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Die
Erfindung betrifft eine geneigte Unterdachkonstruktion mit Sparren,
einer darauf aufgebrachten Isolierschicht und einer darüber liegenden Konterlattung,
die mit den Sparren mittels Schrauben verbunden ist.
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Bei
einer bekannten Unterdachkonstruktion dieser Art ist die Konterlattung
mit den Sparren mittels schräg
zur Dachfläche,
in der Regel unter 60°, eingebrachten
Schrauben verbunden, um die zur Dachfläche parallel wirkenden Lasten
aufzunehmen, die aus dem Dachgewicht und witterungsbedingten Lasten
(Regen, Schnee, Wind etc.) resultieren.
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Besteht
die Isolierschicht aus einem Dämmmaterial
mit einer Mindestdruckfestigkeit von 0,5 N/mm2,
so werden die senkrecht zur Dachfläche wirkenden Lasten durch
die Pressung zwischen der Konterlattung und der Isolierschicht aufgenommen. Es
ist jedoch wünschenswert,
Dämmmaterialien
mit niedrigerer Mindestdruckfestigkeit (< 0,5 N/mm2)
einsetzen zu können.
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Zur
Aufnahme der senkrecht auf die Dachfläche ausgeübten Lasten ist vorgeschlagen
worden (Prospekt "Toproc-Montagetechnik", 02.89), Schrauben
mit jeweils zwei Gewinden einzusetzen, nämlich mit einem ersten Gewinde
zum Einschrauben in den Sparren und einem zweiten sogenannten Unterkopfgewinde
zum Einschrauben senkrecht zur Dachfläche in die Konterlattung, so
daß diese
im Abstand von den Sparren gehalten wird (sogenannte Abstandsmontage).
Die Isolierschicht hat dann keine Last aufzunehmen. Um auch die
parallel zur Dachfläche
wirkenden Belastungen aufnehmen zu können, sind die Schrauben in
einer senkrecht zu den Sparren liegenden Ebene unter unterschiedlichen
Winkeln zur Dachfläche
einzubringen, z.B. eine Schraube lotrecht und die nächste Schraube
senkrecht zur Dachfläche
(
EP 0 448 915 B2 ).
Die Montage der lotrechten Schrauben ist ergonomisch schwierig.
Dies gilt vor allem für
steile Dächer,
d.h. Dachflächen
mit großer
Neigung und hoher Dämmmaterialdicke,
weil dann die Schrauben sehr lang werden und die Sicherheit des
Dachdeckers vor Ort beeinträchtigt
ist. Die Schrauben werden auf Druck und Knickung beansprucht, so
daß mehr
Schrauben und damit kleinere Schraubabstände erforderlich werden. Ein
weiteres Erschwernis liegt darin, daß in die Konterlattung Vorbohrungen
für die
Schrauben eingebracht werden müssen.
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Aufgabe
der Erfindung ist es, eine geneigte Unterdachkonstruktion und ein
Verfahren zur Herstellung eines geneigten Unterdachs der eingangs beschriebenen
Art zu schaffen, die eine einfache Montage unter Einsatz von weniger
Schrauben ermöglicht.
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Zur
Lösung
dieser Aufgabe dient Anspruch 1.
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Eine
Unterdachkonstruktion gemäß der Erfindung
zeichnet sich dadurch aus, daß die
parallel zur Dachfläche
wirkenden Lasten über
das erfindungsgemäße Schubaufnahmeelement
abgefangen werden, welche schubsteif mit den Sparren verbunden sind,
wobei die Isolierschicht und die Konterlattung im Stoß an diesem
Schubaufnahmeelement abgestützt
sind. Senkrecht zur Dachfläche
wirkende Lasten werden getrennt davon über die Schrauben aufgenommen,
die zur Verbindung der Konterlattung mit dem Sparren eingesetzt
sind, wie bekannt.
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Dabei
kann jedem Sparren ein eigenes Schubaufnahmeelement in Gestalt eines
Aufschieblings zugeordnet sein. Es kann jedoch auch ein gemeinsames
Schubaufnahmeelement für
alle zu einer Dachebene gehörigen
Sparren in Gestalt eines Traufbalkens vorgesehen sein.
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In
beiden Fällen
ist das oder jedes Schubaufnahmeelement mit den Sparren vorzugsweise über Schrauben
verbunden, die über
ihre ganze Länge
mit Gewinde versehen sind. Diese Schrauben können bevorzugt unter einem
Neigungswinkel zwischen 45° und
70° zur
Ebene der Dachfläche
angeordnet sein, insbesondere unter einem Winkel von etwa 60°.
