Piezowandler wird mit einem analogen Signal beaufschlagt. Dadurch verändert er in sehr kurzen Zeitabständen sein Volumen. Aufgrund der Ankopplung des Piezowand lers an den Schwingungskörper wird dieser in Schwingungen versetzt. Da sämtliche Piezowandler gleichzeitig angesteuert werden, überlagern sich die auf den Schwingungskörper übertragenen Schwingungen. Diese Schwingungen werden als Klangspektrum vom Schwingungskörper abgestrahlt. Über die Eigenschaften der einzelnen Piezowandler, insbesondere über deren Größe und deren Werkstoff, lässt sich der wiederzugebende Frequenzbereich vorgeben. Somit kann mittels mehrerer aufeinander abgestimmter Piezowandler, die jeweils auf die Wiedergabe eines Teilbandsignals optimiert sind, das gesamte Frequenzbandsignal wiedergegeben werden. Piezowandler sind einfach und kostengünstig herstellbar. Außerdem lässt sich auf diese Weise eine akustische Wiedergabevorrichtung mit sehr geringen Abmessungen realisieren.
  • In einer zweckmäßigen Weiterbildung ist der Schwingungskörper der akustischen Wiedergabevorrichtung kartenförmig ausgebildet. Auf diese Weise ist die akustische Wiedergabevorrichtung beispielsweise auf dem Trägermaterial einer Scheckkarte, auf einer Warenverpackung oder auf einer Chipkarte anbringbar. So können im Falle einer Scheckkarte einem Benutzer über die akustische Wiedergabevorrichtung Handlungsanweisungen für einen Abhebungsvorgang mitgeteilt werden. Wird die akustische Wiedergabevorrichtung auf einer Kreditkarte angebracht, so ist einem Benutzer auf diese Weise das Ablaufdatum der Kreditkarte mitteilbar. Bevorzugt ist außerdem, die Ausgabe der akustischen Information an einen als Taster ausgeführten Piezowandler gekoppelt, der die elektrische Energie für die akustische Wiedergabe für einen vorgegebenen Zeitraum liefert und mit dem der Benutzer die akustische Wiedergabe selbst auslösen kann.
  • In einer anderen Variante ist der Schwingungskörper aus einem Textilgewebe gefertigt. So lässt sich die akustische Wiedergabevorrichtung beispielsweise auf einem Kleidungsstück anbringen. Auf diese Weise kann die akustische Wiedergabevorrichtung, beispielsweise ein MP3-Abspielgerät, direkt in das Kleidungsstück, beispielsweise eine Jacke, integriert werden.
  • Aufgrund der vergleichsweise starken Dämpfungseigenschaften des Textilgewebes bietet sich eine Anordnung der akustischen Wiedergabevorrichtung im Kragenbereich der Jacke an, um eine Wiedergabe mit hinreichender Lautstärke zu erreichen.
  • Grundsätzlich lassen sich sämtliche Körper mit einer flächenartigen Ausdehnung für die akustische Widergabevorrichtung als Schwingungskörper nutzen, soweit sie sich hinreichend zu Schwingungen anregen lassen. Denkbar ist es außerdem, eine auf einem kartenförmigen Schwingungskörper angeordnete akustische Wiedergabevorrichtung gemeinsam mit dieser Karte an einem größeren Objekt zu applizieren. Wird der kartenförmige Schwingungskörper an dem anderen Objekt derart befestigt, dass er von diesem anderen Objekt schwingungsmäßig zumindest teilweise entkoppelt ist, lassen sich die akustischen Wiedergabeeigenschaften der akustischen Wiedergabevorrichtung weitgehend vorgeben.
  • In einer anderen Variante ist die akustische Wiedergabevorrichtung als medizinisches Hörgerät ausgebildet. Dazu wird der Schwingungskörper beispielsweise direkt an einem Schädelknochen oder in der Nähe eines Schädelknochens appliziert, um diesen in Schwingungen zu versetzen. Auf diese Weise lässt sich das Innenohr einer Person anregen. Ein Umweg über die Stimulation der Gehörknöchelchen, wie er bei konventionellen Hörgeräten statt findet, ist nicht notwendig. Auch einer Person, deren Gehörknöchelchen irreversibel geschädigt sind, kann somit wieder zu einem Hörempfinden verholfen werden.
