DE102006040938A1 - Flotationszelle - Google Patents
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Abstract
Die Erfindung betrifft eine Flotationszelle, mit einem oberseits geöffneten bottichartigen Behälter zur Aufnahme einer im Wesentlichen aus einer Flüssigkeit und einem zu trennenden Partikelgemenge gebildeten Pulpe, wobei zur Einleitung der Pulpe in den Behälter wenigstens ein Einleitungsrohr vorhanden ist, das mit einer Ausströmöffnung nahe dem Boden des Behälters endet, wobei der Ausströmöffnung in Ausströmrichtung der Pulpe mit Axialabstand gegenüberliegend ein Prallelement angeordnet ist.
Description
- Die Erfindung betrifft eine Flotationszelle mit einem oberseitig geöffneten bottichartigen Behälter zur Aufnahme einer im Wesentlichen aus einer Flüssigkeit und einem zu trennenden Partikelgemenge gebildeten Pulpe, wobei zur Einleitung der Pulpe in den Behälter ein Einleitungsrohr vorhanden ist. Flotationszellen dienen beispielsweise bei der Erzgewinnung zur Auftrennung von Partikelgemengen in unterschiedliche Fraktionen. Zur Trennung beispielsweise zweier etwa aus unterschiedlichen Materialien bestehenden Partikelgemenge wird die Pulpe in der Regel mit feinverteilten Luftblasen versetzt und der Effekt ausgenutzt, dass mit der flüssigen Phase benetzbare Partikel nach unten sinken und nicht benetzbare Partikel sich an Luftblasen anlagern, nach oben steigen und auf der Pulpe aufschwimmen. Bei üblichen Flotationszellen wird die Pulpe in einem oberen Bereich des Behälters mit mehreren über dessen Umfang verteilten Einleitungsrohren zugeführt. In einem bodennahen Bereich ist ein Rührer angeordnet, wobei eine zu dessen Rotationsantrieb dienende, sich zentral in den Behälter hinein erstreckende Achse zur Zuführung von Luft hohl ausgebildet ist. Die Luft gelangt über Kanäle und Öffnungen in den Rührerblättern in die Pulpe. Durch den Rührer und durch die seitlich mit hoher Geschwindigkeit in den Behälter einströmende Pulpe erfolgt eine innige Durchmischung der Pulpe. Nachteilig ist, dass die mit hoher Geschwindigkeit in den Behälter einströmenden Partikel hohe abrasive Scherkräfte entwickeln, was zu einer schnellen Zerstörung der Bauteile der Flotationszelle und zu entsprechend hohen Ersatzteil- und Reparaturkosten führt. Um hier Abhilfe zu schaffen muss ein großer Teil einer Flotationszelle aus teuren verschleißfesten Materialien gefertigt oder mit solchen Materialein beschichtet werden. Gleiches gilt in besonderem Maße auch für Rührer.
- Aufgabe der Erfindung ist es, eine Flotationszelle vorzuschlagen, die einen geringen Wartungs- und Reparaturaufwand erfordert.
- Diese Aufgabe wird nach Anspruch 1 dadurch gelöst, dass zur Einleitung der Pulpe in den Behälter wenigstens ein Einleitungsrohr vorhanden ist, das mit einer Ausströmöffnung nahe dem Boden des Behälters endet, wobei der Ausströmöffnung in Ausströmrichtung der Pulpe mit Axialabstand gegenüberliegend ein Prallelement angeordnet ist. Die die Ausströmöffnung mit hoher Geschwindigkeit verlassende Pulpe und darin enthaltende Partikel treffen zunächst auf das Prallelement auf, wobei die Partikel zum einen abgebremst werden und kinetische Energie verlieren und zum anderen etwa radial nach außen abgelenkt und zur Innenwandung des Behälters geleitet werden. Spätestens dort werden sie nach oben umgelenkt. Im Gegensatz zu herkömmlichen Flotationszellen muss nur ein relativ geringer Teil davon verschleißfest ausgeführt sein, nämlich das Prallelement. Dieses kann entweder vollständig aus einem verschleißfesten Material, beispielsweise aus Keramik bestehen oder mit einem solchen Material beschichtet sein. Ein weiterer Vorteil ist, dass durch das Auftreffen der Pulpe auf das Prallelement eine innige Durchmischung der Pulpe erfolgt, so dass auf den Einsatz von Rührern verzichtet werden kann. Falls in der Pulpe Luftblasen enthalten sind, werden diese beim Auftreffen auf die Prallplatte zerkleinert und in der Pulpe fein verteilt.
