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Die
Erfindung betrifft ein Thermoöl-Backofensystem
gemäß dem Oberbegriff
des Patentanspruchs 1.
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Thermoöl-Backöfen haben
sich in industriellen Backanlagen und großen Bäckereien hervorragend zur effizienten
Herstellung qualitativ hochwertiger Backwaren bewährt. Thermoöl hat eine
sehr viel höhere
Wärmespeicherkapazität als andere
Medien wie Rauchgas und Heißluft.
In einem Thermoöl-Backofen, bei dem
aufgeheiztes Öl
mit einer Temperatur in der Größenordnung
von 300°C
durch Radiatoren innerhalb des Backraums geleitet wird, läßt sich
sehr zielsicher eine konstante Backraumtemperatur einstellen. Aufgrund
der hohen Wärmespeicherkapazität des Thermoöls bleibt
die Backraumtemperatur beim Einbringen neuer Teiglinge und bei der Entnahme
der fertigen Backwaren weitgehend konstant. Aus diesem Grund werden
auch Durchlauföfen,
bei denen die Teiglinge kontinuierlich auf einem Transportband durch
einen beheizten Backraum transportiert werden, vorzugsweise mit
Thermoöl
beheizt. Thermoöl-Backöfen sind
bei einer großen Backfläche auch
energetisch günstiger
als andere Backofen-Systeme, was zur Reduktion der Herstellkosten
für die
Backwaren führt.
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Die
hohe Wärmespeicherkapazität des Thermoöl-Backofens
führt allerdings
zu Nachteilen bei der Temperaturführung. Wenn beispielsweise
die Temperatur im Backraum gesenkt werden muß, um empfindlichere Backwaren
(z.B. Kuchen oder Croissants) zu backen, nimmt der Vorgang der Temperatursenkung
bei Thermoöl-Backöfen sehr
lange Zeit, oft mehrere Stunden, in Anspruch. Der Bäcker muß daher
sorgsam die Abfolge aufeinanderfolgender Backvorgänge planen,
um große
Temperaturreduktionen beim Übergang
von einer Backware auf die andere zu vermeiden. Wenn durch unvorhersehbare Vorkommnisse
ein Absenken der Temperatur erforderlich ist, kann hierdurch der
Produktionsvorgang empfindlich verzögert werden.
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Aus
der
deutschen Patentschrift 98958 ist eine
Temperatur-Regelungsvorrichtung
für Backöfen bekannt,
bei der in dem Ofen zirkulierendes Wasser bei Bedarf außerhalb
des Ofens transportiert werden und abgekühlt werden kann, um dem Backraum rasch
Wärme zu
entziehen. Ein derartiges System ist bei einem Thermoöl-Ofen nicht
einsetzbar, da das Thermoöl
Temperaturen in der Größenordnung
von 300°C
erzeugt und Wasser bei diesen Temperaturen einen zu hohen Druck
aufweist, um durch ein herkömmliches
Rohrleitungssystem geleitet zu werden. Das Wasser würde in dem
Rohrsystem des Ofens während
des Aufheizens verdampfen. Der Dampf hat keine hinreichende Wärmespeicherkapazität, um eine
wirksame Kühlung
zu erzielen.
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Aufgabe
der Erfindung ist es, ein Thermoöl-Backofensystem
derart weiterzubilden, daß eine optimale
Temperaturführung
möglich
wird.
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Diese
Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die
Merkmale des Patentanspruchs 1 gelöst.
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Die
Erfindung betrifft also ein Thermoöl-Backofensystem mit einem
primären Ölkreislauf, der
einen Brenner zum Erhitzen des Thermoöls und eine Ölpumpe aufweist,
und mit einem sekundären Ölkreislauf,
der durch Ölführungskanäle in mindestens
einem Radiator verläuft,
wobei der Radiator innerhalb eines Backraums angeordnet ist und
wobei zwischen dem primären
und dem sekundären Ölkreislauf
mindestens ein durch einen motorischen Antrieb betätigbares
erstes Steuerventil angeordnet ist, das von einer ersten, den primären von
dem sekundären Ölkreislauf
trennenden Schaltstellung in eine zweite Schaltstellung verstellbar
ist, in der der sekundäre Ölkreislauf
mit dem primären Ölkreislauf verbunden
ist.
