DE102006042498A1 - Fußgänger-Schutz-Vorrichtung an einem Kraftfahrzeug - Google Patents
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Abstract
Eine Fußgänger-Schutz-Vorrichtung zum Anheben einer Motorraum-Haube (2) eines Kraftfahrzeugs im Bereich der Windschutzscheibe (3) weist eine lösbare Verriegelung (5) an der Frontseite (4) der Haube (2) auf. Die Haube (2) ist um ein der Windschutzscheibe (3) benachbartes Gelenk (10) in eine normale Öffnungs-Stellung mit Unterstützung eines Kraftspeichers (13) hochschwenkbar. Das Gelenk (10) ist höhenbewegbar mit einer zum Anheben der Haube (2) im Bereich der Windschutzscheibe (3) bei geschlossener Verriegelung (5) betätigbaren Hub-Einrichtung (16) gekoppelt. Der Kraftspeicher ist mit seinem anderen Ende mit der Hub-Einrichtung (16) gekoppelt. Weiterhin ist ein bei einem Aufprall auf die Frontseite (4) der Haube (2) ausgelöster Aktuator (24) zum Betätigen der Hub-Einrichtung (16) vorgesehen.
Description
- Die Erfindung betrifft eine Fußgänger-Schutz-Vorrichtung zum Anheben einer frontseitigen Haube, insbesondere Motorraum-Haube, eines Kraftfahrzeugs im Bereich der Windschutzscheibe.
- Aus der
DE 101 44 792 A1 ist eine derartige Fußgänger-Schutz-Vorrichtung bekannt, wobei die Haube benachbart zu einer Windschutzscheibe um ein Gelenk in einer Öffnungs-Richtung hochschwenkbar gelagert ist. Die Haube ist mittels eines Viergelenkscharniers mit der Karosserie verbunden. Dieses besteht aus einem in Fahrtrichtung gesehen vorderen langen Lenker und einem hinteren kurzen Lenker. Der vordere lange Lenker ist direkt an der Karosserie angelenkt, während der hintere kurze Lenker über ein Gelenk an einem Aktuator angelenkt ist, der wiederum an der Karosserie angelenkt ist. Außerdem sind der hintere kurze Lenker und der Aktuator über ein gemeinsames Gelenk an einem Führungslenker angelenkt, der mit seinem anderen Ende an der Karosserie angelenkt ist. Beim normalen Hochschwenken der Haube in eine Öffnungs-Richtung, bei der also ihre Frontseite hochgeschwenkt wird, werden der längere vordere und der hintere kürzere Lenker aufgerichtet. Bei einem Aufprall wird der Aktuator ausgelöst, wodurch der hintere kürzere Lenker und der Führungslenker hochgeschwenkt werden, wobei gleichzeitig das hintere, windschutzseitige Ende der Haube angehoben wird. Gleiches gilt allerdings auch für die Frontseite der Haube. - Aus der
DE 10 2004 004 987 A1 ist eine Fußgänger-Schutz-Vorrichtung bekannt, bei der die Haube des Kraftfahrzeugs an ihrer Frontseite mit der Karosserie mittels einer lösbaren Verriegelung verbunden ist. Es ist eine Hub-Einrichtung zum Anheben der Haube an ihrem windschutzseitigen hinteren Ende vorgesehen, die bei einem Aufprall eines Fußgängers auf die Frontseite des Fahrzeuges ausgelöst wird, wobei im Falle einer Auslösung die Verriegelung geschlossen bleibt. Die Haube ist an ihrem hinteren Ende mittels eines Führungslenkers mit der Karosserie verbunden, so dass ein definiertes Anheben mittels eines pyrotechnisch wirkenden Aktuators beim Aufprall eines Fußgängers möglich ist. - In der Praxis ist es weit verbreitet, zur Unterstützung der normalen Öffnungsbewegung einer Haube Kraftspeicher, insbesondere in Form von Gasfedern, einzusetzen. Die Gasfedern werden einerseits an der Karosserie und andererseits an der Haube angelenkt. Wenn solche Kraftspeicher zusammen mit Hub-Einrichtungen zum Anheben der Haube an ihrem hinteren Ende bei einem Aufprall eines Fußgängers eingesetzt werden, dann besteht die Gefahr, dass der an ihrem hinteren Ende angeordnete Kraftspeicher das Herunterdrücken der Haube in erheblichem Maße erschwert oder für viele Praxisfälle sogar unmöglich macht. Da ein Kraftfahrzeug gerade nach einem Aufprall eines Fußgängers sehr oft noch fahrbereit ist, muss die Haube wieder heruntergedrückt werden können, damit die Sicht für den Fahrer frei ist.
- Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Fußgänger-Schutz-Vorrichtung der allgemeinen Gattung so auszugestalten, dass einerseits ein eine normale Öffnungsbewegung unterstützender Kraftspeicher vorhanden ist, andererseits aber dieser Kraftspeicher das Absenken der Haube an ihrem hinteren Ende nach einem Aufprall eines Fußgängers nicht behindert.
- Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale des Anspruches 1 gelöst. Durch die erfindungsgemäße Ausgestaltung wird erreicht, dass die Länge des Kraftspeichers bei einem Anheben der Haube an ihrem hinteren Ende praktisch nicht verändert wird. Durch geeignete Anlenkung kann allerdings erreicht werden, dass das Anheben der Haube unterstützt wird.
- Die Unteransprüche geben besonders vorteilhafte und zum Teil erfinderische Ausgestaltungen wieder.
- Weitere Merkmale, Vorteile und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung eines Ausführungsbeispiels anhand der Zeichnungen. Es zeigt
-
1 eine frontseitige Haube eines Kraftfahrzeugs in geschlossenem Zustand, -
2 die Haube in mit ihrer Frontseite hochgeschwenktem geöffneten Zustand und -
3 die Haube mit angehobenem hinteren Ende. - An der nur angedeuteten Karosserie
1 eines Kraftfahrzeuges ist eine Haube2 , insbesondere eine Motorraum-Haube, angelenkt, und zwar im Bereich der Windschutzscheibe3 . Für einen normalen Öffnungsvorgang wird sie in der Weise hochgeschwenkt, dass ihr vorderes Ende, also ihre Frontseite4 – in der Zeichnung entgegen dem Uhrzeigersinn – hochgeschwenkt wird. Sie ist im Bereich ihrer Frontseite während des Normalbetriebs mit der Karosserie1 verriegelt, und zwar mittels einer Standard-Verriegelung5 , von der eine an der Haube2 angebrachte Verriegelungs-Öse6 und ein mit der Karosserie1 verbundener Verriegelungs-Bolzen7 gezeigt sind. Zum Öffnen der Haube2 wird die Verriegelung5 gelöst. Wie die Zeichnung erkennen lässt, erlaubt die Verriegelungs-Öse6 Relativverschiebungen der Haube2 gegenüber der Karosserie1 in Längs-Richtung8 der Karosserie1 . Außerdem ist die Haube2 derart ausgestaltet und angelenkt, dass sie an ihrem der Windschutzscheibe3 benachbarten hinteren Ende9 hochgeschwenkt bzw. angehoben werden kann, wobei die Standard-Verriegelung5 geschlossen bleibt. Diese zuletzt genannte Funktion dient als Fußgängerschutz. - Die Haube
2 ist im Bereich ihres hinteren Endes9 mittels eines Gelenks10 an einem Hebel11 angelenkt. Um dieses Gelenk10 wird die Haube2 beim normalen Öffnungs-Vorgang, also beim Hochschwenken – in der Zeichnung entgegen dem Uhrzeigersinn – in Öffnungs-Richtung12 hochgeschwenkt. Die Öffnungs-Schwenkbewegung in Öffnungs-Richtung12 wird unterstützt oder bewirkt durch einen Kraftspeicher in Form einer Gasfeder13 , deren eines Ende mittels eines Gelenks14 an der Haube2 angelenkt ist, während ihr anderes Ende mittels eines Gelenks15 an dem Hebel11 angelenkt ist. Wenn der Hebel11 ortsfest gehalten wird und die Verriegelung5 geöffnet, also gelöst wird, dann schwenkt – gegebenenfalls mit manueller Unterstützung – die Haube2 in Öffnungs-Richtung12 mit ihrer Frontseite4 nach oben, wobei diese Öffnungsbewegung im Wesentlichen mittels der dann ausfahrenden Gasfeder13 bewirkt wird. Die Gasfeder13 ist also so angeordnet, dass sie sowohl in der eingefahrenen Stellung gemäß1 als auch in der ausgefahrenen Position gemäß2 und in jeder Zwischenposition auf die Haube2 ein Drehmoment in Öffnungs-Richtung12 um das Gelenk10 ausübt. Der Hebel11 , die Gasfeder13 und der zwischen den Gelenken10 und14 befindliche Bereich der Haube2 bilden also ein Dreieck, dessen eine, durch die Gasfeder13 gebildete Seite eine veränderbare Länge aufweist, wobei die minimale Länge11 etwa bei geschlossener Haube2 gemäß1 und die maximale Länge12 etwa bei geöffneter Haube2 gemäß2 erreicht wird. - Der Hebel
