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Die
Erfindung betrifft ein Verfahren zum Vorbereiten eines abgelängten Garnendes
an einer Textilmaschine, insbesondere Rotorspinnmaschine, zum anschließenden Ansetzen
des Garnendes an ein Fasermaterial, wobei das Garnende in einen
Garnendenpräparator,
im Folgenden als GEP bezeichnet, eingeführt und anschließend durch
wenigstens eine Gasströmung
vorbereitet wird, sowie eine Textilmaschine, insbesondere Rotorspinnmaschine,
mit einem GEP zum Vorbereiten eines abgelängten Garnendes zum anschließenden Ansetzen
des Garnendes an ein Fasermaterial, wobei der GEP einen wenigstens
nach einer Seite offenen Hohlraum aufweist, in den das Garnende
eingeführt
wird.
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Um
beim Spinnen oder Auf- bzw. Umspulen eines Garns an einer Textilmaschine
das Garnende nach einem Garnbruch wieder an das Fasermaterial der
Spinnvorrichtung oder ein weiteres Garnende beim Spleißen ansetzen
zu können,
ist es notwendig, die Fasern der jeweiligen Garnenden vor dem Ansetzvorgang
zu parallelisieren und eventuell von Kurzfasern zu reinigen.
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Dies
wird in der Regel dadurch erreicht, dass das Garnende in einen GEP
eingeführt
und anschließend
einer Luftströmung,
die in tangentialer, axialer und/oder radialer Richtung des Garnendes
wirkt, ausgesetzt wird, um eine vorhandene Garndrehung aufzulösen.
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Aus
der
DE 83 33 628 U1 ist
bekannt, das entsprechende Garnende mit Hilfe einer Greifvorrichtung
in die Nähe
der Eintrittmündung
eines GEPs zu bewegen und mittels Unterdruck in diesen einzusaugen.
Durch tangentiale Aus richtung der Gasdüsen entsteht dabei eine schraubenartige
Gasströmung, die
je nach Richtung der Düsenausrichtung
rechtsdrehend oder linksdrehend verläuft. Dies wird zur schnellen
Auflösung
rechtsgedrehter bzw. linksgedrehter Garne ausgenutzt, wobei die
genaue Richtung der Tangentialströmung so eingestellt wird, dass sie
drallauflösend
auf das Garnende einwirkt.
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Um
sicherzustellen, dass auch ein dickeres und steiferes Garn in einwandfreier
Weise in den GEP gesaugt und dort in der gewünschten Weise für das Anspinnen
bzw. das Ansetzen an ein weiteres Garnende vorbereitet werden kann,
schlägt
die
DE 101 50 565
A1 vor, dem GEP zwei Luftzuführdüsen zuzuordnen. Während die
erste Luftströmung
auf das Einführen
des vorzubereitenden Garnendes abgestimmt wird, erfüllt die
zweite Luftströmung
die Aufgabe, das Garnende in der nötigen Weise zu verdrehen, um
dessen Drehung soweit aufzuheben, dass das Garnende eine für das Anspinnen
geeignet Form erhält.
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Bei
den genannten Verfahren wird das Auflösen des Garnendes jedoch lediglich
dadurch erreicht, dass das jeweilige Garnende statisch im GEP verweilt,
während
die Gasströme
eine Auflösung
des Garnendes bewirken. Weisen die Garnenden jedoch Umwindefasern,
sogenannte Bauchbinden, auf, verhindern diese ein ausreichendes
Vorbereiten des Garnendes, da sie das Garnende an dessen Außenseite
umschlingen und somit eine Parallelisierung der innen liegenden
Fasern verhindern.
