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Die
vorliegende Erfindung betrifft ein Autofokus-System für ein optisches
Instrument, das ein Objekt abbildet. Das Autofokus-System weist
eine Einstrahlungsoptik zur Erzeugung eines Einstrahlungsstrahlengangs
auf, der ein Autofokus-Muster
auf dem Objekt erzeugt, wobei der Einstrahlungsstrahlengang mittels
eines Umlenkelements auf das Objekt gelenkt wird. Weiterhin weist
das Autofokus-System eine Autofokus-Auswerteeinheit auf, der ein
Detektorstrahlengang mittels eines Umlenkelements zugeführt wird,
wobei dieser Detektorstrahlengang die vom Objekt reflektierte Strahlung
des Einstrahlungsstrahlengangs repräsentiert. Die Erfindung betrifft
weiterhin ein Verfahren zum Autofokussieren unter Verwendung eines
entsprechenden Autofokus-Systems.
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Eine
Autofokus-Anordnung ist aus der
DE 41 31 737 C2 bekannt. Diese wird für ein Stereomikroskop
mit einem Hauptobjektiv eingesetzt. Bei diesem Autofokus-System
wird durch eine Projektionsoptik ein Projektionsstrahlengang erzeugt,
wobei die Projektionsoptik eine Laserdiode, eine Kollimatorlinse, optional
einen Abschwächer
und eine Zylinderlinse hintereinandergeschaltet aufweist. Hierdurch
wird in einer Fokalebene das Bild einer strichförmigen Markierung erzeugt,
das seinerseits mittels einer weiteren Linse, eines Umlenkelements
und dem Hauptobjektiv des Stereomikroskops auf die Objektoberfläche abgebildet
wird. Der Projektionsstrahlengang erzeugt somit als Autofokus-Muster
ein Linien muster auf der Objektoberfläche. Mittels eines weiteren
Umlenkelements wird ein Teil des Beobachtungsstrahlengangs, der
das vom Objekt reflektierte Licht des Projektionsstrahlengangs enthält, ausgekoppelt
und einem lichtempfindlichen, ortsauflösenden und aus mehreren sensitiven
Einzelelementen bestehenden Positionsdetektor als Autofokus-Auswerteeinheit zugeführt. Hier
entspricht der Projektionsstrahlengang dem eingangs erwähnten Einstrahlungsstrahlengang
und der ausgekoppelte Beobachtungsstrahlengang dem eingangs erwähnten Detektorstrahlengang.
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Bei
diesem bekannten Autofokus-System führt eine Defokussierung zu
einer lateralen Verschiebung des Bildes der strichförmigen Markierung auf
dem Positionsdetektor, die über
die Autofokus-Auswerteeinheit registriert und als Regelsignal zum
Nachfokussieren für
einen Fokusmotor verwendet wird. Hauptkriterium bei diesem bekannten
Autofokus-System
ist die Tatsache, dass dort der Projektionsstrahlengang bis zum
Objekt vollständig
außerhalb
der Beobachtungsstrahlengänge
verläuft
und somit vom Projektionsstrahlengang verursachte Störreflexe
am Objektiv in die Beobachtungsstrahlengänge hinein weitgehend ausgeschlossen
sind. Zur Autofokussierung wird motorisch die Schnittweite des verwendeten
Objektivs verstellt oder das komplette Stereomikroskop wird motorisch
entlang der optischen Achse verfahren.
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Ein
anderes Autofokus-System ist aus der
EP 1 241 506 A2 bekannt. Hier wird eine (Video-)
Kamera, die zu Dokumentationszwecken an einem Operationsmikroskop
vorhanden ist, zum Auffinden der richtigen Fokuslage des Mikroskops
verwendet. Die Kamera weist einen Bildaufnehmer und eine Signalprozessoreinheit
auf, wobei letztere die optimale Fokussierung beispielsweise nach
der Kontrastmethode ermittelt. Mittels einer Schnittstelle in der
Kamera und einer weiteren Schnittstelle im Mikroskop werden die
in der Kamera erzeugten Regelsignale zur Fokussierung in eine Steuereinheit
des Mikroskops übertragen,
wobei letztere entsprechende Stelleinheiten im Mikroskop ansteuert,
die die Objektivbrennweite zur Autofokussierung verändern. Außer der
genannten (Video-) Kamera wird bei diesem Autofokus-System kein
separates Messmodul verwendet.
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In
der
DE 197 245 483
A1 ist eine Autofokus-Anordnung beschrieben, bei der jeweils
ein Umlenkelement für
einen Einstrahlungs-/Projektionsstrahlengang sowie einen Detektorstrahlengang
vorgesehen ist. Diese Umlenkelemente können auch durch eine mehrteilige
Prismenanordnung ersetzt werden. Die Umlenkelemente bzw. die Prismenanordnung
sind hierbei (vom abzubildenden Objekt aus gesehen) hinter einem
Vergrößerungsvariationssystem
eines optischen abbildenden Instruments angeordnet.
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Die
DE 697 20 458 T2 offenbart
ein Konfokalmikroskop mit einem Mikrospiegelarray, dessen Spiegelelemente
in einer "on"- oder "off"-Position sein können, wobei
Beleuchtungslicht über
Mikrospiegelelemente in der "on"-Position in die
Objektebene fokussiert wird und von dort ausgehendes Fluoreszenzlicht über den
selben optischen Weg zu einer Kamera geführt wird, während Licht, das aus Bereichen
außerhalb
des Fokus stammt, über
die Mikrospiegel in "off"-Position zu einer
weiteren Kamera geleitet werden. Weiterhin sind aus den Druckschriften
DE 198 11 202 A1 und
WO 2006/021205 A1 optische Instrumente zur Rasterung von Probenoberflächen bekannt,
wobei diese optischen Instrumente Mikrospiegelarrays einsetzen.
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Ausgehend
von diesem bekannten Stand der Technik stellt sich der vorliegenden
Erfindung die Aufgabe, ein Autofokus-System anzugeben, das mit möglichst
geringem konstruktiven Aufwand eine zuverlässige Autofokussierung ermöglicht.
Weiterhin soll ein Verfahren zum Autofokussieren angegeben werden,
das auf schnelle und zuverlässige
Weise eine Autofokussierung ermöglicht.
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Diese
Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein
Autofokus-System
gemäß Anspruch
1 sowie durch ein Verfahren zum Autofokussieren gemäß Anspruch
9 gelöst.
Vorteilhafte Ausgestaltungen ergeben sich aus den jeweiligen Unteransprüchen und der
nachfolgenden Beschreibung.