11 ist Teil einer Hub-Einrichtung16 , mittels derer der Hebel11 und damit die Haube2 im Bereich der Windschutzscheibe3 angehoben werden kann. Im vorliegenden Fall besteht diese Hub-Einrichtung16 aus dem Hebel11 , zwei parallel zueinander angeordneten Parallelogramm-Lenkern17 ,18 , die mit ihren einen, unteren Enden jeweils mittels eines gegenüber der Karosserie1 ortsfesten Gelenks19 bzw.20 schwenkbar gelagert sind. Mit ihren anderen, oberen Enden sind sie mittels Gelenken21 bzw.22 schwenkbar mit dem Hebel11 verbunden. Die Lenker17 ,18 und der Hebel11 bilden also ein Gelenk-Kette23 , und zwar eine 4-Gelenk-Kette, mittels derer das am Ende des Hebels11 angeordnete Gelenk10 angehoben oder abgesenkt werden kann, wobei im vorliegenden Fall gleichzeitig eine Horizontalverschiebung der Haube2 zur Windschutzscheibe3 hin stattfindet, was aber nicht zwingend notwendig ist. - An der erwähnten Gelenk-Kette
23 greift ein Aktuator24 an, dessen eines Ende mittels eines Gelenks25 ortsfest, aber schwenkbar, gegenüber der Karosserie2 festgelegt ist. Das andere Ende ist mittels eines Gelenks26 an der Gelenk-Kette23 , im vorliegenden Fall dem Lenker17 , angelenkt. Bei einem solchen Aktuator24 handelt es sich üblicherweise um eine Kolben-Zylinder-Einheit, die auf pyrotechnischer Basis wirkt. Beim Aufprall eines Fußgängers auf die Frontseite4 des Fahrzeuges erfolgt die Zündung und innerhalb von wenigen Millisekunden der Ausschub der Kolbenstange aus dem Zylinder des Aktuators24 . Dies führt im vorliegenden Fall zu einem Hochschwenken der Lenker17 ,18 und damit zu einem Anheben des Hebels11 mit dem Gelenk10 , so dass die Haube2 im Bereich der Windschutzscheibe3 angehoben wird. Da die Verriegelung5 in einem solchen Fall nicht gelöst wird, erfolgt also ein Verschwenken der Haube2 in Hub-Richtung27 , also in3 im Uhrzeigersinn um die Verriegelung5 . Wie3 auch erkennen lässt, erfolgt hierbei gleichzeitig eine Verschiebung der Haube2 in Richtung zur Windschutzscheibe3 . - Da der Hubweg H der Haube
2 im Bereich der Windschutzscheibe3 klein ist gegenüber ihrer Länge L von dem der Windschutzscheibe3 zugewandten hinteren Ende9 bis zur Verriegelung5 , bleibt die Länge11 der Gasfeder13 zwischen ihren beiden Gelenken14 ,15 fast unverändert. Ihre Länge11 bei geschlossener Haube2 gemäß1 ist also fast identisch mit ihrer Länge13 bei angehobener Haube2 entsprechend3 . Wenn nach einem Anheben der Haube2 im Bereich der Windschutzscheibe3 die Haube2 wieder in ihre Normal-Lage entsprechend1 heruntergedrückt werden soll, so ist dies angenähert kräftefrei möglich, da – wie geschildert – auf die Gasfeder13 keine oder höchstens geringfügige Einschubkräfte ausgeübt werden müssen. Das Absenken der Haube2 ist ansonsten ohne weiteres möglich, da die Aktuatoren24 üblicherweise in deutlich weniger als einer Sekunde wieder druckfrei und damit kräftefrei sind. - Der Aktuator
