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Die
Erfindung bezieht sich auf eine MRAM-Zelle mit einer auf einem Substrat
geführten ersten
Steuerleitung und einer auf dem Substrat geführten zweiten Steuerleitung,
in deren Kreuzungsbereich ein Mehrschichtpaket angeordnet ist, das mindestens
eine magnetische Referenzschicht und eine darüber oder darunter angeordnete,
eine Anisotropieachse aufweisende schaltbare Magnetschicht umfasst.
Sie betrifft weiterhin ein Verfahren zum Einspeichern einer Information
in eine derartige MRAM-Zelle.
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Magnetische „Random
Access-Speicher" (Magnetic
random access memory, kurzgefasst bezeichnet als „MRAM") können die
Grundlage bilden für
eine nicht flüchtige
Random-Access-Speichertechnologie,
die die derzeitig als Standard in Computersystemen verwendete „Dynamic
Random Access Memory (DRAM)"-Speichertechnologie
oder auch andere gängige
Speichertypen, wie beispielsweise SRAMS (statische, also nicht-flüchtige RAMs), FRAMs
(ferroelektrische RAMs) oder auch Flash – Speicher ersetzen könnte. In
einer derartigen MRAM-Speichertechnologie kommen so genannte MRAM-Elemente
oder MRAM-Zellen zum Einsatz, die üblicherweise eine Schichtfolge
von magnetischen und nicht-magnetischen Schichten umfassen, die
ein Mehrschichtsystem bilden. Dieses Mehrschichtsystem kann dabei
beispielsweise eine Mehrzahl ferromagnetischer Schichten umfassen,
die geeignet durch nicht-magnetische Schichten voneinander getrennt
sind. Die ferromagnetischen Schichten können dabei in der Art eines
magnetischen Tunnelkontakts zueinander angeordnet sein.
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Digitale
Information kann in derartigen Speicherelementen in der Form der
relativen Stellung der Magnetisierung zweier benachbarter ferromagnetischer
Schichten zueinander gespeichert sein, wobei beispielsweise der
logische Zustand „0" einer antiparallelen
Stellung und der logische Zustand „1" einer parallelen Stellung der Magnetisierungsvektoren
in den magnetischen Schichten entsprechen kann. Derartige Speicherzellen
können
beispielsweise in der so genannten Tunnelkontakt-Bauweise oder auch
in der so genannten Giant Magnetoresisance-Bauweise ausgeführt sein.
Bei der Tunnelkontakt-Bauweise ändert
sich der elektrische Widerstand des Schichtsystems bei Stromfluss
senkrecht durch die Schichtfolge in Abhängigkeit von der relativen
Stellung der Magnetisierung der be nachbarten ferromagnetischen Schichten
zueinander. Bei der Giant Magnetoresisance-Bauweise ändert sich hingegen der Flächenwiderstand
des Schichtsystems in Abhängigkeit von
der relativen Stellung der Magnetisierungen der benachbarten ferromagnetischen
Schichten. Ein Auslesen der in einer derartigen MRAM-Zelle gespeicherten
Information kann somit über
eine elektrische Widerstandsmessung erfolgen. Bei sogenannten TMR-Elementen (Tunnel
Magneto Resistance) ist die Distanzschicht zwischen den magnetischen
Schichten isolierend. Es fließt
ein Tunnelstrom senkrecht durch die Schichtfolge. Bei sogenannten
GMR-Elementen (Giant Magneto Resistance) ist die Distanzschicht
zwischen den magnetischen Schichten leitend. Der Strom kann senkrecht
oder parallel zur Schichtfolge fließen. Die Widerstandswerte können für die „0"-Konfiguration um
einige Prozent bis einige 100% verschieden sein.
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Zur
Einstellung definierter, reproduzierbarer Zustände in derartigen Speicherzellen
umfasst das Mehrschichtpaket dabei üblicherweise zumindest eine
magnetische Referenzschicht, deren Magnetisierung durch geeignete
Wechselwirkung, beispielsweise aufgrund kristallografischer Eigenschaften oder
aufgrund topografischer Vorgaben auf dem Substrat, in einer vorgegeben
Richtung fixiert ist. Diese Referenzschicht wird auch als so genannte „pinned
layer" bezeichnet.
Benachbart zu dieser magnetischen Referenzschicht und von dieser
durch eine nicht-magnetische Schicht getrennt ist sodann üblicherweise
eine schaltbare Magnetschicht vorgesehen, deren Magnetisierungsrichtung
geeignet beeinflusst werden kann.
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Zur
gezielten Beeinflussung dieser Magnetisierungsrichtung während eines
Schreibprozesses für
digitale Information ist das Mehrschichtpaket der MRAM-Zelle üblicherweise
am Kreuzungspunkt zwischen zwei auf einem Substrat geführten Leiterbahnen,
nämlich
einerseits einer auch als Wordline bezeichneten ersten Steuerleitung
und andererseits einer auch als Bitline bezeichneten zweiten Steuerleitung,
zwischen diesen angeordnet. Alternativ können sich beide Steuerleitungen
auch gemeinsam oberhalb oder unterhalb des Mehrschichtpakets befinden, wobei
sie selbstverständlich
geeignet elektrisch voneinander isoliert sein müssen. Zur Änderung des Zustands von „0" nach „1" bzw. „1" nach „0" (Schreib- oder Umschaltprozess)
wird in MRAM-Speicherelementen eine Mehrzahl derartiger Zellen in
einer von den jeweiligen Steuerleitungen gebildeten Leitungsmatrix
verwendet, wobei die von der ersten und zweiten Steuerleitung jeweils
gemeinsam erzeugten Magnetfelder an ihrem Kreuzungspunkt ein für das Umschalten
der Magnetisierungsrichtung der jeweiligen schaltbaren Magnetschicht
ausreichendes Magnetfeld erzeugen.
