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Die
vorliegende Anmeldung betrifft ein Verfahren zum Überprüfen des
Getriebeloses in einer Anordnung (wie etwa einer Produktionsmaschine,
zum Beispiel einer Werkzeugmaschine), in der ein Motor über ein Getriebe
eine Last bewegt, wobei an einem ebselement des Motors ein Geber
angeordnet ist. Sie betrifft auch eine Produktionsmaschine, insbesondere
Werkzeugmaschine, mit einem Motor, der ein ebselement umfasst, an
dem ein Geber eine Winkelstellung oder translatorische Stellung
des ebselements und/oder eine davon abgeleitete Größe ermittelt,
und mit einem Getriebe, über
das der Motor eine Kraft auf eine Last überträgt.
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Der
Begriff "Getriebelose" bezeichnet das Spiel
des Getriebes. Als Getriebe kann ein Zahnriemen verwendet sein,
das Getriebe kann jedoch auch Zahnräder umfassen. Üblicherweise
wird durch Verschleiß das Getriebelose
immer größer, wenn
die Anordnung (Produktionsmaschine) betrieben wird. Wird das Getriebelose
zu groß,
so wird die Funktion der Maschine beeinträchtigt. Im Stand der Technik
wird das Getriebelose entweder durch Bereitstellen von speziellen
Sensoren überwacht.
Hierbei wird zusätzlich
zu dem Geber an dem ebselement ein zweiter Geber bereitgestellt
(z.B. Drehgeber), der die Winkelstellung oder Position der Last
hinter dem Getriebe erfasst. Das Getriebelose wird dann durch Differenzbildung
zwischen den beiden Gebern direkt gemessen. Ein zweiter Geber ist
in der Regel teuer.
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Meistens
wird das Getriebelose unter manueller Kontrolle in regelmäßigen Prüfintervallen
mithilfe von Messgeräten überprüft. Bei
Zahnriemen wird beispielsweise akustisch die Riemenspannung gemessen.
Wird die Spannung zu klein und damit das Getriebelose zu groß, wird
der Zahnriemen ausgetauscht.
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Die
Verwendung der zusätzlichen
Sensoren ist aufwendig und teuer. Im Vergleich zur manuellen Überprüfung des
Getriebeloses soll insbesondere gewährleistet sein, dass einerseits
zuverlässig
ein zu großes
Getriebelose erkannt wird, andererseits nicht zu früh eine Wartung
stattfinden muss. Es geht also darum, einen optimalen Zeitpunkt
zur Wartung und vorzugsweise zum Austausch von Getriebeteilen zu
finden.
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Aus
der
DE 600 00 037
T2 ist eine Produktionsmaschine bzw. Robster bekannt, mit
einem Motor, der ein Antriebselement umfasst, an dem ein Geber eine
Winkelstellung des Antriebselements ermittelt. Weiterhin ist ein
Getriebe offenbart, über
das der Motor eine Kraft auf eine Last überträgt. Der Motor kann dabei einen Betriebszustand
und einen Testzustand einnehmen, wobei der Motor im Testzustand
Teststeuersignale empfängt
und verarbeitet. Eine Auswerteeinheit wertet Messsignale des Gebers
in Abhängig
von den Teststeuersignalen aus.
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Die
WO 2004 034 010 A1 zeigt
ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Aufzeichnung und Auswertung von
Messdaten einer Getriebeprüf-
bzw. Messvorrichtung. Dabei ist ein Drehgeber jeweils an der Antriebs-
und Abtriebswelle des Getriebes zum Erfassen der Winkelstellung
angeordnet. Aus einer Differenz einer Vor- und Rücklaufmessung kann dann das
Zahnflankenspiel berechnet werden.
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In
der
DE 43 16 817 A1 wird
ein Verfahren zur Betriebsüberwachung
des dynamischen Belastungs- und/oder Verschleißzustandes eines Getriebes
offenbart. Dazu werden Drehwinkeldifferenzen zwischen An- und Abtriebswelle
zusammen mit zugehörigen
Getriebe-Lastzuständen
gemessen und mit entsprechenden Sollwerten verglichen. Aus dem Vergleichsergebnis
wird dann eine Steuerkorrektur zum Ausgleich getriebeverschleißbedingter Übersetzungsfehler
ermittelt.
