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Die
Erfindung betrifft eine Warnlichteinrichtung für ein Fahrzeug
zum Anzeigen einer Verzögerung des Fahrzeugs, wobei bei
betätigter Feststellbremsanlage und eingeschalteter Zündung
mindestens eine Bremsleuchte aktivierbar ist.
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Aus
dem Dokument
DE 29
82 2722 U1 ist ein Türöffnungswarnsystem
bekannt, welches sich beim Öffnen einer Fahrzeugtür
aktivieren lässt. Hierzu werden Blinklichter und Warnlichter
stets vor einem Öffnen der Fahrzeugtür aktiviert,
wenn der Zündschlüssel in die "Aus" Position gedreht
oder aus dem Zündschloss entfernt wurde. Die Blinklichter
und Warnlichter werden abgeschaltet, wenn die Fahrzeugtür
wieder geschlossen oder verriegelt wird und so mindestens ein Kontaktschalter
zum Ausschalten des Systems aktiviert wird oder ein Verzögerungsschalter
die Stromversorgung für die Blink- bzw. Warnleuchten nach
einer vorgegebenen Zeit abschaltet.
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Das
Türöffnungswarnsystem dient insbesondere der Warnung
nachfolgender Fahrzeuge vor einem möglichen Öffnen
einer Fahrzeugtür. Mittels des bekannten Türöffnungswarnsystems
ist aber beispielsweise bei stockendem Verkehr auf einer abschüssigen
Straße, bei welchem durch Betätigen der Feststellbremsanlage
das Fahrzeug abbremst, eine Warnung des nachfolgenden Verkehrs nicht
ermöglicht, so dass es leicht zu Auffahrunfällen
kommen kann. Darüber hinaus führt das aus dem
Stand der Technik bekannte, gleichzeitige Blinken aller Blink- und
Warnleuchten zu einer erhöhten Belastung der Fahrzeugbatterie.
Diese Belastung der Fahrzeugbatterie bedeutet vor allem für
Fahrzeuge, die ausschließlich kurze Strecken gefahren werden,
eine stark verminderte Einsatzzeit der Fahrzeugbatterie.
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Des
Weiteren ist aus
DE
40 00 498 A1 eine Warnlichteinrichtung für Fahrzeuge
zum Anzeigen bzw. Signalisieren von Verzögerungen des Fahrzeugs
bekannt, wobei das Warnlicht durch eine Schalteinrichtung beim Betätigen
der Feststellbremsanlage aktiviert wird. Die Warnlichter werden
dabei nur bei eingeschalteter Zündung betätigt.
Somit wird beispielsweise auf einem abschüssigen Verkehrsweg
bei stockendem Verkehr, bei welchem bei ausgeschalteter Zündung
das Fahrzeug über das Betätigen der Feststellbremsanlage
gebremst wird, die daraus resultierende Verzögerung des
Fahrzeugs dem nachfolgenden Verkehr nicht angezeigt und kann so
zu Auffahrunfällen führen.
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Der
Erfindung liegt daher die Aufgabe zu Grunde, eine Warnlichteinrichtung
zum Anzeigen einer Verzögerung eines Fahrzeugs anzugeben,
welche die Verzögerung des Fahrzeugs einfach, schnell und
sicher anzeigt.
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Die
Aufgabe wird erfindungsgemäß durch eine Warnlichteinrichtung
für ein Fahrzeug zum Anzeigen einer Verzögerung
des Fahrzeugs gelöst, bei welcher bei betätigter
Feststellbremsanlage und eingeschalteter Zündung mindestens
eine Bremsleuchte aktivierbar ist, wobei die Bremsleuchte bei betätig ter
Feststellbremsanlage für eine vorgegebene Zeit aktiviert
bleibt, wenn das Fahrzeug mittels einer Startvorrichtung in einen
Betriebszustand "Zündung AUS" geschaltet und/oder die Startvorrichtung
aus einem Zündschloss oder dem Fahrzeug entfernt ist.
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Unter
einer Startvorrichtung wird insbesondere eine herkömmliche
mechanische oder elektronische Startvorrichtung verstanden. Eine
mechanische Startvorrichtung kann beispielsweise ein Zündschloss
sein, welches durch einen zugehörigen Zündschlüssel
geschaltet wird. Durch Ziehen des Zündschlüssels
aus dem Zündschloss wird die Startvorrichtung entfernt.
Unter dem Betriebszustand "Zündung AUS" wird insbesondere
das Schalten des Zündschlüssels in die so genannte
Normalbetriebsstellung verstanden, in welcher die Zündung
und die Spannungsversorgung von Motor-Komponenten und Motor-Verbrauchern
ausgeschaltet werden bzw. sind. Unter einer elektronischen Startvorrichtung
wird beispielsweise ein automatisches, schlüsselloses System
verstanden, das mittels eines so genannten "keyless-go"-Systems
entriegelt und mittels eines Start-Stopp-Schalters gestartet wird.
