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Die
Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Anordnung zur automatischen
Vergebührung
von in einem Telekommunikationsnetz, insbesondere Mobilfunknetz,
bereitgestellten Leistungen bzw. Produkten.
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Die
Telekommunikationsnetze – und
hier zuvörderst
die Mobilfunknetze – sind
in einem dynamischen Wandel von reinen Kommunikationsinstrumenten
zu universellen Kommunikations-, Informations- und Unterhaltungs-Medien
begriffen. Diese Entwicklung ist notwendig mit einer immer stärker ausgeprägten Differenzierung
verschiedener Leistungen/Produkte nach Inhalt, Kosten, Wert und
Preis verbunden, welche wiederum eine zunehmende Komplexität der Erfassung
der Inanspruchnahme verschiedener Leistungen durch die Nutzer und
damit auch der Vergebührung
mit sich bringt. Neben dieser zunehmenden Komplexität stellt
auch die äußerst dynamische
Entwicklung des Leistungsangebotes und hieraus resultierenden Gebührenerfassungsbedarfs
hohe Anforderungen an die Betreiber der Netze und Gebührenerfassungssysteme.
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Bei
der Vergebührung
in Mobilfunknetzen tritt ein Synchronisationsbedarf dadurch auf,
dass die einzelnen für
die Vergebührung
notwendigen Prozesse auf den unterschiedlichen Ebenen, d.h. auf
der Bearer-(z.B. General Packet Radio Service GPRS/Packet Switched
Domain), der Subsystem-(IP Multimedia Subsystem – IMS) und der Dienste-Ebene
(z.B. Multimedia Messaging Service – MMS, Push-to-Talk over Cellular – PoC) für eine einzelne Dienstnutzung
häufig
eine größere Anzahl
von Nutzungsinformationen erzeugen, die ohne entspre chende Gegenmaßnahmen
zu einer Mehrfachvergebührung
des genutzten Service führt.
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Diese
redundante Erfassung schlägt
sich zum einen in einer höheren
Signalisierungslast auf den Erfassungsknoten im Netzwerk nieder.
Ferner entsteht, da die redundante Erfassung natürlich in keinem Fall zu einer
tatsächlichen
Mehrfach-Vergebührung
beim Nutzer führen
darf, wegen des Synchronisationsbedarfs (Korrelation) der unkoordiniert erfassten
Daten eine zusätzliche
Ausführungslast, z.B.
im Online Charging System (OCS). Insbesondere müssen für die Online-Vergebührung alle
eintreffenden Reservierungsanfragen in Echtzeit verarbeitet werden,
um die damit einhergehende Credit-Control und Quota-Zuweisung an
die Netzwerkelemente realisieren zu können. Eine unkoordinierte Lösung, in der
alle an einer Diensterbringung beteiligten Netzwerkelemente die
CCRs an die Vergebührungs-Verarbeitungseinheit
das OCS senden, wird aufgrund des hohen Korrelationsaufwandes und
der damit auch verbundenen Verzögerung,
nicht mehr praktikabel. Dies trifft insbesondere auf die Vergebührung eines
Dienstes zu, bei dem Charging-Daten von einer größeren Anzahl beteiligter Netzwerkelemente
der verschiedenen Ebenen geliefert werden.
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Für zukünftige Einsatzszenarien
werden zudem eine wesentlich größere Anzahl
von Diensten (verstärkt
durch die neuen Möglichkeiten,
die das INS als Dienste-Plattform zur einfacheren Einführung bietet)
und eine zunehmende Heterogenität
im Zugangsnetzbereich vorhergesagt. Diese Entwicklungen lassen die
bisherigen, eher statisch auf bestimmte Technologien bzw. Dienste
ausgerichteten Lösungen
als nicht mehr ausreichend erscheinen.
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Vielmehr
werden neue, effizientere Vergebührungs-Lösungen benötigt, die
flexibel an die Bedürfnisse
der Netzbetreiber angepasst werden können. Insbesondere eine schnelle
Einführbarkeit
von Diensten sowie eine hohe Flexibilität bezüglich Tarifmodellen, die eine
differenzierte Vergebührung
von speziellen Diensten erfordern, steht hier als grundlegende Anforderung.