  • Die akustische Wiedergabevorrichtung ist beispielsweise auf einem Folienträger aufgebracht, der mittels eines operativen Eingriffs an einem Schädelknochen appliziert, insbesondere verklebt, wird. In einer anderen Variante wird der Schädelknochen mittels einer externen Vorrichtung zum Schwingen angeregt. Diese externe Vorrichtung ist beispielsweise in einen Brillenbügel integrierbar, der hinter dem Ohr am Schädel anliegt und den dortigen Schädelknochen zu Schwingungen anregt. Sie kann aber auch in einem separaten Gehäuse untergebracht sein, das ähnlich eines konventionellen Hörgerätes in Ohrnähe angebracht, beispielsweise hinter dem Ohr eingehängt, ist.
  • Die hier beschriebenen vorteilhaften Weiterbildungen, die auch in den Unteransprüchen niedergelegt sind, sind zumindest teilweise unabhängig von der speziellen Ausgestaltung des Anspruchs 1 ausführbar und beruhen auf eigenständigen Erfindungen.
  • Die Aufgabe wird weiterhin gelöst durch ein Verfahren zur Wiedergabe eines in Teilbänder zerlegten Frequenzsignals mittels einer akustischen Wiedergabevorrichtung nach einem der vorherigen Ansprüche. Die im Hinblick auf die Wiedergabevorrichtung angeführten Vorteile und Weiterbildungen lassen sich sinngemäß auch auf das Verfahren übertragen.
  • Nachfolgend werden vier Ausführungsbeispiele der Erfindung anhand einer Zeichnung beschrieben. Darin zeigen:
  • 1 eine erste akustische Wiedergabevorrichtung mit einem beliebig geformten Schwingungskörper,
  • 2 ein Detail aus 1,
  • 3 eine zweite akustische Wiedergabevorrichtung mit einem Schwingungskörper in Ellipsenform,
  • 4 eine dritte akustische Wiedergabevorrichtung mit einem Schwingungskörper aus einem Textilgewebe,
  • 5 eine vierte akustische Wiedergabevorrichtung mit einem kartenförmigen Schwingungskörper.
  • Gemäß 1 weist eine akustische Wiedergabevorrichtung 2 einen Schwingungskörper 4 auf, an dem mehrere, hier sieben, als Piezowandler ausgeführte Schwingungsanreger 6 befestigt sind. Die gezackte Außenkontur des Schwingungskörpers 4 soll andeuten, dass der Schwingungskörper 4 eine nahezu beliebige Form haben kann. Der Schwingungskörper 4 muss nur schwingfähig ausgebildet sein. Er kann auch Teil eines größeren flächenartigen Elements sein. Der Schwingungskörper 4 ist in seinem Anregungsbereich, in dem die einzelnen Schwingungsanreger 6 angeordnet sind, homogen ausgebildet und weist insbesondere über seinen gesamten Anregungsbereich die gleiche Materialzusammensetzung oder Schichtstruktur sowie vorzugsweise auch die gleiche Dicke auf. Jedem Schwingungsanreger 6 ist ein analoges Kabel 8 zugeordnet. Mittels einer Steuereinheit 10 wird jedes dieser analogen Kabel 8 mit einem analogen akustischen Signal A1–A7 beaufschlagt. Das analoge akustische Signal A1–A7 bewirkt in seinem korrespondierenden Schwingungsanreger 6 Volumenänderungen, die an den Schwingungskörper 4 weitergegeben werden. Die streifenartig ausgebildeten Piezowandler weisen eine unterschiedliche Länge auf. Daher übertragen sie unterschiedliche Schwingungen auf den Schwingungskörper 4. Die Schwingungen der einzelnen Schwingungsanreger 6 addieren sich in dem Schwingungskörper 4, und die überlagerten Schwingungen werden als hörbares Klangspektrum abgegeben.