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Durch
geeignete Ansteuerung gezielt ausgewählter erster und zweiter Steuerleitungen
ist somit die Information gezielt in einzelnen, durch den Kreuzungspunkt
der jeweiligen Steuerleitungen definierten MRAM-Zellen ermöglicht.
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Die
in derartigen MRAM-Zellen verwendeten ferromagnetischen Materialen
sind üblicherweise magnetisch
anisotrop ausgeführt,
um nach Einschreiben eines magnetischen Bits die lokale Magnetisierungsrichtung
stabil zu erhalten. Die zum Umschalten der lokalen Magnetisierungsrichtung
nötigen
Magnetfelder sollten allerdings aus technischen Gründen wenige
100 A/m nicht übersteigen.
Eine Anisotropie der magnetischen Schichten kann aufgrund der Kristallanisotropie
des verwendeten Materials, der lateralen Formgebung des Schichtpakets,
durch gezielte Schichtverspannungseffekte und/oder auch durch Vorstrukurierung
des verwendeten Substrats erzielt werden. Es kommt damit zur Auszeichnung von
mindestens einer Achse der leichten Magnetisierbarkeit, die sogenannte
uniaxiale magnetische Anisotropie. Auch Anisotropien mit zwei leichten
Achsen der Magnetisierbarkeit sind möglich, die sogenannte vierzählige oder
auch kubische Anisotropie. Stabile Zustände der Magnetisierungsrichtung
sind solche im wesentlichen parallel oder antiparallel zur Anisotropieachse.
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Zum
Umschalten können
derartige MRAM-Zellen üblicherweise
im so genannten Dämpfungsmodus
oder im so genannten Präzessionsmodus
betrieben werden. Das Umschalten im Dämpfungsmodus basiert dabei
auf der Nukleation einer magnetischen Domäne mit einer Magnetisierung
in gegenüber
der aktuellen Magnetisierungsrichtung der schaltbaren Magnetschicht
der Zelle umgekehrter Richtung. Diese Umkehrdomäne wächst als Funktion der Zeit
so lange, wie das Schaltfeld anliegt, bis die Gesamtmagnetisierung
der Zelle invertiert ist. Das Umschalten im Präzessionsmodus basiert hingegen
auf einer Präzession
der Gesamtmagnetisierung der schaltbaren Magnetschicht der Zelle
um die lokale Richtung des angelegten Magnetfeldes. Bei vergleichbaren
Magnetfeldstärken
ist das Umschalten im Präzessionsmodus
um etwa 1 bis 2 Größenordnungen
schneller als das Umschalten im Dämpfungsmodus, wobei hierfür allerdings
erhebliche Instabilitäten
in Kauf genommen werden müssen.
Beim Umschalten im Präzessionsmodus
führt nämlich nach
dem eigentlichen Umschaltprozess die Gesamtmagnetisierung der schaltbaren
Magnetschicht der Zelle auch weiterhin eine gedämpfte Präzessionsbewegung um das ursprünglich lokal
vorhandene Magnetfeld durch. Infolge dieses als „magnetisation ringing" bezeichneten Effekts
steigen die Umschaltzeiten auch beim Präzessionsmodus bis in den ns-Bereich
und werden damit den Umschaltzeiten beim Schalten im Dämpfungsmodus
vergleichbar.
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Dieses
so genannte „ringing" kann durch eine
gezielte und genaue Auswahl von Größe und Zeit des angelegten
magnetischen Schaltfeldes verhindert werden. Dabei wird die Pulslänge des
magnetischen Schaltfeldpulses derart abgestimmt, dass das magnetische
Schaltfeld gerade dann abgeschaltet wird, wenn sich die Gesamtmagnetisierung
der schaltbaren Magnetschicht der Zelle im energetischen Minimum – gerade
also in invertierter Richtung – befindet.
Ein derartiger Schaltvorgang wird als „ballistisches Schalten" bezeichnet, da er
dem ballistischen Grenzfall der gedämpften Schwingung analog ist.
Derartiges ballistisches Schalten, das grundsätzlich verkürzte Schaltzeiten mit vergleichsweise
hoher Stabilität
und Zuverlässigkeit
liefern könnte,
setzt jedoch eine sehr exakte Anpassung von Stärke, Feldrichtung und Pulsdauer
des magnetischen Schaltfeldes voraus. Gerade beim Betrieb eines
MRAM-Speichers mit einer Vielzahl derartiger MRAM-Zellen ist es
daher nur mit erheblichem Aufwand möglich, die erforderlichen Schaltparameter
mit der notwendigen Genauigkeit einzustellen.
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Der
Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine MRAM-Zelle der
oben genannten Art anzugeben, mit der auf besonders einfache Weise Schreib-
oder Umschaltprozesse mit hoher Zuverlässigkeit bei besonders kurz
gehaltenen Schaltzeiten ermöglicht
sind. Des Weiteren soll ein besonders geeignetes Verfahren zum Einspeichern
einer Information in eine derartige MRAM-Zelle angegeben werden.
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Bezüglich der
MRAM-Zelle wird diese Aufgabe erfindungsgemäß gelöst, indem die Anisotropieachse
oder magnetisch leichte Achse der schaltbaren Magnetschicht annähernd senkrecht
zur zweiten Steuerleitung ausgerichtet ist, wobei die erste Steuerleitung
gegenüber
der Anisotropieachse und/oder gegenüber der Orthogonalen zur zweiten
Steuerleitung um einen Verkippungswinkel > 0° geführt ist.
