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Die
folgende Erfindung betrifft einen piezoelektrischen Sensor, der
insbesondere zum Messen physikalischer Eigenschaften von Fluiden
geeignet ist.
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Insbesondere
oszillierende piezoelektrische Plättchen können als Sensorelemente für verschiedene
Messgrößen eingesetzt
werden. Da sie piezoelektrisch sind, bieten sie den Vorteil, dass
sowohl die Anregung als auch die Auslesung des Sensorsignals mit
einfachen Elektrodenstrukturen rein elektrisch realisiert werden
können.
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Messgrößen die
mit diesen Sensorelementen erfasst werden können sind z. B. die Viskosität und die
Dichte verschiedener Fluide (Flüssigkeiten oder
Gase). Ein auch wirtschaftlich interessantes Anwendungsbeispiel
hierfür
ist die Messung der Viskosität
von Motorölen,
um einen rechtzeitigen Ölwechsel
zu signalisieren. Weitere Anwendungsbeispiele sind verschiedene
chemische Reaktionen, die mit der Entstehung von festen oder geleeartigen
Phasen begleitet sind und die Beobachtung der Homogenität von Suspensionen.
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Ein
weiteres Anwendungsbeispiel für
oszillierende piezoelektrische Plättchen ist die Verwendung als
Massesensoren, da bei Anlagerung von zusätzlicher Masse an ihrer Oberfläche eine
Verschiebung ihrer Resonanzfrequenz messbar ist, wodurch die auf
ihrer Oberfläche
angesammelte Masse bestimmbar wird. Damit können z. B. Bioprozesse beobachtet
werden, bei denen die zu delektierenden Biomoleküle an der Plättchenoberfläche haften
bleiben (z. B. antibody-antigen Reaktionen).
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Ein
piezoelektrischer Plättchensensor,
der die oben beschriebenen Parameter erfassen kann ist in Patentschrift
WO 2005/043126 A2 beschrieben. Die
dort vorgeschlagene Plättchenstruktur
ist in
13 dargestellt. Das Sensorplättchen ist
aus mehreren Schichten zusammengesetzt: (i) einem Sensorelement
100,
das üblicherweise
aus einem nicht piezoelektrischen Material (z. B. Metallplättchen)
gefertigt ist, (ii) einer Piezoschicht
101, die auf das
Sensorelement aufgeklebt ist, (iii) einer Anregungselektrode
102,
um eine elektrische Spannung anzulegen, mit der in Verbindung mit
der Piezoschicht der gesamte Sensor in Schwingung versetzt wird,
und (iv) einer Aufnahmeelektrode
103, um das Sensorsignal zu
detektieren.
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Dieser
Plättchensensor
funktioniert derart, daß mit
der Anregungselektrode das Plättchen
in eine mechanische Resonanz angeregt wird. Befindet sich das Plättchen z.
B. in einer Flüssigkeit
in der die Viskosität,
die Dichte oder beide Größen sich
mit der Zeit verändern,
so werden sich auch die Resonanzfrequenz und die Güte des mechanischen
Schwingungssystems entsprechend ändern.
Aus der Größe der Änderungen
in der Resonanzfrequenz und in der Güte können die Viskosität und die
Dichte der Flüssigkeit
bestimmt werden.
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Der
Sensor gemäß dem beschriebenen Stand
der Technik hat diverse Nachteile. So besteht das Plättchen aus
zwei aufeinandergeklebten Teilen. Dies erfordert Technologieschritte,
die es nicht erlauben eine kostengünstige planare Technologie
einzusetzen. Des weiteren altert die Klebeschicht mit der Zeit.
Außerdem
absorbiert diese Klebeschicht mechanische Energie bei der Resonanzbewegung
des Plättchens.
Auch ist ausschließlich
eine Biegeschwingung möglich.
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Ähnliche
Nachteile weist auch die piezokeramische Schicht selbst auf. Sie
ist polykristallin und hat eine hohe innere Reibung, wodurch Schwingungsenergie
absorbiert wird. Diese Energieverluste sind besonders wichtig, da
dadurch die Effektivität der
Resonanzanregung und die Größe der erreichbaren
Q-Faktoren (und damit der Güte)
reduziert werden.
