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Die
Erfindung betrifft ein Herstellungsverfahren für ein elektronisches Bauelement
in VQFN-Bauweise nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1 und ein elektronisches
Bauelement in VQFN-Bauweise
nach dem Oberbegriff des Anspruchs 16.
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Elektronische
Bauelemente in VQFN- oder QFN-Bauweise sind Bauteile mit einem reduzierten oder
fehlenden Leadframe. Die Bezeichnung QFN steht dabei als eine Abkürzung für die englische
Bezeichnung „quad
flat pack no-lead".
Statt der von herkömmlichen
Bauelementgehäusen
bekannten Pins ("Beinchen") weisen derartige
Bauelemente kurze Anschlussflächen
auf, während
das Gehäuse
des Bauelementes eine nur oberhalb des Verdrahtungsträgers vorgesehene
Verkapselung umfasst.
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Derartige
Bauelemente werden dort eingesetzt, wo eine möglichst platzsparende Gestaltung einer
Leiterplatte oder einer vergleichbaren Schaltungsanordnung erforderlich
ist. Sie können
auch unter gewissen Umständen
als ein Ersatz für
elektronische Bauteile mit einer so genannten BGA-Konfiguration
dienen. Die Bezeichnung BGA ist eine Abkürzung für „ball grid array" und beschreibt eine
mit Lötbällen oder
Lötkugeln
besetzte Kontaktfläche,
die auf der Unterseite eines derart gestalteten elektronischen Bauelementes
ausgebildet ist.
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Bauelemente
der genannten Art werden durch Aufbringen eines Halbleiterelementes,
beispielsweise eines Halbleiterchips, auf einen metallischen Träger hergestellt.
Derartige Träger
müssen strukturiert
sein und verursachen durch ihre Herstellung hohe Kosten. Beim Aufbringen,
insbesondere einem Kleben, größerer Chips
bilden sich mitunter schlecht leitende Wärmebrücken aus, wodurch derartige
Bauelemente sehr anfällig
für Überhitzungen sind.
Schließlich
zeigt das elektronische Bauelement häufig eine schlechte MSL-Performanz
mit einem MSL-Wert größer als
2 oder 3 durch eine ungenügende
Haftung von Pressmasse und Klebstoff auf der Oberfläche des
Leadframes.
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Es
besteht somit die Aufgabe, ein Herstellungsverfahren und eine Bauelementstruktur
für eine kostengünstige Fertigung
derartiger VQFN-Bauelemente anzugeben, das zu Bauelementen mit einer verbesserten
Performanz und Betriebssicherheit führt und insbesondere in einer
Großserienfertigung einsetzbar
ist.
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Diese
Aufgabe wird mit einem Herstellungsverfahren mit den Merkmalen des
Anspruchs 1 gelöst,
wobei die nachfolgenden Unteransprüche zweckmäßige bzw. vorteilhafte Ausführungsformen und
Varianten des Herstellungsverfahrens umfassen. Hinsichtlich des
Vorrichtungsaspektes wird die Aufgabe mit einem elektronischen Bauelement
mit den Merkmalen des Anspruchs 16 gelöst. Auch hier umfassen die
Unteransprüche
zweckmäßige bzw.
vorteilhafte Ausführungsformen.
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Das
Herstellungsverfahren für
ein elektronisches Bauelement in VQFN-Bauweise ist durch folgende
Verfahrensschritte gekennzeichnet:
Als erstes wird ein Opfersubstrat
bereitgestellt. Im Anschluss daran wird ein Halbleiterelement, insbesondere
ein Halbleiterchip, auf dem Opfersubstrat verankert. Das Halbleiterelement
wird mit dem Opfersubstrat kontaktiert, wobei Kontaktierungspunkte
auf dem Opfersubstrat ausgebildet werden. Als nächstes wird eine Verkapselung
auf der mit dem Halbleiterelement bestückten Oberseite des Opfersubstrates ausgebildet.
Das Opfersubstrat wird nach dem Ausbilden der Verkapselung abgetragen,
wobei dabei die Kontaktierungspunkte auf der Unterseite der Verkapselung
freigelegt werden.
