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Die
Erfindung betrifft Fahrzeugsitze mit den in den Oberbegriffen der
Ansprüche 1, 2 und 3 genannten Merkmalen, die mit einem
Crashsystem in Verbindung stehen und die nach Detektierung eines Unfallgeschehens
oder möglichen Unfallgeschehens (Crash-System oder Pre-Crash-System)
zumindest einen Teil des Fahrzeugsitzes in eine, je nach detektiertem
Unfallgeschehen bevorzugte, Position verlagern.
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Die
Thematik der Insassensicherheit spielt bei der Ausstattung von Kraftfahrzeugen
eine immer wichtigere Rolle. Die Überlegungen gehen stets
dahin, wie die Insassensicherheit bei einem Unfall oder durch präventive
Maßnahmen in der unmittelbaren Vorphase eines Unfalls signifikant
verbessert werden können. Die Systeme zur Erfassung eines
Unfalls mit den notwendigen Auslösemitteln zur Ansteuerung angeordneter
Aktuatoren, beispielsweise in Fahrzeugsitzen, werden als Crash-Systeme
beziehungsweise Pre-Crash-Systeme bezeichnet.
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Die
Systeme weisen eine Sensorik zur Detektierung eines Unfalls oder
eines möglichen Unfalles und eben Auslösemittel
auf, die eine entsprechende Aktuatorik zur Ausbildung einer den
Fahrzeuginsassen schützenden Funktion beispielsweise durch
Verstelllungen des Fahrzeugsitzes und/oder eine Aktuatorik zur Beeinflussung
eines Gurtsystems ansprechen.
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Dabei
ist die Aktuatorik zumeist in Kombination zu betrachten, da Wirkungen
eines Aktor-Systems, beispielsweise eine Gurtstrafferfunktion, ihre vollen
Funktion nur in Zusammenhang mit einem anderen Aktor-System, beispielsweise
der zu einer Gurtstrafferfunktion passenden, richtigen Verlagerung
der Rückenlehne in eine den Insassen schützende
Crash-Position, entfaltet.
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In
heutigen Fahrzeugen kann davon ausgegangen werden, dass eine entsprechende
Crashsensorik zur Feststellung von Unfallschwere und Unfallrichtung
bereits vorhanden ist.
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Die
zwischen Crashsensorik und Aktuatorik ausgebildeten Auslösemittel
sind vor allem pyrotechnische Gasgeneratoren und Druckspeicher mit
elektronisch schaltbaren Ventilen oder dergleichen.
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Als
Aktuatoren, die durch die jeweils ausgeführten Auslösemittel
eingesetzt werden, sind in Kombination mit Airbag-Systemen und/oder
Gurtstraffer-Systemen und/oder dem automatischen Schließen
eines Schiebedachs und/oder Kopfstützen-Systemen Systeme
zur Sitzverlagerung oder Sitzkonditionierung zur Positionierung
eines Insassen bereits bekannt.
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Gurtstraffer-Systeme
dienen der Insassenfixierung.
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Weitere
Systeme dienen der Sitzverlagerung oder Teilen hiervon. Hier wird
der Sitz oder Teile des Sitzes verlagert um eine Position des Insassen
im Crashfall in eine je nach detektiertem Crash bevorzugte Stellung
zu bringen. Beispiele hierfür zur Optimierung einer Sitzlängsposition,
einer Veränderung der Lehnen- und Sitzteilneigung (
DE 199 27 503 A1 ) oder
nur eines Teiles des Sitzteiles und/oder der Rückenlehne
unter anderem zur Verlagerung einer an der Rückenlehne
angeordneten Kopfstütze (
DE 199 10 666 A1 oder
EP 1 048 509 A2 ) oder zur
Positionierung von beweglichen Seitenwangen von Kopfstützen
(
DE 43 05 295 B4 )
sind in den angeführten Druckschriften im Detail beschrieben.