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Die
Erfindung geht von einem Autofokus-System für ein optisches Instrument,
das ein Objekt abbildet, aus, wobei dieses System eine Einstrahlungsoptik
zur Erzeugung eines Einstrahlungsstrahlengangs aufweist, der ein
Autofokus-Muster auf dem Objekt erzeugt, wobei der Einstrahlungsstrahlengang
mittels eines Umlenkelements auf das Objekt gelenkt wird. Das System
weist weiterhin eine Autofokus-Auswerteeinheit auf, der ein Detektorstrahlengang
mittels eines Umlenkelements zugeführt wird, wobei dieser Detektorstrahlengang
vom Objekt reflektierte Strahlung des Einstrahlungsstrahlengangs
umfasst. Mittels der Autofokus-Auswerteeinheit kann in bekannter
Weise die vom Objekt reflektierte Strahlung des auf der Objektoberfläche erzeugten
Autofokus-Musters hinsichtlich Lage, Form und/oder Intensität ausgewertet
und hieraus eine maximale Schärfenposition
abgeleitet werden. Erfindungsgemäß ist bei
diesem System als Umlenkelement für den Einstrahlungsstrahlengang
und als Umlenkelement für
den Detektorstrahlengang gemeinsam ein Mikrospiegelarray mit individuell
ansteuerbaren und einstellbaren Mikrospiegeln vorgesehen.
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Ein
solches Mikrospiegelarray besteht in der Regel aus einer zweidimensionalen
Anordnung mit einer Vielzahl von Mikrospiegeln, die entweder einzeln
oder in geeigneter Kombination in ihrer Winkelstellung elektronisch
angesteuert und damit verstellt werden können. Hierbei bleibt das die
Mikrospiegel aufnehmende Grundelement in seiner Lage unverändert. Dennoch
kann im Mikrobereich die Spiegelorientierung verändert werden. Dies hat die
gleiche Wirkung wie das Verkippen eines Makrospiegels. Im Gegensatz
zur Verkippung eines Makrospiegels bedarf die Verkippung der Mikrospiegel
bei feststehendem Grundelement viel weniger Raum. Zudem werden durch
die Erfindung zwei Umlenkelemente (jeweils einer für den Einstrahlungsstrahlengang
und den Detektorstrahlengang) durch ein einziges Mikrospiegelarray
ersetzt. Somit werden die Anzahl der benötigten Komponenten und der
Platzbedarf eines Autofokus-Systems reduziert.
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Durch
den erfindungsgemäßen Einsatz
eines Mikrospiegelarrays als Umlenkelement für den das Autofokus-Muster
erzeugenden Einstrahlungsstrahlengang kann dieses Autofokus-Muster in seiner Lage
und Geometrie sowie in seiner Lichtintensität durch entsprechende Ansteuerung
des Spiegel-Arrays
gezielt verändert
werden, wobei sich Lage, Geometrie und Intensität zudem zeitlich variieren
lassen. Das Autofokus-Muster kann beispielsweise punktförmig, kreisförmig, spalt-,
ring-, linien-, streifen- oder mondphasenförmig sein. Somit bietet der Einsatz
eines Mikrospiegelarrays vielfältige
Möglichkeiten
zur Erzeugung geeigneter Autofokus-Muster.
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Das
erfindungsgemäße Autofokus-System hat
zudem den bedeutenden Vorteil, dass es kein separates Autofokus-Modul
mit einer Spezialbeleuchtung (Laser) benötigt, sondern bei einem optischen Instrument,
das zur Beleuchtung des Objekts eine Beleuchtungsoptik verwendet,
die vorhandene Beleuchtungsoptik zum Auffinden der Fokuslage ausnutzen
kann. Hierbei wird nämlich
der das Autofokus-Muster erzeugende Einstrahlungsstrahlengang durch
zumindest einen Teil des Beleuchtungsstrahlengangs gebildet, der
von der Beleuchtungsoptik des optischen Instruments erzeugt wird.
Hierzu müssen
die Mikrospiegel des Mikrospiegelarrays derart einstellbar sein,
dass aus dem Beleuchtungsstrahlengang das Autofokus-Muster auf dem
Objekt erzeugt werden kann. Hierzu werden auf dem Mikrospiegelarray
eine bestimmte Menge der Mikrospiegel so geschaltet und verkippt,
dass es als geometrischer Strahlenteiler wirkt. Durch individuell
angesteuerte Mikrospiegel-Bereiche können so die das Autofokus-Muster bildenden
Strahlen erzeugt werden. Gleichzeitig dient das Mikrospiegelarray
zum Auskoppeln des Detektorstrahlengangs, wobei auch hierzu wieder
Mikrospiegelbereiche so geschaltet und verkippt werden, dass die
vom Objekt reflektierte Strahlung aus dem Bereich des Autofokus-Musters auf der Objektoberfläche auf
die Autofokus-Auswerteeinheit
gelenkt wird.
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Zusätzlich oder
alternativ zur Erzeugung des Autofokus-Musters mittels geeignet angesteuerter Bereiche
des Mikrospiegelarrays kann in den Beleuchtungsstrahlengang ein
Mikrodisplay eingebracht werden, durch das das gewünschte Autofokus-Muster
auf dem Objekt erzeugt wird. Durch den Ein satz eines oder mehrerer
Mikrodisplays in den Beleuchtungs- strahlengang, vorzugsweise zwischen dem
Umlenkelement (Mikrospiegelarray) und der Lichtquelle, kann wiederum
die Lage, Geometrie und/oder Intensität des Autofokus-Musters durch
entsprechende Ansteuerung des Mikrodisplays vorgegeben und variiert
werden. Die bereits im Zusammenhang mit der Erzeugung des Autofokus-Musters durch
das Mikrospiegelarray besprochenen Ausgestaltungen sowie die dort
geschilderten Vorteile gelten in analoger Weise für den Einsatz
eines Mikrodisplays.
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Mikrodisplays
sind in gleicher Weise wie Mikrospiegelarrays als solche im Stand
der Technik bekannt. Daher sollen Einzelheiten der Ansteuerung von
Mikrospiegelarrays bzw. Mikrodisplays in vorliegender Patentanmeldung
nicht im einzelnen erläutert werden.
Hierzu sei auf die Literatur des Standes der Technik verwiesen.
Mikrodisplays werden etwa in Video- oder Bildschirmbrillen integriert
und werden auch als Displays für
Handcomputergeräte,
wie Mobiltelefone, PDAs etc. verwendet. Unter dem Begriff Mikrodisplay
sollen auch mikroelektromechanische Systeme (MEMS) fallen, die mit
winzigen Spiegeln ausgerüstet
sind und mit Front- und Rückprojektion arbeiten.
Weiterhin lassen sich Mikrodisplays in transmissive und reflektive
Displays einteilen, wobei transmissive Displays in den genannten
technischen Anwendungen mit Hintergrundbeleuchtung arbeiten. Solch
ein transmissives Display kann folglich im Rahmen vorliegender Erfindung
von dem Beleuchtungsstrahlengang "beleuchtet" oder durchsetzt werden. Auf diesem
Display können
Bildmuster generiert werden, die das Autofokus-Muster in gewünschter
Weise festlegen oder verändern.