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Es
ist somit Aufgabe der Erfindung, ein Verfahren zum Überprüfen des
Getriebeloses bereitzustellen, das besonders effi zient ist. Eine
Produktionsmaschine der genannten Gattung soll entsprechend weitergebildet
werden.
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Die
Aufgabe wird durch ein Verfahren mit den Merkmalen gemäß Patentanspruch
1 und eine Produktionsmaschine mit den Merkmalen gemäß Patentanspruch
9 gelöst.
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Das
erfindungsgemäße Verfahren
umfasst somit die Schritte:
- a) Beaufschlagen
des Motors in einem Grundzustand der Anordnung mit einem Teststeuersignal
(der Grundzustand entspricht vorzugsweise einem Zustand minimalen
Getriebeloses zu Beginn des Betriebs der Maschine, z.B. nach einer
Justierung des Getriebes; das Teststeuersignal kann im Wesentlichen
quasi beliebige Formen haben),
- b) Messen einer Winkelstellung oder einer translatorischen Stellung
des Antriebselements (je nachdem, ob es sich um eine Rotation oder
eine translatorische Bewegung des Antriebselements handelt) und/oder
der ersten und/oder der zweiten Ableitung der Stellung mit dem Geber
als Messgröße in Antwort
auf das Teststeuersignal,
- c) Ermitteln der Amplitude und/oder der Phase und/oder einer
sonstigen Größe aus der
Messgröße für zumindest
eine in dem Teststeuersignal als Fourierkomponente enthaltene erste
Frequenz,
- d) Beaufschlagen des Motors zu einem Prüfzeitpunkt nach Betreiben der
Anordnung (d.h. wenn mit einem Verschleiß und somit einem großen Getriebelose
zu rechnen ist) mit einem Teststeuersignal (das abermals quasi beliebig
ausgebildet sein kann),
- e) Messen einer Winkelstellung oder einer translatorischen Stellung
des Antriebselements und/oder der ersten und/oder der zweiten Ableitung
der Stellung mit dem Geber als Messgröße in Antwort auf das Teststeuersignal,
- f) Ermitteln der Amplitude und/oder Phase und/oder einer sonstigen
Größe aus der
Messgröße für die erste Frequenz
und/oder zumindest eine bei Schritt d) in dem Teststeuersignal als
Fourierkomponente enthaltene zweite Frequenz,
- g) Vergleichen der in den Schritten c) und f) erhaltenen Amplituden,
Phasen oder sonstigen Größen miteinander
und Feststellen auf Grund eines vorbestimmten Kriteriums, ob zum
Prüfzeitpunkt
das Getriebelose derart von dem Getriebelose im Grundzustand abweicht,
dass eine Wartung erforderlich ist.
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Das
erfindungsgemäße Verfahren
beruht auf der Erkenntnis, dass sich das Getriebelose auf die Bewegung
des Antriebselements auswirkt. Auf das Antriebselement wirken die
Kräfte/Momente
des Motors, z.B. magnetische Kräfte
sowie die äußeren Kräfte der
Last, die vermittels des Getriebes auf das Antriebselement zurückwirken.
Die Bewegung des Antriebselements ergibt sich somit in Folge der
Summe aller Kräfte.
In bestimmten Frequenzbereichen wirken die Kräfte der Last so auf das Antriebselement
zurück,
dass die Bewegung des Antriebselements stark gedämpft wird. In diesem Fall wirkt
die Last in Zusammenhang mit dem Getriebe als Tilger. Die Tilgung
wird umso kleiner, je größer das
Getriebelose wird. Wählt
man die Art der Analyse, zum Beispiel die Frequenzen, geeignet,
so gibt es bei diesen Frequenzen große Unterschiede in Amplituden und
Phasen der Fourierkomponenten im Ist-Signal bei vorgegebenem Soll-Signal
(durch das Teststeuersignal). Es muss nicht ein numerischer Wert
für das
Getriebelose ermittelt werden, sondern vielmehr muss lediglich ermittelt
werden, ob das Getriebelose derart die Reaktion des Antriebselements
auf das Getriebe, d.h. die Tilgung, beeinflusst, dass eine Wartung
des Getriebes erforderlich ist. Aus diesem Grund sind verschiedene Arten
von Teststeuersignalen möglich,
und auch beim Ermitteln von Messgrößen und Ableiten von weiteren Größen aus
diesen Messgrößen gibt
es eine Vielzahl von Möglichkeiten.