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Das
erfindungsgemäße Herstellungsverfahren
beruht somit darauf, die Halbleiterelemente auf einem Opfersubstrat
anzuordnen, das nur zeitweilig als Unterlage bzw. Gegenfläche zur
Herstellung von Kontaktierungen am Halbleiterelement gebraucht wird
und nach der Fertigstellung der Kontaktierungen und der Verkapselung
vollständig
entfernt (geopfert) wird. Dadurch wird die Unterseite der Verkapselung mit
dem nunmehr in der Verkapselung eingeschlossenen Halbleiterelement
und den in der Verkapselung eingebetteten Kontaktierungspunkten
vollständig
freigelegt.
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Es
entfallen somit die aus den bekannten Herstellungsverfahren notwendigen
kostenintensiven und kompliziert strukturierten Träger vollkommen,
während
bei den erfindungsgemäß hergestellten
Bauelemente allein schon durch das komplette Fehlen eines konventionellen
Trägers
die erwähnten Performanzprobleme
nicht mehr auftreten. Die so gefertigten Bauelemente weisen darüber hinaus
auch einen besonders einfachen Aufbau auf.
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Zum
mechanischen Verankern der Halbleiterelemente auf dem Opfersubstrat
wird ein Auflöten bzw.
Auflegieren des Halbleiterelementes mit einer vorhergehenden Metallisierung
des Opfersubstrates angewandt. Die Verankerung erfüllt dabei
im wesentlichen nur den Zweck, das Halbleiterelement genau und gegen
Verschiebungen gesichert auf dem Opfersubstrat zu platzieren.
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Als
Opfersubstrat können
verschiedene Materialien zum Einsatz kommen. Bei einer ersten Ausführungsform
wird auf einen metallisierten, ätz-
und schleifbaren Silizium-Wafer zurückgegriffen. Derartige Substrate
sind kostengünstig
und fallen als Ausschuss oder Nebenprodukte bei der Chip-Herstellung an.
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Alternativ
dazu kann als Opfersubstrat ein flächiger, auf der Oberseite metallisierter ätz- und schleifbarer
Glaskörper
verwendet werden. Ebenso kann ein flächiger, auf der Oberseite metallisierter ätz- und
schleifbarer Metallkörper
verwendet werden, der insbesondere aus Nickel, einer Nickellegierung, Stahl,
Kupfer oder eine Kupferlegierung besteht.
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Schließlich bietet
sich auch eine Ausführungsform
des Opfersubstrates aus einem auf seiner Oberfläche metallisierten Faserverbundwerkstoff, insbesondere
Papier, an. Derartige Werkstoffe sind leicht, kostengünstig und
besonders gut abtragbar.
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Zum
Kontaktieren des Halbleiterelementes auf dem Opfersubstrat wird
zweckmäßigerweise
ein Drahtbonden angewendet. Hierzu werden bei einer zweckmäßigen Gestaltung
des Bondens auf dem Opfersubstrat außerhalb der Peripherie des
Halbleiterelementes eine Reihe von Bondbumps gesetzt und das Bonden
zwischen den Bondbumps und Bondpads auf dem Halbleiterelement ausgeführt.
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Alternativ
zur Ausbildung der Bondbumps kann auch ein Reverse-Bonding zwischen
Halbleiterelement und Opfersubstrat ausgeführt werden, wobei Nailheads
auf dem Opfersubstrat ausgebildet werden. Die Bondbumps bzw. Nailheads
dienen dazu, die Kontaktierungspunkte der entstehenden Drahtbondverbindungen
auf dem Opfersubstrat hinreichend groß auszubilden, damit diese
später
auf der freiliegenden Unterseite der Verkapselung eine ausreichende
Größe und Ausdehnung
aufweisen.
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Die
Bondbumps stellen dabei kleine Erhebungen oder erhabene Punkte mit
einer verbreiterten Grundfläche
auf der Oberfläche
des Opfersubstrates dar. Die Nailheads wiederum entstehen automatisch beim
Reverse-Bonding-Prozess, bei dem ein Wedge einen Bond-Zyklus nicht
auf dem Substrat, sondern auf dem Halbleiterelement abschließt.
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Die
Verkapselung wird zweckmäßigerweise mittels
eines großflächigen Moldprozesses
in Form einer Bedeckung mehrerer auf dem Opfersubstrat verankerter
und kontaktierter Halbleiterelemente ausgeführt, wobei sich eine zusammenhängende, mehrere
Halbleiterelemente überdeckende
Pressmasseschicht herausbildet. Ein derartiger Verkapselungsschritt
ist unter Bedingungen einer Großserienfertigung
besonders zweckmäßig.