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Um
diese Bauchbinden vor der eigentlichen Auflösung der Garnenden zu entfernen,
schlägt
die
DE 196 53 389
A1 vor, dass für
die Vorbereitung des Garnendes das Garn zunächst von zwei Halteelementen
ergriffen und unter Spannung gehalten wird. Anschließend wird
dem Garn eine die Bauchbinden öffnende,
mit Löseelementen
besetzte, rotierende Walze zugestellt. Durch eine Relativbewegung
zwischen der Walze und dem Garn werden die Umwindefasern geöffnet und
in Richtung auf das Garnende hin verschoben. Schließlich wird
das Garn abgelängt und
in einer pneumatischen Auflöseein richtung
von seiner Drehung befreit. Um ein optimales Entfernen der Bauchbinden
zu erreichen, muss die dafür
vorgesehene Walze und deren Handhabung jedoch auf die Garnparameter
abgestimmt werden, insbesondere auf das Fasermaterial, die Länge und
Form der Fasern, die Garnfeinheit und die Garndrehung. Bei unsachgemäßer Abstimmung
besteht hierbei die Gefahr einer Zerstörung des Garnendes, wodurch
der Vorbereitungsvorgang erneut durchgeführt werden muss.
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Aufgabe
der vorliegenden Erfindung ist es somit, ein Verfahren und eine
Textilmaschine mit einem GEP zur Durchführung des Verfahrens zu schaffen,
welche die genannten Nachteile nicht aufweisen und das einfache
und zuverlässige
Vorbereiten eines Garnendes für
das anschließende
Ansetzen an ein Fasermaterial zu gewährleisten.
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Die
Aufgabe wird gelöst
durch ein Verfahren und eine Textilmaschine mit einem GEP zum Durchführen des
Verfahrens gemäß den Merkmalen
der unabhängigen
Patentansprüche.
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Bei
einem erfindungsgemäßen Verfahren
findet während
der Vorbereitung des Garnendes zwischen Garnende und GEP eine Relativbewegung
in axialer Richtung bezüglich
des in den GEP eingeführten
Garnabschnitts statt. Dem Garn und/oder dem GEP sind dabei wenigstens
ein Mittel zugeordnet, mit welchem das Garn und/oder der GEP zumindest während des
Vorbereitens des Garnendes im Wesentlichen in axialer Richtung des
eingeführten Garns
bewegbar sind. Durch die Relativbewegung zwischen Garn und GEP kann
dabei in vorteilhafter Weise erreicht werden, dass vorhandene Bauchbinden
aufgelöst
bzw. entfernt werden. Hierdurch wirkt die Luftströmung innerhalb
des GEPs, hervorgerufen durch eine oder mehrere Luftdüsen, nicht
nur in tangentiale, sondern auch in axiale Richtung bezüglich des
eingesaugten Garns. Somit werden vorhandene Bauchbinden aufgelöst und/oder
in Richtung des Garnendes verschoben und können durch den üblicherweise
am GEP anliegenden Unterdruck in einfacher Weise abgesaugt werden.
An schließend
kann das Garnende in bekannter und zuverlässiger Weise pneumatisch von
seinem Drall befreit und für
das Ansetzen an ein Fasermaterial vorbereitet werden.
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Besonders
vorteilhaft ist es, wenn das Garnende nach einem Garnbruch mittels
einer Greifvorrichtung an den GEP herangeführt und anschließend pneumatisch
in den GEP eingeführt
wird. Durch den dabei vorherrschenden Luftstrom wird eine zuverlässige Längsausrichtung
des Garnendes innerhalb des GEPs erreicht, wodurch die anschließende Auflösung des
Garnendes erleichtert wird.
