-
Die
Erfindung betrifft einen Halter für plattenförmige Bauelemente, insbesondere
für Isolierglasscheiben
nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1. Ferner betrifft die Erfindung
ein Werkzeug zur Montage und ein Verfahren zur Herstellung eines
derartigen Halters.
-
Halter
der oben genannten Art werden zwischen die plattenförmigen Bauelemente
oder zwischen einem Rand der Unterkonstruktion und einem plattenförmigen Bauelemente
angeordnet und ragen mit einem Haltearm zum Niederdrücken des
Bauelementes in eine Befestigungsnut, die an dem Rand des Bauelementes
angeordnet ist. Die Haltearme pressen das plattenförmige Bauelemente
gegen Widerlager der Unterkonstruktion und halten so, gegebenenfalls
zusammen mit einer seitlichen oder oberen beziehungsweise unteren
Führungskraft,
das Bauelement in seiner Position. Die Halter selbst sind über Befestigungsmittel
mit der Unterkonstruktion verbindbar, wobei die Unterkonstruktion
Aufnahmen für
die Befestigungsmittel aufweist, in die das Befestigungsmittel formschlüssig einsetzbar
ist.
-
Eine übliche Anwendung
für solche
Halter ist die Befestigung von Isolierglasscheiben an einer verglasten
Fassade. Die Aufnahmen für
die Befestigungsmittel sind bei dieser Ausgestaltung üblicherweise
Schraubkanäle.
Die Halter weisen dann Durchgangsbohrungen auf, durch die Befestigungsschrauben
in die Schraubkanäle
eingeschraubt werden können.
Grundsätzlich
erfasst der Anwendungsbereich der erfindungsgemäßen Halter sowie der zugehörigen Unterkonstruktion
alle Formen von plattenförmigen
Bauelementen, die an einer vertikalen oder horizontalen Fläche befestigt
werden sollen. Die Bauelemente können
eben oder auch gebogen sein.
-
Eine
bevorzugte Anwendung der Erfindung liegt in der Befestigung von
Isolierglasscheiben. Im Fassadenbau werden üblicherweise Isolierglasscheiben
verwendet, die eine innere Scheibe und eine hierzu beabstandete, äußere Scheibe
aufweisen, wobei sich zwischen diesen Scheiben ein Randverbund,
bestehend aus einem Diastanzprofil und einer äußeren Versiegelung befindet.
In diesen Randverbund sind bei dieser Ausgestaltung Befestigungsnuten
angeordnet, die einen Teil des Halters aufnehmen und es somit erlauben,
dass der Halter die Isolierglasscheiben auf die Unterkonstruktion presst.
Eine Variante benutzt die durch die beiden Scheiben und den im Scheibenzwischenraum
zurückgesetzten
Isolierglasrandverbund als den Halter aufnehmende Nut.
-
Die
Befestigungsnuten können
zum Beispiel dadurch hergestellt werden, dass U-förmige
Leisten vor dem Herstellen der Versiegelung zwischen den Glasscheiben
angeordnet werden, so dass diese U-förmigen Leisten später die
Befestigungsnuten bilden und fest in der Isolierglasscheibe verklebt
sind.
-
Eine
Fassadenkonstruktion mit Haltern dieser Art ist aus der
WO 2004/0635171 A3 bekannt. Die
dort beschriebenen Halter weisen zwei seitliche Haltearme auf, die
nach Drehen des Halters während der
Montage in die Befestigungsnuten hineinragen und die die der Unterkonstruktion
zugewandten Seite der Befestigungsnuten nach Verschrauben des Halters
in einem Schraubkanal der Unterkonstruktion zwischen sich und der
Unterkonstruktion einklemmen. Zum Befestigen der Halter wird in
diesem Dokument vorgeschlagen, die Halter mit einem Spezialwerkzeug
anzusetzen und zu drehen, wobei die Befestigungsschraube durch das
Werkzeug hindurch in die Befestigungsnut, den Halter durchdringend,
eingeschraubt wird.
-
Ferner
sind derartige Halter auch aus der
AT 398 796 B , der
EP 1 526 243 A1 und der
EP 0 677 623 A2 bekannt.
Alle diese Halter weisen, wie auch der in der oben genannten
WO 2004/063517 A3 Arme
auf, die nach Montage in ein U-Profil eingreifen und die plattenförmigen Bauelemente
niederdrücken.
