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Die
Erfindung betrifft eine organische Solarzelle, umfassend mindestens
drei Funktionsschichten, wobei eine erste Funktionsschicht in Form
mindestens einer elektrisch leitenden ersten Elektrodenschicht,
eine zweite Funktionsschicht in Form mindestens einer organischen
Halbleiterschicht und eine dritte Funktionsschicht in Form mindestens
einer lichtdurchlässigen, insbesondere transparenten, elektrisch
leitenden zweiten Elektrodenschicht ausgebildet ist, wobei die mindestens
eine organische Halbleiterschicht photovoltaisch aktiv ist und zwischen
der mindestens einen ersten Elektrodenschicht und der mindestens
einen zweiten Elektrodenschicht angeordnet ist.
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Organische
Solarzellen und Verfahren zu deren Herstellung sind bekannt. Unter
einem organischen Bauelement wird im allgemeinen ein solches verstanden,
das mindestens eine Funktionsschicht aufweist, die zumindest teilweise
auf einem organischen Material basiert. Eine Funktionsschicht ist
insbesondere eine elektrisch leitende Schicht, eine Halbleiterschicht,
eine elektrisch isolierende Schicht oder ein Substrat. Als organische
Materialien werden alle Arten von organischen, metallorganischen und/oder
anorganischen Kunststoffen bezeichnet, wobei eine Beschränkung
auf ein kohlenstoffhaltiges Material nicht vorgesehen ist. Vielmehr
werden auch Silikone, Polymere oder Oligomere sowie die so genannten „small
molecules" dazugerechnet.
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Die
DE 10 2004 045 211
A1 beschreibt einen flexiblen Folienkörper umfassend
eine organische Solarzelle, welche im einfachsten Fall eine Schicht aus
konjugiertem Polymer umfasst, welche zwischen einer transparenten
Elektrodenschicht und einer metallischen Elektrodenschicht angeordnet
ist. Um die Effizienz der Solarzelle zu erhöhen, wird Licht
aus den die Solarzelle umgebenden Bereichen mittels Reliefstrukturen
in Richtung der Solarzelle geleitet. Dabei ist die Solarzelle gegebenenfalls
von einem optisch variablen Element, wie einem Kinegram
®,
bedeckt.
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Derzeit
besitzen organische Solarzellen eine Effizienz bzw. einen Wirkungsgrad
von etwa 3 bis 5%, der weit unter bereits mit Solarzellen auf Silizium-Basis
erzielten Wirkungsgraden liegt.
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Es
ist nun Aufgabe der Erfindung, eine organische Solarzelle mit verbesserter
Effizienz bereitzustellen.
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Die
Aufgabe wird für die Solarzelle, umfassend mindestens drei
Funktionsschichten, wobei eine erste Funktionsschicht in Form mindestens einer
elektrisch leitenden ersten Elektrodenschicht, eine zweite Funktionsschicht
in Form mindestens einer organischen Halbleiterschicht und eine
dritte Funktionsschicht in Form mindestens einer lichtdurchlässigen,
insbesondere transparenten, elektrisch leitenden zweiten Elektrodenschicht
ausgebildet ist, wobei die mindestens eine organische Halbleiterschicht
photovoltaisch aktiv ist und zwischen der mindestens einen ersten
Elektrodenschicht und der mindestens einen zweiten Elektrodenschicht
angeordnet ist, gelöst, indem die Solarzelle mindestens eine
die Effizienz der Solarzelle erhöhende lichtdurchlässige,
insbesondere transparente, organische Funktionsschicht aufweist,
die lichtstreuende und/oder lumineszierende Partikel aufweist, welche senkrecht
zur mindestens einen Halbleiterschicht gesehen überlappend
mit und/oder neben dieser angeordnet sind, und/oder mindestens eine
die Effizienz der Solarzelle erhöhende lichtdurchlässige,
insbesondere transparente, organische oder anorganische Funktionsschicht
aufweist, die einen Brechungsindex aufweist, der zwischen dem Brechungsindex
von Luft und dem Brechungsindex der zweiten Elektrodenschicht liegt,
wobei die mindestens eine organische oder anorganische Funktionsschicht
auf der, der mindestens einen Halbleiterschicht abgewandten Seite der
zweiten Elektrodenschicht angeordnet ist, und/oder mindestens eine
die Effizienz der Solarzelle erhöhende lichtdurchlässige,
insbesondere transparente, organische oder anorganische Funktionsschicht
aufweist, wobei die mindestens eine organische oder anorganische
Funktionsschicht auf der, der mindestens einen Halbleiterschicht
abgewandten Seite der zweiten Elektrodenschicht angeordnet ist und
an ihrer der mindestens einen Halbleiterschicht abgewandten Grenzfläche
mindestens eine erste Reliefstruktur aufweist, welche eine Reflektion
von in die Solarzelle einfallendem Licht an dieser Funktionsschicht
im Vergleich zu einer Reflektion an einer solchen Funktionsschicht
mit einer ebenen Grenzfläche, insbesondere um mindestens
20%, vermindert.
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Wird
eine organische Funktionsschicht mit lichtstreuenden Partikeln eingesetzt,
so streuen und/oder lenken diese das einfallende Licht. Das Licht
wird dabei in eine oder mehrere Richtungen abgelenkt, so dass das
Licht einerseits in der aktiven Schicht der Solarzelle bzw. der
mindestens einen organischen Halbleiterschicht eine längere
Wegstrecke zurücklegt, als es ohne die Partikel der Fall
wäre. Dabei treffen die bereits abgelenkten Lichtstrahlen
gegebenenfalls auf weitere, das Licht erneut streuende Partikel,
so dass ein Austritt des Lichts oder von Teilen des Lichts aus der
aktiven Schicht im günstigsten Fall vollständig
verhindert werden kann. Lichtstreuende Partikel, die senkrecht zur
mindestens einen Halbleiterschicht gesehen neben dieser bzw. nicht mit
dieser überlappend angeordnet sind, dienen dazu das Licht,
das die aktive Schicht verfehlt hätte und ungenutzt geblieben
wäre, in Richtung der aktiven Schicht der Solarzelle umlenken.
Das auf und neben der Solarzelle auftreffende Licht wird somit besser genutzt
und dadurch die Effizienz der Solarzelle um bis zu 100% erhöht.
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Wird
eine organische Funktionsschicht mit lumineszierenden Partikeln
eingesetzt, so werden diese von auftreffendem Licht mindestens einer
Wellenlänge angeregt und emittieren Licht einer anderen Wellenlänge.
Die lumineszierenden Partikel werden dabei so gewählt,
dass die emittierte Wellenlänge von der aktiven Schicht
der Solarzelle besser genutzt oder zumindest genutzt werden kann.