Nachteil transmissiver Displays bei diesem Einsatz ist der häufig schlechte Transmissionsgrad,
so dass auch reflektive Displays zum Einsatz kommen können. Hierdurch
wird die Effizienz der Beleuchtung wesentlich gesteigert. Wird ein
sol ches reflektives Display in den Beleuchtungsstrahlengang einer
Beleuchtungsoptik zwischen Umlenkspiegel (Mikrospiegelarray) und
Lichtquelle oder Lichtleiter eingesetzt, muss der Strahlengang wegen der
Reflektion am Display zusätzlich
gefaltet werden.
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Als
Lichtquelle der Einstrahlungsoptik kann eine Weißlicht- oder eine Farblichtquelle oder eine
Infrarot emittierende Lichtquelle, wie eine Diode, vorgesehen sein.
Das Autofokus-Muster kann dann als hell-/dunkel-Muster bei einer
Weißlichtquelle
oder farbig beispielsweise bei einer Mehrfarben-LED-Lichtquelle
dargestellt werden. Die Muster können
aber auch im unsichtbaren Spektralbereich (beispielsweise Infrarot)
dargestellt werden. Die Art der Darstellung hängt davon ab, ob der Anwender das
Autofokus-Muster zur Erkennung der "Zielfokuslage" wünscht.
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Zur
Auswertung des Detektorstrahlengangs weist die Autofokus-Auswerteeinheit
vorteilhafterweise ein CCD-Array mit auswertbaren Einzelelementen auf.
Solche Auswerteeinheiten sind aus dem Stand der Technik bekannt
und sollen daher im Rahmen vorliegender Erfindung nicht im Detail
erläutert
werden.
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Der
erfindungsgemäße Einsatz
eines Mikrospiegelarrays erlaubt dessen Verwendung als Umlenkelement
für den
Einstrahlungsstrahlengang, den Beleuchtungsstrahlengang sowie als
Umlenkelement für
den Detektorstrahlengang. Zu diesem Zweck können die entsprechenden Bereiche
des Mikrospiegelarrays fest eingestellt (feste Verkippung der Mikrospiegel
in den jeweiligen Bereichen) sein, es ist aber auch eine sequentielle
(zeitlich aufeinanderfolgende) Einstellung möglich, wobei hier die Flimmergrenze beachtet
werden muss.
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Mit
dem geschilderten Autofokus-System wird ein Verfahren zum Autofokussieren
eines optischen Instruments ermöglicht,
wie es eingangs geschildert wurde, wobei nunmehr für das Umlenkelement
des Einstrahlungsstrahlengangs sowie für das Umlenkelement des Detektorstrahlengangs
ein gemeinsames Mikrospiegelarray mit individuell ansteuerbaren
und einstellbaren Mikrospiegeln verwendet wird. Zu den Vorteilen
des Verfahrens sei auf die bereits geschilderten Vorteile des erfindungsgemäßen Autofokus-Systems
verwiesen.
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Die
Erfindung ermöglicht
insbesondere ein vorteilhaftes Verfahren zur Autofokussierung, bei dem
von ausgewählten
Bereichen des Mikrospiegelarrays zwei oder mehr Punktstrahlen erzeugt
werden, die als Autofokus-Muster ein Punktmuster auf dem Objekt
erzeugen, wobei durch Winkelverstellung der Mikrospiegel in den
jeweiligen Bereichen des Mikrospiegelarrays eine Annäherung und schließlich eine
Verschmelzung der Punkte des Punktmusters auf dem Objekt vorgenommen
wird. Nach dem Prinzip der Triangulation liefert diese Winkelstellung
der Mikrospiegel bzw. die Winkelstellung der Punktstrahlen zueinander
bei bekanntem Abstand der die Punktstrahlen erzeugenden Bereiche auf
dem Mikrospiegelarray beim Verschmelzen der Punkte ein Maß für eine Objektentfernung
(bspw. zum Mikrospiegelarray oder zu einem Objektiv des optischen
Instruments). Bei diesem Verfahren können die Punktstrahlen mit
Vorteil wiederum aus dem vorhandenen Beleuchtungsstrahlengang abgelenkt oder
ausgekoppelt werden.
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Solange
auf der Objektoberfläche
zwei oder mehr Punkte, die von den Punktstrahlen erzeugt werden,
zu sehen sind, befindet sich die Objektoberfläche nicht im Schnittpunkt der
Punktestrahlen. Der Einfachheit halber werden im folgenden zwei
Punktstrahlen betrachtet, die von Mikrospiegelbereichen erzeugt
werden, deren Mikrospiegeln in einer Ebene oder in zueinander parallelen
Ebenen liegen. Werden die Mirospiegel eines Bereiches aus dieser
Ebene herausgekippt (gleiche Verkipplungswinkel der Mikrospiegel
in einem Bereich), kann bei geeignetem Verkippungswinkel der entsprechende
Punktstrahl in Richtung des anderen gelenkt werden. In gleicher Weise
kann (zusätzlich)
ein geeigneter Verkippungswinkel für den anderen Bereich gewählt werden,
so dass beide Punktstrahlen aufeinander zu gelenkt werden. Die analoge
Betrachtung gilt für
Punktstrahlen, die durch sphärische
Ausrichtung von Mikrospiegeln aus entsprechenden Bereichen des Mikrospiegel-Arrays
erzeugt werden, wobei der Verkippungswinkel dann gemäß der Veränderung
der Richtung der Hauptachse des Punktstrahls zu definieren ist.
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Die
Verkippung der Mikrospiegel in den die Punktstrahlen erzeugenden
Bereichen des Arrays und damit der Winkel, den die Punktstrahlen
einschließen,
wird nun solange verändert,
bis der Schnittpunkt der Punktstrahlen auf der Objektoberfläche zum
Liegen kommt. In diesem Moment verschmelzen die vorher getrennten
Punkte der Punktstrahlen zu einem einzigen (Schnitt-) Punkt. Aus
dem dann jeweils eingestellten Verkippungswinkel der Mikrospiegel
in den beiden Bereichen, die die Punktstrahlen erzeugen, sowie aus
dem Abstand dieser beiden Bereiche läßt sich durch Triangulation
die Entfernung der Bereiche zur Objektoberfläche bestimmen. Die Berechnungsmethoden
bei der Triangulation sind bekannt und sollen daher im folgenden nicht
explizit ausgeführt
werden.
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Das
Verfahren funktioniert in ähnlicher
Weise auch dann, wenn der Einstrahlungs- bzw. Beleuchtungsstrahlengang über das
Hauptobjektiv eines optischen Instruments (wie Mikroskop) geführt wird,
so dass auch die Punktstrahlen über
das Hauptobjektiv verlaufen. In diesem Fall ist bei der Triangulationsberechnung
noch die Brechung der Punktstrahlen durch das Hauptobjektiv zu berücksichtigen.