-
Der
Nachteil der bekannten Ausgestaltungen besteht darin, dass bis zum
Einschrauben der Befestigungsschraube das Werkzeug festgehalten
werden muss. Erst nach der Befestigung über die Befestigungsschraube
kann das Werkzeug abgenommen werden, wobei üblicherweise der Monteur mit
einer Hand das Werkzeug halten muss, während er mit der anderen Hand
die Befestigungsschraube einschraubt.
-
Aufgabe
der Erfindung ist es daher, einen Halter sowie eine Fassadenkonstruktion
zu schaffen, die bei gutem Halterbauelemente kostengünstig und einfach
montierbar sind.
-
Diese
Aufgabe wird nach der Erfindung dadurch gelöst, dass an dem Haltearm zur
Bildung einer Verdrehsicherung und/oder einer vorübergehenden
Lagepositionierung ein elastisches Spannmittel vorgesehen ist, das
durch das Einsetzen des Haltearms in die Befestigungsnut vorgespannt
zwischen den Seitenwänden
der Befestigungsnut gehalten ist.
-
Durch
die Erfindung gemäß Ausgestaltung des
Halters kann dieser nun leicht auf der Baustelle angesetzt werden.
Da der Halter eine Verdrehsicherung aufweist, kann nun zunächst der
Halter angesetzt werden, ohne dass gleich die Befestigung des Halters
an die Unterkonstruktion erfolgen muss. Dies ermöglicht es zum Beispiel, dass
ein erster Monteur die Halter zwischen die ausgelegten, plattenförmigen Bauelemente
setzt, während
ein zweiter Monteur die zuvor positionierten Halter befestigt.
-
Durch
die Zweiteilung der Arbeitsschritte kann zum einen besonders schnell
eine Vielzahl von Haltern positioniert angesetzt werden. Zum anderen kann
die Befestigung der Halter unabhängig
von der Positionierung erfolgen, so dass der Monteur die Lage des
Halters nicht mehr besonders beachten und insbesondere den Halter
nicht mehr zusätzlich
fixieren muss.
-
Die
erfindungsgemäßen Halter
können
auf verschiedene Weise ausgebildet sein. Wesentliches Merkmal ist
dabei die Tatsache, dass die vorübergehende
Lagepositionierung durch die elastischen Spannmittel vorgesehen
ist.
-
Die
elastischen Spannmittel können
bei einer besonders bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung von
einer Hülse
oder einem Ring gebildet und auf die freien Enden der Halter aufgeschoben
sein. Ein solcher Halter kann einen mittigen Grundkörper aufweisen,
von dem sich die Haltearme seitlich abstehend erstrecken, wobei
der übliche
Halter, der zwischen zwei gegenüberliegenden
Bauelementen angeordnet wird, zwei gegenüberliegende Haltearme aufweist.
An den Ecken und Rändern
der Fassade können
auch andere Halter eingesetzt werden, etwa Halter, die nur einen
Haltearm oder winklig zueinander angeordnete Haltearme aufweisen.
-
Das
elastische Spannmittel ist aus einem gummiartigen, elastischen Material
gefertigt. Mit dem Begriff „gummiartig" soll im Zusammenhang
mit dieser Anwendung jeder elastische, künstliche Werkstoff beschrieben
sein. Dies kann ein Naturgummi, ein Kunstgummi oder auch ein elastischer
Kunststoff, beispielsweise Acrylnitrilbutadienstyrol (ABS) sein. Auch
ein thermoplastischer Kunststoff, etwa Polyamid (PA) wird bevorzugt
verwendet. Wichtig ist die Tatsache, dass zum einen das elastische
Spannmittel die entsprechende Rückhaltekraft
zur Bildung der vorübergehenden
Lagepositionierung aufbringt, zum anderen aber auch ohne zu relaxieren
dauerhaft die Haltekraft auf die Befestigungsnut aufbringen kann.
-
Selbstverständlich kann
das elastische Spannmittel auch ein metallisches Element aufweisen,
das gegen die Kraft einer Feder gegen den Haltearm gedrückt werden
kann. Solche mechanischen Konstruktionen werden aber üblicherweise
den Nachteil aufweisen, dass sie nur mit hohen Herstellungskosten
herstellbar sind.
