DE102007004917B4 - Verfahren und Anordnung zur Ansteuerung und Überwachung von Feldelementen - Google Patents
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Abstract
Verfahren zur Ansteuerung und Überwachung von Feldelementen, insbesondere Weichenantrieben (5), Signallampen (4) und Achszähler, einer Eisenbahnsicherungsanlage, dadurch gekennzeichnet, dass ein erstes Board mit einem signaltechnisch sicheren Rechner (1) und diesem zugeordneten Funktionsmodulen (2A, 2B, 2C, 2K1) als Master-Board (3A) und ein zweites Board mit feldelementspezifischen Funktionsmodulen (2D, 2E, 2F, 2G, 2K2) als Slave-Board (3B) verwendet werden, wobei die Boards (3A, 3B) über eine Datenleitung (8) oder einen Funkkanal miteinander verbunden sind und der sichere Rechner (1) des Master-Boards (3A) über ein zweikanaliges Bussystem (6) des Master-Boards (3A) mit den Funktionsmodulen (2A, 2B, 2C, 2K1) des Master-Boards (3A) und über ein zweikanaliges Bussystem (9) des Slave-Boards (3B) mit den Funktionsmodulen (2D, 2E, 2F, 2G, 2K2) des Slawe-Boards (3B) kommuniziert, indem ein an ein Funktionsmodul (2D, 2E, 2F, 2G) des Slave-Boards (3B) adressiertes Datentelegramm des sicheren Rechners (1) von einem Kommunikationsmodul (2K2) des Slawe-Boards (3B) in beide Kanäle (9A, 9B) des Bussystems...
Description
- Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Anordnung zur Ansteuerung und Überwachung von Feldelementen einer Eisenbahnsicherungsanlage. Derartige Feldelemente sind beispielsweise Weichenantriebe, Signale, Achszähler, Gleisfreimeldeeinrichtungen, Geschwindigkeitsmesseinrichtungen, Fahrsperren oder sichere Kontaktabfragen. Eisenbahnsicherungsanlagen müssen üblicherweise Sicherheitsanforderungen genügen, die in der Norm CENELEC EN50129 in Form von Sicherheitsstufen SIL0 – signaltechnisch nicht sicher – bis SIL4 – signaltechnisch hochgradig sicher – definiert sind.
- Eine mindestens den Anforderungen gemäß SIL3 genügende Anordnung zur Ansteuerung und Überwachung von Feldelementen ist aus der
DE 103 55 862 A1 sowie derDE 103 55 864 A1 bekannt. Das Prinzip dieser Anlage ist in1 dargestellt. Dabei ist ein signaltechnisch sicherer Rechner1 mit Funktionsmodulen2A ,2B ,2C ,2D ,2E ,2F und2G verbunden. Diese Komponenten1 und2A bis2G sind auf einem Board3 angeordnet, welches mit dem anzusteuernden und zu überwachenden Feldelement, beispielsweise einer Signallampe4 oder einem Weichenantrieb5 verbunden ist. Die Funktionsmodule2A bis2G sind über einen zweikanaligen Bus6 an den sicheren Rechner1 angeschlossen. Die Funktionsmodule2A bis2G repräsentieren bestimmte Funktionalitäten, beispielsweise Prüfschaltungen, Leistungsschalter, Filter, digitale Ein- und Ausgänge, Kommunikationsschnittstellen oder auch Rechner, wie in derDE 102 21 575 A1 näher beschrieben. Ein Teil der Funktionsmodule2D bis2G ist dabei als feldelementspezifisches Stellteil7 konfiguriert. Der sichere Rechner1 kommuniziert über die beiden Buskanäle6A und6B mit den Funktionsmodulen2A bis2G , wobei von dem sicheren Rechner1 zyklisch Datentelegramme an die Funktionsmodule2A bis2G gesendet werden und zyklisch der Status der Funktionsmodule2A bis2G empfangen wird. Der Status beinhaltet beispielsweise einen Ist-Strom einer angeschlossenen Signallampe4 . Der sichere Rechner1 mit den Funktionsmodulen2A bis2G befindet sich üblicherweise auf dem Board3 oder in einem Baugruppenrahmen, wobei der sichere Rechner1 an ein Kommunikationsnetzwerk eines übergeordneten Stellwerks angeschlossen ist. Auch für den Fall, dass nur die feldelementspezifischen Funktionsmodule2D bis2G des Stellteils7 direkt im Feld angeordnet sind und die restlichen Funktionsmodule2A ,2B und2C dem Stellwerk zugeordnet sind, muss für die Kommunikation zwischen dem Stellwerk und dem Stellteil7 stellteilseitig, d. h. im Feld, ein sicherer Rechner vorgesehen sein. - Aus der
EP 1 010 602 A1 ist ein zuginternes Datenkommunikationssystem bekannt, wobei mindestens zwei Master-Fahrzeugbusse vorgesehen sind, von denen immer genau einer einen aktiven Betriebszustand einnehmen kann und alle Steuerfunktionen des Zuges übernimmt. - Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren und eine Anordnung zur Ansteuerung und Überwachung von Feldelementen einer Eisenbahnsicherungsanlage anzugeben, bei dem ein feldelementseitiger sicherer Rechner entbehrlich ist.
