-
Anwendungsgebiet
-
Die
vorliegende Erfindung betrifft eine modulare Fachwerkkonstruktion
aus Beton, für ebene und räumliche Tragwerke im
Hoch-, Industrie- und Brückenbau sowie ein Verfahren zur
Herstellung derselben.
-
Stand der Technik
-
Fachwerkkonstruktionen
bestehen im Allgemeinen aus stabförmigen Tragelementen,
den Gurten und Füllstäben, die an den Fachwerkknoten
miteinander verbunden werden. Dadurch wird ein Tragwerk gebildet,
das die auftretenden Einwirkungen hauptsächlich durch Zug-
und Druckkräfte überträgt und eine effiziente
Ausnutzung des Materials ermöglicht. Deshalb eignen sich
Fachwerke besonders gut, um große Spannweiten mit einem
vergleichsweise geringen Konstruktionseigengewicht zu überbrücken.
-
Fachwerkkonstruktionen
werden auf dem Gebiet des Bauwesens im Hoch-, Industrie- und Brückenbau
eingesetzt. Typische Anwendungen im Hochbau sind ebene und räumliche
Fachwerkbinder als Dachtragwerke für Mehrzweckhallen wie
z. B. Sport- und Freizeitbauten, Ausstellungshallen oder Versammlungsräume
[1], [2]. Im Industriebau werden Fachwerke als Dachbinder oder Rahmentragwerke im
Hallenbau [2],[3] sowie als Kranbahnträger oder für
Förderband- bzw. Rohrleitungsbrücken verwendet.
Auch finden Fachwerke für weitgespannte Unterzüge
in Geschossbauten und für Aussteifungsverbände
Anwendung. Des Weiteren kommen Fachwerkkonstruktionen auch für
hochbelastete Stützen, für Verkehrszeichenbrücken
sowie für Freileitungs- und Antennenmasten zum Einsatz.
Im Brückenbau werden Fachwerke als räumliche und
ebene Fachwerkbinder im Großbrückenbau [4], [5],
als auch für Geh- und Radwegbrücken [6],[7] eingesetzt.
-
Auf
dem Gebiet des Bauwesens werden Fachwerkkonstruktionen hauptsächlich
aus Stahl und Holz, selten aus Beton hergestellt.
-
Mit
Fachwerkkonstruktionen aus Baustahl, lassen sich auf Grund der hohen
Materialfestigkeit, des günstigen Rohdichte-Festigkeits-Verhältnisses und
der Möglichkeit, relativ dünnwandige Querschnitte
herstellen zu können, die statischkonstruktiven Vorteile
von Fachwerkkonstruktionen effektiv umsetzen. Dabei sind Stützweiten
von mehr als 100 m realisierbar [8].
-
Die
Ausbildung der Knotenpunkte erfolgt in der Regel durch Schraub-
oder Schweißverbindungen [9], teilweise auch mit Hilfe
vorgefertigter Gussknoten aus Stahl [5], [10]. Infolge von Massungenauigkeiten
können bei der Verwendung von Gussknoten Probleme bei der
Montage auftreten, die zu zeit- und kostenaufwendigen Nacharbeiten
führen [11].
-
Ein
System, das speziell bei räumlichen Fachwerken eine unkomplizierte
Verbindung der Stäbe gestattet, ist das MERO®-Raumfachwerksystem [12].
Bei diesem System werden die Fachwerkstäbe mit Hilfe eines
Knotenelements [13], das unterschiedliche Richtungen und Neigungen
der Stäbe ermöglicht, durch einfache Schraubmontage
miteinander verbunden.
-
Fachwerkkonstruktionen
aus Stahl eignen sich zur Vorfertigung im Werk, da sie sich leicht
in Segmente zerlegen lassen, die gut transportiert und auf der Baustelle
montiert werden können. Allerdings sind bei Baustellenstößen
oft Nacharbeiten am Korrosionsschutz der Konstruktion notwendig,
die kostenintensiv sind und teilweise nicht die Qualität
der werkseitig aufgebrachten Beschichtung erreichen. Nachteilig
bei Stahlfachwerken sind die im Vergleich zu Fachwerken aus Beton
oder Holz höheren Materialkosten und der hohe Fertigungsaufwand
für die zum Teil komplexen Knotenverbindungen.
-
Daneben
sind bei Fachwerken aus Stahl oft zusätzliche Maßnahmen
zur Gewährleistung des Brandschutzes, z. B. die Ummantelung
der Konstruktion mit Spritzbeton bzw. kostenintensiven Schutzanstrichen
erforderlich. Weiterhin beeinträchtigen die Aufwendungen
zur Erhaltung des Korrosionsschutzes die wirtschaftliche Effizienz
von Fachwerkkonstruktionen aus Stahl.
-
Fachwerkkonstruktionen
aus Holz bzw. Brettschichtholz werden wirtschaftlich nur für
kleinere Spannweiten bis etwa 30 m eingesetzt [14]. Die Knotenverbindungen
bei Fachwerken aus Holz bzw. Brettschichtholz werden meistens mit
Hilfe von Nagelblechen, eingepressten Nagelplatten, Stabdübel-Blechverbindungen
oder spezieller Dübelverbindungen ausgeführt [15].
Analog zu Fachwerken aus Stahl werden Kno tenverbindungen auch mit
Hilfe des MERO®-Knotens hergestellt.
Reine Nagelverbindungen, z. B. bei Nagelfachwerkbindern, kommen
nur bei Konstruktionen mit geringen Stützweiten vor. Baustellenverbindungen
sind bei Fachwerkkonstruktionen aus Holz- bzw. Brettschichtholz
mit vertretbarem Aufwand herzustellen. So lassen sich die Fachwerkkonstruktionen
in Segmente zerlegen, die im Werk vorgefertigt werden. Die Elemente
können einfach zur Baustelle transportiert und dort montiert
werden. Ähnlich wie bei Stahlfachwerken sind bei den Holz-
und Brettschichtholzfachwerken des Ingenieurholzbaus die Herstellungskosten
für die Knotenverbindungen hoch. Nachteilig bei Holz- bzw.
Brettschichtholzfachwerken sind die, z. B. infolge des Feuchtigkeitsgehalts,
stark schwankenden Materialkennwerte, die eine optimale Ausnutzung
des Materials erschweren. Um den Brandschutz zu realisieren, müssen
die Stahleinbauteile der Knotenverbindung vor Flammen geschützt
werden und die Stabquerschnitte müssen ausreichende Abmessungen besitzen.
Anderenfalls sind Brandschutzanstriche oder schützende
Ummantelungen erforderlich. Während der Widerstand von
Holz gegenüber chemischen Angriffen hoch ist, sind zum
Schutz gegen Feuchte meistens zusätzliche Schutzanstriche
bzw. konstruktive Maßnahmen notwendig.