Insbesondere soll die Vergebührung
auf der Basis bestimmter Parameter, einschließlich der Bündelung von Dienstangeboten
und der Umsetzung von Bonus-Programmen erfolgen, um den individuellen
Bedürfnissen
der Kunden gerecht zu werden.
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In
heutigen Kommunikationssystem erfolgt die den Synchronisationsbedarf
befriedigende Koordination durch eine manuelle Konfiguration etwa
bei der Einführung
eines OCS in ein bestehendes Mobilfunknetzwerk bzw. dann bei der
Einführung
neuer Dienste bei bereits vorhandenem OCS. Dies führt nicht
nur zu hohem Einführungsaufwand,
sondern auch zu einer gewissen Inflexibilität gegenüber späteren Änderungen, die dann häufig ein
erneutes manuelles Eingreifen erfordern.
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Zwar
zielen die Ergebnisse etlicher Forschungsprojekte (z.B. MOBIVAS,
Moby Dick, 3GET, Daidalos)auf eine Policy-basierte Konfiguration
von Erfassungspunkten (Meter, Charging Trigger Function) ab. Jedoch
wird hierbei einerseits das Problem der Einführung neuer Erfassungspunkte,
d.h. die Frage, wie man auf einfache Weise ein koordiniertes Zusammenspiel
zwischen Vergebührungs-System
und Erfassungspunkten erreicht und zu einer effektiven und effizienten
und somit auch skalierbaren Nutzung der vergebührungs-relevanten Ressourcen
im Netzwerk kommen kann, nicht genügend oder überhaupt nicht berücksichtigt.
Andererseits bleiben auch die Anpassung des Gesamtsystems an sich
verändernde
Bedingungen (z.B. neue Tari fe/Tarifmodelle, verändertes Kundenverhalten und
dadurch andere Nutzungsmuster einschließlich der Notwendigkeit, Daten zu
erfassen, etc.) Ausnahmeereignisse (z.B. (teilw.) Ausfall/Überlastung
von Erfassungspunkten) unberücksichtigt.
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Aus
der internationalen Patentanmeldung
WO 2005/117339 A1 ist
ein Verfahren bekannt, bei dem die Notwendigkeit der Konfiguration
von an der Vergebührung
eines Dienstes beteiligten Gebührenprozessen
auf einzelnen Netzelementen in einem Kommunikationsnetz festgestellt
wird.
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Der
Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein verbessertes Verfahren
sowie eine verbesserte Anordnung zur Vergebührung von in einem Telekommunikationsnetz
realisierten Leistungen bzw. Produkten bereitzustellen, welche sich
insbesondere durch hohe Flexibilität und auf mittlere Sicht niedrige
Kosten auszeichnen.
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Diese
Aufgabe wird durch Verfahren mit den Merkmalen der Ansprüche 1 und
2 sowie eine Anordnung mit den Merkmalen des Anspruchs 13 gelöst. Zweckmäßige Fortbildungen
des Erfindungsgedankens sind Gegenstand der jeweiligen abhängigen Ansprüche.
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Die
Erfindung schießt
den wesentlichen Gedanken ein, ein Verfahren sowie eine Anordnung
anzugeben, welche eine weitgehende Selbstkonfiguration und Selbstoptimierung
eines konfigurierbaren Charging Systems und seiner Erfassungspunkte
bewirken. In diesem Sinne schließt die Erfindung den Gedanken
einer weitgehenden Automatisierung sowohl einer initialen Systemkonfiguration
als auch der Systemanpassung an Ereignisse wie verändertes Lastaufkommen,
den Ausfall von Er fassungspunkten oder die Implementierung neuer
Leistungen oder Änderungen
bei bestehenden Leistungen ein.
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Wesentliche
Systemelemente sind Gebührenerfassungspunkte
(auch bezeichnet als Next Generation Charging Trigger Functions – ngCTFs),
die für
die Erfassung von zu vergebührenden
Nutzeraktivitäten
zuständig
sind und zu diesem Zweck vom Vergebührungs-System konfiguriert,
aktiviert und auch deaktiviert werden können. Die ngCTFs verfügen über eine
Beschreibung ihrer Erfassungsfähigkeiten
(charging capabilities description), die sie bei ihrer Integration
in das Gesamtsystem der Systemzentrale (Vergebührungs-Verarbeitungseinheit) mitteilen. Außerdem sind
sie in der Lage, die vom Charging System erhaltenen Konfigurationen
zu interpretieren und gemäß diesen
zu funktionieren, d.h. angeforderte Daten zu erfassen und weiterzuleiten.
