DE102006040759B3 - Toleranzausgleichsanordnung - Google Patents
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Abstract
Die Erfindung betrifft eine Toleranzausgleichsanordnung zum selbsttätigen Ausgleich fertigungs- und/oder montagebedingter Toleranzen zwischen einem ersten (1) und einem zweiten Bauteil (2) mit einer Schraube (3) mit einem Außengewinde einer ersten Gangrichtung, die durch die beiden Bauteile (1, 2) hindurch steckbar und mit ihrem Kopf an dem ersten Bauteil (1) abstützbar ist, einer Mutter (4) mit einem Innengewinde einer entgegengesetzten zweiten Gangrichtung, die mit dem zweiten Bauteil (2) fest verbunden ist, und einer Ausgleichsbuchse (5), die eine durchgehende Bohrung mit einem Innengewinde einer ersten Gangrichtung passend zum Außengewinde der Schraube (3) und ein Außengewinde der zweiten Gangrichtung passend zum Innengewinde der Mutter (4) hat, wobei die Ausgleichsbuchse (5) durch Reibschluss mit der Schraube (3) verbindbar ist, und bei Überwindung des Reibschlusses relativ zur Schraube (3) drehbar ist, so dass die Schraube (3), wenn sie in die Ausgleichsbuchse (5) eingesteckt und gedreht wird, die Ausgleichsbuchse (5) durch Reibschluss mitdreht und hierdurch entgegen der Einsteckrichtung aus der Mutter (4) zwecks Toleranzausgleich herausschraubt und, wenn sich die Ausgleichsbuchse (5) an das erste Bauteil (1) angelegt hat, mit dem Innengewinde der Ausgleichsbuchse (5) zum Verspannen der beiden Bauteile (1, 2) verschraubbar ist, wobei der Reibschluss zwischen der Ausgleichsbuchse (5) und der Schraube (3) durch einen Klebstoff erzeugt wird. Um diese bekannte ...
Description
- Die vorliegende Erfindung betrifft eine Toleranzausgleichsanordnung zum selbsttätigen Ausgleich fertigungs- und/oder montagebedingter Toleranzen zwischen einem ersten und einem zweiten Bauteil mit einer Schraube mit einem Außengewinde einer ersten Gangrichtung, die durch die beiden Bauteile hindurch steckbar und mit ihrem Kopf an dem ersten Bauteil abstützbar ist, einer Mutter mit einem Innengewinde einer entgegengesetzten zweiten Gangrichtung, die mit dem zweiten Bauteil fest verbunden ist, und einer Ausgleichsbuchse, die eine durchgehende Bohrung mit einem Innengewinde der ersten Gangrichtung passend zum Außengewinde der Schraube und ein Außengewinde der zweiten Gangrichtung passend zum Innengewinde der Mutter hat, wobei die Ausgleichsbuchse durch Reibschluss mit der Schraube verbindbar ist, und bei Überwindung des Reibschlusses relativ zur Schraube drehbar ist, so dass die Schraube, wenn sie in die Ausgleichsbuchse eingesteckt und gedreht wird, die Ausgleichsbuchse durch Reibschluss mitdreht und hierdurch entgegen der Einsteckrichtung aus der Mutter zwecks Toleranzausgleich herausschraubt und, wenn sich die Ausgleichsbuchse an das erste Bauteil angelegt hat, mit dem Innengewinde der Ausgleichsbuchse zum Verspannen der beiden Bauteile verschraubbar ist, wobei der Reibschluss zwischen der Ausgleichsbuchse und der Schraube durch einen Klebstoff erzeugt wird
- Eine solche Toleranzausgleichsanordnung ist aus der
DE 42 28 625 C1 bekannt. - Bei dieser bekannten Toleranzausgleichsanordnung wird der Reibschluss zwischen der Mutter und der Ausgleichsbuchse durch einen Klebstoff erzeugt.
- Diese bekannte Toleranzausgleichsanordnung weist gewisse Schwächen auf und ist daher verbesserungsbedürftig.
- Es ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, die bekannte Toleranzausgleichsanordnung insgesamt zu verbessern.
- Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe bei einer Toleranzausgleichsanordnung der eingangs genannten Art dadurch gelöst, dass es sich bei dem Klebstoff um einen mikroverkapselten Klebstoff handelt, dass die Ausgleichsbuchse an einem Ende einen Flansch aufweist, mit dem sie im montierten Zustand an dem ersten Bauteil anliegt, und dass die Ausgleichsbuchse an ihrem dem Flansch abgewandten Ende einen Anlagebund aufweist, dessen Innendurchmesser kleiner ist als das Außengewinde der Schraube.