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Das
Abtragen des Opfersubstrates kann auf unterschiedlichem Wege erfolgen.
Bei einer ersten Ausführungsform
erfolgt das Abtragen durch ein Abschleifen des Materials des Opfersubstrates.
Bei einer weiteren Ausführungsform
wird das Opfersubstrat durch Abätzen
oder ein Ablösen
abgetragen. Der jeweils zweckmäßigste,
zum Abtragen des Opfersubstrates verwendete Prozess richtet sich
nach den chemisch-physikalischen Eigenschaften des das Opfersubstrat
bildenden Materials.
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Zweckmäßigerweise
erfolgt nach dem Abtragen des Opfersubstrates ein Vereinzeln der
zusammenhängenden
Pressmasseschicht in eine Menge einzelner Bauelemente. Das Vereinzeln
kann bei einer ersten Ausführungsform
durch Schneiden, insbesondere ein Laserschneiden erfolgen. Bei einer
zweiten Ausführungsform
erfolgt das Vereinzeln durch Sägen
und/oder Trennschleifen. Der jeweils zweckmäßigste Vereinzelungsprozess
hängt von
der Art des Verkapselungsmaterials bzw. der zu erreichenden Güte der Trennkanten
der einzelnen Bauelemente ab.
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Ein
erfindungsgemäßes elektronisches
Bauelement zeichnet sich durch eine substratlose Anordnung aus einem
Halbleiterelement, insbesondere einem Halbleiterchip, und einer
das Halbleiterelement mindestens auf dessen Oberseite überdeckenden Verkapselung
mit einer Reihe von dem Halbleiterelement zur Unterseite der Verkapselung
führenden Bonddrähten mit
auf der Unterseite der Verkapselung eingebetten Kontaktierungspunkten
aus.
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Das
Bauelement besteht demnach ausschließlich aus dem Halbleiterelement
und der Verkapselung mit der eingebetten Kontaktierung. Aufwändige Trägermaterialien
und Trägergestaltungen entfallen
vollkommen. Das Bauteil ist durch den nachhaltig vereinfachten Aufbau
besonders flach und platzsparend in Schaltungen einfügbar.
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Die
Kontaktierungspunkte sind bei einer ersten Ausführungsform als in die Verkapselung
eingebettete Bonddrahtkugeln ausgebildet. Bei einer zweiten Ausführungsform
sind die Kontaktierungspunkte als in die Verkapselung eingebettete
Nailheads mit einem in der Verkapselung verborgenen Bonddrahtrest
ausgebildet. Beide Ausführunsgformen
weisen hinreichend große
Kontaktierungspunkte auf.
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Bei
einer zweckmäßigen Erweiterung
des elektronischen Bauelementes ist die Unterseite der Verkapselung
als ein Ball Grid Arrag mit auf den Kontaktierungspunkten aufgebrachten
Lötbällen ausgebildet.
Das elektronische Bauelement kann damit wie ein BGA-Substrat oder
ein Bauelement nach BGA-Bauweise verarbeitet und mit einem Leiterplatte kontaktiert
werden.
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Das
Herstellungsverfahren und das elektronische Bauelement sollen nachfolgend
anhand von Ausführungsbeispielen
und Figuren näher
erläutert werden.
Es werden für
gleiche oder gleich wirkende Teile in allen Figuren dieselben Bezugszeichen
verwendet.
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Es
zeigt
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1 eine
beispielhafte Schichtstruktur des elektronischen Bauelementes mit
Opfersubstrat und abgetragenem Opfersubstrat in einer Schnittdarstellung,
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2 das
in 1 gezeigte elektronische Bauelement in einer Ansicht
von unten,
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3 bis 8 eine
Reihe beispielhafter Schritte des erfindungsgemäßen Herstellungsverfahrens
in einer Großserienproduktion.
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1 zeigt
in der oberen Darstellung eine beispielhafte Schichtstruktur des
elektronischen Bauelementes vor und nach dem Abtragen des Opfersubstrats.
Ein Halbleiterelement 10, beispielsweise ein Halbleiterchip,
ist auf dem Opfersubstrat 20 verankert und über eine
Reihe von Kontaktierungspunkten 30 mit dessen Oberfläche kontaktiert.