Des Weiteren sind sie in der Lage, im laufenden Betrieb Informationen über ihr
Leistungsverhalten (performance data) und ihren Zustand (health
signals) an die Zentrale, zur weiteren Verarbeitung im Rahmen der
Selbstoptimierung, zu liefern.
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Das
Gesamt-Vergebührungssystem übernimmt
neben seinen üblichen
Aufgaben im Rahmen des Online- und Offline-Charging auch Aufgaben
zur Selbstkonfiguration und Selbstoptimierung des Gesamtsystems.
Ziel ist es, die in Form der Erfassungspunkte zur Verfügung stehenden
Ressourcen möglichst
optimal zu nutzen. Zu diesem Zwecke ist es dazu ausgebildet, auf
Basis der durch alle im Gesamtsystem vorhandenen und ihm zugeordneten
Erfassungspunkte mitgeteilten Erfassungsfähigkeiten sowie der durch den
Betreiber definierten Produktangebote (Dienste- oder Dienstbündel, die
den Teilnehmern des Mobilfunknetzes gegen Entgelt zur Verfügung gestellt
werden und deren Nutzung deshalb gebührentechnisch erfasst werden
muss), für
alle jeweils relevanten Erfassungspunkte Konfigurationen (charging
configurations/charging characteristics) zu erstellen.
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Alle
Einzelkonfigurationen, die sich auf ein Produktangebot beziehen,
stellen dabei die Vergebührungs-Strategie
des Vergebührungs-Systems
für dieses
Produktangebot dar. Diese gilt es zu optimieren und im Rahmen einer
permanenten Selbstüberprüfung dauerhaft
möglichst
optimal zu halten.
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Das
Charging System führt
dazu, eine Liste aller verfügbaren
Ressourcen (available resources list) einschließlich ihrer Erfassungsfähigkeiten
bzw. -charakteristika (erfassbare Ereignisse und Aktivitäten) als
Grundlage für
die Erstellung und Pflege der Vergebührungs-Strategien, sowie eine
Liste der unterstützten
Dienste (supported services list) als Ausgangspunkt für die Produktangebotserstellung
durch den Betreiber. Einen weiteren Einfluss auf die Produktangebotserstellung
haben die erfassbaren Ereignisse und Aktivitäten im Rahmen der Dienstenutzung,
sowie durch ngCTFs der Dienstebene (Service-Level ngCTFs) bereitstellbare
Erkennungsmuster zur Verwendung durch ngCTFs auf den beiden anderen
Vergebührungs-Ebenen
(Subsystem- und Bearer-Level). Zusammen ergeben sich hieraus die verbesserten
Möglichkeiten
zur Produktangebotserstellung.
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Das
vorgeschlagene Verfahren und die entsprechende Anordnung bieten
unter anderem folgende wesentliche Vorteile:
- – automatische
und deshalb schnellere und weniger Kosten,
- – intensive
Integration neuer Erfassungspunkte in eine bestehende Charging-Infrastruktur,
- – geringer
Deployment- und Customisation-Aufwand,
- – einfachere
Neukonfiguration bereits im Betrieb befindlicher Erfassungspunkte,
z.B. in Folge von Tarifänderungen,
- – einfachere
und schnellere Inbetriebnahme neuer Dienste (kürzere Time-to-Market), sowie schnellere
Anpassung an Markttrends möglich ohne
Notwendigkeit einer umfangreichen manuellen Konfiguration und
- – höhere Systemeffizienz
durch System-Selbstoptimierung; dadurch größere Anzahl an Anwendern bei
gegebener Systemauslegung unterstützbar.
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Vorteile
und Zweckmäßigkeiten
der Erfindung ergeben sich im übrigen
aus der nachfolgenden Beschreibung von Ausführungsbeispielen anhand der
Figuren. Von diesen zeigen:
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1 eine
erste schematische Darstellung einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens
(initiale Selbstkonfiguration),
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2 eine
zweite schematische Darstellung einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens
(initiale Selbstkonfiguration),
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3 eine
dritte schematische Darstellung einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens
(Selbstoptimierung),
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4 eine
vierte schematische Darstellung einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens
(Selbstoptimierung).