Dabei kann das die lumineszierenden Partikel anregende Licht insbesondere
Licht einer Wellenlänge sein, die von der aktiven Schicht
der Solarzelle nicht oder nur schlecht verwertet werden kann. Das
von einem lumineszierenden Partikel ausgesandte Licht wird allseitig
gleichmäßig abgestrahlt und ist somit richtungsunabhängig
nutzbar. Das auf und neben der Solarzelle auftreffende Licht wird
somit besser verwertet und dadurch die Effizienz der Solarzelle
um bis zu 100% erhöht.
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Als
lumineszierende Partikel können fluoreszierende Partikel
oder phosphoreszierende Partikel eingesetzt werden, wobei auch eine
Kombination aus diesen verwendbar ist.
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Wird
eine organische oder anorganische Funktionsschicht, die einen Brechungsindex
aufweist, der zwischen dem Brechungsindex von Luft und dem Brechungsindex
der zweiten Elektrodenschicht liegt, auf der Lichteinfallseite der
Solarzelle, also im wesentlichen vor der zweiten Elektrodenschicht
angeordnet, so wird erreicht, dass die Reflektion des Lichtes beim
Auftreffen auf die Solarzelle vermindert wird. Es tritt mehr Licht über
die Grenzfläche zwischen Luft und Solarzelle in die Solarzelle über
als ohne diese Maßnahme. Vormals an der Grenzfläche
reflektiertes Licht, das ungenutzt von der Solarzelle abgelenkt
wurde, steht nun größtenteils zur Energiegewinnung
zur Verfügung, wobei die Effizienz der Solarzelle um bis
zu 20% erhöht wird.
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Bevorzugt
werden derartige organische oder anorganische Funktionsschichten,
die einen definierten Brechungsindex aufweisen, jeweils in einer Schichtdicke
im Bereich von 15 bis 300 nm ausgebildet. Besonders geeignete Materialien
zur Bildung von Funktionsschichten sind dielektrische Materialien,
die in einer derartigen Schichtdicke lichtdurchlässig,
insbesondere transparent, sind, wie SiO2, ZnS,
Al2O3, ZrO2, MgF2, Ca2O3 usw.
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Weiterhin
kann eine organische oder anorganische Funktionsschicht, die mindestens
eine erste Reliefstruktur aufweist, die eine Reflektion des Lichtes
beim Auftreffen auf die Solarzelle vermindert, auf der Lichteinfallseite
der Solarzelle, also im wesentlichen vor der zweiten Elektrodenschicht,
angeordnet sein. Es tritt mehr Licht über die Grenzfläche
zwischen Luft und Solarzelle in die Solarzelle über als ohne
diese Maßnahme. Vormals an der Grenzfläche reflektiertes
Licht, das ungenutzt von der Solarzelle abgelenkt wurde, steht nun
größtenteils zur Energiegewinnung zur Verfügung,
wobei die Effizienz der Solarzelle um bis zu 20% erhöht
wird.
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Dabei
hat es sich bewährt, wenn die mindestens eine erste Reliefstruktur
in Form einer Mattstruktur ausgebildet ist. Mattstrukturen besitzen
im mikroskopischen Maßstab feine Reliefstrukturelemente, die
das Streuvermögen bestimmen und nur mit statistischen Kenngrößen
beschrieben werden können, wie z. B. Mittenrauhwert Ra,
Korrelationslänge Ic usw., wobei die Werfe für
den Mittenrauhwert Ra im Bereich 20 nm bis 2000 nm liegen mit Vorzugswerten im
Bereich von 50 nm bis 1000 nm, während die Korrelationslänge
Ic in wenigstens einer Richtung Werte im Bereich von 200 nm bis
50000 nm, vorzugsweise im Bereich von 500 nm bis 10000 nm, aufweist.
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Weiterhin
hat es sich bewährt, wenn die mindestens eine erste Reliefstruktur
in Form einer periodischen Struktur, insbesondere als Blazegitter,
Linienstruktur, Kreuzgitter, lineares oder gekreuztes Sinusgitter,
Kreisgitter, Linsenstruktur oder einer Kombination aus zwei oder
mehreren dieser Strukturen ausgebildet ist.
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Besonders
bevorzugt ist es, wenn die mindestens eine erste Reliefstruktur
ein Tiefen-zu-Breiten-Verhältnis von > 0,3 und insbesondere von > 1 aufweist, da dadurch
in der Regel eine verbesserte Funktion, d. h. eine verminderte Reflektion
erreicht wird.
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Als
Tiefe ist hier der Abstand zwischen dem höchsten und dem
tiefsten aufeinanderfolgenden Punkt einer solchen Reliefstruktur
bezeichnet, d. h. es handelt sich um den Abstand zwischen „Berg"
und „Tal". Als Breite ist der Abstand zwischen zwei benachbarten
höchsten Punkten, d. h. zwischen zwei „Bergen",
bezeichnet. Je höher nun das Tiefen-zu-Breiten-Verhältnis
ist, desto steiler sind die „Bergflanken" ausgebildet.
Beispielsweise kann es sich bei der ersten Reliefstruktur um periodische
Reliefstrukturen oder quasi-periodische Reliefstrukturen mit diskret
verteilten linienförmigen Bereichen handeln, die nur als
ein „Tal" ausgebildet sind, wobei der Abstand zwischen
zwei „Tälern" um ein Vielfaches höher
ist als die Tiefe der „Täler". Das berechnete Tiefen-zu-Breiten-Verhältnis
von quasi-periodischen Reliefstrukturen kann dabei annähernd
Null sein, so dass bei diskret angeordneten Reliefstrukturen, die im
wesentlichen nur aus einem „Tal" gebildet sind, die Tiefe
des „Tales" zur Breite des „Tales" ins Verhältnis zu
setzen ist, um das Tiefen-zu-Breiten-Verhältnis zu bestimmen.
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Es
hat sich bewährt, wenn die mindestens eine erste periodische
Reliefstruktur eine Spatialfrequenz im Bereich von 300 bis 4000
Linien/mm aufweist.
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Dabei
werden zur Bildung einer lichtdurchlässigen, insbesondere
transparenten organischen Funktionsschicht vorzugsweise Druckmedien
verwendet, die mindestens ein organisches Bindemittel aufweisen
und denen lichtstreuende und/oder lumineszierende Partikel zugegeben
oder in die die ersten Reliefstrukturen eingeprägt werden.
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Organische
oder anorganische Funktionsschichten, deren Brechungsindex definiert
eingestellt werden muss, werden in Abhängigkeit vom Brechungsindex
der zur Bildung verwendeten Materialien ausgewählt, wobei
insbesondere bis zu drei Funktionsschichten übereinander
gestapelt verwendet werden.
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Anorganische
Funktionsschichten mit einem Brechungsindex, der zwischen dem von
Luft und dem der zweiten Elektrodenschicht liegt, werden insbesondere
aus Magnesiumfluorid oder SiO2 gebildet.
