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Die
Erfindung bezieht sich auf die Randschichthärtung von Maschinen-, Anlagen-
und Vorrichtungsteilen sowie Werkzeugen. Objekte, bei denen ihre
Anwendung möglich
und zweckmäßig ist, sind
stark ermüdungs-
oder verschleißbeanspruchte Bauteile
aus härtbaren
Stählen,
die eine komplizierte Form aufweisen und deren Oberfläche selektiv
an den Funktionsflächen
gehärtet
werden muss oder bei denen die Funktionsfläche eine mehrdimensionale Form
hat. Besonders vorteilhaft ist die Erfindung für solche Bauteile einzusetzen,
bei denen sich die Geometrie der Funktionsfläche entlang des Bauteils dreidimensional ändert. Solche
Bauteile sind z.B. Großwerkzeuge,
Schneid- und Besäumwerkzeuge
sowie Pressformen für
die Automobil-Karosseriefertigung, Turbinenschaufeln
für den
Niederdruckteil von Dampfturbinen, Kurvenscheiben, Maschinenbetten von
Werkzeugen u.s.w.. Weitere Einsatzfälle sind lokale Wärmebehandlungen
wie z.B. Randschichtlösungsglühen, Randschichtanlassen
oder -vergüten von
geometrisch komplizierten Bauteilen.
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Stand der Technik
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Die
Randschichthärtung
ist ein in der Technik weit verbreitetes Verfahren zur Erhöhung der
Verschleißbeständigkeit
und Dauerschwingfestigkeit von Bauteilen aus härtbaren Stählen. Als Energiequellen werden – geordnet
nach steigender Leistungsdichte und 3D-Fähigkeit – die Flamme, induktive Energie, der
Elektronen- und der Laserstrahl eingesetzt.
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Vielfach
umfasst die zu härtende
Funktionsfläche
zwei unter einem bestimmten Winkel aneinander stoßende Flächen, wie
z.B. bei Schnittwerkzeugen oder Umformwerkzeugen. In solchen Fällen müssen optimalerweise
beide Flächen
gleichzeitig gehärtet
werden, um sogenannte Anlasszonen zu verhindern. Die Anlasszonen
entstehen durch erneute Temperaturbeaufschlagung bis zur Höhe des Beginns
der Austenitumwandlung der zuvor erzeugten Härtespur durch das Temperaturfeld
der nachfolgenden Spur. Das hat ein Kurzzeitanlassen von Bereichen
der zuvor erzeugten Spur in einem Ausmaß zur Folge, das die Verschleiß- und Ermüdungsbeständigkeit
bei einer Vielzahl von Belastungsfällen drastisch verschlechtert.
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Zur
Vermeidung dieser Anlasszonen werden im Fall der Induktionshärtung entsprechend
geformte Induktoren, sogenannte Zweiflächen-Induktoren, eingesetzt,
die in ihrer Kontur etwa dem Negativ der Geometrie der aneinander
stoßenden
Flächen
entsprechen. Für
ebene 2D-Bauteile ist auch ein mehrteiliger segmentierter Induktor
bekannt geworden (
siehe M. Botts "Leichtere Automobile durch Laserstrahlschweißen", in: Informationsdienst
Wissenschaft, 28.09.2006), der es gestattet, auf zweidimensionalen Bauteilen
gekrümmte
Spuren von Anlasszonen zu erzeugen. Prinzipiell wären damit
auch gekrümmte Härtespuren
auf ebenen Bauteilen möglich.
Der Induktor wird hierbei mechanisch mit Hilfe einer Matrize über das
Bauteil geführt.
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Im
Fall des Laserstrahlhärtens
sind Strahlteilereinheiten bekannt geworden, die in ihrer Ausbildungsform
mit der größten Flexibilität mit zwei
Laserstrahlscannersystemen ausgerüstet sind (siehe M. Seifert,
B. Brenner, F. Tietz, E. Beyer: "Pioneering
laser scanning system for hardening of turbine blades" in: Conference
proceedings "International
Congress an Applications of Laser and Electro-Optics", San Diego, California,
USA, 15.–18.11.1999,
vol. 87f, p. 1–10).
Im Einzelnen besteht das System aus einer Strahlteileroptik für den Laserstrahl
eines CO2-Lasers, zwei parabolisch gekrümmten Fokusspiegeln und
zwei im Strahlengang danach angeordneten Laserscanningsystemen.
Durch eine Verschiebung der Position des Strahlteilerspiegels, der
Abstände
zwischen Strahlteilerspiegel, Fokussierspiegel, Scanningspiegel
sowie die Variation des Scannwinkels können sowohl der Strahlauftreffwinkel
wie auch die Strahlabmessungen (Breite, Länge) vorab eingestellt werden.
Damit können
Bauteile mit zwei unter dem Winkel α aneinander stoßenden Funktionsflächen im Winkelbereich
von ca. 10°.α.80° gleichzeitig
und ohne die Erzeugung von Anlasszonen gehärtet werden.
