DE102006056562A1 - Wertkarte sowie Verfahren zur Durchführung einer elektronischen Zahlung - Google Patents
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Abstract
Die Erfindung betrifft eine Wertkarte mit einer aus leitfähigen organischen Polymeren bestehenden Codeanordnung, die durch das Vorhandensein bzw. Nichode gebildet wird, die einen ersten Teil eines Kondensators bildet, und wobei die Codeanordnung außerdem derart ausgebildet ist, dass sie mit einem Lesegerät kapazitiv auslesbar ist. Bei der Durchführung einer elektronischen Zahlung mit einer solchen Wertkarte wird die einen bestimmten Geldwert symbolisierende Codeanordnung kapazitiv mittels eines Lesegerätes ausgelesen. Anschließend wird ein der Codeanordnung entsprechender elektronischer Code über ein Kommunikationsnetz zur Bewirkung einer elektronischen Zahlung übermittelt und die Wertkarte entwertet.
Description
- Die Erfindung betrifft eine Wertkarte sowie ein Verfahren zur Durchführung einer elektronischen Zahlung mit einer solchen Wertkarte.
- Elektronische Zahlungsmöglichkeiten sind inzwischen von zentraler wirtschaftlicher Bedeutung. Typischerweise werden heute sogenannte „smartcards" eingesetzt, bei denen entweder mit Hilfe eines Mikrochips oder eines Magnetstreifens ein Nummerncode gespeichert wird, anhand dessen dann Zahlungsvorgänge gesteuert werden können. Neben Vorteilen sind mit diesem Konzept auch viele Nachteile verbunden, die sich insbesondere bei kleineren Zahlbeträgen im Internethandel („micro payment") wirtschaftlich sehr nachteilig auswirken.
- Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Wertkarte anzugeben, mit der auf einfache Art und Weise eine elektronische Zahlung durchgeführt werden kann.
- Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch die Merkmale der Ansprüche 1 und 7 gelöst.
- Die erfindungsgemäße Wertkarte weist eine aus leitfähigen organischen Polymeren bestehende Codeanordnung auf, die durch das Vorhandensein bzw. Nichtvorhandensein von wenigstens einer Speicherelektrode gebildet wird, die einen ersten Teil eines Kondensators bildet, wobei die Codeanordnung weiterhin so ausgebildet ist, dass sie mit einem Lesegerät kapazitiv auslesbar ist.
- Das erfindungsgemäße Verfahren zur Durchführung einer elektronischen Zahlung mit einer solchen Wertkarte erfolgt im Wesentlichen dadurch, dass die einen bestimmten Geldwert symbolisierende Codeanordnung mittels des Lesegeräts kapazitiv ausgelesen wird und ein der Codeanordnung entsprechender elektronischer Code über ein Kommunikationsnetz, insbesondere das Internet zur Bewirkung einer elektronischen Zahlung übermittelt wird und anschließend die Wertkarte entwertet wird.
- Mit diesem Verfahren lassen sich Geldwerte mit minimalem EDV-Aufwand dezentral transferieren. Es ist insbesondere eine einfache elektronische Zahlung von zuhause möglich.
- Weitere Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.
- Die Codeanordnung symbolisiert einen bestimmten Geldwert, die bei der Herstellung zweckmäßigerweise durch ein Massendruckverfahren, insbesondere durch ein Hoch-, Tief- oder Flachdruckverfahren erzeugt wird. Die Speicherelektroden werden dabei auf ein flexibles Substrat, wie Papier oder Folie aufgedruckt.
- Gemäß einem bevorzugten Ausführungsbeispiel ist die Codeanordnung oberflächig unsichtbar zwischen zwei Substraten angeordnet. Die Entwertung der Wertkarte kann beispielsweise durch einen hohen Strom- bzw. Spannungsimpuls erfolgen, der zu einer Veränderung der Codeanordnung führt. Es wäre aber auch denkbar, dass jeder Wertkarte eine einzigartige Codeanordnung zugeordnet ist, die in einer Datenbank hinterlegt ist, wobei die Entwertung der Wertkarte durch eine entsprechende Eintragung in der Datenbank erfolgt.