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Wie
sich nämlich überraschend
herausgestellt hat, können
bei einer derartigen Anordnung die ersten Steuerleitung einerseits
und die zweiten Steuerleitung andererseits derart gezielt mit Steuerstrompulsen
beaufschlagt werden, dass lokal im Bereich der jeweiligen schaltbaren
Magnetschicht eine für den
Schaltvorgang besonders günstige
Abfolge magnetischer Schaltfelder eingestellt werden kann. Durch
die Verkippung der ersten Steuerleitung ist dabei insbesondere durch
geeignete Bestromung von der ersten- und ggf. der zweiten Steuerleitung
die Erzeugung zweier magnetischer Schaltfelder im Bereich der schaltbaren
Magnetschicht möglich,
die vom Betrag her gleich groß und
ausreichend hoch sind, um überhaupt
eine Änderung
der Magnetisierung in der schaltbaren Magnetschicht zu erzeugen, die
andererseits in ihrer Komponente parallel zur Anisotropieachse entgegengesetzt
zueinander ausgerichtet sind. Durch geeignete sequentielle Erzeugung dieser
beiden Schaltfelder kann dabei in einer ersten Phase des Schreibvorgangs
durch Erzeugung eines dieser Schaltfelder der magnetische Zustand
der schaltbaren Magnetschicht destabilisiert werden, so dass unabhängig vom
vorhergehenden Zustand der MRAM-Zelle eine gezielte Einstellung
der Magnetisierung erfolgen kann. Dies wird in einer zweiten Phase
des Schaltvorgangs vorgenommen, indem das jeweils andere Schaltfeld
erzeugt wird. Der Endzustand d.h. die nach dem Schaltvorgang verbleibende
Magnetisierung, wird dabei über
das jeweils letzte Schaltfeld und dessen Feldkomponente parallel
zur Anisotropieachse definiert.
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Wie
sich in zahlreichen Versuchen herausgestellt hat, ist für den Verkippungswinkel
zur Gewährleistung
besonders zuverlässiger
Umschaltergebnisse und einer besonders hohen Stabilität der Schaltvorgänge vorteilhafterweise
ein Wert zwischen 0,5° und
45°, vorzugsweise
zwischen 3° und
35°, gewählt.
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In
besonders vorteilhafter Ausgestaltung ist die erste Steuerleitung
aus einer Mehrzahl von elektrisch parallel geschalteten Segmenten,
vorzugsweise aus zwei oder drei Segmenten, gebildet. Die Segmente
sind dabei zweckmäßigerweise
unabhängig voneinander
bestrombar ausgeführt,
wobei zu diesem Zweck beispielsweise geeignete Isolierungen zwischen
den jeweiligen Segmenten vorgesehen sein können. Durch die segmentierte
Ausführung kann
jedes der parallel geschalteten Segmente der ersten Steuerleitung
mit lediglich einem Teilstrom des eigentlich benötigten Ansteuerstroms beaufschlagt werden,
wobei durch geeignete elektrische Verschaltung der Segmente miteinander
lediglich im Bereich der eigentlichen MRAM-Zelle ein für den Schaltvorgang
ausreichend hohes Magnetfeld durch Überlagerung der von den Segment-Teilströmen jeweils
gelieferten Magnetfelder erreicht wird. In anderen Bereichen, insbesondere
in den Raumbereichen anderer MRAM-Zellen, deren Schaltung nicht
gewünscht ist,
beträgt
das durch den Ansteuerstrom für
die erste Steuerleitung erzeugte Magnetfeld jeweils lediglich einen
Bruchteil des benötigten
Schaltfeldes, so dass keine unerwünschten Schaltvorgänge in derzeit
nicht angesteuerten MRAM-Zellen auftreten.
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Die
Anisotropieachse der schaltbaren Magnetschicht ist vorteilhafterweise
in der Art einer „magnetisch
leichten" Achse
durch die Kristallstruktur des die Magnetschicht bildenden Materials
und/oder durch die laterale oder äußere Formgebung des Mehrschichtpakets
oder der schaltbaren Magnetschicht und/oder durch eine geeignete
Vorstrukturierung des Substrats gegeben. Die für die Ausbildung der gewünschten
magnetischen Vorzugsrichtung vorgesehene Anisotropie in der schaltbaren
Magnetschicht kann dabei beispielsweise durch eine geeignet gewählte anisotrope
Kristallstruktur des Materials, durch die Wahl einer anisotropen
Konturierung des Mehrschichtpakets, wie beispielsweise einer ellipsenförmigen Ausführung, oder
auch durch eine geeignete Kombination beider Maßnahmen hergestellt sein. Die
Konturierung des Mehrschichtpakts kann dabei beispielsweise dadurch
vorgenommen werden, dass das Substrat vor der Aufbringung des Mehrschichtpakets
in seiner Oberfläche
geeignet vorstrukturiert wird, so dass bei der Deponierung des Mehrschichtpakets
eine Abscheidung nur auf ausgewählten
Oberflächenteilen
des Substrats erfolgt.
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Vorteilhafterweise
ist als Basismaterial für die
schaltbare Magnetschicht ein bei Raumtemperatur ferromagnetisches
Material mit kubischer oder uniaxialer Anisotropie vorgesehen. Als
kubische Materialien besonders geeignet sind insbesondere Eisen,
Eisen-Kobalt (FeCo), Eisen-Platin (Feet) oder Kobalt mit kubischer
-flächenzentrierter
Kristallstruktur (Fcc-Co). Als uniaxiale Materialien besonders geeignet
sind vorzugsweise Kobalt mit hexagonaler Struktur und/oder Permalloy
(Eisen-Nickel-Legierung) Dabei kann durch laterale Formgebung ein
aufgrund der Kristallstruktur ferromagnetisch kubisch anisotropes
Material auch für
die Bildung eines Schichtpakets mit uniaxialer magnetischer Anisotropie
verwendet werden. Dazu ist bspw. die lange Achse eines lateral elliptisch
geformten Schichtpakets entlang einer der Anisotropieachse der ferromagnetischen
Schicht zu legen.
