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Die
Erfindung betrifft ein Rolltor, insbesondere ein schnell laufendes
Industrietor, mit einem die Toröffnung
abdeckenden Torblatt, welches aus einer Mehrzahl von Lamellen gebildet
ist und beidseitig ein Zugorgan aufweist, an welchem die Lamellen
zueinander abwinkelbar befestigt sind. Ferner betrifft die Erfindung
eine Lamelle für
ein solches Rolltor und ein Verfahren zu ihrer Herstellung.
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Derartige
Rolltore sind beispielsweise aus den deutschen Patentanmeldungen
DE 40 15 214 A ,
DE 40 15 215 A und
DE 40 15 216 A bekannt
geworden, wobei das hier beschriebene Schnelllauf-Spiraltor als
einbruchsicheres und wetterfestes Außentor ausgestaltet ist, so
dass es sich auch für
häufig
frequentierte Gebäudeabschlüsse eignet.
In der Offenstellung des Tores liegen die Lamellen dabei berührungsfrei
in einem Wickel an der Oberseite der Toröffnung vor. Hierzu erfolgt
eine relative scharfe Umlenkung des Torblatts auf engem Raum zum
Wickel hin, um zur Raumdecke hin Platz zu sparen. Unter „berührungsfrei" ist dabei zu verstehen, dass
die Großflächen der
Lamellen im Wickel einander nicht berühren, sondern durch geeignete
Mittel (Schienenführungen,
Abstandshalter oder dgl.) auf gegenseitigem Abstand gehalten sind.
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Die
Torblätter
derartiger Rolltore müssen
hierfür
in allen drei Raumachsen eine hinreichende Stabilität aufweisen,
um als zuverlässiger
Abschluss der Toröffnung
wirken zu können.
Da mit solchen Rolltoren häufig auch
Räume unterschiedlicher
Temperierung zu trennen sind, ist es generell von Vorteil, wenn
diese eine wirksame Wärmedämmung herstellen.
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Ein
Beispiel für
ein Industrietor, welches alle diese Anforderungen erfüllt, ist
aus der
DE 101 19
240 A1 ersichtlich. Diese Schrift betrifft ein Industrietor
mit einem die Toröffnung
abdeckenden Torblatt, welches eine Mehrzahl von abwinkelbar miteinander
verbundenen, doppelwandig ausgebildeten Lamellen aufweist. Dabei
sind die Lamellenwände
an ihren Längsrändern jeweils über einen
Steg miteinander verbunden, der zur Herstellung einer thermischen
Trennung der Lamellenwände
aus einem Material mit geringerer Wärmeleitfähigkeit als das Material der
Lamellenwände
ausgebildet ist. Hierzu ist an den Längsrändern der Lamellenwände jeweils
eine im wesentlichen U-förmige Profilnut
zur Aufnahme der Ränder
der Stege ausgebildet, wobei zwischen den Rändern der Stege und der Innenfläche der
Profilnut jeweils ein elastomeres Kunststoffteil im Presssitz, also
unter Verformung des Kunststoffteils gegenüber dem unbelasteten Zustand,
angeordnet ist. Die Lamellenwände
sind dabei typischerweise aus einer Aluminiumlegierung hergestellt,
wobei auch ein Kunststoff wie beispielsweise GFK oder PMMA angewendet
werden kann. Die Stege sind bei diesem bekannten Rolltor in der
Regel aus einem Kunststoff wie z. B. PMMA, PVC oder PC ausgebildet.
Zur Verbesserung der Wärmedämmwirkung
können
die Hohlräume
in den so ausgebildeten Lamellen auch mit einem Dämmmaterial
wie beispielsweise PS ausgeschäumt
sein.
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Das
Industrietor gemäß der
DE 101 19 240 A1 hat
sich in der Praxis sehr bewährt,
da hiermit eine gute Wärmedämmwirkung
bei gleichzeitig großer
Stabilität
der einzelnen Lamellen erzielt wird. Darüber hinaus hat es sich als
vorteilhaft erwiesen, dass die Zugkräfte beim Öffnen oder Schließen des
Rolltores bei dieser Bauweise nicht unmittelbar von den Lamellen
aufgenommen werden, sondern auf die seitlich über die Torblatthöhe hinweg
verlaufenden Scharnierbänder
einwirken. Die einzelnen Lamellen sind hierbei auf die Scharnierglieder der
Scharnierbänder
aufgesetzt und daran beispielsweise durch Verschraubung befestigt.
Es erfolgt somit keine Kraftübertragung
von einer Lamelle auf eine benachbarte Lamelle bei der Bewegung
des Torblatts, wodurch die Lamellen geringen dynamischen Beanspruchungen
ausgesetzt sind und eine gute Lebensdauer erzielt wird.
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Allerdings
hat es sich als nachteilig bei diesem Rolltor erwiesen, dass das
Torblatt ein relativ hohes Eigengewicht aufweist. Dies ist insbesondere
bei größeren Torbreiten
von erheblicher Bedeutung, da die einzelne Lamelle lediglich beidseits
benachbart zur seitlichen Führung
durch die Scharnierbänder
gehalten ist und somit im Zwischenbereich zwischen den beiden Scharnierbändern nur
aufgrund ihrer Eigenstabilität
im Lamellenverbund des Torblatts einer Durchbiegung entgegenwirken
kann. Insbesondere bei Schnellauf-Rolltoren mit Laufgeschwindigkeiten
von 2 bis 3 m/s und mehr treten an der oberen Umlenkung im Betrieb
hohe Fliehkräfte auf,
welche die Lamellen umso mehr durchzubiegen suchen, je schwerer
sie sind und je länger
sie sind. Darüber
hinaus ist eine gewisse Mindeststärke der Lamellenwände vorgesehen,
um die gewünschte
Stabilität
herstellen zu können.
So werden Aluminium- oder Stahlprofile häufig mit einer Wanddicke von
2 mm eingesetzt. Angesichts des hierdurch auftretenden Eigengewichts
sind jedoch Torbreiten größer als
8 m kaum realisierbar.
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Überdies
treten bei solchen doppelwandigen Lamellen erhebliche Probleme im
Betrieb dann auf, wenn beidseits des Torblatts sehr unterschiedliche
Temperaturen vorliegen. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn die
Außenseite
des Torblatts intensiver Sonneneinstrahlung ausgesetzt ist, während die
Innenseite beschattet vorliegt oder der Innenraum gar durch Klimatisierung
oder eine Kühlanlage
gekühlt
ist. In diesem Falle treten unterschiedliche Längendehnungen in den beiden
Wänden
einer Lamelle auf, was zu einer erheblichen Durchbiegung des Torblatts
zur Außenseite
hin führen
kann. Dies ist um so problematischer, je breiter das Torblatt ist.