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Bei
anderen Systemen steht die Insassenpositionierung relativ zum Kraftfahrzeugsitz
im Mittelpunkt. Die Insassenpositionierung erfolgt hier zumeist
durch stärkere Sitzkonturierung. Solche Lösungen
durch Aufblasen von Luftkammern in Kissen des Sitzteiles und/oder
der Rückenlehne, insbesondere auch in den Seitenwangen
des Sitzteil und/oder der Rückenlehne (
DE 35 41 537 C2 ,
DE 40 34 121 A1 ,
DE 199 50 702 A1 ),
sind bereits beschrieben worden.
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Ausgehend
von diesem Stand der Technik liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde
einen Kraftfahrzeug mit einem Crash-System, insbesondere einem Pre-Crash-System,
anzubieten, welches im Crashfall eine unfallabhängige,
bevorzugte Insassenpositionierung zur Vermeidung von schwerwiegenden
Verletzungen eines Fahrzeuginsassen ermöglicht.
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Diese
Aufgabe wird als mehrere Ausführungsvarianten verbindende
erfinderische Grundidee dadurch gelöst, dass mindestens
ein Gaskissen in oder an einer Rückenlehne angeordnet ist,
welches sich im Crashfall aufbläst um eine Vorverlagerung
der Rückenlehne oder zumindest eines Teiles der Rückenlehne
zu bewirken, wodurch im Crashfall eine crashoptimierte, aufrechte
Position eines auf dem Fahrzeugsitz Aufsitzenden erreichbar ist.
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In
einer ersten Ausführungsvariante wird die Aufgabe in Verbindung
mit den Merkmalen des Oberbegriffs des Patentanspruchs 1 dadurch
gelöst, dass der Aktuator mindestens ein Gaskissen ist,
welches zwischen zwei Teilen einer geteilten Rückenlehne angeordnet
ist, wobei das mindestens eine Gaskissen mit einem Auslösemittel
und einer ersten Steuereinheit verbunden ist, wodurch in einem Normalbetrieb
(Komfortfunktion) eine Insassenpositionierung durch eine pneumatische
Rückenlehnenkonturierung ausführbar ist und das
mindestens eine Gaskissen zudem so ausgelegt ist, dass in einem,
durch den mindestens einen Sensor detektierten, Crashfall nach Ansteuerung
des Auslösemittels und/oder der ersten Steuereinheit eine
Rückenlehnenverlagerung (Crashfunktion) durch Aufblasen
des mindestens einen Gaskissen eine Vorverlagerung des ersten, vorderen
Teiles gegenüber dem zweiten, hinteren Teil der Rückenlehne
erfolgt, um eine crashoptimierte, aufrechte Position eines auf dem
Fahrzeugsitz Aufsitzenden zu bewirken.
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In
einer zweiten Ausführungsvariante wird die Aufgabe in Verbindung
mit den Merkmalen des Oberbegriffs des Patentanspruchs 2 dadurch
gelöst, dass der Aktuator mindestens ein Gaskissen ist,
welches zwischen einem Bezug der Rückenlehne und einer
Rückenlehne oder zwischen zwei Teilen einer geteilten Rückenlehne
oder zwischen einer Rückenlehne und einer Karosseriestruktur
angeordnet ist, wobei das Gaskissen mit einem Auslösemittel
verbunden ist und durch den mindestens einen Sensor ein Crashfall
detektierbar ist und nach Ansteuerung des Auslösemittels
je nach Anordnung des Gaskissens eine Positionsverlagerung (Crashfunktion)
des Aufsitzenden, durch Aufblasen des Gaskissens unter Vorverlagerung
des Bezuges der Rückenlehne gegenüber der Rückenlehne
oder Vorverlagerung eines ersten, vorderen Teiles gegenüber
einem zweiten, hinteren Teil der Rückenlehne oder Vorverlagerung der
Rückenlehne gegenüber der Karosseriestruktur erfolgt,
um eine crashoptimierte, aufrechte Position eines auf den Fahrzeugsitz
Aufsitzenden zu bewirken.