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Somit
können
bestimmten Verkippungswinkeln der Bereiche auf dem Mirospiegelarray
entsprechende Objektentfernungen und somit die notwendigen Verschiebungen
zur Autofokussierung zugeordnet werden. Bei einem optischen Instrument
mit einem Objektiv fester Brennweite (beispielsweise Brennweite
von 20 cm) und einer bestimmten oder errechneten Objektentfernung
zum Objektiv (beispielsweise von 25 cm) muss das Objektiv entsprechend
verschoben werden (im betrachteten Beispielfall um 5 cm näher an das
Objekt herangebracht werden), um eine scharfe Abbildung zu erzeugen.
Bei optischen Instrumenten mit einem Objektiv variabler Brennweite
(Varioobjektiv) ist es möglich,
die Brennweite entsprechend anzupassen (im betrachteten Beispielsfall
auf 25 cm). Selbstverständlich
können die
genannten Einstellmöglichkeiten
(Verschieben des Objektivs oder des gesamten optischen Instruments
und Einstellung einer variablen Brennweite) auch miteinander kombiniert
werden, beispielsweise für
den Fall, dass die aufgefundene Entfernung von Objekt und Objektiv
außerhalb
des Brennweitenbereichs des Varioobjektivs liegt.
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Die
Erfindung ermöglicht
zudem eine Erkennung der Richtung der vorzunehmenden Fokussierung
(also beispielsweise der Richtung, in die das Hauptobjektiv verfahren
werden muss). Wandern die beiden erzeugten Punkte auf der Objektoberfläche bei
einer zunehmenden Vergrößerung der
Verkippung der Mikrospiegel aufeinander zu, so befindet sich das
Objekt oberhalb des Schnittpunkts der Punktstrahlen, und das Hauptobjektiv
muss von der Objektoberfläche
weggefahren werden. Wandern bei zunehmendem Verkippungswinkel die
Punkte voneinander weg, so liegt das Objekt unterhalb des Schnittpunkts
der Punktstrahlen und das Hauptobjektiv muss in Richtung Objekt
geschoben werden. Somit kann bereits während des Autofokussiervorgangs
die Richtung bestimmt werden, in die das Hauptobjektiv verschoben
werden muss, sobald die tatsächliche
Objektentfernung festgestellt ist.
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Eine
andere Möglichkeit
der Autofokussierung ergibt sich, wenn zwei oder mehr Punktstrahlen von
ausgewählten
Bereichen auf dem Mikrospiegelarray erzeugt werden, wobei diese
Punktstrahlen über
ein Objektiv des optischen Instruments auf das Objekt gelenkt werden,
auf dem sie ein Punktmuster als Autofokus-Muster erzeugen, und wobei
durch Verschieben des Objektivs – in der Praxis des gesamten
Mikroskops – in
Fokusrichtung, also entlang der optischen Achse des Objektivs, die
Autofokussierung vorgenommen wird. Eine besonders einfache und vorteilhafte
Ausgestaltung dieses Verfahrens besteht darin, dass zwei oder mehr
parallele Punktstrahlen erzeugt werden, und dass das Objektiv solange
in Fokusrichtung verschoben wird, bis die auf dem Objekt erzeugten
Punkte des Punktmusters auf dem Objekt zu einem Punkt miteinander
verschmelzen. Dann ist die richtige Stellung des Objektivs gefunden.
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Beispielsweise
werden zwei parallele Punktstrahlen zweckmäßigerweise parallel zur optischen Achse
des Objektivs auf dieses gerichtet, so dass beide Strahlen in der
objektseitigen Fokusebene des Objektivs sich schneiden. Liegt das
Objekt außerhalb dieser
Fokusebene, ergeben sich statt eines Punktes zwei Punkte, die von
der Autofokus-Auswerteeinheit als
solche erkannt werden. Es wird nunmehr das Objektiv in Fokusrichtung,
d.h. in diesem Fall in Richtung seiner optischen Achse verschoben,
bis das Objekt in der Fokusebene liegt und somit nur noch ein Punkt
von der Autofokus-Auswerteeinheit detektiert wird. Diese zweite
Methode der Autofokussierung kann in bestimmten Fällen schneller
und einfacher durchzuführen
sein als die oben geschilderte erste Methode. Selbstverständlich ist
diese zweite Methode auch bei anderen Anordnungen, also bei spielsweise
nicht parallelen Punktstrahlen und/oder nicht symmetrisch zur optischen
Achse des Objektivs verlaufenden Punktstrahlen, anwendbar, wobei
in solchen Fällen
jedoch meist nicht unmittelbar die richtige Stellung des Objektivs
von der Autofokus-Auswerteeinheit ermittelt werden kann, sondern
etwaige Zwischenrechnungen und daraus resultierende Korrekturen
vorgenommen werden müssen,
um den richtigen Abstand zwischen Objektiv und Objekt zu bestimmen,
der der Brennweite des Objektivs entsprechen muss.
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Bei
Verwendung eines Objektivs variabler Brennweite (Varioobjektiv)
ist es wieder möglich,
anstelle einer Veränderung
des Abstands des Objektivs zum Objekt zur Autofokussierung die Brennweite
des Objektivs anzupassen. Wiederum können beide Fokussierarten kombiniert
werden, etwa wenn das Objekt außerhalb
des Brennweitenbereichs des Varioobjektivs liegt.
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Wiederum
ist es auch bei der erläuterten zweiten
Methode der Autofokussierung schnell möglich, die Richtung der vorzunehmenden
Fokussierung zu erkennen, indem wiederum beobachtet wird, ob sich
die erzeugten Punkte aufeinander zu oder voneinander weg bewegen,
wenn das Objektiv verfahren wird bzw. die Brennweite des Objektivs
angepasst wird. Hierzu sei sinngemäß auf das im Zusammenhang mit
der ersten Methode der Autofokussierung erläuterte verwiesen.
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Zur
Erkennung und Auswertung der zeitlichen und räumlichen Veränderung
des Autofokus-Musters befindet sich neben oder auch nachgeschaltet
hinter dem Hauptobjektiv des optischen Instruments, wie ein Mikroskop,
eine Abbildungseinheit, die das Muster auf ein Sensor-/Detektorelement,
insbesondere CCD-Array, vorzugsweise mit einer hohen Schärfentiefe
bei geringer numerischer Apertur abbildet. Mit einer nachgeschalteten
Auswerteeinheit kann das von diesen Detektorele menten gelieferte
Signal bezüglich
seiner Struktur ausgewertet werden, und über einen Algorithmus kann
anschließend
festgestellt werden, wann, d.h. zum Beispiel bei welcher Winkelstellung
der Mikrospiegel, das Muster einer korrekten Fokuslage entspricht.