-
Fachwerkkonstruktionen
aus normalfesten Betonen haben den Nachteil, dass sie auf Grund
des schlechten Rohdichte-Festigkeits-Verhältnisses des Materials
deutlich schwerer als vergleichbare Konstruktionen aus Stahl oder
Holz sind. Darüber hinaus müssen die Querschnitte
aus schalungstechnischen Gründen und zum sachgemäßen
Einbau der Bewehrung, Spannglieder und des Betons bestimmte Mindestabmessungen
besitzen, die ebenfalls zur Erhöhung der Konstruktionseigenlast
beitragen.
-
Die
Knotenpunkte werden in der Regel monolithisch ausgebildet, wodurch
sich im Knotenbereich komplizierte Bewehrungs- bzw. Spanngliedführungen
ergeben, die sorgfältig geplant und ausgeführt
werden müssen [16]. Zur Reduzierung von Spannungsspitzen
müssen die Anschlüsse zwischen dem Knoten und
den Stäben in der Regel ausgerundet werden. Dadurch erhöhen
sich der Fertigungsaufwand und die Herstellungskosten.
-
Die
Herstellung von Fachwerkkonstruktionen auf der Baustelle konnte
sich auf Grund ausführungstechnischer Schwierigkeiten,
wie der kostenintensiven Schalungskonstruktion, den zeitaufwendigen
Bewehrungsarbeiten und den schwierigen Verhältnis sen bei
der Betonage auf dem Markt nicht durchsetzen [18]. Die Vorfertigung
von Fachwerkkonstruktionen im Werk erlaubt eine kostensenkende Mehrfachverwendung
der Schalung und vereinfacht die Betonagearbeiten. Die komplexe
Bewehrungsführung im Bereich der Knotenpunkte wirkt sich
jedoch auch bei den im Werk hergestellten Konstruktionen negativ auf
die Herstellungskosten aus.
-
Durch
die Zerlegung von Fachwerkkonstruktionen in einzelne Elemente [17]
oder Fachwerkscheiben [18], können auch Fachwerkkonstruktionen für
größere Spannweiten vorgefertigt werden. Der Zusammenbau
mit Hilfe von Stahlbauverbindungen oder durch das Zusammenspannen
mit Spanngliedern ist aber oft schwierig, kosten- und zeitintensiv. Besonders
problematisch dabei sind die Spannkraftverluste infolge Reibung
beim Vorspannen langer Spannglieder, die eine beträchtliche
Vergrößerung des Spannstahlquerschnitts erfordern.
Werden die Spannglieder planmäßig gekrümmt
geführt, wie z. B. bei [17], so steigen die Spannkraftverluste
infolge der Reibungskräfte an den Umlenkstellen erheblich
an. Die wirtschaftlichen Vorteile der fabrikmäßigen
Fertigung werden dadurch zu einem großen Teil aufgezehrt.
Die Weiterentwicklung der Transport- und Montagehilfen ermöglicht
heute auch den Transport größerer Elemente, so
dass heute die Mehrzahl der Fachwerke aus Beton in einem Stück
vorgefertigt werden [19].
-
Fachwerkkonstruktionen
aus Beton zeichnen sich durch gute Brandschutz- und Dauerhaftigkeitseigenschaften
aus. Die Kosten für die Bauwerksunterhaltung sind in den
meisten Fällen geringer als bei Stahl- oder Holzfachwerken.
-
Hochfeste
(HFB) bzw. ultrahochfeste Betone (UHFB) weisen im Vergleich zu normalfesten
Betonen höhere Druckfestigkeiten und günstigere
Rohdichte-Festigkeits-Verhältnisse auf. Weiterhin besitzen
hochfeste und ultrahochfeste Betone ein sehr dichtes und homogenes
Gefüge mit hervorragenden Dauerhaftigkeitseigenschaften,
die sich positiv auf die Nachhaltigkeit der Konstruktion auswirken
[20].
-
Die
genannten Eigenschaften von hochfesten und ultrahochfesten Betonen
lassen sich mit Fachwerkkonstruktionen am besten ausnutzen. Die zuvor
genannten Nachteile von Fachwerkkonstruktionen aus Beton lassen
sich durch die Ansprüche dieser Patentschrift vermeiden.
-
Aufgabenstellung
-
Aufgabe
ist es, eine Fachwerkkonstruktion aus Beton zu erfinden die a) eine
einfach Anpassung an beliebige Konstruktionsgeometrien erlaubt,
b) kostenoptimiert und qualitätsgesichert im Werk vorgefertigt
werden kann und c) rationell zu transportieren und zu montieren
ist.
-
Die
Aufgabe wird durch eine modulare Fachwerkkonstruktion mit den Merkmalen
des Patentanspruchs 1 gelöst.
-
Die
erfindungsgemäße Fachwerkkonstruktion ist modular
aufgebaut. Sie besteht aus den Fachwerkstäben, den Knoten-
bzw. Koppelungselementen und den Zugelementen. Aussteifungselemente gehören
ebenfalls zum modularen System.
-
Als
Fachwerkstäbe kommen Ober- und Untergurte sowie Pfosten
und Diagonalen zur Anwendung. Sie besitzen Aussparungen, durch die
Zugelemente hindurchgeführt werden können. Darüber
hinaus können im Ober- und Untergurt Zugelemente verankert
werden. Innerhalb der gesamten Konstruktion oder größerer
Konstruktionsabschnitte, haben der Ober- und Untergurt sowie die
Pfosten und Diagonalen jeweils identische Querschnittsabmessungen
(Gleichteilprinzip). Diese sind für bestimmte Spannweitenbandbreiten
typisiert.
-
Mit
den Knotenelementen werden die Gurte bzw. Pfosten und Diagonalen
untereinander verbunden. Gleichzeitig wird mit Hilfe der Knotenelemente eine
einfache Anpassung der Konstruktion an beliebige geometrische Randbedingungen
erreicht. Hierzu sind die Seitenflächen der Knotenelemente
beliebig zu neigen, um Stäbe unterschiedlicher Neigungswinkel
an den Knoten anschließen zu können. Die Knotenelemente
besitzen Aussparungen zur Durchführung von Spannelementen
und bieten weiterhin die Möglichkeit, Spannelemente zu
verankern. Weil die Knoten nicht mehr, wie sonst bei Betonfachwerken üblich,
monolithisch mit den Fachwerkstäben verbunden sind, vereinfacht
sich die konstruktive Ausbildung der Knotenpunkte maßgeblich.
-
Die
Kopplungselemente dienen zum Anschluss von Trag- oder Aussteifungssystemen,
die senkrecht zur Ebene der Haupttragkonstruktion verlaufen. Dadurch
können mit Hilfe der Kopplungselemente ebene Fachwerkscheiben
zu räumlichen Tragstrukturen zusammengesetzt werden. Die
Kopplungselemente haben Aussparungen zur Durchführung von
Zugelementen und bieten die Möglichkeit, Zugelemente zu
verankern.