-
Bevorzugt
wird das elastische Spannmittel auf der der Unterkonstruktion abgewandten
Seite des Haltearms angeordnet. Auf diese Weise kann der gegenüberliegende
Bereich des Haltearms druckstabil ausgebildet werden, während das
elastische Spannmittel ausreichend elastisch dimensioniert werden
kann, so dass es auch über
einen größeren Temperaturbereich,
wie er üblicherweise
auf Baustellen vorliegen kann, leicht in die Befestigungsnut einsetzbar
ist.
-
Im
Falle der oben genannten Hülse
kann beispielsweise eine Seite größere Wandstärke aufweisen, die dann das
elastische Spannmittel bildet. Auch kann eine Seite der Hülse mit
zusätzlichen
Erhebungen versehen sein. Die Hülse
kann als separates Bauteil gefertigt und später auf den metallischen Halter
aufgeschoben werden. Alternativ kann die Hülse auch unmittelbar auf den
Haltearm aufvulkanisiert werden. Anstelle der Hülse können auch Ringe oder sogar
Dome verwendet werden, wobei ein solcher Dorn durch eine Durchgangsöffnung in
den Haltearm gesteckt werden und zu beiden Seiten mit einem mehr
oder weniger erhabenen Bereich vorstehen kann.
-
Ist
das federartige Spannmittel von einem separaten Bauteil gebildet,
kann es über
eine zusätzliche
Abrutschsicherung mit dem freien Ende des Halterarms verbunden sein.
Eine solche Abrutschsicherung kein entweder von einer elastischen
Spannkraft, einer Klebekraft oder einem formschlüssigen Verbund gebildet sein.
-
Alternativ
zu einer gummiartigen Ausgestaltung des elastischen Spannmittels
kann dieses auch von dem Haltearm selbst gebildet sein, wenn diese entsprechend
gebogen ist, so dass er sich, vergleichbar mit einem Federblech,
elastisch in der Befestigungsnut verspannen kann. Hierzu kann beispielsweise
das freie Ende des Halterarms um annähernd 180° gebogen sein. Damit der Haltearm
auch bei dieser Ausgestaltung leicht in die Befestigungsnut eingefädelt werden
kann, kann er zusätzlich
in Querrichtung gebogen werden.
-
Der
erfindungsgemäßen Halter
wird bevorzugt über
ein Spezialwerkzeug angesetzt. Dieses Spezialwerkzeug kann günstig hergestellt
werden und weist einen Ansatzbe reich auf, mit denen es an den Halter
angesetzt werden kann. Dieser Einsatzbereich kann wie ein herkömmlicher
Schraubendreher ausgestaltet sein, alternativ kann er auch von zwei
Platten gebildet sein, die seitlich an den Halter ansetzbar sind,
so dass das angesetzte Spezialwerkzeug den zwischen den Platten
angeordneten Halter mitdreht.
-
Um
mit einem solchen Werkzeug den Halter besonders einfach positionieren
zu können,
kann ein zusätzliches
Merkmal von einer dornartigen Positionierungshilfe gebildet sein.
Diese Positionierungshilfe ist zwischen den Platten angeordnet oder
erstreckt sich von dem schraubendreherartigen Klingenbereich des
Werkzeugs in Richtung des Halters in Form eines Dorns. Dieser Dorn
kann durch die Durchgangsbohrung des Halters hindurch in den Schraubkanal
der Unterkonstruktion gesteckt werden. Nach Verdrehen des Halters
um den Dorn herum kann dann das Werkzeug wieder abgezogen werden,
da der Halter nun über
die Verdrehsicherung und Lagefixierung ortsfest gehalten ist.
-
Weitere
Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen und
aus der nachfolgenden Beschreibung bevorzugter Ausführungsbeispiele
anhand der Zeichnungen.
-
In
den Zeichnungen zeigt:
-
1 eine
Seitenansicht der Verbindungsstelle zweier plattenförmiger Bauelemente,
die über einen
erfindungsgemäßen Halter
an einer Unterkonstruktion befestigt sind, und
-
2 eine
weitere Ansicht der Befestigung zweier plattenförmiger Bauelemente mit angesetztem
Montagewerkzeug.