- Verfahrensgemäß wird die Aufgabe dadurch gelöst, dass ein erstes Board mit einem signaltechnisch sicheren Rechner und diesem zugeordneten Funktionsmodulen als Master-Board und ein zweites Board mit feldelementspezifischen Funktionenmodulen als Slave-Board verwendet werden, wobei die Boards über eine Datenleitung oder einen Funkkanal miteinander verbunden sind und der sichere Rechner des Master-Boards über ein zweikanaliges Bussystem des Master-Boards mit den Funktoinsmodulen des Master-Boards und über ein zweikanaliges Bussystem des Slawe-Boards mit den Funktionsmodulen des Slawe-Boards kommuniziert, indem ein an ein Funktionsmodul des Slawe-Boards adressiertes Datentelegramm des sicheren Rechners von einem Kommunikationsmodul des Slawe-Boards in beide Kanäle des Bussystems des Slawe-Boards eingespeist wird und anhand einer funktionsmodulspezifischen Adresse des Datentelegrammes nur von dem adressierten Funktionsmodul des Slawe-Boards empfangen wird und von den anderen Funktionsmodulen verworfen wird.
- Die Entfernung zwischen den beiden Boards kann viele Kilometer betragen, wobei das Master-Board vorzugsweise stellwerkseitig und das Slawe-Board vorzugsweise feldelementseitig angeordnet sind. Auf dem Slawe-Board ist kein eigener sicherer Rechner erforderlich, da der sichere Rechner des Master-Boards mit den Funktionsmodulen des Slawe-Boards kommuniziert, als wären diese auf dem Master-Board. Durch die Boardarchitektur mit Master-Board und Slawe-Board ist im sicheren Rechner des Master-Boards quasi nicht bekannt, welche Funktionsmodule sich auf dem eigenen Board und welche Funktionsmodule sich auf dem Slawe-Board befinden. Durch die Architektur mit speziellen Kommunikationsmodulen und Datentelegrammadressierung ist gewährleistet, dass der sichere Rechner des Master-Boards zu jeder Zeit immer nur ein bestimmtes Funktionsmodul auf dem Slawe-Board ansprechen kann.
- Eine Anordnung zur Durchführung des Verfahrens ist gemäß Anspruch 2 dadurch gekennzeichnet,
- – dass ein erstes Board als Master-Board mit einem signaltechnisch sicheren Rechner und diesem zugeordneten Funktionsmodulen ausgebildet ist und ein zweites Board als Slave- Board mit feldelementspezifischen Funktionsmodulen ausgebildet ist,
- – dass die Boards über eine Datenleitung oder einen Funkkanal miteinander verbunden sind,
- – dass der sichere Rechner des Master-Boards über ein zweikanaliges Bussystem des Master-Boards mit den Funktionmodulen des Master-Boards und über ein zweikanaliges Bussystem des Slawe-Boards mit den Funktionsmodulen des Slawe-Boards verbunden ist, dass die Datenleitung einkanalig ausgebildet ist und Master-Board-seitig mit einem ersten Kommunikationsmodul und Slawe-Board-seitig mit einem zweiten Kommunikationsmodul verbunden ist und
- – dass das zweite Kommunikationsmodul Mittel zum Einspeisen von Datentelegrammen des sicheren Rechners in beide Kanäle des Bussystems des Slawe-Boards aufweist.