Dabei wird mittels des "keyless-go"-Systems beispielsweise über einen
Transponder und über Näherungssensoren und Antennen
im Fahrzeug das Fahrzeug entriegelt bzw. verriegelt. Unter dem Betriebszustand
"Zündung AUS" wird hierbei das Ausschalten der Zündung
und der Spannungsversorgung der Motor-Komponenten und Motor-Verbraucher
mittels des Start-Stopp-Schalters verstanden. Unter Entfernen der
Startvorrichtung wird beim "keyless-go"-System das Entfernen des
Transponders aus dem Erfassungsbereich der Näherungssensoren
verstanden.
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Mittels
der erfindungsgemäßen Warnlichteinrichtung werden
Bremsvorgänge, die durch das Betätigen einer Feststellbremsanlage
eingeleitet werden, auch nach dem Schalten des Fahrzeugs in einen
Betriebszustand "Zündung aus" weiter angezeigt, wodurch
der nachfolgende Verkehr gewarnt wird. So werden Auffahrunfälle
vermieden, welche in Folge dieses bisher nicht angezeigten Bremsvorgangs
besonders bei stockendem Verkehr auf abschüssigen Verkehrswegen
oder in Staus leicht auftreten konnten.
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Ausführungsbeispiele
der Erfindung werden im Folgenden anhand einer Zeichnung näher
erläutert.
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Dabei
zeigt:
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1 ein
schematisches Blockschaltbild einer Warnlichteinrichtung zum Anzeigen
einer Verzögerung eines Fahrzeugs.
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1 zeigt
eine Warnlichteinrichtung 1 zum Anzeigen einer Verzögerung
eines nicht näher dargestellten Fahrzeugs. Die Warnlichteinrichtung 1 umfasst
eine Steuereinheit 2, die eingangsseitig zumindest mit
einer Feststellbremsanlage 3, mindestens einer Bremsleuchte 4 und
einer Startvorrichtung 5 für das Fahrzeug verbunden
ist. Ausgangsseitig ist die Steuereinheit 2 zumindest mit
der Bremsleuchte 4 verbunden.
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Die
Steuereinheit 2 ist beispielsweise ein bereits im Fahrzeug
vorhandenes Steuergerät, z. B. ein Bremssteuergerät,
ein Lichtsteuergerät, welches um die nachfolgend beschriebene
Warnlichtfunktion erweitert wird. Auch kann es sich um eine separate Steuereinheit 2,
insbesondere eine Datenverarbeitungseinheit handeln. Die Steuereinheit 2 steuert
die Stromversorgung der Bremsleuchte 4, so dass diese beispielsweise
bei Betätigung der Feststellbremsanlage 3 oder einer
herkömmlichen Bremsanlage, z. B. einer Fußpedalbremse,
mit Strom versorgt wird.
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Die
Feststellbremsanlage 3 ist eine so genannte Hand- oder
Fußbremse, bei welcher das Fahrzeug im Stillstand mit mechanischen
Mitteln auch auf geneigter Fahrbahn ohne einen Fahrzeugführer
gehalten wird. Die Feststellbremsanlage 3 besteht zumindest
aus einer Betätigungseinrichtung welche mechanisch oder
elektronisch ausgeführt sein kann, einer Übertragungseinrichtung
zur Bremskraftsteuerung, welche mechanisch, hydraulisch, pneumatisch,
elektrisch bzw. elektronisch oder mit einer hybriden Kombination
ausgeführt sein kann und Radbremsen wie beispielsweise
Scheibenbremsen oder Trommelbremsen.
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Die
Bremsleuchte 4 ist beispielsweise eine der herkömmlichen
unteren Bremsleuchten oder eine zentrale Bremsleuchte, welche mittig
im Bereich des Heckfensters, insbesondere der Unter- oder Oberkante
angeordnet ist. Auch können mehrere Bremsleuchten 4 mit
der Steuereinheit 2 verbunden sein. Alternativ oder zusätzlich
können Schlussleuchten, hintere Begrenzungsleuchten und/oder
Parkleuchten mit der Steuereinheit 2 verbunden und mittels
dieser wie nachfolgend beschrieben aktivierbar oder deaktivierbar
sein.