  • 2 verdeutlicht, wie die analogen akustischen Signale A1–A7 in der Steuereinheit 10 generiert werden. Ausgangspunkt ist ein digitales Frequenzbandsignal F, das bereits in Teilbändern T1–T7 kodiert ist. Die Kodierung des Frequenzbandsignals F in sieben Teilbandsignale T1–T7 soll die Vorgehensweise lediglich schematisch verdeutlichen. Beispielsweise ist ein digitales MP3-Signal ein Frequenzbandsignal F, das in zweiunddreißig Teilbandsignale zerlegt ist.
  • Das Frequenzbandsignal F wird von einem Hauptprozessor 12 verarbeitet. Von diesem wird es in seine sieben Teilbandsignale T1–T7 zerlegt. Unter einer Zerlegung ist hier lediglich eine Aufteilung des digitalen Frequenzbandsignals F in seine Teilbandsignale zu verstehen, nicht etwa eine zusätzliche Umrechnung. Jedes der Teilbandsignale T1–T7 wird an einen Signalprozessor 14 übergeben. In jedem der sieben Signalprozessoren 14 ist ein Korrektursignal K1–K7 hinterlegt. Jedes Korrektursignal K1–K7 wird mit seinem korrespondierenden Teilbandsignal T1–T7 verrechnet. Jedes der korrigierten Teilbandsignale T1(K1)–T7(K7) wird mittels eines Digital-Analog-Wandlers in ein akustisches analoges Signal A1–A7 umgewandelt. Diese akustischen analogen Signale A1–A7 werden an schließend über Ausgänge 18 an die analogen Kabel 8 übergeben und steuern die einzelnen Schwingungsanreger 6 an.
  • Aus 1 ist ersichtlich, dass die einzelnen Piezowandler 6 eine unterschiedliche Länge bei gleicher Breite und somit ein unterschiedliches Spektrum von Eigenfrequenzen aufweisen. Auf diese Weise können Schwingungen einer unterschiedlichen Frequenz an den schwingfähigen Schwingungskörper 4 übergeben werden. Die Korrektursignale K1–K7 sind derart ausgestaltet, dass sie Nichtlinearitäten im Schwingverhalten des Schwingungskörpers 4 und des korrespondierenden Schwingungsanregers 6 ausgleichen. Jedes Teilbandsignal T1–T7 repräsentiert nur einen vergleichsweise kleinen Bereich des gesamten Frequenzbandes. Dies gilt ebenso für das korrespondierende akustische analoge Signal. Daher muss das korrespondierende Korrektursignal K1–K7 das korrespondierende Teilbandsignal T1–T7 nur bezüglich von Nichtlinearitäten im Schwingungsverhalten des Schwingungskörper 4 und des korrespondierenden Schwingungsanregers 6 für das übertragene Teilband korrigieren. Somit können sowohl die Signalprozessoren 14 als auch die Digital-Analog-Wandler 16 mit einer vergleichsweise niedrigen digitalen Auflösung, beispielsweise mit einer Auflösung von 12 Bit, ausgeführt sein. Dies reduziert die Kosten gegenüber der Bereitstellung eines einzigen Signalprozessors und eines einzigen Digital-Analog-Wandlers mit einer hohen digitalen Auflösung, beispielsweise mit 24 Bit. Da die Signalprozessoren 14 und die Digital-Analog-Wandler 16 zudem parallel arbeiten, können pro Zeiteinheit mehr Informationen verarbeitet werden. Daher kann der Hauptprozessor 12 mit einer niedrigeren Leistung, insbesondere mit einer niedrigeren Taktfrequenz, ausgeführt sein. Auch dies reduziert die Kosten für die Steuereinheit 10.