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In
einer dritten Ausführungsvariante wird die Aufgabe in Verbindung
mit den Merkmalen des Oberbegriffs des Patentanspruchs 3 dadurch
gelöst, dass ein Aktuator mindestens ein Gaskissen ist,
das zwischen zwei Teilen einer geteilten Rückenlehne angeordnet
ist, welches mit einer ersten pneumatischen Steuereinheit verbunden
ist, wodurch in einem Normalbetrieb (Komfortfunktion) eine Insassenpositionierung
durch eine pneumatische Rückenlehnenkonturierung ausführbar
ist und die Rückenlehne einen weiteren Aktuator aufweist,
der ebenfalls mindestens ein Gaskissen ist, welches zwischen einer
Rückenlehne und einer Karosseriestruktur angeordnet ist und
mit dem Auslösemittel und einer zweiten Steuereinheit verbunden
ist, wobei das Gaskissen so ausgelegt ist, dass über die
zweite Steuereinheit, durch Aufblasen und Ablassen des Gaskissens
durch Vor- und Rückverlagerung der Rückenlehne
eine Lehnenneigungsverstellung bewirkbar ist und durch einen, durch
den mindestens einen Sensor detektierten, Crashfall nach Ansteuerung
des Auslösemittels und/oder der zweiten Steuereinheit eine
Rückenlehnenverlagerung (Crashfunktion) und durch Aufblasen des
mindestens einen Gaskissen eine Vorverlagerung der Rückenlehne
gegenüber der Karosseriestruktur erfolgt, um eine crashoptimierte,
aufrechte Position eines auf dem Fahrzeugsitz Aufsitzenden zu bewirken.
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In
bevorzugter Ausgestaltung der Erfindung kommt als Auslösemittel
für alle Ausführungsvarianten (Crashfunktion)
ein pyrotechnischer Gasgenerator oder eine ansteuerbarer Druckgasspeicher
oder dergleichen zum Einsatz.
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In
weiterer bevorzugter Ausgestaltung der Erfindung ist in der ersten
und dritten Ausführungsvariante als erste Steuereinheit
für den Normalbetrieb (Komfortfunktion) ein elektrischer
oder durch einen Verbrennungsmotor angetriebener Kompressor einsetzbar.
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Die
im Normalbetrieb (Komfortfunktion) in der ersten und dritten Ausführungsvariante
von der ersten Steuereinheit mehreren aufblasbaren Gaskissen können
in bevorzugter Ausgestaltung der Erfindung für die crashbedingte
Rückenlehnenverlagerung über das Auslösemittel
(Crashfunktion) über Reißnähte zu einem
einzigen Gaskissen verbunden werden.
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In
der dritten Ausführungsvariante sind die Funktionen der
ersten Ausführungsvariante mit einer Rückenlehnenneigungsverstellung
gekoppelt, so dass in bevorzugter Ausgestaltung der Erfindung die zweite
Steuereinheit zusätzlich angeordnet ist, die zur Rückenlehnenneigungsverstellung
dient, wobei die zweite Steuereinheit eine pneumatische Hubeinheit,
insbesondere ein pneumatisches Hubkissen oder dergleichen ist.
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Bei
der zweiten Ausführungsvariante ist ein Normalbetrieb (Komfortfunktion)
nicht vorgesehen, hier ist im Crashfall nur eine Crashfunktion realisiert, wobei
das Gaskissen in mehreren denkbaren Positionen anordbar ist, um
eine crashoptimierte, aufrechte Position eines auf den Fahrzeugsitz
Aufsitzenden zu bewirken.
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Schließlich
ist in allen Ausführungsvarianten bevorzugt ausführbar,
dass über die vorgebbare Volumenänderung des Gaskissens,
welches nicht nur zur Rückenlehnenneigungsverstellung dient,
eine mechanische Vorverlagerung der Kopfstütze oder durch
eine vorgebbare Volumenänderung und eine in dem Gaskissen
zum Aufsitzenden hin gerichtete Gaskissenausformung die Ausbildung
einer Kopfstütze durch das Gaskissen selbst bewirkbar ist.