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Zur
Lösung
der erfindungsgemäßen Aufgabe
weist das System einen Kühlkreislauf
und mindestens ein durch einen motorischen Antrieb betätigbares
zweites Steuerventil auf, das zwischen dem sekundären Ölkreislauf
und dem Kühlkreislauf
angeordnet ist und das von einer ersten, den sekundären Ölkreislauf
von dem Kühlkreislauf
trennenden Schaltstellung in eine zweite Schaltstellung verstellbar
ist, in der dem sekundären Ölkreislauf
Thermoöl
aus dem Kühlkreislauf
zugeführt
wird.
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Dadurch,
daß ein
Kühlkreislauf über ein
motorisch betätigbares
zweites Steuerventil mit dem sekundären Ölkreislauf des Backraums verbunden
werden kann, kann analog zur Steuerung für das Aufheizen des Backraums
eine schnelle Abkühlung
des Backraums durchgeführt
werden. Das Aufheizen des Backraums erfolgt üblicherweise durch Verbinden des
sekundären Ölkreislaufs,
der durch den Radiator des Backraums führt, mit dem primären Ölkreislauf, in
dem das erhitzte Thermoöl
zirkuliert. Das erste Steuerventil bleibt solange in der zweiten
Schaltstellung, bis die Solltemperatur erreicht wird.
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Analog
wird das zweite Steuerventil bei voneinander getrennten primären und
sekundären Ölkreisläufen in
die zweite Schaltstellung verfahren, wenn eine möglichst schnelle Absenkung
der Ofentemperatur erwünscht
ist. In dieser zweiten Schaltstellung des zweiten Steuerventils
wird dem sekundären Ölkreislauf,
welcher den Radiator im Backraum durchfließt, das gekühlte Thermoöl aus dem Kühlkreislauf zugeführt.
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Je
nach Ausbildung des Kühlkreislaufs
können
hierdurch die Abkühlzeiten
erheblich reduziert werden. Wogegen die natürliche Abkühlung eines Thermoöl-Ofens
durch Wärmeverlust
an die Umgebung kaum 40°C
pro Stunde beträgt,
kann mit Zwangskühlung
des Thermoöls
die Abkühlung
auf 80°C
in einem Zeitraum von 20 Minuten beschleunigt werden. Dabei wird
jeweils von einer Ausgangstemperatur von 280°C ausgegangen. Mit anderen Worten
kühlt ein
herkömmlicher
Thermoölofen
von 280°C innerhalb
von 30 Min auf etwa 250°C.
Mit der erfindungsgemäßen Zwangskühlung kann
in weniger als 20 Min eine Abkühlung
auf 200°C
erreicht werden.
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Die
Zwangskühlung
des Thermoöls
ermöglicht
völlig
neue Betriebsmöglichkeiten
eines mit Thermoöl
beheizten Backofens.
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Zum
Beispiel kann der Backraum in einer Anfangsphase auf einer hohen
Temperatur gehalten werden, um eine Krustenbildung der Backware
zu beschleunigen. Nach einem Zeitraum von 10 Minuten kann die Backraumtemperatur
durch die Zwangskühlung
des Thermoöls
erheblich reduziert werden, um ein Austrocknen oder Verbrennen der
Backware zu vermeiden.
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Außerdem ist
es möglich,
in relativ schneller Folge Backwaren mit unterschiedlichen Backraumtemperaturen
zu backen. Wenn die folgende Backware eine höhere Backtemperatur als die
vorangehende Backware hat, ist das bereits bei herkömmlichen Öfen durch
Erhitzen mittels des Thermoöls
problemlos möglich.
Wenn dagegen die zweite Backware eine sehr viel niedrigere Backraumtemperatur
erfordert, war bisher ein schnelles Abkühlen nicht möglich. Es
mußte
gewartet werden, bis der Backraum durch Wärmeverlust an die Umgebung
die vorgegebene Backtemperatur erreicht hat. Die Wartezeit wird durch
die erfindungsgemäße Kühlung erheblich
reduziert.
