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Die
vorliegende Erfindung betrifft ein Mikroskop mit einem Hauptobjektiv
mit einer in Richtung der optischen Achse des Hauptobjektivs verschiebbaren Linsenbaugruppe
zur Brennweitenänderung
und mit einer Beleuchtungseinheit mit Beleuchtungs-Umlenkmitteln
zur Umlenkung eines Beleuchtungsstrahlengangs zur Erzeugung eines
auf eine Objektebene gerichteten Beleuchtungsstrahlengangs, wobei
zur Zentrierung der Beleuchtung die Position der Beleuchtungs-Umlenkmittel
abhängig
von einer Brennweitenänderung
des Hauptobjektivs verstellbar ist.
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Derartige
Mikroskope sind aus der
DE
195 23 712 C2 und der
DE 195 37 868 B4 bekannt. In der erstgenannten
DE 195 23 712 C2 ist
ein Stereomikroskop mit einem Hauptobjektiv veränderlicher Brennweite, einem
nachgeschalteten Zoomsystem und einem Binokulartubus sowie einer
benachbart zum Hauptobjektiv angeordneten Beleuchtungseinheit offenbart.
Das Hauptobjektiv besteht aus einer festen und einer bewegbaren
Linse zur Änderung
der Brennweite und der Schnittweite des Hauptobjektivs. Die feste,
negative Linse des Hauptobjektivs ist zur Objektebene hin angeordnet,
die bewegliche, positive Linse ist dahinter (von der Objektebene
abgewandt) angeordnet. Eine Bewegung der beweglichen Linse in Richtung
von der Objektebene weg führt
zu einer Verkleinerung der Brennweite des Hauptobjektivs. Zur optimalen
Beleuchtung der sich vertikal verschiebenden Objektebene wird in
dieser Schrift vorgeschlagen, zur Zentrierung der Beleuchtung die
Position eines Beleuchtungs-Umlenkelements abhängig von einer Brennweitenänderung
des Hauptobjektivs zu verstellen. Dies geschieht dadurch, dass die als
Beleuchtungs- Umlenkelement
verwendete Prismenlinse derart verschwenkt wird, dass der Beleuchtungsstrahlengang
der veränderten
Objektebene nachgeführt
wird. Hierzu ist die Prismenlinse drehbar um eine Achse gelagert,
die senkrecht zu einer Ebene steht, die von der vertikalen optischen
Achse des Hauptobjektivs und dem im wesentlichen horizontal geneigt
auf die Prismenlinse fallenden Beleuchtungsstrahlengang aufgespannt
wird. Hierdurch kann für alle
Stellungen der Objektabgewandten, beweglichen Linse des Hauptobjektivs
eine Fokussierung des Beleuchtungslichtes in den jeweiligen Brennpunkt
des Hauptobjektivs gewährleistet
werden.
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Die
in dieser Schrift vorgeschlagene Kopplung der Drehbewegung des Beleuchtungs-Umlenkelements
mit der linearen (vertikalen) Bewegung der objektabgewandten Linse
des Hauptobjektivs erfordert sehr sensitive Drehbewegungen des Beleuchtungs-Umlenkelements
in Relation zur Bewegung der Linse und stellt hohe Anforderungen
an die mechanische Kopplung, die in dieser Schrift konstruktiv aufwendig
ausgeführt
ist. Störungen
wirken sich hierbei direkt für
den Anwender sichtbar (speziell bei hohen Vergrößerungen) aus. Weiterhin erweist
sich die Größe der Fläche des
Umlenkelements als nachteilig, die ausreichend groß sein muss,
um auch im Falle der Kippung des Beleuchtungs-Umlenkelements das
gesamte Beleuchtungsbüschel
abzudecken. Als Beleuchtungs-Umlenkelemente können Spiegel oder die erwähnten Prismenlinsen
eingesetzt werden. Bei der Verwendung von Spiegeln ist mit einer
Vergrößerung der
Spiegelfläche
der zusätzliche
Nachteil einer größeren erforderlichen
Dicke der Spiegelfläche
verbunden. Insgesamt steigt somit der Platzbedarf und die Höhe des zu
bewegenden Gewichts.
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In
der genannten
DE 195
37 868 B4 ist eine Beleuchtungseinrichtung für ein Stereomikroskop
mit einem Objektiv mit variabler Abbildungs-Schnittweite offenbart,
wobei eine Be leuchtungs-Schnittweitenvariation über ein von der Beobachtungsoptik
separiertes optisches System möglich
ist. Es sind Mittel zur Kopplung der genannten Schnittweiten offenbart,
die bewirken, dass Beleuchtungs-Schnittweite und Abbildungs-Schnittweite übereinstimmen.
Des weiteren sind dort Mittel zur Kopplung vorgesehen, die gewährleisten,
dass die Winkelstellung eines Umlenkelements der Beleuchtungseinrichtung
in Abhängigkeit
von der jeweiligen Abbildungs- und Beleuchtungs-Schnittweite derart
verändert
wird, dass immer eine zentrierte Ausleuchtung des betrachteten Sehfelds
erfolgt. Da zur Zentrierung der Beleuchtung auch hier mit Drehbewegungen
des Beleuchtungs-Umlenkelements gearbeitet wird, ergeben sich auch
hier wieder die genannten Nachteile.
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Eine
grundsätzlich
andere Möglichkeit
der Beleuchtungszentrierung ergibt sich dadurch, dass die Beleuchtung
durch das Hauptobjektiv des Mikroskops geführt wird. Diese Lösung ist
in den Operationsmikroskopmodellen M520 und M525 der Anmelderin
umgesetzt. Hier richtet das Beleuchtungs-Umlenkelement den Beleuchtungsstrahlengang
zum und durch das Hauptobjektiv mit veränderlicher Brennweite, so dass
die Beleuchtung stets im Fokus zentriert liegt.
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Die
bisher genannten Mikroskope setzen vertikale Zoomsysteme ein, d.
h., die Längsachse des
Zoomsystems liegt parallel zur optischen Achse des Hauptobjektivs.