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Organische
Materialien zur Bildung organischer Funktionsschichten werden bevorzugt
in einem organischen Lösungsmittel oder Lösungsmittelgemisch
gelöst, ein Druckmedium hergestellt und dieses bevorzugt
im Tiefdruck verdruckt. Alternativ kann auch Flexodruck, Siebdruck
oder eine Düse zum strukturierten Applizieren des Druckmediums
eingesetzt werden.
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Die
erste Elektrodenschicht wird vorzugsweise aus einem Metall, insbesondere
aus Gold, Silber, Kupfer, Aluminium, Nickel oder Legierungen aus
mindestens zwei dieser Metalle gebildet und kann dabei, je nach
Schichtdicke, opak oder lichtdurchlässig, insbesondere
auch transparent, ausgebildet sein.
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Es
hat sich bewährt, wenn die zweite Elektrodenschicht aus
Indium-Zinn-Oxid (ITO) gebildet wird. Dieses wird üblicherweise
durch Kathodenzerstäubung abgeschieden. Aber auch dotiertes
Polyethylen, Polyanilin, Silber, Gold, organische Halbleiter, nanopartikuläre
Lösungen und so weiter sind verwendbar. Eine zweite Elektrodenschicht
aus einem Material mit Eigenfarbe wie beispielsweise Gold wird dabei
insbesondere in einer geringen Schichtdicke oder als Gitterstruktur
ausgebildet, um ausreichend lichtdurchlässig zu sein.
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Zwischen
einer Elektrodenschicht und der organischen Halbleiterschicht der
Solarzelle kann eine Lochblocker-Schicht, insbesondere aus TiO2 angeordnet werden, welche die elektrische
Ableitung von Ladungen verbessert. Auf der Seite der organischen
Halbleiterschicht, welche der Lochblocker-Schicht abgewandt ist,
wird mitunter eine Schicht angeordnet, die die Funktion einer Elektronenblocker-Schicht übernimmt.
Hierbei hat sich elektrisch leitfähiges Polymer, insbesondere
Poly-3,4-Ethylenedioxythiophene (PEDOT), bewährt.
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Die
mindestens eine photovoltaisch aktive, organische Halbleiterschicht
weist vorzugsweise eine Schichtdicke im Bereich von 50 bis 300 nm,
insbesondere im Bereich von 100 bis 250 nm, auf. Besonders bewährt
hat es sich, wenn die mindestens eine organische Halbleiterschicht
durch mindestens zwei organische Halbleitermaterialien gebildet
ist, indem ein Komposit aus mindestens einem Elektronen-Donator
und mindestens einem Elektronen-Akzeptor in einem Verhältnis
von 2:0,5 bis 0,5:2, insbesondere im Verhältnis von 1:0,9
bis 1:1, gebildet ist. Besonders bevorzugt ist hierbei, wenn der
mindestens eine Elektronen-Donator aus einem Polythiophen, insbesondere
aus Poly(3-Hexylthiophen) (P3HT), und der mindestens eine Elektronen-Akzeptor
aus einem Fullerenderivat, insbesondere aus PCBM, gebildet ist.
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Als
Solarzelle kann nicht nur eine vom Typ „Single-Junction"
eingesetzt werden, welche eine photovoltaisch aktive Halbleiterschicht
aus einem Material aufweist, sondern auch eine Solarzelle vom Typ „Multi-Junction",
welche zwei oder mehr photovoltaisch aktive Halbleiterschichten
aus unterschiedlichen Materialien aufweist und wobei die unterschiedlichen
Materialien unterschiedliche Wellenlängen des einfallenden
Lichtes verwerten können.
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Folgender
Aufbau einer Single-Junction-Solarzelle hat sich besonders bewährt.
Die Solarzelle weist dabei in dieser Reihenfolge optional ein transparentes
Substrat, mindestens eine zweite Elektrodenschicht, mindestens eine
lichtdurchlässige photovoltaisch aktive organische Halbleiterschicht,
mindestens eine, optional transparente, erste Elektrodenschicht
und eine Verkapselungsschicht auf. Weitere Schichten, wie die oben
bereits erwähnten Blocker-Schichten, können vorhanden
sein. Die Verkapselungsschicht dient zur Abschirmung der Funktionsschichten
der Solarzelle vor schädlichen Umwelteinflüssen
und ist vorzugsweise aus einer anorganisch beschichteten Polymerfolie,
wobei die Beschichtung insbesondere auf Tantal, SiOx oder
SiOx/Na basiert, gebildet.
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Es
hat sich als vorteilhaft erwiesen, wenn die Solarzelle mindestens
zwei, die Effizienz der Solarzelle erhöhende Funktionsschichten
aufweist. Dadurch wird erreicht, dass die Effizienz der Solarzelle weiter
gesteigert wird. So können mehrere organische Funktionsschichten
enthaltend Partikel gemäß Fall a) vorhanden sein
oder eine oder mehrere organische Funktionsschichten enthaltend
Partikel gemäß Fall a) mit Funktionsschichten
mit definiertem Brechungsindex und/oder erster Reliefstruktur gemäß Fall
b) kombiniert eingesetzt werden. Weiterhin können mehrere
Funktionsschichten mit definiertem Brechungsindex und/oder erster
Reliefstruktur gemäß Fall b) kombiniert eingesetzt
werden
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Es
hat sich bewährt, wenn auch die erste Elektrodenschicht
lichtdurchlässig, insbesondere durchsichtig, ausgebildet
ist. Somit wird die Ausbildung einer im wesentlichen transparenten
bzw. durchsichtigen Solarzelle möglich, die beispielsweise auf
einem Fenster, Etikett, Sicherheitselement, einem Schriftzug oder ähnlichem
aufgebracht werden kann, nachdem auch die organische Halbleiterschicht üblicherweise
lichtdurchlässig bzw. durchsichtig ist. Eine erste Elektrodenschicht
aus einem Material mit Eigenfarbe wie beispielsweise Gold wird dabei
insbesondere in einer geringen Schichtdicke oder als Gitterstruktur
ausgebildet, um ausreichend lichtdurchlässig zu sein.
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Besonders
bevorzugt ist es, wenn die Solarzelle mindestens eine Funktionsschicht
aufweist, die mindestens eine diffraktive und/oder refraktive zweite Reliefstruktur
aufweist, welche senkrecht zur Ebene der Halbleiterschicht gesehen überlappend
mit und/oder neben der Halbleiterschicht, insbesondere auf der,
der Halbleiterschicht abgewandten Seite der ersten Elektrodenschicht,
angeordnet ist. Durch die zweite Reliefstruktur ist es möglich,
Licht gezielt in Richtung der aktiven Schicht bzw. mindestens einen organischen
Halbleiterschicht oder in Bereiche dieser abzulenken, zu fokussieren
oder zurückzuwerfen, so dass eine weitere Erhöhung
der Effizienz der Solarzelle resultiert. Die zweite Reliefstruktur
kann aber auch lediglich dekorativen Zwecken dienen, um beispielsweise
ein optisch variables Element, wie ein Hologramm oder Kinegram®, zu erzeugen. Auch eine Kombination
aus Licht lenkenden zweiten Reliefstrukturen und zu dekorativen
Zwecken dienenden zweiten Reliefstrukturen ist möglich.