Die mit dem Halbleiterelement besetzte Oberfläche des Opfersubstrates sowie
die Kontaktierungspunkte liegen unter einer Verkapselung 40.
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Das
Opfersubstrat 20 ist in der unteren Darstellung abgetragen.
Die Kontaktierungspunkte 30 liegen nun auf der Unterseite
der Verkapselung 40 frei und bilden nun die äußeren Kontaktierungsstellen
des fertigen elektronischen Bauelementes in der VQFN-Bauweise.
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Die
Kontaktierungspunkte 30 sind für eine komplikationslose Kontaktierung
des elektronischen Bauelementes als Bonddrahtkugeln oder Ballbumps 50 ausgebildet,
von denen jeweils ein Bonddraht 51 zum Halbleiterelement 10 verläuft. Die
Bonddrahtkugeln bilden dabei eine vergrößerte Grundfläche auf dem
Opfersubstrat 20 und somit eine vergrößerte Kontaktfläche auf
dem schließlich
fertigen Bauelement nach dem Abtragen des Opfersubstrates aus.
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Die
Bonddrähte
und Ballbumps bestehen aus dem für
Halbleiterkontaktierungen üblichen
Material, insbesondere Aluminium, Kupfer, Gold oder den entsprechenden
Legierungen. Das Halbleiterelement 10 ist mit den üblichen
Mitteln auf dem Opfersubstrat verankert, insbesondere aufgelötet oder
auflegiert. Das Opfersubstrat und/oder das Halbleiterelement weisen
zu diesem Zweck eine Metallisierung 52 auf.
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2 zeigt
beispielhaft eine Untersicht des erfindungsgemäßen Bauelementes. Zu erkennen
ist die Unterseite der Verkapselung 40 mit dem darin eingebetteten
Halbleiterelement 10 und den sich auf der Fläche der
Verkapselung abzeichnenden Kontaktierungspunkten 30, insbesondere
den nun freigelegten Unterseiten der Ballbumps 50. Wie
aus der Figur zu ersehen ist, weisen die Kontaktierungspunkte eine zueinander
definierte geometrische Lage auf und sind in diesem Beispiel entlang
einer im wesentlichen quadratisch verlaufenden Linie angeordnet.
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Die
Unterseite ses elektronischen Bauelementes ist bei einer solchen
Ausführungsform
als ein Ball-Grid-Array (BGA) ausgebildet und kann wie ein BGA-Substrat
auf einer Leiterplatte oder einem sonstigen Elementeträger kontaktiert
werden.
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Die 3 bis 8 zeigen
beispielhafte Herstellungsschritte des erfindungsgemäßen Bauelementes,
die insbesondere für
eine Großserienfertigung
geeignet sind.
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3 zeigt
einen beispielhaften Bestückungsprozess
des Opfersubstrates 20. In dem hier dargestellten Beispiel
handelt es sich um einen Siliziumwafer, der mindestens im Bereich
der Verankerungsplätze
des Halbleitersubstrates metallisierte Bereiche 52 aufweist.
Bei dem Siliziumwafer handelt es sich beispielsweise um einen sogenannten „Dummy"-Wafer, der zur Auffüllung von
Beschickungschargen in den Bearbeitungsprozessen zur Erzeugung von
Halbleiterchips mitläuft,
auf dem aber keine Halbleiterchips erzeugt werden, und der aus dem
Produktionsprozess der Chipherstellung als Nebenprodukt anfällt.
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Ebenso
können
Wafer zum Einsatz kommen, die als Ausschuss aus anderen Produktionsprozessen
ausgesondert wurden bzw. nach einem gewissen Recycling-Prozess wieder
in den Produktionsprozess überführt werden.
Derartige Opfersubstrate in Form von Silizium-Wafern sind also im
Prinzip ohne größeren Kosten-
und Herstellungsaufwand verfügbar.
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Die
Metallisierung 52 weist eine Dicke im Bereich von bis zu
3 μm auf
und wird zweckmäßigerweise
in einem Gasphasenabscheidungsverfahren, insbesondere durch ein
Sputtern oder Vakuumaufdampfen unter Verwendung der dazu üblichen
Beschichtungsanlagen und -technologien aufgebracht.