- Durch die Wahl des Klebstoffes kann in besonders einfacher Weise ein sicherer Reibschluss zwischen der Mutter und der Ausgleichsbuchse realisiert werden. Außerdem können infolge der erfindungsgemäßen Ausgestaltung die eingeleiteten Kräfte sicher verteilt und das Spiel zwischen dem Innengewinde der Mutter und dem Außengewinde der Ausgleichsbuchse kompensiert werden.
- Die Unteransprüche beinhalten vorteilhafte Weiterbildungen und Ausgestaltungen der erfindungsgemäßen Toleranzausgleichsanordnung.
- Damit die Ausgleichsbuchse definiert aufgeweitet werden kann, ist bei der vorstehend skizzierten Ausgestaltung die Ausgleichsbuchse vorteilhafterweise zumindest im Bereich des Anlagebundes geschlitzt ausgebildet. Hierdurch wird auf einfache und gleichzeitig zuverlässige Weise eine sichere Spielkompensation zwischen der Mutter und der Ausgleichsbuchse gewährleistet.
- Um bei schwergängigem Gewinde, z. B. verursacht durch Späne oder Verschmutzung, die Ausgleichsbuchse wieder aus der Mutter herausdrehen zu können, ist als Notfunktion die Ausgleichsbuchse im Bereich des Flansches mit einem Innensechskant versehen, so dass die Ausgleichsbuchse mit Hilfe eines Innensechskantschlüssel aus der Mutter entfernt werden kann.
- Der mikroverkapselte Klebstoff kann nach einer ersten Ausführungsform der Erfindung auf das Außengewinde der Schraube und dort vorteilhafterweise nur auf das dem Kopf entgegengesetzte Ende der Schraube aufgebracht sein.
- Alternativ kann nach einer zweiten Ausführungsform der mikroverkapselte Klebstoff auch auf das Innengewinde der Ausgleichsbuchse und dort vorteilhafterweise nur auf das der Schraube zugewandte Ende der Ausgleichsbuchse aufgebracht sein.
- Besonders einfach gestaltet sich die Anbringung der Mutter, wenn diese nach einer bevorzugten Weiterbildung als Schweißmutter ausgebildet ist, die an dem zweiten Bauteil angeschweißt ist.
- Weitere Einzelheiten, Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung anhand der Zeichnung. Diese zeigt eine schematische Darstellung einer erfindungsgemäßen Toleranzausgleichsanordnung.
- Die in der einzigen Figur dargestellte Toleranzausgleichsanordnung dient zum Verspannen eines ersten Bauteils
1 und eines zweiten Bauteils2 und gleichzeitigem Toleranzausgleich im Abstand A zwischen den beiden Bauteilen1 und2 . Der Abstand A zwischen den beiden Bauteilen1 und2 unterliegt Schwankungen aufgrund fertigungsbedingter Bauteiltoleranzen und/oder montagebedingter Toleranzen in der Vor- bzw. Endmontage, welche durch die erfindungsgemäße Toleranzausgleichsanordnung ausgeglichen werden. - Die Toleranzausgleichsanordnung besteht aus einer Schraube
3 , einer Mutter4 und einer Ausgleichsbuchse5 . Zusätzlich kann eine Beilagscheibe6 für die Schraube3 vorgesehen werden. - Die Schraube
3 ist eine übliche Schraube mit einem Kopf7 und einem rechtsgängigen Außengewinde. Das Außengewinde ist zumindest in dem vom Kopf7 der Schraube3 abgewandten Bereich mit einem mikroverkapselten Klebstoff beschichtet. - Die Mutter
4 ist als Scheißmutter ausgebildet ist und an dem zweiten Bauteil2 festgelegt. Sie weist ein linksgängiges Innengewinde auf. - Die Ausgleichsbuchse