Wird zusätzlich
die Beleuchtung oberhalb des Hauptobjektivs in dasselbige eingespeist,
entsteht in vertikaler Richtung ein hoher Platzbedarf, der in vertikaler
Richtung zu relativ hochbauenden Mikroskopen führt. Dies wiederum ist aus
ergonomischen Gründen
von Nachteil, da der Abstand von Okular zu Hauptobjektiv größer wird.
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Zur
Lösung
des letztgenannten Problems ist in der
EP 1 424 582 B1 ein Stereomikroskopaufbau vorgeschlagen,
bei dem ein "liegendes", d. h. mit seiner
Längsachse
horizontal angeordnetes Zoomsystem realisiert ist. Hierzu befindet
sich zwischen Hauptobjektiv und Zoomsystem ein Umlenkelement, das
den Beobachtungsstrahlengang aus einer im wesentlichen vertikalen
Richtung in eine im wesentlichen horizontale Richtung umlenkt und
dem in einer ersten Horizontalebene angeordneten Zoomsystem zuführt. Mittels
weiterer Umlenkelemente wird der aus dem Zoomsystem austretende
Beobachtungsstrahlengang in eine zweite Horizontalebene umgelenkt,
die im wesentlichen parallel zur ersten Horizontalebene verläuft, und
in der optische Zusatzkomponenten angeordnet sind. Bezüglich Einzelheiten
des Aufbaus und der Funktionsweise eines solchen Stereomikroskops
mit "liegendem" Zoomsystem sei ausdrücklich auf
die genannte europäische
Patentschrift hingewiesen.
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Die
Beleuchtungseinheit ist bei diesem Stereomikroskop im wesentlichen
benachbart zum Hauptobjektiv und unterhalb des Zoomsystems angeordnet,
wobei der Beleuchtungsstrahlengang außerhalb des Hauptobjektivs
geführt
wird. Anstelle einer Beleuchtungszentrierung kann mittels genügend großem Leuchtfeld
dafür gesorgt
werden, dass das visuelle Gesichtsfeld bei Brennweitenänderung
des Hauptobjektivs stets ausgeleuchtet ist. Ein derart großzügig ausgelegtes
Beleuchtungsfeld erfordert eine entsprechend groß ausgelegte Beleuchtungsapertur
und somit Beleuchtungseinheit, was sich wiederum negativ auf die
Ergonomie des Mikroskops auswirkt. Ein weiterer Nachteil hierbei
ist, dass die Homogenität
der Beleuchtung (Intensität
im Leuchtfeld) nicht für
alle Positionen des Multifokus (Varioobjektivs) gleich sein kann.
Es wird lediglich ein anderer Ausschnitt des insgesamt zur Verfügung gestellten Beleuchtungsfeldes
genutzt.
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Die
vorliegende Erfindung soll insbesondere zur Beleuchtungszentrierung
bei einem Mikroskopaufbau geeignet sein, der "liegende" Zoomsysteme einsetzt.
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Aufgabe
vorliegender Erfindung ist, in technisch einfacher Art und Weise
eine Zentrierung der Beleuchtung bei einer Brennweitenänderung
des Hauptobjektivs des Mikroskops zu realisieren.
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Die
Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein
Mikroskop gemäß Patentanspruch
1 gelöst.
Vorteilhafte Ausgestaltungen ergeben sich aus den Unteransprüchen und
der nachfolgenden Beschreibung.
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Das
erfindungsgemäße Mikroskop
besitzt ein Hauptobjektiv mit veränderlicher Brennweite, wozu
eine in Richtung der optischen Achse des Hauptobjektivs verschiebbare
Linsenbaugruppe vorgesehen ist. Die Begriffe Multifokus oder Varioobjektiv
sollen in dieser Anmeldung ein solches Hauptobjektiv veränderlicher
Brennweite bezeichnen. Ohne Beschränkung der Allgemeinheit soll
im folgenden davon ausgegangen werden, dass dieses Hauptobjektiv
aus einem festen Teil und einem verschiebbaren Teil besteht, wobei
jedes der Teile eine Linsenbaugruppe beinhaltet. Eine Linsenbaugruppe
kann eine Einzellinse oder eine Kombination von Linsen umfassen.
Das Varioobjektiv kann beispielsweise so aufgebaut sein, dass der
untere, objektzugewandte Teil feststehend, der obere, objektabgewandte
Teil beweglich ausgebildet ist. Durch Verwendung eines solchen Varioobjektivs
kann in einem bestimmten Bereich auf unterschiedliche Objektebenen
fokussiert werden.
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Das
erfindungsgemäße Mikroskop
weist weiterhin eine Beleuchtungseinheit mit Beleuchtungs-Umlenkmitteln
zur Umlenkung eines Beleuchtungsstrahlengangs zur Erzeugung eines auf
eine Objektebene gerichteten Beleuchtungsstrahlengangs auf, wobei
zur Zentrierung der Beleuchtung die Position der Beleuchtungs-Umlenkmittel
abhängig
von einer Brennweitenänderung
des Hauptobjektivs verstellbar ist. Ohne Beschränkung der Allgemeinheit soll – soweit
nicht anders ausgeführt – angenommen
werden, dass die Beleuchtungseinheit zunächst einen horizontal gerichteten
Beleuchtungsstrahlengang erzeugt, dessen Achse im wesentlichen senkrecht
(oder geneigt) zur optischen Achse des Hauptobjektivs steht. Die
Beleuchtungs-Umlenkmittel lenken diesen Beleuchtungsstrahlengang
in Richtung Objektebene auf den Fokus des Hauptobjektivs. Die optische
Achse des Hauptobjektivs steht in diesem Fall senkrecht auf die
Objektebene.
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Erfindungsgemäß sind die
Beleuchtungs-Umlenkmittel wenigstens zum Teil integriert in der
verschiebbaren Linsenbaugruppe des Hauptobjektivs ausgeführt und
verändern
somit ihre Position abhängig
von einer Brennweitenänderung
des Hauptobjektivs. Auf diese Weise wird es möglich, die Beleuchtungszentrierung
unmittelbar und zwangsweise mit einer Brennweitenänderung
mitzuführen. Die
bisher bekannte und technisch aufwendige Kopplung der Brennweitenänderung
mit einer Dreh- oder Kippbewegung eines Beleuchtungs-Umlenkelements kann
auf diese Weise entfallen.