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Ein
besonders zuverlässiges
und stabiles Umschalten zwischen zwei denkbaren Magnetisierungszuständen der
schaltbaren Magnetschicht, bei dem insbesondere auch auf ein ansonsten
notwendiges so genanntes „Pre-Read", also ein vorheriges Einlesen
des derzeitigen Ist-Zustands der schaltbaren Magnetschicht, verzichtet
werden kann, kann erreicht werden, indem die schaltbare Magnetschicht mit
einer geeignet gewählten
spezifischen Sequenz zweier magnetischer Schaltfelder beaufschlagt
wird. Die magnetischen Schaltfelder sollten dabei derart erzeugt
werden, dass sie von ihrem Betrag her annähernd gleich groß sind,
dass sie aber gegenüber
der Orthogonalen zur Anisotropieachse der schaltbaren Magnetschicht – und somit
zur zweiten Steuerleitung – um
entgegengesetzte Winkel verkippt sind. Unter Rückgriff auf eine geeignete
Bestromung der zweiten Steuerleitung der MRAM-Zelle einerseits und
der ersten Steuerleitung der MRAM-Zelle andererseits können derartige
Schaltfelder auf besonders einfache Weise erzeugt werden, indem
vorteilhafterweise zur Erzeugung eines der Schaltfelder H1 die erste Steuerleitung mit einer ersten
Steuerleitung-Ansteuerstrom beaufschlagt wird. Aufgrund der verkippten Ausführung der
ersten Steuerleitung weist das solchermaßen erzeugte Schaltfeld H1 eine Verkippung gegenüber der Orthogonalen zur Anisotropieachse der
Magnetschicht entsprechend der Verkippung der ersten Steuerleitung
gegenüber
der Anisotropieachse der Magnetschicht auf.
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Das
für den
zweiten Schaltpuls vorgesehene, vom Betrag etwa gleich große, aber
gegenüber der
Orthogonalen zur Anisotropieachse gegenläufig verkippte zweite Schaltfeld
H2 kann dabei erzeugt werden, indem die
erste Steuerleitung weiterhin mit der ersten Steuerleitung-Ansteuerstrom
beaufschlagt wird, wobei gleichzeitig die zweite Steuerleitung mit einer
zweiten Steuerleitung-Ansteuerstrom beaufschlagt wird, dessen Betrag
näherungsweise
gleich dem doppelten Produkt aus dem Betrag der ersten Steuerleitung-Ansteuerstroms und
dem Sinus des Verkippungswinkels gewählt ist. Durch die Überlagerung
der über
die erste Steuerleitung einerseits und über die zweite Steuerleitung
andererseits jeweils erzeugten Magnetfelder entsteht in diesem Fall
das gewünschte,
vom Betrag her dem ersten Schaltfeld etwa gleiche, aber gegenüber der
Orthogonalen zur Anisotropieachse gegenläufig gekippte Schaltfeld H2.
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Bei
einer derartigen Bestromung und Erzeugung lokaler Schaltfelder kann
ein besonders stabiles Umschalten erreicht werden, indem – je nach
gewünschtem
Endzustand, in den die MRAM-Zelle überführt werden soll – entweder
zunächst
im ersten Schaltpuls das Schaltfeld H1 und
sodann im zweiten Schaltpuls das Schaltfeld H2 erzeugt
wird oder umgekehrt. Die besonders günstigen Schalteigenschaften rühren bei
einer derartigen Ausgestaltung daher, dass während des ersten Schaltpulses
die Magnetisierung der schaltbaren Magnetschicht unabhängig von
ihrem zuvor eingenommenen Zustand ausreichend destabilisiert wird,
so dass durch den zweiten Schaltpuls die Magnetisierung der schaltbaren
Magnetschicht endgültig
in den gewünschten
Endzustand überführt werden
kann.
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Um
Schaltvorgänge
der genannten Art zu ermöglichen,
ist ein MRAM-Speichersystem mit einer Anzahl von MRAM-Zellen der
genannten Art vorteilhafterweise mit einer Ansteu erelektronik versehen, über die
die erste Steuerleitung der oder jeder MRAM-Zelle mit einer ersten
Steuerleitung-Ansteuerstrom und die zweite Steuerleitung der oder
jeder MRAM-Zelle mit einer zweiten Steuerleitung-Ansteuerstrom in
der gewünschten
Höhe des
doppelten Produkts aus der ersten Steuerleitung-Ansteuerstrom und
Sinus des Verkippungswinkels beaufschlagbar ist.
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Bezüglich des
Verfahrens wird die genannte Aufgabe gelöst, indem in einer ersten Steuerleitung-Ansteuerphase
die erste Steuerleitung mit einer ersten Steuerleitung-Ansteuerstrom
und in einer zweiten Steuerleitunge-Ansteuerphase die zweite Steuerleitung
mit einer zweiten Steuerleitung-Ansteuerstrom beaufschlagt werden,
wobei der Betrag der zweiten Steuerleitung-Ansteuerstroms zumindest näherungsweise
gleich dem doppelten Produkt aus dem Betrag der ersten Steuerleitung-Ansteuerstroms und
dem Sinus des Verkippungswinkels gewählt wird.