-
Aussteifungselemente
sind im modularen System in Form von pfetten-artigen Trägern
vorhanden, die zur Aussteifung druckbeanspruchter Gurte dienen.
-
Die
Fachwerkstäbe, die Knoten- bzw. Kopplungselemente sowie
die Aussteifungselemente bestehen aus Beton. Dadurch können
beliebige Bauteilgeometrien kostengünstig hergestellt werden.
Zur Erhöhung der Tragfähigkeit und Reduzierung
der Konstruktionseigenlast können hochfeste bzw. ultrahochfeste
Betone eingesetzt werden. Den Betonen können Fasern aus
Stahl, Kunststoff oder andersartigen Materialien zugegeben werden,
um die Materialfestigkeit bzw. den Brandwiderstand gezielt zu verbessern.
Insbesondere bei faserverstärkten Betonen sind selbstverdichtende
Eigenschaften des Betons vorteilhaft, da die Bauteile dadurch mit
einem jederzeit reproduzierbaren Qualitätsstandard hergestellt werden
können. Zur Verringerung des Konstruktionseigengewichtes
ist ebenfalls die Verwendung von Leichtbetonen denkbar.
-
Der
Brandwiderstand der Knoten- und Kopplungselemente kann auch durch
konstruktive Maßnahmen, z. B. durch eine Beplankung mit
nichtbrennbarem Material, erhöht werden. Die Beplankung
aus nichtbrennbarem Material kann ggf. in die Schalung integriert
werden.
-
In
den Fachwerkstäben, Aussteifungselementen sowie Knoten-
bzw. Kopplungselementen kann eine Bewehrung aus Betonstahl zur Tragfähigkeitssteigerung
angeordnet werden. Darüber hinaus können in den
Fachwerkstäben und Aussteifungselementen Spannglieder mit
sofortigem Verbund vorgesehen werden.
-
Mit
Hilfe von stab- bzw. seilartigen Zugelementen, werden die Fachwerkstäbe
mit den Knoten- bzw. Kopplungselementen verbunden. Die Zugelemente besitzen
an ihren Enden Vorrichtungen, um die Elemente zu verankern bzw.
vorzuspannen. Die Zugelemente können mit einer exakt definierten
Kraft vorgespannt werden.
-
Als
Zugelemente können beispielsweise Gewindestangen aus Stahl
oder Litzen aus Spannstahl verwendet werden. Alternativ können
auch Zugelemente aus Kohlefasern oder anderen geeigneten Materialien
eingesetzt werden.
-
Die
Fachwerkstäbe und Aussteifungselemente werden in einer
Produktionsanlage in kostenoptimierter sowie qualitätsgesicherter
Massenfertigung hergestellt. Durch einfach auszuführende,
gerade Sägeschnitte werden die Fachwerkstäbe und Aussteifungselemente
auf die für die jeweilige Konstruktion erforderliche Länge
gebracht. Kostenintensive Anpassungsarbeiten an der Schalungskonstruktion
entfallen dadurch. Das Potenzial der werksmäßigen
Fertigung wird weit effizienter als bei der herkömmlichen
Vorfertigung von Stahlbetonkonstruktionen genutzt.
-
Die
typisierten Fachwerkstäbe, Aussteifungs- und Zugelemente
werden als Lagerware vorgehalten. Nur die Knoten- bzw. Kopplungselemente müssen
gesondert für den jeweiligen Anwendungsfall produziert
werden. Dadurch ist eine kurzfristige Herstellung der Gesamtkonstruktion
möglich.
-
Die
erfindungsgemäße Fachwerkkonstruktion kann im
Werk oder am Einsatzort montiert werden. Bei kleineren Konstruktionsabmessungen
und günstigen Randbedingungen für den Transport,
wird die Konstruktion vorteilhaft komplett im Werk zusammengebaut,
da sich so der Montageaufwand auf der Baustelle reduziert. Dadurch
sind sehr kurze Bauzeiten bei geringer Witterungsabhängigkeit
realisierbar. Bei größeren Konstruktionsabmessungen
oder schwierigen Transportbedingungen wird die Konstruktion zweckmäßig
in vormontierten Teilsegmenten zur Baustelle gebracht. Die optimale
Segmentierung kann in Abwägung der Transportproblematik und
des Montageaufwands individuell festgelegt werden. Im Extremfall,
z. B. für den Transport über sehr weite Entfernungen,
kann die Konstruktion auch komplett in Einzelteile zerlegt zur Baustelle
transportiert werden. Da sich die einzelnen Bauteile des Fachwerks
auf Grund ihrer einfachen Geometrie und hohen Robustheit gut verladen
lassen, sind hierfür vorteilhaft spezielle Stapelboxen
oder Container zu verwenden, die per LKW, Bahn oder Schiff transportiert
werden können. Die erfindungsgemäße Fachwerkkonstruktion
ermöglicht somit eine hohe Flexibilität hinsichtlich
des Transports und der Monatage, die herkömmlichen Konstruktionen
aus Beton so nicht gegeben ist.
-
Die
Montage der modularen Fachwerkkonstruktion erfolgt durch einfache
Schraubmontage bzw. durch Zusammenspannen der Fachwerkstäbe. Hierfür
werden die Knoten- bzw. Kopplungselemente und die Zugelemente verwendet.
Die Zugelemente werden durch die Diagonalen und Pfosten hindurchgeführt
und an den Gurten bzw. Knoten- und Kopplungselementen befestigt.
Durch das Vorspannen der Zugelemente werden die Einzelteile der
Fachwerkkonstruktion kraftschlüssig miteinander verbunden. Alternativ
können die Fachwerkstäbe mit den Knoten- bzw.
Kopplungselementen auch durch geeignete Klebeverbindungen zusammengefügt
werden. Ebenso kann die Verbindung mit Zugelementen mit der Klebeverbindung
kombiniert werden. Durch diese Montagemethoden sind eine geringe
Witterungsabhängigkeit und Fehleranfälligkeit
gegeben.
-
Zur
Herstellung von Fachwerkkonstruktionen größerer
Spannweite ist es erforderlich, die Gurte zu stoßen, da
diese nur in einer begrenzten Länge gefertigt werden können.
Der Gurtstoß wird als einfacher Kontaktstoß ausgebildet.
Damit in der Kontaktfuge auch Zugkräfte übertragen
werden können, wird die Fuge durch die in Längsrichtung
der Gurte angeordneten Zugelemente vorgespannt. Schubkräfte können
durch die in der Fuge aktivierten Reibungskräfte bzw. durch
Dornen übertragen werden. Alternativ bzw. ergänzend
sind Klebeverbindungen möglich.