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Bei
dem mit der verschiebbaren Linsenbaugruppe des Hauptobjektivs integrierten
Teil der Beleuchtungs-Umlenkmittel kann es sich beispielsweise um
ein Umlenkelement, wie ein Umlenkspiegel oder -prisma, handeln,
das fest mit der verschiebbaren Linsenbaugruppe verbunden ist. Andererseits
kann es sich bei dem genannten Teil der Beleuchtungs-Umlenkmittel auch
um eine zumindest teilweise verspiegelte Linsenfläche der
verschiebbaren Linsenbaugruppe des Hauptobjektivs handeln. Im folgenden
soll anhand dieser beiden genannten Alternativen die Erfindung – ohne Beschränkung der
Allgemeinheit – erläutert werden.
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Das
mit der verschiebbaren Linsenbaugruppe des Hauptobjektivs fest verbundene
Umlenkelement kann eine planare oder eine sphärische Spiegelfläche aufweisen.
Eine sphärische
Spiegelfläche besitzt
strahlverändernde
Eigenschaften, die vorteilhaft eingesetzt werden können. Auch
ein Umlenkelement mit Freiformspiegelfläche kann zu diesem Zweck genutzt
werden.
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Eine
besonders bevorzugte Ausführungsform
der Erfindung ist die bereits genannte zumindest teilweise Verspiegelung
einer Linsenfläche
der verschiebbaren Linsenbaugruppe des Hauptobjektivs. Die verspiegelte
Linsenfläche
kann dabei dieselbe oder aber eine unterschiedliche Linsen- oder
Flächenkrümmung aufweisen
wie die nichtverspiegelte Fläche.
Eine solch unterschiedliche Linsenkrümmung kann beispielsweise über eine
angekittete Linse realisiert werden. Diese angekittete Linse verändert beispielsweise
nicht die für
den Beobachtungsstrahlengang vorgegebene (abbildende) Linsenkrümmung, besitzt
aber im reflektierenden Bereich eine für die Beleuchtungszentrierung
entsprechend angepasste Linsenkrümmung.
Der gleiche Effekt lässt
sich auch mit einer einzigen Linse mit Freiformfläche erzielen.
Die genannten Bereiche (Bereich für Abbildung und Bereich für Reflexion)
auf der Linse besitzen dann einen kontinuierlichen Übergang.
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Eine
teilweise verspiegelte Linsenfläche
ist üblicherweise
nicht eben, sondern besitzt aufgrund der Flächenkrümmung positive oder negative
Brechkraft, also fokussierende oder defokussierende Wirkung. In
diesem Fall kann folglich die verspiegelte Linsenfläche wie
eine zusätzliche
Linse für
die Beleuchtungseinheit eingesetzt werden.
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In
sämtlichen
der genannten Fälle
kann es zweckmäßig sein,
wenn die Beleuchtungs-Umlenkmittel ein weiteres Umlenkelement aufweisen,
das mit dem mit der Linsenbaugruppe des Hauptobjektivs integrierten
Teil der Beleuchtungs-Umlenkmittel
in optischer Wechselwirkung steht, insbesondere diesem integrierten
Teil vorgeschaltet ist. Hierdurch lässt sich der Auftreffwinkel
des Beleuchtungsstrahlengangs auf den integrierten Teil der Beleuchtungs-Umlenkmittel,
also beispielsweise auf das Umlenkelement oder auf die verspiegelte
Linsenfläche, in
einfacher und zuverlässiger
Weise optimal einstellen, indem der Beleuchtungsstrahlengang zunächst auf
das weitere Beleuchtungs-Umlenkelement gerichtet wird, bevor es
von dort auf den mit der Linsenbaugruppe integrierten Teil der Beleuchtungs-Umlenkmittel
gelenkt wird, von wo der Beleuchtungsstrahlengang wiederum in Richtung
Objektebene gelenkt wird. Es hat sich herausgestellt, dass das genannte
weitere Umlenkelement statisch sein kann, also nicht dreh- oder
kippbar gelagert sein muss. Die Beleuchtungszentrierung, d. h. die
notwendige laterale Verschiebung des Leuchtfelds bei einer Brennweitenänderung
des Hauptobjektivs und damit einer Sehfeldänderung kann allein dadurch
bewerkstelligt werden, dass der Beleuchtungsstrahlengang an der verschiebbaren
Linsenbaugruppe des Hauptobjektivs reflektiert wird.
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Zum
teilweisen Verspiegeln einer Linsenfläche der verschiebbaren Linsenbaugruppe
des Hauptobjektivs kann beispielsweise der Großteil des von dem oder den
Beobachtungsstrahlengängen
genutzten Linsenbereichs entspiegelt werden und der zur Reflexion
genutzte Bereich, der insbesondere in der Linsenperipherie liegt,
verspiegelt werden.
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Da
Einzellinsen sowie mehrgliedrige Linsengruppen über verschiedene, insbesondere
unterschiedlich gekrümmte,
Linsen flächen
verfügen,
kann je nach Aufbau des Hauptobjektivs und der Beleuchtungseinheit
eine geeignete Linsenfläche
zur Verspiegelung ausgewählt
werden.
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Prinzipiell
lassen sich zwei verschiedene Möglichkeiten
zur Änderung
der Brennweite eines Hauptobjektivs unterscheiden, auf die im Folgenden näher eingegangen
werden soll. Selbstverständlich sind
viele verschiedene Aufbauten von Varioobjektiven oder Multifokusobjektiven
bekannt, wobei der Fachmann in der Regel ohne weiteres die vorliegende
Erfindung auf den konkret vorliegenden Aufbau des Varioobjektivs übertragen
können
wird. Dies soll anhand der zwei genannten grundsätzlichen Möglichkeiten illustriert werden:
Das
Varioobjektiv (Multifokusobjektiv) kann aus zwei Linsenbaugruppen
mit Brennweiten unterschiedlichen Vorzeichens aufgebaut sein, die
gegeneinander verschiebbar gelagert sind. Bei diesem Aufbau führt eine
Erhöhung
des Abstands der beiden Linsenbaugruppen voneinander zu einer Verringerung
des Arbeitsabstandes, der Brennweite und der Schnittweite des Hauptobjektivs.