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Um
dabei besonders stabile und zuverlässige Schaltergebnisse zu gewährleisten,
erfolgt die Ansteuerung vorteilhafterweise derart, dass zwar eine Schaltung
im Präzessionsmodus
erfolgt, die aber nicht notwendig ballistisch ausgeführt wird.
Dazu werden die Pulsdauern bei der Ansteuerung der ersten Steuerleitung
einerseits und der zweiten Steuerleitunge andererseits vorteilhafterweise
geeignet gewählt.
Insbesondere wird die erste Steuerleitung-Ansteuerphase vorteilhafterweise über eine
der Präzessionszeit
des Materials der Magnetschicht im durch den Ansteuerstrom erzeugten
Magnetfeld entsprechender Zeitdauer durchgeführt. Über diese Zeitspanne hinweg
wird somit im Bereich der schaltbaren Magnetschicht ein erstes magnetisches
Schaltfeld H1 = Hword erzeugt,
das in seiner Richtung um den Verkippungswinkel gegenüber der
Orthogonalen zur Anisotropieachse der schaltbaren Magnetschicht
verkippt ist.
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Zur
Erzeugung des gewünschten
zweiten magnetischen Schaltfeldes, das dem Betrag nach gleich dem
ersten Schaltfeld H1 sein soll, aber gegenüber der
Orthogonalen zur Anisotropieachse um den Verkippungswinkel in die
Gegenrichtung zum ersten Schaltfeld H1 verkippt
sein soll, wird in weiterer vorteilhafter Ausgestaltung die zweite
Steuerleitung-Ansteuerphase über eine
Zeitdauer von der Hälfte
der Zeitdauer für
die erste Steuerleitung-Ansteuerphase durchgeführt. Vorzugsweise fällt dabei
die zweite Steuerleitung-Ansteuerphase zeitlich mit der ersten oder
mit der zweiten Hälfte
der ersten Steuerleitung-Ansteuerphase
zusammen. Durch eine derartige Wahl der Ansteuerparameter wird somit
erreicht, dass entweder in der ersten Hälfte der ersten Steuerleitung-Ansteuerphase
im Bereich der schaltbaren Magnetschicht das erste Schaltfeld H1 und in der zweiten Hälfte der ersten Stuerleitung-Ansteuerphase
das zweite Ansteuerfeld H2 erzeugt wird
oder umgekehrt. Damit ist je nach gewünschtem Endzustand, in den
die jeweilige MRAM-Zelle geschaltet werden soll, eine gezielte Beaufschlagung
der schaltbaren Magnetschicht mit einem Schaltfeld von H2 in der ersten Halbphase der Umschaltung
und H1 in der zweiten Halbphase der Umschaltung
(Schaltschema: "H2" > "H1") oder von H1 in der ersten Halbphase und H2 in der
zweiten Halbphase (Schaltschema: "H1" > "H2") ermöglicht.
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Die
mit der Erfindung erzielten Vorteile bestehen insbesondere darin,
dass durch die relativ zur Anisotropieachse der schaltbaren Magnetschicht und/oder
relativ zur Orthogonalen zur zweiten Stuerleitung um den Verkippungswinkel
verkippt ausgeführte
Anordnung der ersten Steuerleitung und eine geeignete Beaufschlagung
von der ersten und der zweiten Steuerleitung mit geeigneten Ansteuerströmen während des
Schaltvorgangs die gezielte Erzeugung von zwei sequentiell aufeinander
folgenden magnetischen Schaltpulsen für die schaltbare Magnetschicht
ermöglicht
ist, wobei im ersten Schaltpuls ein um den Betrag des Verkippungswinkels
gegenüber
der Orthogonalen zur Aniostropieachse verkipptes magnetisches Schaltfeld
und in der zweiten Phase ein magnetisches Schaltfeld gleichen Betrages, das
aber um den Verkippungswinkel in entgegengesetzter Richtung zur
Orthogonalen der Anisotropieachse verkippt ist, ermöglicht ist.
Gerade durch eine derartige Pulsfolge, deren Dauer zudem noch geeignet
im Hinblick auf die für
die Präzession
der Magnetisierung charakteristische Zeitdauer gewählt sein sollte,
ist ein so genanntes nicht-ballistisches Schalten im Präzessionsmodus
ermöglicht,
bei dem nach einer geeigneten Destabilisierung der Magnetisierung
während
der ersten Schaltphase in der zweiten Schaltphase die gezielte Überführung der
Magnetisierung in den gewünschten
Endzustand mit besonders kurzer Zeitkonstante erfolgen kann. Der
Schaltprozess wird damit weitaus toleranter gegenüber Variationen
in den Eigenschaften des Schichtpakets (Materialtoleranzen, Formgebungstoleranzen)
sowie der nötigen
Schaltfelder und deren zeitliche Abstimmung.
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Ein
derartiger Schaltprozess benötigt
insbesondere kein vorheriges Ermitteln des Ist-Zustandes oder Bit-Wertes
der zu beschreibenden MRAM-Zelle, so dass ein aufeinander folgendes
Beschreiben mehrerer MRAM-Zellen ohne Zeitverzögerung erfolgen kann. Weiterhin
ist ein derartiger Schaltprozess auch in Gegenwart bipolarer Streufelder,
wie sie von den benachbarten MRAM-Zellen aufgebaut werden, ohne
Qualitätseinbußen durchführbar, so
dass eine besonders hohe Dichte der magnetischen Speicherzellen
er reichbar ist. Weiterhin ist für
den genannten Schreibprozess nur die Verwendung unipolarer Magnetfelder
notwendig, so dass für
die erste und zweite Steuerleitung jeweils lediglich eine Stromrichtung
erforderlich ist.