Im betrachteten ersten Fall des Punktmusters wird beispielsweise
detektiert, wann ein (Schnitt-) Punkt mit minimaler Ausdehnung,
maximaler Intensität
und maximal steilen Flanken im Profil erzeugt ist. Ist dieser Wert
erreicht, wird über
eine Stelleinheit am Hauptobjektiv dieses insgesamt oder auch nur
in Teilkomponenten zur Autofokussierung verschoben.
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Hauptmerkmale
bei diesen geschilderten Fokussierungsverfahren sind: Es kann der
vorhandene Beleuchtungsstrahlengang des optischen Instruments zur
Autofokussierung verwendet werden, so dass keine Autofokussier-
bzw. Projektionsoptik, wie beim Stand der Technik, eigens bereitgestellt
werden muss. Es wird in einem Fall eine Winkelmessung bei den die
Punktstrahlen erzeugenden Mikrospiegeln bei feststehendem. (Haupt-)
Objektiv des optischen Instruments vorgenommen. Ist der richtige
Winkel und damit eine Objektentfernung bestimmt, wird erst dann
das (Haupt-) Objektiv neu positioniert oder in seiner Brennweite
eingestellt; im anderen Fall kann unmittelbar das (Haupt-) Objektiv
verfahren oder in seiner Brennweite eingestellt werden, bis der
richtige Abstand von Objekt zum Objektiv gefunden ist.
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Bei
einer weiteren Ausführungsvariante
kann bei Verwendung von sichtbar/farblich gestalteten Autofokus-Mustern über eine
Augensteuerung (eye-control oder eye-tracking) dem Anwender die Möglichkeit
gegeben werden, den Fokusmesspunkt an eine beliebige Stelle im Objektfeld
zu legen. Hierzu wird ein eye-tracking-Messsystem elektronisch mit
den Mikrospiegelarray verschaltet. Die Augenbewegung des Anwenders
steuert dann die Lage des Autofokus-Messmusters im Ob jektfeld. Ebenso
sind als Varianten hiervon eine Sprachsteuerung oder als einfachste
Ausführungsform
eine manuelle Ansteuerung denkbar.
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Das
erfindungsgemäße Autofokussierungs-Verfahren
wird vorteilhafterweise automatisch mittels eines Computerprogramms
(oder Mikroprozessorprogramms) implementiert. Dieses Computerprogramm
kann in einer eigens vorgesehenen Rechnereinheit des Autofokus-Systems
oder in einer Rechnereinheit des optischen Instruments vorgesehen
sein oder auch zum Teil oder ganz in der beschriebenen Autofokus-Auswerteeinheit
enthalten sein. Nach Wahl des gewünschten Autofokus-Musters steuert
das Computerprogramm entsprechende Bereiche des Mikrospiegelarrays
an, um dieses Muster auf der Objektoberfläche zu erzeugen. Die Auswertung
des Musters hinsichtlich Ausdehnung, Intensität und/oder Flankensteilheit
kann Bestandteil des Computerprogramms sein. Je nach Ergebnis dieser Auswertung
erfolgt eine automatische Veränderung der
Fokuslage. Bei dem beschriebenen ersten Verfahren zur Autofokussierung
mittels Punktstrahlen steuert das Computerprogramm den Verkippungswinkel
der jeweiligen Mikrospiegel an, bis auf der Objektoberfläche ein
einziger Punkt erkennbar wird. Den entsprechenden Verkippungswinkeln
der Mikrospiegel ist eine bestimmte Objektentfernung zugeordnet.
Somit kann, wie bereits oben geschildert, eine entsprechende Autofokussierung
durch Veränderung
der Objektentfernung und/oder Einstellen der Brennweite, vorgenommen
werden. Bei dem beschriebenen zweiten Verfahren zur Autofokussierung mittels
Punktstrahlen steuert das Computerprogramm unmittelbar eine Positionsverschiebeeinrichtung
zur Verschiebung des Objektivs in Fokusrichtung an, um in Abhängigkeit
der Auswertesignale der Autofokus-Auswerteeinheit die Autofokussierung vorzunehmen.
Bei Verwendung eines Varioobjektivs steuert das Computerprogramm
entsprechend die Einrichtung zur Anpassung der Brennweite des Objektivs
an.
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Im
folgenden sollen die Erfindung und ihre Vorteile anhand von Ausführungsbeispielen
näher erläutert werden,
die durch beigefügte
Zeichnung illustriert sind.
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1 zeigt
schematisch ein aus dem Stand der Technik bekanntes Autofokus-System,
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2 zeigt
schematisch ein entsprechend vorliegender Erfindung abgewandeltes
Autofokus-System in Anlehnung an 1,
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3 zeigt
schematisch ein Mikrospiegelarray mit Bereichen zur Erzeugung von
zwei Punktstrahlen,
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4 veranschaulicht
eine erste Ausführungsform
eines erfindungsgemäßen Verfahrens zum
Autofokussieren mittels zweier Punktstrahlen, wobei
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5 den
zum Zwecke des Einstellens des Fokus geeigneten Zustand darstellt
und
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6 zwei Möglichkeiten des Einstellens des
Fokus veranschaulicht, einmal bei einem Objektiv fester Brennweite
(6a), einmal mit einem Objektiv variabler Brennweite
(6b);
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7 veranschaulicht
eine zweite Ausführungsform
eines erfindungsgemäßen Verfahrens zum
Autofokussieren mittels zweier Punktstrahlen, wobei
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8 den
Abschluss der Autofokussierung nach Verschieben des Objektivs aus
einer in 7 dargestellten Position in
die in 8 dargestellten Endposition zeigt, und
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9 zeigt schematisch ein Mikrospiegel-Array
in Draufsicht (9A) sowie eine beispielhafte
Anordnung von Mikrospiegeln in einer Dimension in Seitenansicht
(9B).
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1 zeigt
ein Autofokus-System für
ein Stereomikroskop gemäß
DE 41 31 737 C2 .
Bezüglich Einzelheiten
sei explizit auf diese Schrift verwiesen. Im folgenden seien daher
nur die Grundprinzipien des Aufbaus gemäß
1 erläutert. Das
Stereomikroskop als optisches Instrument ist insgesamt mit
1 bezeichnet.
Es weist Okularlinsen
2a,
2b, Tubuslinsen
3a,
3b,
ein pankratisches Vergrößerungssystem
5 sowie
ein aus den Linsen
4a,
4b bestehendes Hauptobjektiv
4 auf.
Ebenfalls dargestellt sind die optischen Achsen
29a und
29b der
beiden stereoskopischen Beobachtungsstrahlengänge. Das Autofokus-System umfasst
eine Laserdiode
6 sowie eine Kolimatorlinse
12.