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Die
Klebeschicht und die Depolarisationseffekte in der Piezokeramik
begrenzen zudem den Temperaturbereich, in dem die Sensoren eingesetzt werden
können
auf maximal 150–180°C.
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Weiterhin
ist festzustellen, daß für die gleichzeitige
Bestimmung der Viskosität
und der Dichte (die sich üblicherweise
auch gleichzeitig ändern)
zwei Messparameter notwendig sind. Bei dem Sensor nach dem Stand
der Technik werden zu diesem Zweck die Resonanzfrequenz und die
Güte der
Resonanzkurven bestimmt. Zwar können
die Resonanzfrequenzen auch experimentell gut erfasst werden. Allerdings
ist die Güte
nur schwer zu bestimmen. Aus diesem Grund ist auch die Genauigkeit
des Sensors begrenzt. Es ist eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung
einen piezoelektrischen Sensor anzugeben, der mit einer planaren
Technologie kostengünstig
herstellbar ist.
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Diese
Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch
einen piezoelektrischer Sensor mit einem monokristallinen Schwingkörper aus
einem piezoelektrischen Material, in dem ein domäneninvertierten Bereich mit
invertierten Kristallachsen in einem Teilbereich des monokristallinen
Schwingkörpers
ausgebildet ist, wobei der verbleibende Teil des Schwingkörpers nicht
domäneninvertiert
ist, und wobei der Schwingkörper
mit Anregungs- und Aufnahmeelektroden verbunden ist.
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Der
vorliegende piezoelektrische Sensor kann vollständig auf Klebeflächen oder
sonstige Arten von Verbindungen zwischen unterschiedlichen Schichten
des Schwingkörpers
verzichten und ermöglicht
dennoch die Messung mindestens zweier Messparameter (z. B. Viskosität und Dichte)
gleichzeitig und mit großer
Genauigkeit und das in einem breiten Temperaturbereich.
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Dabei
kann der Schwingkörper
aus einem monolithischen kristallinen Körper gebildet sein. Die Anregungs-
und/oder Aufnahmeelektroden können zumindest
entlang eines Teils einer Längserstreckung
des Schwingkörpers
angeordnet sein. Der Schwingkörper
kann längserstreckt
ausgebildet sein. Der Schwingkörper
kann als längserstrecktes
Plättchen
mit im wesentlichen rechteckförmigem Grundriß oder als
Plättchen
mit im wesentlichen runden Grundriß ausgebildet sein. Der domäneninvertierte
Bereich kann als Schicht im Querschnitt des Schwingkörpers ausgebildet
sein. Zudem können mehrere
domäneninvertierte
Bereiche periodisch über
die Schwingkörperlänge verteilt
angeordnet sein, wobei die Anregungs- und Aufnahmeelektroden ineinander
verzahnt aber voneinander elektrisch isoliert und entsprechend der
Anordnung der domäneninvertierten
Bereiche angeordnet sein können.
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Gemäß einem
weiteren bevorzugten Ausführungsbeispiel
können
die Anregungs- und/oder
Aufnahmeelektroden jeweils als ein Elektrodenpaar ausgebildet sein,
die auf gegenüberliegenden
Seitenflächen
des Schwingkörpers
angeordnet sind. Alternativ kann die Anregungselektrode auf einer
ersten Seitenfläche
des Schwingkörpers
angeordnet sein, und die Aufnahmeelektrode kann auf einer gegenüberliegenden
zweiten Seite des Schwingkörpers
angeordnet sein. Alternativ können
die Anregungs- und/oder Aufnahmeelektroden gemeinsam auf einer Seitenfläche des
Schwingkörpers
angeordnet sein.
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Gemäß einem
weiteren bevorzugten Ausführungsbeispiel
können
mehr als zwei Elektrodenpaare vorgesehen sein, die jeweils sowohl
als Anregungs- als auch als Aufnahmeelektroden nutzbar sind.
