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Die
Erfindung betrifft eine Befestigungsvorrichtung für ein Umlenkelement
einer Sicherheitsgurtanordnung in einem Fahrzeug, welche eine Konsole umfasst.
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Grundsätzlich ist
es erforderlich, dass die Anbindung des Sicherheitsgurtes und insbesondere ein
Umlenkelement einer Sicherheitsgurtanordnung sehr steif und sicher
ausgeführt
ist. In diesem Zusammenhang ist es erforderlich, dass auch eine
zuverlässige
Befestigung dann gewährleistet
werden kann, wenn aufgrund der Gurtspannung hohe Zugkräfte auf das
Umlenkelement einwirken, wie dies beispielsweise bei einem Unfall
der Fall sein kann. Die Schutzwirkung des Sicherheitsgurtes muss
gerade in diesem Fall für
die Insassen im Notfall optimal zur Geltung kommen, und ein Ausreißen der
Umlenkvorrichtung darf nicht erfolgen. Bei Fahrzeugen der Anmelderin, welche
in der Space-Frame-Bauweise konzipiert sind, werden die Gurtanbindungen über Stahleinleger
realisiert, die über
Vorrichtungen oder Handhabungshilfsmittel in Strangpressprofilen
oder an Blechen positioniert und vernietet werden.
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Aus
der
DE 195 43 996
A1 ist ein Umlenkbeschlag für einen Sicherheitsgurt in
einem Fahrzeug bekannt, durch den das Gurtband in einem Führungsschlitz
hindurchgeführt
und der schwenkbar an einem aufbaufesten Abschnitt des Fahrzeugs
in etwa in Höhe
der Schulter des Fahrzeuginsassen angeordnet ist. Der Umlenkbeschlag
ist über
eine Sollbruchverbindung in einer vorbestimmten, eine begrenzte
Schwenkbewegung erlaubenden Lage gehalten. Der Umlenkbeschlag ist
an einem Fahrzeugaufbau angeordnet.
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Darüber hinaus
ist aus der
DE 43 24
785 A1 eine Befestigungsvorrichtung für einen Umlenkbeschlag einer
Sicherheitsgurtanordnung in einem Fahrzeug bekannt, welche selbst
als rohrförmiges Hohlprofil
ausgebildet ist, an dem eine Konsole verschraubt ist. An dieser
Konsole ist der Umlenkbeschlag angeschraubt.
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Die
Stelle, an der eine Verstärkung
für die Gurtanbindung
fixiert werden soll, ist oftmals nur schwer zugänglich. Daher sind im Allgemeinen
relativ teure Hilfsmittel zur Positionierung des Bauteils erforderlich.
Zusätzlich
muss die Verstärkung
mit einer geeigneten Verbindungstechnik, wie beispielsweise Nieten,
Schweißen,
Schrauben, Clinchen oder dergleichen, befestigt werden, damit sie
vom Karosserierohbau durch den Lack bis zu dem Montageplatz, an
dem die Gurtanbindungen und Gurtumlenker verschraubt werden, nicht
verrutscht beziehungsweise herausfällt. All diese Maßnahmen
sind relativ kostenintensiv und erfordern darüber hinaus erhöhte Fertigungszeiten.
Zudem sind auch zusätzliche
Standplätze
für die
erforderlichen Handhabungshilfsmittel vorzusehen.
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Daher
ist es Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Befestigungsvorrichtung
zu schaffen, welche ein sicheres Befestigen des Umlenkelements ermöglicht und
so konzipiert ist, dass sie aufwandsarm angebracht werden kann.
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Diese
Aufgabe wird durch eine Befestigungsvorrichtung, welche die Merkmale
nach Patentanspruch 1 aufweist, gelöst.
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Eine
erfindungsgemäße Befestigungsvorrichtung
für ein
Umlenkelement einer Sicherheitsgurtanordnung in einem Fahrzeug umfasst
eine Konsole. Darüber
hinaus weist die Befestigungsvorrichtung auch ein Verstärkungselement
auf, welches zumindest bereichsweise in der Konsole angeordnet ist. Das
Verstärkungselement
ist durch eine Rastvorrichtung an der Konsole verrastet positionierbar.