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Bei
Etagenöfen,
bei denen verschiedene Backherde übereinander angeordnet sind
und einzelne Herde oder Herdgruppen jeweils einen getrennten sekundären Ölkreislauf
aufweisen, ist es auch möglich,
mit hoher Geschwindigkeit unterschiedliche Backraumtemperaturen
unterschiedlicher Herde und Herdgruppen einzustellen. Bislang wurde
die Backraumtemperatur einer ersten Herdgruppe wesentlich durch
die Backraumtemperatur einer zweiten Herdgruppe beeinflußt. Mit
dem neuen System lassen sich unterschiedliche Temperaturen einstellen.
Wenn die Gefahr besteht, daß der
Radiator der ersten Herdgruppe die Temperatur in der zweiten Herdgruppe übermäßig steigert,
kann die zweite Herdgruppe durch den dort befindlichen Radiator
gekühlt
werden.
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Ferner
können
verschiedene Temperaturen als Oberhitze und Unterhitze eingestellt
werden, wenn der Radiator unterhalb der Backwaren durch einen anderen
Sekundär-Ölkreislauf
gespeist wird als der Radiator oberhalb der Backwaren.
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Bei
Durchlauföfen,
bei denen die Backwaren mit einem Transportband durch einen langen
Backraum transportiert werden, können
aufeinanderfolgende Temperaturzonen realisiert werden. Einem ersten
Radiator in einer ersten Temperaturzone kann erhitztes Thermoöl zugeführt werden.
Einem darauf folgenden Radiator in einer zweiten Temperaturzone, deren
Sollwert niedriger als der der ersten Temperaturzone ist, kann gekühltes Thermoöl zugeführt werden.
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Der
Kühlkreislauf
kann in der Praxis einen Wärmetauscher
aufweisen, der in einem offenen Behälter mit einer verdampfbaren
Kühlflüssigkeit
angeordnet ist. Die verdampfbare Kühlflüssigkeit ist vorzugsweise Wasser.
Im Vergleich zum Erwärmen
von Wasser läßt sich
dem Backraum durch das Abkühlen des
Thermoöls
durch das Verdampfen von Wasser eine sehr viel größere Energiemenge
entziehen. Da das Thermoöl
in dem Ofen eine Temperatur zwischen 250°C und 300°C aufweist, kann das Thermoöl durch das
Verdampfen von Wasser grundsätzlich
auf eine Temperatur nahe 100°C
abgekühlt
werden. Dies reicht aus, um für
den Backvorgang vorteilhafte Temperatursenkungen in relativ kurzer
Zeit zu realisieren. Wogegen die Energieabfuhr durch Erwärmen von Wasser
relativ beschränkt
ist, kann die Energieabfuhr durch Verdampfen von Wasser weitgehend
unbeschränkt
durchgeführt
werden.
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In
der Praxis kann in dem Bereich der Behälteröffnung ein Kondensator angeordnet
sein. Der Kondensator, z.B. eine sogenannte Kondensatfalle, leitet
den Dampf des verdampften Wassers durch labyrinthartige Kanäle, in denen
der Dampf wieder abkühlt
und auskondensiert. Das kondensierte Wasser kann in den offenen
Behälter
zurückgeführt werden.
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In
der Praxis kann in dem Behälter
ein Füllstandsmesser
und eine Zuleitung für
Kühlflüssigkeit vorgesehen
sein, die mit einem Absperrventil verschließbar ist. Das Absperrventil öffnet, wenn
der Füllstandsmesser
ein Unterschreiten eines vorgegebenen Füllstands der Kühlflüssigkeit
ermittelt. In einer besonders praktischen Ausführungsform ist der Füllstandsmesser
ein Schwimmer, der über
einen Hebel das Absperrventil in die Schließstellung bewegt, wenn der
vorgegebene Füllstand
erreicht ist. Wird der Füllstand
unterschritten, sinkt der Schwimmer ab und öffnet das Absperrventil.
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In
dem Backraum kann in der Praxis mindestens ein Temperatursensor
vorgesehen sein, der mit einer Temperatursteuerung gekoppelt ist.