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Ein
Ausführungsbeispiel
der Erfindung wird anhand einer Zeichnung näher erläutert. Darin zeigen:
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1 eine
MRAM-Zelle im Querschnitt,
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2 die
MRAM-Zelle nach 1 in Aufsicht,
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3 ein
MRAM-Speicherelement mit einer Mehrzahl von MRAM-Zellen, und
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4 eine Anzahl von Diagrammen für den zeitlichen
Verlauf von Magnetfeldern.
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Gleiche
Teile sind in allen Figuren mit denselben Bezugszeichen versehen.
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Die
MRAM-Zelle 1, die in 1 im Querschnitt
dargestellt ist, umfasst ein als Speicherzelle für ein Informationselement oder
ein Bit vorgesehenes Mehrschichtpaket 2, das im Kreuzungsbereich zwischen
einer ersten Steuerleitung 4 und einer zweiten Steuerleitung 6 angeordnet
ist. Die erste Steuerleitung 4 und die zweite Steuerleitung 6 können dabei im
Hinblick auf bekannte ähnliche
Systeme auch als „Wordline" bzw. als „Bitline" bezeichnet werden.
Die erste Steuerleitung 4 und die zweite Steuerleitung 6 sind
dabei in der Art herkömmlicher
Leiterbahnen auf einem nicht näher
dargestellten, in der Darstellung gemäß 1 unterhalb
der zweiten Steuerleitung 6 angeordneten Substrat geführt. Im
Ausführungsbeispiel
gemäß 1 ist
somit die erste Steuerleitung 4 oberhalb der zweiten Steuerleitung 6 und
somit auch oberhalb des Mehrschichtpakets 2 angeordnet;
alternativ könnten
aber auch die erste Steuerleitung 4 unterhalb und die zweite
Steuerleitung 6 oberhalb des Mehrschichtpakets 2 oder
beide Steuerleitungen 4, 6 oberhalb oder unterhalb
des Mehrschichtpakts 2 angeordnet sein.
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Das
Mehrschichtpaket 2 umfasst oberhalb einer auf der zweiten
Steuerleitung 6 angeordneten isolierenden Zwischenschicht 7 eine
magnetische Referenzschicht 8, die eine durch geeignete
technologische Methoden wie beispielsweise Oberflächentexturen, Kopplung
an eine weitere magnetische Referenzschicht oder dergleichen räumlich fixierte
Magnetisierung in einer Richtung im Wesentlichen senkrecht zur Ausdehnungsrichtung
der zweiten Steuerleitung 6 aufweist. Oberhalb der magnetischen
Referenzschicht 8 und von dieser über eine Distanzschicht 10 getrennt
ist eine schaltbare Magnetschicht 12 aufgebracht, deren
Magnetisierungsrichtung umschaltbar ist. Sie dient entweder als
Tunnelbarriere beim Aufbau des Schichtpakets als TMR-MRAM-Zelle
oder als leitende, nichtmagnetische Zwischenschicht beim Aufbau
des Schichtpakets als GMR-MRAM-Zelle.
Die Distanzschicht 10 ist dabei vergleichsweise dünn ausgeführt. Die
Referenzschicht 8 und auch die schaltbare Magnetschicht 12 sind
jeweils als ferromagnetische Schichten ausgeführt, wobei als Basismaterialien
geeignete ferromagnetische Materialien wie beispielsweise Nickel,
Eisen, Kobalt oder Legierungen dieser Materialien miteinander oder
mit anderen nicht-magnetischen oder magnetischen Materialien verwendet
sein können.
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Nach
oben hin ist das Mehrschichtpaket 2 mittels einer Isolierschicht 14 von
der darüber
liegenden ersten Steuerleitung 4 getrennt. Wie der Darstellung
in 1 weiterhin entnehmbar ist, ist die erste Steuerleitung 4 segmentiert
ausgeführt.
Sie umfasst dabei im Ausführungsbeispiel
drei elektrisch voneinander durch Zwischenschichten 16 isolierte,
parallel geschaltete und unabhängig
voneinander bestrombare Segmente 18.
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Die
schaltbare Magnetschicht 12 weist eine Magnetisierung auf,
die im Wesentlichen parallel zur Basalebene des Substrats ausgerichtet
ist, in dieser Ebene aber verschiedene Ausrichtungen einnehmen kann.
Um dabei sicherzustellen, dass die Magnetisierung der schaltbaren
Magnetschicht 12 im Wesentlichen zwei Zustände oder
Ausrichtungen einnehmen kann, nämlich
entweder parallel oder antiparallel zur Magnetisierung der Referenzschicht 8,
ist die schaltbare Magnetschicht 12 mit einer im Wesentlichen uniaxialen
oder kubischen Anisotropie ausgeführt derart, dass sie eine leichte
Achse der Magnetisierbarkeit in Richtung parallel zur Magnetisierung
der Referenzschicht 8 und orthogonal zur Verlaufsrichtung
der zweiten Steuerleitung 6 erzeugt. Diese Anisotropie,
die durch eine in Richtung der möglichen Magnetisierungszustände verlaufende
Anisotropieachse 20 symbolisiert ist, ist im Ausführungsbeispiel durch
eine magnetokristalline Anisotropie des Basismaterials der Magnetschicht 12 in
Kombination mit einer Formanisotropie des Mehrschichtpakets 2 in der
Substratebene erzeugt.
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Dazu
ist, wie der Darstellung gemäß 2 entnehmbar,
das Mehrschichtpaket 2 in seiner flächigen Gestaltung ellipsenförmig ausgeführt, wobei
die längere
Hauptachse parallel zur Anisotropieachse 20 verläuft. Die
Anisotropieachse 20 ist somit senkrecht zur zweiten Steuerleitung 6 ausgerichtet.
