DE102007001495B4 - Verfahren zur Steuerung eines Parksperrensystems eines Automatgetriebes eines Fahrzeugs - Google Patents
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Abstract
Verfahren zur Steuerung eines Parksperrensystems eines Automatgetriebes eines Fahrzeugs, wobei eine Parksperre nur dann eingelegt bzw. eine Funktion zum Einlegen der Parksperre nur dann aktiviert wird, wenn ein Fahrerwunschsignal zum Einlegen der Parksperre vorliegt, dadurch gekennzeichnet, dass bei Vorliegen des Fahrerwunschsignals zum Einlegen der Parksperre die Parksperre erst dann eingelegt bzw. die Funktion zum Einlegen der Parksperre erst dann aktiviert wird, wenn eine temperaturabhängige Verzögerungszeit, die ein Entleerungsverhalten mindestens einer gangauslegenden Kupplung nachbildet, abgelaufen ist.
Description
- Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Steuerung eines Parksperrensystems eines Automatgetriebes eines Fahrzeugs nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
- Aus der
DE 199 43 519 A1 ist ein Verfahren zur Steuerung eines Parksperrensystems für ein Automatgetriebe eines Fahrzeugs bekannt, wobei nach dem dort offenbarten Verfahren eine Parksperre nur dann eingelegt bzw. eine Funktion zum Einlegen der Parksperre nur dann aktiviert wird, wenn ein Fahrerwunschsignal zum Einlegen der Parksperre vorliegt. Um bei bestimmten Betriebszuständen des Automatgetriebes beim Lösen der Parksperre einen wahrnehmbaren Entlastungsstoß, der durch eine Vorspannung des Antriebsstrangs verursacht wird, zu vermeiden, wird nach derDE 199 43 519 A1 bei Vorliegen des Fahrerwunschsignals zum Einlegen der Parksperre die Parksperre nur dann eingelegt bzw. die Funktion zum Einlegen der Parksperre nur dann aktiviert, wenn einerseits eine Fahrzeuggeschwindigkeit unterhalb eines Fahrzeuggeschwindigkeitsgrenzwerts liegt und wenn andererseits ein Bremsdruck unterhalb eines Bremsdruckgrenzwerts liegt und/oder ein Bremslichtschalter nicht aktiviert ist. Hiermit kann bereits in bestimmten Betriebssituationen des Automatgetriebes beim Lösen der Parksperre ein unkomfortabler Entlastungsstoß des Antriebsstrangs vermieden werden. - Hiervon ausgehend liegt der vorliegenden Erfindung das Problem zu Grunde, ein neuartiges Verfahren zur Steuerung eines Parksperrensystems eines Automatgetriebes eines Fahrzeugs zu schaffen, mit welchem ebenfalls ein unerwünschter Entlastungsstoß beim Auslegen der Parksperre vermieden werden kann.
- Erfindungsgemäß wird dieses Problem durch ein Verfahren gemäß Anspruch 1 gelöst. Hiernach wird bei Vorliegen des Fahrerwunschsignals zum Einlegen der Parksperre die Parksperre erst dann eingelegt bzw. die Funktion zum Einlegen der Parksperre erst dann aktiviert, wenn eine temperaturabhängige Verzögerungszeit, die ein Entleerungsverhalten mindestens einer gangauslegenden Kupplung nachbildet, abgelaufen ist.
- Die Parksperre des Automatgetriebes wird immer erst dann eingelegt, wenn eine Vorspannung des Antriebsstrangs abgebaut ist. Somit kann ein späteres Auslegen der Parksperre nicht zu einem komfortmindernden Entlastungsstoß bzw. Lösesstoß der Parksperre führen.
- Bevorzugte Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen und der nachfolgenden Beschreibung.