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Die
Startvorrichtung 5 ist beispielsweise eine herkömmliche,
mechanische oder elektronische Startvorrichtung des Fahrzeugs. Die
mechanische Startvorrichtung umfasst ein Zündschloss und
einen zugehörigen Zündschlüssel, wobei
das Zündschloss durch den Zündschlüssel
schaltbar ist. Der Betriebszustand "Zündung AUS" wird bei
dieser mechanischen Startvorrichtung erreicht, in dem der Zündschlüssel
im Zündschloss auf eine Position gedreht wird oder wurde,
welche beispielsweise mit "I" bezeichnet wird. Durch Ziehen des
Zündschlüssels aus dem Zündschloss wird
diese mechanische Startvorrichtung entfernt. Eine elektronische
Startvorrichtung kann beispielsweise entsprechend einem "keyless-go"-System
ausgebildet sein, wobei mittels beispielsweise eines Transponders,
Näherungssensoren und Antennen das Fahrzeug ent- bzw. verriegelt und
mittels eines Start-Stopp-Schalter das Fahrzeug gestartet oder ausgeschaltet
wird. Der Betriebszustand "Zündung AUS" wird bei dieser
elektronischen Startvorrichtung erreicht, wenn der Transponder sich innerhalb
des Erfassungsbereiches der Näherungssensoren befindet
und die Zündung sowie die Spannungsversorgung von Fahrzeug-
und Motorkomponenten durch Betätigung des Start-Stopp-Schalters ausgeschaltet
werden bzw. sind. Die Startvorrichtung 5 ist bei dieser
elektronischen Ausführung aus dem Fahrzeug entfernt, wenn
sich der Transponder außerhalb der Erfassungsreichweite
der Näherungssensoren befindet.
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Im
bestimmungsgemäßen Betrieb der Warnlichteinrichtung 1 wird
bei betätigter Feststellbremsanlage 3 und eingeschalteter
Zündung mindestens eine der Bremsleuchten 4 aktiviert.
So kann das Fahrzeug im Normalbetrieb des Fahrzeugs beispielsweise
durch den Fahrzeugführer durch Betätigung der
Feststellbremsanlage 3 abgebremst und zum Stillstand gebracht
werden. Durch die Aktivierung der Bremsleuchte 4 bei betätigter
Feststellbremsanlage 3 wird der nachfolgende Verkehr vor
einer Verzögerung des Fahrzeugs gewarnt.
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Nachfolgend
wird die erweiterte Warnlichtfunktion näher beschrieben.
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Schaltet
der Fahrzeugführer das Fahrzeug zusätzlich in
den Betriebszustand "Zündung AUS" und/oder entfernt er
die Startvorrichtung 5, z. B. durch Ziehen des Zündschlüssels
aus dem Zündschloss oder Verlassen des Fahrzeugs mit Transponder,
so bleibt die Bremsleuchte 4 bei betätigter Feststellbremsanlage 3 für
eine vorgegebene Zeit aktiviert. Hierdurch wird der nachfolgende
Verkehr beispielsweise auch in der nachfolgend beschriebenen Situation
gewarnt, in welcher bisher keine Warnung angezeigt wurde.
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Wird
ein Fahrzeug durch die Betätigung der Feststellbremsanlage 3,
beispielsweise bei Stau oder stockendem Verkehr oder auf einem abschüssigen Verkehrsweg,
abgebremst und wird, beispielsweise um Kraftstoff zu sparen, das
Fahrzeug zusätzlich in den Betriebszustand "Zündung
AUS" geschaltet, so wird die Bremsleuchte 4 mittels der
Steuereinheit 2 weiterhin mit Strom versorgt und bleibt
aktiviert, so dass dieser Bremsvorgang angezeigt wird. Hierdurch wird
dem nachfolgenden Verkehr trotz ausgeschalteter Zündung
die Verzögerung des Fahrzeugs angezeigt, wodurch die Sicherheit
erhöht und Auffahrunfälle vermieden werden können.
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Zusätzlich
wird beim Schalten des Fahrzeuges in den Betriebszustand "Zündung
AUS" oder beim Entfernen der Startvorrichtung 5 eine Zeitfunktion
Ft und/oder ein Zeitschalter 6 mittels
der Steuereinheit 2 aktiviert. Die Zeitfunktion Ft bzw. der Zeitschalter 6 unterbrechen
die Stromzufuhr der Bremsleuchte 4 nach einer vorgegebenen
Zeit, beispielsweise nach 30 s oder 60 s. Durch dieses Abschalten der
Bremsleuchte 4 zumindest bei ausgeschalteter Zündung
und/oder entfernter Startvorrichtung 5 und nach Ablauf
einer vorgegebenen Zeit kann der Stromverbrauch und damit die Belastung
der Fahrzeugbatterie verringert werden.
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Je
nach Vorgabe kann die Bremsleuchte 4 auf Dauerlicht oder
auf Blinklicht geschaltet werden.
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- 1
- Warnlichteinrichtung
- 2
- Steuereinheit
- 3
- Feststellbremsanlage
- 4
- Bremsleuchte
- 5
- Startvorrichtung
- 6
- Zeitschalter
- Ft
- Zeitfunktion
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
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- - DE 29822722
U1 [0002]
- - DE 4000498 A1 [0004]