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Als
zweite Möglichkeit
können
zwei Linsenbaugruppen mit Brennweiten positiven Vorzeichens in einem
Varioobjektiv (Multifokusobjektiv) zum Einsatz kommen, die relativ
zueinander verschiebbar gelagert sind. In diesem Fall führt eine
Erhöhung
des Abstandes der beiden Linsenbaugruppen zu einer Erhöhung des
Arbeitsabstands, der Brennweite und der Schnittweite des Hauptobjektivs.
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Ohne
Beschränkung
der Allgemeinheit soll im Folgenden davon ausgegangen werden, dass
bei beiden genannten Möglichkeiten
jeweils die Linsenbaugruppe positiver Brechkraft (Brennweite positiven Vorzeichens)
verschiebbar gelagert ist. Eine Linsenbaugruppe positiver Brennweite,
also beispielsweise eine Sammellinse, besitzt bezogen auf einen
einfallenden Lichtstrahl zunächst
eine konvexe Flächenkrümmung (positiver
Krümmungsradius)
und auf der Lichtaustrittseite eine konkave Linsenfläche (negativer
Krümmungsradius).
Es hat sich als vorteilhaft und ausreichend erwiesen, je nach der
genannten Möglichkeit
der Brennweitenänderung
entweder die konvexe oder die konkave Linsenfläche der verschiebbaren Linsenbaugruppe
positiver Brennweite teilweise zu verspiegeln.
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Bei
der erstgenannten Möglichkeit
der Linsenbaugruppen mit Brennweiten unterschiedlichen Vorzeichens
wird vorzugsweise ein Teil der konvexen Linsenfläche dieser Linsenbaugruppe
verspiegelt. Die konvexe Linsenfläche stellt hierbei diejenige
Fläche
dar, die dem einfallenden Beleuchtungsstrahlengang zugewandt ist.
Im zweitgenannten Fall der Linsenbaugruppen mit Brennweiten positiven
Vorzeichens ist es vorteilhaft, eine konkave Linsenfläche der
verschiebbaren Linsenbaugruppe teilweise zu verspiegeln. Weitere
Ausführungen
hierzu können den
weiter unten zu besprechenden Ausführungsbeispielen entnommen
werden.
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Es
kann sinnvoll sein, wenn die Linsenkrümmung auf der verspiegelten
Fläche
der Linsenbaugruppe von der Linsenkrümmung auf der nicht verspiegelten
Fläche
der Linsenbaugruppe verschieden ist. Sollte beispielsweise die vorhandene
Linsenkrümmung
nicht ausreichend sein, um den Beleuchtungsstrahlengang ausreichend
stark bei einer Brennweitenänderung
des Hauptobjektivs abzulenken, so kann beispielsweise eine stärker gekrümmte verspiegelte
Fläche,
beispielsweise in Form einer angekitteten Zusatzlinse, an die verschiebbare
Linsenbaugruppe angebracht werden. Wiederum sei auf die Möglichkeit
einer Linse mit Freiformfläche
hingewiesen.
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Der
an der verschiebbaren Linsenbaugruppe reflektierte Beleuchtungsstrahlengang
kann anschließend
außerhalb
des Hauptobjektivs auf die Objektebene gelenkt werden, aber auch über den
verbleibenden Teil des Hauptobjektivs auf diese Objektebene gelenkt
werden. Dieser verbleibende Teil kann beispielsweise eine der Objektebene
zugewandte Linsenbaugruppe positiver oder negativer Brechkraft sein.
Dieser Teil des Hauptobjektivs kann somit als weitere Linse der
Beleuchtungseinheit geeignet eingesetzt werden.
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Es
kann zweckmäßig sein,
insbesondere wenn es sich bei dem integrierten Teil der Beleuchtungs-Umlenkmittel
um ein mit der verschiebbaren Linsenbaugruppe fest verbundenes Umlenkelement (Umlenkspiegel)
handelt, und insbesondere wenn es sich hierbei um einen Planspiegel
handelt, zumindest einen Teil der Beleuchtungseinheit derart auszugestalten,
dass der von der Beleuchtungseinheit erzeugte Beleuchtungsstrahlengang
einer Bewegung dieses integrierten Teils der Beleuchtungs-Umlenkmittel
bzw. des Umlenkelements bzw. Planspiegels folgt. Die zur Zentrierung
der Beleuchtung notwendige Winkeländerung bei der Reflexion des
Beleuchtungsstrahlengangs an der bewegbaren Linsenbaugruppe wird
in diesem Fall dann nicht allein durch die Bewegung der Linsenbaugruppe
selbst, sondern zusätzlich
durch eine Nachführung
des Beleuchtungsstrahlengangs vorgenommen.
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Hierzu
ist es sinnvoll, zumindest einen Teil der Beleuchtungseinheit kippbar
um eine Achse zu lagern, die im wesentlichen senkrecht auf eine
von der optischen Achse des Hauptobjektivs und der Achse des Beleuchtungsstrahlengangs
aufgespannten Ebene steht. Durch eine Verkippung dieses Teils der
Beleuchtungseinheit kann der Beleuchtungsstrahlengang jeweils in
Richtung der Position der Linsenbaugruppe nach- oder mitgeführt werden.
Bei einer Nachführung
des Beleuchtungsstrahlengangs kann in der Regel auch auf den etwaige
vorhandenen zusätzlichen
Umlenkspiegel (weiteres Umlenkelement) verzichtet werden.