Durch die Befestigungsvorrichtung kann ein Umlenkelement einer Sicherheitsgurtanordnung
mechanisch besonders stabil befestigt werden. Darüber hinaus kann
durch diese Befestigungsvorrichtung eine aufwandsarme Montage gewährleistet
werden. Indem das separate Verstärkungselement
beim Einschieben in die Konsole selbstpositionierend und selbstbefestigend
verrastet, kann stets ein zielgenaues Anbringen des Verstärkungselements
in der Konsole gewährleistet
werden. Darüber
hinaus kann diese Anordnung des Verstärkungselements positionsstabil
gehalten werden, wodurch auch bei weiteren Verfahrensschritten im
Karosseriebau, wie beispielsweise beim Lackieren bis hin zum Montageplatz
die Verrutschsicherung gewährleistet
werden kann.
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Darüber hinaus
sind keine zusätzlichen Handhabungshilfsmittel
mehr erforderlich, da die relative Position des Verstärkungselements
zur Konsole durch die Verrastung aufrecht erhalten bleibt.
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Bevorzugt
ist das Verstärkungselement
als Gewindestein ausgebildet und umfasst zumindest ein durchgängiges Gewinde.
Neben der Verstärkung kann
dadurch auch die Befestigung gewährleistet werden.
Die Multifunktionalität
des Elements kann dadurch erreicht werden und somit ein platzsparendes
und bauraumoptimiertes Konzept erreicht werden.
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Die
Konsole weist bevorzugterweise einen Hohlprofilbereich auf, welcher
insbesondere kanalartig ausgebildet ist. In diesen Hohlprofilbereich
ist dieses Verstärkungselement
zumindest bereichsweise einschiebbar und durch die Schiebebewegung
automatisch in der Endposition verrastbar. Auch an sehr unzugänglichen
Stellen kann somit das Verstärkungselement
genau postiert und fixiert werden. Die Selbstpositionierung und
Selbstbefestigung ermöglicht
auch an relativ unzugänglichen
oder sogar uneinsehbaren Positionen im Karosseriebereich des Fahrzeugs
eine positionsgenaue Anordnung und Fixierung.
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Bevorzugt
weist die Rastvorrichtung ein Federelement auf, welches an dem Verstärkungselement
angeordnet ist. Durch ein derartig flexibles und elastisches Element
kann sowohl das Einführen
des Verstärkungselements
in die Konsole als auch das weitere Verschieben relativ kraftarm
gewährleistet werden,
da das Federelement keine Blockade darstellt. Andererseits ermöglicht diese
Ausgestaltung der Rastvorrichtung auch ein sicheres und definiertes Verrasten.
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Bevorzugt
ist das Federelement plattenartig ausgebildet. Es weist insbesondere
eine Eindellung auf, welche im verrasteten Zustand in einen Positionierbereich
der Konsole einrastet. Der Positionierbereich der Konsole kann beispielsweise
eine Aussparung in einem Wandbereich des Hohlprofilbereichs sein.
Es kann auch ein durchgängiges
Loch als Positionierbereich vorgesehen sein.
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Bevorzugt
ist das Federelement an einer Unterseite des Verstärkungselements
befestigt. Bevorzugt erstreckt sich das Federelement über ein
vorderes Ende des Verstärkungselements
hinaus. Das vordere Ende ist insbesondere dasjenige, welches beim Einschieben
des Verstärkungselements
in die Konsole zuerst eingeschoben wird. Durch diese Ausgestaltung
fährt zunächst das
Federelement der Rastvorrichtung in die Konsole ein und kann zielsicher verrasten.
Bevorzugt ist das Federelement so ausgebildet, dass es sich über die
gesamte Länge
des Verstärkungselements
erstreckt. Indem sich das Federelement bevorzugt in Einschubrichtung
des Verstärkungselements
in die Konsole über
das vordere Ende des Verstärkungselements
hinaus erstreckt, ist das Federelement bevorzugt länger ausgebildet
als das Verstärkungselement.
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Bevorzugt
ist das durchgängige
Gewindeloch des Verstärkungselements
im verrasteten Zustand des Verstärkungselements
fluchtend mit Bahrungen in der Konsole angeordnet. Auch dadurch kann
die weitere Montage deutlich vereinfacht und schneller durchgeführt werden.
Denn durch die Verrastung im Positionierbereich kann bereits die
vorgesehene Endposition des Verstärkungselements in der Konsole
definiert werden und dadurch die Überlappung der für die weitere
Verbindung vorgesehenen Bohrungen und Löcher im Wesentlichen deckungsgleich
erreicht werden. Ein Verrutschen nach dem Einführen oder während weiterer Montageschritte,
beispielsweise des Lackierens, kann dadurch verhindert werden. Durch
die oben genannte vorteilhafte Ausgestaltung ist auch dieses Durchlaufen
der weiteren Fertigungsschritte nach dem Einfügen des Verstärkungselements
und vor dem Verschrauben beziehungsweise Anschrauben des Umlenkelements
an der Befestigungsvorrichtung im Hinblick auf die Positionsstabilität des Verstärkungselements
unproblematisch.