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Besonders
bewährt hat es sich, wenn die mindestens eine zweite Reliefstruktur
in Form einer Mattstruktur, einer asymmetrischen Reliefstruktur,
eines linearen oder gekreuzten Lineargitters, einer diffraktiven
oder refraktiven Linsenstruktur oder einer Kombination von mindestens
zwei derartigen Strukturen ausgebildet ist. Derartige Reliefstrukturen
sind besonders gut geeignet, darauf auftreffendes Licht zu streuen,
zu sammeln, zu fokussieren oder abzulenken. Funktionsschichten mit
zweiten Reliefstrukturen können je nach Anordnung im Hinblick
auf den Lichteinfall in die Solarzelle lichtdurchlässig
oder opak ausgebildet ein. So kann mindestens eine opake reflektierende
Funktionsschicht mit mindestens einer zweiten Reliefstruktur auf
der, der mindestens einen Halbleiterschicht abgewandten Seite einer
lichtdurchlässigen ersten Elektrodenschicht angeordnet sein
und/oder eine lichtdurchlässige Funktionsschicht mit mindestens
einer zweiten Reliefstruktur auf der, der mindestens einen Halbleiterschicht
abgewandten Seite der lichtdurchlässigen zweiten Elektrodenschicht
angeordnet sein.
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Es
hat sich als vorteilhaft erwiesen, wenn die lichtstreuenden und/oder
lumineszierenden Partikel eine maximale Partikelgröße
im Bereich von 5 nm bis 10 μm aufweisen. Nachdem die Schichtdicken
der einzelnen Funktionsschichten einer organischen Solarzelle jeweils üblicherweise
in Bereich unterhalb von 1 μm liegen, lassen sich derart
kleine Partikel ohne weiteres in eine Funktionsschicht einbauen.
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Es
ist von Vorteil, wenn die lichtstreuenden Partikel transparent oder
semitransparent, insbesondere aus einem Oxid, einem Sulfid, einem
Karbid oder einem Nitrid, ausgebildet sind. Besonders bewährt
haben sich hierbei Partikel aus SiO2 oder
ZnS. Derartige Partikel lassen auftreffendes Licht zumindest zum
Teil passieren, so dass die Lichtverteilung gegenüber lichtundurchlässigen
Partikeln verbessert ist.
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Fluoreszierende
Partikel sind beispielsweise unter der Bezeichnung Lumogen® erhältlich. Lumogen® Gelb S 0790 beispielsweise streut
das Licht nicht und bewirkt eine Verschiebung von Wellenlängen
mit 300 bis 500 nm in einen Bereich von 500 bis 650 nm.
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Die
lichtstreuenden und/oder lumineszierenden Partikel weisen vorzugsweise
eine stäbchen-, plättchen- oder kugelförmige
Form auf. Dabei können stäbchen- oder plättchenförmige
Partikel in einer bestimmten räumlichen Ausrichtung oder
ungeordnet in der organischen Funktionsschicht vorliegen. Weiterhin
hat es sich bewährt, wenn die mindestens eine organische
Funktionsschicht ein Gemisch aus lichtstreuenden und/oder lumineszierenden
Partikeln unterschiedlicher Form aufweist.
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Vorzugsweise
sind lichtstreuende und/oder lumineszierende Partikel im Bereich
von 0,1 bis 10 Gew.-% in der mindestens einen organischen Funktionsschicht enthalten.
Weniger, aber auch mehr Partikel führen zu einer Verminderung
der Effizienz der Solarzelle.
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Weiterhin
ist es von Vorteil, wenn die lichtstreuenden und/oder lumineszierenden
Partikel selektiv für eine Wellenlänge des elektromagnetischen Spektrums
ausgebildet sind. Insbesondere hat es sich als günstig
erwiesen, wenn die mindestens eine organische Funktionsschicht lichtstreuende
und/oder lumineszierende Partikel aufweist, die selektiv für mindestens
zwei unterschiedliche Wellenlängen des elektromagnetischen
Spektrums ausgebildet sind.
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Weiterhin
ist es von Vorteil, wenn die lichtstreuenden Partikel zudem lumineszierend
ausgebildet sind, und eine Wellenlänge des elektromagnetischen
Spektrums in eine andere Wellenlänge umzuwandeln. Dadurch
lassen sich zusätzlich zu den erzielbaren Streuungseffekten
Wellenlängen, die von der Solarzelle nur wenig ausgenutzt
werden können, in Wellenlängen umwandeln, die
besser genutzt werden können. Insbesondere hat es sich
bewährt, wenn die mindestens eine organische Funktionsschicht lichtstreuende
Partikel aufweist, die unterschiedlich fluoreszierend und/oder phosphoreszierend
ausgebildet sind.
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Dabei
können die lichtstreuenden und/oder lumineszierenden Partikel
gleichmäßig in der mindestens einen organischen
Funktionsschicht verteilt sein. Es kann jedoch auch Vorteile bieten,
wenn die lichtstreuenden und/oder lumineszierenden Partikel ungleichmäßig über
eine Fläche und/oder eine Schichtdicke der mindestens einen
organischen Funktionsschicht verteilt sind. So hat es sich beispielsweise
bewährt, wenn im Randbereich der Funktionsschichten der
Solarzelle mehr lichtstreuende und/oder lumineszierende Partikel
angeordnet sind, als in der Mitte der Funktionsschichten, um einen
Austritt von Licht aus der Solarzelle zu vermeiden.
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Es
hat sich bewährt, wenn die mindestens eine organische Funktionsschicht
enthaltend die lichtstreuenden und/oder lumineszierenden Partikel der
mindestens einen Halbleiterschicht entspricht. Die lichtstreuenden
und/oder lumineszierenden Partikel werden somit im Material der
mindestens einen Halbleiterschicht verteilt eingesetzt. Die Verteilung der
Partikel erfolgt hier insbesondere gleichmäßig
innerhalb der mindestens einen photovoltaisch aktiven Halbleiterschicht.
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Weiterhin
hat es sich als günstig erwiesen, wenn die mindestens eine
organische Funktionsschicht enthaltend die lichtstreuenden und/oder
lumineszierenden Partikel auf der, der mindestens einen Halbleiterschicht
abgewandten Seite der zweiten Elektrodenschicht angeordnet ist.