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Des
Weiteren kann eine für
bestimmte Substanzen sensitive Schicht auf eine Teilbereich der Oberfläche des
Schwingkörpers
angeordnet sein.
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Außerdem kann
der Schwingkörper
zwei Endbereiche aufweisen, wobei zumindest einer dieser Endbereiche
des Schwingkörpers
eingespannt ist.
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Zudem
kann der Schwingkörper
eine Anisotropie aufweisen, wodurch der Schwingköper entlang verschiedener Kristallorientierungen
unterschiedliche Piezokoeffizienten aufweist.
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Darüber hinaus
kann der Teilbereich der Oberfläche
des Schwingkörpers,
der mit einer zu messenden Substanz bei einer Messung in Kontakt tritt,
passiviert sein.
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Daneben
können
die Elektroden gemeinsam auf einer Seite des Schwingkörpers angeordnet
sein, wobei die dieser Seite gegenüberliegende Seite mit einer
zu messenden Substanz in Kontakt bringbar ist, wobei eine mechanische
Sperre gegen den Kontakt der mit den Elektroden versehenden Seite
des Schwingkörpers
und der zu messenden Substanz vorgesehen ist.
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Gemäß einem
weiteren Ausführungsbeispiel kann
der Schwingkörper
in einen Anregungsteil und einen Sensorteil untergliedert sein,
die durch eine mechanische Sperre voneinander getrennt sind, wobei
ausschließlich
der Anregungsteil mit den Elektroden versehen ist. Dabei kann der
Sensorteil vollständig
passiviert sein. Zudem kann der Anregungsteil in einer Referenzkammer
und der Sensorteil in einer Messkammer aufgenommen sein, die voneinander getrennt
sind.
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Die
vorliegende Erfindung wird nachstehend anhand mehrerer Ausführungsbeispiele
in Verbindung mit den zugehörigen
Figuren näher
erläutert.
In diesen zeigen:
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1 eine schematische Darstellung eines Ausführungsbeispieles
des piezoelektrischen Sensors mit einseitiger Schwingkörperbefestigung (1a:
Querschnitt; 1b: Draufsicht),
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2 eine schematische Darstellung eines weiteren
Ausführungsbeispieles
des piezoelektrischen Sensors mit beidseitiger Schwingkörperbefestigung
(2a: Querschnitt; 2b: Draufsicht),
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3 ein
Diagramm, das Piezokoeffizienten als Funktion eines Drehwinkels
in der Waferfläche
eines 140° rotiertes
Y-Schnitt LiNbO3 Wafers darstellt,
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4 eine schematische Darstellung eines weiteren
Ausführungsbeispieles
des piezoelektrischen Sensors mit drei Elektrodenpaaren (3a: Querschnitt; 3b:
Draufsicht),
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5 eine schematische Darstellung eines weiteren
Ausführungsbeispieles
des piezoelektrischen Sensors mit periodisch angeordneten domäneninvertierten
Bereichen (5a, Querschnitt; 5b,
Draufsicht),
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6 eine schematische Darstellung eines weiteren
Ausführungsbeispieles
des piezoelektrischen Sensors mit mehreren periodisch angeordneten
Elektroden auf einer Schwingkörperoberfläche (6a:
Querschnitt; 6b: Draufsicht, 6c ein derartiger
piezoelektrischer Sensor nach 6a und 6b,
zusätzlich
mit einer passivierten Oberfläche),
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7 eine schematische Darstellung eines weiteren
Ausführungsbeispieles
des piezoelektrischen Sensors mit mehreren periodisch angeordneten
Elektroden auf einer Schwingkörperoberfläche mit
getrenntem Messmedium (7a: Querschnitt; 7b:
Draufsicht, 7c ein derartiger piezoelektrischer
Sensor nach 7a und 7b, aber
mit einem Schwingkörper
mit runden anstatt rechteckigem Grundriß),
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8 eine schematische Darstellung eines weiteren
Ausführungsbeispieles
des piezoelektrischen Sensors mit mehreren periodisch angeordneten
Elektroden auf beiden Schwingkörperoberflächen (8a:
Querschnitt; 8b: Draufsicht),
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9 eine schematische Darstellung eines weiteren
Ausführungsbeispieles
des piezoelektrischen Sensors mit separierten Anregungs- und Sensorteil
(9a: Querschnitt; 9b: Draufsicht),
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10 eine schematische Darstellung der Schwingungsmodi
eines weiteren Ausführungsbeispieles
des piezoelektrischen Sensors mit separierten Anregungs- und Sensorteil
nach 9 (10a: symmetrische
Schwingung; 10b: asymmetrische Schwingung, 10c: Frequenzgang),
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11 eine
schematische Darstellung eines weiteren Ausführungsbeispieles des piezoelektrischen
Sensors mit separierten Anregungs- und Sensorteil mit Passivierung,
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12 eine schematische Darstellung eines weiteren
Ausführungsbeispieles
des piezoelektrischen Sensors mit separierten Anregungs- und Sensorteil
in Zweikammeranordnung (12a:
Querschnitt; 12b: Draufsicht), und
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13 eine schematische Darstellung eines bekannten
piezoelektrischen Sensors (13a: Querschnitt; 13b: Draufsicht).