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Weitere
bevorzugte Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus den übrigen,
in den Unteransprüchen genannten Merkmalen.
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Die
Erfindung wird nachfolgend passend zu den Ausführungsvarianten
anhand der zugehörigen Zeichnungen erläutert.
Es zeigen:
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1 eine
erste Ausführungsvariante mit Darstellung eines Fahrzeugsitzes
in einer perspektivischen Ansicht mit einem Pre-Crash-System oder einem
Crash-System und einer Crashfunktion zur Verlagerung einer Rückenlehne
in Normalposition und die Möglichkeit einer Rückenlehnenkonturierung durch
eine Komfortfunktion,
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2 die
erste Ausführungsvariante mit Darstellung eines Fahrzeugsitzes
in einem Schnitt nach 1 durch die Rückenlehne
in Normalposition und die Möglichkeit einer Rückenlehnenkonturierung durch
die Komfortfunktion,
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3 die
erste Ausführungsvariante mit Darstellung eines Fahrzeugsitzes
in einem Schnitt nach 1 nach Auslösung der
Crashfunktion,
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4 eine
zweite Ausführungsvariante in einer schematischen Darstellung
eines Fahrzeugsitzes in einer perspektivischen Ansicht mit einem Pre-Crash-System
oder einem Crash-System und einer Crashfunktion zur Verlagerung
einer Rückenlehne mit einem Gaskissen in einer ersten Positionierungsmöglichkeit,
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5 die
zweite Ausführungsvariante nach 4 mit einem
Gaskissen in einer zweiten Positionierungsmöglichkeit,
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6 die
zweite Ausführungsvariante nach 4 mit einem
Gaskissen in einer. dritten Positionierungsmöglichkeit,
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7 eine
dritte Ausführungsvariante mit schematischer Darstellung
eines Fahrzeugsitzes mit einem Pre-Crash-System oder einem Crash-System und
einer Crashfunktion zur Verlagerung einer Rückenlehne in
Normalposition und die Möglichkeit einer Rückenlehnenkonturierung
durch eine Komfortfunktion und die zusätzliche Möglichkeit
der Rückenlehnenneigungsverstellung in geneigter Position,
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8 die
dritte Ausführungsvariante nach 7 mit der
zusätzlichen Möglichkeit der Rückenlehnenneigungsverstellung
in aufrechter Position und
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9 eine
Darstellung der Ausbildung einer Kopfstütze aus einem beispielhaften
in der Rückenlehne ausgebildeten Gaskissens nach Auslösung
einer Crashfunktion.
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Die 1 bis 3 zeigen
eine erste Ausführungsvariante eines Fahrzeugsitzes 100 in
einer perspektivischen Ansicht. Zu dem Kraftfahrzeugsitz 100 gehört
ein Pre-Crash-System oder ein Crash-System, welches nicht mit allen
seinen Teilen dargestellt ist. Das Pre-Crash-Systeme oder Crash-Systeme
besteht im Wesentlichen aus Sensoren, die einen nahenden Unfall
oder einen bereits eingetretenen Unfall detektieren. Die nicht dargestellten
Sensoren sind mit Auslösemitteln verbunden, wobei das Pre-Crash-System
beziehungsweise Crash-System in der ersten Ausführungsvariante
ein erstes Auslösemittel 210 aufweist, welches
ein Gasgenerator ist und ein zweites Auslösemittel 240 aufweist,
welches ein Druckgasspeicher ist, wobei dem Druckgasspeicher 240 eine
erste Steuereinheit 220A vorgeschaltet ist, die insbesondere
als Ventilsteuereinheit ausgeführt sein kann.
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Druckgasspeicher 240 und
Ventilsteuereinheit 220A sind beispielsweise an einem Sitzteil 110 seitlich
innerhalb der Polsterung angeordnet. Die pneumatischen Leitungen
verlaufen ausgehend von der Ventilsteuereinheit 220 zu
mehreren Gaskissen 140A, 140B, 140C, 140D,
die in einer Rückenlehne 120 angeordnet sind.