- Weitere Vorteile und Ausgestaltungen der Erfindung werden im Folgenden anhand der Beschreibung und der Zeichnung näher erläutert.
- In der Zeichnung zeigen
-
1 eine schematische Schnittdarstellung einer Wertkarte längs der Linie A-A der2 , -
2 eine Schnittdarstellung der Wertkarte längs der Linie B-B der1 und -
3 ein Blockschaltbild zur Veranschaulichung des Verfahrens zur Durchführung einer elektronischen Zahlung. - Die in
1 dargestellte Wertkarte1 weist eine aus leitfähigen organischen Polymeren bestehende, einen bestimmten Geldwert symbolisierende Codeanordnung2 auf, wobei die Codeanordnung durch mehrere Speicherelektroden20 ,21 ,22 gebildet wird, die fingerartig von einer gemeinsamen Basisfläche23 abstehen. - Die Codeanordnung
2 wurde auf ein Substrat24 gedruckt, wobei insbesondere ein Massendruckverfahren, wie das Hoch-, Tief- oder Flachdruckverfahren zur Anwendung kommt. Als Substrat24 kommt insbesondere ein flexibles Substrat, wie Papier oder Folie in Betracht, wobei dieses Substrat gleichzeitig als Dielektrikum wirkt. - Im dargestellten Ausführungsbeispiel gemäß
2 ist die Codeanordnung2 oberflächig unsichtbar zwischen zwei Substraten24 ,25 angeordnet, wodurch die Codeanordnung vor Beschädigungen und Manipulationen geschützt ist. - Bei der beispielhaft dargestellten Codeanordnung sind bis zur
6 Speicherelektroden denkbar. Im dargestellten Ausführungsbeispiel sind jedoch lediglich der erste, dritte und sechste Finger als Speicherelektrode ausgebildet, während die dazwischen liegenden Elektrodenflächen26 ,27 und28 keine Verbindung zur Basisfläche23 aufweisen. Es wäre natürlich auch denkbar, dass diese Elektrodenflächen überhaupt nicht vorhanden sind. Bei einer Codeanordnung mit bis zu sechs Speicherelektroden können somit 26 = 64 verschiedene Codeanordnungen realisiert werden. Mit einer entsprechend höheren Anzahl an Speicherelektroden können somit die denkbaren Codeanordnungen entsprechend erhöht werden. - Als leitfähige Polymere kommen beispielsweise Polythiophen, Polyanilin und Polypyrrol, PEDOT oder PANI in Betracht. Durch Verwendung von Massendruckverfahren kann die Wertkarte in großer Anzahl sowie auf sehr schnelle und kostengünstige Weise hergestellt werden.
- Die Codeanordnung
2 ist derart ausgebildet, dass sie mit einem Lesegerät3 kapazitiv auslesbar ist (siehe3 ). Das Lesegerät3 weist im Wesentlichen wenigstens eine Einkoppelelektrode30 und wenigstens eine Leseelektrode31 auf, wobei zum Lesen der Codeanordnung die Wertkarte2 und das Lesegerät3 derart miteinander koppelbar sind, dass die Einkoppelelektrode30 und die Speicherelektrode20 einen ersten Kondensator und die Leseelektrode31 und die Speicherelektrode20 einen zweiten Kondensator bilden. Weiterhin weist das Lesegerät Mittel32 zur Erzeugung eines digitalen Spannungssprung an der Einkoppelelektrode30 sowie Mittel33 zum Vergleichen des an der Leseelektrode31 entstehenden Spannungssprungs mit einer Referenzspannung auf. Die Mittel33 können insbesondere einen Operationsverstärker33a und einen Filter33b umfassen. Weiterhin kann das Lesegerät3 einen Mikroprozessor34 aufweisen, der mit den Mittel32 zur Erzeugung eines digitalen Spannungssprung und den Mitteln33 zum Vergleichen des an der Leseelektrode31 entstehenden Spannungssprungs in Verbindung steht bzw. deren Aufgaben ganz oder teilweise übernimmt. Das Lesegerät3 ist außerdem über einen USB-Anschluss an einen Rechner4 angeschlossen. - Bei der Durchführung einer elektronischen Zahlung mit der obenbeschriebenen Wertkarte wird zunächst die einen bestimmten Geldwert symbolisierende Codeanordnung