Die optische Achse des erzeugten Projektionsstrahlengangs ist mit
30 bezeichnet.
Das parallele Strahlenbündel
passiert einen nachfolgend angeordneten Abschwächer
13, der für lichtempfindliche
Objekte zuschaltbar ist, sowie eine nachfolgende Zylinderlinse
8,
die das parallele Strahlenbündel
in die Fokalebene
14 der Zylinderlinse
8 als dünne strichförmige Markierung
abbildet. Diese Abbildung wird ihrerseits über eine weitere Linse
9 sowie
ein Umlenkelement
10 und das Hauptobjektiv
4 auf
das Objekt
11 abgebildet. In der erwähnten Schrift wird als Umlenkelement
10 ein
geeigneter Spiegel oder ein Prisma verwendet. Die Komponenten
6,
12,
13,
8 und
9 bilden
die sogenannte Projektionsoptik
7.
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Empfangsseitig
wird der von der Objektoberfläche
reflektierte Laserstrahl nach Passieren des Hauptobjektivs 4 durch
ein Auskoppelelement oder Umlenkelement 15 aus dem Beobachtungsstrahlengang
ausgekoppelt und über
eine weitere Projektionslinse 16 und einen Filter 17 auf
einen ortsauflösenden
Positionsdetektor 18 abgebildet, der Bestandteil der Autofokus-Auswerteeinheit 19 ist.
Zur Vorgehensweise der Autofokussierung sei nochmals auf die genannte
Schrift verwiesen.
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Bei
diesem bekannten Autofokussierungsverfahren ist der Winkel der Einstrahlachse
A des Einstrahlungsstrahlengangs oder Projektionsstrahlengangs ebenso
wie der Winkel der Detektorstrahlengangsachse B in bezug zu den
jeweiligen Umlenkelementen 10 bzw. 15 immer konstant.
Zum Auffinden der korrekten Fokuslage wird das Objektiv verschoben
oder in seiner Schnittweite variiert.
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2 zeigt
eine Ausführungsform
eines Autofokus-Systems gemäß Erfindung
anhand einer Variation des in 1 dargestellten
Aufbaus. Gleiche Komponenten sind mit gleichen Bezugsziffern bezeichnet.
Im folgenden sollen nur die Unterschiede zu dem Aufbau gemäß 1 erläutert werden.
Erfindungsgemäß ist anstelle
der in 1 gezeigten Umlenkelemente 10 und 15 ein
einziges Mikrospiegelarray 20 vorgesehen, das die in 2 dargestellte
Anordnung ermöglicht.
Durch entsprechende Einstellung und Verkippung eines Teils der Mikrospiegel
des Mikrospiegelarrays 20 wird der Einstrahlungsstrahlengang
in das Hauptobjektiv 4 und von dort auf das Objekt 11 gelenkt,
wo es ein Autofokus-Muster
erzeugt. Die von diesem Autofokus-Muster reflektierte Strahlung
wird über
das Hauptobjektiv 4 und das Mikrospiegelarray 20 sowie
den bereits geschilderten Komponenten, Projektionslinse 16 und
Filter 17, auf den Positionsdetektor 18 einer
Autofokus-Auswerteeinheit 19 gelenkt. Hierzu ist ein anderer
Teil der Mikrospiegel des Mikrospiegelarrays 20 derart
eingestellt und verkippt, dass ein weiterer Ablenkwinkel, nämlich der
für die
Achse B des Detektorstrahlengangs realisiert wird. Die erfindungsgemäße dar gestellte
Anordnung ist platzsparend und reduziert die Anzahl der benötigten Komponenten.
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Es
sei darauf hingewiesen, dass bei dem in 2 dargestellten
Aufbau anstelle der als Einstrahlungsoptik 7 dienenden
Projektionsoptik 7, bestehend aus den Komponenten 6, 12, 13, 8 und 9,
eine Beleuchtungsoptik eingesetzt werden kann, wie sie üblicherweise
zur Beleuchtung des Objekts 11 in Stereomikroskopen Verwendung
findet. Somit kann die ohnehin vorhandene Beleuchtungsoptik zur
Autofokussierung verwendet werden, ohne dass eigens eine Autofokussier-
bzw. Projektionsoptik vorgesehen werden muss. Die Komponenten dieser
Beleuchtungsoptik 7 entsprechen im wesentlichen denjenigen
der dargestellten Projektionsoptik 7, mit dem Unterschied,
dass anstelle der Laserdiode 6 auch eine andere übliche Beleuchtungslichtquelle 6 verwendet
werden kann. Zur Erzeugung eines Autofokus-Musters kann dann beispielsweise
anstelle des Abschwächers 13 ein
transmissives Display 21 als Mikrodisplay eingesetzt sein,
dessen Intensitätsverteilung über die
Displayfläche
vorgebbar ist. Ein solches transmissives Display 21 erlaubt
die Erzeugung unterschiedlichster Geometrien von Autofokus-Mustern,
zudem zeitlich variierend, wenn dies erwünscht ist. Zur Erzeugung zweier
Punktstrahlen, wie dies in den beiden bereits geschilderten bevorzugten
erfindungsgemäßen Autofokussierungsverfahren
vorgesehen ist, ist die Helligkeit zweier Punkte auf dem Display
relativ zur Umgebung einstellbar. Zusätzlich oder alternativ können solche
Punktstrahlen auch durch Mikrospiegelbereiche auf dem Mikrospiegelarray 20 unterstützt bzw.
erzeugt werden. Hierzu sei auf 3 verwiesen.
-
Bei
der Anordnung gemäß 2 kann
die Auskopplung des Detektorstrahlengangs auch an anderer Stelle
erfolgen, nämlich
zweckmäßigerweise im
Bereich zwischen den Komponenten 20 (Umlenkelement) und 12 (Kollimatorlinse)
insbesondere zwischen den Komponenten 12 (Kollimatorlinse)
und 13 (Abschwächer)
bzw. 21 (Mikrodisplay). Die Auskopplung könnte mittels
eines (klassischen) Umlenkspiegels erfolgen, wobei selbstverständlich die
Autofokus-Auswerteeinheit 19 mit den vorgeschalteten Komponenten 17 und 16 entsprechend
anzuordnen wären.
In diesem Fall würde
das Mikrospiegelarray 20 bezüglich des Detektorstrahlengangs
dieselbe Umlenkung vornehmen wie bezüglich des Beleuchtungsstrahlengangs.
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3 zeigt
schematisch eine als Einstrahlungsoptik 7 eingesetzte Beleuchtungsoptik 7 in
seitlicher Ansicht sowie ein Mikrospiegelarray 20 in Draufsicht,
wobei zwei Mikrospiegelbereiche a und b durch entsprechende Verkippung
der zugehörigen Mikrospiegel
zwei ablenkbare Punktstrahlen 31 und 32 erzeugen.