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Die
Schritte a) bis g) können
prozessintermittierend oder auch prozessbegleitend durchgeführt werden.
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Bei
einer bevorzugten Ausführungsform
enthält
das in Schritt a) verwendete Teststeuersignal dieselben Fourier-Frequenzkomponenten
wie das in Schritt d) verwendete Teststeuersignal, bevorzugt mit
gleichen Anteilsgewichten für
die einzelnen Frequenzkomponenten.
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Im
einfachsten Fall ist das Teststeuersignal ein periodisches Signal,
das zusätzlich
einen kontinuierlichen Anteil umfassen kann. Die Tilgung kann sich
nun so auswirken, dass die Amplitude bei dieser Frequenz durch das
Getriebelose erhöht
oder erniedrigt wird. Entsprechend diesen beiden Möglichkeiten
kann eine Frequenz ausgewählt
werden und ein Kriterium so definiert werden, dass das Verhältnis der
beiden Amplituden (Prüfzustand
gegen Grundzustand) einen Schwellwert unterschreitet oder überschreitet.
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In
diesem Fall kann Schritt g) durch die Verwendung des Schwellwertkriteriums
somit besonders einfach ausgestaltet sein.
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Bei
einer Erweiterung werden zwei periodische Signale mit zwei definierten
Frequenzen verwendet, es wird das Verhältnis der Amplituden als sonstige
Größe ermittelt,
und diese Verhältnisse
können
dann im Schritt g) miteinander verglichen werden. Bevorzugt aber
wird das zum Prüfzeitpunkt
ermittelte Verhältnis
mit einem Schwellwert verglichen. Sind die beiden Frequenzen so
gewählt,
dass es bei der einen Frequenz zu einer Amplitudenerhöhung und
bei der anderen Frequenz zu einer Amplitudenerniedrigung bei steigendem Getriebelose
kommt, so verstärkt
sich mathematisch dieser Effekt bei der Bildung einer Verhältnisgröße und wird
dadurch deutlicher.
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Das
Teststeuersignal kann auch eine Vielzahl von Fourierkomponenten
für Frequenzanteile
zwischen einer unteren und einer oberen Frequenz umfassen, d. h.
ein ganzes Frequenzband umfassen. Entsprechend können dann in den Schritten
c) und f) Amplitude und Phase für
eine ganze Vielzahl von Frequenzen ermittelt werden. Man erhält dann
Messkurven, und im Schritt g) kann eine Kurvenauswertung erfolgen.
Beispielsweise ist der Kurve zu entnehmen, wo die so genannte Tilgerfrequenz
sitzt, d.h. bei welcher Frequenz die Tilgung am stärksten ist.
Die zuvor genannten Beispiele, bei denen einzelne Frequenzen ausgewählt wurden,
implizieren, dass ungefähr
der Sitz der Tilgerfrequenz bekannt ist. Die nunmehr genannte Ausführungsform,
bei der eingangs das Frequenzband verwendet wird, hilft hingegen
bei der Suche nach der Tilgerfrequenz.
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Das
Teststeuersignal kann auch ein Rauschsignal sein. Mit anderen Worten
muss der zeitliche Verlauf des Teststeuersignals nicht festgelegt
sein.
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Die
erfindungsgemäße Produktionsmaschine
(wobei unter den Begriff der Produktionsmaschine vorliegend auch
eine Werkzeugmaschine fallen soll) oder der Roboter ist dadurch
gekennzeichnet, dass der Motor einen Betriebszustand und einen Testzustand
einnehmen kann. (Man könnte
diese Zustände
auch im Hinblick auf eine Motorsteuerung und nicht auf den Motor
selbst definieren.) Der Motor empfängt im Testzustand Teststeuersignale
und verarbeitet diese. Ferner gilt für den Testzustand, dass eine
Auswerteeinheit Messsignale des Gebers in Abhängigkeit von den Teststeuersignalen
auswertet.
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Erfindungsgemäß wird der
Motor also nicht durchgehend betrieben (oder ist ausgeschaltet),
sondern wird in Betriebspausen oder prozessparallel selbsttätig geprüft.
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Bevorzugt
ist der Motor dazu ausgelegt, zum Überprüfen des Getriebeloses in regelmäßigen zeitlichen Abständen den
Testzustand einzunehmen. Die Auswerteeinheit ermittelt dann im Testzustand
auf Grund eines vorgegebenen Kriteriums jeweils, ob eine Wartung
des Getriebes erforderlich ist. Sie gibt im Falle, dass eine Wartung
erforderlich ist, ein Warnsignal ab.