- Eine über die Querschnittsfläche des Behälters gesehen gleichmäßige Durchmischung der Pulpe wird dadurch gefördert, das das Einleitungsrohr zentral im Behälter angeordnet ist und dass sich zumindest ein unterer, die Ausströmöffnung tragender Längsabschnitt vertikal erstreckt.
- Um die Umlenkung der Pulpe nach oben zu erleichtern und um zu verhindern, dass Partikel mit hoher Geschwindigkeit auf die Innenwandung des Behälters auftreffen und diese beschädigen, ist bei einer bevorzugten Ausgestaltung vorgesehen, dass das Prallelement einen nach oben gekrümmten Randbereich aufweist. Die von der Pulpe beaufschlagte Seite
14a des Randbereichs ist strömungsgünstig ausgestaltet, ist beispielsweise ein Teil einer Torusfläche. Die Umlenkung der Pulpe wird noch dadurch verbessert, dass ein zentraler Bereich des Prallelements als ein sich zur Ausströmöffnung hin verjüngender Kegel ausgebildet ist. Der Kegel bewirkt auch, dass der auftreffende Pulpestrom in Umfangsrichtung gleichmäßig verteilt wird. - Bei einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist der Axialabstand zwischen der Ausströmöffnung und dem Prallelement variierbar. Auf diese Weise kann beispielsweise die Geschwindigkeit und damit die Energie, mit der die Partikel auf das Prallelement auftreffen, an die Erfordernisse des jeweiligen Partikelgemenges angepasst und auch der Durchmischungsgrad der Pulpe beeinflusst werden. Die Variierbarkeit des genannten Axialabstands wird vorzugsweise mit Hilfe eines höhenverstellbaren Einleitungsrohrs bewerkstelligt.
- Die Erfindung wird nun unter Bezugnahme auf die beigefügte Zeichnung, die eine Flotationszelle in einem schematisierten Längsschnitt zeigt, näher erläutert.
- Die Zeichnung zeigt eine Flotationszelle
1 , die einen eine oberseitige Öffnung2 aufweisenden Behälter3 und ein in diesen hinein ragendes Einleitungsrohr4 umfasst. Ein oberer Längsabschnitt5 des Behälters3 ist trichterförmig erweitert und ist von einem ebenfalls trichterförmig erweiterten Auffangbehälter6 umgriffen. Der Boden7 des Behälters3 ist ebenfalls trichterförmig ausgebildet, wobei an der Spitze des Trichters ein Auslass8 angeordnet ist. - Das Einleitungsrohr
4 ist zentral im Behälter3 angeordnet und erstreckt sich in Vertikalrichtung. Im Falle eines im Querschnitt kreisrunden Behälters3 erstreckt sich das Einleitungsrohr4 koaxial zur Mittellängsachse9 des Behälters3 . Flotationszellen1 der in Rede stehenden Art dienen beispielsweise zur Trennung von Partikelgemengen bei der Erzgewinnung und sind für einen relativ großen Durchsatz ausgelegt. Sie haben beispielsweise eine Höhe von etwa 4 m und eine Querschnittsfläche von etwa 9 m2. Das Einleitungsrohr4 , das eine wesentlich geringere Querschnittsfläche als der Behälter3 aufweist, endet mit einer Außenströmöffnung10 im Bereich des Bodens7 . Mit Axialabstand12 der Ausströmöffnung10 gegenüber liegend, ist ein Prallelement12 angeordnet, in der Draufsicht in Ausströmrichtung13 der Pulpe gesehen kreisförmig ausgebildet ist. Es weist einen nach oben umgebogenen Randbereich14 auf. Dessen von der Pulpenströmung beaufschlagte Seite14a ist in strömungsgünstiger Weise gekrümmt. Sie ist z.B. Teil einer Torusfläche. Ein zentraler, von der Mittellängsachse15 des Einleitungsrohres4 zentral geschnittener Bereich ist als sich nach oben verjüngender Kegel16 , genauer als Kreiskegel ausgestaltet. Das Prallelement12 kann somit als eine kreisförmige Rinne mit halbkreisförmigem Querschnitt angesehen werden, wobei deren radial innen liegende Wände den Kegel16 bilden. Das Prallelement12 besteht aus einem verschleißfestem Material, beispielsweise aus einem Keramikmaterial oder ist mit einem solchen Material beschichtet. In Frage kommt auch eine Beschichtung aus einem verschleißfesten gummiartigen Polymermaterial oder Nickelbeschichtung mit Hartmaterialeinschlüssen. - In Betrieb der Flotationszelle