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Ein
erstes Ausführungsbeispiel
der vorliegenden Erfindung ist in 1 schematisch
dargestellt. Sie weist einen, auf einer Seite befestigten, monokristallinen
Körper 1 (z.
B. LiNbC3) auf, in dem durch eine thermische
Behandlung eine domäneninvertierte
Schicht 2 erzeugt worden ist. Die entsprechend verbleibende
Schicht 5 wird nicht domäneninvertiert. Der monokristalline
und monolithische Körper 1 bildet
ein kristallines Sensorelement. In der Schicht 2 ist die
Ausrichtung der Kristallachsen um 180° invertiert, was dazu führt das
das Vorzeichen der Piezokoeffizienten (aber auch den anderen Materialkoeffizienten)
geändert
wird. Auf diese Weise wird der monokristalline Körper 1 in einem monolithischen piezoelektrischen
Bimorph verwandelt und zwar ohne den Einsatz von einer Klebeschicht.
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Der
Körper 1 ist
im vorliegenden Ausführungsbeispiel
als dünnes
Plättchen
mit rechteckigem Grundriß ausgebildet.
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Wird
in dem Körper 1 ein
elektrisches Feld erzeugt, z. B. mit Hilfe von Elektrodenpaaren 3, 4,
die über
die gesamte Plättchenlänge oder
nur über
einen Teil davon verlaufen und auf den oberen und der unteren Plättchenseiten
positioniert sind, entstehen in den zwei Schichten Deformationen
mit unterschiedlichen Vorzeichen. Durch diese Deformationen wird das
Plättchen 1 in
Bewegung versetzt, wie auch z. B. bei einem piezokeramischen Bimorphs
der Fall ist.
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Optional
kann auch eine sensitive Schicht 6 auf die Plättchenoberfläche und/oder
auf die Plättchenunterseite
aufgetragen werden, um z. B. Bio-Moleküle zu detektieren oder andere
Substanzen anzureichern.
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Es
besteht auch die Möglichkeit
das Plättchen 1 auf
beiden Seiten zu befestigen, wodurch eine Stabilität sowie
die Resonanzfrequenz erhöht
werden. Ein derartiges Ausführungsbeispiel
ist in 2 dargestellt.
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In 1 und 2 wird
das Elektrodenpaar 3, 3 als Aufnahmeelektrode
und das Elektrodenpaare 4, 4 als Anregungselektrode
verwendet.
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Da
das Plättchen 1 monokristallin
ist und eine Anisotropie aufweist, kann man (im Gegensatz zu den
bisher verwendeten Piezokeramiken) durch die Auswahl des Kristallschnittes
unterschiedliche Bewegungen anregen, wodurch Biege-, Torsions- oder
eine Mischbewegung bestehend aus einer Biege und einer Torsionskomponente
möglich
werden.