2 mittels des Lesegerätes3 kapazitiv ausgelesen. Anschließend wird ein der Codeanordnung entsprechender elektronischer Code über ein Kommunikationsnetz, insbesondere das Internet zur Bewirkung einer elektronischen Zahlung übermittelt. - Die Entwertung der Wertkarte kann beispielsweise durch einen hohen Strom-/Spannungsimpuls erfolgen, der über das Lesegerät der Wertkarte
1 zugeführt wird. Dieser Strom-/Spannungsimpuls führt dann an geeigneter Stelle zu einer Unterbrechung innerhalb der Codeanordnung, sodass die Wertkarte vom Lesegerät als entwertet erkannt werden kann. - Gemäß einer anderen Ausführungsform der Wertkarte ist jeder Wertkarte eine einzigartige Codeanordnung zugeordnet. Jede diese einzigartigen Codeanordnungen ist außerdem in einer Datenbank
5 hinterlegt, wobei die Entwertung der Wertkarte durch eine entsprechende Eintragung in der Datenbank5 erfolgt. Vor Abwicklung einer elektronischen Zahlung wird daher überprüft, ob diese Wertkarte bereits verwendet bzw. entwertet worden ist. - Die Verwendung von leitfähigen organischen Polymeren ermöglicht eine kostengünstige und massenhafte Herstellung der Wertkarten. Die kapazitive Auslesbarkeit der Codeanordnung erlaubt eine unsichtbare Anordnung der Codeanordnung zwischen zwei Substraten, wodurch Manipulationen und Beschädigungen weitgehend vermieden werden können.
Claims (9)
- Wertkarte (
1 ) mit einer aus leitfähigen organischen Polymeren bestehenden Codeanordnung (2 ), dadurch gekennzeichnet, dass die Codeanordnung durch das Vorhandensein bzw. Nichtvorhandensein von wenigstens einer Speicherelektrode (21 ,22 ,23 ) gebildet wird, die einen ersten Teil eines Kondensators bildet und die Codeanordnung derart ausgebildet ist, dass sie mit einem Lesegerät (3 ) kapazitiv auslesbar ist. - Wertkarte nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Codeanordnung (
2 ) einen bestimmten Geldwert symbolisiert. - Wertkarte nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass jeder Wertkarte eine einzigartige Codeanordnung (
2 ) zugeordnet ist. - Wertkarte nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Codeanordnung (
2 ) durch ein Massendruckverfahren, insbesondere durch ein Hoch-, Tief- oder Flachdruckverfahren erzeugt ist. - Wertkarte nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Speicherelektroden (
21 ,22 ,23 ) auf ein flexibles Substrat (24 ,25 ), wie Papier oder Folie, aufgebracht sind. - Wertkarte nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Codeanordnung (
2 ) oberflächlich unsichtbar zwischen zwei Substraten (24 ,25 ) angeordnet ist. - Verfahren zur Durchführung einer elektronischen Zahlung mit einer Wertkarte (
1 ) gemäß einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprache, mit folgenden Verfahrensschritten: a. Kapazitives Auslesen der einen bestimmten Geldwert symbolisierenden Codeanordnung (2 ) mittels eines Lesegerätes (3 ), b. Übermittlung eines der Codeanordnung (2 ) entsprechenden elektronischen Code über ein Kommunikationsnetz, insbesondere das Internet zur Bewirkung einer elektronischen Zahlung, c. Entwerten der Wertkarte (1 ). - Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Wertkarte (
1 ) beim Entwerten mit einem hohen Strom-/Spannungsimpuls beaufschlagt wird. - Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass jeder Wertkarte (
1 ) eine einzigartige Codeanordnung (2 ) zugeordnet ist, die in einer Datenbank (5 ) hinterlegt ist, wobei die Entwertung der Wertkarte durch eine entsprechende Eintragung in der Datenbank erfolgt.
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