24 kann an jeder geeigneten Stelle der Gelenk-Kette23 angelenkt sein. Des Weiteren kann auch die Gasfeder13 mit ihrem Gelenk15 im Grundsatz an jeder anderen Stelle der Gelenk-Kette23 , beispielsweise an einem der Lenker17 ,18 mit Ausnahme der Gelenke19 ,20 angelenkt sein. Das Gelenk15 der Gasfeder13 muss also auch die Bewegung der Hub-Einrichtung16 mitmachen. Weiterhin kann auch der Abstand a des Gelenks14 zur Haube2 verändert werden, wobei dieses Gelenk14 in jedem Fall aber ortsfest relativ zur Haube2 angeordnet ist. Durch die geschilderten Veränderungen kann die Charakteristik der Hub-Einrichtung16 verändert werden. Hierdurch kann beispielsweise erreicht werden, dass die Gasfeder13 bei einem Heben der Haube2 in Hub-Richtung27 diese Hubbewegung in Maßen unterstützt, wobei es andererseits dann eines gewissen Kraftaufwandes bedarf, um die Haube2 wieder in ihre Ruhelage abzusenken, was in Einzelfällen erwünscht sein kann. - Der guten Ordnung halber sei erwähnt, dass die geschilderten Anordnungen üblicherweise beidseitig der Haube
2 angeordnet sind, während üblicherweise nur eine Verriegelung5 mittig an der Frontseite4 der Haube2 vorgesehen ist.
Claims (9)
- Fußgänger-Schutz-Vorrichtung zum Anheben einer frontseitigen Haube (
2 ), insbesondere Motorraum-Haube, eines Kraftfahrzeugs im Bereich der Windschutzscheibe (3 ) wobei eine lösbare Verriegelung (5 ) zwischen der Frontseite (4 ) der Haube (2 ) und der Karosserie (1 ) des Kraftfahrzeugs vorgesehen ist, wobei die Haube (2 ) um ein zur Windschutzscheibe (3 ) benachbartes erstes Gelenk (10 ) mit ihrer Frontseite (4 ) in einer Öffnungs-Richtung (12 ) hochschwenkbar gelagert ist, wobei ein mit seinem einen Ende an der Haube (2 ) angelenkter Kraftspeicher zur Unterstützung des Hochschwenkens in Öffnungs-Richtung (12 ) bei gelöster Verriegelung (5 ) vorgesehen ist, wobei das erste Gelenk (10 ) höhenbewegbar mit einer zum Anheben der Haube (2 ) im Bereich der Windschutzscheibe (3 ) bei geschlossener Verriegelung (5 ) betätigbaren Hub-Einrichtung (16 ) gekoppelt ist, wobei ein bei einem Aufprall auf die Frontseite (4 ) der Haube (2 ) auslösbarer Aktuator (24 ) zum Betätigen der Hub-Einrichtung (16 ) vorgesehen ist und wobei der Kraftspeicher mit seinem anderen Ende mit dem höhenbewegbaren Teil der Hub-Einrichtung (16 ) gekoppelt ist. - Fußgänger-Schutz-Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Hub-Einrichtung (
16 ) bei der Anhebe-Bewegung auch in der Horizontalen verlagerbar ist. - Fußgänger-Schutz-Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Gelenk (
10 ) an einem Ende eines Hebels (11 ) angebracht ist, der Teil der Hub-Einrichtung (16 ) ist. - Fußgänger-Schutz-Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Kraftspeicher an dem anderen Ende des Hebels (
11 ) mittels eines zweiten Gelenks (15 ) angebracht ist, das näher zur Frontseite (4 ) der Haube (2 ) angeordnet ist als das erste Gelenk (10 ). - Fußgänger-Schutz-Vorrichtung nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Hebel (
11 ) Teil einer Gelenk-Kette (23 ) ist, an der der Aktuator (24 ) angreift. - Fußgänger-Schutz-Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Gelenk-Kette (
23 ) hoch und in Richtung zur Windschutzscheibe (3 ) verschwenkbar ist. - Fußgänger-Schutz-Vorrichtung nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Gelenk-Kette (
23 ) als 4-Gelenk-Kette ausgebildet ist. - Fußgänger-Schutz-Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Kraftspeicher als Gasfeder (
13 ) ausgebildet ist. - Fußgänger-Schutz-Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Aktuator (
24 ) pyrotechnisch wirkend ausgebildet ist.
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Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE102006042498A1 true DE102006042498A1 (de) | 2008-03-27 |
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