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Diese
Bewegungsmöglichkeiten
kann man anhand der Piezokoeffizienten des Plättchens 1 erklären. Betrachten
wir z. B. ein 140° rotiertes Y-Schnitt
LiNbO3 Wafer, aus welchem Plättchen mit unterschiedlicher
Orientierung ausgesägt
werden können.
Die Sägekanten
werden unter unterschiedlichen Winkeln Φ in der Waferfläche orientiert,
dabei ändern
sich die relevanten Piezokoeffizienten wie in 3 gezeigt.
In dem Diagramm gemäß 3 sind der
Piezokoeffizient d''23,
der die Biegebewegung beschreibt und der Piezokoeffizient d''25, der die
Torsionsbewegung beschreibt, als Funktion des Drehwinkels Φ dargestellt.
Wird der Drehwinkel Φ =
0° ausgewählt, so
ist der Piezokoeffizient d''25 auch
gleich Null und das Plättchen
wird eine reine Biegebewegung ausführen. Wird dagegen ein Drehwinkel Φ = 54,5° gewählt, wird
d''23 gleich
Null und in das Plättchen
wird eine reine Torsionsbewegung angeregt. Für alle Winkel dazwischen werden
Biege- und Torsionsbewegungen unterschiedlicher Stärke angeregt und
es kann gezeigt werden, daß für einen
Winkel Φ =
29,5° beide
Bewegungen gleich stark angeregt werden können. Die Resonanzfrequenzen
der beiden Bewegungsarten sind unterschiedlich (etwa Faktor 10)
und lassen sich gut separat anregen und detektieren.
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Wird
das Plättchen 1,
gemäß dem in 1 dargestellten Ausführungsbeispiel, mit Hilfe der
Anregungselektrode 4, 4 in Resonanz versetzt (Biege oder
Torsion) und dann ganz oder nur teilweise in eine Flüssigkeit
eingetaucht, so führt
das zu einer Änderung
der Resonanzfrequenz. Diese Änderung
ist proportional zu der Eintauchtiefe und bei einer konstanten Tiefe
zu der Viskosität
und Dichte der Flüssigkeit.
Aus den gemessenen Resonanzkurven werden dann die Resonanzfrequenz
und die Güte (Q-Faktor)
bestimmt, aus denen die Viskosität
und die Dichte berechnet werden können. Auch eine reine Massenbelegung
der Plättchenoberfläche, z.
B. durch Anlagerung von Biomolekülen,
führt zu
einer Frequenzverschiebung, die dann für die Bestimmung der zusätzlichen
Massen genutzt werden kann. Der Kristallschnitt kann so ausgewählt werden,
daß das Plättchen sowohl
in Biege- als auch in Torsionsresonanz bei zwei unterschiedlichen
Frequenzen (z. B. 300 Hz für
Biege- und 3000 Hz für
Torsionsresonanz) angeregt werden kann. In so einem Fall werden
unter der Wirkung der Flüssigkeit
beide Frequenzen verschoben und aus diesen Verschiebungen lassen
sich die Viskosität
und die Dichte mit großer
Genauigkeit bestimmen. Die Gütefaktoren
der Resonanzkurven stehen auch in diesem Fall zur Verfügung und
können
für die
Erhöhung
der Genauigkeit oder für
die Bestimmung von anderen Eigenschaften der Flüssigkeit eingesetzt werden.
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Die
Elektrodenstruktur kann auch andere Geometrien aufweisen. In 4 ist beispielsweise ein Ausführungsbeispiel
mit einem Plättchen
mit drei Elektrodenpaaren dargestellt. Diese können sowohl als Anregungs-
als auch als Aufnahmeelektroden genutzt werden, wobei sie bei unterschiedlichen
Bewegungsarten unterschiedliche Effizienz aufweisen werden. So ist
z. B. die mittlere Elektrode gut geeignet Biegebewegungen anzuregen
und zu detektieren, wird aber auf Torsion schwächer reagieren. Vorwiegend
wird die mittlere Elektrode als Aufnahmeelektrode 3, eine
der beiden äußeren Elektroden
als Anregungselektrode 4, und die weitere äußere Elektrode
wahlweise als Anregungs- oder Aufnahmeelektrode 8 verwendet.