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Geeignete
in den vorliegenden Mikroskopen zum Einsatz kommende Beleuchtungseinheiten
sind an sich bekannt. Der Beleuchtungseinheit kann Licht über einen
Lichtleiter zugeführt
werden. Ebenso können
beispielsweise Halogen-, Xenon- oder LED-Lampen
eingesetzt werden. Ohne Beschränkung
der Allgemeinheit wird von einem Aufbau ausgegangen, bei dem das
zugeführte
Licht von einem Kollektor gesammelt und über eine Blende und ein nachgeschaltetes
Linsensystem in die Objektebene fokussiert wird. Das Linsensystem
kann dabei von einer feststehenden und einer beweglichen Linse gebildet
werden, wobei sich die bewegliche Linse in axialer Richtung relativ
zur feststehenden Linse bewegen lässt. Hierdurch kann die Beleuchtungs-Schnittweite
verändert
werden.
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Bezogen
auf die oben ausgeführte
Ausführungsform
einer zumindest zum Teil um eine Achse kippbar gelagerten Beleuchtungseinheit
ist es bei dem erwähnten
Aufbau derselbigen sinnvoll, nicht die gesamte Beleuchtungseinheit
kippbar zu gestalten, sondern nur einen Teil hiervon, der im wesentlichen
von der genannten Blende und dem genannten Linsensystem gebildet
wird. Dieser Teil lässt
sich in einfacher Weise von dem Kollektor und der Lichtquelle trennen.
Das genannte weitere Umlenkelement (Umlenkspiegel) ist in diesem
Fall, wie bereits erwähnt,
in der Regel überflüssig.
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Aus
baulichen, optischen und ergonomischen Gründen ist der Einsatz der vorliegenden
Erfindung bei einem Mikroskop mit "liegendem" Zoomsystem (vergleiche die eingangs
gemachten Ausführungen)
besonders geeignet. Hierzu ist dem Hauptobjektiv von der Objektebene
aus gesehen ein Zoomsystem nachgeschaltet, wobei zwischen Zoomsystem
und Hauptobjektiv ein Umlenkelement angeordnet ist, das den von
Hauptobjektiv kommenden Beobachtungsstrahlengang in eine erste Horizontalebene
lenkt, in der die Längsachse
des Zoomsystems liegt. Unterhalb des Zoomsystems, d. h. auf dessen objektseitiger
Seite kann dann die Beleuchtungseinheit des Mikroskops achsparallel
angeordnet sein. Hierdurch erhält
man einen in vertikaler Richtung relativ niedrig bauenden Aufbau. Üblicherweise
weist das Mikroskop einen Tubus und mindestens ein Okular, im Falle
eines Stereomikroskops einen Binokulartubus auf, die bzw. das dem
Zoomsystem nachgeschaltet sind bzw. ist. Es soll an dieser Stelle
aber auch erwähnt
werden, dass zwischen Vergrößerungswechsler
(Zoomsystem) und Tubus ein Ausgang (optisch und mechanisch) für Dokumentation vorhanden
sein kann, an den beispielsweise eine Kamera angeschlossen werden
kann. Über
optische Umlenkelemente gelangt der Beobachtungsstrahlengang von
der genannten ersten Horizontalebene in eine parallel hierzu verlaufende
zweite Horizontalebene, in der optische Zusatzkomponenten und/oder der
Tubus angeordnet sind. Durch diese Faltung des Beobachtungsstrahlengangs
wird ein niedrig bauender Mikroskopaufbau gewährleistet, zudem sind vielfältige Auskoppelungsmöglichkeiten
beispielsweise bei einem Operationsmikroskop für Assistentenbeobachtung geschaffen.
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Die
vorliegende Erfindung und ihre Vorteile sollen im Folgenden anhand
eines Ausführungsbeispiels,
das in der beigefügten
Zeichnung illustriert ist, näher
besprochen werden.
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1 zeigt
schematisch den Aufbau eines Mikroskops, bei dem die Erfindung bevorzugt
eingesetzt werden kann,
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2 illustriert
anschaulich den Vorgang der Beleuchtungszentrierung bei Änderung
der Brennweite des Hauptobjektivs,
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3 zeigt
schematisch die erfindungswesentlichen Komponenten zur Beleuchtungszentrierung
bei einem geringen Arbeitsabstand des Mikroskops,
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4 zeigt
schematisch die erfindungswesentlichen Komponenten zur Beleuchtungszentrierung
bei einem großen
Arbeitsabstand des Mikroskops und
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5 zeigt
den Längsschnitt
durch eine teilweise verspiegelte Linsenbaugruppe des Hauptobjektivs
des Mikroskops.
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1 zeigt
sehr schematisch den grundsätzlichen
Aufbau eines Mikroskops
10, das hier als Operations-Stereomikroskop ausgebildet
ist, wobei zur besseren Darstellung anstelle der beiden Beobachtungsstrahlengänge nur
die Beobachtungsachse R
o dargestellt ist.
Häufig
weisen solche Operationsmikroskope ein zusätzliches Paar von Beobachtungsstrahlengängen für die Assistentenbeobachtung
auf. Solche Mikroskope sind an sich bekannt und sollen daher vorliegend
nicht näher
erläutert
werden. Es sei in diesem Zusammenhang auf das in der bereits genannten
EP 1 424 582 B1 beschriebene Stereomikroskop
hingewiesen, bei dem, wie auch vorliegend, ein "liegendes" Zoomsystem
30 realisiert ist.
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Das
Operationsmikroskop 10 verfügt über ein Hauptobjektiv 20,
welches als Multifokus (oder Varioobjektiv) ausgebildet ist, also
ein Objektiv veränderlicher
Brennweite darstellt. Das Hauptobjektiv 20 definiert eine
optische Achse 23, die senkrecht auf eine Objektebene 100 steht.
Durch Veränderung
der Brennweite des Hauptobjektivs 20 kann auf die jeweilige
Objektebene 100 fokussiert werden. In 1 ist der
Multifokus mittels zweier Linsenbaugruppen 21 und 22 darge stellt,
wobei auf die eingangs genannten anderen Möglichkeiten der Realisation
eines Multifokus hingewiesen wird. Ohne Beschränkung der Allgemeinheit soll
im folgenden von einem Aufbau ausgegangen werden, bei dem eine Linsenbaugruppe 22 positiver
Brennweite entlang der optischen Achse 23 verschiebbar
gelagert ist, während
eine zweite Linsenbaugruppe 21 negativer Brennweite fest
im Hauptobjektiv 20 gelagert ist.