Dabei hat eine solche Durchbiegung des Torblatts nachteilige Wirkungen
auf einen zuverlässigen
Betrieb desselben bei der Öffnungs-
und Schließbewegung.
Zudem besteht aufgrund der dann an den Verbindungsstellen zwischen
den beiden Lamellenwänden
auftretenden Schubspannungen die Gefahr einer Beschädigung der
Lamellen beispielsweise durch Materialermüdung. Da aus Stabilitätsgründen gerade
bei größeren Torbreiten
für die
doppelwandigen Lamellen typischerweise Profilschalen aus Metall
verwendet werden, spielt das Längendehnungsverhalten
in der Praxis eine erhebliche Rolle. Um eine thermisch bedingte
Durchbiegung der Lamellen zu verhindern, werden spezielle Profil querschnitte
mit gegenseitiger Beweglichkeit der Lamellenwände genutzt, wie sie beispielsweise
aus der
DE 101 19
240 A1 ersichtlich sind.
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Darüber hinaus
sind auch einer eventuell gewünschten
Verbesserung der Wärmedämmwirkung
bei diesen herkömmlichen
Torblättern
Grenzen gesetzt. Zwar kann hier durch Ausschäumen der Hohlräume in den Lamellen
mit einem Dämmmaterial
eine relevante Verbesserung gegenüber nicht gefüllten Lamellen
erzielt werden; eine darüber
hinausgehende Verbesserung der Wärmedämmwirkung
ist herkömmlich
jedoch nur durch eine Vergrößerung der
Dicke der einzelnen Lamelle möglich,
was jedoch gleichzeitig mit einem vergrößerten Materialbedarf für die Metallprofilschalen
verbunden ist. Dies führt
wiederum zu einem größeren Gewicht
des Torblatts, was neben einem erhöhten Energiebedarf für den Betrieb
eines solchen Torblatts zu einer Beschränkung der möglichen Torbreiten führt.
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Der
Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein gattungsgemäßes Rolltor,
insbesondere Schnellaufrolltor, derart weiterzubilden, dass bei
ggf. verbesserter Wärmedämmwirkung
Torblätter
mit größeren Breiten
ggf. auch bei hohen Betriebsgeschwindigkeiten einsetzbar sind.
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Diese
Aufgabe wird durch ein Rolltor mit den Merkmalen des Anspruches
1 gelöst.
Dieses zeichnet sich insbesondere dadurch aus, dass die Lamellen
als Formkörper
aus einem Kunststoff-Hartschaum ausgebildet sind. Unter Hartschaum
soll hier auch Integralschaum verstanden werden, der eingesetzt
werden kann, wo dies herstellungsbedingt möglich ist.
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Hierbei
wurde erfindungsgemäß erkannt,
dass ein derartiger Formkörper
aus einem Kunststoff-Hartschaum bei im Vergleich zu herkömmlichen
Lamellen sehr geringem Gewicht durchaus eine hinreichende Eigenstabilität aufweisen
kann, um als Lamelle an einem solchen Rolltor eingesetzt werden
zu können,
bei dem die vertikalen Kräfte über seitliche
Zugorgane übertragen
werden, welche die Lamellen derart miteinander verbinden, dass diese
gegeneinander abwinkelbar sind. Untersuchungen hierzu haben gezeigt,
dass geschäumte Kunststoffe
ein homogenes Gittergerüst
aus massiven Zellstegen und Zellwänden aufweisen, wodurch hohe mechanische
Festigkeiten erzielt werden können.
Das somit vorliegende dreidimensionale Zellgerüst eines Kunststoff-Hartschaumes
verleiht dem Formkörper
bei entsprechender Dimensionierung daher eine hinreichende Stabilität bzw. Widerstandskraft
gegenüber
mechanischen Belastungen insbesondere auch im Hinblick auf Biege-
oder Knickbeanspruchungen.
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Dabei
ist von entscheidender Bedeutung, dass bei einem erfindungsgemäßen Rolltor
die Krafteinleitung bei der Öffnungs-
oder Schließbewegung
nicht in die einzelnen Lamellen erfolgt, sondern die seitlich über die
Torblatthöhe
durchlaufenden Zugorgane zur Aufnahme dieser Kräfte dienen. Daher unterliegen
die an den Zugorganen angeordneten Lamellen im wesentlichen lediglich
den statischen und dynamischen Lasten bei der Torbetätigung sowie
eventuellen äußeren Einflüssen wie
Windlasten. Die hierfür
erforderliche Festigkeit lässt sich
erfindungsgemäß alleine
durch den Formkörper
herstellen, wobei dieser ein wesentlich geringeres Gewicht als eine
herkömmliche
Lamelle aufweist. Verantwortlich hierfür ist vor allem die Tatsache,
dass das Volumen eines derartigen Kunststoff-Hartschaumes in erster
Linie durch die Hohlräume
bestimmt ist. Der Volumenanteil des festen Kunststoffs des Gittergerüstes variiert
mit der Rohdichte des Formkörpers
und beträgt typischerweise
deutlich weniger als 10% des Volumens des gesamten Formkörpers. Dabei
sind angesichts des geringeren Gewichts der erfindungsgemäßen Lamellen
auch die statischen und insbesondere dynamischen Beanspruchungen
besonders gering im Vergleich zum Stand der Technik, so dass sich
ein zuverlässig einsetzbares
Torblatt ergibt. Nach Entlastung von den vertikalen Kräften wirken
zumeist solche Kräfte
auf die Lamellen ein, die durch vermindertes Gewicht zu verringern
sind, wie die Fliehkräfte
an der oberen Umlenkung, so dass die Gewichtsverminderung dazu führt, dass
auf Kunststoff-Hartschaum zurückgegriffen
werden kann, obwohl dieser gegenüber
Aluminium oder Stahl geringere Festigkeiten aufweist.
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Dabei
erlaubt das geringe Gewicht des Formkörpers auch die Bereitstellung
von Lamellen mit größeren Dimensionen
sowohl in der Länge,
als auch in der Dicke. Versuche hierzu haben ergeben, dass erfindungsgemäß Torblätter mit
einer Breite von 12 m ohne weiteres bereitstellbar und zuverlässig betreibbar
sind.