  • Soll mit dem in 1 gezeigten akustischen Wiedergabegerät 2 ein als MP3-Signal in 32 Teilbandsignalen kodiertes Frequenzbandsignal wiedergegeben werden, so werden die 32 Teilbandsignale in sieben Gruppen von von der Frequenz her zusammenhängenden Teilbandsignalen T1–T7 zusammengefasst. Mit einer jeden Gruppe von Teilbandsignalen T1–T7 wird einer der sieben Schwingungsanreger 6 zu Schwingungen angeregt. Auf diese Weise ist nicht für jedes Teilbandsignal des MP3-Signals ein separater Schwingungsanreger 6 notwendig. Die Teilbandsignale lassen sich hierbei immer so gruppieren, dass jeder Schwingungsanreger 6 mit einem Teilbandsignal T1–T7 beaufschlagt wird. Weist das Frequenzbandsignal weniger als sieben Teilbandsignale auf, können auch mehrere Schwingungsanreger 6 mit dem gleichen Teilbandsignal beaufschlagt werden. Die Gruppierung und/oder Zusammenfassung der Teilbandsignale des Frequenzbandes F auf in diesem Beispiel sieben Teilbandsignale T1–T7 ist mittels eines einfachen, im Hauptprozessor 12 hinterlegten Algorithmus in einfacher Weise umsetzbar.
  • Gemäß 3 weist eine zweite akustische Wiedergabevorrichtung 2 einen ellipsenförmige Schwingungskörper 4 auf. Auf diesem Schwingungskörper 4 sind sieben Schwingungsanreger 6 nach Art eines Fächers angeordnet. Jeder der Schwingungsanreger 6 wird wiederum mittels eines analogen Kabels 8 von einer Steuereinheit 10 angesteuert und mit einem akustischen analogen Signal A1–A7 beaufschlagt. In der 2 sind der besseren Übersicht halber lediglich zwei analoge Kabel 8 eingezeichnet. Durch eine geschickte Verteilung der Schwingungsanreger 6 auf dem Schwingungskörper 4 lässt sich eine optimale Anregung des Schwingungskörpers 4 erreichen. So ist eine gute Wiedergabe des wiederzugebenden Klangspektrums erreicht.
  • Gemäß 4 weist eine dritte akustische Wiedergabevorrichtung 2 einen Schwingungskörper 4 aus einem Textilgewebe auf. Dabei handelt es sich um den Ausschnitt eines Kleidungsstückes. Da sich das Textilgewebe der Körperform eines Trägers anpasst, ist der Schwingungskörper 4 gekrümmt dargestellt. Auch hier sind sieben Schwingungsanreger 6 vorgesehen, die jeweils mittels eines analogen Kabels 8 von einer Steuereinheit 10 mit einem akustischen analogen Signal A1–A7 beaufschlagt werden. Auf diese Weise lässt sich die als MP3-Abspielgerät ausgeführte Akustische Wiedergabevorrichtung 2 direkt in das Kleidungsstück integrieren. Die Schwingungen der Piezowandler 6 und des umgebenden Textilgewebes 4 reichen aus, um ein hörbares Klangspektrum zu generieren. Dabei wird lediglich der direkt an die Piezowandler 6 angrenzende Bereich des Textilgewebes 4 zu Schwingungen angeregt. Eine derartige akustische Wiedergabevorrichtung 2 lässt sich beispielsweise in einem Kragen eines als Jacke ausgeführten Kleidungsstückes integrieren. Auf diese Weise ist eine nahe Positionierung an den Ohren des Trägers der Jacke gewährleistet.
  • Die in 5 gezeigte Wiedergabevorrichtung 2 weist einen kartenförmigen Schwingungskörper 4 auf. Es handelt sich hier um eine Scheckkarte, deren Chip aus Gründen der Übersichtlichkeit nicht dargestellt ist. Auf dem Schwingungskörper 4 sind verschiedene kreisförmige Piezoelemente 6 angeordnet. Jedes dieser Piezoelemente 6 wird mittels eines analogen Kabels 8 von einer Steuereinheit 10 angesteuert. Aus Gründen der besseren Übersichtlichkeit ist die Steuereinheit 10 von dem Schwingungskörper 4 losgelöst dargestellt. Außerdem sind nur zwei analoge Kabel 8 eingezeichnet. Auf diese Weise lässt sich eine Scheckkarte herstellen, die an einen Benutzer während eines Abhebevorgangs von einem Bankkonto akustische Informationen übermittelt. Dies kann beispielsweise der gesprochene Hinweis sein, dass bei einem Abhebevorgang dreimal hintereinander eine falsche PIN eingegeben wurde und die Scheckkarte momentan für weitere Abhebungsversuche nicht einsatzfähig ist.