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Die
Beobachtungsstrahlengänge
verlaufen parallel zur gezeigten optischen Achse 23 und
liegen beispielsweise entweder in der Zeichenebene oder in einer
Ebene senkrecht zur Zeichenebene, die die optische Achse 23 enthält. Zur
Umlenkung der Beobachtungsstrahlengänge ist ein erstes Umlenkelement 50 im
Strahlengang angeordnet, das die Beobachtungsstrahlengänge aus
einer im wesentlichen vertikalen Richtung in eine im wesentlichen
horizontale Richtung in das "liegende" Zoomsystem 30 lenkt. Das
Zoomsystem 30 ist mit seiner Längsachse in einer ersten Horizontalebene
I angeordnet. An Stelle eines Zoomsystems 30, das der kontinuierlichen
Vergrößerung des
Objektbildes dient, kann auch ein diskret arbeitender Vergrößerungswechsler
vorgesehen sein. Mittels weiterer Umlenkelemente 51 und 52 wird der
Beobachtungsstrahlengang in eine zweite Horizontalebene II gelenkt.
Hier ist der Tubus 60 angeordnet, der den Beleuchtungsstrahlengang
in mindestens ein Okular 70 lenkt, durch das ein Beobachter
das Mikroskopbild betrachten kann. Bei Stereomikroskopen sind die
Okulare 70 und der Tubus 60 üblicherweise zu einem Binokulartubus
zusammengefasst. Der prinzipielle Aufbau der beschriebenen Mikroskopkomponenten,
wie Hauptobjektiv, Zoomsystem, Tubus und Okulare sind dem Fachmann
geläufig.
In dem in 1 dargestellten Strahlenverlauf können optische
Zusatzkomponenten, wie Filter, Bildumkehrer, Komponenten zur Verlängerung
der optischen Weglänge,
optische Strahlenteiler für
assistentische Mitbe obachtung, Ein- und Ausspiegelungen (z. B. Dateneinspiegelungen)
etc. angeordnet sein. Schließlich
kann zwischen dem Zoomsystem 30 und dem eigentlichen Tubus 60 ein
Ausgang (optisch/mechanisch) für
Dokumentation (Kamera, Video etc.) vorhanden sein.
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Zur
Objektbeleuchtung dient eine Beleuchtungseinheit 40, die
mit ihrer Längsachse
im wesentlichen horizontal unterhalb des Zoomsystems 30 ergonomisch
günstig
angeordnet sein kann. Dargestellt sei hier eine Faserbeleuchtung über einen
Lichtleiter. Es kann sich aber ebenso beispielsweise um eine direkte
Halogen-, Xenon- oder LED-Beleuchtung handeln. Der von der Beleuchtungseinheit 40 erzeugte Beleuchtungsstrahlengang,
der anhand seiner Beleuchtungsachse Ri dargestellt
ist, wird mittels Beleuchtungs-Umlenkmittel 43 und 45 in
Richtung Objektebene 100 gelenkt. Wie aus 1 und
den noch zu erläuternden 3 und 4 ersichtlich,
kann der Beleuchtungsstrahlengang über ein Teil des Hauptobjektivs 20 (hier über die
Linsenbaugruppe 21) bzw. auch außerhalb des Hauptobjektivs 20 des Mikroskops 10 geführt werden.
Da jedenfalls der Beleuchtungsstrahlengang nicht vollständig durch
das Hauptobjektiv 20 geführt wird, muss bei einer Brennweitenänderung
des Hauptobjektivs 20, die zu einer Verschiebung der Objektebene 100 in
vertikaler Richtung führt,
für eine
optimale Beleuchtung der Beleuchtungsstrahlengang und somit dessen
Achse Ri nachgeführt werden. Die erfindungsgemäße Art dieser
Nachführung
der Beleuchtung sei anhand der folgenden Figuren näher erläutert.
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Bei
dem in 1 dargestellten Mikroskopaufbau sei ergänzend bemerkt,
dass die noch näher zu
erläuternde
Konstruktion der Beleuchtungs-Umlenkmittel 43 und 45 ermöglicht,
unterhalb des Zoomsystems 30 ausreichend Platz zu schaffen,
beispielsweise für
die Anordnung des Zoommotors 80 oder anderer zum Betrieb
des Mikroskops 10 notwendiger oder sinn voller Komponenten.
Sollte der in diesem Beispiel vom Zoommotor 80 eingenommene
Platz nicht benötigt
werden, so kann ein anderer Aufbau einer Beleuchtungseinheit 40,
insbesondere ohne das zusätzliche
Umlenkelement 43 (Umlenkspiegel), realisiert werden. In
diesem Zusammenhang ist dann auch an eine teilweise kippbar ausgestaltete
Beleuchtungseinheit 40 zu denken, worauf später eingegangen
werden soll.
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Wie
aus der Zusammenschau der 1 und 2 ersichtlich,
schließt
die Achse Ri des Beleuchtungsstrahlengangs
mit der Achse Ro des Beobachtungsstrahlengangs
den Winkel θ ein.
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2 verdeutlicht
die notwendige Veränderung
des genannten Winkels θ bei
einer Änderung der
Brennweite des Hauptobjektivs 20 oder einer Änderung
des Arbeitsabstands dieses Hauptobjektivs 20 zur Objektebene 100.
Bei geringer werdender Brennweite des Hauptobjektivs 20 und
damit abnehmendem Arbeitsabstand vergrößert sich der Winkel θ. 2 zeigt
zwei Extrempositionen, beispielsweise maximaler und minimaler Arbeitsabstand,
wobei die Achse Ri2 des Beleuchtungsstrahlengangs
auf den Fokus des Hauptobjektivs 20 bei größerem Arbeitsabstand
gerichtet ist. Es ergibt sich hier der Winkel θ2.