Abhängig von
einem vorgegebenen Sollwert der Backraumtemperatur und dem durch
den Temperatursensor gemessenen Istwert der Backraumtemperatur werden
die motorischen Antriebe des ersten und des zweiten Steuerventils
selektiv aktiviert. Wenn das erste Steuerventil den sekundären Ölkreislauf
mit dem Primärkreis
verbindet, steigt die Temperatur im Backraum. Verbindet der motorische
Antrieb über das
zweite Steuerventil den Kühlkreis
mit dem sekundären Ölkreislauf,
fällt die
Backraumtemperatur. Wenn beide Steuerventile geschlossen sind und
der sekundäre Ölkreislauf
sowohl vom primären Ölkreislauf
als auch vom Kühlkreislauf
getrennt ist, bleibt die Backraumtemperatur im wesentlichen konstant.
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Wie
erwähnt,
kann das Backofensystem eine Mehrzahl von Sekundärkreisläufen aufweisen, die mit einem
Primärkreislauf
gekoppelt sind. Auf diese Weise reichen ein einziger Brenner und
ein isolierter Speicher für
Thermoöl
aus, um mehrere Sekundärkreisläufe zu speisen.
Die mehreren Sekundärkreisläufe können mit
einem zentralen Kühlkreislauf
gekoppelt sein. Dieser zentrale Kühlkreislauf muß einen sehr
großen
Wärmetauscher
aufweisen, um erforderlichenfalls gleichzeitig mehrere Sekundärkreisläufe abkühlen zu
können.
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Alternativ
kann jeder der Sekundärkreisläufe einen
separaten Kühlkreislauf
aufweisen. Dieser separate Kühlkreislauf
und insbesondere der dazugehörige
Wärmetauscher
kann ortsnah zu dem jeweiligen Sekundärkreislauf angeordnet werden.
Auf diese Weise kann eine schnelle Abkühltemperatur durch schnelles
Einleiten abgekühlten
Thermoöls
in den Sekundärkreislauf
gewährleistet
werden. Selbstverständlich
sind auch Mischformen möglich,
bei denen mehrere Kühlkreisläufe vorhanden
sind, wobei jeder Kühlkreislauf
zwei oder drei Sekundärkreisläufe mit gekühltem Thermoöl speist.
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Jeder
Sekundärkreislauf
kann einem separaten Backofen zugeordnet sein. Wie weiter oben erwähnt, ist
es aber auch möglich,
daß jeder
Sekundärkreislauf
einem Herd oder einer Herdgruppe eines Backofens mit mehreren Herden
zugeordnet ist, wobei die übereinander
liegen (Etagenofen).
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Schließlich kann
die Mehrzahl der Sekundärkreisläufe verschiedenen
Bereichen eines Durchlaufofens zugeordnet sein. Diese Bereiche können durch die
jeweilige Kühlung
der Sekundärkreisläufe auf
verschiedenen Temperaturen gehalten werden.
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Ausführungsformen
der Erfindung werden nachfolgend unter Bezugnahme auf die beigefügten Zeichnungen
beschrieben. Die Zeichnungen zeigen in:
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1 die
Thermoölkreisläufe eines
Backofens gemäß der Erfindung,
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2 eine
weitere Ausführungsform
eines erfindungsgemäßen Backofensystems
mit zwei sekundären Ölkreisläufen und
zwei Kühlkreisläufen,
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3 eine
alternative Ausführungsform
mit zwei sekundären
Thermoölkreisläufen und
einem zentralen Kühlkreislauf,
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4 eine
schematische Darstellung eines Wärmetauschers,
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5 eine
Vorderansicht eines erfindungsgemäßen Etagenofens und
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6 eine
Seitenansicht eines erfindungsgemäßen Durchlaufofens.
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In
der 1 sind schematisch die verschiedenen Kreisläufe eines
mit Thermoöl
betriebenen Backofens dargestellt. Mit 1 ist der primäre Ölkreislauf
gekennzeichnet. Der Primärkreislauf 1 weist
einen Brenner 2 auf, der üblicherweise mit Gas oder Heizöl betrieben
wird. Dem Brenner 2 ist ein Wärmetauscher 3 zugeordnet,
der die Wärmeübertragung von
der Flamme des Brenners 2 zum Thermoöl sicherstellt, das die Rohre
des Primärkreislaufs 1 durchströmt. Eine
durch einen Antriebsmotor 4 betriebene Pumpe 5 wälzt das
Thermoöl
im Rohrsystem des Primärkreislaufs 1 um.