- Die beiden Kanäle des Bussystems des Slawe-Boards sind dabei gemäß Anspruch 3 jeweils mit galvanischen Trennungen ausgestattet.
- Die Erfindung wird nachfolgend anhand figürlicher Darstellungen näher beschrieben. Es zeigen:
-
1 eine Board-Architektur nach dem Stand der Technik und -
2 eine erfindungsgemäße Board-Architektur. - Bei der oben erläuterten bekannten Board-Architektur gemäß
1 sind alle wesentlichen Baugruppen, die zur Ansteuerung und Überwachung von Feldelementen, beispielsweise Signallampen4 und Weichenantrieben5 , benötigt werden, auf einem Board3 angeordnet. Als Board3 wird dabei eine Leiterplatte bezeichnet, die mit diesen Baugruppen, nämlich dem si cherheitsrelevanten Rechner1 und den Funktionsmodulen2A bis2G bestückt ist. Der Aufbau und die Bestimmung der Funktionsmodule2A bis2G ist aus derDE 102 21 575 A1 bekannt, wobei die Funktionsmodule2A bis2G nach dem Baukastenprinzip feldelementspezifisch für die Ansteuerung und Überwachung des Feldelementes zusammengeschaltet werden. Die eigentliche Stellteilfunktion zur unmittelbaren Beaufschlagung des Feld elementes wird dabei durch die Funktionsmodule2D ,2E ,2F und2G realisiert. - Bestrebungen nach räumlicher Entzerrung führen zu einer in
2 veranschaulichten Board-Architektur. Vorgesehen sind zwei separate Boards3A und3B , deren räumliche Entfernung viele Kilometer betragen kann. Das Board3B übernimmt dabei die unmittelbare Stellteilfunktion mit den Funktionsmodulen2D ,2E ,2F und2G , während das Board3A mit dem sicheren Rechner1 und den Funktionsmodulen2A ,2B und2C bestückt ist und in einem Stellwerk angeordnet sein kann. Zur Kommunikation zwischen den beiden Boards3A und3B sind diese über eine einkanalige Datenleitung8 miteinander verbunden, wobei die Datenleitung8 stellwerkseitig über ein zusätzliches Funktionsmodul2K1 an einen Buskanal6A auf dem Board3A und stellteilseitig über ein zusätzliches Funktionsmodul2K2 an zwei Buskanäle9A und9B eines zweikanaligen Busses9 auf den Board3B angeschlossen ist. Die Datentelegramme, die von dem sicheren Rechner1 zur Ansteuerung des Feldelementes generiert werden, werden über den Buskanal6A , das Funktionsmodul2K1 , die Datenleitung8 und das Funktionsmodul2K2 weitergeleitet und dort auf beide Buskanäle9A und9B verteilt. Das Datentelegramm wird dadurch von allen Funktionsmodulen2D ,2E ,2F und2G des Stellteil-Boards3B gleichzeitig empfangen, aber nur dasjenige Funktionsmodul, dessen Teilnehmeradresse identisch ist mit einem Adressanhang des Datentelegramms, darf das Datentelegramm bearbeiten. Alle anderen Funktionsmodule verwerfen das Datentelegramm. Eine galvanische Trennung10 der beiden Buskanäle9A und9B sorgt für Rückwirkungsfreiheit. Die Kommunikation zwischen dem sicheren Rechner1 auf dem Stellwerks-Board3A und den Funktionsmodulen2D ,2E ,2F und2G auf dem Stellteil-Board3B erfolgt nach dem Master-Slave-Prinzip. Das Stellteil-Board3B fungiert dabei als Slawe. Auf diese Weise kann der Rechner1 unterschiedslos mit allen Funktionsmodulen2A bis2G auf beiden Boards3A und3B kommunizieren, ohne dass ein weiterer sicherer Rechner auf dem Stellteil-Board3B zwischengeschaltet werden muss. Die Kommunikation beinhaltet dabei eine bidirektionale Übertragung von digitalen und analogen Informationen sowie auch von Werten, beispielsweise dem Auslösewert einer Sicherung.