- Ausführungsbeispiele der Erfindung werden, ohne hierauf beschränkt zu sein, an Hand der Zeichnung näher erläutert. Dabei zeigt:
-
1 ein Ablaufdiagramm einer bevorzugten Variante des erfindungsgemäßen Verfahrens zur Steuerung eines Parksperrensystems eines Automatgetriebes eines Fahrzeugs. - Unter Bezugnahme auf
1 wird nachfolgend ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen Verfahrens zur Steuerung eines Parksperrensystems eines Automatgetriebes eines Fahrzeugs im Detail beschrieben werden. Unter dem Begriff Automatgetriebe sollen alle Getriebe mit einem automatisierten Gangwechsel sowie Stufenlosgetriebe verstanden werden. - In einem ersten Schritt
1 des erfindungsgemäßen Verfahrens wird überprüft, ob ein Fahrerwunschsignal (FW) für eine Schaltposition Parken „P” vorliegt bzw. angewählt ist, ob also ein Fahrerwunschsignal zum Einlegen der Parksperre des Automatgetriebes vorliegt. Dann, wenn in Schritt1 festgestellt wird, dass das Fahrerwunschsignal zum Einlegen der Parksperre nicht vorliegt, wird auf Schritt2 verzweigt, wobei in Schritt2 eine Funktion zum Auslegen der Parksperre aktiviert und die Parksperre ausgelegt oder die Parksperre in ausgelegtem Zustand belassen wird. Von Schritt2 wird dann auf Schritt1 rückverzweigt. - Wird hingegen in Schritt
1 des erfindungsgemäßen Verfahrens festgestellt, dass ein Fahrerwunschsignal zum Einlegen der Parksperre vorliegt, so wird ausgehend von Schritt1 auf Schritt3 verzweigt. - In Schritt
3 wird überprüft, ob eine Fahrzeuggeschwindigkeit des Fahrzeugs unterhalb eines Fahrzeugsgeschwindigkeitsgrenzwerts liegt. Wird hierbei festgestellt, dass die Fahrzeuggeschwindigkeit oberhalb des Fahrzeuggeschwindigkeitsgrenzwerts liegt, so wird ausgehend von Schritt3 auf Schritt4 verzweigt. Wird hingegen in Schritt3 festgestellt, dass die Fahrzeuggeschwindigkeit unterhalb des Fahrzeuggeschwindigkeitsgrenzwerts liegt, so wird ausgehend von Schritt3 auf Schritt5 verzweigt. - In Schritt
5 wird überprüft, ob ein Bremsdruck oberhalb eines Bremsdruckgrenzwerts liegt und/oder ob ein Bremslichtschalter aktiv ist. Wird in Schritt5 festgestellt, dass der Bremsdruck unterhalb des Bremsdruckgrenzwerts liegt und/oder dass ein Bremslichtschalter deaktiv ist, so wird ausgehend von Schritt5 auf Schritt4 verzweigt. Wird hingegen in Schritt5 festgestellt, dass der Bremsdruck oberhalb des Bremsdruckgrenzwerts liegt und/oder der Bremslichtschalter aktiv ist, so wird ausgehend von Schritt5 auf Schritt6 verzweigt. - In Schritt
6 des erfindungsgemäßen Verfahrens wird überprüft, ob eine Zeitspanne, die durch das Anliegen des Fahrerwunschsignals zum Einlegen der Parksperre ausgelöst wird, eine temperaturabhängige Verzögerungszeit überschreitet. Wird hierbei festgestellt, dass die temperaturabhängige Verzögerungszeit noch nicht abgelaufen ist, so wird ausgehend von Schritt6 auf Schritt7 verzweigt, wobei in Schritt7 die Funktion zum Auslegen der Parksperre aktiviert und die Parksperre ausgelegt oder in ausgelegtem Zustand belassen wird. Wird hingegen in Schritt6 festgestellt, dass die temperaturabhängige Verzögerungszeit abgelaufen ist, so wird ausgehend von Schritt6 auf Schritt4 verzweigt. In Schritt4 wird eine Funktion zum Einlegen der Parksperre aktiviert und die Parksperre eingelegt. - Im Sinne der hier vorliegenden Erfindung wird demnach bei Vorliegen eines Fahrerwunschsignals zum Einlegen der Parksperre dieselbe erst dann eingelegt bzw. die Funktion zum Einlegen derselben erst dann aktiviert, wenn gemäß Schritt