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Erfolgt
die Relativbewegung zwischen Garnende und GEP während des Vorbereitens des
Garnendes nur zeitweise, so kann eine besonders zuverlässige und
energieeffiziente Auflösung
der Bauchbinden erzielt werden. Denkbar ist beispielsweise eine
Relativbewegung zu Beginn des Auflösevorgangs, um vorhandene Bauchbinden
zu entfernen, gefolgt von einer herkömmlichen statischen Vorbereitung
der restlichen Fasern. Auch ist es möglich, die Auflösung der
Bauchbinden derart zu verbessern, dass die Relativbewegungen im
Verlauf der Garnendenvorbereitung impulsartig erfolgt. Wird diese
Relativbewegung darüber
hinaus mit einem impulsartigen Einsetzten der Luftströmungen innerhalb
des GEPs gekoppelt, so kann durch die Luftströmungen eine Kämmwirkung
in Richtung des Garnendes erzielt werden. Durch eine Steuerung der
Abfolge von statischen Abschnitten und Abschnitten, in denen eine Relativbewegung
stattfindet, ist eine besonders schnelle und faserschonende Garnendenpräparation möglich.
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Ebenso
ist es vorteilhaft, wenn sowohl das Garnende als auch der GEP bewegt
werden können. Hierdurch
kann zum einen die Relativgeschwindigkeit zwischen beiden erhöht werden,
ohne die Geschwindigkeit des Garns, verbunden mit einer zusätzlichen
Belastung, steigern zu müssen.
Zum anderen kann durch eine zeitversetzte Bewegung von GEP und Garnende
in einfacher Weise eine Variierung der Relativgeschwindigkeit während des
Vorbe reitens erreicht werden, ohne dabei die Absolutgeschwindigkeit
von Garnende oder GEP variieren zu müssen.
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Die
Bewegung des Garns innerhalb des GEPs wird in vorteilhafter Weise
durch Zuführwalzen bewerkstelligt,
die dem GEP an dessen Einführöffnung zugeordnet
sind. Nachdem das Garnende nach einem Garnbruch durch eine Greifvorrichtung
in den Bereich des GEPs geführt
wurde, wird dieses zwischen den Zuführwalzen geklemmt. Durch eine
reversible Bewegung der Zuführwalzen
erfährt
das Garnende schließlich
eine Bewegung in axialer Richtung innerhalb des GEPs.
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In
einer besonders günstigen
Ausgestaltung des Verfahrens wird die Bewegung des Garns in Einführrichtung
des Garns durch den im GEP vorherrschenden Unterdruck bewerkstelligt.
Hierdurch wird auch die Verwendung von Zuführwalzen ermöglicht, die
nur in eine Richtung antreibbar sind, um das Garn entgegengesetzt
der Einführrichtung
des Garns zu bewegen. Nach Öffnen
der Zuführwalzen
wird das Garn anschließend
durch den Unterdruck innerhalb des GEPs wieder in diesen eingesaugt.
Diese Hin- und Herbewegung des Garnendes wird sooft durchgeführt, bis
die Bauchbinden ausreichend parallelisiert bzw. entfernt sind. Anschließend wird
die Auflösung
des Garnendes in bekannter Weise statisch durchgeführt. Möglich ist
selbstverständlich
auch eine Relativbewegung des Garnendes bezüglich des GEPs bis zur vollständigen Auflösung des
Garnendes.
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Um
eine besonders vorteilhafte Auflösung des
Garnendes zu erzielen, ist es günstig,
die Bewegungsgeschwindigkeit des Garns und/oder des GEPs während des
Auflösevorgangs
zu variieren. Hierbei wird der Tatsache Rechnung getragen, dass eine
Auflösung
der Bauchbinden und das anschließende Auflösen des Garnendes in bestimmten
Fällen besonders
zuverlässig
bei unterschiedlichen Bewegungsgeschwindigkeiten des Garns und/oder
des GEPs erfolgt. Dabei kann die Relativgeschwindigkeit während des
Vorbereitens des abgelenkten Garnendes entweder erhöht oder
auch erniedrigt werden. Bei bestimmten Garnen kann es zudem auch
vorteilhaft sein, die Relativbewegung im Verlauf des Vorbereitens
des Garnendes mehrfach zu erhöhen
oder zu erniedrigen.