Bei kleinerem Arbeitsabstand muss der Winkel θ vergrößert werden, bis beispielsweise
der Winkel θ1 mit der zugehörigen Beleuchtungsachse Ri1 erreicht ist. Aus dem maximalen und minimalen
Arbeitsabstand des Hauptobjektivs 20 lässt sich somit ein Bereich
des Winkels θ angeben,
der mit einer Änderung des
Arbeitsabstands nachzuführen
ist, um eine zentrierte Beleuchtung zu erzielen. Die den Winkeln θ1 und θ2 zugeordneten Objektebenen sind in 2 mit 100' bzw. 100 bezeichnet.
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3 und 4 zeigen
in Form eines detaillierten Ausschnitts (vergleiche hierzu 1)
eine Ausführungsform der
Erfindung zur Beleuchtungszentrierung bei einer Veränderung
des Arbeitsabstand, wobei in 3 das Hauptobjektiv
beispielsweise auf die Ebene 100' (vergleiche 2)
fokussiert ist, während
bei 4 das Hauptobjektiv 20 auf die Objektebene 100 (vergleiche 2)
fokussiert ist.
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In 3 ist
der Aufbau einer Beleuchtungseinheit 40 dargestellt, wie
er beispielsweise bei vorliegender Erfindung eingesetzt werden kann. 41 bezeichnet
einen Kollektor (hier mit der Lichtquelle), der das Licht der Lichtquelle
sammelt und es über
die Blende 44 und die Beleuchtungs-Linsenbaugruppe 46 in die Objektebene 100' abbildet. Bei
der Blende 44 handelt es sich beispielsweise um eine Irisblende in
der Funktion einer Leuchtfeldblende mit veränderbarer Durchmesser. Es soll – ohne Beschränkung der Allgemeinheit – von einem
Aufbau ausgegangen werden, wie er bereits in 1 skizziert
ist, nämlich mit
einem Beleuchtungs-Umlenkelement 43 (Umlenkspiegel), der
als Planspiegel aber auch als sphärischer Spiegel ausgebildet
sein kann. Die Beleuchtungs-Linsenbaugruppe 46 kann eine
Einzellinse oder aber (in der Regel) eine Kombination von Linsen darstellen.
Insbesondere wird hierfür
häufig
ein Beleuchtungszoom eingesetzt, bei dem zwei (oder mehr) Linsengruppen
relativ zueinander bewegbar sind, um die Beleuchtungs-Schnittweite verändern zu können.
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Der
Beleuchtungsstrahlengang wird nach Reflexion am Umlenkelement 43 in
Richtung der verschiebbaren Linsenbaugruppe 22 des Hauptobjektivs 20 des
Mikroskops 10 (vergleiche 1) gelenkt, wobei
erfindungsgemäß der Beleuchtungsstrahlengang
an dieser Linsenbaugruppe reflektiert und in die Objektebene 100' gelenkt wird.
Hierzu ist die Peripherie der Linsenbaugruppe 22 als Umlenkelement 45 ausgebildet.
Bei diesem Umlenkelement 45 kann es sich beispielswei se
um einen (planaren oder sphärisch
geformten) Umlenkspiegel handeln, der mit der Linsenbaugruppe 22 fest
verbunden ist, oder um eine teilweise verspiegelte Linsenfläche der
Linsenbaugruppe 22. In einer weiteren Ausgestaltung kann
es sich bei der Linsenbaugruppe 22 und dem Umlenkelement 45 um
angekittete Linsenglieder oder eine Linse mit Freiformfläche handeln.
Dies kann insbesondere den Vorteil haben, dass die Krümmung des
Umlenkelements 45 (verspiegelter Teil der Linsenbaugruppe)
von der Krümmung
der eigentlichen Linsenbaugruppe 22 (abbildender Teil) verschieden
sein kann.
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Wie
aus 3 ersichtlich, wird der Beleuchtungsstrahlengang
außerhalb
des Hauptobjektivs 20 geführt. Selbstverständlich sind
auch Ausführungsformen
realisierbar, bei denen der Beleuchtungsstrahlengang durch die (feststehende)
Linsenbaugruppe 21 geführt
werden kann (vergleiche 1).
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3 zeigt
eine Darstellung der Positionen der beiden Linsenbaugruppen 21 und 22 für einen kleinen
Arbeitsabstand, der durch einen hohen Abstand der beiden Linsenbaugruppen 21 und 22 erzielt wird,
wenn die beiden Linsenbaugruppen 21 und 22 unterschiedliche
Vorzeichen der Brennweiten besitzen. Im konkreten Beispiel handelt
es sich bei der objektzugewandten feststehenden Linsenbaugruppe 21 um
eine solche mit negativer Brennweite, bei der objektabgewandten
verschiebbaren Linsenbaugruppe 22 um eine solche positiver
Brennweite. Auf die bereits erwähnten
Variationen zur Realisierung eines Multifokus sei hier nochmals
hingewiesen.
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Den Übergang
zu hohen Arbeitsabständen illustriert 4.
Hierzu wird der Abstand der Linsenbaugruppen 21 und 22 zueinander
verringert, indem die bewegbare Linsenbaugruppe 22 entlang
der optischen Achse 23 in Richtung der feststehenden Linsenbaugruppe 21 bewegt
wird. Wie ein Vergleich der
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3 und 4 ergibt,
wird die Beleuchtungszentrierung automatisch nachgeführt, ohne dass
das Umlenkelement 43 in seiner Position verändert werden
müsste.
Die notwendige Änderung
des Winkels θ ergibt
sich automatisch dadurch, dass der Beleuchtungsstrahlengang (Achse
Ri) bei veränderter Position der Linsenbaugruppe 22 an
einer anderen Stelle der verspiegelten Linsenfläche reflektiert wird, so dass
sich der Reflexionswinkel an der Linsenbaugruppe 22 und
damit auch der Beleuchtungswinkel θ automatisch ändert.
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Wie
bereits erwähnt,
kann ein Teil der Beleuchtungseinheit 40 kippbar ausgeführt sein,
damit auf diese Weise der Beleuchtungsstrahlengang einer Verschiebung
der Linsenbaugruppe 22 des Hauptobjektivs 20 folgt.