-
Im
Werk vormontierte Segmente können am Einsatzort durch einen
Stumpfstoß zwischen den Ober- und Untergurten miteinander
verbunden werden. Die Kontaktfuge wird mit Hilfe von Zugelementen
vorgespannt, die in Längsrichtung durch die zu stoßenden
Segmente verlaufen. Die Zugelemente werden an ihren Enden in den
Gurten verankert. Dadurch können auch Zugkräfte
in der Kontaktfuge übertragen werden. Die Übertragung
von Schubkräften erfolgt durch Reibungskräfte
in der Kontaktfuge bzw. durch Hülsen oder Dornen aus Stahl,
die in die Gurte durch Bohrungen in den Gurtstirnflächen
eingelassen werden. Alternativ bzw. ergänzend sind Klebeverbindungen
möglich.
-
Soll
an der Fachwerkkonstruktion ein Nebentragsystem oder ein Aussteifungssystem
angeschlossen werden, so erfolgt die Montage prinzipiell wie bei
der regulären Fachwerkkonstruktion. Zusätzlich
wird das Kopplungselement eingeschaltet, das unterhalb oder oberhalb
des Knotenelements angeordnet wird. An das Koppelungselement wird
dann das sekundäre Tragsystem oder das Aussteifungssystem
mit Hilfe eines Kontaktstoßes angeschlossen. Die Kontaktfuge
kann zur Übertragung von Zug- und Schubkräften
vorgespannt werden. Alternativ bzw. ergänzend sind Klebeverbindungen
möglich.
-
Der
Anschluss eines Aussteifungssystems ist auch mit Hilfe einer einfachen
Einhängekonstruktion aus Stahl möglich, mit der
das Aussteifungselement am Haupttragsystem angeschlossen wird.
-
Mit
der modularen Fachwerkkonstruktion können auch Trägerrostsysteme
realisiert werden. Hierzu werden die am Kreuzungspunkt zusammenstoßenden
Gurte der einzelnen Fachwerkscheiben durch Kopplungselemente miteinander
verbunden. Die Verbindung erfolgt mit einem Stumpfstoß über Kontakt.
Die Kontaktfuge wird durch Zugelemente vorgespannt. Die Zugelemente
verlaufen in Längsrichtung der Gurte, werden durch das
Kopplungselement hindurch geführt und an ihren Enden in
den Gurten verankert. Eine Durchdringung der Zugelemente am Kreuzungspunkt
wird durch eine in vertikaler und horizontaler Richtung versetzte
Anordnung der Zugelemente vermieden. Die im Kreuzungspunkt zusammentreffenden
Diagonalen und der Pfosten werden mit Hilfe des Knotenelements und
der Zugelemente miteinander verbunden. Diagonalen, die ausschließlich
Druckkräfte erhalten, können diese direkt über
Kontakt in das Knotenelement einleiten. Zur Lagesicherung werden
die Druckdiagonalen mit einem Dorn am Knotenelement fixiert.
-
Der
Nachweis der Standsicherheit der Konstruktion erfolgt vorteilhaft
in Form einer Typenstatik.
-
Ausführungsbeispiel
-
Weitere
Vorteile und Einzelheiten der Erfindung werden an Hand der nachfolgenden
Ausführungsvarianten beispielhaft erläutert. Es
zeigt:
-
1 eine Übersicht
der Einzelteile des modularen Fachwerks in perspektivischer Darstellung,
-
2 mögliche
Varianten der Ausbildung der Ausfachung in perspektivischer Darstellung,
-
3 eine
Fachwerkkonstruktion mit geneigtem Obergurt in perspektivischer
Darstellung,
-
4 den
Montagevorgang einer regulären Fachwerkscheibe in Explosionsdarstellung,
-
5 die
Ausbildung eines Gurtstoßes in Explosionsdarstellung,
-
6 die
Ausbildung eines Segmentstoßes in Explosionsdarstellung,
-
7 die
Ausbildung des Anschlusses eines Nebentragsystems an das Haupttragsystem
in Explosionsdarstellung,
-
8 die
Ausbildung des Anschlusses eines Aussteifungssystems an das Haupttragsystem
mit Hilfe eines Kopplungselements in Explosionsdarstellung,
-
9 die
Ausbildung des Anschlusses eines Aussteifungssystems an das Haupttragsystem
mit Hilfe einer Einhängekonstruktion in Explosionsdarstellung,
-
10 den
Kreuzungspunkt eines Trägerrostsystems in Explosionsdarstellung.
-
1 zeigt
eine perspektivische Darstellung der Elemente des modularen Fachwerks.
Im Einzelnen dargestellt sind die Gurte 1, die Diagonalen
bzw. Pfosten 2, das Aussteifungselement 3, die
Knotenelemente 4, die Kopplungselemente 5, die
Zugelemente 6, die Einhängekonstruktion 7 und
diverse Kleinteile aus Stahl 8, z. B. Schrauben, Muttern,
Unterlegscheiben, Domen und Hülsen, die zum Zusammenbau
des Fachwerks benötigt werden.
-
Die
Gurte 1 können als Rechteckquerschnitt 1.1 oder
zur Erhöhung der Knicksicherheit, als T-förmiger
Querschnitt 1.2 ausgebildet werden. Die Gurte besitzen
in Längsrichtung mindestens ein Hüllrohr, durch
das ein oder mehrere Zugelemente 6 hindurch geführt
werden können. Sind mehrere Hüllrohre vorhanden,
so werden diese im Querschnitt in vertikaler und horizontaler Richtung
versetzt angeordnet. In Querrichtung sind ebenfalls Aussparungen
in den Gurten vorhanden, durch die Zugelemente 6 hindurch
geführt werden können. Diese werden vorteilhaft
durch Bohrungen realisiert, es können aber auch Hüllrohre
verwendet werden. In den Gurten 1 können Spannglieder
mit sofortigem Verbund angeordnet werden. Die Gurte besitzen an
ihrer Ober- bzw. Unterseite Nuten, die als Aussparung zur Verankerung der
Zugelemente 6 bzw. zur Führung der Knotenelemente 3 verwendet
werden. Da Gurte 1 nicht durch die Knotenelemente 4 unterbrochen
werden, wird die Anzahl der einzelnen Konstruktionselemente reduziert.
Weiterhin können die Gurte 1 in größeren
Längen rationell hergestellt werden. Die Montage der Fachwerkkonstruktion
ist weniger fehleranfällig und schneller durchzuführen.
-
Die
Diagonalen 2 bzw. Pfosten 2 besitzen einen rechteckförmigen
Querschnitt. Der Querschnitt der Diagonalen 2 und Pfosten 2 wird
vorteilhaft identisch ausgeführt, da sich dadurch die Herstellungskosten
reduzieren lassen. In Längsrichtung kann in den Diagonalen 2 und
Pfosten 2 mindestens ein Hüllrohr zur Durchführung
von einem oder mehreren Zugelementen 6 vorgesehen werden.
-
Die
Aussteifungselemente 3 haben einen rechteckförmigen
Querschnitt. Alternativ kann auch der Gurt 1.1 als aussteifendes
Element eingesetzt werden. Zur Befestigung von Dornen 8 oder
der Einhängekonstruktion 7 sind in den Aussteifungselementen 3 Aussparungen
in Form von Bohrungen oder Hüllrohren vorhanden.