Die Anordnung erfolgt, wie 2 zeigt,
zwischen einem ersten, vorderen Teil der Rückenlehne 120A und
einem zweiten, hinteren Teil der Rückenlehne 120B.
Der erste, vordere Teil der Rückenlehne 120A ist
beispielsweise das Polster der Rückenlehne 120 während
das zweite, hintere Teil der Rückenlehne 120B die
Sitzstruktur darstellt.
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Die
Gaskissen 140A, 140B, 140C, 140D sind,
wie in 2 dargestellt, separat angeordnet aber können
sich durch Auslösung von Reißnähten 170 miteinander
verbinden, so dass ein Luftkissen beziehungsweise Gaskissen gemäß 3 entsteht.
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Diese
Anordnung von Auslösemitteln 210, 240 beziehungsweise
der mit dem Auslösemittel 240 gekoppelten ersten
Steuereinheit 220A ermöglicht nun sowohl einen
Normalbetrieb als Komfortfunktion zur Insassenpositionierung auszuführen
und die Rückenlehne 120 durch Aufblasen beziehungsweise Ablassen
einzelner oder aller Gaskissen 140 zu konturieren. Diese Funktion
ist unabhängig von einer Crashfunktion und dient lediglich
dem Komfort des Aufsitzenden 300. Andererseits ist aber
auch eine Crashfunktion ausführbar, die sowohl über
das Auslösemittel 210 als auch über das
Auslösemittel 240 durchführbar ist. Beide
Auslösemittel können sogar in Kombination angesteuert
werden.
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Im
Pre-Crashfall oder im Crashfall signalisiert der nicht dargestellte
Sensor also einen Unfall, wonach mit entsprechenden vorgebbaren
Zeitfenstern der Gasgenerator 210 ausgelöst wird,
der in der Regel ein pyrotechnischer Gasgenerator sein wird, mit
der Folge, dass Gas in das erste Gaskissen 140A einströmt,
die darunter liegende Reißnaht 170 zerstört,
wonach das zweite Gaskissen 140B beziehungsweise das dritte
und vierte Gaskissen 140C, 140D ebenfalls durch
Zerreißen der Naht 170 zu einem großen
Gaskissen zusammengeführt werden, so dass sich der erste,
vordere Teil der Rückenlehne 120A gegenüber
dem zweiten, hinteren Teil der Rückenlehne 120B nach
vorn verlagert und somit im Crashfall eine crashoptimierte, aufrechte
Position eines auf dem Fahrzeugsitz 100 Aufsitzenden 300 bewirkt.
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Die
Auslösung kann wie erwähnt auch durch die erste
Steuereinheit 220A mit dem Druckgasspeicher 240 erfolgen,
wobei hier die Verstellzeiten voraussichtlich etwas länger
sind als bei dem vorzugsweise als Auslösemittel genutzten
pyrotechnischen Gasgenerator 210.
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In
einem Pre-Crashfall kann jedoch diese Auslösung mittels
Druckgasspeicher 240 und erster Steuereinheit 220,
der Ventilsteuereinheit, ausreichend sein um eine Vorverlagerung
des ersten, vorderen Teiles der Rückenlehne 120A zu
bewirken. Um gegebenenfalls eine besonders schnelle Reaktionszeit
zu erreichen werden, wie bereits oben beschrieben, beide Auslösemittel 210, 224 im
Auslösefall gleichzeitig angesprochen und somit miteinander kombiniert.
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Wie
insbesondere 3 zeigt, kann das Gaskissen 140 im
aufgeblasenen Zustand so ausgelegt sein, dass es eine Kopfstützen-Haltestange 160 mitnimmt
und somit bei der Rückenlehnenverlagerung nach vorn gleichzeitig
die Kopfstütze 150 ähnlich einer crashaktiven
Kopfstütze 150 nach vorn mitverlagert.
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Somit
ist eine Kopplung der Rückenlehnenverlagerung mit der Kopfstützenverlagerung
nach vorn über das Gaskissen 140 realisiert.