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Der
Mangel sowohl der Anordnung zum Induktionshärten mittels Zweiflächen-Forminduktor oder
mehrteiligem segmentiertem Induktor als auch in der Anordnung zum
Laserstrahlhärten
mit Strahlteiler und einstellbaren Strahlformungssystemen liegt
darin, dass damit keine Bauteile gehärtet werden können, bei
denen sich der Winkel α oder
die Form der zu härtenden
Fläche
entlang der Stoßkante der
beiden Funktionsflächen ändert. Prototypisch sollen
als Verkörperung
solcher Bauteile Turbinenschaufeln, die im Bereich ihrer Eintrittskante
gehärtet werden
sollen oder Schnittwerkzeuge genannt werden, deren Schnittkante
einen 3D-gekrümmten
Verlauf aufweist. Die Ursache dafür liegt darin, dass in beiden
Fällen
die Geometrie der Energieformungseinheit und damit die Leistungsdichteverteilung
auf den beiden Funktionsflächen
während
der Bearbeitung nicht angepasst werden kann.
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Das
Ziel der Erfindung ist es, ein neues und flexibles Verfahren und
eine entsprechende Vorrichtung anzugeben, die es gestatten, auch
die Funktionsflächen
von kompliziert geformten Bauteilen beanspruchungsgerecht und ohne
das Auftreten von Anlasszonen zu härten. Insbesondere sollen sie auch
für die
Randschichthärtung
von Bauteilen geeignet sein, bei denen die Stoßkante zwischen zwei benachbarten
Funktionsflächen
einen dreidimensionalen Verlauf aufweist und/oder sich der Winkel α zwischen
benachbarten Funktionsflächen
entlang ihrer Stoßkanten ändert.
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Der
Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren und eine Vorrichtung
anzugeben, die es gestatten, ein gewünschtes Temperaturfeld so flexibel
einstellen zu können,
dass es während
der Bearbeitung entlang der mehrdimensional gekrümmten Stoßkanten der Funktionsflächen den
lokalen Wärmeableitungsbedingungen
sowie lokalen Verschleiß- und
Belastungsbedingungen als auch geometrischen Änderungen angepasst werden
kann.
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Erfindungsgemäß wird diese
Aufgabe mit einem Verfahren und einer dazugehörigen Vorrichtung zum Randschichthärten formkomplizierter
Bauteile wie in den beiden Hauptansprüchen 1 und 9 sowie den zugehörigen Unteransprüchen 2 bis
8 bzw. 10 bis 17 angegeben gelöst.
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Wie
in Anspruch 1 beschrieben wird, werden zur Erzeugung einer homogen,
ohne Anlasszonen gehärteten
Randschicht, die sich über
die gesamte Funktionsfläche
erstreckt, mehrere, mittels geeigneter Energieformungseinheiten
erzeugte Energieeinwirkungszonen auf unterschiedlichen, räumlich und zeitlich
getrennten Bahnkurven über
die Funktionsfläche
geführt.
Erfindungsgemäß geschieht
dies durch mehrere kooperierend arbeitende Bewegungssysteme. Als
Bewegungssysteme können
Roboter, CNC-, NC-, mechanisch oder hydraulisch gesteuerte Anlagen
oder Kombinationen daraus verwendet werden. Die einzelnen Bahnkurven,
die durch die einzelnen Bewegungssysteme angefahren werden, werden
dabei so gelegt, dass die durch die einzelnen Energieeinwirkungszonen
erzeugten Temperaturfelder sich dergestalt überlagern, dass jedes Oberflächenelement
in der zu härtenden
Zone mindestens einmal das gewählte
Austenitisierungstemperaturintervall ΔTa erreicht.
Das braucht erfindungsgemäß für die einzelnen
Energieeinwirkungszonen nicht gleichzeitig geschehen, sondern innerhalb
einer Zeitdifferenz Δtms für
das Erreichen der jeweiligen Maximaltemperatur Tmaxn benachbarter
Energieeinwirkungszonen, die kleiner ist, als die Zeit innerhalb
der die Gebiete des zuvor erzeugten Einzeltemperaturfeldes bis auf die
Martensitstarttemperatur abgekühlt
sind.
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Da
sowohl die Wärmeableitungsbedingungen
als auch die Anforderungen an die Einhärtetiefen und die Breite der
gesamten Härtungszone
bei kompliziert geformten Bauteilen bzw. Funktionszonen von Ort
zu Ort variieren können,
wird in Anspruch 2 ausgeführt,
dass die Leistungsdichteverteilungen der einzelnen Energieeinwirkungszonen
nicht konstant sind, sondern während
des Härtungsprozesses
entsprechend den lokalen Anforderungen gewählt werden.
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Das
Erreichen des geforderten einheitlichen Austenitisierungstemperaturintervalles ΔTa über
die gesamte Breite der Härtungszone
setzt neben der geeigneten räumlichen
und zeitlichen Überlagerung der
Einzeltemperaturfelder auch geeignet steuerbare Energiequellen ausreichend
hoher Leistungsdichte und einstellbarer Leistungsdichteverteilung
innerhalb der einzelnen Energie einwirkungszonen voraus. Vorteilhaft
ist es deshalb, wie in den Ansprüchen
3 und 5 dargelegt wird, als Energiequellen Laserstrahlung oder induktive
Felder zu verwenden.
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Eine
besonders flexible und gut steuerbare Möglichkeit zur ortsabhängigen Einstellung
der Leistungsdichteverteilungen stellt dabei für den Fall der Verwendung von
Laserstrahlen als Energiequelle die Oszillation geeignet teildefokussierter
Laserstrahlen dar, wie das in Anspruch 4 ausgeführt wird. Die Schwingfunktionen
können
dabei ortsabhängig
variiert werden und werden durch die Steuerungen der Bewegungssysteme
angesteuert oder erzeugt. Insbesondere umfasst diese Art der Steuerung
der Leistungsdichteverteilungen auch die Möglichkeit, durch die Verwendung
nicht harmonischer Schwingfunktionen quer zur Vorschubrichtung der
Energieeinwirkungszone asymmetrische Leistungsdichteverteilungen
einzustellen. Das ist besonders vorteilhaft, wenn sich die Funktionsfläche entlang
von Kanten oder Schneiden erstreckt.