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Gleichzeitig
lässt sich
durch die somit realisierbare größere Dicke
der einzelnen Lamelle eine noch bessere Dämmwirkung als im Stand der
Technik erzielen. Dies gilt sowohl für die Wärme- als auch ggf. die Schalldämmwirkung.
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Die
Erfindung schafft somit ein Rolltor, das auch als schnell laufendes
Industrietor mit Bewegungsgeschwindigkeiten von bis zu mehr als
3 m/s zuverlässig
betreibbar ist, welches ein Torblatt mit gegenüber dem Stand der Technik wesentlich
geringerem Gewicht bei weiterhin guter Eigenfestigkeit aufweist,
und mit dem somit auch Torblätter
mit größeren Dimensionen
und verbesserter Dämmwirkung
bereitstellbar sind.
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Gemäß einem
weiteren Aspekt der vorliegenden Erfindung wird nach Anspruch 2
eine Lamelle für
ein erfindungsgemäßes Rolltor
geschaffen, welche sich dadurch auszeichnet, dass sie als ein Formkörper aus
einem Kunststoff-Hartschaum ausgebildet ist. Eine solche Lamelle
verleiht dem erfindungsgemäßen Rolltor
die erläuterten
Vorteile und stellt eine selbständig
handelbare Einheit dar. Sie kann sowohl zur Erstausrüstung als auch
als Ersatzteil oder im Zuge einer Umrüstung verwendet werden.
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Vorteilhafte
Weiterbildungen der erfindungsgemäßen Lamelle sind Gegenstand
der abhängigen
Ansprüche,
wobei sich hieraus auch analoge Verbesserungen für das erfindungsgemäße Rolltor
nach Anspruch 1 ergeben.
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So
hat es sich als vorteilhaft erwiesen, wenn der Hartschaum des Formkörpers eine
Rohdichte von wenigstens 30 kg/m3 aufweist.
Hierbei wurde erfindungsgemäß erkannt,
dass mit zunehmender Rohdichte eines Kunststoff-Hartschaumes typischerweise
der Zelldurchmesser abnimmt, während
die Zellwandungen dicker werden und somit die Menge an Gerüstsubstanz
im Körper
ansteigt, so dass sich auch die Festigkeit entsprechend erhöht. Praktische
Versuche hierzu haben gezeigt, dass bereits geschäumte Kunststoffe
mit einer Rohdichte von wenig mehr als 30 kg/m3 hinreichende
Festigkeitseigenschaften aufweisen können, um als Lamellen für Torblätter mit
herkömmlichen
Torbreiten eingesetzt zu werden. Für besondere Anwendungsfälle und insbesondere
auch für
größere Torbreiten
kann es dabei sachgerecht sein, höhere Rohdichten einzusetzen, nämlich solche
von mehr als 35 kg/m3, von mehr als 40 kg/m3 und insbesondere von mehr als 50 kg/m3. Eine Obergrenze der Rohdichte des Hartschaums
gibt es nicht. Erfolgreiche Versuche wurden mit 210 kg/m3 und 300 kg/m3 gemacht.
Es sind insbesondere bei Integralschäumen auch wesentlich höhere Rohdichten
von 600 kg/m3, 900 kg/m3 oder
sogar über
1.000 kg/m3 möglich, wobei sich dann bereits
außerordentlich
hohe Festigkeiten ergeben, die, wo dies erwünscht ist, zur Verwirklichung
einer geringen Dicke der Lamellen bei dennoch ausreichender Festigkeit
eingesetzt werden kann. Auch bei derart hohen Rohdichten ist immer
noch eine erhebliche Gewichtsverminderung gegenüber Aluminium mit ca. 2.700
kg/m3 und Stahl mit fast 8.000 kg/m3 erzielt.
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Für den praktischen
Einsatz hat es sich ferner als vorteilhaft erwiesen, wenn der Hartschaum
des Formkörpers
eine Biegefestigkeit von 200 kPa oder mehr aufweist. Dieser Mindestwert
erscheint als sachgerecht, um bei herkömmlichen Torbreiten eine Durchbiegung
der Lamelle aufgrund des Eigengewichts wie auch aufgrund von Windlasten
etc. zuverlässig
in Grenzen halten zu können.
Bei größeren Torbreiten
und/oder ungünstigen
Einwirkungsbedingungen für äußere Einflüsse kann
die Biegefestigkeit auch über
250 kPa oder über 300
kPa angesetzt werden. Die einzelnen Lamellen können bei noch höheren Biegefestigkeiten
einen besonders großen
Widerstand gegen Durchbiegung bereitstellen. Mit üblichen
kontinuierlich aufgeschäumten
Hartschäumen
können
bei Bedarf Biegefestigkeiten bis etwa 4.000 kPa, und mit Integralschäumen aufgrund
der dortigen Sandwich-Struktur bis etwa 40.000 kPa erreicht werden.
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Der
Hartschaum des Formkörpers
kann ferner ein E-Modul von 4 MPa oder mehr aufweisen, wodurch sich
geeignete Lamellen für
Rolltore in herkömmlichen Dimensionen
erzielen lassen. Das E-Modul kann dabei insbesondere über 6 MPa
und insbesondere über
7 MPa liegen und wird je nach Torbreite und den zu erwartenden Belastungen
eingestellt. Es sind auch wesentlich höhere E-Module möglich, nämlich bis
etwa 90 Mpa bei kontinuierlich aufgeschäumten Hartschäumen und
1.000 MPa bei Integralschäumen.
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Darüber hinaus
kann der Hartschaum des Formkörpers
auch eine Querzugfestigkeit von 150 kPa oder mehr aufweisen, was
sich in praktischen Versuchen als geeignet für Rolltore in herkömmlichen
Dimensionen erwiesen hat. Die Querzugfestigkeit kann dabei insbesondere über 200
kPa und insbesondere über
230 kPa liegen. Es sind auch wesentlich höhere Querzugfestigkeiten möglich, nämlich bis
etwa 2.000 kPa bei kontinuierlich aufgeschäumten Hartschäumen und
20.000 kPa bei Integralschäumen.
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Von
weiterem Vorteil ist es, wenn der Hartschaum des Formkörpers eine
Druckfestigkeit von wenigstens 150 kPa aufweist, da er dann einen
hinreichenden Widerstand gegen Druckbeanspruchungen bereitstellt. Die
Druckfestigkeit kann dabei insbesondere über 170 kPa und insbesondere über 250
kPa liegen, wobei die höheren
Werte wiederum bevorzugt speziellen Anwendungsfällen bzw. größeren Torbreiten
zuzuordnen sind. Es sind auch wesentlich höhere Druckfestigkeiten möglich, nämlich bis
etwa 4.000 kPa bei kontinuierlich aufgeschäumten Hartschäumen und
20.000 kPa bei Integralschäumen.