Claims (3)
- Verfahren zur Ansteuerung und Überwachung von Feldelementen, insbesondere Weichenantrieben (
5 ), Signallampen (4 ) und Achszähler, einer Eisenbahnsicherungsanlage, dadurch gekennzeichnet, dass ein erstes Board mit einem signaltechnisch sicheren Rechner (1 ) und diesem zugeordneten Funktionsmodulen (2A ,2B ,2C ,2K1 ) als Master-Board (3A ) und ein zweites Board mit feldelementspezifischen Funktionsmodulen (2D ,2E ,2F ,2G ,2K2 ) als Slave-Board (3B ) verwendet werden, wobei die Boards (3A ,3B ) über eine Datenleitung (8 ) oder einen Funkkanal miteinander verbunden sind und der sichere Rechner (1 ) des Master-Boards (3A ) über ein zweikanaliges Bussystem (6 ) des Master-Boards (3A ) mit den Funktionsmodulen (2A ,2B ,2C ,2K1 ) des Master-Boards (3A ) und über ein zweikanaliges Bussystem (9 ) des Slave-Boards (3B ) mit den Funktionsmodulen (2D ,2E ,2F ,2G ,2K2 ) des Slawe-Boards (3B ) kommuniziert, indem ein an ein Funktionsmodul (2D ,2E ,2F ,2G ) des Slave-Boards (3B ) adressiertes Datentelegramm des sicheren Rechners (1 ) von einem Kommunikationsmodul (2K2 ) des Slawe-Boards (3B ) in beide Kanäle (9A ,9B ) des Bussystems (9 ) des Slawe-Boards (3B ) eingespeist wird und anhand einer funktionsmodulspezifischen Adresse des Datentelegramms nur von dem adressierten Funktionsmodul des Slawe-Boards (3B ) empfangen wird und von den anderen Funktionsmodulen verworfen wird. - Anordnung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, – dass ein erstes Board als Master-Board (
3A ) mit einem signaltechnisch sicheren Rechner (1 ) und diesem zugeordneten Funktionsmodulen (2A ,2B ,2D ,2K1 ) ausgebildet ist und ein zweites Board als Slave-Board (3B ) mit feldelementspezifischen Funktionsmodulen (2D ,2E ,2F ,2G ,2K2 ) ausgebildet ist, – dass die Boards (3A ,3B ) über eine Datenleitung (8 ) oder einen Funkkanal miteinander verbunden sind, – dass der sichere Rechner (1 ) des Master-Boards (3A ) über ein zweikanaliges Bussystem (6 ) des Master-Boards (3A ) mit den Funktionsmodulen (2A ,2B ,2C ,2K1 ) des Master-Boards (3A ) und über ein zweikanaliges Bussystem (9 ) des Slave-Boards (3B ) mit den Funktionsmodulen (2D ,2E ,2F ,2G ,2K2 ) des Slave-Boards (3B ) verbunden ist, – dass die Datenleitung (8 ) einkanalig ausgebildet ist und Master-Board-seitig mit einem ersten Kommunikationsmodul (2K1 ) und Slave-Board-seitig mit einem zweiten Kommunikationsmodul (2K2 ) verbunden ist und – dass das zweite Kommunikationsmodul (2K2 ) Mittel zum Einspeisen von Datentelegrammen des sicheren Rechners (1 ) in beide Kanäle (9A ,9B ) des Bussystems (9 ) des Slave-Boards (3B ) aufweist. - Anordnung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Kanäle (
9A ,9B ) des Bussystems (9 ) des Slave-Boards (3B ) galvanische Trennungen (10 ) aufweisen.
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