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Wird
die Wärmeenergie
durch ein induktives Energiefeld erzeugt, so kann, wie im Anspruch
6 beschrieben, die Anpassung der Leistungsdichteverteilungen durch
die gleichzeitige Verwendung mehrerer, unterschiedlich geformter
Induktoren erfolgen, in dem ihr Kopplungsabstand zum Bauteil und/oder
ihr gegenseitiger Abstand bzw. ihre gegenseitige Überlappung
ortsabhängig
eingestellt werden. Das kann einfach und vorteilhaft durch das Abfahren
unterschiedlicher Bewegungsprogramme für die einzelnen Induktoren
erreicht werden.
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Für Bauteile
mit formkomplizierten, großen zu
härtenden
Funktionsflächen
eröffnet
der Anspruch 7 neue verfahrenstechnische Möglichkeiten, indem im gleichen
Härtungsprozess
das einheitliche Temperaturfeld durch die gleichzeitige Einwirkung
von Laser- und induktiver Energie erzeugt wird. Diese Variante der
Verwendung unterschiedlicher Energiequellen ist besonders vorteilhaft
für Anwendungen, bei
denen die alleinige Anwendung von Laserstrahlenergie nicht wirtschaftlich
wäre oder
für konkave
Partien innerhalb der Funktionsfläche, die einem Induktor nicht
zugänglich
sind.
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Der
Anspruch 8 gestaltet die erfindungsgemäße Lösung für Bauteile aus, in denen die
Funktionsfläche
teilweise durch Bohrungen, Ausnehmungen, Nuten o.ä. konstruktive Besonderheiten
unterbrochen ist oder sich für
eine bestimmte Länge
in mehrere, getrennt voneinander liegende Funktionsflächen auffächert.
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Die
erfindungsgemäße verfahrenstechnische
Lösung
wird in einer Vorrichtung realisiert, wie sie im unabhängigen Vorrichtungsanspruch
9 ausgeführt
ist. Sie besteht im wesentlichen aus mehreren kooperierend arbeitenden
Bewegungssystemen, an die die Energieformungseinheiten angeflanscht
sind. Damit ist gewährleistet,
dass die von einer oder mehreren Energiequellen gespeisten Energieformungseinheiten
auf unterschiedlichen Bahnkurven bewegt werden können.
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Für den Fall,
dass wie in Anspruch 10 realisiert, die Energiequellen Laser sind,
geben die Ansprüche
11 bis 13 besonders günstige
Ausgestaltungen wieder. Besonders flexibel und kostengünstig stellt
sich die Lösung
dar, als Energiequellen fasergekoppelte Hochleistungsdiodenlaser
und als Strahlformungseinheiten Laserstrahlscanner zu verwenden.
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Für größere Funktionsflächen oder
größere nötige Einhärtetiefen
können
aber auch, wie in Anspruch 14 erläutert, Induktionsgeneratoren
und als Feldformungseinheiten Induktoren verwendet werden.
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Eine
besonders flexible und kostengünstige Vorrichtungsvariante
entsteht, wenn wie in Anspruch 16 dargelegt, als kooperierend arbeitende
Bewegungssysteme Roboter eingesetzt werden. In Anspruch 17 ist noch
einmal der vorzugsweise Einsatz der erfindungsgemäßen Vorrichtung
zur Durchführung
des erfindungsgemäßen Verfahrens
dargelegt.
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Die
erfindungsgemäße Lösung ist
nicht nur auf Randschichthärteaufgaben
begrenzt. Ebenso können
lokale Anlassvorgänge
oder Lösungsglühprozesse
durchgeführt
werden. Ohne Verletzung des Erfindungsgedankens muss dazu für den Verfahrensablauf
nur das Austenitisierungstemperaturintervall ΔTa durch
das Temperaturintervall für
das Kurzzeitanlassen ΔTan bzw. das Randschichtlösungsglühen ausscheidungshärtbarer
Stähle ΔTL ersetzt werden. Für das Kurzzeitanlassen ist
darüber
hinaus die Zeitdifferenz Δtms durch ∆t180 zu
ersetzen.
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Ausführungsbeispiele
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Die
Erfindung wird an den nachfolgenden Ausführungsbeispielen näher erläutert. Sie
werden anhand der 1 bis 5 ausführlich
beschrieben. In den Figuren sind gleiche Merkmale mit gleichen Bezugszeichen
versehen.
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Es
zeigen:
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1: Erfindungsgemäße Vorgehensweise zum Randschichthärten der
dreidimensional verlaufenden Schnittkante eines Schnittwerkzeuges
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2:
Härteanlage
mit zwei kooperierenden Robotern
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3: Anordnung der Härtungszone und Ausbildung der
Leistungsdichteverteilungen zum Härten der Eintrittskante einer
Kompressorschaufel mittels zweier fasergekoppelter Hochleistungsdiodenlaser
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4: Anordnung der Härtungszone und der Induktoren
für die
Härtung
einer Werkzeugkante mit wechselndem Winkel α zwischen den beiden aneinander
stoßenden
Funktionsflächen
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5: Vorrichtung zum Härten einer Spindel mit eingearbeiteten
Führungsbahnen
für Kugeln
einer Wälzlagerung
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Beispiel 1:
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Ein
Schnittwerkzeug (siehe 1a) soll beanspruchungsgerecht
und mit geringerem Verzug als mit konventionellen Technologien randschichtgehärtet werden.