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Die
Anzahl der Relativbewegungen des Garns und/oder des GEPs wird in
einer vorteilhaften Ausgestaltung des Verfahrens während des
Auflösevorgangs
geregelt. Hierdurch ist eine einfache Anpassung des Verfahrens an
unterschiedliche Bedingungen, beispielsweise Anzahl und Ausprägung der Bauchbinden
oder die sonstige Beschaffenheit des Garns, angepasst werden.
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Ebenso
ist es günstig,
die Relativbewegung in Gang zu setzen, nachdem das Garn seine für die Vorbereitung
vorgesehene Position innerhalb des GEPs erreicht hat. Hierdurch
wird eine zuverlässige Einführung des
Garnendes in den GEP erreicht, ohne dass dieses durch Relativbewegungen
von Garn und/oder GEP beeinflusst wird.
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Besonders
bei dicken oder steifen Fäden kann
es jedoch auch von Vorteil sein, die Relativbewegung bereits vor
und/oder während
des Einführens
des Garns in den GEP in Gang zu setzen. Hierdurch kann in vorteilhafter
Weise verhindert werden, dass das Garnende nicht vollständig in
den GEP eingeführt
wird, was zu einer Schlaufenbildung an der Einführöffnung des GEPs führen kann.
Wird die Relativbewegung bereits vor oder während des Einführens des
Garns in den GEP gestartet, wird eine derartige Schlaufenbildung
in einfacher Weise verhindert bzw. vorhandene Schlaufen aufgelöst.
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Vorteilhaft
ist es ebenso, wenn der Unterdruck innerhalb des GEPs variiert wird.
Dies bewirkt dabei in günstiger
Weise, dass die Kräfte,
die auf das Garnende und somit auf die Bauchbinden wirken, variieren,
was zu einer besonders zuverlässigen
Auflösung
der Bauchbinden sowie des Garnendes führt.
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Um
zu verhindern, dass das Garn während der
Bewegung durch die Zuführwalzen
von diesen abspringt, wird das Garn während des Vorbereitens in vorteilhafter
Weise durch ein Trennblech, welches dem GEP zugeordnet ist, geführt. Dies
ist besonders günstig,
wenn die Achsen der Zuführwalzen
nicht rechtwinklig zur Achse des eingeführten Garns verlaufen, da das
Garnende in diesem Falle während der
Bewegung eine seitliche Kraftkomponente erfährt. Das Trennblech ist dabei
in vorteilhafter Weise geschlitzt, wodurch das Garn bezüglich der
Zuführwalzenachsen
in beide Richtungen geführt
werden kann.
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Vorteilhaft
ist es ebenso, wenn das Vorbereiten des Garnendes mechanisch, beispielsweise durch
Kämmmittel,
unterstützt
wird. Das Kämmmittel, das
beispielsweise ähnlich
einer mit Zähnen
versehenen Auflösewalze
ausgebildet ist, ist dabei in vorteilhafter Weise entweder innerhalb
des GEPs oder im Bereich der Einführöffnung angeordnet. Hierbei
ist es möglich,
das Kämmmittel
selbst entlang des Garnendes zu bewegen, beispielsweise wenn die
Zähne auf
einer Walze aufgebracht sind. Durch die Relativbewegung des Garns
und/oder des GEPs ist es jedoch auch denkbar, das Kämmmittel
im Bereich der Einführöffnung des
GEPs oder innerhalb des Hohlraums des GEPs statisch anzubringen.
Das Garnende wird dabei durch die Relativbewegung an diesem Kämmmittel
vorbeigezogen, wodurch die Auflösung der
Bauchbinden in einfacher Weise unterstützt wird.
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Eine
erfindungsgemäße Textilmaschine,
insbesondere Rotorspinnmaschine, weist einen GEP zum Vorbereiten
eines abgelenkten Garnendes zum anschließenden Ansetzen des Garnendes
an ein Fasermaterial auf, wobei der GEP einen wenigstens nach einer
Seite offenen Hohlraum aufweist, in den das Garnende eingeführt wird.