Die Verteilung der Partikel in der mindestens einen organischen
Funktionsschicht erfolgt hier entweder gleichmäßig
oder lediglich partiell. Eine lichtdurchlässige, insbesondere transparente
Abstandshalterschicht kann zwischen der Funktionsschicht enthaltend
die lichtstreuenden und/oder lumineszierenden Partikel und der zweiten Elektrodenschicht
angeordnet sein, um den zurückzulegenden Weg für
das einfallende Licht zu verändern, um es schließlich
genau in die aktive Schicht bzw. die mindestens eine Halbleiterschicht
einzukoppeln. Anstatt einer Abstandshalterschicht, oder in Kombination
mit dieser, kann auch ein lichtdurchlässiges, insbesondere
transparentes Substrat eingesetzt werden.
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Die
mindestens eine organische Funktionsschicht enthaltend die lichtstreuenden
und/oder lumineszierenden Partikel kann aber auch auf der, der mindestens
einen Halbleiterschicht abgewandten Seite der ersten Elektrodenschicht
angeordnet sein, sofern diese lichtdurchlässig, insbesondere
transparent ausgebildet ist. Die Verteilung der Partikel in der mindestens
einen organischen Funktionsschicht erfolgt auch hier entweder gleichmäßig
oder lediglich partiell. Eine lichtdurchlässige, insbesondere
transparente Abstandshalterschicht kann zwischen der Funktionsschicht
enthaltend die lichtstreuenden und/oder lumineszierenden Partikel
und der ersten Elektrodenschicht angeordnet sein, um den zurückzulegenden
Weg für das einfallende Licht zu verändern, um
es schließlich genau in die aktive Schicht bzw. die mindestens
eine Halbleiterschicht einzukoppeln. Anstatt einer Abstandshalterschicht,
oder in Kombination mit dieser, kann auch ein lichtdurchlässiges,
insbesondere transparentes Substrat eingesetzt werden.
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Die
mindestens eine organische Funktionsschicht, die einen Brechungsindex
aufweist, der zwischen dem Brechungsindex von Luft und dem Brechungsindex
der transparenten elektrisch leitenden zweiten Elektrodenschicht
liegt, ist auf der, der mindestens einen Halbleiterschicht abgewandten
Seite der zweiten Elektrodenschicht angeordnet. Dabei hat es sich
insbesondere als vorteilhaft erwiesen, wenn mindestens zwei transparente
organische Funktionsschichten, die jeweils einen Brechungsindex
aufweisen, der zwischen dem Brechungsindex von Luft und dem Brechungsindex
der zweiten Elektrodenschicht liegt, vorhanden sind, wobei die mindestens
zwei transparenten organischen Funktionsschichten einen unterschiedlichen
Brechungsindex aufweisen und auf der zweiten Elektrodenschicht derart übereinander
gestapelt angeordnet sind, dass der Brechungsindex der mindestens
zwei transparenten organischen Funktionsschichten ausgehend von
der zweiten Elektrodenschicht abnimmt. Die Anordnung mindestens
einer organischen Funktionsschicht mit einem demgemäß definierten
Brechungsindex auf der zweiten Elektrodenschicht bewirkt, dass eine
Reflektion des einfallenden Lichts an der Grenzfläche zwischen
Luft und Solarzelle reduziert und die Effizienz der Solarzelle weiter
gesteigert wird. Sofern Licht auch auf der Seite der ersten Elektrodenschicht
her auf die Solarzelle auftrifft und diese lichtdurchlässig ist,
kann natürlich auch auf dieser mindestens eine derartige
organische Funktionsschicht, die einen Brechungsindex aufweist,
der zwischen dem Brechungsindex von Luft und dem Brechungsindex
der transparenten elektrisch leitenden ersten Elektrodenschicht
liegt, angeordnet sein.
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Vorzugsweise
weist die Solarzelle weiterhin ein lichtdurchlässiges,
insbesondere transparentes Substrat auf. Es hat sich bewährt,
wenn das Substrat eine Dicke im Bereich von 6 μm bis 1
mm, insbesondere im Bereich von 12 μm bis 150 μm
aufweist. Die Verwendung eines Substrats aus einer flexiblen Folie ermöglichst
die Bildung biegsamer organischer Solarzellen, da deren Funktionsschichten üblicherweise eine
sehr viel geringere Schichtdicke als das Substrat aufweisen und
dessen Biegsamkeit nicht oder nur unwesentlich beeinträchtigen.
Als Substratmaterialien kommen generell anorganische oder organische Materialien
in Frage, insbesondere PET, PEN, PVC oder Glas. Auf einem derartigen
Substrat lassen sich die Funktionsschichten der Solarzelle ohne
weiteres in einem kontinuierlichen Verfahren, die aktive Schicht
insbesondere in einem Druckverfahren, aufbringen. Dabei wird das
Substrat insbesondere als langgestreckter, flexibler Folienstreifen
verwendet, welcher von Rolle zu Rolle transportiert werden kann, so
dass eine Vielzahl von Solarzellen darauf gebildet werden können.
Dabei wird der langgestreckte Folienstreifen auf eine Vorratsrolle
aufgewickelt bereitgestellt, von dieser abgezogen, darauf sukzessive
die einzelnen Funktionsschichten der Solarzellen gebildet und schließlich
der Folienstreifen inklusive einer Vielzahl von darauf gebildeten,
gegebenenfalls miteinander elektrisch verschalteten Solarzellen
auf eine weitere Vorratsrolle aufgewickelt. Daran kann sich eine
Vereinzelung von Solarzellen und/oder Solarzellengruppen, insbesondere
durch Schneiden oder Stanzen, anschließen oder weitere
Verfahrensschritte vorgenommen werden, wie beispielsweise eine thermische,
chemische oder mechanische Behandlung, eine Beschichtung, eine Bestrahlung
usw.
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Innerhalb
des Aufbaus der Solarzelle hat es sich bewährt, wenn die
mindestens eine organische Halbleiterschicht die lichtstreuenden
und/oder lumineszierenden Partikel aufweist und/oder wenn die mindestens
eine transparente organische Funktionsschicht enthaltend die lichtstreuenden
und/oder lumineszierenden Partikel zwischen dem optional vorhandenen
Substrat und der mindestens einen zweiten Elektrodenschicht angeordnet
ist. Sofern ein lichtdurchlässiges, insbesondere transparentes
Substrat vorhanden ist, so ist es auch von Vorteil, wenn die mindestens
eine transparente organische Funktionsschicht enthaltend die lichtstreuenden
und/oder lumineszierenden Partikel auf der, der zweiten Elektrodenschicht
abgewandten Seite des Substrats angeordnet ist. Weiterhin hat es
sich bewährt, wenn die mindestens eine transparente organische
Funktionsschicht enthaltend die lichtstreuenden und/oder lumineszierenden
Partikel zwischen der mindestens einen transparenten ersten Elektrodenschicht
und der Verkapselungsschicht angeordnet ist.