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Wie
aus den obigen Darlegungen klar wird, können selbsttragende Hartschaum-Lamellen der vorliegenden
Erfindung für übliche Anwendungsfälle im Vergleich
zu den bisher eingesetzten metallischen Lamellen extrem leicht bauen,
können
aber mit nur mäßigem Zusatzgewicht
durch höhere
Rohdichte des Hartschaums auch ganz erheblich höhere Festigkeiten erreicht
werden, sollten diese im Einzelfall erforderlich werden.
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Hierbei
hat es sich in praktischen Versuchen als vorteilhaft erwiesen, wenn
der geschäumte
Kunststoff ein PUR-Hartschaum ist. Dieser geschlossenzellige Schaumstoff weist
hohe mechanische Festigkeiten auf, ist problemlos verfügbar sowie
einfach zu verarbeiten. Darüber
hinaus zeichnet sich PUR-Hartschaum auch durch eine sehr geringe
Wärmeleitfähigkeit
sowie gute Dauerhaftigkeit aus. Formkörper aus PUR-Hartschaum können mehrere
Jahrzehnte zuverlässig
eingesetzt werden. PUR-Hartschaum ist ferner beständig gegenüber chemischen,
biologischen und klimatischen Einflüssen, so dass sich dieser Werkstoff
auch in besonders guter Weise für
die Verwendung im Außenbereich
eignet.
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Die
nachstehende Tabelle zeigt exemplarisch den Zusammenhang zwischen
Rohdichte und Festigkeit von kontinuierlich aufgeschäumten PUR-Hartschäumen bis
zu einer Rohdichte von 300 kg/m3, wie sie
für alle im
Rahmen des Üblichen
liegende Anwendungsfälle
ausreichend sein dürften.
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Lamellen
mit diesen Rohdichten wurden im Zuge der Erfindung untersucht und
können
beispielhaft im Rahmen der Erfindung für Lamellen zum Einsatz kommen.
Die jeweiligen Parameter wurden gemäß den in der Kopfzeile angegebenen
Normen bestimmt. Wie hieraus entnehmbar ist, erhöhen sich mit zunehmender Rohdichte
auch die Werte für
die Druckfestigkeit, Querzugfestigkeit, Biegefestigkeit, Schubfestigkeit,
Scherfestigkeit etc. wesentlich, in der Regel überproportional. Ferner lassen
sich aus dieser Tabelle auch die E-Module für die jeweiligen Lastfälle entnehmen.
Auch das E-Modul
ist typischerweise umso höher,
als es die Rohdichte ist. Dabei stellt das E-Modul einen bedeutenden
Kennwert für
Eigenstabilität
des Körpers
dar. Je nach gewünschter
Materialeigenschaften sowie erforderlicher Lamellenlänge, d.
h. Torbreite, lassen sich aus dieser Tabelle Beispiele für PUR-Hartschaumplatten
entnehmen, welche – als
ansonsten unverstärkte
Hartschaumkörper – für den jeweiligen
Anwendungsfall die geeigneten Materialeigenschaften aufweisen.
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Zur
Verbesserung der Festigkeitseigenschaften der einzelnen Lamelle
ist es ferner auch möglich,
dass der Kunststoff-Hartschaum darüber hinaus faserverstärkt ist.
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Darüber hinaus
kann der Formkörper
außenseitig
auch eine Beschichtung aufweisen, um so seine Witterungsbeständigkeit
und hier insbesondere seine UV-Beständigkeit im Hinblick auf eine
mögliche
Sonnenbestrahlung weiter zu verbessern. Ferner kann durch geeignete
Beschichtungen auch das Brandschutzverhalten der Lamelle und somit
des Rolltores verbessert werden.
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Die
Beschichtung kann dabei eine Lackierung oder dergleichen sein. Eine
derartige ggf. in der Farbe variierende Lackierung etc. kann dabei
problemlos durch Aufsprühen
oder eine andere herkömmliche
Verfahrensweise erfolgen, so dass sich eine derart ausgestattete
Lamelle mit einfachen Mitteln bereitstellen lässt und optisch ansprechend
gestaltet werden kann.
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Alternativ
ist es auch möglich,
dass die Beschichtung eine flexible Lage wie z. B. eine Kunststoff-Folie ist,
welche mit dem Formkörper
verbunden ist. Auch diese Art der Beschichtung lässt sich mit geringem Aufwand
herstellen. So kann die Folie beispielsweise im Zuge der Aufschäumung des
Kunststoffes randseitig angeordnet werden, wobei sich durch die
typische Haftwirkung von Kunststoff-Hartschäumen automatisch eine innige
und zuverlässige
Verbindung zwischen der Folie und dem Formkörper ergibt. Alternativ ist
es auch möglich,
dass die Folie nachträglich
auf den Formkörper
aufgeklebt wird. Anstelle einer Kunststoff-Folie können auch
Papierlagen, dünne
Bleche oder dgl. als Beschichtung eingesetzt werden.
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Von
weiterem Vorteil kann es sein, wenn die Lamellen ferner wenigstens
eine Versteifungslage aufweisen. Damit lasst sich die Eigenstabilität jeder
Lamelle nochmals verbessern, wobei durch eine geschickte Anordnung
der wenigstens einen Versteifungslage die Festigkeitseigenschaften
in bestimmten Belastungsrichtungen sowie auch im Hinblick auf bestimmte
Belastungsarten verbessern lassen. Eine solche selektive Verbesserung
durch Versteifungslagen kann ggf. mit geringerem Zusatzgewicht durchgeführt werden
als über eine
Erhöhung
der Rohdichte des Hartschaums.
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Dabei
kann die wenigstens eine Versteifungslage im Inneren des Formkörpers vorliegen
und so eine wirksame sowie von äußeren Einflüssen unabhängige Versteifungswirkung
entfalten. So ist beispielsweise eine äußere Sonnenbestrahlung der
Lamellen im Hinblick auf eine eventuell aus Metall hergestellte
Versteifungslage im wesentlichen unerheblich, wenn diese im Inneren
des Formkörpers
vorliegt, da der Formkörper bereits
eine hinreichende Dämmung
der Versteifungslage gegenüber
dem Außenbereich
herstellt. Relevante innere Spannungen im Formkörper aufgrund unterschiedlicher
Längendehnungszahlen
der verwendeten Materialien können
so zuverlässig
vermieden werden. Dabei ist es von besonderem Vorteil, wenn die
Versteifungslage bereits im Zuge der Aufschäumung des Formkörpers in
dessen Innerem angeordnet wird, da Kunststoffe während der Aufschäumphase
ein besonders hohe Klebewirkung entfalten. Aufgrund dieser vorteilhaften
Haftwirkung des Kunststoff-Hartschaumes
am Material der Versteifungslage ergibt sich eine besonders feste
und dauerhafte Verbindung und somit große Abzugsfestigkeit zwischen
den Materialien.