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In 1 ist
schematisch eine anfängliche Gesamtkonfiguration
eines Vergebührungs-Gesamtsystems 1 mit
einer Vergebührungs-Verarbeitungseinheit
(Vergebührungs-Systemzentrale) 3,
einer Produktangebots-Eingabeeinheit 5 sowie Gebührenerfassungspunkten 7 auf
Bearer-Level, Gebührenerfassungspunkten 9 auf
Subsystem-Level und Gebührenerfassungspunkten 11 auf
Service-Level beispielhaft zu verstehen ist. Allen genannten Systemkomponenten
ist jeweils eine (mit dem Bezugsziffern-Zusatz „DB" bezeichnete Daten basis zur Speicherung funktionswesentlicher
Daten zugeordnet. In der Darstellung ist vorausgesetzt, dass eine
Systemstruktur, einschließlich
einer Mehrzahl von Gebührenerfassungspunkten
auf jedem Level (von denen jeweils nur einer dargestellt ist), vordefiniert
und ein entsprechender Anfangs-Datenbestand in den jeweiligen Datenbasen 3DB bis 11DB gespeichert
ist.
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Die
Konfiguration erfolgt in folgenden Schritten:
Bei Aktivierung
eines neuen Erfassungspunktes erlangt dieser zunächst die Adresse des Charging
Systems, dem er zugeordnet ist (z.B. vorkonfiguriert, durch Verwendung
eines Verzeichnisdienstes etc.).
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Die
Erfassungspunkte 7 bis 11 senden dann im Sinne
einer Registrierung in einem Schritt S1 ihre Erfassungsfahigkeiten
(charging capabilities description) beschreibende Initialisierungsnachrichten
an die Systemzentrale 3.
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Die
Systemzentrale 3 fügt
in einem Schritt S2 einen neuen Erfassungspunkt und seine Erfassungsfahigkeiten
seiner Liste aller verfügbaren
Ressourcen (available resources list)in der Datenbasis 3DB hinzu.
Handelt es sich beim Erfassungspunkt um einen Erfassungspunkt auf
Dienstebene, d.h. wird ein neuer Dienst bzw. ein neues Dienstelement
hinzugefügt,
wird der neue Dienst außerdem
der Liste der unterstützten
Dienste (supporled services list) hinzugefügt. Dasselbe gilt, wenn es
sich um einen neuen Bearer-Dienst handelt.
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Die
Systemzentrale 3 implemtiert aus den jeweiligen Daten der
verfügbaren
Gebührenerfassungspunkte
der verschiedenen Levels eine Gesamtkonfiguration des Vergebührungs- Gesamtsystems 1,
wobei hierfür
sowie für
die nachfolgende Versendung von Konfigurationsnachrichten an die
Gebührenerfassungspunkte
in einem Schritt S3 zwischen den Fällen zu unterscheiden ist,
ob bereits ein Produktangebot eines relevanten Dienstes vorhanden
ist oder nicht.
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Ist
noch kein Produktangebot vorhanden, das die für den neuen Erfassungspunkt
relevanten Dienste beinhaltet, wird der neue Erfassungspunkt zwar
mit einer Default-Konfiguration versorgt, die ihn aber vorerst inaktiviert
belässt,
d.h. es werden keine Charging-Informationen erfasst und es erfolgt
ein Zustandsübergang
von „unconfigured1 in den Zustand „configured/inactive".
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Ist
aber mindestens ein Produktangebot vorhanden oder wird in einem
Schritt S4 mindestens ein neues Produktangebot erstellt und an die
Systemzentrale 3 übergeben,
das die für
den neuen Erfassungspunkt relevanten Dienste beinhaltet, leitet
die Systemzentrale aus dem Produktangebot, das den Erfassungsbedarf
definiert, eine Konfiguration (charging configurations/charging
characteristics) für
den neuen Erfassungspunkt ab.
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Sind
weitere Erfassungspunkte bezüglich des
aus dem Produktangebot entstehenden Erfassungsbedarfs möglich bzw.
nötig,
wird unter Verwendung von Verfahren, die nicht Bestandteil dieser
Erfindung sind, für
alle beteiligten Erfassungspunkte Konfigurationen erstellt, so dass
die Summe aller Konfigurationen, d.h. die Charging-Strategie des
Vergebührungs-Systems
für dieses
Produktangebot, auf effektive Weise den aus dem Produktangebot erwachsenden
Erfassungsbedarf vollständig
befriedigt.