Gleichzeitig soll eine höhere
Verschleißbeständigkeit
erreicht werden. Das Schnittwerkzeug ist aus dem Stahl X155CrMoV12.1
und weist im normalen vergüteten
Zustand eine Härte
von 300 HV auf. Der Winkel α zwischen
den beiden Funktionsflächen
beträgt
ca. 85°.
Es hat sich gezeigt, dass zu einer beanspruchungsgerechten Härtung beide
zur Schnittkante benachbarten Flächen
gehärtet
werden müssen.
Um ein sprödes
Ausbrechen der Schnittkante zu vermeiden, darf aber die Kante nicht
durchgehärtet
werden.
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Eine
beanspruchungsgerechte Induktions- oder Laserstrahlhärtung dieser
Flächen
ist nur schwer möglich.
Eine Induktionshärtung
mit einem Forminduktor würde
keine optimale Härtung
in Bereichen erlauben, in denen die Krümmung einer oder beider Einzelhärtungszonen 24.1 bzw. 24.2 größer ist.
Mit einer konventionellen Laserstrahlhärtung würde man die Funktionsflächen 24.1 und 24.2 nacheinander
härten
müssen.
Das hätte
durch das Wiederanlassen der Einzelhärtungszone 24.1 eine
Anlasszone 28 zur Folge (siehe 1a), innerhalb
derer die Randschichthärte
von ca. 800HV auf ca. 420HV abfällt.
Die Folge wäre
keine ausreichende Verbesserung de Verschleißbeständigkeit.
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Eine
andere Variante der Laserstrahlhärtung bestünde darin,
das Bauteil relativ zum Laserstrahl so zu positionieren, dass der
Laserstrahl gerade symmetrisch zu den beiden Funktionsflächen auftrifft, den
Laserstrahl entlang der Stoßkante 27 zu
bewegen und ihn senkrecht zur Vorschubrichtung scannen zu lassen.
Obwohl diese Variante eine viel beanspruchungsgerechtere Härtung gestattet,
ist es jedoch auch nur schwer möglich,
alle Bereiche der Funktionsflächen
optimal zu härten.
Probleme bereiten insbesondere solche Zonen, in denen die Stoßkante in einer
oder mehreren Ebenen stark gekrümmt
ist. Hier ist es sehr schwierig, ohne Anschmelzungen über die gesamte
Oberfläche
der Härtungszone
die gleiche Austenitisierungstemperatur zu garantieren.
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Zur
erfindungsgemäßen Lösung der
Aufgabenstellung werden zwei Laserstrahlen 17.1 und 17.2 verwendet,
die von zwei fasergekoppelten Hochleistungsdiodenlasern 12.1 und 12.2 emittiert werden.
Beide Laserstrahlen werden durch je eine Lichtleitfaser 13.1 und 13.2 in
je eine Strahlformungseinheit 9.1 und 9.2 geführt. Mit
Hilfe von zwei über das
Programm der Bewegungsmaschinen ansteuerbaren Laserstrahlscannern 14.1 und 14.2 werden
sie senkrecht zur Vorschubrichtung gescannt. Die Schwingspiegel
der Scanner 14.1 und 14.2 werden mit ortsabhängigen Schwingfunktionen
angesteuert. Dadurch entstehen getrennt für beide Einzelhärtungszonen 24.1 und 24.2 optimiert
anpassbare Leistungsdichteverteilungen 16.1 und 16.2.
Beide Bewegungssysteme 6.1 und 6.2 werden so programmiert, dass
die optischen Achsen 29.1 und 29.2 der beiden gescannten
Laserstrahlen 17.1 und 17.2 senkrecht oder nahezu
senkrecht auf den Oberflächen
der beiden Energieeinwirkungszonen 2.1 und 2.2 stehen und
jeweils einen Abstand von ½ b1 bzw. ½ b2 zur Stoßkante 27 der beiden
Funktionsflächen 21.1 und 21.2 aufweisen.
Zur Realisierung dieser unterschiedlichen Bewegungsabläufe realisieren
die beiden Bewegungssysteme 6.1 und 6.2 zwei völlig unterschiedliche
Bahnkurven. Die Leistungsdichteverteilungen 16.1 und 16.2 werden
so eingestellt, dass die geringere Wärmeableitung in der Nähe der Stoßkante und bei
Krümmungen
der Stoßkante 27 so
kompensiert wird, dass sich quer zu den zu härtenden Funktionsflächen 21.1 und 21.2 eine
konstante Oberflächenhärte ergibt.
Die geforderten Einhärtetiefen
t1 und t2 werden
durch die Energieeinwirkungsdauer bestimmt und durch eine geeignete
Länge des
Laserstrahlfleckes in Vorschubrichtung eingestellt. Die Oberflächentemperatur
wird durch eine Pyrometerregelung der Leistung der beiden Laser 12.1 und 12.2 konstant
gehalten.