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Bei
der Darstellung in 3 läuft ein größeres Opfersubstrat 20 in
einer Produktionsanlage durch und wird in regelmäßigen Abständen mit den Halbleiterelementen 10 besetzt.
Die Besetzung kann in eindimensionaler Richtung, d.h. entlang eines Streifens,
erfolgen. Bevorzugt werden aber zweidimensionale Anordnungen von
Halbleiterelementen auf einem einzigen größeren Opfersubstrat verankert werden.
Das Besetzen und Verankern erfolgt durch Auflöten oder Auflegieren. Ein Aufkleben
ist ebenso möglich.
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Die
auf dem Opfersubstrat 20 verankerten Halbleiterelemente
werden nunmehr auf dem Opfersubstrat kontaktiert. Ein Beispiel hierfür zeigt 4. Bei
diesem Beispiel werden zunächst
in der Umgebung jedes verankerten Halbleiterelementes eine Reihe von
Ballbumps oder Bonddrahtkugeln auf dem Opfersubstrat in der für das spätere Bauelement
erforderlichen Kontaktgeometrie abgesetzt. Hierzu kann auf ein herkömmliches
Wedge- oder Ballbonden zurückgegriffen
werden. Die abgesetzten Ballbumps bilden dabei auf dem Opfersubstrat
eine Reihe von Kontaktierungspunkten mit vergrößerten Kontaktflächen aus.
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Anschließend erfolgt
ein Bonden zwischen den Ballbumps und dem Halbleiterelement unter
Verwendung eines herkömmlichen
Wedge- oder Ballbondverfahrens.
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Anstelle
des Setzens der Ballbumps und des danach folgenden Bondens kann
auch ein Reverse-Bonden zwischen dem Halbleiterelement und dem Opfersubstrat
ausgeführt
werden. Bei diesem Bondverfahren werden Nailheads mit Bonddrahtresten
auf dem Opfersubstrat erzeugt und gleichzeitig das Halbleiterelement
kontaktiert. Unter Hinweis auf die Darstellung in 4 ist
anzumerken, dass mehr als zwei Kontaktierungspunkte je Halbleiterelement auf
dem Opfersubstrat mit mehr als zwei Bonddrähten erzeugt werden können, wobei
die Kontaktierungspunkte beispielsweise gemäß der Darstellung in 2 um
die Halbleiterelemente herum verteilt sein können. Die konkrete Anordnung
der Halbleiterelemente auf dem Opfersubstrat sowie die effektivste Raumaufteilung
und Konzeption der Bondgeometrie wird in Abhängigkeit von dem zu erzeugenden
Bauelement geplant.
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Eine
besondere Strukturierung des Opfersubstrates ist dabei nicht notwendig.
Die Halbleiterelemente können
in einer sehr hohen Dichte auf dem Opfersubstrat platziert werden.
Die Pitchabstände können sehr
fein realisiert werden und sind frei programmierbar.
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Der
Kontaktierung schließt
sich ein Verkapselungsschritt an. Ein erster Teilschritt ist beispielhaft in 5 dargestellt.
Im Folgenden wird ein Verkapseln unter Verwendung eines so genannten
Moldprozesses, d.h. unter Auftragen einer Pressmasse beschrieben.
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Die
Anordnung der auf dem Opfersubstrat kontaktierten Halbleiterelemente
wird mit einer Pressmatrize 61 überdeckt. Die Pressmatrize
weist bei einer zweckmäßigen Ausgestaltung
eine innere Formgebung auf, die ein späteres Vereinzeln der elektronischen
Bauelemente erleichtert. Sie wird nachfolgend mit Pressmasse gefüllt.
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Nach
dem Einfüllen
der Pressmasse und dem Entfernen der Pressmatritze ist die Anordnung der
kontaktierten Halbleiterelemente auf dem Opfersubstrat flächig mit
Pressmasse überdeckt.
Diese bildet eine flächige
Pressmasseschicht 60 aus, die gegebenenfalls eine Reihe
von Sollbruchstellen 62 zum späteren Vereinzeln aufweist.
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Das
Opfersubstrat 10 wird im Anschluss daran abgetragen. Hierzu
können
insbesondere Ätz- oder
Schleifverfahren zur Anwendung kommen. Die genaue Planung und technologische
Gestaltung des Abtragens hängt
vom Material und der Dicke des Opfersubstrats ab. Opfersubstrate
aus Faserverbundwerkstoffen, insbesondere Papier oder verwandten Werkstoffen,
können
in einem kombinierten Ätz-
und Abweichprozess abgetragen werden. Hierzu ist insbesondere die
Einwirkung von Heißdampf
unter Hinzugabe zellulosezersetzender Chemikalien möglich.