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Alternativ
ist es auch möglich,
dass die wenigstens eine Versteifungslage an wenigstens einer Außenseite
des Formkörpers
vorliegt. Diese Variante ist beispielsweise dann vorteilhaft einsetzbar,
wenn auf einer Seite des Torblatts eine Verblendung aus ästhetischen
Gründen
oder zur Verbesserung der Witterungsbeständigkeit gewünscht ist.
Auch in diesem Falle kann die Versteifungslage bereits im Zuge der
Aufschäumung
des Kunststoffes an der gewünschten
Außenseite
angeordnet werden, um so einen späteren Verbindungsschritt zu
vermeiden und eine innige Verbindung zwischen dem Formkörper und
der Versteifungslage aufgrund der Haftkraft des Kunststoff-Hartschaumes herzustellen.
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Hierbei
ist es ferner auch möglich,
dass auf Seiten der beiden Großflächen des
Formkörpers
eine Versteifungslage vorliegt. Damit lässt sich beidseits ein verbesserter
Schutz der Oberflächen
des Formkörpers
vor äußeren Einflüssen beispielsweise
auch mechanischer Natur sowie auch ein verbesserter Einbruchsschutz herstellen.
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Dabei
werden die Ränder
der beiden Versteifungslagen, insbesondere wenn diese aus Metall
sind, zweckmäßig thermisch
voneinander getrennt sein, so dass eine besonders gute Wärmedämmwirkung
mit einem Torblatt aus derartigen Lamellen erzielbar ist.
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Besonders
bevorzugt sind die beiden äußeren Versteifungslagen
hierzu im Abstand voneinander angebracht, derart, dass an den Schmalseiten
der Lamelle umlaufend ein Streifen aus Hartschaumoberfläche vorliegt.
Dieser kann aus optischen Gründen
z. B. durch eine Folie abgedeckt sein, welche aufgrund ihrer Materialeigenschaften
und/oder ihrer geringen Stärke
Wärme nur
sehr schlecht leitet.
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Der
umlaufende Streifen der Hartschaumoberfläche sollte bevorzugt eine Breite
bzw. der Abstand der Versteifungslagen im Bereich der Lamellenoberfläche sollte
eine Größe von wenigstens
3 mm, vorzugsweise wenigstens 5 mm haben, um Wärmebrücken unter allen Umständen zu
vermeiden.
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Besonders
bevorzugt sind die Versteifungslagen Profilbleche. Diese können endlos
hergestellt und abgelängt
werden. Dabei kann auf beiden Seiten der Lamelle ein gleiches Profilblech
verwendet werden, da die Profilbleche infolge ihres gegenseitigen
Abstands keine ineinandergreifenden komplementären Verbindungsteile benötigen. Hierdurch
wir die Fertigung vereinfacht und kostengünstiger gestaltet. Dabei können auch
für unterschiedliche
Lamellendicken gleiche Profilbleche verwendet werden, die dann lediglich
unterschiedlich breite Streifen bzw. Abstände ergeben.
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Bevorzugt
werden solche äußeren Versteifungslagen
bzw. Profilbleche eingesetzt, welche an ihren der Lamellenmitte
zugewandten Enden rückspringende
Haltezungen aufweisen, welche eine Randschicht des Hartschaums hintergreifen.
Hierdurch ergibt sich eine zusätzliche
Formschlußverbindung
zur Verankerung der jeweiligen Versteifungslage ohne Berührung oder
Hintergreifen der gegenüberliegenden
Versteifungslage.
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Überdies
kann die wenigstens eine Versteifungslage aus einem Nichteisenmetall
wie z. B. Aluminium, oder einem faserverstärkten Kunststoff oder einem
Stahl ausgebildet sein. Je nach Anwendungsfall und ggf. vorgesehener
Versteifungswirkung lässt
sich somit der für
den jeweiligen Einsatzfall geeignetste Werkstoff für die Versteifungslage
einsetzen. Dabei können
die an sich bekannten Vorteile der genannten Werkstoffe zielgerichtet
genutzt werden, um die Lamelle in der gewünschten Weise zu verbessern.
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Ferner
kann die wenigstens eine Versteifungslage eine Materialdicke zwischen
0,3 mm und 1,2 mm, vorzugsweise zwischen 0,4 mm und 1,0 mm aufweisen.
Die Wahl der geeigneten Materialdicke hängt dabei vom Material der
Versteifungslage und von der gewünschten
Versteifungswirkung ab, wobei zugleich das Gesamtgewicht der Lamelle
und somit des Torblatts möglichst
gering gehalten werden soll. Insbesondere ist dabei eine Materialdicke
zwischen 0,5 mm und 0,8 mm und vorzugsweise von etwa 0,6 mm für typische
praktische Anwendungen vorgesehen.
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Im
Falle einer innenliegenden Versteifungslage ist von dieser an den
beiden Großflächen der
Lamelle nichts zu bemerken. An den Außenseiten der Lamellen liegt
der Hartschaum vor, der ggf. aus ästhetischen und/oder technischen
Gründen
beschichtet sein kann.
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Im
Falle einer einzigen außenliegenden
Versteifungslage treffen die vorstehenden Feststellungen immer noch
auf eine Großfläche der
Lamelle zu. Die andere Großfläche hat
das Erscheinungsbild einer üblichen metallischen
Lamelle.
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Im
Falle beidseitig außen
vorliegender Versteifungslagen aus Metall ist das Torblatt nicht
auf den ersten Blick von außen
von einem übliche
Rolltorblatt zu unterscheiden. Allerdings ist die Stärke der
Versteifungslage erheblich geringer als bei einem üblichen
Rolltorblatt gleicher Dimension, liegt also etwa bei nur 0,6 mm statt
bei z. B. 2 mm. Der im Inneren angeordnete Hartschaumkörper, der
sandwichartig fest mit den beiden äußeren Versteifungslagen verbunden
ist, steift seinerseits die beiden äußeren Versteifungslagen so
gegeneinander aus, dass trotz der viel geringeren Wandstärken der
Versteifungslagen ein sehr festes Verbundbauteil vorliegt. Dieses
besonders gegen Durchbiegung ausgesteifte Verbundbauteil hat dennoch
geringeres Gewicht als eine entsprechende Lamelle üblicher
Bauart, so dass die dynamische Durchbiegung an der oberen Umlenkung
bei Schnellauf-Rolltoren mit Laufgeschwindigkeiten von 2 m/s, 3
m/s oder mehr und Lamellenhöhen
von höchstens
200 bis 300 mm auch bei großen
Torbreiten geringer ausfällt.