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Aus
Temperaturfeldrechnungen, Nomogrammen oder einem Test an einer Werkstoffprobe
wird die erforderliche Soll-Vorschubgeschwindigkeit der beiden Laserstrahlen
ermittelt. An Positionen, an denen einer der beiden Laserstrahlen 17.1 und 17.2 einen
größeren Weg
zurückzulegen
hat, wird der Fokusabstand vergrößert und
die Laserleistung erhöht. Damit
wird sichergestellt, dass die zeitliche Differenz Δtn zwischen dem Erreichen der Maximaltemperatur des
Temperaturfeldes 3.1 und des Temperaturfeldes 3.2 kleiner
ist, als die Zeitdifferenz Δtms zwischen dem Erreichen der Maximaltemperatur
und dem Beginn der Martensitstarttemperatur MS. Dadurch werden sicher
Anlasszonen verhindert.
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Als
Ergebnis entsteht eine durchgehende, beanspruchungsgerechte, optimal
aufgehärtete
Härtungszone 8 ohne
Anlasszonen und mit einer konstanten Härte von 800HV.
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Beispiel 2:
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Zur
technischen Realisierung der im Beispiel 1 ausgeführten Lösung zum
beanspruchungsgerechten Härten
wird eine Vorrichtung gemäß den Ansprüchen 9 und
16, wie in 2 dargestellt, verwendet.
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Sowohl
das Bewegungssystem 6.1 als auch das Bewegungssystem 6.2 besteht
aus einem Roboter 18.1 und 18.2, die baugleich
zueinander sind. Sie arbeiten kooperierend zueinander, d.h. beide
Bewegungssysteme sind so miteinander verkoppelt, dass sie exakt
geometrisch und zeitlich aufeinander abgestimmt verfahren. Die beiden
Werkzeuge bewegen sich quasi synchron und erreichen unabhängig vom Bahnverlauf
der einzelnen Roboter immer zur gleichen Zeit den nächsten Endpunkt.
Zudem kann die Orientierung zueinander fixiert werden, so dass eine Veränderung
der Werkzeugposition des einen Systems im Raum durch das zweite
System automatisch ausgeglichen wird, was den Einrichtprozess immens vereinfacht.
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Zwischen
ihnen befindet sich eine separate Drehachse 30, die dem
Roboter 18.1 zugeordnet ist. Am Arm der beiden Roboter
sind zwei Strahlformungseinheiten 9.1 und 9.2 befestigt.
Sie nehmen die beiden Lichtleitfasern 13.1 und 13.2 auf,
die über zwei
biegsame CFK-Stangen den Bewegungen der Roboter 18.1 und 18.2 folgen
können,
ohne den kritischen Biegeradius zu unterschreiten. Die beiden Strahlformungseinheiten 9.1 und 9.2 bestehen
aus je einem Kollimations- und einem Fokussiermodul. Hinter dem
Fokussiermodul befindet sich je ein Laserstrahlscanner 14.1 bzw. 14.2.
Zwischen dem Laserstrahlscanner und dem Fokussiermodul befindet
sich ein schräg
gestellter halbdurchlässiger
Spiegel, der die Laserstrahlung durchlässt. Die vom Bauteil 1 emittierte
Wärmestrahlung
wird reflektiert und einem Pyrometer zugeführt, das das Eingangssignal
für die Temperaturregelung
liefert. Das zu härtende
Bauteil 1 wird in einer Bauteilspannvorrichtung befestigt,
die sich am Dreibackenfutter der Drehachse 30 befindet. Zur
Randschichthärtung
der Funktionsflächen 21.1 und 21.2 wird
das Bauteil günstigerweise
so gedreht, dass die Stoßkante 27 nach
oben zeigt.
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Der
Roboter 18.1 wird so programmiert, dass er die Bahn für die Funktionsfläche 21.1 abfährt (im Bauteilkoordinatensystem
eine Bewegung in der x- und der y-Ebene). Der Roboter 18.2 fährt die
andere Bahnkurve entlang der Funktionsfläche 21.2 ab (im Bauteilkoordinatensystem:
x-, y-, z-Achse, sowie die Drehbewegung in der C-Achse). Wenn die
Programmierung beider Roboterbahnen mit der Soll-Vorschubgeschwindigkeit
ergibt, dass an keiner Stelle der beiden Bahnkurven ihr gleichzeitiger
Versatz ΔT1 größer ist
als die Abkühlzeit Δtms zwischen Maximaltemperatur Tmax1,2 und
der Martensitstarttemperatur MS, kann das Bewegungsprogramm so verwendet werden.
Wenn dagegen an irgendeiner Bauteilposition Δtms > Δtmax1,2 gilt,
werden die beiden Vorschubgeschwindigkeiten 22.1 und 22.2 lokal
so umprogrammiert, bis die Bedingung Δtms < Δtmax1,2 wieder gilt. An den Programmschritten,
in denen ein solcher Eingriff erfolgt, wird zur Kompensation die
Defokussierung des Laserstrahles und die Laserleistung verändert.
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Beispiel 3:
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Eine
Turbinenschaufel (siehe 3a), die durch
erosiven Verschleiß stark
verschleißbeansprucht
wird, soll einen beanspruchungsangepassten Schutz der Schaufeleintrittskante
erhalten. Die Partikel treffen nahezu senkrecht auf die Schaufeleintrittskante
auf. Sie besteht aus dem Stahl X20Cr13 und ist auf eine Härte von
230 HV vergütet, um
einen sehr zähen
Gefügezustand
zu realisieren. Dieser hochangelassene Zustand ist aber nicht geeignet,
der Tropfenschlagverschleißbeanspruchung zu
widerstehen. Bekannt ist, dass eine Laserstrahlhärtung sehr gut geeignet ist,
den Widerstand gegenüber
Tropfenschlagverschleiß beträchtlich
zu erhöhen.