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Opfersubstrate
aus Glaswerkstoffen können unter
der Einwirkung von Flusssäure
oder dergleichen Verbindungen abgeätzt werden. Wegen den umweltgefährdenden
Eigenschaften bzw. der Gefährlichkeit
derartiger Chemikalien kann auch ein Abschleifen des Opfersubstrates
erfolgen. Das Abschleifen wird entweder durch eine auf dem Opfersubstrat
rotierende Schleiffläche
oder durch einen Pulverstrahlprozess erreicht. Letzterer bietet
den Vorteil einer hohen Abtragungsgeschwindigkeit und einer verschleißarmen und
genauen Schleiftechnologie. Opfersubstrate aus Silizium oder Metallen
können
ebenso abgeschliffen oder abgeätzt
werden. Hierzu werden die entsprechenden Chemikalien bzw. Schleiftechniken
verwendet.
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Als
Ergebnis liegt die in 7 dargestellte Pressmasseschicht 60 mit
den im Innern eingebetteten Halbleiterelementen und den auf der
Unterseite freigelegten Ballbumps 50 vor. Das Gehäuse weist eine
Reihe von Sollbruchstellen 62 auf, an denen die Bauelemente
anschließend
vereinzelt werden.
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Hierzu
wird die Pressmasseschicht zweckmäßigerweise auf eine Sägefolie,
dem so genannten Dicing Tape, überführt und
entlang der Sollbruchstellen getrennt. Der Trennvorgang kann durch
ein Sägen,
ein Laserschneiden oder ein Trennschleifen erfolgen. Durch die Keilwirkung
der Sollbruchstellen wird der Trennvorgang vereinfacht. Alternativ
dazu ist auch ein Brechen entlang der Sollbruchstellen unter Einwirkung
eines auf die Sollbruchstellen aufgesetzten Keil- oder Stanzwerkzeuges
möglich.
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8 zeigt
den Trennvorgang schematisch. Das auf das Dicing Tape aufgesetzte
Gehäuse 60 wird
entlang der Sollbruchstellen 62 getrennt. Das vereinzelte
Bauelement 70 haftet auf dem Dicing Tape und fällt dadurch
nicht unkontrolliert ab. Nach dem Trennen der einzelnen elektronischen
Bauelemente wird das Dicing Tape mit den nun einzeln vorliegenden
Bauelementen zu einer Entnahmestation bewegt, von der die nun einzeln
vorliegenden Bauelemente entnommen und weiter verarbeitet werden können.
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Das
beschriebene Herstellungsverfahren ist durch die große Bauteilmenge,
die auf einem Opfersubstrat angeordnet und quasi gleichzeitig erzeugt wird,
sehr produktiv. Auf der Unterseite der elektronischen VQFN-Packages
sind lötbare
Oberflächen, d.h.
die Kontaktierungen 30, unmittelbar vorhanden und ein zusätzliches
Metallbeschichten (Plating) kann daher bei nachfolgenden Verarbeitungsschritten
entfallen. Die Gehäuse
selbst können
extrem dünn,
insbesondere in einer Dicke von weniger als 500 μm realisiert werden.
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Die
entstehenden Bauelemente weisen eine niedrige Feuchtigkeitssensitivität, d.h.
einen MSL von 1 oder 2 auf.
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Das
Herstellungsverfahren bzw. das elektronische Bauelement wurden anhand
von Ausführungsbeispielen
näher erläutert. Es
können
im Rahmen fachmännischen
Handelns weitere vorteilhafte bzw. zweckmäßige Änderungen vorgenommen werden.
Weitere Ausführungsformen
ergeben sich aus den Unteransprüchen.
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- 10
- Halbleiterelement
- 20
- Opfersubstrat
- 30
- Kontaktierungspunkt
- 40
- Verkapselung
- 50
- Ballbump
- 51
- Bonddraht
- 52
- Metallisierung
- 60
- Pressmasseschicht
- 61
- Pressmatritze
- 62
- Sollbruchstelle
- 70
- vereinzeltes
Bauelement