-
In 1 ist
eine Fassadenkonstruktion als beispielhafte Anwendung für die Erfindung
dargestellt, bei der erfindungsgemäße Halter verwendet wurden.
Hier werden an einer Unterkonstruktion 4 Isolierglasscheiben
als plattenförmige
Bauelemente 1 verwendet. Diese Isolierglasscheiben weisen
zwei im Abstand zueinander angeordnete Einzelscheiben auf, die fest
miteinander verbunden sind. In den Randbereichen zwischen den Einzelscheiben
sind Nuten eingebracht, über
die die Isolierglasscheiben an der Unterkonstruktion 4 befestigt
werden können. Hierzu
werden die erfindungsgemäßen Halter
verwendet, von den einer im mittleren Bereich der 1 als
Ausschnitt einer größeren Fassade
dargestellt ist.
-
Der
Halter besteht aus einem zentralen Bereich mit einer Durchgangsbohrung, über die
er mit der Unterkonstruktion 4 verschraubt werden kann. Ein
solcher Halter wird über
Profile, die zwischen den Scheiben angeordnet werden, eingesetzt,
um die Scheiben gegen die Unterkonstruktion zu drücken. Die
Profile und auch die Halter weisen eine Nut auf, in die später, nach
Befestigung der Halter über
die Verschraubung, ein Schaumstoffbett 6 eingesetzt werden
kann. Dieses Schaumstoffbett 6 dient im Wesentlichen als
Lager für
die spätere
Silikonschicht 7, die zwischen die beiden äußeren Scheiben
zweier sich gegenüberliegenden
Scheiben angeordnet wird. Ferner dient das Schaumstoffbett 6 als
zusätzliche thermische
Isolierung. Die erfindungsgemäßen Halter
weisen seitlich hervorragend zwei sich gegenüberliegende Haltearme 3 auf,
die die gegenüberliegenden
Glasscheiben gegen die Unterkonstruktion drücken.
-
Hierzu
greifen die Haltearme 3 in die Nuten 2 ein, so
dass bei Anschrauben der Halter eine Spannkraft auf die der Unterkonstruktion 4 zugewandte
Seite der Nuten aufgebracht werden kann. Die Halter weisen zur Bildung
einer Verdrehsicherung bzw. einer vorübergehenden Lagepositionierung,
bevor die Schraubverbindung befestigt ist, an den äußeren Bereichen
der Haltearme erfindungsgemäß ein elastisches
Spannmittel 5 auf, dass im gezeigten Ausführungsbeispiel
hülsenartig
auf die Enden der Haltearme aufgeschoben ist. Hierbei handelt es
sich nur um ein Ausführungsbeispiel,
auch alle anderen Arten von Spannmitteln, die geeignet sind, eine
Spannkraft zwischen den Wandungen der Nuten aufzubringen, können verwendet
werden.
-
Der
Halter selbst ist im mittleren Bereich mit einer nutförmigen Einsenkung
im Bereich der Kontaktfläche
mit der Unterkonstruktion 4 versehen, so dass de Unterkonstruktion 4 mit
einer dem Halter entgegen springenden Montageleiste in diese nutförmige Kontaktfläche eingreifen
kann. Dies bewirkt eine zusätzliche
Zentrierung und Verdrehsicherung für den Halter, nachdem die Schraubverbindung
angezogen wurde.
-
2 zeigt
die Ausgestaltung der Erfindung nach 1 vor Verfüllen der
Fuge zwischen den beiden, sich gegenüberliegenden Glasscheiben mit
angesetztem Montagewerkzeug 8. Durch die besondere Ausgestaltung
des erfindungsgemäßen Schalters kann
dieses Montagewerkzeug 8 nun erst angesetzt werden, wenn
der Halter bereits in der Fuge positioniert ist. Die elastischen
Spannmittel 5 verhindern ein Verschieben des Halters auch
ohne Befestigung der Schraubverbindung, so dass die Montage der
Halter unabhängig
von der endgültigen
Befestigung als vorgelagerter Schritt erfolgen kann.
-
- 1
- Plattenförmiges Bauelement
- 2
- Befestigungsnut
- 3
- Haltearm
- 4
- Unterkonstruktion
- 5
- Elastisches
Spannmittel
- 6
- Schaumstoffbett
- 7
- Silikonfuge
- 8
- Montagewerkzeug