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Ein
anderes Ausführungsbeispiel
des vorliegenden Sensors ist in 5 dargestellt.
Die domäneninvertierten
Bereiche 10 sind in diesem Fall nicht als eine Schicht
ausgebildet, sondern periodisch über
die Plättchenlänge verteilt.
Zwischen den domäneninvertierten
Bereichen sind nicht domäneninvertierte
Bereiche 11 angeordnet. Die Anregung einer Resonanzbewegung
(wieder Biege-, Torsion- oder Mischresonanz möglich) erfolgt mit Hilfe von
interdigitalen Elektroden 12, 13 und 14, 15,
die wie in 6 gezeigt, positioniert
sind. Diese weisen Armbereiche auf, durch die diese Elektroden 12, 13 bzw. 14, 15 ineinander
verschränkt,
jedoch elektrisch isoliert gegeneinander sind. Dabei sind die Elektroden
paarweise auf jeweils eine Plättchenfläche aufgetragen. Ein
auf die obere Fläche
aufgetragenes Paar 12, 13 dient z. B. für die Anregung
der Plättchenbewegung und
ein auf die untere Fläche
aufgetragenes Paar 14, 15 nimmt die Sensorsignale
auf. Die Feldlinien sind in 5 mit
dem Bezugszeichen F →
dargestellt.
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Die
von den Elektrodenfingern der Elektroden 12, 13 angeregten
elektrischen Felder F →
erzeugen Oberflächendeformationen (z. B. Ausdehnung oder
Kontraktion), die sich entlang des Plättchens 1 aufsummieren
und letztendlich ähnlich
wie bei einem Monomorph zu einer Bewegung führen. Damit sich bei einer
periodischen Änderung
der Richtung des elektrischen Feldes die Oberflächendeformationen summieren,
ist es notwendig dass sich auch die Ausrichtung der Kristallachsen
mit der gleichen Periodizität ändert. Dies
wird mit der Domäneninversion
erreicht. Die Anregungs- und Aufnahmeelektroden sind in diesem Fall
gut räumlich
getrennt und werden sich weniger stören als in Falle des Ausführungsbeispieles
nach 1.
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Eine
weiteres Ausführungsbeispiel,
das auch auf periodischen Elektroden basiert, ist in 6 dargestellt. In diesem Ausführungsbeispiel
sind die Anregungs- und Aufnahmeelektrodenpaare 13, 12 und 14, 15 auf
der gleichen Plättchenseite
angeordnet. Somit ergibt sich die Möglichkeit, eine Seite des Plättchens
von den Elektroden „zu
befreien” und
diese dann als „Sensorseite” für die Messflüssigkeit
oder Massenbelegung einzusetzen. Dieses Ausführungsbeispiel ist vor allem
bei Medien (Messflüssigkeiten) verwendbar,
die empfindlich gegenüber
Metallschichten oder elektrischen Felder reagieren.
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Auch
bei diesem Ausführungsbeispiel
können
mehr als zwei Elektrodenpaare auf die Fläche positioniert werden, wodurch
die Flexibilität
der Anregung und Signalaufnahme erhöht ist.
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Auch
eine Passivierung derjenigen Oberfläche 20 des Sensorplättchens,
die sich im Kontakt mit der Messflüssigkeit FI befindet, kann
hier durchgeführt
werden, wie in 6c dargestellt.
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Um
eine völlige
Trennung des Messmediums FI von der Elektrodenseite zu erreichen,
ist es auch möglich
eine Art Membranenlösung
zu realisieren, bei der die obere und untere Plättchenseiten durch eine passende
Befestigung 30 separiert sind, wie dies im Ausführungsbeispiel
nach 7 dargestellt ist.
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Es
ist weiterhin auch möglich
auf jede Plättchenseite
mehr als ein Paar Elektroden zu positionieren. So zeigt 8 ein Ausführungsbeispiel mit zwei Paaren
pro Seite. Dieses Ausführungsbeispiel
erlaubt sowohl die Anregungsstärke
als auch die Größe des Sensorsignals
zu verdoppeln. Um das zu erreichen, werden die zwei Anregungselektroden
auf beiden Plättchenseiten
mit Steuerspannung versorgt und auch die Sensorsignale werden aus
zwei Aufnahmeelektroden gewonnen.