6 eine temperaturabhängige Verzögerungszeit abgelaufen ist. Die temperaturabhängige Verzögerungszeit bildet ein Entleerungsverhalten der oder jeder gangauslegenden Kupplung nach, wodurch sichergestellt wird, dass die Parksperre erst dann eingelegt bzw. die Funktion zum Einlegen der Parksperre erst dann aktiviert wird, wenn eine Vorspannung des Antriebsstrangs abgebaut ist. Bei einem nachfolgenden Auslegen der Parksperre kann dann das Auftreten eines komfortmindernden Entspannungsschlags bzw. Löseschlags vermieden werden. - Aus den obigen Zusammenhängen folgt weiterhin, dass die Verzögerung zum Einlegen der Parksperre bzw. zum Aktivieren der Funktion zum Einlegen der Parksperre auf Basis der temperaturabhängigen Verzögerungszeit nur dann ausgeführt bzw. beibehalten wird, wenn die Fahrzeuggeschwindigkeit unterhalb des Fahrzeuggeschwindigkeitsgrenzwerts liegt und wenn gleichzeitig der Bremsdruck oberhalb des Bremsdruckgrenzwerts liegt und/oder der Bremslichtschalter aktiv ist. Liegt hingegen die Fahrzeuggeschwindigkeit oberhalb des Fahrzeuggeschwindigkeitsgrenzwerts oder liegt der Bremsdruck unterhalb des Bremsdruckgrenzwerts und/oder ist der Bremslichtschalter deaktiv, so wird das Einlegen der Parksperre bzw. das Aktivieren der Funktion zum Einlegen der Parksperre aus Sicherheitsgründen unmittelbar ausgeführt.
- Nach einer vorteilhaften Weiterbildung der hier vorliegenden Erfindung wird die Verzögerung zum Einlegen der Parksperre bzw. zum Aktivieren der Funktion zum Einlegen der Parksperre nur dann ausgeführt bzw. beibehalten, wenn eine Fahrzeugneigung unterhalb eines Neigungsgrenzwerts liegt. Dann hingegen, wenn bei Vorliegen des Fahrerwunschsignals zum Einlegen der Parksperre die Fahrzeugneigung oberhalb des Neigungsgrenzwerts liegt, wird das Einlegen der Parksperre bzw. das Aktivieren der Funktion zum Einlegen der Parksperre unmittelbar ausgeführt.
- Weiterhin kann vorgesehen sein, dass dann, wenn während der Verzögerungszeit beim Gangauslegen erkannt wird, dass sich eine Turbinendrehzahl von der Synchrondrehzahl des auszulegenden Gangs löst, die Verzögerung abgebrochen wird und das Einlegen der Parksperre bzw. das Aktivieren der Funktion zum Einlegen der Parksperre unmittelbar ausgeführt wird. Wird demnach das Öffnen der oder jeder beteiligten Kupplung während dem Gangauslegen erkannt, bevor die Verzögerungszeit abgelaufen ist, so wird die Parksperre sofort eingelegt.
- Weiterhin ist es möglich, dass dann, wenn für die zur Ausführung des erfindungsgemäßen Verfahrens verwendeten Signale Fehlerbehandlungen vorhanden sind, bei Setzen eines Signals auf einen Fehlerstatus die Verzögerung nicht beibehalten wird, sondern vielmehr sofort bzw. unmittelbar die Parksperre eingelegt bzw. die Funktion zum Einlegen der Parksperre aktiviert wird.
- Wie bereits ausgeführt, bildet die temperaturabhängige Verzögerungszeit, auf Basis derer die Parksperre verzögert eingelegt wird, dass Entleerungsverhalten der oder jeder gangauslegenden Kupplung nach.