-
Die
Knotenelemente 4 können so ausgebildet werden,
dass alle anzuschließenden Stäbe in einer Ebene
liegen. Beispiele hierfür sind die Knotenelemente 4.1 und 4.2.
Mit Hilfe eines weiteren Knotenelements 4.3 können
auch allgemein im Raum orientierte Stäbe an den Knoten
angeschlossen werden. Die Seitenflächen der Knotenelemente 4 können
beliebig geneigt werden. Dadurch können die Gurte 1 bzw.
Diagonalen 2 mit frei wählbaren Stabneigungswinkeln
an die Knotenelemente 4 angeschlossen werden. Mit Hilfe
der Knotenelemente 4 können Druckkräfte,
Zugkräfte und Schubkräfte zwischen den angeschlossenen
Fachwerkelementen übertragen werden. Die Übertragung
von Druckkräften erfolgt direkt über Kontakt in
der Stoßfuge. Zugkräfte werden hauptsächlich über
den Abbau von Flächenpressungen in der Kontaktfuge übertragen,
die mit Hilfe der Zugelemente 6 vorgespannt wird. Schubkräfte
werden mit Hilfe der durch die vorgespannten Zugelemente 6 in
der Kontaktfuge aktivierten Reibungskräfte übertragen.
Die Tragfähigkeit der Kontaktfuge kann mit Profilierungen
oder mechanischer Bearbeitung, z. B. durch Kugelstrahlen, erhöht
werden. Alternativ bzw. zusätzlich zur Vorspannung der Kontaktfuge
mit den Zugelementen 6 können Klebeverbindungen
eingesetzt werden. Die Knotenelemente 4 besitzen mindestens
eine Aussparung zur Durchführung von einem oder mehreren
Zugelementen 6, oder mindestens eine Verankerungsmöglichkeit
für ein oder mehrere Zugelemente 6. Die Aussparungen
können durch Hüllrohre oder Bohrungen realisiert
werden. Die Verankerung von Zugelementen 6 kann direkt
auf einer Seitenfläche des Knotenelements 4 über
Kontakt, oder mit in das Knotenelement 4 einbetonierten
Ankerkörpern, z. B. von Gewindehülsen, erfolgen.
-
Die
Kopplungselemente 5 dienen zum Anschluss von Trag- oder
Aussteifungssystemen. Mit dem Kopplungselement 5.1 können
Nebentragsysteme angeschlossen werden. Das Kopplungselement 5.2 ermöglicht
den Anschluss von Aussteifungssystemen. Das Kopplungselement 5.3 ermöglicht
die Herstellung von Trägerrostsystemen. Mit den Kopplungselementen 5 können
Druck, Zug- und Schubkräfte zwischen den angeschlossenen
Elementen übertragen werden. Die Übertragung von
Druckkräften erfolgt direkt über Kontakt in der
Stoßfuge. Zugkräfte werden hauptsächlich über
den Abbau von Flächenpressungen in der Kontaktfuge übertragen,
die mit Hilfe der Zugelemente 6 vorgespannt wird. Schubkräfte
werden mit Hilfe der durch die vorgespannten Zugelemente 6 in
der Kontaktfuge aktivierten Reibungskräfte übertragen.
Die Tragfähigkeit der Kontaktfuge kann mit Profilierungen oder
mechanischer Bearbeitung, z. B. durch Kugelstrahlen, erhöht werden.
Alternativ bzw. zusätzlich zur Vorspannung der Kontaktfuge
mit den Zugelementen 6 können Klebeverbindungen
eingesetzt werden. Die Kopplungselemente 5 besitzen mindestens
eine Aussparung zur Durchführung von einem oder mehreren
Zugelementen 6 oder mindestens eine Verankerungsmöglichkeit für
ein oder mehrere Zugelemente 6. Die Aussparungen können
durch Hüllrohre oder Bohrungen realisiert werden. Die Verankerung
von Zugelementen 6 kann direkt auf einer Seitenfläche
des Kopplungselements 5 über Kontakt oder mit
in das Kopplungselement 5 einbetonierten Ankerkörpern,
z. B. Gewindehülsen, erfolgen. In den Kopplungselementen 5 können
Aussparungen durch Bohrungen oder Hüllrohre erzeugt werden,
durch die z. B. Dornen in den Kopplungselementen 5 verankert
werden können.
-
Die
Zugelemente 6.1 werden zur Vorspannung der Gurte 1 in
Längsrichtung verwendet. Als Zugelemente 6.1 werden
Litzen aus Spannstahl verwendet. Die Litzen können mit
Hilfe von Pressen mit einer bestimmten Kraft vorgespannt werden.
Die Verankerung der Litzen in den Gurten 1 kann beispielsweise
durch Keile realisiert werden. Zur Verbindung der Gurte 1,
Diagonalen 2 und Pfosten 2 mit den Knotenelementen 4 bzw.
Kopplungselementen 5 wird das Zugelement 6.2 verwendet.
Als Zugelement 6.2 werden Gewindestangen eingesetzt. Die
Gewindestangen lassen sich durch spezielle Verfahren, z. B. dem
Drehimpulsverfahren, mit einer definierbaren Kraft vorspannen. Die
Gewindestangen können mit Hilfe von Unterlegscheiben und
Muttern über Kontakt auf den Seitenflächen der
Gurte 1 bzw. der Knotenelemente 4 oder Kopplungselemente 5 verankert
werden. Die Gewindestangen können aber auch in Ankerkörpern,
z. B. Gewindehülsen, befestigt werden, die in den Knotenelementen 4 bzw.
Kopplungselemente 5 einbetoniert sind. Da die Zugelemente 6 planmäßig
geradlinig geführt werden, treten keine bzw. nur sehr geringe
Reibungskräfte auf. Dadurch können die Zugelemente
sehr wirtschaftlich dimensioniert werden. Durch die Verwendung von
Gewindestangen als Zugelement 6.2 können kurze
Bauteile, hier die Diagonalen 2 und Pfosten 2,
sehr effektiv vorgespannt werden, da die Vorspannkraft nicht durch
Verluste bei der Verankerung der Spannglieder, z. B. durch Keilschlupf,
reduziert wird.
-
Alternativ
können als Zugelemente 6 auch andere geeignete
Ausführung, z. B. Spannelemente aus Kohlefasern oder Spannstähle
mit aufgerolltem Gewinde, verwendet werden.
-
Die
Einhängekonstruktion 7 besteht aus dem Teilelement 7.1,
das auf dem Gurt 1.1 befestigt wird und dem Teilelement 7.2,
das mit dem Aussteifungselement 3 verbunden wird. Die Einhängekonstruktion 7 besteht
aus Stahl.
-
Zur
Montage des modularen Fachwerks werden zusätzlich noch
diverse Kleinteile 8 aus Stahl, z. B. Schrauben, Muttern,
Unterlegscheiben, Dornen, Hülsen und Dübeln, benötigt.