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Besonders
bevorzugt ist es, gegebenenfalls in Kombination zu mindestens einer
Funktionsschicht enthaltend lichtstreuende und/oder lumineszierende Partikel,
wenn ein lichtdurchlässiges, insbesondere transparentes
Substrat vorhanden ist und mindestens drei transparente Funktionsschichten
mit unterschiedlichem Brechungsindex auf der, der zweiten Elektrodenschicht
abgewandten Seite des Substrats angeordnet sind. Der Brechungsindex
des Substrats ist bei der Auswahl der Funktionsschichten zu berücksichtigen.
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Weiterhin
hat sich es bewährt, wenn ein lichtdurchlässiges,
insbesondere transparentes Substrat vorhanden ist und mindestens
eine transparente organische Funktionsschicht, die erste und/oder
zweite Reliefstrukturen aufweist, auf der, der zweiten Elektrodenschicht
abgewandten Seite des Substrats angeordnet ist.
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Es
hat sich als vorteilhaft erwiesen, wenn mindestens eine reflektierende
Funktionsschicht, die die mindestens eine zweite Reliefstruktur
aufweist, auf der, der mindestens einen Halbleiterschicht abgewandten
Seite der lichtdurchlässigen ersten Elektrodenschicht und
unmittelbar an die Verkapselungsschicht angrenzend angeordnet ist.
Bei der reflektierenden Funktionsschicht handelt es sich insbesondere
um eine opake metallische Schicht, aber auch der Einsatz von transparenten
hochbrechenden dielektrischen Schichten, sogenannten HRI-Schichten,
hat sich bewährt, insbesondere, wenn die Solarzelle insgesamt
transparent ausgebildet werden soll.
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Durch
eine Kombination unterschiedlicher, die Effizienz der Solarzelle
erhöhender Funktionsschichten ist eine Erhöhung
des Wirkungsgrads einer organischen Solarzelle um insgesamt bis
zu 100% möglich.
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Die 1 bis 9 sollen
erfindungsgemäße Solarzellen beispielhaft erläutern.
So zeigt:
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1 eine
erste Solarzelle im Querschnitt, welche eine Halbleiterschicht enthaltend
Partikel aufweist;
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2 eine
zweite Solarzelle im Querschnitt, welche eine organische Funktionsschicht
enthaltend Partikel auf der zweiten Elektrodenschicht aufweist;
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3 eine
dritte Solarzelle im Querschnitt, welche eine organische Funktionsschicht
enthaltend Partikel auf einem transparenten Substrat aufweist;
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4 eine
vierte Solarzelle im Querschnitt, welche eine organische Funktionsschicht
enthaltend Partikel auf einer transparent ausgebildeten ersten Elektrodenschicht
aufweist;
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5 eine
fünfte Solarzelle im Querschnitt, welche drei Funktionsschichten
mit unterschiedlichem Brechungsindex aufweist;
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6 eine
sechste Solarzelle im Querschnitt, welche drei Funktionsschichten
mit unterschiedlichem Brechungsindex und eine Halbleiterschicht
enthaltend Partikel aufweist;
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7 eine
siebente Solarzelle im Querschnitt, welche drei organische Funktionsschichten enthaltend
Partikel unterschiedlicher Form und Verteilung aufweist;
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8 eine
achte Solarzelle im Querschnitt, welche eine Funktionsschicht mit
definiertem Brechungsindex und zwei organische Funktionsschichten
enthaltend Partikel unterschiedlicher Form und Verteilung aufweist;
und
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9 eine
neunte Solarzelle im Querschnitt, welche eine Funktionsschicht mit
definiertem Brechungsindex, eine organische Funktionsschicht mit zweiten
Reliefstrukturen und zwei organische Funktionsschichten enthaltend
Partikel unterschiedlicher Form und Verteilung aufweist.
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1 zeigt
eine erste Solarzelle im Querschnitt, welche eine erste Elektrodenschicht 1 aus Gold,
eine aktive Schicht enthaltend mindestens eine organische Funktionsschicht
in Form einer photovoltaisch aktiven organischen Halbleiterschicht 2 aus
einem Komposit aus P3HT und PCBM im Verhältnis 1:1, sowie
eine zweite Elektrodenschicht 3 aus Indium-Zinn-Oxid (ITO)
aufweist. Die erste Elektrodenschicht 1 ist opak und mittels
Kathodenzerstäubung in einer Schichtdicke von 25 nm ausgebildet.
Die Halbleiterschicht 2 ist durch Drucken gebildet und weist
eine Schichtdicke von 200 nm auf. Die Halbleiterschicht 2 weist
1 Gew.-% lichtstreuende Partikel 4a auf, die einen maximalen
Durchmesser von 100 nm aufweisen und die gleichmäßig
in der Halbleiterschicht 2 verteilt vorliegen. Die zweite
Elektrodenschicht 3 ist transparent und durch Kathodenzerstäubung
in einer Schichtdicke von 10 nm gebildet. Die Funktionsschichten 1, 2, 3 der
Solarzelle befinden sich auf einem transparenten Substrat 10 aus
PET mit einer Schichtdicke von 12 μm und sind mit einer Verkapselungsschicht 11 aus
einer Tantal-beschichteten PET-Folie vor schädlichen Umwelteinflüssen geschützt.
Der Lichteinfall erfolgt bei der ersten Solarzelle gemäß 1 von
Seiten des transparenten Substrats 10 und der zweiten Elektrodenschicht 3. Das
Licht durchdringt das Substrat 10 sowie die zweite Elektrodenschicht 3 und
gelangt zur aktiven Schicht umfassend die Halbleiterschicht 2.
An den lichtstreuenden Partikeln 4a wird das Licht gestreut und
optimal in der Halbleiterschicht 2 verteilt.
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2 zeigt
eine zweite Solarzelle im Querschnitt, welche ähnlich zur
ersten Solarzelle gemäß 1 aufgebaut
ist (gleiche Bezugszeichen kennzeichnen gleiche Bauteile) und eine
erste Elektrodenschicht 1 aus Gold, eine photovoltaisch
aktive Schicht enthaltend mindestens eine organische Funktionsschicht
in Form einer organischen Halbleiterschicht 2 aus einem
Komposit aus P3HT und PCBM im Verhältnis 1:1, sowie eine
zweite Elektrodenschicht 3 aus Indium-Zinn-Oxid (ITO) aufweist. Hier
enthält die Halbleiterschicht 2 jedoch keine lichtstreuenden
Partikel, sondern es ist eine organische Funktionsschicht 5b aus
einem transparenten Lack auf der zweiten Elektrodenschicht 3 vorgesehen,
die lichtstreuende Partikel 4a enthält. Die organische Funktionsschicht 5b weist
1 Gew.-% lichtstreuende Partikel 4a auf, die einen maximalen
Durchmesser von 100 nm aufweisen und die gleichmäßig
in der organischen Funktionsschicht 5b verteilt vorliegen.