Erfindungsgemäß ist dem
Garn und/oder dem GEP dabei wenigstens ein Mittel zugeordnet, mit
welchem das Garn und/oder der GEP zumindest während des Vorbereitens des Garnendes
im wesentlichen in axialer Richtung des eingeführten Garns bewegbar sind.
Während
der Garnendenpräparation
erfährt
das Garnende zum einen be kannte tangentiale bzw. radiale Kräfte, hervorgerufen
durch Luftströmungen,
welche aus Luftöffnungen
an der Innenseite des Hohlraums austreten. Zum anderen wirken durch
die Relativbewegung zwischen Garn und GEP zusätzlich axiale Kräfte auf
das Garnende, durch die in einfacher Weise eine Auflösung bzw.
Entfernung vorhandener Bauchbinden erzielt werden kann.
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Dem
Mittel ist dabei in einer vorteilhaften Ausgestaltung ein Zuführwalzenpaar
zugeordnet, dem wenigstens ein, insbesondere reversibler, Einzelantrieb
zugeordnet ist. Nachdem das Garnende nach einem Garnbruch durch
eine Zuführeinrichtung, beispielsweise
eine Greifeinrichtung, in den Bereich der Einführöffnung des GEPs geführt wird,
wird dieses anschließend
pneumatisch in diesen eingesaugt und durch das Zuführwalzenpaar
geklemmt. Um eine besonders zuverlässige Auflösung des Garnendes und der
das Garnende umschlingenden Bauchbinden zu erzielen, wird das Garnende
schließlich
durch eine reversible Drehung des Zuführwalzenpaares innerhalb des
GEPs axial bewegt.
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Besonders
vorteilhaft ist es ebenso, wenn die Relativbewegung durch die Bewegung
des GEP selbst erreicht wird, wobei das Garnende durch das Zuführwalzenpaar
statisch geklemmt wird. Das Mittel zur Bewegung des GEP ist dabei
in vorteilhafter Weise ein reversibler Einzelantrieb, beispielsweise
ein Linearantrieb, der eine Vor- bzw. Rückbewegung des GEPs bezüglich der
Garnendenachse erlaubt.
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Der
GEP weist in einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung wenigstens
eine Luftdüse
auf, die eine tangentiale, axiale und/oder radiale Ausrichtung bezüglich der
Achse des eingeführten
Garns aufweist. Die Ausrichtung der Luftdüse erfolgt dabei in der Weise,
dass die Luft im Wesentlichen entgegengesetzt des Dralls des Garns
auf dieses einwirkt. Hierdurch wird eine Parallelisierung der Fasern
erreicht, kurze Fasern werden aus dem Garnende entfernt und durch
den vorliegenden Unterdruck innerhalb des GEPs abgesaugt. Durch
die Relativbewegung des Garns bezüglich des GEPs erfährt das
Garnende darüber
hinaus eine zusätzliche
axiale Kraftkomponente, die eine Art Kämmwirkung auf die Garnendenoberfläche ausübt. Hierdurch
können
Bauchbinden in einfacher Weise aufgelöst und anschließend eine
zuverlässige
Vorbereitung des Garnendes zum Ansetzen an ein Fasermaterial erzielt
werden.
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Vorteilhaft
ist es ebenso, wenn die Luftdüse wenigstens
ein Ventil zur Steuerung des Luftstromes aufweist. Hierdurch wird
ermöglicht,
dass der Luftstrom während
der Relativbewegung des Garns an unterschiedlichen Bereichen des
Garns mit unterschiedlicher Intensität einwirkt. Die Stärke der
Luftströmung
wird dabei günstigerweise
in Abhängigkeit der
Lage des Garnendes bezüglich
des GEPs geregelt.