-
In 2 sind
mögliche Ausführungsvarianten der Ausfachung der
Fachwerkkonstruktion gezeigt. Dargestellt sind ein Ständerfachwerk,
ein Strebenfachwerk und ein Strebenfachwerk mit Pfosten. Die verwendeten
Fachwerkstäbe, d. h. die Gurte 1.1, Diagonalen 2 und
Pfosten 2 sind bei allen Ausfachungsarten identisch. Die Änderung
der Geometrie des Fachwerkbinders wird allein durch das Knotenelement 4.1 realisiert.
Die Höhe des Fachwerkbinders, die Neigung der Diagonalen 2 und
der Abstand der Pfosten 2 kann ebenfalls problemlos variiert
werden. Hierfür sind nur die Seitenflächen des
Knotenelements 4.1 in einem anderen Winkel zu neigen und
die Längen der Diagonalen 2 und Pfosten 2 anzupassen.
-
Die 3 zeigt,
dass die Anwendung der erfindungsgemäßen modularen
Fachwerkkonstruktion nicht nur auf parallelgurtige Fachwerke beschränkt ist.
Es können beispielsweise auch Fachwerke mit geneigtem Gurt,
z. B. Pultdachbinder, hergestellt werden. Die Gurte 1.1,
Diagonalen 2 und Pfosten 2 sind mit der Ausführung
bei parallelgurtigen Fachwerken identisch. Die Neigung des Obergurtes 1.1 wird
durch die Neigung der Seitenfläche des Knotenelements 4.1 erreicht,
die an den Obergurt 1.1 angrenzt. Auch hier erfolgt die
Anpassung der Geometrie des Fachwerks nur durch das Knotenelement 4.1.
-
In 4 ist
der Zusammenbau einer ebenen Fachwerkscheibe beispielhaft dargestellt,
Zunächst werden die Knotenelemente 4.1 mit Diagonalen 2 verbunden.
Hierzu wird das Zugelement 6.1 durch die Aussparung in
der Diagonalen 2 hindurch geführt und im oberen
und unteren Knotenelement 4.1 befestigt. Anschließend
wird das Zugelement 6.1 mit der in der statischen Berechnung
festgelegten Kraft vorgespannt. Das Aufbringen der Vorspannung kann
am oberen oder unteren Knotenelement 4.1 erfolgen. Die
Knotenelemente 4.1 und die Diagonale 2 sind jetzt
kraft schlüssig miteinander verbunden. Danach wird der Pfosten 2 zwischen
den Knotenelementen 4.1 angeordnet und die Gurte 1.1 auf
die Knotenelemente 4.1 aufgesetzt. Abschließend
wird ein weiteres Zugelement 6.1 durch den Pfosten 2 und
die Knotenelemente 4.1 hindurch geführt und auf
den Gurten 1.1 befestigt. Jetzt wird das Zugelement 6.1 mit
der erforderlichen Kraft vorgespannt und dadurch die Gurte 1.1 mit
den Knotenelementen 4.1 bzw. den Pfosten 2 verbunden.
Alternativ bzw. ergänzend sind Klebeverbindungen zwischen
dem Knotenelement 4.1 und den angrenzenden Fachwerkstäben
möglich. Alternativ zur
-
Die
Ausführung eines Gurtstoßes ist in 5 am
Beispiel des Gurtes 1.2 gezeigt. Der Stoß wird zweckmäßig
in der Mitte zwischen zwei Fachwerkknoten angeordnet. Ober- und
Untergurt sollten um eine Feldlänge versetzt gestoßen
werden. Der Stoß wird als Stumpfstoß ausgebildet.
Damit in der Kontaktfuge zwischen den Gurten 1.2 auch Zugkräfte übertragen
werden können, wird die Fuge durch die in Längsrichtung
der Gurte 1.2 verlaufenden Zugelemente 6.2 vorgespannt.
Die Zugelemente 6.2 laufen ungestoßen über
die Stoßfuge hinweg. In einem begrenzten Umfang können
in der Kontaktfuge Schubkräfte über die infolge
Vorspannung aktivierten Reibungskräfte übertragen
werden. Zur Erhöhung der Schubtragfähigkeit der
Kontaktfuge können Dornen 8 oder Hülsen 8 aus
Stahl verwendet werden, die in die Gurte über Bohrungen
in den Gurtstirnflächen eingelassen werden.
-
Zur
Erhöhung der Tragfähigkeit der Kontaktfuge kann
diese profiliert, mechanisch bearbeitet und/oder mit geeigneten
Klebstoffen verklebt werden.
-
Eine
Möglichkeit zur Kopplung komplett vormontierter Fachwerksegmente
ist in 6 abgebildet. Hierzu wird im Randbereich das Knotenelement 4.1 durch
das Knotenelement 4.2 ersetzt. Die Gurte 1.1 und 1.2 kragen
etwas über das Knotenelement 4.2 aus. Dadurch
sind die vormontierten Segmente nur durch Kontakt zwischen den Gurten 1.1 bzw. 1.2 miteinander
verbunden. Durch die in Gurtlängsrichtung verlaufenden
Zugelemente 6.2 werden die vormontierten Segmente miteinander
verspannt. Zur Übertragung von Schubkräften werden
Dornen 8 verwendet, die über Bohrungen in die
Stirnflächen der Gurte 1.1 und 1.2 eingelassen
werden. Zur Erhöhung der Tragfähigkeit der Kontaktfuge
kann diese profiliert, mechanisch bearbeitet und/oder mit geeigneten Klebstoffen
verklebt werden.
-
Die 7 zeigt
eine mögliche Ausbildung des Anschlusses eines Nebentragsystems
an das Haupttragsystem. Im abgebildeten Beispiel besteht auch das
Nebentragsystem aus einem modularen Fachwerk. Das Fachwerk des Nebentragsystems
besitzt im Endfeld einen leicht auskragenden Obergurt, mit dem das
Nebentragsystem auf dem Haupttragsystem aufgelagert wird. Das Kopplungselement 5.1 wird
an den Knotenpunkten, an denen das Nebentragsystem angeschlossen
werden soll, als zusätzliches Element in das Haupttragsystem
integriert. Das Kopplungselement 5.1 wird mit dem Pfosten 2,
den Knotenelementen 4.1 und den Gurten 1.1 mit
Hilfe des Zugelements 6.1 verbunden. Auf dem Kopplungselement 5.1 wird
das Nebentragsystem aufgelagert. Zur Lagesicherung des Nebentragsystems wird
z. B. eine Schraube oder ein Bolzen durch den Obergurt des Nebentragsystems
geführt und im Kopplungselement 5.1 verankert.
-
8 zeigt
eine Möglichkeit, ein Aussteifungssystem mit Hilfe des
Kopplungselements 5.2 an das Haupttragsystem anzuschließen.