  • Eine auf einem kartenförmigen Schwingungskörper 4 angeordnete akustische Wiedergabevorrichtung 2 lässt sich auch für eine Warenverpackung oder eine Chipkarte verwenden. In allen Fällen werden so gesprochene Informationen oder Musik wiedergegeben. Dies erfolgt entweder permanent oder aber getriggert über einen eingebauten Schalter, beispielsweise über einen Piezotaster.
  • Der Piezotaster kann dabei zugleich derart ausgelegt sein, dass er die für die Wiedergabe des Klangspektrums notwendige elektrische Energie zur Verfügung stellt. In diesem Fall kann ein Energielieferant, wie eine Batterie oder eine Solarzelle, eingespart werden.
  • ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
  • Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde automatisiert erzeugt und ist ausschließlich zur besseren Information des Lesers aufgenommen. Die Liste ist nicht Bestandteil der deutschen Patent- bzw. Gebrauchsmusteranmeldung. Das DPMA übernimmt keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.
  • Zitierte Patentliteratur
    • - DE 484872 [0002]
    • - EP 1169884 B1 [0004]

Claims (12)

  1. Akustische Wiedergabevorrichtung (2) mit einzeln an einen Schwingungskörper (4) angekoppelten und mittels einer Steuereinheit (10) ansteuerbaren Schwingungsanregern (6), und mit einer Steuereinheit (10), die eingerichtet ist, jeden Schwingungsanreger (6) durch ein Teilbandsignal (T1–T7, A1–A7) eines in Teilbandsignalen (T1–T7, A1–A7) zerlegten Frequenzbandsignals (F) anzusteuern, dadurch gekennzeichnet, dass sich die Teilbandsignale (T1–T7, A1–A7) hinsichtlich ihrer Frequenz teilweise oder nicht überlappen.
  2. Akustische Wiedergabevorrichtung (2) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Teilbandsignale (T1–T7, A1–A7) datenreduziert sind.
  3. Akustische Widergabevorrichtung (2) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Teilbandsignale (T1–T7) digitale Signale sind.
  4. Akustische Wiedergabevorrichtung (2) nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass jedem Schwingungsanreger (6) ein Digital-Analog-Wandler (16) zur Wandlung seines korrespondierenden digitalen Teilbandsignals (T1–T7) zugeordnet ist.
  5. Akustische Wiedergabevorrichtung (2) nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuereinheit (10) eingerichtet ist, zu jedem der Teilbandsignale (T1–T7, A1–A7) ein Korrektursignal zu generieren.
  6. Akustische Wiedergabevorrichtung (2) nach Anspruch 3 und 5, gekennzeichnet durch ein digitales Korrektursignal (K1–K7) für jeden Schwingungsanreger (6) zur Korrektur des digitalen Teilbandsignals (T1–T7).
  7. Akustische Wiedergabevorrichtung (2) nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein die Steuereinheit (10) beaufschlagendes und in Teilbandsignale (T1–T7) zerlegtes Frequenzbandsignal (F) mittels einer Kabelverbindung oder drahtlos an die Steuereinheit (10) übermittelt wird.
  8. Akustische Wiedergabevorrichtung (2) nach einem der vorherigen Ansprüche, gekennzeichnet durch eine Ausbildung der Schwingungsanreger (6) als Piezowandler.
  9. Akustische Wiedergabevorrichtung (2) nach einem der vorherigen Ansprüche, gekennzeichnet durch einen kartenförmigen Schwingungskörper (4).
  10. Akustische Wiedergabevorrichtung (2) nach einem der Ansprüche 1 bis 8, gekennzeichnet durch einen Schwingungskörper (4) aus einem Textilgewebe.
  11. Akustische Wiedergabevorrichtung (2) nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass sie als medizinisches Hörgerät ausgebildet ist.
  12. Verfahren zur Wiedergabe eines in Teilbandsignale (T1–T7) zerlegten Frequenzsignals (F) mittels einer akustischen Wiedergabevorrichtung (2) nach einem der vorherigen Ansprüche.
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