Zwei Verbindungsrohre 6, 7 verbinden den primären Ölkreislauf 1 mit dem
sekundären Ölkreislauf 8.
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Der
sekundäre Ölkreislauf 8 verläuft innerhalb
eines Backofens. Er umfaßt
mindestens einen Wärmetauscher 9,
der innerhalb eines Backraums eines Backofens einen Radiator bildet.
Dieser Radiator 9 weist von Thermoöl durchströmte Führungskanäle auf und gibt die Hitze des
Thermoöls
an den Backraum ab. Auch der Sekundärkreislauf 8 weist
eine durch einen Antriebsmotor 10 betriebene Pumpe 11 auf,
welche das Thermoöl
in den Rohren des Sekundärkreislaufs 8 umwälzt.
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In
der Praxis kann der Sekundärkreislauf 8 mehrere
Radiatoren 9 an verschiedenen Positionen im Backraum oder
in mehreren Backräumen
des Backofens aufweisen.
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Die
Verbindungsrohre 6, 7, nämlich ein Zuströmrohr 6 und
ein Abströmrohr 7,
erstrecken sich zwischen Rohrflanschen 12, mit denen sie
an den Primärkreislauf 1 bzw.
den Sekundärkreislauf 8 angeschlossen
sind. Ein Dreiwegeventil 13, das durch einen Stellmotor 14 betrieben
wird, kann selektiv den Sekundärkreislauf 8 von
dem Primärkreislauf 1 trennen
bzw. den Sekundärkreislauf 8 mit
dem Primärkreislauf 1 verbinden.
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In
einer ersten Schaltposition verbindet das Dreiwegeventil 13 das
Verbindungsrohr 6, welches ein Zuströmrohr für Thermoöl von dem Primärkreislauf 1 zum
Sekundärkreislauf 8 bildet,
mit einem Zuströmabschnitt 15 einer
Rohrleitung des Sekundärkreises 8.
In dieser Stellung strömt
Thermoöl,
das durch den Brenner 2 erhitzt wurde, über das Zuströmrohr 8 in
den Zuströmabschnitt 15 und
folglich in den Sekundärkreis 8 ein
und durchläuft
den Radiator 9. Da das Volumen des Sekundärkreislaufs
konstant ist, fließt
gleichzeitig Thermoöl über das
Abströmrohr 7 zum
Primärkreislauf.
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In
einer zweiten Schaltstellung verbindet das Dreiwegeventil 13 das
Zuströmrohr 6 mit
einem Entlastungsrohr 16. Der Primärkreis 1 ist nun kurzgeschlossen,
d.h. das Thermoöl
in dem Primärkreis 1 fließt von dem
Zuströmrohr 6 über das
Entlastungsrohr 16 zum Abströmrohr 7, ohne den
Radiator 9 des Primärkreises 8 zu
durchströmen.
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Ein
zweites Entlastungsrohr 17 schließt Thermoölkreislauf des Sekundärkreises 8 und
ermöglicht
das Umwälzen
des Thermoöls
im Sekundärkreis 8 mittels
der Pumpe 11.
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Bei
einer praktischen Ausführungsform
kann der Stellmotor 14 Zwischenstellungen des Dreiwegeventils 13 realisieren,
bei denen nur eine reduzierte Menge des Thermoöls aus dem Primärkreis 1 in
den Sekundärkreis 8 einströmt und mit
dem in dem Sekundärkreis 8 zirkulierenden
Thermoöl
vermischt wird.
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Gemäß der Erfindung
ist ein zweites Dreiwegeventil 18 vorgesehen, welches mittels
eines zweiten Stellmotors 19 verstellbar ist. In der üblichen
Betriebs stellung des zweiten Dreiwegeventils 18 verbindet
dieses den Zuströmabschnitt 15 mit
dem vertikal darunterliegenden Rohrabschnitt des Sekundärkreislaufs 8,
der zur Pumpe 11 führt.
Dies ist die Heizstellung, in der der Backofen aufgeheizt wird oder
auf einer konstanten Temperatur gehalten wird, indem je nach Bedarf über das
erste Dreiwegeventil 13 erhitztes Thermoöl aus dem
Primärkreislauf 1 in
den Radiator 9 geleitet wird oder nicht.