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Um
die Entfernung der Bauchbinden zusätzlich zu verbessern, kann
dem GEP in einer vorteilhaften Ausgestaltung ein Kämmmittel
zugeordnet sein. Ist das Kämmmittel
dabei beispielsweise an der Innenwand des GEPs oder im Bereich der
Einführöffnung des
GEPs angeordnet, so wird bereits durch die Relativbewegung des Garns
bezüglich
des GEPs eine Kämmwirkung
erzielt. Ebenso ist denkbar, das Kämmmittel als drehbare Walze ähnlich einer
Auflösewalze
einer Spinnmaschine auszubilden, an deren Oberfläche Zähne angeordnet sind. Hierdurch
wird erreicht, dass die Geschwindigkeit der Zähne bezüglich der Oberfläche des
Garnendes über
der Relativgeschwindigkeit zwischen Garn und GEP liegt, wodurch
die Effektivität
des Kämmmittels
gesteigert werden kann.
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Des
weiteren ist dem GEP in einer vorteilhaften Ausgestaltung ein beweglich
gelagertes Trennblech zugeordnet, welches zum einen eine Führung des
Garnendes bewirkt, um ein korrektes Ablängen des Garnendes vor dem
Vorbereitungsvorgangs sicher zu stellen. Zudem wird eine seitliche
Führung des
Garns bezüglich
der Zuführwalzenachse
gewährleistet,
sodass ein Abspringen des Garnendes während der Bewegung durch die
Zuführwalzen
in einfacher Weise verhindert werden kann.
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Um
eine seitliche Verschiebung des Garns bezüglich der Zuführwalzenachsen
zu verhindern, weist das Trennblech in vorteilhafter Weise einen Schlitz
zur Führung
des Garns nach beiden Seiten hin auf. Hierdurch wird gewährleistet,
dass die seitliche Lage des Garns bezüglich der Zuführwalzenachse
während
der Hin- und Herbewegung des Garns konstant gehalten werden kann.
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Ist
dem Trennblech ein, insbesondere reversibler, Einzelantrieb zugeordnet,
so kann das Trennblech in einfacher Weise vor und nach dem Vorbereitungsvorgang
aus dem Bereich, in dem das Garn verläuft, herausbewegt werden.
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Sind
die Achsen der Zuführwalzen
im wesentlichen rechtwinklig zur Achse des eingeführten Garns,
so kann hierdurch ebenfalls eine Veränderung der Lage des Garns
bezüglich
der Zuführwalzenachsen
vermieden werden.
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In
einer besonders vorteilhaften Ausgestaltung des GEPs ist dieser
in einen Serviceroboter integriert, der entlang der Textilmaschine
patrouilliert. Der Serviceroboter wird dabei bei einem Garnbruch an
die entsprechende Arbeitsstelle der Textilmaschine bewegt, um den
gesamten Vorbereitungsvorgang des Garnendes bis hin zum Wiederansetzen
des Garnendes durchzuführen.
Alternativ ist es natürlich auch
möglich,
den GEP jeweils einer Arbeitsstelle zuzuordnen, wodurch die Vorbereitung
eines Garnendes gleichzeitig an mehreren Arbeitsstellen ermöglicht wird.
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Weitere
Vorteile der Erfindung sind in den nachfolgenden Ausführungsbeispielen
beschrieben. Es zeigt:
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1 eine
perspektivische Teilansicht einer Vorrichtung zum Vorbereiten eines
Garnendes
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2 eine
perspektivische Teilansicht einer Vorrichtung zum Vorbereiten eines
Garnendes, wobei ein Garnende in den GEP eingesaugt ist.
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1 zeigt
einen Ausschnitt einer Vorrichtung zum Vorbereiten eines Garnendes
zum anschließenden
Ansetzen des Garnendes an ein Fasermaterial, beispielsweise in einem
Rotor einer Rotorspinnmaschine oder an ein weiteres Fadenende beim
Spleißen.