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Bevorzugt
ist das Umlenkelement mit der Konsole und dem Verstärkungselement
verschraubt. Es kann auch beispielsweise eine Nietverbindung vorgesehen
sein.
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Bevorzugt
ist die Einschubrichtung des Verstärkungselements in die Konsole
quer, insbesondere im Wesentlichen senkrecht, zur Verschraubungsrichtung
des Umlenkelements orientiert.
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Bevorzugt
ist die Befestigungsrichtung an einer B-Säule des Fahrzeugs befestigt.
Insbesondere ist in diesem Zusammenhang die Konsole an dieser B-Säule befestigt, beispielsweise
angeschraubt, angeschweißt
oder angeklebt.
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Bevorzugt
ist die Konsole als Profilteil ausgebildet.
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Durch
die Befestigungsvorrichtung sind in der Montage keine zusätzlichen
Handhabungs- und Positionierhilfen mehr erforderlich und eine relativ teure
Verbindungstechnik entfällt
ebenfalls.
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Das
Federelement kann beispielsweise als federndes Blechteil ausgebildet
sein.
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Darüber hinaus
kann durch die Befestigungsvorrichtung auch gewährleistet werden, dass keine
zusätzlichen
Bau- oder Normteile erforderlich sind, um die an das Bauteil oder
den Zusammenbau geforderten Funktionen sicherzustellen.
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Ein
Ausführungsbeispiel
der Erfindung wird nachfolgend anhand schematischer Zeichnungen näher erläutert. Es
zeigen:
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1 eine
perspektivische Darstellung einer erfindungsgemäßen Befestigungsvorrichtung;
und
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2 eine
perspektivische Schnittdarstellung entlang der Schnittlinie AA gemäß 1.
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In
den Figuren werden gleiche oder funktionsgleiche Elemente mit den
gleichen Bezugszeichen versehen.
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1 zeigt
eine perspektivische Ansicht einer Befestigungsvorrichtung 1 zum
Befestigen eines Umlenkelements 2 einer Sicherheitsgurtanordnung in
einem Fahrzeug. Das Umlenkelement 2 ist als bügelartiges
starres Element ausgebildet. Die Befestigungsvorrichtung 1 und
das Umlenkelement 2 sind im Ausführungsbeispiel dem Fahrzeuginneren
zugewandt an einer B-Säule 3 befestigt.
Der von einem nicht dargestellten Gurtabroller von unten her kommende
Sicherheitsgurt wird durch das Umlenkelement 2 gefädelt und
nach vorne umgelenkt.
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Die
Befestigungsvorrichtung 1 umfasst eine keilförmig ausgebildete
Konsole 11, welche im Ausführungsbeispiel als Profilteil
ausgebildet ist. Durch die in 1 gezeigte
transparente Ansicht kann die innere Struktur dieser Konsole 11 erkannt
werden. Die im Wesentlichen ebene Rückseite dieser Konsole 11 ist
an der Innenwand der B-Säule 3 befestigt. Die
Befestigung kann als Schraubverbindung oder als Schweißverbindung
oder als Nietverbindung oder als Klebeverbindung ausgebildet sein.
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In
der Konsole 11 ist ein eckiges Verstärkungselement 12 angeordnet.
An dem Verstärkungselement 12 ist
an dessen Unterseite eine Rastvorrichtung angeordnet, welche ein
Federelement 13 umfasst. Das Federelement 13 ist
als gewinkeltes Element ausgebildet und umfasst einen plattenförmigen Teilbereich,
welcher unmittelbar an der Unterseite dieses Verstärkungselements 12 befestigt
ist. Darüber
hinaus ist in diesem plattenförmigen
Teilelement eine Rastnase 14 in Form einer Eindellung ausgebildet.
Diese Rastnase 14 ist zur Verrastung mit einem Positionierbereich 16 (2)
der Konsole 11 ausgebildet. Im Ausführungsbeispiel ist das Federelement 13 an
seinem vorderen Ende gewinkelt nach oben gebogen. Das Einführen in
den Hohlprofilbereich 15 kann dadurch vereinfacht werden.
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In
der in 1 gezeigten Darstellung ist das Verstärkungselement 12 in
seiner endgültigen
Endposition und somit in seiner Einbaulage in der Konsole 11 angeordnet.