Zur Verstärkung
und Unterstützung
der gewünschten
Anisotropieeffekte ist zudem als Basismaterial für die Magnetschicht 12 als
besonders geeignetes Material Eisen mit kubischer Anisotropie oder
auch Permalloy mit uniaxialer Anisotropie vorgesehen. Grundsätzlich können hierbei
aber sämtliche
bei Raumtemperatur ferromagnetischen Materialien mit kubischer oder uniaxialer
magnetokristalliner Anisotropie, wie beispielsweise Eisen-Kobalt
(FeCo), Eisen-Platin (Feet), kubisch – flächenzentriertes Kobalt (fee-Co) oder
hexasonales Kobalt in besonders günstiger Weise zum Einsatz kommen.
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Die
MRAM-Zelle 1 ist für
ein besonders stabiles und zuverlässiges Umschalten mit besonders kurz
gehaltenen Umschaltzeiten im Bereich von weniger als einer Nanosekunde
ausgelegt. Dazu ist für die
MRAM-Zelle 1 ein Verfahren zum Einspeichern von Informationen
oder zum Umschalten der Magnetisierung im nicht – balistischen Präzessionsmodus vorgesehen.
Um dies auf vergleichsweise einfache Weise zu ermöglichen,
ist die erste Steuerleitung 4 um einen Verkippungswinkel β verkippt
gegenüber der
Anisotropieachse 20 geführt.
Dadurch ist die erste Steuerleitung 4 auch um den Verkippungswinkel β zur Normalen
der zweiten Steuerleitung 6 verkippt geführt.
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Bei
der Beaufschlagung der ersten Steuerleitung 4 mit einer
geeignet gewählten
ersten Steuerleitung – Ansteuerstrom
wird im Bereich des Mehrschichtpakets 2 ein magnetisches
Schaltfeld H1 erzeugt, das aufgrund der
verkippten Anordnung der ersten Steuerleitung 4 seinerseits
um den Verkippungswinkel β verkippt
zur zweiten Steuerleitung 6 und somit zur Orthogonalen
zur Anisotropieachse 20 ausgerichtet ist. Als weiterer
Bestandteil für
einen Schaltvorgang ist zudem noch die geeignete Beaufschlagung
der zweiten Steuerleitung 6 mit einer zweiten Steuerleitung-Ansteuerstrom
während
einer gesonderten Phase des Schaltvorgangs vorgesehen. Die Ansteuerung
der zweiten Steuerleitung 6 soll dabei derart erfolgen,
dass in der Phase, in der sowohl die erste Steuerleitung – Ansteuerstrom
als auch die zweiten Steureleitung-Ansteuerstrom aktiv geschaltet
sind, im Bereich des Mehrschichtpakets 2 ein zweites magnetisches
Schaltfeld H2 anliegt, das vom Betrag her
etwa gleich groß wie
das erste magnetische Schaltfeld H1 ist,
das aber gegenüber
der zweiten Steuerleitung 6 um den Verkippungswinkel β in die andere
Richtung verkippt ist. Wie dabei der durch die Pfeile repräsentierten
vektoriellen Darstellung in 2 entnehmbar
ist, wird dazu zusätzlich
zu dem über
die erste Steuerleitung-Ansteuer strom erzeugten ersten magnetischen
Schaltfeld H1 ein Bitstrom – Magnetfeld
HBIT mit einem Betrag von HBIT =
2 × H1 × sinβ erzeugt,
so dass sich das zweite magnetische Schaltfeld H2 durch
Addition des ersten magnetischen Schaltfelds H1 mit
dem Bitstrom – Magnetfeld HBIT ergibt. Hierzu wird bedarfsweise zusätzlich zur Beaufschlagung
der ersten Steuerleitung 4 mit der ersten Steuerleitung-Ansteuerstrom
die zweite Steuerleitung 6 mit einer zweiten Steuerleitung-Ansteuerstrom
beaufschlagt, dessen Betrag annähernd
gleich dem doppelten Produkt aus dem Betrag der ersten Steuerleitung-Ansteuerstroms
und dem sinus des Verkippungswinkels β gewählt ist.
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Im
Ergebnis sind bei einer derartigen Anordnung durch geeignete Beaufschlagung
der ersten Steuerleitung 4 und der zweiten Steuerleitung 6 mit den
genannten Ansteuerströmen
zwei Schaltfelder H1, H2 im
Bereich des Mehrschichtpakets 2 erzeugbar, deren Betrag
jeweils gleich groß und
ausreichend hoch ist, um eine Umschaltung der Magnetisierung der
schaltbaren Magnetschicht 12 zu bewirken. Aufgrund der
Verkippung der ersten Steuerleitung 4 weisen diese Schaltmagnetfelder
H1, H2 jeweils auch
eine gewissen Feldkomponente in Richtung parallel zur Anisotropieachse 20 und
somit zur magnetisch leichten Achse der schaltbaren Magnetschicht 12 auf,
so dass eine gezielte Umschaltung der Magnetisierung erreicht werden
kann. Durch geeignete Wahl einer Pulsfolge, bei der in einem erstem Schaltpuls
eines der Schaltfelder H1, H2 und
in einem nachfolgenden Schaltpuls das jeweils andere Schaltfeld
H2 bzw. H1 erzeugt
wird, kann dabei in der ersten Schaltphase die bereits existierende
Magnetisierung der schaltbaren Magnetschicht 12 destabilisiert
werden, wobei in der zweiten Schaltphase aus dem instabilen Zustand
heraus ein gezieltes Umschalten in die gewünschte Magnetisierungsrichtung
erfolgt. Auf diese Weise ist durch die verkippte Anordnung der ersten
Steuerleitung 4 insbesondere in Kombination mit der geeigneten
Beaufschlagung der ersten Steuerleitung 4 und der zweiten
Steuerleitung 6 mit geeigneten Ansteuerströmen ein
sicheres und zuverlässiges
Schalten der MRAM-Zelle 1 möglich, ohne dass zuvor ein
Auslesen des Magnetisierungszustands der schaltbaren Magnetschicht 12 (sogenanntes „Pre-read") erforderlich wäre.