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Das
zweite Dreiwegeventil 18 kann in eine zweite Schaltstellung
verstellt werden, in der es den Zuströmabschnitt 15 des
Sekundärkreislaufs 8 mit der
Zustromleitung 20 des Kühlkreislaufs 23 verbindet.
Der Kühlkreislauf 23 weist
einen Wärmetauscher 22 auf,
der weiter unten beschrieben wird. Von dem Wärmetauscher 22 führt eine
Abströmleitung 21 des Kühlkreislaufs 23 zurück zum Sekundärkreislauf 8 und
speist das durch den Wärmetauscher 22 des Kühlkreislaufs 23 geflossene
Thermoöl
in den Sekundärkreislauf 8 ein,
so daß es
durch die Pumpe 11 zum Radiator 9 gefördert wird.
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Bei
von dem Primärkreislauf 1 getrennten Sekundärkreislauf 8 kann
mittels des Wärmetauschers 22 des
Kühlkreislaufs 23 gekühltes Thermoöl zum Radiator 9 innerhalb
des Backraums geleitet werden, so daß die Temperatur in dem Backraum
relativ schnell sinkt.
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Schematisch
ist in 1 eine Steuerung 24 zu erkennen, welche über eine
Signalleitung 43, z.B. einen Datenbus, mit den Stellmotoren 14 und 19 für die zwei
Dreiwegeventile 13 und 18 sowie dem Antriebsmotor 10 für die Pumpe 11 des
Sekundärkreislaufs 8 verbunden
ist und diese steuert. An die Steuerung 24 ist ebenfalls
ein Temperatursensor 25 angeschlossen, der innerhalb des
Backraums angeordnet ist. Die Steuerung 24 ist programmierbar,
so daß Solltemperaturen
innerhalb des Backraums vorgegeben werden können. Durch Vergleich der Solltemperatur
mit der durch den Temperatursensor 25 erfaßten Isttemperatur
in dem Backraum aktiviert die Steuerung 24 den Antriebsmotor 10 für die Pumpe
bzw. die Stellmotoren 14 und 19 für die Dreiwegeventile 13 und 18,
so daß entweder
durch Anschließen
des Primärkreislaufs 1 an
den Sekundärkreislauf 8 bei
laufender Pumpe 11 des Sekundärkreislaufs 8 erhitztes Thermoöl durch
den Radiator 9 strömt,
um die Ofentemperatur zu erhöhen,
oder mittels des Wärmetauschers 22 des
Kühlkreislaufs 23 gekühltes Thermoöl durch
den Radiator 9 strömt,
um die Ofentemperatur zu reduzieren.
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Der
Brenner 2 sowie die verschiedenen Bauelemente des primären Thermoölkreislaufs 1 können entweder
ebenfalls von der Steuerung 24 oder von einer separaten
Steuerung (nicht dargestellt) gesteuert werden.
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Die 2 zeigt
schematisch eine der 1 entsprechende Anordnung, welche
mehrere Sekundärkreisläufe 8 aufweist.
Die Sekundärkreisläufe 8' werden durch
ein gemeinsames Zuströmrohr 6' und Abströmrohr 7' mit dem primären Thermoölkreislauf 1 verbunden.
Ansonsten sind die Anordnung und die Funktionsweise der verschiedenen
Kreisläufe,
insbesondere der Kühlkreisläufe 23,
wie in Verbindung mit 1 beschrieben. Jedem Sekundärkreislauf 8 ist ein
Kühlkreislauf 23 zugeordnet.
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Selbstverständlich ist
es möglich,
mehr als zwei Sekundärkreisläufe 8 mit
dem Primärkreislauf 1 zu
verbinden. Ferner ist es nicht zwingend erforderlich, daß jeder
der Sekundärkreisläufe 8 einen
automatisch zuschaltbaren Kühlkreislauf 23 aufweist. Wenn
bei einem bestimmten Sekundärkreislauf 8 kein
Erfordernis einer raschen Abkühlung
besteht, kann hier der Kühlkreislauf 23 entfallen.