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Diese
Konfigurationen werden daraufhin den betroffenen Erfassungspunkten 7 bis 11 als
Konfigurations-Datensätze
in punktspezifischen Konfigurationsnachrichten übermittelt und von diesen umgesetzt,
d.h. einer möglicherweise
vorhandenen Konfiguration hinzugefügt, und zudem in den zugeordneten
Datenbasen 7DB bis 11DB abgelegt.
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Bewirkt
diese neue Konfiguration eine Aktivierung der Gebührenerfassungspunkte,
geht ihr Zustand von „configured" in „monitor" über, d.h. beim Auftreten der
jeweils relevanten Ereignisse bzw. Nutzeraktivitäten, werden die zugehörigen vergebührungs-relevanten
Daten erfasst und an das Vergebührungs-System
gemäß der Konfiguration
gemeldet. Das geschieht z.B. über
den Offline Charging Referenzpunkt unter Verwendung einer Datenerfassungsapplikation
(z.B. Diameter Accounting) oder über
den Online Charging Referenzpunkt unter Verwendung einer Kreditüberwachungsapplikation
(z.B. Diameter Credit-Control Application). Die initiale Selbstkonfiguration
ist damit abgeschlossen.
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Zu
ergänzen
ist, dass der punktierte Pfeil zwischen dem Gebührenerfassungpunkt 11 und
der Vergebührungs-Verarbeitungseinheit 3 die
Mitteilung von sog. Erfassungsmustern (recognizion Patterns) symbolisiert,
welche die Art und Weise der Erkennung der Nutzung eines Dienstes
auf anderen Vergebührungsebenen
mittels spezieller Identifikatoren, so genannter „flow labels" o.a. beschreiben.
Der fett gezeichnete Pfeil zwischen der Vergebührungs-Verarbeitungseinheit 3 und
der Produktangebots-Eingabeeinheit 5 symbolisiert
die Übermittlung
von auf den Erfassungsfähigkeiten
und den Erkennungsmustern basierenden Spezifikationen hinsichtlich
der Unterstützung
bestimmter Vergebührungsmodelle
für die Festlegung
von Tarifen („Möglichkeiten").
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2 stellt
in einer etwas abgewandelten und hinsichtlich der Abfolge bestimmter
Schritte spezifischeren Darstellung ebenfalls ein Beispiel der initialen
Selbstkonfiguration eines Vergebührungs-Gesamtsystems 1' dar. Dessen
Komponenten sind im Wesentlichen die gleichen wie bei der Ausführung nach 1,
wobei hier nur zwei Gebührenerfassungspunkte 7 und 9 gezeigt
sind, jedoch zusätzlich ein
Adressverwaltungs-Server (look up service) 13 in die Darstellung
aufgenommen ist. Im übrigen
sind hier die jeweils zugehörigen
Datenbasen nicht dargestellt.
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Die
Darstellung beginnt mit dem Schritt S1' der Anforderung einer Vergebührungs-Systemadresse
durch einen neu hinzu gekommenen Gebührenerfassungspunkt 7 beim
Adressverwaltungs-Server 13. Im
Schritt S2' wird
von diesem die Adresse bereitgestellt, und auf deren Grundlage erfolgt
im Schritt S3', unter Übermittlung
einer Initialisierungsnachricht, eine Registrierung des Gebührenerfassungspunktes 7 bei
der Systemzentrale 3. Diese fügt in einem Schritt S4' wiederum den neuen
Gebührenerfassungspunkt
ihrer Liste der verfügbaren
Ressourcen und unterstützten
Dienste hinzu.
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Falls
noch kein Produktangebot vorliegt, welches eine Aktivität des Gebührenerfassungspunktes 7 einschließt, wird
diesem in einem Schritt S5' zunächst eine
vorläufige
Konfigurierungsnachricht übergeben,
in der die Registrierung bestätigt
und eine Inaktiv-Stellung des Punktes spezifiziert wird. In der
Darstellung ist angenommen, dass anschließend in einem Schritt S6' über die Eingabeeinheit 5 ein Produktangebot
erstellt und an die Systemzentrale 3 übergeben wird.