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Für eine zuverlässige Umsetzung
des beabsichtigten Schaltprozesses sollte der Verkippungswinkel β je nach
ferromagnetischem Material und Art des Schichtpakts einen geeigneten
Wert von bis zu 45° einnehmen.
Wie umfangreiche Ermittlungen ergeben haben, ist ein besonders günstiges,
insbesondere ein besonders stabiles und zuverlässiges, Schaltverhalten erreichbar,
indem der Verkippungswinkel β in
einem Bereich zwischen 3° und
35°, besonders
vorzugsweise in einen Bereich von mindestens 7,5° und/oder bis zu 20°, gewählt ist.
Dementsprechend ist im Ausführungsbeispiel
gemäß 2 als
Verkippungswinkel β ein
Winkel von etwa 19° gewählt.
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Wie
in 3 gezeigt ist, ist in einem MRAM-Speicherelement 30 vorzugsweise
eine Mehrzahl von MRAM-Zellen 1 der genannten Art auf einem
gemeinsamen Substrat angeordnet. Die MRAM-Zellen 1 sind
dabei jeweils an Kreuzungspunkten einer ersten Steuerleitung 4 und
einer zweiten Steuerleitung 6 angeordnet, von denen jeweils eine
Mehrzahl in der Art eines Gitters auf dem Substrat aufgebracht ist.
Durch geeignete Verschaltung ist die erste Steuerleitung 4 dabei
segmentweise ausgeführt,
wobei durch eine Anzahl von Querverbindungs-Leitungen 32 eine
geeignete elektrische Verschaltung parallel geschalteter Segmente 18 der
jeweiligen ersten Steuerleitung 4 gewährleistet ist. Mit einer derartigen
Anordnung ist es ermöglicht,
den zur Erzeugung des Schaltfeldes H1 benötigten ersten Steuerleitung-Ansteuerstrom
der jeweils parallel geschalteten Segment verteilt, also beispielsweise über drei
oder zwei parallel geschaltete erste Steuerleitungen-Segmente, der
jeweiligen MRAM-Zelle 1 zu zuführen. Pro aktivierter Leitung
ist dabei lediglich ein Bruchteil des insgesamt benötigten Ansteuerstroms zu
führen,
so dass die benötigten
Stromstärken
auf besonders einfache Weise erreicht werden können.
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In 4 ist eine Anzahl von Diagrammen dargestellt,
von denen jedes den zeitlichen Verlauf eines magnetischen Feldes
während
eines möglichen Schaltvorgangs
zeigt. In 4a ist dabei für einen
typischen Schaltvorgang erkennbar, dass zum Startzeitpunkt (t =
0) des Schaltvorgangs das erste magnetische Schaltfeld H1 durch Beaufschlagung der ersten Steuerleitung 4 mit
einem geeignet gewählten ersten
Steuerleitung-Ansteuerstrom auf einen konstanten Wert eingestellt
und für
einen gewissen Zeitraum aufrecht erhalten wird. Diese erste Steuerleitung-Ansteuerphase
erstreckt sind über
eine an die Präzessionszeit
des Materials der Magnetschicht 12 im Schaltfeld H1 angepaßte
Gesamtzeitdauer von T. Wie in 4b erkennbar
ist, wird zusätzlich
dazu ab dem Zeitpunkt T/2 über
eine Zeitdauer von der Hälfte der
Zeitdauer für
die erste Steuerleitung-Ansteuerphase, also bis zum Zeitpunkt T,
eine zweite Steuerleitung-Ansteuerphase durchgeführt. Dabei wird über eine
geeignete Beaufschlagung der zweiten Steuerleitung 6 mit
einem geeignet gewählten
Ansteuerstrom ein zusätzliches
Magnetfeld in Höhe
von HBIT = 2 × H1 × sinβ erzeugt,
das dem durch die erste Steuerleitung erzeugten Schaltfeld H1 überlagert
wird. Im dargestellten Fall wird somit an die schaltbare Magnetschicht 12 in
einer ersten Schaltpulsphase das magnetische Schaltfeld H1 angelegt, wohingegen in einer zweiten Schalt pulsphase,
nämlich
für den
Zeitraum von T/2 bis T, das zweite magnetische Schaltfeld H2 erzeugt wird. Analog kann selbstverständlich auch
in der ersten Schaltpulsphase das zweite magnetische Schaltfeld
H2 und in der zweiten Schaltpulsphase das
erste magnetische Schaltfeld H1 erzeugt werden,
wobei die Sequenz der Schaltpulse abhängig vom gewünschten
Endzustand der Magnetisierung in der MRAM-Zelle 1 geeignet
gewählt
wird. Ein exaktes Einhalten dieser Zeitdauern ist jedoch aufgrund
der inhärenten
Stabilität
des nicht-ballistischen Schaltprozesses nicht notwendig.
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- 1
- MRAM-Zelle
- 2
- Mehrschichtpaket
- 4,
6
- Steuerleitung
- 8
- Referenzschicht
- 10
- Distanzschicht
- 12
- Magnetschicht
- 14
- Isolierschicht
- 16
- Zwischenschicht
- 18
- Segment
- 20
- Anisotropieachse
- 30
- MRAM-Speicherelement
- 32
- Querverbindungsleitungen
- β
- Verkippungswinkel