Die insgesamt beleuchtete Spiegelfläche des Mikrospiegelarrays 20 ist
mit 33 bezeichnet. Der Einfachheit halber sind die dem
Mikrospiegelarray 20 nachfolgenden Komponenten aus 2 nicht dargestellt. 3 illustriert
das Grundprinzip eines ersten bevorzugten Autofokussierungsverfahrens. Wie
dargestellt, schneiden sich die beiden Punktstrahlen 31 und 32.
Der Schnittwinkel dieser Punktstrahlen 31 und 32 kann
durch Veränderung
des Verkippwinkels der Mikrospiegel in den beiden Teilbereichen
a und b des Mikrospiegelarrays 20 verändert werden. Dieses Grundprinzip
kann wie anhand der folgenden 4 bis 6 erläutert,
zum Autofokussieren eingesetzt werden.
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4 illustriert
den Einstellvorgang, wobei der Schnittwinkel der Strahlen 31 und 32 mit α1 bezeichnet
ist. Die Brennweite des Hauptobjektivs 4 ist mit fHO bezeichnet. Die Strahlengänge 31, 32 verlaufen
in den 4 und 5 in der Realität selbstverständlich nicht
gerade durch das Hauptobjektiv 4, sondern werden durch
dieses gebrochen. Es handelt sich hier nur um eine schematische
Darstellung, um die Grundprinzipien der Autofokussierung zu erläutern. Wie
in diesem Ausführungsbeispiel
ersichtlich, liegt der Schnittpunkt der Punktstrahlen 31, 32 oberhalb
des Objekts 11, so dass auf dem Objekt zwei Punkte 34 und 35 sichtbar
sind. Der Schnittwinkel (α, α1, α2)
der Punktstrahlen 31, 32 hängt vom jeweiligen Verkipplungswinkel
der Mirospiegel in den Bereichen a und b ab. Der Verkipplungswinkel
kann bezüglich einer
festzulegenden Ebene, bspw. die Ebene des die Mikrospiegel aufnehmenden
Grundelements oder eine zur Hauptebene des Objektivs parallel verlaufende
Ebene, definiert werden. Die beiden Punkte 34 und 35 wandern
abhängig
vom jeweiligen Verkippwinkel der Mikrospiegel in den Teilbereichen
a und b des Mikrospiegelarrays 20 voneinander weg oder aufeinander
zu. Somit kann sofort die Richtung der Fokussierung ermittelt werden.
Der Abstand des unscharf abgebildeten Objekts 11 ist hier
größer als
die Brennweite fHO Verringert man den Verkippwinkel (bezogen
auf eine Ebene senkrecht zur optischen Achse) der Mikrospiegel der
Teilbereiche a und b, so wandern die beiden Punkte 34 und 35 auf
dem Objekt 11 aufeinander zu, bis sie schließlich verschmelzen.
Dieser Zustand ist in 5 dargestellt.
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5 entspricht
dem Endpunkt des Messvorgangs. Der Schnittwinkel der beiden Punktstrahlen 31 und 32 ist
mit α2 bezeichnet, wobei α2 < α1.
Die beiden Punkte 34 und 35 sind nun zu einem
einzigen Punkt 36 verschmolzen. Dies kann durch den ortsauflösenden Positionsdetektor 18 der
Autofokus-Auswerteeinheit 19 detektiert werden, da der einzige
Punkt 36 minimale Ausdehnung, maximale Intensität und steile
Flanken im Profil aufweist. Aus dem Winkel α2, der
sich aus den jeweiligen Verkippwinkeln der Mikrospiegel in den Teilbereichen
a und b des Mikrospiegelarrays und den bekannten Brecheigenschaften
des Objektivs 4 ergibt, und dem bekannten Abstand der Teilbereiche
a und b zueinander läßt sich
durch Triangulation eine Entfernung der Mikrospiegel bereiche a,
b oder des Objektivs 4 zum Objekt 11 angeben,
wobei hierbei die Brechung der Punktstrahlen 31, 32 durch
das Objektiv 4 mit berücksichtigt
werden muss. Wie anhand des Beispiels gemäß 5 dargestellt,
beträgt
die Entfernung zum Hauptobjektiv fHO + x.
-
6 stellt nunmehr zwei Möglichkeiten
der Fokussierung dar, wobei bei einem Hauptobjektiv fester Brennweite
( 6a) die Einstellung derart erfolgt, dass mittels
eines Motorantriebs 37 das Hauptobjektiv 4 um
den Betrag × in
Richtung Objekt 11 verschoben wird. Das Objekt 11 liegt
dann im Brennpunkt des Hauptobjektivs 4.
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Anstelle
einer Verschiebung des Hauptobjektivs 4 kann bei einem
Objektiv variabler Brennweite (Varioobjektiv) die Brennweite neu
eingestellt werden, wobei gilt fneu = fHo + x. Hierzu kann wiederum ein Motor 38 die
entsprechenden Komponenten des Hauptobjektivs 4 verstellen.
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Selbstverständlich kann
auch eine Kombination der Einstellmechanismen gemäß 6a und 6b erfolgen,
wenn etwa die Objektentfernung außerhalb des möglichen
Brennweitenbereichs des Varioobjektivs liegt.
-
Anhand
der 4 bis 6 konnte anschaulich erläutert werden,
dass die erfindungsgemäße Ausführungsform
der Autofokussierung vollständig
automatisch ablaufen kann. Die Einstellung der Fokussierung (6) kann bereits anhand der aufgefundenen Winkelstellung
der Mikrospiegel in den Bereichen a und b des Mikrospiegelarrays
(vergleiche 5) erfolgen, ohne dass hierzu
explizit die Objektentfernung mit Hilfe der Triangulation bestimmt
wird. Der Zusammenhang der genannten Verkippwinkel (und damit des
Winkels α)
mit der Objektentfernung ist eindeutig. Die entsprechenden Berechnungsmethoden sind
aus der Triangulation und Optik be kannt und sollen hier daher nicht
im einzelnen dargelegt werden.
-
Die 7 und 8 illustrieren
eine weitere mögliche
Methode der Autofokussierung, wobei hier wiederum zwei Punktstrahlen 31, 32 von
zwei Bereichen a, b eines Mikrospiegelarrays 20 erzeugt
werden. Die beiden Punktstrahlen 31, 32 verlaufen
zunächst
parallel zueinander, wobei zur besseren Verständlichkeit in 7 ein
paralleler und bezüglich
der optischen Achse des Hauptobjektivs 4 symmetrischer
Verlauf der Punktstrahlen 31 und 32 angenommen
wird. Es sei, wie bereits an anderer Stelle vermerkt, darauf hingewiesen,
dass die beiden Punktstrahlen 31 und 32 nicht
notwendig nur durch das Mikrospiegelarray 20 erzeugt sein
müssen,
sondern dass alternativ oder zusätzlich
hierzu auch ein Mikrodisplay eingesetzt werden kann, das in den
Beleuchtungsstrahlengang eingesetzt wird und dessen Intensitätsverteilung über die
Displayfläche
entsprechend vorgegeben wird (vergleiche die Ausführungen
im Zusammenhang mit 2).