In diesem Fall kann das Umlenkelement 43 entfallen. Es
ist zweckmäßig, einen
Teil 42 der Beleuchtungseinheit 40 auszuwählen, der
im wesentlichen aus der Blende 44 und der Beleuchtungs-Linsenbaugruppe 46 besteht
und die Drehachse, um die die Kippung des Teils 42 der
Beleuchtungseinheit 40 erfolgt senkrecht zur Zeichenebene in
den Mittelpunkt der Blende 44 zu legen.
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Falls
notwendig können
weitere Parameter der Beleuchtungseinheit optisch verändert werden, um
eine optimale Kopplung des Leuchtfelds zum Sehfeld bezüglich Position,
Größe und Helligkeit
zu erzielen. Beispielhaft sei eine Veränderung der Schnittweite der
Linsenbaugruppe 46 genannt, wodurch die Beleuchtungs-Schnittweite
der Beobachtungs-Schnittweite angepasst oder nachgeführt werden
kann. Hierdurch wird auch die Intensität im Leuchtfeld verändert und
kann somit optimal mit der veränderten
Brennweite des Hauptobjektivs 20 gekoppelt werden. Weiterhin
lässt sich
der Öffnungsdurchmesser
einer Leuchtfeldblende 44 mit einer Änderung des Arbeitsabstands
koppeln. Hierdurch kann die Größe des Leuchtfelds
optimal der Größe des Sehfelds
angepasst werden. Zu den genannten Zwecken kann die Steuereinheit
vorgesehen sein, die einerseits eine Brennweitenänderung des Hauptobjektivs 20 abgreift
und andererseits mit entsprechenden Einstelleinrichtungen für die Linsenbaugruppe 46 und/oder
den Öffnungsdurchmesser
der Blende 44 verbunden ist.
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Anhand 5 sollen
die Möglichkeiten
erläutert
werden, welcher konkrete Teil einer Linsenfläche 47 verspiegelt
werden kann. Es soll wiederum – ohne
Beschränkung
der Allgemeinheit – davon
ausgegangen werden, dass ein Linsenbauteil 22 positiver
Brennweite zur Änderung
der Brennweite des Hauptobjektivs 20 verschiebbar gelagert
ist. Insbesondere beim Arbeiten mit kleinen Arbeitsabständen wird
ein Multifokus-Aufbau verwendet, bei dem die Linsenbaugruppe 22 positiver
Brennweite relativ zu einer Linsenbaugruppe 21 negativer
Brennweite verschoben werden kann, um den Arbeitsabstand zu ändern. Ohne
Beschränkung
der Allgemeinheit soll wiederum davon ausgegangen werden, dass die
zweite Linsenbaugruppe negativer Brennweite ortsfest im Hauptobjektiv 20 gelagert
ist. Wie aus den 3 und 4 ersichtlich,
wird bei diesem Multifokus bei sich verringerndem Abstand der beiden
Linsenbaugruppen 21, 22 der Arbeitsabstand größer, so
dass der Reflexionswinkel des Beleuchtungsstrahlengangs (Achse Ri) mit abnehmendem Abstand der Linsenbaugruppen
größer werden
muss, um die Beleuchtungszentrierung optimal der veränderten
Brennweite des Hauptobjektivs anzupassen. Diese notwendige Änderung
des Reflexionswinkels lässt
sich automatisch dadurch erreichen, dass ein Teil der konvexen Linsenfläche 48,
also ein Teil der der Objektebene zugewandten Linsenfläche 48,
verspiegelt wird.
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Es
ist auch ein Aufbau eines Multifokusobjektivs bekannt, bei dem im
wesentlichen zwei Linsenbaugruppen positiver Brennweite gegeneinander verschiebbar
auf einer optischen Achse gelagert sind. In diesem Fall nimmt der
Arbeitsabstand des Hauptobjektivs mit sich vergrößerndem Abstand der beiden
Linsenbaugruppen zu. Die Verhältnisse
liegen hier also genau umgekehrt zum bereits oben beschriebenen
Fall. Folglich ist es in diesem Fall zweckmäßig, eine konkave Linsenfläche 49 der
Linsenbaugruppe 22 zumindest zum Teil zu verspiegeln. 5 zeigt
einen möglichen
Aufbau einer Linsenbaugruppe, die insgesamt positive Brennweite
besitzt. Es handelt sich hierbei um ein zweigliedriges Kittglied. Hier
stehen zwei konkave Flächen 49 zur
Verspiegelung zur Verfügung.
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Die
hier beschriebenen Ausführungsformen sollen
die Erfindung lediglich illustrieren und sind geeignet, dem Fachmann
weitere, hier nicht explizit besprochene Kombinationsmöglichkeiten
an die Hand zu geben, die im Rahmen der vorliegenden Erfindung liegen.
Die hier besprochenen Merkmale der Erfindung können somit nicht nur in der
hier dargestellten Kombination, sondern auch in anderen Kombinationen
oder soweit technisch sinnvoll in Alleinstellung realisiert werden,
ohne den Rahmen der Erfindung zu verlassen.
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- 10
- Mikroskop
- 20
- Hauptobjektiv,
Multifokus, Varioobjektiv
- 21
- feststehende
Linsenbaugruppe
- 22
- verschiebbare
Linsenbaugruppe
- 23
- optische
Achse
- 30
- Zoomsystem
- 40
- Beleuchtungseinheit
- 41
- Kollektor
und Lichtquelle
- 42
- kippbarer
Teil der Beleuchtungseinheit
- 43
- Beleuchtungs-Umlenkmittel,
zusätzliches
Umlenk-element, Umlenkspiegel
- 44
- Blende,
Irisblende
- 45
- Beleuchtungs-Umlenkmittel,
Umlenkelement
- 46
- Linsenbaugruppe
- 47
- Linsenfläche
- 48
- konvexe
Linsenfläche
- 49
- konkave
Linsenfläche
- 50
- Umlenkelement
- 51
- Umlenkelement
- 52
- Umlenkelement
- 60
- Tubus
- 70
- Okular
- 80
- Zoommotor
- 100,
100'
- Objektebene
- I
- erste
Horizontalebene
- II
- zweite
Horizontalebene
- Ro
- Beobachtungsachse
- Ri
- Beleuchtungsachse
Winkel Ri zu Ro
- θ
- Winkel
Ri zu Ro