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Durch
diese Ausführungsform
ist ein Eingreifen durch einen Bediener nicht mehr erforderlich.
Die Motorsteuerung leitet den Testzustand selbsttätig ein.
Dadurch, dass diese Art der Prüfung
wesentlich einfacher ist, als wenn eine menschliche Bedienperson
die Prüfung
von Hand durchführen
muss, kann die Prüfung
wesentlich öfter
stattfinden. Dadurch wird vermieden, dass eine Wartung zu häufig erfolgt
oder genau andersherum zu spät
erfolgt.
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Nachfolgend
werden bevorzugte Ausführungsformen
der Erfindung unter Bezug auf die Zeichnung beschrieben, in der:
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1 schematisch
den Grundaufbau einer Anordnung zeigt, bei der die Erfindung eingesetzt
wird,
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2 ein
physikalisches Modell des Grundaufbaus veranschaulicht,
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3A bis 3C Frequenzgänge von
Amplitude und Phase bei einer Anordnung gemäß 1 bzw. 2 veranschaulichen,
die im Rahmen der Erfindung aufgenommen wurden,
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4A ein
Teststeuersignal, wie es bei der Erfindung eingesetzt wird, veranschaulicht
und
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4B und 4C Antwortsignale
auf das Teststeuersignal für
zwei unterschiedliche Situationen veranschaulichen.
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Eine
Anordnung, die bei der Erfindung eingesetzt wird, umfasst einen
Motor (Antrieb) mit einem Antriebselement 10 (z.B. einer
Motorwelle), an dem ein Geber 12 die Stellung des Antriebselements
misst. Im gezeigten Beispiel handelt es sich um eine rotatorische
Stellung, d.h. um die Winkelstellung des Antriebselements 10,
so dass der Geber 12 ein inkrementeller Drehgeber sein
kann. Das Antriebselement 10 übt über ein Ge triebe 13,
das ein Zahnriemen sein kann oder Zahnräder umfassen kann, eine Kraft
auf eine Last 14 aus. Handelt es sich bei der Anordnung
aus 1 um eine Produktionsmaschine, so ist die Last
beispielsweise ein Siegelbacken, ein Kugelgewindetrieb oder ein
Roboterarm.
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Physikalisch
gesehen lässt
sich ein Modell erstellen, das in 2 dargestellt
ist. Das Antriebselement 10 hat die Masse Mantr.
Auf diese Masse wirkt die Kraft Fantr ein
(bei translatorischer Bewegung) bzw. ein Drehmoment Mantr (bei
rotatorischer Bewegung). Die Masse mantr verändert ihre
Stellung Xantr, wobei Xantr entweder eine
translatorische Stellung symbolisiert oder einen Winkel. (Korrekt
formuliert wird im rotatorischen Fall statt der Masse ein Massenträgheitsmoment
J definiert.)
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Die
Last hat eine Masse mLast, auf die die Kräfte Fprozess (Prozesskraft) und die Reibung Freib einwirken. Bei rotatorischer Bewegung
wirkt ein entsprechendes Drehmoment. Unabhängig davon, ob es sich um eine translatorische
oder rotatorische Bewegung handelt, wird die Veränderung der Stellung der Last 14 vermittels der
Stellungsgröße xLast beschrieben.
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Die
Massen mantr vom Antriebselement 10 und
mLast der Last 14 sind ja über das
Getriebe miteinander verbunden, das einerseits eine Federkraft mit
der Federkonstanten k ausübt
und andererseits eine Dämpfung mit
der Dämpfungskonstante
d ausübt.
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Das
Getriebe 13 bewirkt somit, dass nicht direkt die Größe Fantr und Mantr auf
die Last übertragen
wird. Vielmehr kommt es in dem Getriebe, zum Beispiel in dem Zahnriemen 12,
zu Schwingungsvorgängen
auf Grund der Federkonstanten k, welche mit der Dämpfungskonstante
d abgedämpft
sind. Dieses System stellt (bezogen auf die Motorwelle) einen Tilger
dar. Hierbei wirkt sich die Bewegung der Last 14 vermittels
des Getriebes 13 derart auf das Antriebselement 10 aus,
dass dieses nicht direkt seiner Antriebskraft Fantr bzw.
seinem Antriebsmoment Mantr folgt. Damit
weicht xantr im Ist-Verhalten von dem Soll-Verhalten ab.