Der Lichteinfall erfolgt bei der zweiten Solarzelle gemäß 2 ebenfalls
von Seiten des transparenten Substrats 10. Das Licht durchdringt
das Substrat 10, die organische Funktionsschicht 5b sowie
die zweite Elektrodenschicht 3 und gelangt zur aktiven
Schicht umfassend die Halbleiterschicht 2. An den lichtstreuenden
Partikeln 4a in der organischen Funktionsschicht 5b wird
das Licht gestreut und optimal verteilt.
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3 zeigt
eine dritte Solarzelle im Querschnitt, welche ähnlich zur
zweiten Solarzelle gemäß 2 aufgebaut
ist (gleiche Bezugszeichen kennzeichnen gleiche Bauteile) und eine
opake erste Elektrodenschicht 1 aus Gold, eine photovoltaisch aktive
Schicht enthaltend mindestens eine organische Funktionsschicht in
Form einer Halbleiterschicht 2 aus einem Komposit aus P3HT
und PCBM im Verhältnis 1:1, sowie eine transparente zweite Elektrodenschicht 3 aus
Indium-Zinn-Oxid (ITO) aufweist. Es ist eine organische Funktionsschicht 5 aus einem
transparenten Lack auf der, der zweiten Elektrodenschicht 3 abgewandten
Seite des Substrats 10 vorgesehen, welche lichtstreuende
Partikel 4a enthält. Die organische Funktionsschicht 5 weist
1 Gew.-% lichtstreuende Partikel 4a auf, die einen maximalen
Durchmesser von 100 nm aufweisen und die gleichmäßig
in der organischen Funktionsschicht 5 verteilt vorliegen.
Der Lichteinfall erfolgt bei der dritten Solarzelle gemäß 3 ebenfalls
von Seiten des transparenten Substrats 10. Das Licht durchdringt die
organische Funktionsschicht 5, wobei eine optimale Streuung
an den lichtstreuenden Partikeln 4a erfolgt, das Substrat 10 sowie
die zweite Elektrodenschicht 3 und gelangt zur aktiven
Schicht umfassend die Halbleiterschicht 2.
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4 zeigt
eine vierte Solarzelle im Querschnitt, welche ähnlich zur
zweiten Solarzelle gemäß 2 aufgebaut
ist (gleiche Bezugszeichen kennzeichnen gleiche Bauteile) und eine
erste Elektrodenschicht 1 aus Gold, eine photovoltaisch
aktive Schicht enthaltend mindestens eine organische Funktionsschicht
in Form einer organischen Halbleiterschicht 2 aus einem
Komposit aus P3HT und PCBM im Verhältnis 1:1, sowie eine
transparente zweite Elektrodenschicht 3 aus Indium-Zinn-Oxid (ITO)
aufweist. Die erste Elektrodenschicht 1 ist hier jedoch
in einer Schichtdicke von 8 nm lichtdurchlässig ausgebildet.
Es ist eine organische Funktionsschicht 5a aus einem transparenten
Lack auf der ersten Elektrodenschicht 1 vorgesehen, die
lichtstreuende Partikel 4a enthält. Die organische
Funktionsschicht 5a weist eine Schichtdicke von 100 nm
auf und enthält 1 Gew.-% lichtstreuende Partikel 4a,
die einen maximalen Durchmesser von 100 nm aufweisen und gleichmäßig
in der organischen Funktionsschicht 5a verteilt vorliegen.
Der Lichteinfall erfolgt bei der vierten Solarzelle gemäß 4 ebenfalls
von Seiten des transparenten Substrats 10. Das Licht durchdringt
das Substrat 10, die zweite Elektrodenschicht 3 und
gelangt zur aktiven Schicht umfassend die Halbleiterschicht 2.
Die Anteile des Lichts, die ungenutzt durch die Halbleiterschicht 2 hindurch
zur ersten Elektrodenschicht 1 gelangen, werden von dieser
im wesentlichen durchgelassen, so dass das verbleibende Licht an
den lichtstreuenden Partikeln 4a der organischen Funktionsschicht 5a gestreut
und in die Halbleiterschicht 2 zurückgeworfen
wird, so dass eine weitere Ausnutzung dieser Lichtanteile erfolgen
kann.
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5 zeigt
eine fünfte Solarzelle im Querschnitt, welche ähnlich
zur dritten Solarzelle gemäß 3 aufgebaut
ist (gleiche Bezugszeichen kennzeichnen gleiche Bauteile) und eine
opake erste Elektrodenschicht 1 aus Gold, eine photovoltaisch aktive
Schicht enthaltend mindestens eine organische Funktionsschicht in
Form einer organischen Halbleiterschicht 2 aus einem Komposit
aus P3HT und PCBM im Verhältnis 1:1, sowie eine transparente zweite
Elektrodenschicht 3 aus Indium-Zinn-Oxid (ITO) aufweist.
Auf der, der zweiten Elektrodenschicht 3 abgewandten Seite
des transparenten Substrats 10 sind drei Funktionsschichten 6, 7, 8 mit
unterschiedlichen Brechungsindices angeordnet. Eine anorganische
Funktionsschicht 6 ist hier aus Magnesiumfluorid gebildet
und weist einen Brechungsindex n1 auf, der
zwischen dem Brechungsindex nL von Luft und
dem Brechungsindex nE2 der zweiten Elektrodenschicht 3 liegt.
Eine organische Funktionsschicht 7 ist aus einem Polymer
gebildet und weist einen Brechungsindex n2 auf,
der zwischen dem Brechungsindex n1 der Funktionsschicht 6 und
dem Brechungsindex nE2 der zweiten Elektrodenschicht 3 liegt.
Eine weitere organische Funktionsschicht 8 ist aus einem weiteren
Polymer gebildet und weist einen Brechungsindex n3 auf,
der zwischen dem Brechungsindex n2 der Funktionsschicht 7 und
dem Brechungsindex nE2 der zweiten Elektrodenschicht 3 liegt.
Nachdem auch das Substrat 10 aus PET hier vor der zweiten
Elektrodenschicht 3 angeordnet ist, ist dessen Brechungsindex
ns von ca. 1,6 so ausgewählt, dass dieser
zwischen dem Brechungsindex n3 der Funktionsschicht 8 und
dem Brechungsindex nE2 der zweiten Elektrodenschicht 3 liegt.
Es gilt somit für den Schichtstapel aus den Schichten 6, 7, 8, 10,
3 folgender Zusammenhang: nL < n1 < n2 < n3 < ns < nE2
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Der
Lichteinfall erfolgt bei der fünften Solarzelle gemäß 5 von
Seiten des transparenten Substrats 10. Das Licht durchdringt
die drei Funktionsschichten 6, 7, 8 mit
unterschiedlichen Brechungsindices, das Substrat 10, die
zweite Elektrodenschicht 3 und gelangt zur photovoltaisch
aktiven Schicht umfassend die Halbleiterschicht 2. Würde das
Licht unmittelbar auf die Oberfläche des Substrats 10 auftreffen,
so würde dies dazu führen, dass Anteile des Lichts
an der Oberfläche des Substrats 10 reflektiert
werden und nicht zur Halbleiterschicht 2 gelangen. Die
Funktionsschichten 6, 7, 8 verhindern eine
derartige Reflektion weitgehend, so dass nun weitaus mehr Licht
zur Halbleiterschicht 2 gelangen kann und auch eine Ausnutzung
der andernfalls reflektierten Lichtanteile erfolgen kann.