Wegen der hohen zyklischen Beanspruchung und der Spannungsrissgefährdung soll
die Schaufelspitze aber nicht durchgehärtet werden. Um die Härtungszone 8 beanspruchungsgerecht
auszubilden, muss sie eine Kappenform aufweisen, die dem lokalen
Schaufelblattprofil angepasst ist.
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Entlang
der Stoßkante 27 der
beiden zu härtenden
Funktionsflächen 21.1 und 21.2 ändern sich sowohl
die Verwindung des Schaufelblattes, die Schaufelblattdicke (siehe 3b, 3c, 3d), die Geometrie der Schaufeleintrittskante
als auch die Sollkontur der zu härtenden
kappenförmigen
Härtungszone 8.
Im Schnitt A-A soll die Kappenform nahezu symmetrisch mit einer
relativ großen
Breite der Durchhärtung
in der Nähe
der Stoßkante 27 sein.
Im Schnitt C-C ist die relative Sollhärtetiefe geringer und die Härtungszone 8 passt
sich mehr dem Verlauf der Oberfläche
an.
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Um
diese Ausbildung und diesen Verlauf der Härtungszonengeometrie zu realisieren,
müssen während der
Laserstrahlhärtung
eine Vielzahl von Parametern geändert
werden: Scannbreite der beiden Laserstrahlen 17.1 und 17.2,
Leistungsdichteverteilung 16.1 und 16.2, Neigung
der beiden Laserstrahlen 17.1 und 17.2 zueinander
(Winkel β)
und relativ zur Neigung der Schaufeloberfläche, Einwirkungsdauer der Laserstrahlen 17.1 und 17.2,
Laserleistung und Vorschubgeschwindigkeiten 22.1 und 22.2.
Wegen der Asymmetrie des Schaufelquerschnittes kann zudem die Bahnkurve
des Bewegungssystems 16.2 nicht aus einer Spiegelung der Bahnkurve
des Bewegungssystems 16.1 erzeugt werden. Aus diesen Gründen wäre es sehr
unvorteilhaft, diese Härtungsaufgabe
nach dem Stand der Technik mit einem Bewegungssystem zu realisieren.
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Zur
Erzeugung einer optimalen Härtungszonengeometrie
werden deshalb erfindungsgemäß zwei getrennt
einstellbare aber kooperierend arbeitende Bewegungssysteme 6.1 und 6.2 eingesetzt. Eine
vorteilhafte Verkörperung
ist in Beispiel 2 beschrieben, deren Anordnung auch sehr gut für die Härtung der
Eintrittskanten von Turbinenschaufeln eingesetzt werden kann.
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Da
die Härtungsaufgabe
sehr komplex ist und viele Freiheitsgrade für die Parametereinstellung existieren,
werden günstige
Leistungsdichteverteilungen für
eine ausreichende Anzahl von Schaufelblattgeometrien über eine
FEM-Temperaturfeldsimulation berechnet. Über ein separates Programm
werden aus gewünschten
Leistungsdichteverteilungen dazu notwendige Schwingfunktionen des
Laserstrahles für
ausgewählte
Verhältnisse
von Oszillationsamplitude und Strahldurchmesser ermittelt.
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Über eine
teach-in-Programmierung wird der Neigungswinkel zwischen den beiden
Laserstrahlen 17.1 und 17.2 und der Schaufelblattmittellinie
und damit auch der Winkel β zwischen
den optischen Achsen der beiden Laserstrahlen eingegeben. Anschließend werden
daraus die Bewegungsprogramme für die
beiden Roboter 18.1 und 18.2 erarbeitet. Über eine
Probehärtung
an einer Werkstoffprobe werden die notwendigen Laserleistungen bei
den gegebenen Parametersätzen
ermittelt.
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Nach
Eingabe aller Parameter und der Eichung des Temperaturregelsystems
wird der Härtungsprozess
gestartet. Das Ergebnis ist eine entlang der Schaufeleintrittskante
beanspruchungsgerecht ausgebildete Härtungszone 8 in Kappenform, die
ein optimales Verhältnis
von Verschleißschutz und
Schwingfestigkeit der Turbinenschaufel ermöglicht. Die Härtungszone 8 weist
eine konstante Oberflächenhärte über die
gesamte Spurbreite innerhalb der Funktionsflächen 21.1 und 21.2 auf.
Zudem wird durch die optimal eingestellte Austenitisierungstemperatur
und die große
Abkühlgeschwindigkeit
infolge des Verzichtes des Durchhärtens der Schaufeleintrittskante
das Härtungsvermögen des
Stahles vollständig
genutzt.
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Beispiel 4:
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Ein
Umformwerkzeug, das eine Stoßkante 27 aufweist,
deren Winkel α sich
längs der
Stoßkante ändert (siehe 4a,
sowie 4b–d) soll induktiv gehärtet werden.
Mit einem Forminduktor und einem einzigen Bewegungssystem ist das
nicht möglich.
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Die
erfindungsgemäße Lösung sieht
vor, einen Induktor 15.1 mit dem Bewegungssystem 6.1 und
einen zweiten Induktor 15.2 mit dem Bewegungssystem 6.2 zu
verbinden. Die Induktoren 15.1 und 15.2 sind entsprechend
der unterschiedlichen Einhärtebreiten
b1 und b2 sowie
unterschiedlicher Einhärtetiefen
t1 und t2 unterschiedlich
ausgebildet.