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In
den 3A bis 3C sind
Messungen des Frequenzverhaltens für drei unterschiedliche Einstellungen
des Getriebeloses dargestellt. Der hierbei verwendete Messaufbau
soll nicht ausführlich
erläutert
werden. Es genügt
als Information, dass der Messaufbau es vermittels einer Schraube
erlaubte, das Getriebelose zu variieren. Die unter den 3A bis 3C angegebenen
Millimeterangaben beziehen sich auf eine Stellung der Schraube.
Zur Interpretation genügt
es, dass 3A den Zustand veranschaulicht,
in dem quasi kein Getriebelose vorhanden ist, 3B den
Zustand mit mittlerem Getriebelose veranschaulicht und 3C den Zustand
mit relativ großem
Getriebelose veranschaulicht.
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Verwendet
wurde ein rotatorisches System. Die Amplituden-Frequenzgänge (jeweils obere Kurve in den 3A bis 3C)
zeigen in logarithmischer Darstellung das Verhältnis vom Drehzahlistwert des
Antriebs 10 bezogen auf den Drehmomentsollwert (der im
Wesentlichen proportional zur Beschleunigung ist), der auf das Antriebselement 10 wirkt.
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Für die vorliegenden
Zwecke genügt
es, zu verstehen, dass ein Istwert mit einem Sollwert verglichen wird.
In den Istwerten wirkt sich die Tilgung aus, und zwar bewirkt die
Tilgung eine starke Verringerung des resultierenden Drehzahlistwerts
des Antriebs bezogen auf den Drehmomentsollwert in einem Frequenzbereich in
der Nähe
der Tilgerfrequenz, was sich in den oberen Kurven in den 3A bis 3C in
einer nach unten weisenden Spitze auswirkt. Unter den Amplituden-Frequenzgängen in
den 3A bis 3C ist
jeweils die Phase gezeigt. Im Bereich der Tilgung der Frequenz hebt
sich die Phase von –90° auf +90°.
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Aus
Amplituden-Frequenzgängen
bzw. Phasendarstellungen nach Art der 3A bis 3C kann somit
in Abhängigkeit
von dem Ver stellweg der Schraube, der ein Man für das Getriebelose ist, die
Tilgerfrequenz abgeleitet werden.
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Die
ermittelte Tilgerfrequenz ist in Abhängigkeit vom Verstellweg in
der Tabelle 1 dargestellt.
| Verstellweg
[mm] | Tilgerfrequenz
[Hz] |
| 0,0 | 103 |
| 0,5 | 102 |
| 0,67 | 101 |
| 0,84 | 90 |
| 0,92 | 73 |
| 1,0 | 60 |
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Wie
aus der Tabelle leicht zu erkennen ist, variiert die Tilgerfrequenz
zu Beginn nur gering. Bei einem Verstellweg von oberhalb 0,67 verringert
sich die Tilgerfrequenz rapide.
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Grundsätzlich kann
aus Kurven der in den 3A bis 3C gezeigten
Art, und sowohl aus dem Amplituden-Frequenzgang als auch aus der
Phasendarstellung, genügend
Information abgeleitet werden, um zu ermitteln, ob das Getriebelose
zu groß ist.
Aus dem starken Sinken der Tilgerfrequenz im Bereich zwischen 0,67
und 0,84 in Tabelle 1 kann abgeleitet werden, dass genau zwischen
diesen Größen des
Verstellweges eine rapide Verschlechterung des Antriebs stattfindet
und das Getriebe auszutauschen oder nachzustellen ist. (Bei der
Verwendung des hier nicht weiter erläuterten Messaufbaus gilt dies
naturgemäß nicht,
weil das Getriebelose künstlich
erzeugt ist. Bei realen Systemen kann man anhand der Veränderung
in der Tilgerfrequenz deutlich erkennen, dass das Getriebelose zu
stark wird.) Grundsätzlich
muss nicht ein gesamtes Spektrum durchanalysiert werden, wie dies
für die 3A bis 3C erfolgt
ist.