5 besteht aus einem hohlen Buchsenkörper mit einem an einem Ende vorgesehenen Flansch8 und weist ein rechtsgängiges Innengewinde, das passend zu dem rechtsgängigen Außengewinde der Schraube3 ausgebildet ist, sowie ein linksgängiges Außengewinde, das passend zu dem linksgängigen Innengewinde der Mutter4 ausgebildet ist, auf. Außerdem ist die Ausgleichsbuchse5 mit einem Anlagebund9 versehen, der einen kleineren Innendurchmesser als das Außengewinde der Schraube3 aufweist und an dem vom Flansch8 abgewandten Ende der Ausgleichsbuchse5 angeordnet ist. Dies kann z. B. durch einen gewindelosen Abschnitt im Bereich des Anlagebundes9 realisiert werden. Zumindest im Bereich des Anlagebundes9 ist die Ausgleichsbuchse5 geschlitzt und beispielsweise in 4 Segmente aufgeteilt, um ein präzises Aufweiten der Ausgleichsbuchse5 zu gewährleisten. Weiterhin ist im Bereich des Flansches8 ein Innensechskant10 angeordnet, mit dessen Hilfe, z. B. bei einer Schwergängigkeit des Gewindes, die Ausgleichsbuchse5 wieder aus der Mutter4 herausgedreht werden kann. - Anstatt das Außengewinde der Schraube
3 mit dem mikroverkapselten Klebstoff zu beschichten kann auch das Innengewinde der Ausgleichsbuchse5 im Bereich des Flansches8 mit dem mikroverkapselten Klebstoff beschichtet werden. - Die erfindungsgemäße Toleranzausgleichsanordnung funktioniert wie folgt:
Zunächst wird die Mutter4 mit dem zweiten Bauteil2 verschweißt, dann wird die Ausgleichsbuchse5 in die Mutter4 eingeschraubt. Wenn die Bauteile1 und2 mit gegenseitigem Abstand A vormontiert sind, wird die Schraube3 durch zueinander ausgerichtete Löcher der Bauteile1 und2 in Einsteckrichtung in die Ausgleichsbuchse5 geschraubt. Dabei kommt es durch den auf das Außengewinde der Schraube3 bzw. das Innengewinde der Ausgleichsbuchse5 aufgetragenen mikroverkapselten Klebstoff zu einem Reibschluss zwischen der Schraube3 und der Ausgleichsbuchse5 . - Wird nun die Schraube
3 weiter gedreht, so dreht sie die Ausgleichsbuchse5 durch den über den mikroverkapselten Klebstoff erzeugten Reibschluss zwischen dem Außengewinde der Schraube4 und dem Innengewinde der Ausgleichsbuchse5 mit. Da das Außengewinde der Ausgleichsbuchse5 und das Innengewinde der Mutter4 als linksgängiges Gewinde (also gegensinnig zum rechtsgängigen Außengewinde der Schraube3 ) ausgebildet sind, wird die Ausgleichsbuchse5 von der Schraube3 entgegen der Einsteckrichtung aus der Mutter4 solange heraus gedreht, bis die Ausgleichsbuchse5 mit ihrem Flansch8 an der Unterseite des ersten Bauteils1 anliegt. Da nun die Ausgleichsbuchse5 an dem ersten Bauteil1 fest anliegt, kann sie von der Schraube3 nicht mehr weiter gedreht werden. Nunmehr ist der Abstand zwischen den beiden Bauteilen1 ,2 festgelegt. - Wird jetzt die Schraube
3 unter Überwindung des Reibschlusses zwischen der Schraube3 und der Ausgleichsbuchse5 weiter gedreht, schraubt sich die Schraube3 in die Ausgleichsbuchse5 hinein. Dabei läuft das vordere Ende des Außengewindes der Schraube3 auf den am unteren Ende der Ausgleichsbuchse5 angeordneten Anlagebund9 auf. Da der Anlagebund9 einen geringeren Innendurchmesser als das Außengewinde der Schraube3 aufweist und die Ausgleichsbuchse5 in diesem Bereich geschlitzt ausgebildet ist, wird beim weiteren Eindrehen der Schraube3 in die Ausgleichsbuchse5 diese im Bereich des Anlagebundes9 aufgeweitet, wodurch das Spiel zwischen dem Außengewinde der Ausgleichsbuchse5 und dem Innengewinde der Mutter4 eliminiert wird. Nunmehr sind die beiden Bauteile1 und2 im Abstand A fest miteinander verspannt. - Dadurch, dass infolge des Aufweitens des Anlagebundes
9 das Spiel zwischen dem Außengewinde der Ausgleichsbuchse5 und dem Innengewinde der Mutter4 eliminiert wird, ist die erfindungsgemäße Toleranzausgleichsanordnung auch besonders gut in der Lage, dynamische Belastungen aufzunehmen. Auch wird hierdurch ein Ausschlagen des Gewindes vermieden. - Die vorhergehende Beschreibung der vorliegenden Erfindung dient nur zu illustrativen Zwecken und nicht zum Zwecke der Beschränkung der Erfindung. Im Rahmen der Erfindung sind verschiedene Änderungen und Modifikationen möglich, ohne den Umfang der Erfindung sowie ihrer Äquivalente zu verlassen.