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Die
Erfindung betrifft weiterhin ein Verfahren zur Herstellung derartiger
Lamellen, bei dem zwei ggf. gleich ausgebildete Profilbleche in
einer Endlosbahn in einen Aufschäumbereich
geführt
werden, in dem ein zwischen die Profilbleche eingegebener Kunststoff
zur Aufschäumung
gebracht wird, und die Profilbleche in einem die gewünschte Lamellendicke
ergebenden gegenseitigen Abstand geführt werden und der Raum zwischen
den Profilblechen mit Hartschaum ausgeschäumt wird.
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Das
Verfahren nutzt den Vorteil der berührungsfreien und einander nicht
hintergreifenden Profilbleche dazu, zur Änderung der Lamellendicke bei
unveränderten
Profilblechen lediglich deren Abstand zu variieren. Hierdurch ergibt
sich eine hohe Flexibilität
der Fertigung praktisch ohne Umrüstkosten,
und ohne Lagerhaltungskosten für
an die jeweilige Lamellendicke angepaßte individuelle Profilbleche.
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Die
Erfindung wird nachfolgend in Ausführungsbeispielen anhand der
Figuren der Zeichnung näher erläutert. Es
zeigt:
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1 eine
perspektivische Ansicht eines erfindungsgemäßen Rolltores;
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2 eine
perspektivische Detailansicht von drei miteinander verbundenen Lamellen;
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3 eine
perspektivische Ansicht einer Lamelle am erfindungsgemäßen Rolltor
im näheren
Detail;
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4 eine
Querschnittsansicht einer erfindungsgemäßen Lamelle in einer ersten
Ausführungsform ohne
Versteifungselemente;
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5 eine
Querschnittsansicht einer erfindungsgemäßen Lamelle in einer zweiten
Ausführungsform mit
einer Versteifungslage;
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6 eine
Querschnittsansicht einer erfindungsgemäßen Lamelle in einer dritten
Ausführungsform mit
einer anderen Versteifungslage;
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7 eine
Querschnittsansicht einer erfindungsgemäßen Lamelle in einer vierten
Ausführungsform mit
einer nochmals anders gestalteten Versteifungslage;
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8 eine
Querschnittsansicht einer erfindungsgemäßen Lamelle in einer fünften Ausführungsform mit
mehreren Versteifungslagen;
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9 eine
Querschnittsansicht einer erfindungsgemäßen Lamelle in einer sechsten
Ausführungsform mit
mehreren, anders ausgerichteten Versteifungslagen;
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10 eine
Querschnittsansicht einer erfindungsgemäßen Lamelle in einer siebten
Ausführungsform mit
Versteifungslagen an beiden Großflächen des
Formkörpers;
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11 eine
Seitenansicht von drei miteinander verbundenen Lamellen gemäß der siebten
Ausführungsform;
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12 eine
Querschnittsansicht einer erfindungsgemäßen Lamelle in einer achten
Ausführungsform mit
Versteifungslagen im Inneren sowie an beiden Großflächen des Formkörpers;
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13 eine
Seitenansicht von drei miteinander verbundenen Lamellen mit anderer
Lamellengestalt gemäß einer
neunten Ausführungsform;
und
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14 eine
Querschnittsansicht der erfindungsgemäßen Lamelle der neunten Ausführungsform.
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Gemäß der Darstellung
in 1 weist ein Rolltor 1 ein Torblatt 2 auf,
welches in seitlichen Zargen 3 mittels Führungen
geführt
ist.
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Das
Torblatt 2 enthält
im wesentlichen eine Mehrzahl an Lamellen 21a, welche beidseitig
mittels einem als Zugorgan dienenden Scharnierband 22 miteinander
gekoppelt sind. Die beiden Scharnierbänder 22 weisen hierzu
abwinkelbar miteinander verbundene Scharnierglieder 23 auf,
wie insbesondere auch aus den 2 und 3 ersichtlich
ist. Lagerbolzen 24 an den Scharnierbändern 22 sind ferner
so ausgebildet, dass sie seitlich bis in die Zargen 3 ragen
und dort in an sich herkömmlicher
Weise in Führungseinrichtungen
geführt
sind. Hierzu können
an den Lagerbolzen 24 wie bei bekannten Schnellaufrolltoren
Lagerrollen angeordnet sein.
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Die
seitlichen Zargen 3 weisen einen Vertikalabschnitt 31 sowie
vorteilhaft einen Spiralabschnitt 32 auf, wobei das Torblatt 2 im
offenen Zustand des Rolltores 1 im Spiralabschnitt 32 angeordnet
ist. Alternativ kann das Rolltor auch in Form eines Wickels vorliegen,
in dem die Lamellen auf andere Weise auf Abstand gehalten sind.
Der Antrieb des Rolltores 1 erfolgt über einen Motor 4,
welcher im Torsturz angeordnet ist.
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Wie
insbesondere aus 3 in näherem Detail ersichtlich ist,
sind die Lamellen 21a in einer Ausführungsform als Formkörper 25a aus
einem Kunststoff-Hartschaum
ausgebildet. Die Lamellen 21a sind hierbei auf die Scharnierglieder 23 an
der Toraußenseite
aufgesetzt und mittels hier nicht gezeigten Verbindungselementen
wie Schrauben hieran befestigt. Alternativ kann auch ein anderes
Zugorgan benutzt werden, an dem die Lamellen auf geeignete Weise
befestigt sind. Wesentlich ist nur, dass eine gegenseitige Abwinkelung
der Lamellen bei der Umlenkung im Bereich der Oberseite der Toröffnung möglich ist.
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Auf
der Torblattinnenseite sind Dichtungsstreifen 26a angeordnet,
welche an den Rändern
benachbarter Lamellen 21a festgelegt sind. Zur Herstellung
einer zusätzlichen
Abdichtung zwischen benachbarten Lamellen 21a ist ferner
eine geeignete Dichtung 26b im Bereich der Außenseite
des Torblatts 2 vorgesehen, welche an den Rändern jeder
Lamelle formschlüssig
in einer Haltenut gehalten ist und ebenfalls quer zur Torbreite durchgehend
verläuft.