In diesem gezeigten Zustand ist das Verstärkungselement 12 verrastend
positioniert und die Rastnase 14 in den Positionierbereich 16 eingerastet.
Die Ausmaße
der Befestigungsvorrichtung 1 sind so gewählt, dass
das Verstärkungselement 12 und
das daran befestigte Federelement 13 vollständig in
dem Hohlprofilbereich 15 angeordnet sind.
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Das
Federelement 13 ist in seiner Längserstreckung länger ausgebildet
als das Verstärkungselement 12.
Insbesondere erstreckt sich dieses Federelement 13 über die
Ausmaße
des Verstärkungselements 12 an
dessen vorderem Ende hinaus.
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Das
Verstärkungselement 12 ist
im Ausführungsbeispiel
rechteckförmig
ausgebildet und als Gewindestein realisiert. Dazu sind in diesem
Verstärkungselement 12 zwei
Gewindelöcher 12a und 12b, wie
dies in 2 dargestellt ist, ausgebildet.
Diese sind als durchgängige
Gewindelöcher 12a und 12b ausgebildet.
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Das
Verstärkungselement 12 mit
der daran befestigten Rastvorrichtung und insbesondere dem Federelement 13 ist
im von der Konsole 11 separierten Zustand in Richtung des
Pfeils PF in den Hohlprofilbereich 15 einführbar. Bevorzugt
ist die Dimensionierung dieses Hohlprofilbereichs 15 so
ausgestaltet, dass das Verstärkungselement 12 und
das Federelement 13 im Wesentlichen passgenau in diesen
Hohlprofilbereich 15 einschiebbar sind.
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In
den Darstellungen gemäß 1 und 2 ist
die Anordnung des Hohlprofilsbereichs 15 gezeigt. Dieser
ist an dem oberen Ende der Konsole 11 ausgebildet und somit
in unmittelbarer Nähe
und benachbart zum Umlenkelement 2 vorgesehen.
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Die
keilförmige
Struktur der Konsole 11 ist so angeordnet, dass sich diese
Konsole 11 im Querschnitt (senkrecht zur Schnittlinie AA)
nach unten hin verjüngt.
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Im
Ausführungsbeispiel
ist das Federelement 13 als Blechteil realisiert, welches
relativ elastisch und flexibel beim Einschieben in den Hohlprofilbereich 15 biegbar
ist.
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Durch
die gezeigte Befestigungsvorrichtung 1 ist es möglich, dass
das Verstärkungselement 12 positionsgenau
in der Konsole 11 angeordnet werden kann. Durch das Einschieben
und die Formgebung sowie die Konzipierung des Federelements 13 und der
Rastnase 14 verrastet diese genau an derjenigen Position,
welche eine fluchtende und somit auch im Wesentlichen deckungsgleiche
Anordnung der Gewindelöcher 12a und 12b mit
Bohrungen in der Konsole 11, welche durch die Löcher 11a und 11b gegeben
sind, ermöglicht.
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Fertigungs-
und Herstellungsschritte, welche nach dem Einführen des Verstärkungselements 12 in die
Konsole 11 und vor dem Anschrauben des Umlenkelement 2 durchzuführen sind,
wie beispielsweise ein Lackieren von Fahrzeug- und/oder Karosserieteilen,
können
ohne Beeinträchtigung
der verrasteten Position des Verstärkungselements 12 durchgeführt werden.
Die auf diese Verfahrensschritte folgende Montage des Umlenkelements 2 kann
einfach und aufwandsarm erfolgen, da die Relativposition des Verstärkungselements 12 zu
der Konsole 11 unverändert
geblieben ist und somit die Verschraubung des Umlenkelements 2 erfolgen
kann. Dazu sind im Ausführungsbeispiel
zwei Löcher 4a und 4b vorgesehen,
durch welche die Schrauben zur Verschraubung in den Gewindelöchern 12a und 12b eingeschraubt werden
können.
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Im
Ausführungsbeispiel
ist zwischen dem Umlenkelement 2 und dem oberen Rand der
Konsole 11 ein weiteres Element 12 dazwischen
liegend angeordnet. Dieses Element 5 ist als Verkleidungselement
der B-Säule 3 ausgebildet.
Die Anordnung der Konsole 11 ist dadurch so gestaltet,
dass sie mit ihrer Rückwand
an der B-Säule 3 und
mit ihrer Oberseite an dem Element 5 anliegt. Die stabile
Positionierung und die Versteifung der gesamten Anordnung kann dadurch
erreicht werden.