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Die
für die erste Steuereinheit benötigte Gasmenge
mit dem entsprechenden Druck wird durch einen elektrisch oder durch
einen vom Verbrennungsmotor angetriebenen Kompressor (nicht dargestellt) erzeugt.
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Eine
zweite Ausführungsvariante ist in den 4, 5 und 6 dargestellt,
wobei die 4 eine erste Positionierungsmöglichkeit
des Gaskissens 140, die 5 eine zweite
Positionierungsmöglichkeit und 6 eine dritte
Positionierungsmöglichkeit des Gaskissens 140 zeigt.
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Die
zweite Ausführungsvariante der 4, 5 und 6 ermöglicht
nicht die Ausführung des Normalbetriebes in einer Komfortposition
zur Rückenlehnenkonturierung, sondern ist lediglich für
den Crash-Fall vorgesehen.
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An
der Rückenlehne 120 ist wiederum mindestens ein
Auslösemittel 210, 240 ausgeführt,
das Teil des bereits oben beschriebenen Pre-Crash-Systems beziehungsweise
Crash-Systems ist. Hier bietet sich die Ausführung eines
pyrotechnischen Gasgenerators 210 oder eines Druckgasspeichers 240 an.
Im Crashfall wird sensorgesteuert ein Gaskissen 140 aufgeblasen,
wobei das Gaskissen gemäß 4 zwischen
einem Bezug 120C der Rückenlehne 120 und
der Rückenlehne 140 oder gemäß 5 zwischen
zwei Teilen einer geteilten Rückenlehne 120 oder
gemäß 6 zwischen einer Rückenlehne 120 und
einer Karosseriestruktur 130 angeordnet ist.
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Durch
diese Anordnung wird entweder gemäß den 4 bis 6 der
Bezug 120C gegenüber der Rückenlehne 120 nach
vorne verlagert oder das erste, vordere Teil 120A der Rückenlehne 120 gegenüber
dem zweiten, hinteren Teil 120B der Rückenlehne 120 verlagert
oder die Rückenlehne wird gegenüber der Karosserie 130 nach
vorn verlagert.
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Durch
die Lösung der 3 hinsichtlich der Kopfstütze 150 ergibt
sich durch das frühere Abfangen des Kopfes des Aufsitzenden 300 der
Vorteil einer Reduzierung der Whiplash-Folgen, da der Kopf frühzeitig
abgefangen wird und somit die Rückwärtsbewegung
des Kopfes im Crashfall reduziert wird.
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Zusätzlich
kann in den Seitenwangen (nicht dargestellt) der Rückenlehne 120 ebenfalls
ein Gaskissen 140 angeordnet sein, welches bei entsprechender
Auslegung ebenfalls über einen pyrotechnischen Gasgenerator
im Crashfall gefüllt wird und somit noch als Seitenaufprallschutz
(Torax-Airbag) eingesetzt werden kann.
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Die 7 und 8 zeigen
schließlich eine dritte Ausführungsvariante, bei
der das System gemäß den 1, 2 und 3 in
den 7 und 8 nicht mehr detailliert dargestellt
ist. Eine zweite Steuereinheit 220B ist mit diesem System
koppelbar, wobei die zweite Steuereinheit 220B wiederum
eine Ventilsteuereinheit sein kann und gegebenenfalls an einen Druckgasspeicher 240 angeschlossen
ist.
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Aus
diesem Druckgasspeicher 240 heraus steht komprimiertes
Gas zur Verfügung, mittels welchem eine pneumatische Hubeinheit 230,
auch als Hubkissen bezeichnet, die zwischen Rückenlehne 120 und
Karosseriestruktur 130 angeordnet ist befüllt und
entlüftet werden kann. Durch diese zweite Steuereinheit 220B ist
unabhängig von den zu den 1, 2 und 3 beschriebenen
Funktionen eine Lehnenneigungsverstellung bewirkbar, wobei 7 eine
nach hinten geneigte Position bei entlüftetem Hubkissen 230 und 8 eine
nahezu aufrechte Position der Rückenlehne 120 bei
einem aufgeblasenen Hubkissen 230 zeigt.