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Die
Erfindung betrifft auch ein Verfahren zum Herstellen eines geneigten
Unterdachs mit Sparren, einer Isolierschicht und einer Konterlattung,
wobei folgende Verfahrensschritte vorgesehen sind:
Die Sparren
werden zunächst
an ihren unteren Enden mit einem Schubaufnahmeelement und daran anstoßend mit
der Isolierschicht und der Konterlattung belegt. Darauf wird das
oder jedes Schubaufnahmeelement mit den Sparren schubsteif verbunden,
insbesondere auf die beschriebene Art mit schräg zur Dachfläche angeordneten
Schrauben mit Gewinde über
ihre ganze Länge,
worauf die Konterlatten mit den Sparren durch die Isolierschicht
hindurch mittels Abstandsmontage wie oben erläutert verbunden werden, um
senkrecht zur Dachfläche wirkende
Lasten aufzunehmen.
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Die
Erfindung ist im folgenden anhand schematischer Zeichnungen an Ausführungsbeispielen mit
weiteren Einzelheiten näher
erläutert.
Es zeigen:
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1 eine
isometrische Schrägansicht
von oben einer Unterdachkonstruktion gemäß der Erfindung;
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2 eine
Draufsicht auf die Dachkonstruktion nach 1;
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3 einen
Schnitt nach der Linie III-III in 2;
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4 eine
Einzelheit bei IV in 3;
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5 eine
weitere Ausführung
einer Unterdachkonstruktion gemäß der Erfindung
in einer isometrischen Schrägansicht
von oben;
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6 eine
Draufsicht auf die Unterdachkonstruktion gemäß 5;
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7 einen
Schnitt nach der Linie VII-VII in 6.
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Anhand
der 1 bis 4 sei nun eine erste Ausführung einer
Unterdachkonstruktion gemäß der Erfindung
beschrieben. Die 1 zeigt einen Teil einer Unterdachkonstruktion
gemäß der Erfindung, die
man sich von links unten nach rechts oben geneigt vorzustellen hat.
Nur bei einer solchen geneigten Unterdachkonstruktion können nämlich Belastungen
parallel zur Dachfläche
entstehen, die durch das Gewicht des Daches selbst und zusätzlich durch
Witterungseinflüsse
erzeugt werden, wie durch Regen, Schnee und/oder Wind und dergleichen,
was zu beträchtlich
erhöhten
Schubbelastungen parallel zur Dachfläche führen kann.
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Die
unterste Lage der gezeigten Unterdachkonstruktion bilden Sparren 2,
die parallel zueinander entsprechend der Neigung der Dachfläche in 1 gesehen
von links unten nach rechts oben verlaufen. Die Sparren 2 tragen
auf der üblichen
Schalung 4 in Gestalt einer Platte, beispielsweise aus
Sperrholz, eine Isolierschicht 6, welche mittels einer
Konterlattung 8 mit oberhalb und parallel zu den Sparren
längs verlaufenden
Konterlatten 9 und darauf quer befestigten horizontalen
Konterlatten 10 gegen die Schalung 4 niedergehalten
ist. Die Isolier schicht 6 ist zum besseren Verständnis nur
in der 3 und der 4 eingezeichnet,
aus 1 jedoch weggelassen. Die Konterlatten 9 sind
etwa gleich breit wie die Sparren 2 und mit diesen über senkrecht
zur Dachfläche
eingebrachten Schrauben 12 verbunden, welche zwei Gewinde
haben, nämlich
ein erstes Gewinde 13 zum Einschrauben in die Sparren 2 und
ein zweites Unterkopfgewinde 14 zum Einschrauben in die
Konterlatten 9. Auf diese Weise halten die Schrauben 12 unabhängig von
der Belastung stets den Abstand zwischen den Konterlatten 9 und
den Sparren 2, so daß die
Isolierschicht 6 durch senkrechte Dachlasten nicht beansprucht
wird.
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Auf
das untere Ende jedes Sparrens 2 ist je ein Schubaufnahmeelement
in Form eines sogenannten Aufschieblings 16 aufgesetzt,
der gleich breit wie der Sparren 2 ist und ebenso wie dieser
aus Holz besteht. Der Aufschiebling 16 hat stirnseitig
zur Isolierschicht hin eine Aussparung 17 zur Aufnahme des
unteren Endes der zugehörigen
Konterlatte 9. Quer über
die oberen Stirnflächen
der Aufschieblinge 16 ist eine Schubdiele 18 befestigt,
die als Anschlag für
das untere Ende der Isolierschicht 6 dient und den Abstand
zwischen zwei oder mehr Sparren 2 überbrückt.