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Die 3 zeigt
eine alternative Ausführungsform
der Erfindung. Wiederum ist hier der Primärkreislauf 1 über jeweils
ein gemeinsames Zuströmrohr 6' und ein gemeinsames
Abströmrohr 7' mit mehreren
Sekundärkreisläufen 8 verbunden.
Die Sekundärkreisläufe 8 sind
jeweils über
gemeinsame Zuström leitungen 20' und Abströmleitungen 21' mit einem zentralen
Kühlkreislauf 23' verbindbar.
Der Wärmetauscher 22' des zentralen
Kühlkreislaufs 23' ist so groß auszulegen,
daß die
Kühlleistung
für das gleichzeitige
Abkühlen
mehrerer Sekundärkreisläufe 8 ausreicht.
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Wiederum
können
auch bei der Ausführungsform
der 3 mehr als zwei Sekundärkreisläufe 8 vorgesehen sein.
Ebenfalls können
einzelne Sekundärkreisläufe 8 nicht
an den zentralen Kühlkreislauf 23' ankoppelbar
sein. Schließlich
kann eine Gruppe von Sekundärkreisläufen 8 jeweils
einen gemeinsamen Kühlkreislauf 23' aufweisen.
Beispielsweise kann für
jede Gruppe von zwei oder drei Sekundärkreisläufen 8 ein gemeinsamer
Wärmetauscher 22' vorgesehen
sein, der über
eine gemeinsame Zuströmleitung 22' und eine gemeinsame
Abströmleitung 21' mit den genannten
Kühlkreisläufen 8 selektiv
verbindbar ist.
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Die 4 zeigt
schematisch den Querschnitt eines Wärmetauschers 22 eines
erfindungsgemäßen Kühlkreislaufs.
Das Zuströmrohr 20 des
Kühlkreislaufs
führt in
einen offenen Behälter 26,
in dem Wasser 27 eingefüllt
ist. Das Wasser 27 wird durch das etwa 300°C heiße Thermoöl schnell
auf seine Verdampfungstemperatur von etwa 100°C erhitzt und verdampft in der
Folge bei weiterer Einströmung
von Thermoöl
durch das Zuströmrohr 20.
Das Thermoöl wird
beim Durchströmen
der Rohrwendel 28 innerhalb des Behälters 26 abgekühlt, so
daß es
beim Ausströmen
durch das Abströmrohr 21 eine
sehr viel niedrigere Temperatur aufweist. Optimalerweise wird das
Thermoöl
in dem Abströmrohr 21 am
Austritt des Behälters 22 eine
Temperatur aufweisen, die etwas über
100°C liegt.
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Beim
Durchströmen
des Radiators 9 (siehe 1) im Backraum
nimmt das Thermoöl
wieder Temperatur auf, so daß es
mit einer Temperatur nahe der Backraumtemperatur in den Wärmetauscher 22 des
Kühlkreislaufs
einströmt.
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Um
zu vermeiden, daß der
Wasserspiegel innerhalb des Behälters 22 aufgrund
der Verdampfung des darin befindlichen Wassers 27 zu stark
sinkt, ist als Füllstandsmesser
ein Schwimmer 29 vorgesehen, der über einen Hebelarm 30 ein
Absperrventil 31 betätigt.
Bei einem Absinken des Wasserspiegels senkt sich der Hebelarm 30,
wodurch das Absperrventil 31 die Zuströmung kalten Wassers durch eine Zuleitung 32 in
den Behälter 22 freigibt.
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Oberhalb
der Öffnung
des Behälters 22 ist ein
Kondensator 44 vorgesehen. Der Kondensator 44,
auch Kondensatfalle genannt, leitet den aufsteigenden Wasserdampf
durch labyrinthartige Kanäle, in
denen er abkühlen
kann und zu einem großen
Teil als kondensiertes Wasser wieder zurück in den Behälter 22 tropft.
Auf diese Weise kann der Bedarf an dem Behälter zuzuführenden Wasser gering gehalten
werden.
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Die
in der 1 erkennbare Anordnung mit einem einzigen Sekundärkreislauf,
dient beispielsweise der Temperaturführung in einem Backofen, der einen
einzigen Backraum aufweist. Dieser Backraum wird durch den mindestens
einen Radiator 9 des Sekundärkreislaufs 8 erhitzt.