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Die
Querschnittsgestalt des Formkörpers 25a einer
derartigen Lamelle 21a gemäß der ersten Ausführungsform
ist in 4 gezeigt. Der Formkörper besteht hierbei aus PUR-Hartschaum
und weist keine Versteifungselemente auf. Der Formkörper kann
hierbei außenseitig
in hier nicht gezeigter Weise lackiert oder mittels einer Folie
beschichtet sein.
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In 5 ist
eine zweite Ausführungsform
einer Lamelle 21b gezeigt, bei welcher integral im Inneren eines
Formkörpers 25b eine
Versteifungslage 27b angeordnet ist. Die hier schematisch
angedeutete Versteifungslage 27b ist dabei gewellt ausgebildet.
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6 zeigt
eine dritte Ausführungsform
einer Lamelle 21c, bei welcher ein Formkörper 25c von
einer Versteifungslage 27c durchdrungen ist. Die Versteifungslage 27c liegt
dabei im Inneren des Formkörpers 25c vor
und durchgreift diesen in der gezeigten Weise mit zueinander abgewinkelten
Abschnitten.
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In 7 ist
eine Lamelle 21d gemäß einer
vierten Ausführungsform
gezeigt, bei welcher eine Versteifungslage 27d mit zueinander
abgewinkelten Abschnitten bereichsweise bis an die Außenflächen eines
Formkörpers 25d reicht.
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Durch
die in den 5 bis 7 dargestellten
gewellten bzw. abgewinkelten Formen von Versteifungslagen wird dabei
eine verbesserte Stabilität
des Torblatts in mehreren Raumachsen erzielt.
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8 zeigt
eine weitere Ausführungsform
einer Lamelle 21e mit einem Formkörper 25e, der von
einer Mehrzahl von Versteifungslagen 27e durchdrungen ist.
Die Versteifungslagen 27e verlaufen jeweils im wesentlichen
parallel zueinander über
die Höhe
der Lamelle 21e hinweg.
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9 zeigt
eine alternative Ausgestaltungsweise einer Lamelle 21f mit
einem Formkörper 25f,
welcher durch eine Mehrzahl von Versteifungslagen 27f durchdrungen
ist, wobei sich diese im wesentlichen parallel zueinander in Dickenrichtung
der Lamelle 21f erstrecken.
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10 zeigt
noch eine weitere Ausführungsform
einer Lamelle 21g, in welcher die beiden Großflächen eines
Formkörpers 25g durch
Versteifungslagen 28a und 28b abgedeckt sind.
Diese bilden somit eine Art äußere Schalen
für die
Lamelle 21g. Die Längsränder der
beiden Versteifungslagen 28a und 28b sind hierbei
nicht miteinander verbunden, sondern liegen in einem gegenseitigen
Abstand, so dass sie thermisch entkoppelt sind. Der frei in diesem
Bereich vorliegende Oberflächenstreifen 30 des
Formkörpers 25g ist
dabei durch eine Deckfolie 29 abgedeckt, welche als Witterungsschutz
dient.
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Wie
ohne weiteres ersichtlich ist, werden unterschiedliche Dicken der
Lamellen ganz einfach dadurch erhalten, dass die Versteifungslagen 28a und 28b in
unterschiedlichen Abständen
angeordnet werden. Unterschiedliche Profilbleche als Versteifungslagen
zur Überbrückung ihrer
gegenseitigen Abstände
werden nicht benötigt,
weil sich bei größeren Lamellendicken
einfach breitere Streifen 30 des Hartschaums ergeben.
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Wie
aus der Zeichnung ersichtlich ist, umgreifen die Verstärkungslagen 28a und 28b die
Längsränder des
Formkörpers 25g.
Sie weisen an ihren der Lamellenmitte zugewandten Enden Haltezungen 31 auf,
mit denen sie in den Hartschaum-Formkörper 25g eingreifen
und eine zusätzliche
formschlüssige
Lagesicherung der Versteifungslagen bilden.
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Aus 11 ist
ein Ausschnitt des Torblatts 2 des Rolltores 1 mit
den Lamellen 21g gemäß 10 ersichtlich.
Hieraus ist insbesondere das Zusammenwirken der Dichtungsstreifen 26a mit
den Rändern
der Lamellen 21g erkennbar. Hierbei sind hakenförmige Endabschnitte
an beiden Seiten jedes Dichtungsstreifens 26a in passende
Aussparungen an den Rändern
der benachbarten Lamellen 21g eingefügt und der Dichtungsstreifen 26a ist
somit im Abwinkelungsbereich der Scharnierglieder 23 angeordnet.
Die Dichtungsstreifen 26a stellen daher einen räumlichen
Abschluss zwischen zwei benachbarten Lamellen 21g her,
ohne dass die Abwinkelbewegung der Scharnierglieder 23 hiervon
beeinträchtigt
wäre. Ergänzend hierzu
ist die weitere Dichtung 26b im Bereich der Außenseite
des Torblatts 2 angeordnet, welche einen Eintritt von Schmutz
etc. bereits auf der Wetterseite des Rolltores 1 verhindert.
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12 zeigt
noch eine weitere Ausführungsform
einer Lamelle 21h, welche im Wesentlichen analog zur Ausführungsform
gemäß 10 ausgebildet
ist. Ergänzend
hierzu weist die Lamelle 21h in 12 noch eine
Versteifungslage 27h in Inneren eines Formkörpers 25h auf.
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Aus
der Darstellung in 13 ist ein Ausschnitt eines
Torblatts 2' eines
Rolltores 1' mit
Lamellen 21i in einer zu den anderen Ausführungsformen
alternativen Gestalt ersichtlich. Die Lamellen 21i sind
dabei ohne Versteifungslagen ausgebildet und weisen einen Formkörper 25i auf,
der ebenfalls aus einem Kunststoff-Hartschaum besteht. Wie aus 13 erkennbar
ist, sind die aufeinander zu weisenden Seitenflächen jeder Lamelle 21i schräg verlaufend
zu den Großflächen der
Lamellen ausgebildet, wobei sie zudem komplementär zueinander ausgestaltet sind,
so dass sie einen definierten Spalt dazwischen ausbilden. Im Spalt
zwischen diesen Seitenflächen
sind Dichtungsstreifen 26c angeordnet, welche an einer
der Lamellen 21i befestigt sind und eine zuverlässige Abdichtung
in diesem Bereich herstellen. Darüber hinaus wird durch die schräg zur Torblattaußenseite
hin abfallenden Seitenflächen
der Lamellen 21i ein Abtropfen bzw. Ablaufen von Regen
etc. an der Außenfläche entlang
erreicht. Die Gefahr des Eindringens von Feuchtigkeit in den durch
das Rolltor 1' abgeschlossenen
Innenraum wird hierdurch verringert und somit bei konstruktiv einfachem
Aufbau ein verbesserter Witterungsschutz erzielt.