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Selbstverständlich
ist auch das Hubkissen 230, welches mit dem Druckgasspeicher 240 verbunden
ist zusätzlich so auslegbar, dass es an das Pre-Crash-
oder Crash-System angeschlossen werden kann und zusätzlich
zu den oben beschriebenen Funktionen der 1, 2 und 3 oder
unabhängig davon als Rückenlehnenverlagerungsmöglichkeit
in einer Crashfunktion auslegbar ist. In einem solchen Fall wird
die Ventilsteuereinheit 220B dafür sorgen, dass
ausreichend Luft in das Hubkissen 230 eingeleitet wird,
so dass eine mit einem bestimmten Zeitfenster versehene Vorverlagerung
der Rückenlehne 120 in eine crashoptimierte, aufrechte
Position der Rückenlehne 120 möglich
ist.
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Das
Auslösemittel gemäß den 7 und 8 kann
wiederum auch ein pyrotechnischer Gasgenerator sein, der neben der
Ventilsteuereinheit 220B und dem Druckgasspeicher 240 zusätzlich
angeordnet ist.
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9 zeigt
noch eine zusätzliche Variante zur Ausbildung einer Kopfstütze
aus einem Gaskissen 140. Bei einer Anordnung der Kopfstütze 150 im zweiten,
hinteren Teil 120B der Rückenlehne 120 besteht
nämlich die Möglichkeit, das Gaskissen 140 mit einer
entsprechenden Gaskissenausformung 140E in Richtung des
Aufsitzenden 300 auszubilden, so dass bei einer Anordnung
des Gaskissens 140 gemäß der 5 und 9 zwischen
den beiden Teilen der Rückenlehne 120A, 120B im
ausgelösten Crashfall ein aufblasbares Gaskissen 140 entsteht, welches
zusätzlich eine pneumatisch ausgeformte Kopfstütze
ausbildet. Die eigentliche Kopfstütze befindet sich dann
im hinteren Teil der Rückenlehne 120B.
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Gemäß den 1 bis 8 kann
durch Vorverlagerung der Rückenlehne 120 ein hinter
dem Rücken des Aufsitzenden 300 wirkendes Gaskissen 140 den
Insassen aktiv in den, insbesondere in den 4 bis 6 dargestellten,
Sicherheitsgurt hineindrücken. Durch diese Lösung
kann gegebenenfalls auf einen separaten Gurtstraffer generell verzichtet werden.
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- 100
- Fahrzeugsitz
- 110
- Sitzteil
- 120
- Rückenlehne
- 120A
- erster,
vorderer Teil der Rückenlehne
- 120B
- zweiter,
hinterer Teil der Rückenlehne
- 120C
- Bezug
- 130
- Karosseriestruktur
- 140
- Gaskissen
- 140A
- erstes
Gaskissen
- 140B
- zweites
Gaskissen
- 140C
- drittes
Gaskissen
- 140D
- viertes
Gaskissen
- 140E
- Gaskissenausformung
- 150
- Kopfstütze
- 160
- Kopfstützen-Haltestange
- 170
- Reißnaht
- 200
- Pre-Crash-System/Crash-System
- 210
- Auslösemittel
(Gasgenerator)
- 220
- Steuereinheiten
(Ventilsteuereinheit)
- 220A
- erste
Steuereinheit
- 220B
- zweite
Steuereinheit
- 230
- Hubeinheit
(pneumatisches Hubkissen)
- 240
- Auslösemittel
Druckgasspeicher
- 300
- Aufsitzender
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
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- - DE 19927503
A1 [0009]
- - DE 19910666 A1 [0009]
- - EP 1048509 A2 [0009]
- - DE 4305295 B4 [0009]
- - DE 3541537 C2 [0010]
- - DE 4034121 A1 [0010]
- - DE 19950702 A1 [0010]