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Mit
Annäherung
an die Stoßkante 27 nimmt die
Wärmeableitung
ab und direkt an der Stoßkante 27 kann
sich während
der Erwärmung
eine Überhitzung
ergeben. Dem wird dadurch begegnet, dass die Induktorunterseiten
nicht parallel zur Oberfläche
der Funktionsfläche
angeordnet, sondern so geneigt sind, dass sie in Richtung Stoßkante 27 einen
größeren Kopplungsabstand
aufweisen. Darüber
hinaus wird ein durch Vorversuche einzustellender Abstand zwischen
Induktorende und Stoßkante 27 eingestellt. Beides
geschieht gleichermaßen
für beide
Induktoren. Entlang der Härtungsbahn
(siehe Schnitt A-A, Schnitt B-B, Schnitt C-C in 4b,
c, d) werden mit zunehmendem Winkel α zwischen den beiden Funktionsflächen sowohl
die Neigung der Induktorunterseiten zur Oberfläche der Funktionsflächen als
auch der Abstand zwischen Induktorende und Stoßkanten 27 verringert.
Diese beiden Korrekturbewegungen werden den aus den CAD-Daten des
Bauteils generierten Bewegungsprogrammen überlagert. Mit einer Anlagenkonfiguration,
wie in Beispiel 2 erläutert,
werden mit zwei getrennten Bewegungssystemen die nötigen Bewegungsabläufe erzeugt.
Dem zeitlichen Abstand zwischen den beiden Induktoren kommt eine
wichtige Rolle zu. Einerseits dürfen
die Induktoren nicht zu eng beieinander stehen, damit sich die beiden
induktiven Felder nicht gegenseitig beeinflussen; andererseits darf
zur Vermeidung der Bildung von Anlasszonen der Abstand nicht zu
groß sein. Deshalb
wird an der Position mit der besten Wärmeableitung (dem größten Winkel α) die Abkühlgeschwindigkeit
gemessen und danach der Abstand zwischen beiden Induktoren bestimmt.
Als weitere Bedingung ist für
den Fall einer nötigen Fremdabschreckung
zu beachten, dass die Wasserbrause noch vor Unterschreiten der Martensitstarttemperatur
MS einsetzt.
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Der
Vorteil dieser erfindungsgemäßen Anordnung
besteht darin, dass damit
- • eine Vielzahl kompliziert
geformter Bauteile dem sehr preiswerten Induktionshärten ohne
Anlasszonen zugänglich
werden,
- • die
Flexibilität
von Induktionshärteanlagen
zunimmt,
- • kompliziert
geformte Bauteile beanspruchungsgerechter gehärtet werden können,
- • variable
Härtungszonengeometrien,
Härtungszonen,
-breiten und -tiefen durch die Verstellung der Relativpositionen
zwischen den Induktoren flexibel auf einem Bauteil erzeugt werden
können.
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Beispiel 5:
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Eine
Führungsspindel 31 mit
einem kreisförmigen
Querschnitt, einer Längsführung 33 und schräg auf der
Zylindermantelfläche 32 angeordneten
Kugellaufbahnen 34 soll, wie in 5 dargestellt, komplett
randschichtgehärtet
werden. Sie ist aus dem Kugellagerstahl 100Cr6 gefertigt. Die Kugellaufbahnen 34 haben
zur Vergrößerung des
Kontaktwinkels zwischen Kugel und Kugellaufbahn einen kreisförmigen Querschnitt.
Zur Verringerung der Rissanfälligkeit
und zur Vermeidung von weichen Anlasszonen ist die nacheinander
getrennt erfolgende Härtung
von Zylindermantelfläche 32,
Längsführung 33 und
Kugellaufbahnen 34 nicht gestattet. Die Aufgabe wird dadurch
gelöst,
dass die gesamte zu härtende Bauteiloberfläche mit
einem einheitlichen Temperaturfeld 4 im Vorschub gehärtet wird.
Das einheitliche Temperaturfeld 4 entsteht durch die erfindungsgemäß zeitlich
und räumlich
koordinierte Überlagerung von
zwei Einzeltemperaturfeldern 3.1 und 3.2, die
in diesem Beispiel entsprechend Anspruch 15 sowohl durch einen Laser 12.1 als
Energiequelle 10.1 als auch einen Induktionsgenerator 26.1 als
Energiequelle 10.2 erzeugt werden.
-
Der
Induktor 15.1 härtet
dabei die Zylindermantelfläche 32 und
die Längsführung 33,
während der
Laserstrahl 17.1 die Kugellaufbahnen 34 härtet. Dazu
ist der Induktor 15.1 als Forminduktor ausgelegt, der die
Zylindermantelfläche 32 und
die beiden Seitenflächen
der Längsführung 33 umfasst.
Der Laserstrahl 17.1 wird dagegen zur Härtung der Kugellaufbahnen 34 verwendet.
Dazu wird wiederum ein Laserstrahlscanner 14.1 verwendet,
der den Laserstrahl senkrecht zu seiner Vorschubrichtung scannt.