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14 zeigt
die Lamelle 21i nochmals im Querschnitt im Detail. In dieser
Ausführungsform
liegt der Formkörper 25i ohne
Versteifungslagen vor, wobei es sich von selbst versteht, dass analog
zu den Lamellen 21b bis 21h auch die Lamelle 21i mit
zusätzliche
Versteifungslagen in unterschiedlichsten Gestalten versehen sein
kann.
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Im
praktischen Einsatz sind die Lamellen 21a bis 21i dabei
typischerweise mit einer Teilung von 225 mm benachbart zueinander
angeordnet und weisen eine Dicke von in der Regel 40 mm auf, wobei
sie je nach Anwendungsfall auch 60 mm, 80 mm, 100 mm oder mehr in
ihrer Dicke dimensioniert sein können.
Die Länge der
einzelnen Lamellen 21a bis 21i hängt von
der Breite des Rolltores 1 ab und liegt typischerweise
zwischen 2 m und 12 m.
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Die
Versteifungslagen in den gezeigten Ausführungsbeispielen sind bevorzugt
aus einem Leichtmetall wie Aluminium ausgebildet und weisen eine
Materialstärke
von ca. 0,6 mm auf.
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Die
Materialeigenschaften insbesondere im Hinblick auf die Eigenstabilität der einzelnen
Lamellen 21a bis 21i lassen sich dabei je nach
den Erfordernissen des Einzelfalles einstellen, wobei durch die
Anordnung von Versteifungslagen 27b bis 27f und 27h sowie 28a und 28b deutliche
Verbesserungen der mechanischen Festigkeit erzielen lassen. In Verbindung
mit den Versteifungslagen tritt dabei ein Sandwicheffekt auf, der
darin gründet,
dass bei schub- und zugfester Verbindung der Schichten ein Tragsystem
mit sehr guten Steifigkeiten insbesondere auch im Hinblick auf die
Biegefestigkeit erzielt wird. Eine feste und innige Verbindung zwischen den
Versteifungslagen und dem Kunststoff-Hartschaum im Formkörper 25a bis 25i lässt sich
dabei insbesondere dadurch erzielen, dass die Verbindung im Zuge
der Aufschäumung
des Kunststoffes hergestellt wird. Die Herstellung kann dabei beispielsweise
durch das so genannte Doppelband-Verfahren erfolgen, wenn eine Lamelle 21g oder 21h gemäß der Darstellung
in den 10 bis 12 erzielt
werden soll. Das Doppelband-Verfahren ist an sich bekannt, weshalb
hier auf die Darlegung näherer
Einzelheiten verzichtet wird.
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Die
Erfindung lässt
neben den gezeigten Ausführungsformen
weitere Ausgestaltungsweisen zu.
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So
können
die Materialkennwerte für
den Formkörper
ggf. auch unterhalb der in den abhängigen Ansprüchen 3 bis
7 angegebenen Mindestwerte liegen, sofern der jeweilige Anwendungsfall
dies zulässt.
Beispielsweise sind die Anforderungen an relativ kleine Rolltore
mit geringen Torbreiten häufig
gering, so dass ggf. mit geringeren Rohdichten gearbeitet werden
kann.
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Der
geschäumte
Kunststoff kann faserverstärkt
sein, was jedoch nicht zwingend erforderlich ist. Ebenso kann auch
auf eine außenseitige
Beschichtung verzichtet werden. Zudem ist es bei Anwendung von zwei außenseitigen
Versteifungslagen nicht erforderlich, dass diese thermisch voneinander
getrennt, d. h. beabstandet zueinander sind, wenn Temperaturdifferenzen
keine wesentliche Rolle spielen.
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Ferner
kann als Kunststoff für
den Formkörper
anstelle von Polyurethan-Hartschaum
beispielsweise auch Polystyrol-Hartschaum, Phenolharz-Hartschaum,
PR-Hartschaum eingesetzt
werden.
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Darüber hinaus
können
z. B. bei den Lamellen 21g und 21h auch zusätzlich außenseitig
Schichten aus einem zur Stoßabsorption
geeigneten Kunststoff-Hartschaum aufgetragen sein, um so einen Anfahrschutz am
Torblatt zu realisieren. Eine Deformation bzw. Beschädigung der
Versteifungslagen kann so zuverlässiger vermieden
werden. Soweit herstellungstechnisch im Einzelfall möglich, wäre hier
Integralschaum hervorragend geeignet. Überdies schützt eine außenseitige Schicht aus Kunststoff-Hartschaum auch gegen
eine übermäßige Erwärmung oder
Abkühlung
von äußeren Verstärkungslagen,
und beugt so einer thermisch bedingten Durchbiegung der Lamellen
vor.
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Anstelle
der Scharnierbänder 22 bzw. 22' können auch
kettenartige Elemente, Riemen, Seile oder dgl. als Zugorgan zum
Einsatz kommen, an welchen die Lamellen in geeigneter Weise befestigt
sind.
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Sofern
das Rolltor 1 bzw. 1' Räume mit sehr unterschiedlichen
Temperaturen voneinander trennt, können zur Vermeidung von Deformationen
der Lamelle oder von Ablösungen
der Schichten untereinander bei mehrlagigen Lamellen wie den Lamellen 21g und 21h – Formkörper mit
außen
vorliegenden Versteifungslagen – Dehnungsausgleichselemente
zwischen dem Formkörper
und den Versteifungslagen angeordnet sein. Die Dehnungsausgleichselemente
können
aus einem elastischen Material wie ein Elastomer oder dgl. ausgebildet sein
und flächig
oder punktuell vorliegen, um so auftretende Spannungen aufgrund
von unterschiedlichen Längendehnungskoeffizienten
der Elemente aufzunehmen.
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Alternativ
oder ergänzend
können
die außen
vorliegenden Versteifungslagen auch mit einem geeigneten Lack versehen
werden, um eine übermäßige Erwärmung derselben
z. B. unter Sonneneinstrahlung zuverlässiger zu unterbinden.