Die Vorrichtung weist einen Garnendenpräparator (GEP) 1 mit
einem wenigstens nach einer Seite offenen Hohlraum auf, in den das
Garnende über
eine Einführöffnung 2 nach
dem Ablängen durch
eine Abtrennvorrichtung 3 eingeführt wird. Dem GEP 1 bzw.
dem Garnende ist dabei ein Mittel zugeordnet, mit welchem das Garnende
und/oder der GEP 1 während
des Vorbereitens des Garnendes im Wesentlichen in axialer Richtung
des eingeführten Garnendes
bewegbar sind.
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Im
Ausführungsbeispiel,
wie es 1 zeigt, ist das Mittel ein Zuführwalzenpaar 5,
dem wenigstens ein, insbesondere reversibler, Einzelantrieb zugeordnet
ist. Das Garnende des beispielsweise auf einer Kreuzspule 6 aufgewundenen
Garns 7 wird gewöhnlich
nach einem Garnbruch durch eine Greifvorrichtung 5 in die
Nähe des
GEPs 1 bewegt, vom Zuführwalzenpaar
geklemmt und durch eine Abtrennvorrichtung 3 auf eine vorgegebene
Länge abgelängt. Anschließend wird
das Garnende vorzugsweise pneumatisch in den Hohlraum des GEPs 1 eingesaugt.
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Den
Verlauf des Garns 7 nach dem Einsaugen des Garnendes zeigt 2.
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Der
GEP 1 weist dabei wenigstens eine Luftdüse auf, die bezüglich des
eingeführten
Garnendes in axialer, radialer und/oder tangentialer Richtung ausgerichtet
ist. Durch einen auf die Drehung des Garns 7 angepassten
Luftstrom wird schließlich
eine Auflösung
des Garndralls bewirkt.
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Um
vorhandene Umschlingfasern, so genannte Bauchbinden, die eine befriedigende
Auflösung
des Garnendes verhindern würden,
vor dem eigentlichen Auflösen
des Garnendes zu entfernen, wird das Garnende erfindungsgemäß durch
die Zuführwalzen 4 in
axialer Richtung hin- und herbewegt.
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Um
das Garnende während
der Relativbewegung zu führen,
ist dem GEP 1 in vorteilhafter Ausgestaltung ein Trennblech 8 zugeordnet.
Wird das Garnende durch die Zuführwalzen 4 in
beide Richtungen relativ zum GEP 1 bewegt, so weist das
Trennblech 8 in vorteilhafter Weise einen Schlitz auf,
um eine Führung
des Garns 7 in beide Richtung bezüglich der Zuführwalzenachsen
zu führen.
Hierdurch kann in einfacher Weise ein Abspringen des Garns 7 von
den Zuführwalzen 4 verhindert
werden.
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Sind
die Zuführwalzenachsen
bezüglich
des zu bewegenden Garnendes rechtwinklig ausgerichtet, so kann ebenfalls
eine seitliche Bewegung des Garns 7 verhindert werden,
sodass ein geschlitztes Trennblech 8 nicht vorhanden sein
muss.
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Die
Relativbewegung zwischen Garnende und GEP 1 kann in einer
weiteren Ausführungsform ebenso
durch einen nicht dargestellten reversiblen Einzelantrieb bewirkt
werden, der dem GEP 1 zugeordnet ist.
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Die
Relativbewegung kann dabei auf unterschiedlichste Weise geregelt
werden. So ist es denkbar, die Relativbewegung entweder durch die
Bewegung des Garnendes oder die Bewegung des GEPs 1 zu
bewerkstelligen. Ebenso ist eine gleichzeitige oder zeitversetzte
Bewegung sowohl des GEPs 1 als auch des Garnendes möglich, um
die Relativbewegung auf die Beschaffenheit des Garns 7 anzupassen.