-
Die
beiden Punktstrahlen 31, 32 werden über das
Objektiv 4 (bspw. Hauptobjektiv 4 eines Stereomikroskops 1)
auf ein Objekt 11 gelenkt, auf dessen Oberfläche sie
ein Punktmuster als Autofokusmuster erzeugen, wobei das Punktmuster
hier aus den beiden Punkten 34 und 35 besteht.
Wie aus 7 ersichtlich, werden zwei Punkte 34 und 35 erzeugt,
da sich das Objekt 11 unterhalb der objektseitigen Fokusebene
des Hauptobjektivs 4 befindet. Das Objektiv 4 ist
in dieser Ausführungsform
mittels einer Positioniereinrichtung in Richtung der optischen Achse
bzw. in Fokusrichtung verschiebbar (angedeutet durch den Doppelpfeil
in 7).
-
Zur
Autofokussierung wird nunmehr das Objektiv 4 in Fokusrichtung
verschoben. Bei einer Verschiebung vom Objekt 11 weg würde sich
der Abstand der Punkte 34 und 35 vergrößern, so
dass die Autofokus-Auswerteeinheit sofort die Richtung der Autofokussierung
umkehren würde.
Durch Verschiebung des Objektivs 4 in Richtung Objekt 11 nähern sich
die Punkte 34 und 35 einander an, bis sie zu einem
Punkt 36 verschmelzen, wie in 8 dargestellt.
Durch Verschiebung des Objektivs 4 um die Strecke x in
Richtung Objekt 11 wird die optimale Fokuslage eingestellt.
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Alternativ
könnte
bei Verwendung eines Varioobjektivs als Hauptobjektiv 4 auch
die Brennweite entsprechend neu (Erhöhung der Brennweite um x) eingestellt
werden. Schließlich
kann auch zusätzlich eine
Verschiebung des Mikroskops inklusive Varioobjektiv vorgenommen
werden, insbesondere wenn die Entfernung des Objektivs 4 zum
Objekt 1 außerhalb des
möglichen
Brennweitenbereichs des Varioobjektivs liegt.
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Zum
Aufbau eines Mikrospiegel-Arrays 20 sei auf 9 verwiesen. 9A zeigt
ein solches Mikrospiegel-Array 20 in einer Draufsicht mit
einer Vielzahl von in einer Matrix angeordneten Mikrospiegel 40.
In erster Reihe angeordnet sind die Mikrospiegel 401 ,1 , 401,2 ,
..., 401,n . In der zweiten Reihe
sind die Mikrospiegel 402 ,1 ,
..., 402,n angeordnet und so fort, bis
in der letzten Reihe die Mikrospiegel 40m,1 , 40m,2 , ..., 40m,n angeordnet
sind. Jeder dieser Mikrospiegel 40 läßt sich individuell oder in
geeigneter Kombination mit anderen Mikrospiegeln 40 ansteuern
und in seiner Raumrichtung einstellen. Die 9B zeigt
einen Schnitt entlang der Linie A-A aus 9A. 9B verdeutlicht
die räumliche
Orientierung der Mikrospiegel 40, wobei hierbei beispielhaft
eine sphärische
Ausrichtung von Mikrospiegeln 40 dargestellt ist. Eine
solche sphärische
Ausrichtung in einem Bereich a, b des Mikrospiegel-Arrays 20 eignet sich
beispielsweise zur Erzeugung eines Punkt- oder kreisförmigen Strahls 31, 32 (vergleiche 3).
Die Vorgehensweise der Ansteuerung der Mikrospiegel 40 eines Mikrospiegel-Arrays 20 soll
vorliegend nicht näher
erläutert
werden, da Mikrospiegel-Arrays prinzipiell aus dem Stand der Technik
bekannt sind.
-
Die
Erfindung hat den Vorteil, kein separates Autofokus-Modul mit einer Spezialbeleuchtung
zu benötigen,
sondern die vorhandene Mikroskopbeleuchtung nutzen zu können. Das
System ist zudem in der Lage, die Richtungskorrektur bei der Findung der
Fokuslage sofort zu erkennen. Weitere Möglichkeiten der Ausführungsformen
und weitere Vorteile wurden bereits oben in der Beschreibung angegeben.
Diese können
vom Fachmann ohne weiteres auf die vorliegenden Ausführungsbeispiele
gemäß den beigefügten Figuren übertragen
werden. Es sei lediglich der Vollständigkeit halber darauf hingewiesen, dass
die Erfindung auch realisiert werden kann, wenn das Mikrospiegelarray
außerhalb
oder neben dem Hauptobjektiv
4 des Stereomikroskops
1 liegt.
Ein hierfür
geeigneter Aufbau ist beispielsweise aus der
US 5,748,367 A bekannt. Insofern sei
hierzu explizit auf diese Schrift verwiesen.
-
- 1
- optisches
Instrument, Stereomikroskop
- 2a,
2b
- Okularlinsen
- 3a,
3b
- Tubuslinsen
- 4
- Objektiv,
Hauptobjektiv
- 4a,
4b
- Linsen
des Hauptobjektivs
- 5
- Vergrößerungssystem
- 6
- Laserdiode,
Lichtquelle
- 7
- Einstrahlungsoptik,
Projektionsoptik, Beleuch
-
- tungsoptik
- 8
- Zylinderlinse
- 9
- Linse
- 10
- Umlenkelement
- 11
- Objekt
- 12
- Kollimatorlinse
- 13
- Abschwächer
- 14
- Fokalebene
- 15
- Auskoppelelement,
Umlenkelement
- 16
- Projektionslinse
- 17
- Filter
- 18
- Positionsdetektor
- 19
- Autofokus-Auswerteeinheit
- 20
- Mikrospiegelarray
als Umlenkelement
- 21
- Mikrodisplay
- 29a,
29b
- optische
Achsen
- 30
- optische
Achse
- 31
- Punktstrahl
- 32
- Punktstrahl
- 33
- beleuchtete
Spiegelfläche
- 34
- Punkt
auf Objekt
- 35
- Punkt
auf Objekt
- 36
- Punkt
auf Objekt
- 37
- Motorantrieb
- 38
- Motorantrieb
- a
- Bereich
des Mikrospiegelarrays
- b
- Bereich
des Mikrospiegelarrays
- A
- Einstrahlungsstrahlengangsachse
- B
- Detektorstrahlengangsachse
- α, α1, α2
- Schnittwinkel
der Punktstrahlen 31, 32
- fHO
- Brennweite
des Hauptobjektivs