Durch das schnelle Abkühlen
dieses Backraums kann die Betriebstemperatur in einem kurzen Zeitraum
erheblich gesenkt werden. Auf diese Weise kann ein Backvorgang realisiert
werden, bei dem in den ersten Minuten eine hohe Backraumtemperatur
und in der Folge eine niedrige Backraumtemperatur realisiert wird.
Auch ist es möglich, zwei
aufeinanderfolgende Chargen abzubacken, bei denen die zweite eine
sehr viel niedrigere Backraumtemperatur erfordert als die erste.
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Ein
System mit mehreren Sekundärkreisläufen 8,
wie es in den 2 und 3 dargestellt
ist, kann beispielsweise bei einem Etagenbackofen (5)
oder einem Durchlaufofen (6) verwendet werden.
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Der
Etagenbackofen 35 der 5 weist sechs übereinander
liegende Herde 33 und 34 auf. Die drei unteren
Herde 34 bilden eine erste Herdgruppe. Die drei oberen
Herde 33 bilden eine zweite Herdgruppe. Jede der Herdgruppen
ist ein getrennter Sekundärkreislauf
zugeordnet. Durch die Kühlmöglichkeit
ist es möglich,
die zwei Herdgruppen 33, 34 mit unterschiedlichen
Temperaturen zu betreiben. Ein Erhitzen der angrenzenden Herdgruppe
durch die heißere
Herdgruppe kann durch eine Kühlung
der kühleren
Herdgruppe in der oben beschriebenen Art vermieden werden.
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Die 6 zeigt
einen Durchlaufofen 36, bei dem Teiglinge 41 mittels
eines Transportbands 40 durch einen Backraum transportiert
werden, an dessen Ende sie als fertige Backware 42 austreten.
Der Backraum des Durchlaufofens 36 ist in drei verschiedene
Abschnitte 37, 38, 39 aufgeteilt. Jedem
Abschnitt 37, 38, 39 ist ein separater
Sekundärkreislauf zugeordnet.
Es ist auch möglich,
einem Abschnitt 37, 38, 39 zwei Sekundärkreisläufe, nämlich für Unterhitze
und für
Oberhitze, zuzuordnen.
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Alle
Sekundärkreisläufe können – wie oben beschrieben – mit einem
Kühlkreislauf
koppelbar sein, so daß innerhalb
des Durchlaufofens 36 aufeinander folgende Temperaturzonen
mit unterschiedlicher Temperatur oder einzelne Temperaturzonen innerhalb
der Abschnitte 36, 37, 39 mit unterschiedlicher
Unterhitze und Oberhitze realisiert werden können.
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- 1
- primärer Ölkreislauf
- 2
- Brenner
- 3
- Wärmetauscher
- 4
- Antriebsmotor
- 5
- Pumpe
- 66'
- Verbindungsrohr,
Zuströmrohr
- 7,
7'
- Verbindungsrohr,
Abströmrohr
- 8
- sekundärer Ölkreislauf
- 9
- Wärmetauscher,
Radiator
- 10
- Antriebsmotor
- 11
- Pumpe
- 12
- Rohrflansch
- 13
- Dreiwegeventil
- 14
- Stellmotor
- 15
- Zuströmabschnitt
- 16
- Entlastungsrohr
- 17
- Entlastungsrohr
- 18
- Dreiwegeventil
- 19
- Stellmotor
- 20,
20'
- Zuströmrohr des
Kühlkreislaufs
- 21,
21'
- Abströmrohr des
Kühlkreislaufs
- 22,
22'
- Wärmetauscher
des Kühlkreislaufs
- 23,
23'
- Kühlkreislauf
- 24
- Steuerung
- 25
- Temperatursensor
- 26
- Behälter
- 27
- Wasser
- 28
- Rohrwendel
- 29
- Füllstandsmesser,
Schwimmer
- 30
- Hebelarm
- 31
- Absperrventil
- 32
- Zuleitung
- 33
- Herd
- 34
- Herd
- 35
- Etagenbackofen
- 36
- Durchlaufofen
- 37
- Abschnitt
- 38
- Abschnitt
- 39
- Abschnitt
- 40
- Transportband
- 41
- Teigling
- 42
- Backware
- 43
- Signalleitung
- 44
- Kondensator