Das Kopplungselement 5.2 wird an den Knotenpunkten angeordnet,
an denen das Aussteifungssystem an das Haupttragsystem angeschlossen
werden soll. Hierzu wird der Obergurt 1.1 oberhalb des
Knotenelements 4.1 unterbrochen, um das Kopplungselement 5.2 einsetzen
zu können. Das Kopplungselement 5.2 wird mit den
Knotenelementen 4.1, dem Pfosten 2 und dem Untergurt 1.1 mit
Hilfe des Zugelements 6.1 verbunden. Danach wird der Obergurt 1.1 mit
Hilfe der Zugelemente 6.2 mit dem Kopplungselement 5.2 verspannt.
Das Aussteifungselement 3 wird mit dem Kopplungselement 5.2 mit
Hilfe eines Kontaktstoßes verbunden. Die Kontaktfuge wird
mit Hilfe von Schrauben 8 und Dornen 8, die im
Koppelungselement 5.2 und Aussteifungselement 3 verankert
werden, vorgespannt. Dadurch sind in der Kontaktfuge auch Zug- und
Schubkräfte übertragbar.
-
Ein
Aussteifungssystem kann auch, wie in 9 gezeigt,
mit Hilfe einer Einhängekonstruktion 7 aus Stahl
an das Haupttragsystem angeschlossen werden. Das Einhängeelement 7.1 wird
am Haupttragsystem auf dem Gurt 1.1 mit Hilfe des Zugelements 6.1 befestigt.
Das Element 7.1 besitzt auf einer bzw. zwei Seiten einen
konsolartigen Auflagerpunkt. Das Einhängeelement 7.2 wird,
z. B. mit Schrauben 8 und Spreizdübeln 8,
am Aussteifungselement 3 angeschlossen. Am Element 7.2 ist
das Gegenstück zum konsolartigen Auflagerpunkt des Elements 7.1 vorhanden.
-
Beim
Einhängen des Aussteifungsträgers 3 greifen
der konsolartige Auflagerpunkt am Element 7.1 und das Gegenstück
am Element 7.2 ineinander und bilden eine kraftschlüssige
Verbindung zwischen dem Kopplungselement 5.2 und dem Aussteifungselement 3.
-
Die 10 zeigt
ein Beispiel, wie mit Hilfe des Knotenelements 4.3 und
des Kopplungselements 5.3 ein Trägerrostsystem
aus ebenen Fachwerkscheiben hergestellt werden kann. Hierzu werden
am Kreuzungspunkt das Knotenelement 4.3 und das Kopplungselement 5.3 in
die Fachwerkkonstruktion integriert. Das Knotenelement 4.3 und
das Koppelungselement 5.3 werden bei der Montage der in die
Richtung 1 orientierten Fachwerkscheibe in das System eingebaut.
Hierzu werden die Diagonalen 2 der in die Richtung 1 orientierten
Fachwerkscheibe mit Hilfe des Zugelements 6.1 mit dem Knotenelement 4.1 bzw. 4.3 verbunden.
Die Verbindung des Knotenelements 4.3 und des Kopplungselements 5.3 mit
dem Pfosten 2 bzw. dem Knotenelement 4.1 erfolgt
mit einem weiteren Zugelement 6.1. Die Gurte 1.1 werden
durch die Kopplungselemente 5.3 und die in Längsrichtung
der Gurte verlaufenden Zugelemente 6.2 miteinander verbunden.
Die in die Richtung 2 orientierten Fachwerkscheiben werden
vormontiert in das System eingehängt. Deshalb sind bei
diesen Fachwerkscheiben im Randbereich kein Pfosten 2 und
keine Knotenelemente 4.1 vorhanden. Die Diagonalen 2 der
in die Richtung 2 orientierten Fachwerkscheiben werden
mit Dornen 8 mit dem Knotenelement 4.3 verbunden.
Die Verbindung der Gurte 1.1 der in die Richtung 2 orientierten
Fachwerkscheiben erfolgt mit dem Kopplungselement 5.3 und
den Zugelementen 6.2.
-
Die
vorliegende Erfindung ist nicht auf die dargstellten Ausführungsvarianten
beschränkt. Insbesondere können die in 2 bis 10 dargestellten
Ausführungsbeispiele miteinander kombiniert werden. Weiterhin
können die in 1 dargestellten Elemente durch
funktionell gleichwertige, aber in der Geometrie abgewandelte Elemente
ergänzt bzw. ersetzt werden.
-
Literatur
-
- [1] Entwicklungsgemeinschaft Holzbau
in der Deutschen Gesellschaft für Holzforschung (Hrsg.):
Holzbau Handbuch, Reihe 1 Entwurf und Konstruktion, Teil 2 Sportund
Freizeitbauten, Folge 1 Mehrzweckhallen. Informationsdienst Holz,
München, 1983
- [2] Stahl-Informations-Zentrum (Hrsg.): Hallen aus Stahl.
Dokumentation 534, 1. Aufl., Düsseldorf, 1997
- [3] Mangerig, I., Zapfe, C.: Stahlhallen. Stahlbaukalender
2003, Ernst & Sohn,
Berlin, 2003, S. 497–583
- [4] Dauner, H.-G.: Moderner Verbundbrückenbau
in der Schweiz. Bauingenieur 77 (März 2002), S. 126–131
- [5] Eilzer, W., Angelmaier, V.: Talbrücke Korntal-Münchingen – Ein
Beispiel für eine Rohrfachwerk-Verbundbrücke.
in: Dehn, F., Holschemacher, K., Tue, N.V. (Hrsg.): Neue Entwicklungen
im Brückenbau. Innovationen im Bauwesen. Beiträge
aus Wissenschaft und Praxis, 1. Aufl., Bauwerk Verlag, Berlin, 2004,
S. 297–318
- [6] Stahl-Informations-Zentrum (Hrsg.): Fussgängerbrücken
aus Stahl. Dokumentation 577, 1. Aufl., Düsseldorf, 2004
- [7] Seifried, G., Schäfer, A.: Drei Überführungsbauwerke über
die Bundesautobahn A 8 bei Pforzheim. Stahlbau 72 (Heft 2003), Heft
6, S. 426–431
- [8] Müller-Donges, R., Steinmann, R.: Hangars
für Flugzeuge. Stahlbau 73 (2004), S. 801–810
- [9] Petersen, Ch.: Stahlbau, Grundlagen der Berechnung
und bauliche Ausbildung von Stahlbauten. 3. Aufl., Vieweg Verlag,
Braunschweig, 1993, S. 693–712
-
[10] Schlaich,
J., Schober, H.: Rohrknoten aus Stahlguss, Stahlbau 68 (1999), Heft
8, S. 652–665
-
[11] Tue,
N.V., Küchler, M.: Knotengestaltung hybrider Fachwerkkonstruktionen,
Bautechnik 83 (2006), Heft 5, S. 315–324
-
[12] Mengeringhausen,
M.: Komposition im Raum. Raumfachwerk aus Stäben und Knoten.