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Diese
bildet daraufhin in einem Schritt S7' eine Vergebührungs-Gesamtkonfiguration
für den neuen
Dienst. Auf dieser Grundlage übermittelt
sie an den Gebührenerfassungspunkt 7 eine
weitere Konfigurationsnachricht, die nunmehr eine auf der neu geschaffenen
Gesamtkonfiguration beruhende Vergebührungs-Anforderung bzw. Punkt-spezifische Konfigurierung/Aktivierung
beinhaltet. In einem Schritt S9' werden
an die weiteren Gebührenerfassungspunkte
(hier symbolisiert durch den Punkt 9) ebenfalls Konfigurierungsnachrichten
(Vergebührungs-Anforderungen) übermittelt,
die auf der neu geschaffenen Gesamtkonfiguration beruhen.
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In 3 ist
symbolisch das Prinzip der rückkoppelnden
Selbstadaption bzw. Selbstoptimierung der erfindungsgemäßen Vergebührungsanordnung dargestellt.
Diese Figur ist aufgrund ihrer Beschriftung selbsterklärend, so
dass hier keine weitere Erläuterung
erforderlich ist.
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4 zeigt
das Prinzip in einer an 1 angelehnten Darstellungsweise
des Vergebührungs-Gesamtsystems 1,
mit den unter Bezugnahme auf 1 weiter
oben genannten Komponenten.
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Die
Optimierung erfolgt in folgenden Schritten:
Im laufenden Betrieb übermitteln
die dem Vergebührungs-System zugeordneten
Gebührenerfassungspunkte 7 bis 11 ihr
Leistungsverhalten (Performance data, z.B. Lastaufkommen) und ihren
Zustand (health signals, z.B. Überlastsituation, fehlende
Informationen, Ausfall) als Performance-Datensätze in Statusnachrichten (Schritt
S2.1).
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Stellt
das Charging System auf Basis dieser Meldungen eine Situation fest,
die eine (1) ineffektive Konfiguration (der Erfassungsbedarf wird
befriedigt, der Erfassungsprozess ist aber ineffektiv) oder einen (2)
fehlerhaften Zustand (der Erfassungsbedarf kann nicht mehr befriedigt
werden) fest, werden entsprechende Gegenmaßnahmen eingeleitet. In beiden Fällen führt dies
zum Entstehen eines Umkonfigurationsbedarfs für die jeweils betroffenen Charging Strategien
im Vergebührungs-System 1.
im Fall (1) ohne, im Fall (2) mit Echtzeitbeschränkungen.
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Die
Umkonfiguration wird durch die Vergebührungs-Verarbeitungseinheit 3 unter
Berücksichtigung
der verfügbaren
Ressourcen und bestehender Charging Strategien durch Verwendung
von Verfahren, die nicht Bestandteil dieser Erfindung sind, durchgeführt. Solche
Verfahren können
Heuristiken bzw. Regelbasen sein, die dem Charging System eine Veränderung
der Strategie ermöglichen,
mit dem Ziel für
Fall (1) einen höheren
Effektivitätsgrad zu
erreichen und für
Fall (2) den fehlerhaften Zustand bzw. den Mangel in der Befriedigung
des Erfassungsbedarfs zu beseitigen.
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Dieser
Vorgang kann außerdem
(insb. für Fall
(1)) einen Plausibilitätscheck
enthalten, ob die neuen Konfigurationen sich nicht als kontraproduktiv erweisen
könnten
(z.B. über
eine Art Blacklist mit unzulässigen
Konfigurationen/Kombinationen von Kombinationen; durch eine simulationsbasierte Überprüfung der
Auswirkungen der neuen Konfigurationen) Veränderungen in Punkt-spezifischen
Konfigurationen, die aus diesem Vorgang entstehen, werden den jeweils
betroffenen Erfassungspunken in Umkonfigurationsnachrichten in einem
Schritt S2.2 übermittelt
und durch diese umgesetzt.
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Die
Ausführung
der Erfindung ist nicht auf die hier dargestellten Beispiele und
hervorgehobenen Aspekte beschränkt,
sondern ebenso in einer Vielzahl von Abwandlungen möglich, die
im Rahmen fachgemäßen Handelns
liegen. Insbesondere sollen sämtliche
Merkmale der einzelnen Ansprüche
in beliebiger Kombination miteinander als im Schutzbereich der Erfindung
liegend angesehen werden.