1 wird eine ein Partikelgemenge enthaltende Pulpe über das Einleitungsrohr4 dem Bodenbereich des Behälters3 zugeführt. Die Pulpe verlässt die Ausströmöffnung10 in Ausströmrichtung13 und trifft auf das Prallelement12 auf. Durch den Kegel16 wird der Pulpenstrom gleichmäßig auf die Fläche des Prallelementes12 verteilt und durch de Randbereiche14 nach oben umgelenkt, was durch die Pfeile17 in der Abbildung verdeutlicht ist. Die über das Einleitungsrohr zugeführte Pulpe ist mit Luftblasen versetzt. Die mit der Pulpenflüssigkeit – in der Regel Wasser – nicht benetzbaren Partikel bleiben an den Luftblasen haften und werden mit diesen nach oben transportiert. Das auf der Pulpe auch schwimmende Konzentrat wird gegebenenfalls unter zu Hilfenahme von Abstreifern in den Auffangbehälter6 überführt und über einen an dessen Grund vorhandenen Auslass18 entfernt. Benetzbare Partikel sinken im Randbereich des Behälters3 nach unten und gelangen in den trichterförmigen Boden7 , was durch die Pfeile19 angedeutet ist. - Das Prallelement
12 bewirkt, wie weiter oben schon ausgeführt, dass die mit hoher Geschwindigkeit aus der Austrittsöffnung10 austretenden Partikel abgebremst und so umgelenkt werden, dass sie auf ihrem Weg zur Öffnung2 des Behälters3 mit einem im wesentlichen parallel zur Mittellängsachse9 bzw. zur Innenwandung des Behälters3 verlaufenden Bewegungsrichtung transportiert werden, und dadurch auf die Behälterwand nur mit relativ geringer abrasiver Wirkung einwirken. Die Wechselwirkung der Pulpe mit dem Prallelement12 bewirkt auch eine innige Durchmischung der Pulpenflüssigkeit mit Partikeln und Luftblasen.
Claims (6)
- Flotationszelle, mit einem oberseits geöffneten bottichartigen Behälter (
3 ) zur Aufnahme einer im Wesentlichen aus einer Flüssigkeit und einem zu trennenden Partikelgemenge gebildeten Pulpe, wobei zur Einleitung der Pulpe in den Behälter (3 ) wenigstens ein Einleitungsrohr (4 ) vorhanden ist, das mit einer Ausströmöffnung (10 ) nahe dem Boden (7 ) des Behälters (3 ) endet, wobei der Ausströmöffnung (10 ) in Ausströmrichtung (13 ) der Pulpe mit Axialabstand gegenüberliegend ein Prallelement (12 ) angeordnet ist. - Flotationszelle nach Anspruch 1, bei der das Einleitungsrohr (
4 ) zentral im Behälter angeordnet ist und sich zumindest mit einem die Ausströmöffnung (10 ) tragenden Endabschnitt vertikal erstreckt. - Flotationszelle nach Anspruch 1 oder 2, bei der das Prallelement (
12 ) einen nach oben gekrümmten Randbereich (14 ) aufweist. - Flotationszelle nach Anspruch 3, bei der ein zentraler Bereich des Prallelements (
12 ) als ein sich zur Ausströmöffnung (10 ) hin verjüngender Kegel (16 ) ausgebildet ist. - Flotationszelle nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei der der Axialabstand (
11 ) zwischen der Ausströmöffnung (10 ) und dem Prallelement variierbar ist. - Flotationszelle nach Anspruch 5, mit einem höhenverstellbaren Einleitungsrohr (
4 ).
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