-
- 1
- erstes Bauteil
- 2
- zweites Bauteil
- 3
- Schraube
- 4
- Mutter
- 5
- Ausgleichsbuchse
- 6
- Beilagscheibe
- 7
- Kopf
- 8
- Flansch
- 9
- Anlagebund
- 10
- Innensechskant
Claims (8)
- Toleranzausgleichsanordnung zum selbsttätigen Ausgleich fertigungs- und/oder montagebedingter Toleranzen zwischen einem ersten (
1 ) und einem zweiten Bauteil (2 ) mit einer Schraube (3 ) mit einem Außengewinde einer ersten Gangrichtung, die durch die beiden Bauteile (1 ,2 ) hindurch steckbar und mit ihrem Kopf an dem ersten Bauteil (1 ) abstützbar ist, einer Mutter (4 ) mit einem Innengewinde einer entgegengesetzten zweiten Gangrichtung, die mit dem zweiten Bauteil (2 ) fest verbunden ist, und einer Ausgleichsbuchse (5 ), die eine durchgehende Bohrung mit einem Innengewinde einer ersten Gangrichtung passend zum Außengewinde der Schraube (3 ) und ein Außengewinde der zweiten Gangrichtung passend zum Innengewinde der Mutter (4 ) hat, wobei die Ausgleichsbuchse (5 ) durch Reibschluss mit der Schraube (3 ) verbindbar ist, und bei Überwindung des Reibschlusses relativ zur Schraube (3 ) drehbar ist, so dass die Schraube (3 ), wenn sie in die Ausgleichsbuchse (5 ) eingesteckt und gedreht wird, die Ausgleichsbuchse (5 ) durch Reibschluss mitdreht und hierdurch entgegen der Einsteckrichtung aus der Mutter (4 ) zwecks Toleranzausgleich herausschraubt und, wenn sich die Ausgleichsbuchse (5 ) an das erste Bauteil (1 ) angelegt hat, mit dem Innengewinde der Ausgleichsbuchse (5 ) zum Verspannen der beiden Bauteile (1 ,2 ) verschraubbar ist, wobei der Reibschluss zwischen der Ausgleichsbuchse (5 ) und der Schraube (3 ) durch einen Klebstoff erzeugt wird, dadurch gekennzeichnet, dass es sich bei dem Klebstoff um einen mikroverkapselten Klebstoff handelt, dass die Ausgleichsbuchse (5 ) an einem Ende einen Flansch (8 ) aufweist, mit dem sie im montierten Zustand an dem ersten Bauteil (1 ) anliegt, und dass die Ausgleichsbuchse (5 ) an ihrem dem Flansch (8 ) abgewandten Ende einen Anlagebund (9 ) aufweist, dessen Innendurchmesser kleiner ist als das Außengewinde der Schraube (3 ). - Toleranzausgleichsanordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Ausgleichsbuchse (
5 ) zumindest im Bereich des Anlagebundes (9 ) geschlitzt ausgebildet ist. - Toleranzausgleichsanordnung nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Ausgleichsbuchse (
5 ) im Bereich des Flansches (8 ) einen Innensechskant (10 ) aufweist. - Toleranzausgleichsanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der mikroverkapselte Klebstoff auf das Außengewinde der Schraube (
3 ) aufgebracht ist. - Toleranzausgleichsanordnung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der mikroverkapselte Klebstoff nur auf das dem Kopf (
7 ) entgegengesetzte Ende der Schraube (3 ) aufgebracht ist. - Toleranzausgleichsanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der mikroverkapselte Klebstoff auf das Innengewinde der Ausgleichsbuchse (
5 ) aufgebracht ist. - Toleranzausgleichsanordnung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der mikroverkapselte Klebstoff nur auf das der Schraube (
3 ) zugewandte Ende der Ausgleichsbuchse (5 ) aufgebracht ist. - Toleranzausgleichsanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die die Mutter (
4 ) als Schweißmutter ausgebildet ist, die an dem zweiten Bauteil (2 ) angeschweißt ist.
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2006
- 2006-08-31 DE DE200610040759 patent/DE102006040759B3/de active Active
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