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Eine
noch größere Flexibilität bieten
das Ausführungsbeispiel
nach 9, bei dem der Anregungsteil 50 (kann
auch als Referenzsensor dienen) und der Sensorteil 60 des
Plättchens
völlig
voneinander separiert sind. Das Plättchen ist in diesem Fall nur
teilweise mit Elektroden 3, 4 (flächige oder
aber auch periodische Elektroden sind möglich) beschichtet und in die
Wand 70 einer Messkammer mit Messflüssigkeit FI eingebaut. Die
Elektroden 3, 4 liegen außerhalb des Messmediums FI,
so dass der Messteil 60 völlig frei von elektrischen
Feldern ist und in Flüssigkeiten,
die empfindlich gegenüber
solchen Feldern reagieren, eingesetzt werden kann. Ist die Wand 70 der
Messkammer ausreichend dünn,
z. B. einige 100 μm,
so wird die Bewegung in den Anregungsteil 60 auch in den
Sensorteil 60 übertragen und
beide Teile können
in Resonanzschwingungen versetzt werden.
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Mechanisch
betrachtet, stellen die zwei Teile des Ausführungsbeispieles nach 9 zwei gekoppelten Resonatoren dar. Die
zwei niedrigsten Schwingungsmodi dieses Systems sind in 10 dargestellt: (a) symmetrischer Modus
mit Frequenz F1 und (b) asymmetrischer Modus
mit Frequenz F2 wobei F1 < F2 ist.
Die entsprechende Resonanzkurve mit zwei Maxima ist in 10c dargestellt.
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Der
Abstand zwischen den zwei Frequenzen wird durch die Stärke der
Kopplung der zwei Resonatoren, d. h. durch die Dicke der Kammerwand
bestimmt. Es gilt: je dicker die Wand, desto schwächer die
Kopplung, wodurch die (identischen) Resonatoren mit (fast) gleichen
Frequenzen schwingen. Eine dünne
Wand bedingt demgegenüber
eine starke Kopplung und die zwei Frequenzen driften auseinander.
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Änderungen
in der Viskosität
oder/und Dichte der Messflüssigkeit
führen
zu Änderungen
in den Resonanzfrequenzen und können
als Sensorsignal genutzt werden. Da die beiden Teile des Plättchens auf
gleicher Weise von der Temperatur beeinflusst werden kann man die
Temperatureinwirkung ausschließen
indem man den Anregungsteil als Referenzsensor einsetzt.
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Es
ist weiterhin möglich,
den Sensorteil 60 des Plättchens völlig passiv, d. h. auch frei
von Piezoeffekt, zu gestalten. Dafür wird dieser Teil 60 mit
einem starken Protonenaustausch in reiner Benzoesäure behandelt,
wodurch der Piezoeffekt praktisch auf Null reduziert werden kann.
Ein entsprechendes Ausführungsbeispiel,
bei dem der Plättchenteil
mit Passivierung auch mit dem Bezugszeichen 80 gekennzeichnet
ist, ist in 11 dargestellt.
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Eine
weiteres Ausführungsbeispiel,
das in 12 dargestellt ist, realisiert
ein Zweikammersystem. Zu diesem Zweck wird eine Referenzkammer R aufgebaut,
die durch die Befestigungswand 70 von der Messkammer M
getrennt wird. In die Referenzkammer kann eine Referenzflüssigkeit,
z. B. Referenzöl,
das nur der Temperaturschwankungen ausgesetzt ist, aber sonst keine
Verschmutzungen aus dem Motor und Umwelt erfährt, eingefüllt werden. Auf diese Weise
kann nicht nur der Temperatureinfluss ausgeschaltet werden, sondern
auch eine Differenzmessung realisiert werden, bei der eine Kalibrierung des
Sensors nicht unbedingt notwendig ist.