-
Das
Bewegungssystem 6.1 besteht aus einer einfachen hydraulischen
Achse, die die sehr lange Führungsspindel 31 mit
einer konstanten Vorschubgeschwindigkeit durch den Induktor 15.1 hindurch
bewegt. Das Bewegungssystem 6.2 ist eine einfache NC- oder
CNC-Achse, die die Strahlformungseinheit 9.2 auf einer
kreisbahnförmigen
Bahnkurve 5.2 bewegt. Manuelle Zustellelemente dienen zur
Einstellung der Relativposition zwischen Laserstrahl 17.1 und
Induktor 15.1.
-
Die
Bewegungsgeschwindigkeit 22.2 und Bewegungsrichtung der
Strahlformungseinheit 9.2 im Bewegungssystem 6.2 werden
so auf die Bewegungsgeschwindigkeit 22.1 des Bauteils 1 durch
das Bewegungssystem 6.1 gegenüber dem Induktor 15.1 eingestellt,
dass ihre Komponenten in Vorschubrichtung des Bauteils 1 gleich
groß sind.
Zur effektiven Durchführung
der Laserstrahlerwärmung
erfolgt die Laserstrahlhärtung
im Nachlauf zur induktiven Erwärmung.
Aus energetischen Gründen
wird hier der zeitliche Abstand Δt1,2 zwischen dem Erreichen der maximalen
Austenitisierungstemperatur Tmax1 unter
dem Induktor 15.1 und dem Erreichen der maximalen Austenitisierungstemperatur
unter dem Laserstrahl 17.1 hier viel kürzer gewählt, als die Zeitspanne Δtms bevor die Martensitbildung einsetzt. Der
Laserstrahl 17.1 ist direkt hinter dem Induktor 15.1 positioniert.
Die Temperatur ist hier noch größer als
800°C. Das
hat den Vorteil, dass durch die energetische Arbeitsteilung nur
ein Bruchteil der sonst üblichen
Laserstrahlleistung benötigt
wird. Hinter der Position der Laserstrahleinwirkung ist noch eine
Wasserbrause angeordnet.
-
Durch
die koordinierte Bewegung der beiden Bewegungssysteme 6.1 und 6.2 und
die Überlagerung
der beiden Einzeltemperaturfelder 3.1 und 3.2 zweier
verschiedener Energiequellen 10.1 und 10.2 zu
einem einheitlichen, die gesamte Funktionsfläche 21 des Bauteils 1 umfassenden
Temperaturfeldes 4 wird eine optimale, anlasszonenfreie
Härtung
des Bauteils möglich.
-
- 1
- zu
härtendes
Bauteil
- 2
- Energieeinwirkungszonen
1 bis n
- 3
- Einzeltemperaturfelder
1 bis n
- 4
- einheitliches
Temperaturfeld
- 5
- Bahnkurven
1 bis n
- 6
- Bewegungssysteme
1 bis n
- 7
- Oberflächenelement
- 8
- Härtungszone
- 9
- Energieformungseinheiten
1 bis n, Strahlformungseinheiten 1 bis n,
Feldformungseinheiten
1 bis n
- 10
- Energiequellen
1 bis n
- 11
- Bauteileinspannungen
1 bis n
- 12
- Laser
1 bis n
- 13
- Lichtleitfaser
1 bis n
- 14
- Laserstrahlscanner
1 bis n
- 15
- Induktoren
1 bis n
- 16
- Leistungsdichteverteilung
1 bis n
- 17
- Laserstrahlen
1 bis n
- 18
- Roboter
1 bis n
- 19
- Einhärtebreite
1 bis n
- 20
- Einhärtetiefe
1 bis n
- 21
- zu
härtende
Funktionsflächen
1 bis n
- 22
- Vorschubgeschwindigkeiten
1 bis n
- 23
- Fokussieroptik
1 bis n
- 24
- Einzelhärtungszonen
1 bis n
- 25
- Steuerungseinheit
der Bewegungssysteme 1 bis n
- 26
- Induktionsgeneratoren
1 bis n
- 27
- Stoßkante zwischen
den Funktionsflächen
- 28
- Anlasszone
- 29
- optische
Achsen der Laserstrahlen 1 bis n
- 30
- Drehachse
- 31
- Führungsspindel
- 32
- Zylindermantelfläche
- 33
- Längsführung
- 34
- Kugellaufbahn
-
- ΔTa – Austenitisierungstemperaturintervall
- MS – Martensitstarttemperatur
- Tmaxn – Maximaltemperatur des Einzeltemperaturfeldes
3.n
- Δtn – zeitlicher
Abstand zwischen den Maximaltemperaturen Tmaxn der
Temperaturfelder 3.n und 3.n + 1
- Δtms – zeitlicher
Abstand zwischen dem Erreichen der Maximaltemperatur Tmaxn und
dem Beginn der Martensitstarttemperatur MS
- Δt180 – zeitlicher
Abstand zwischen dem Erreichen der Maximaltemperatur Tmaxn und
der Temperatur der ersten Anlassstufe in härtbaren Stählen 180°C
- α – Winkel
zwischen den Oberflächen
zweier aneinander stoßender
Funktionsflächen
- ΔTan – Anlasstemperaturintervall
- ΔT1 – Lösungsglühtemperaturintervall
- bn – Einhärtebreite
der Einzelhärtungszone
n
- tn – Einhärtetiefe
der Einzelhärtungszone
n
- b – Einhärtebreite
der gesamten Härtungszone
- t – Einhärtetiefe
der gesamten Härtungszone
- β – Winkel
zwischen der optischen Achse zweier Laserstrahlen
- A, B – Positionen
auf den zu härtenden
Funktionsflächen