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Es
ist vielmehr möglich,
maßgeschneidert
eine bestimmte Frequenz zur Anregung des Systems auszuwählen. 4A zeigt
ein Teststeuersignal, mit dem das Antriebselement 10 beaufschlagt
wird, das rein periodisch ist, mit einer Anregungsfrequenz fanreg und somit mit einer Periode Tanreg 1/fanreg. Für fanreg wurde die Tilgerfrequenz des Systems
bei gespanntem Zahnriemen mit wenig Getriebelose gewählt.
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Im
Falle, dass der Zahnriemen 12 gespannt ist und dass das
Getriebelose gering ist, erhält
man bei einer Messung der Größe xantr mithilfe des Gebers 12 die
in 4B dargestellte Kurve. Das Antwortsignal ist naturgemäß ebenfalls
periodisch mit derselben Periode Tanreg und
hat eine relativ gesehen schwache Amplitude.
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Hat
man viel Getriebelose, d. h. einen lockeren Zahnriemen 12,
so erhält
man bei der Messung von xantr mit dem Geber 12 eine
Kurve, wie sie in 4C gezeigt ist. (Hierbei ist
von gleichen Maßstäben für die y-Achse
im Vergleich zu 4B ausgegangen, die aber vorliegend
in willkürlichen
Einheiten anzugeben sind.)
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Die
Amplitude in der Fourierkomponente fanreg ist
somit vergrößert, wenn
man viel Getriebelose hat, im Vergleich zum Fall, dass man wenig
Getriebelose hat. Diese Amplitude allein genügt somit als Kriterium dafür, zu bestimmen,
ob das Getriebelose zu stark ist oder nicht.
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Im
Regelfall wird man einen Verhältniswert
zwischen der Amplitude der Schwingung bei der Kurve aus 4C im
Vergleich zur 4B bilden. Überschreitet dieser einen Schwellwert
(der in Abhängigkeit
von der Lage fanreg im Verhältnis zur
Tilgerfrequenz im Grundzustand zu definieren ist), so lässt sich
mithilfe eines Schwellwertkriteriums festlegen, wann eine Wartung
erfolgen soll und wann nicht.
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Das
anhand der 4A bis 4C erläuterte Beispiel
gilt nur für
eine bestimmte Frequenz. Es gibt auch Frequenzen, bei denen die
Amplitude sich durch Anwachsen des Getriebeloses verrin gert. Auch
dann können
Verhältniswerte
definiert werden und Schwellwertkriterien angewendet werden.
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Der
in den 4A bis 4C dargestellte
Fall bezieht sich auf eine Anregungsfrequenz fanreg,
die kleiner als die Tilgerfrequenz ist. Der umgekehrte Fall tritt
somit ein, wenn die Frequenz fanreg größer als
die Tilgerfrequenz ist.
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So
kann man beispielsweise folgende Werte erhalten: Bei einer Messung
mit der Testfrequenz 80 Hz erhält
man bei gespanntem Zahnriemen die Amplitude 100 (willkürliche Einheit)
und bei gelockertem Zahnriemen die Amplitude 80. Bei einer
Testfrequenz von 110 Hz erhält
man bei gespanntem Zahnriemen die Amplitude 200 und bei
gelockertem Zahnriemen die Amplitude 240. Da bei der Frequenz
von 80 Hz die Amplitude durch das Lockern des Zahnriemens sinkt
und bei der Frequenz von 110 Hz die Amplitude durch das Lockern des
Zahnriemens steigt, kann man ein Amplitudenverhältnis definieren, beispielsweise
die Amplitude bei 80 Hz im Vergleich zur Amplitude bei 110 Hz. Bei
den oben genannten Beispielsgrößen beträgt das Amplitudenverhältnis bei
gespanntem Zahnriemen somit 0,5 und bei gelockertem Zahnriemen 0,33.
Im Zahlenwert wirkt sich somit die Änderung stärker aus als bei den Einzelwerten,
so dass das Amplitudenverhältnis
eine besonders geeignete Größe ist.
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Das
Teststeuersignal muss nicht notwendigerweise eine einzige Frequenzkomponente
beinhalten oder deren zwei. Vielmehr ist möglich, auch mithilfe von Rauschsignalen
den Motor bzw. das Antriebselement 10 zu beaufschlagen.
Die Analyse der durch den Geber 12 ermittelten Messwerte
ist dann zwar nicht ganz so einfach, Kurven nach Art der in den 3A bis 3C gezeigten
Kurven sind jedoch auch ableitbar.