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6 zeigt
eine sechste Solarzelle im Querschnitt, welche einen gemäß 1 und 5 kombinierten
Aufbau aufweist. Gemäß der fünften Solarzelle,
siehe 5, sind drei Funktionsschichten 6, 7, 8 mit
unterschiedlichen Brechungsindices auf dem transparenten Substrat 10 angeordnet,
jedoch ist weiterhin gemäß der ersten Solarzelle,
siehe 1, eine Halbleiterschicht 2 enthaltend
lichtbrechende Partikel 4a ausgebildet.
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7 zeigt
eine siebente Solarzelle im Querschnitt, welche eine transparente
erste Elektrodenschicht 1 aus Gold, eine aktive Schicht
enthaltend mindestens eine organische Funktionsschicht in Form einer
photovoltaisch aktiven organischen Halbleiterschicht 2 aus
einem Komposit aus P3HT und PCBM im Verhältnis 1:1, sowie
eine transparente zweite Elektrodenschicht 3 aus Indium-Zinn-Oxid (ITO)
aufweist. Zwischen der Verkapselungsschicht 11 und der
ersten Elektrodenschicht 1 befindet sich eine organische
Funktionsschicht 5a enthaltend erste lichtbrechende, fluoreszierende
Partikel 4a, welche gleichmäßig verteilt
vorliegen.
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Die
Halbleiterschicht 2 weist zu den ersten lichtstreuenden,
fluoreszierenden Partikeln 4a unterschiedliche, kugelförmige
zweite lichtstreuende phosphoreszierende Partikel 4c auf,
die einen maximalen Durchmesser von 15 nm aufweisen und die ungleichmäßig
in der Halbleiterschicht 2 verteilt bzw. nur in deren Randbereichen
vorliegen. Zwischen der transparenten zweiten Elektrodenschicht 3 und
dem transparenten Substrat 10 befindet sich eine weitere organische
Funktionsschicht 5b enthaltend erste lichtstreuende Partikel 4a sowie
dazu unterschiedliche dritte lichtstreuende Partikel 4b.
Dabei sind die ersten lichtstreuenden Partikel 4a in einem
Bereich oberhalb der zweiten Elektrodenschicht 3 angeordnet,
während die dritten lichtstreuenden Partikel 4b sich
lediglich in einem Randbereich der weiteren Funktionsschicht 5b befinden,
der sich neben der zweiten Elektrodenschicht 3 befindet.
Weiterhin ist die Konzentration der dritten Partikel 4b im
Randbereich größer gewählt als die Konzentration
der ersten Partikel 4a im Bereich oberhalb der zweiten
Elektrodenschicht 3. Die dritten Partikel 4b sind
plättchenförmig und zueinander in paralleler räumlicher
Ausrichtung angeordnet.
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Der
Lichteinfall erfolgt bei der siebenten Solarzelle gemäß 7 von
Seiten des transparenten Substrats 10 und der zweiten Elektrodenschicht 3. Das
Licht durchdringt das Substrat 10, die weitere organische
Funktionsschicht 5b, die zweite Elektrodenschicht 3 und
gelangt zur aktiven Schicht umfassend die Halbleiterschicht 2.
An den ersten lichtstreuenden Partikeln 4a der weiteren
organischen Funktionsschicht 5b wird das Licht gestreut
und optimal verteilt. An den dritten lichtstreuenden Partikeln 4b der
weiteren organischen Funktionsschicht 5b wird das Licht in
Richtung der Halbleiterschicht 2 umgelenkt. Die zweiten
lichtstreuenden Partikel 4c im Randbereich der Halbleiterschicht 2 verhindern
eine Auskopplung des Lichts aus der Halbleiterschicht 2 in
diesem Bereich. Die ersten lichtstreuenden Partikel 4a in
der organischen Funktionsschicht 5a streuen durch die erste
Elektrodenschicht 1 hindurchtretendes Licht und werfen
es wieder zurück in Richtung der Halbleiterschicht 2.
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8 zeigt
eine achte Solarzelle im Querschnitt, welche einen ähnlichen
Aufbau aufweist, wie die siebente Solarzelle gemäß 7.
Hier ist allerdings die organische Funktionsschicht 5a weggelassen
worden und statt dessen eine Funktionsschicht 6 mit definiertem
Brechungsindex n1, der zwischen dem Brechungsindex
nL von Luft und dem Brechungsindex ns des Substrats 10 liegt, und wobei
der Brechungsindex ns des Substrats 10 zwischen
dem Brechungsindex der Funktionsschicht 6 und dem Brechungsindex
nE2 der zweiten Elektrodenschicht 3 liegt,
auf dem Substrat 10 angeordnet.
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9 zeigt
eine neunte Solarzelle im Querschnitt, welche einen ähnlichen
Aufbau aufweist, wie die siebente Solarzelle gemäß 7.
Hier ist ebenfalls die organische Funktionsschicht 5a weggelassen
worden und statt dessen eine transparente Funktionsschicht 7 aus
Magnesiumfluorid mit definiertem Brechungsindex n2 angeordnet,
der zwischen dem Brechungsindex nL von Luft
und dem Brechungsindex ns des Substrats 10 aus
PET mit einem Brechungsindex ns von ca.
1,6 liegt, der wiederum größer ist als der Brechungsindex
nE2 der zweiten Elektrodenschicht 3.
Zwischen dem Substrat 10 und der Funktionsschicht 7 mit
dem, Brechungsindex n2 ist eine transparente
organische Funktionsschicht 9 in Form einer Lackschicht
angeordnet, welche auf ihrer dem Substrat 10 abgewandten
Seite mit einer zweiten Reliefstruktur 9a in Form einer
Sägezahnstruktur beprägt ist. Die zweite Reliefstruktur 9a befindet
sich im Randbereich über und neben der aktiven Schicht der
Solarzelle, so dass Licht aus diesem Bereich zur Halbleiterschicht 2 umgelenkt
werden kann.
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Es
ist für den Fachmann offensichtlich, dass unter Verwendung
unterschiedlichster Funktionsschichten enthaltend lichtstreuende
und/oder lumineszierende Partikel und/oder aufweisend definierte Brechungsindices
oder mindestens eine erste Reliefstruktur, gegebenenfalls auch zweite
Reliefstrukturen, in einfacher Weise unterschiedlichste Variationen
einer effizienten Single Junction- oder Multi Junction-Solarzelle
gebildet werden können, die in den 1 bis 9 nicht
explizit gezeigt sind.
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
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- - DE 102004045211
A1 [0003]