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Jeder
Aufschiebling 16 ist mit dem zugehörigen Sparren 2 über Schrauben 20 verschraubt,
die wie die Schrauben 12 in einer zur Dachfläche senkrechten
Ebene angeordnet und über
ihre ganze Länge
mit Gewinde versehen sind, damit die auftretenden hohen Zugbelastungen
der Schrauben 20 sicher aufgenommen werden können. Die
Schrauben 20 sind zur Ebene der Dachfläche unter einem Winkel α geneigt,
der im Bereich zwischen 45° und
75° liegen kann
und vorzugsweise 60° beträgt (3).
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Eine
Abschlußdiele 22 ist
mit den unteren Stirnflächen
sowohl der Aufschieblinge 16 als auch der Sparren 2 verbunden
und überbrückt so den durch
die Schalung 4 verursachten Spalt zwischen Aufschiebling 16 und
Sparren 2 und außerdem
den Zwischenraum zwischen zwei oder mehr Sparren 2.
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Auf
diese Weise können
in Richtung des Pfeiles s parallel zur Dachfläche wirkende Lasten mittels
der schubsteif mit den Sparren 2 verbundenen Aufschieblinge 16 abgefangen
werden. In Richtung des Pfeiles v senkrecht zur Dachfläche wirkende
Lasten werden davon getrennt über
die Schrauben 12 aufgenommen.
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Eine
Unterdachkonstruktion gemäß den 1 bis 4 ist
sehr leicht zu montieren. Zunächst
werden die Aufschieblinge 16 mittels der Schrauben 20 mit
den Sparren 9 verbunden. Dann wird eine Querverbindung
zwischen den Sparren 2 und Aufschieblingen 16 durch
Anbringen der Schubdiele hergestellt, die mit dem Aufschiebling 16 durch Nagel
oder Schrauben (nicht gezeigt) oder mittels Leimung verbunden wird.
Die Isolierschicht wird nun auf die Schalung 4 aufgelegt
und im Stoß gegen
die Aussparung 17 und die Schubdiele 18 geschoben. Darauf
wird die Konterlattung 8 in die Aussparung 17 des
Aufschiebling 16 geschoben, worauf die Konterlatten 9 mittels
der Schrauben 12 durch die Isolierschicht 6 hindurch
mit den Sparren 2 verbunden werden.
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In
den 5 bis 7 sind gleiche oder funktionsgleiche
Teile mit gleichen Bezugszahlen belegt wir in den 1 bis 4 und
nicht nochmals beschrieben.
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Die
Unterdachkonstruktion nach den 5 bis 7 unterscheidet
sich von derjenigen nach den 1 bis 4 dadurch,
daß anstatt
einzelner, jedem Sparren 2 zugeordneter Aufschieblinge 16 ein einziger
Traufbalken 26 vorgesehen ist, der wiederum mittels Schrauben 20 mit
Gewinde über
ihre ganze Länge
mit den Sparren 2 verbunden ist. Eine Schubdiele entsprechend
der Schubdiele 18 kann hier entfallen, ebenso eine Abschlußdiele entsprechend
der Abschlußdiele 22.
Auch werden weniger Schrauben für
die Befestigung des Traufbalkens 26 mit den Sparren 2 benötigt als
für die
Konstruktion mit den Aufschieblingen 16. Im übrigen ist
die Wirkung hinsichtlich der getrennten Aufnahme der Belastung in
Richtung des Pfeiles s parallel zur Dachfläche und der Belastung in Richtung
des Pfeiles v senkrecht zur Dachfläche identisch wie bei der Ausführung nach den 1 bis 3.
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Wie
gesagt, liegen alle Schrauben 12 und 20 je Sparren 2 in
einer gemeinsamen vertikalen Ebene. Diese Schrauben sind in den
Schnitten nach 3 und 7 sichtbar
und in den Darstellungen nach 5 unsichtbar,
jedoch zum besseren Verständnis gleichwohl
eingezeichnet.
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Die
in der vorstehenden Beschreibung, den Figuren und den Ansprüchen offenbarten
Merkmale können
sowohl einzeln als auch in beliebiger Kombination für die Realisierung
der Erfindung in den verschiedenen Ausgestaltungen von Bedeutung
sein.
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- 2
- Sparren
- 4
- Schalung
- 6
- Isolierschicht
- 8
- Konterlattung
- 9
- Konterlatten,
längs
- 10
- Konterlatten,
quer
- 12
- Schraube
mit zwei Gewinden
- 13
- erstes
Gewinde
- 14
- zweites
Unterkopfgewinde
- 16
- Aufschiebling
- 18
- Schubdiele
- 20
- Schraube
mit Gewinde über
ganze Länge
- 22
- Abschlußdiele
- 26
- Traufbalken
- s
- Pfeil
in Richtung parallel zur Dachfläche
- v
- Pfeil
in Richtung senkrecht zur Dachfläche