Neigt das Garnende beim Einführen
in die Einführöffnung 2 des
Hohlraums des GEP 1 zur Bildung von Schlaufen, die ein
vollständiges
Einführen
des Garnendes behindern würden,
so kann die Relativbewegung bereits vor oder während des Einführens des
Garnendes in den GEP 1 initiiert werden, wodurch die beschriebene
Schlaufenbildung verhin dert werden kann. Ebenso kann es für die Auflösung der Bauchbinden
oder der restlichen Fasern des Garnendes von Vorteil sein, Anzahl,
Geschwindigkeit und zeitliche Abfolge der Relativbewegungen durch
die Regelung der Parameter Zeit und/oder Geschwindigkeit der Bewegung
von Garnende bzw. GEP 1 zu verändern und anzupassen.
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Wird
die Bewegung des Garnendes durch die Drehung der Zuführwalzen 4 realisiert,
so ist zum einen eine reversible Drehung derselben denkbar. Ebenso
kann die Bewegung des Garnendes in entgegengesetzte Einführrichtung
durch die Zuführwalzen 4,
die Bewegung in Einführrichtung
durch den im GEP 1 vorherrschenden Unterdruck gewährleistet werden.
In diesem Fall wären
Zuführwalzen
ausreichend, die nur in eine Richtung drehbar sind und das Garnende
nur während
der Bewegung entgegengesetzt der Einführrichtung klemmen.
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Während die
Relativbewegungen besonders eine rasche Auflösung der Bauchbinden bewirken, kann
hierdurch auch eine verbesserte Vorbereitung des restlichen Garnendes
bewirkt werden. Selbstverständlich
ist auch eine statische Vorbereitung des von Bauchbinden befreiten
Garnendes möglich,
wodurch eine besonders energieeffiziente Methode vorgeschlagen wird.
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Die
Auflösung
sowohl der Bauchbinden als auch des verbleibenden Garnendes kann
darüber
hinaus weiter verbessert werden, indem der Luftdüse wenigstens ein Ventil zur
Steuerung des Luftstroms zugeordnet ist. Hierdurch kann die Stärke des
Luftstroms entweder während
bzw. nach der Auflösung der
Bauchbinden oder während
der Auflösung
des verbleibenden Garnendes variiert werden, um der Beschaffenheit
unterschiedlicher Garne 7 Rechnung zu tragen.
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Um
das Auflösen
des Garnendes weiter zu verbessern und/oder zu beschleunigen, kann
dem Garnendenpräparator
im Bereich der Einführöffnung 2 oder
innerhalb des Hohlraums ein nicht dargestelltes Kämmmittel
zugeord net sein. Durch die Relativbewegung kann dieses dabei fest
am GEP 1 angeordnet sein. Denkbar ist ebenso die Ausbildung
des Kämmmittels
nach Art einer Auflösewalze
einer Spinnmaschine. Hierdurch wird erreicht, dass sich die Zähne des
Kämmmittels
mit einer erhöhten
Relativgeschwindigkeit bezüglich
des Garnendes bewegen, wodurch eine beschleunigte Auflösung von Bauchbinden
und/oder restlichem Garnendes erzielt werden kann.
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In
einer nicht dargestellten Ausführungsform ist
die Vorrichtung in einen Serviceroboter integriert, der entlang
der einzelnen Arbeitsstellen einer Textilmaschine patrouilliert.
Dieser Roboter wird im Falle eines Garnbruchs an die betreffende
Arbeitsstelle bewegt, anschließend
wird das beschriebene Verfahren in Gang gesetzt. Ist die Vorrichtung
jedoch einer jeden Arbeitsstelle einer Textilmaschine zugeordnet, so
ist in vorteilhafter Weise eine parallele Garnvorbereitung an mehreren
Arbeitsstellen möglich.
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Die
vorliegende Erfindung ist nicht auf das dargestellte und beschriebene
Ausführungsbeispiel beschränkt. Es
sind Abwandlungen im Rahmen der Patentansprüche jederzeit möglich.