- Das Entleerungsverhalten der Kupplungen beim Gangauslegen kann auch über eine Nachbildung des Ist-Druck-Verhaltens abhängig von der Ansteuerung der oder jeder gangauslegenden Kupplung beim Auslegevorgang ermittelt werden, so dass nach einer Alternative des erfindungsgemäßen Verfahrens die temperaturabhängige Verzögerungszeit durch eine Druckschwelle für das Öffnen der Kupplungen ersetzt werden kann. In diesem Fall wird dann in Schritt
6 überprüft, ob der Ist-Druck der oder jeder gangauslegenden Kupplung eine Druckschwelle unterschreitet. Ist dies der Fall, so wird ausgehend von Schritt6 auf Schritt4 verzweigt. Liegt hingegen der Ist-Druck der oder jeder gangauslegenden Kupplung oberhalb der Druckschwelle, so wird ausgehend von Schritt6 auf Schritt7 verzweigt. - Bezugszeichenliste
-
- 1
- Schritt
- 2
- Schritt
- 3
- Schritt
- 4
- Schritt
- 5
- Schritt
- 6
- Schritt
- 7
- Schritt
Claims (8)
- Verfahren zur Steuerung eines Parksperrensystems eines Automatgetriebes eines Fahrzeugs, wobei eine Parksperre nur dann eingelegt bzw. eine Funktion zum Einlegen der Parksperre nur dann aktiviert wird, wenn ein Fahrerwunschsignal zum Einlegen der Parksperre vorliegt, dadurch gekennzeichnet, dass bei Vorliegen des Fahrerwunschsignals zum Einlegen der Parksperre die Parksperre erst dann eingelegt bzw. die Funktion zum Einlegen der Parksperre erst dann aktiviert wird, wenn eine temperaturabhängige Verzögerungszeit, die ein Entleerungsverhalten mindestens einer gangauslegenden Kupplung nachbildet, abgelaufen ist.
- Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Verzögerung zum Einlegen der Parksperre bzw. zum Aktivieren der Funktion zum Einlegen der Parksperre nur dann ausgeführt bzw. beibehalten wird, wenn eine Fahrzeuggeschwindigkeit unterhalb eines Fahrzeuggeschwindigkeitsgrenzwerts liegt.
- Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass dann, wenn bei Vorliegen des Fahrerwunschsignals zum Einlegen der Parksperre die Fahrzeuggeschwindigkeit oberhalb des Fahrzeuggeschwindigkeitsgrenzwerts liegt, das Einlegen der Parksperre bzw. das Aktivieren der Funktion zum Einlegen der Parksperre unmittelbar ausgeführt wird.
- Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Verzögerung zum Einlegen der Parksperre bzw. zum Aktivieren der Funktion zum Einlegen der Parksperre nur dann ausgeführt bzw. beibehalten wird, wenn ein Bremsdruck oberhalb eines Bremsdruckgrenzwerts liegt oder ein Bremslichtschalter aktiv ist.
- Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass dann, wenn bei Vorliegen des Fahrerwunschsignals zum Einlegen der Parksperre der Bremsdruck unterhalb eines Bremsdruckgrenzwerts liegt oder ein Bremslichtschalter deaktiv ist, das Einlegen der Parksperre bzw. das Aktivieren der Funktion zum Einlegen der Parksperre unmittelbar ausgeführt wird.
- Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Verzögerung zum Einlegen der Parksperre bzw. zum Aktivieren der Funktion zum Einlegen der Parksperre nur dann ausgeführt bzw. beibehalten wird, wenn eine Fahrzeugneigung unterhalb eines Neigungsgrenzwerts liegt, wobei dann, wenn bei Vorliegen des Fahrerwunschsignals zum Einlegen der Parksperre die Fahrzeugneigung oberhalb des Neigungsgrenzwerts liegt, das Einlegen der Parksperre bzw. das Aktivieren der Funktion zum Einlegen der Parksperre unmittelbar ausgeführt wird.
- Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass dann, wenn während der Verzögerungszeit beim Gangauslegen erkannt wird, dass sich eine Turbinendrehzahl von der Synchrondrehzahl des auszulegenden Gangs löst, die Verzögerung abgebrochen und das Einlegen der Parksperre bzw. das Aktivieren der Funktion zum Einlegen der Parksperre unmittelbar ausgeführt wird.
- Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass bei Vorliegen des Fahrerwunschsignals zum Einlegen der Parksperre das Einlegen der Parksperre bzw. die Aktivierung der Funktion zum Einlegen der Parksperre solange verzögert wird, bis der Ist-Druck der oder jeder gangauslegenden Kupplung eine Druckschwelle unterschreitet.
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