Bauverlag, Wiesbaden, 1975
-
[13] Mengeringhausen,
M.: Verbindung von Rohrstäben und knotenbildenden Verbindungsstücken,
insbesondere für zerlegbare Fachwerkkonstruktionen, Deutsches
Reichspatent v. 12.03.1943 und Deutsches Bundespatent v. 12.03.1953
(DBP Nr. 874 657)
-
[14] Mönck,
W.: Holzbau, Grundlagen für Bemessung und Konstruktion,
12. Aufl., Verlag für Bauwesen, Berlin, 1995, S. 275–289
-
[15] Arbeitsgemeinschaft
Holz e. V. (Hrsg.): Holzbauatlas Zwei, 2. Aufl., Fachverlag Holz
der Arbeitsgemeinschaft Holz, Düsseldorf, 1996, S. 104–121
-
[16] v.
Emperger, F.: Handbuch für Eisenbetonbau. Band 4, Verlag
Ernst & Sohn,
Berlin, 1909, S. 410–415
-
[17] Baumann,
E.: Aus Druck- und Zugelementen gebildetes flächenhaftes
oder räumliches Fachwerk, Patentschrift Nr. 275117 v. 10.10.1969, Österreichisches
Patentamt,
-
[18] Koncz,
T.: Handbuch der Fertigteilbauweise,. Band 2., 2. Aufl., Bauverlag,
Wiesbaden, 1967, S. 127–188
-
[19] Schmalhofer,
O.: Hallen aus Beton-Fertigteilen. Ernst & Sohn, Berlin, 1995, S. 192–196
-
[20] Ludwig,
H.-M., Thiel, R.: Dauerhaftigkeit von UFHB. in: König,
G., Holschemacher, K., Dehn, F. (Hrsg.): Ultrahochfester Beton.
Innovationen im Bauwesen. Beträge aus Wissenschaft und
Praxis, 1. Aufl., Bauwerk Verlag, Berlin, 2003, S. 89–106
-
ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
-
Diese Liste
der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde automatisiert
erzeugt und ist ausschließlich zur besseren Information
des Lesers aufgenommen. Die Liste ist nicht Bestandteil der deutschen
Patent- bzw. Gebrauchsmusteranmeldung. Das DPMA übernimmt
keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.
-
Zitierte Nicht-Patentliteratur
-
- - Entwicklungsgemeinschaft
Holzbau in der Deutschen Gesellschaft für Holzforschung
(Hrsg.): Holzbau Handbuch, Reihe 1 Entwurf und Konstruktion, Teil
2 Sportund Freizeitbauten, Folge 1 Mehrzweckhallen. Informationsdienst
Holz, München, 1983 [0072]
- - Stahl-Informations-Zentrum (Hrsg.): Hallen aus Stahl. Dokumentation
534, 1. Aufl., Düsseldorf, 1997 [0072]
- - Mangerig, I., Zapfe, C.: Stahlhallen. Stahlbaukalender 2003,
Ernst & Sohn,
Berlin, 2003, S. 497–583 [0072]
- - Dauner, H.-G.: Moderner Verbundbrückenbau in der
Schweiz. Bauingenieur 77 (März 2002), S. 126–131 [0072]
- - Eilzer, W., Angelmaier, V.: Talbrücke Korntal-Münchingen – Ein
Beispiel für eine Rohrfachwerk-Verbundbrücke.
in: Dehn, F., Holschemacher, K., Tue, N.V. (Hrsg.): Neue Entwicklungen im
Brückenbau. Innovationen im Bauwesen. Beiträge
aus Wissenschaft und Praxis, 1. Aufl., Bauwerk Verlag, Berlin, 2004,
S. 297–318 [0072]
- - Stahl-Informations-Zentrum (Hrsg.): Fussgängerbrücken
aus Stahl. Dokumentation 577, 1. Aufl., Düsseldorf, 2004 [0072]
- - Seifried, G., Schäfer, A.: Drei Überführungsbauwerke über
die Bundesautobahn A 8 bei Pforzheim. Stahlbau 72 (Heft 2003), Heft
6, S. 426–431 [0072]
- - Müller-Donges, R., Steinmann, R.: Hangars für Flugzeuge.
Stahlbau 73 (2004), S. 801–810 [0072]
- - Petersen, Ch.: Stahlbau, Grundlagen der Berechnung und bauliche
Ausbildung von Stahlbauten. 3. Aufl., Vieweg Verlag, Braunschweig,
1993, S. 693–712 [0072]
- - Schlaich, J., Schober, H.: Rohrknoten aus Stahlguss, Stahlbau
68 (1999), Heft 8, S. 652–665 [0073]
- - Tue, N.V., Küchler, M.: Knotengestaltung hybrider
Fachwerkkonstruktionen, Bautechnik 83 (2006), Heft 5, S. 315–324 [0074]
- - Mengeringhausen, M.: Komposition im Raum. Raumfachwerk aus
Stäben und Knoten. Bauverlag, Wiesbaden, 1975 [0075]
- - Mengeringhausen, M.: Verbindung von Rohrstäben und
knotenbildenden Verbindungsstücken, insbesondere für
zerlegbare Fachwerkkonstruktionen, Deutsches Reichspatent v. 12.03.1943
und Deutsches Bundespatent v. 12.03.1953 (DBP Nr. 874 657) [0076]
- - Mönck, W.: Holzbau, Grundlagen für Bemessung
und Konstruktion, 12. Aufl., Verlag für Bauwesen, Berlin,
1995, S. 275–289 [0077]
- - Arbeitsgemeinschaft Holz e. V. (Hrsg.): Holzbauatlas Zwei,
2. Aufl., Fachverlag Holz der Arbeitsgemeinschaft Holz, Düsseldorf,
1996, S. 104–121 [0078]
- - v. Emperger, F.: Handbuch für Eisenbetonbau. Band
4, Verlag Ernst & Sohn,
Berlin, 1909, S. 410–415 [0079]
- - Baumann, E.: Aus Druck- und Zugelementen gebildetes flächenhaftes
oder räumliches Fachwerk, Patentschrift Nr. 275117 v. 10.10.1969, Österreichisches
Patentamt [0080]
- - Koncz, T.: Handbuch der Fertigteilbauweise,. Band 2., 2. Aufl.,
Bauverlag, Wiesbaden, 1967, S. 127–188 [0081]
- - Schmalhofer, O.: Hallen aus Beton-Fertigteilen. Ernst & Sohn, Berlin,
1995, S. 192–196 [0082]
- - Ludwig, H.-M., Thiel, R.: Dauerhaftigkeit von UFHB. in: König,
G., Holschemacher, K., Dehn, F. (Hrsg.): Ultrahochfester Beton.
Innovationen im Bauwesen. Beträge aus Wissenschaft und
Praxis, 1. Aufl., Bauwerk Verlag, Berlin, 2003, S. 89–106 [0083]