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DE102006021565A1 - Verfahren und Vorrichtung zum Erzeugen eines Magnetfeldsystems - Google Patents

Verfahren und Vorrichtung zum Erzeugen eines Magnetfeldsystems Download PDF

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DE102006021565A1
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Wolf-Dieter Prof.Dr. Münz
Horst Dr. Rettenmeier
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ITG INDUKTIONSANLAGEN GmbH
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Abstract

Ein Verfahren zum Erzeugen eines Magnetfeldsystems für eine Kathodenanordnung, wobei die Kathodenanordnung eine oder mehrere Cluster-Magnetron-Kathoden mit jeweils mehreren Teilsegmenten und/oder mehrere galvanisch gekoppelte Einzelkathoden umfasst, ist im Hinblick auf die Ausbildung eines für Magnetronsputtern, insbesondere HIPIMS (High Power Impuls Magnetron Sputtering), möglichst geeigneten Magnetfeldsystems derart ausgestaltet, dass das Magnetfeldsystem durch mehrere Permanentmagnete und mehrere Elektromagnete erzeugt wird und dass die Elektromagnete getaktet geschaltet werden und/oder die Stärke und/oder die Richtung des durch die Elektromagneten erzeugten Magnetfelds verändert wird. Eine entsprechende Vorrichtung ist angegeben.

Description

  • Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Erzeugen eines Magnetfeldsystems für eine Kathodenanordnung, wobei die Kathodenanordnung eine oder mehrere Cluster-Magnetron-Kathoden mit jeweils mehreren Teilsegmenten und/oder mehrere galvanisch gekoppelte Einzelkathoden umfasst.
  • Magnetronsputtern stellt eine besonders effektive Art des Sputterns dar, bei dem in einer Glimmentladung einzelne Atome oder Atomcluster aus einem Zielmaterial (Target) abgetragen werden. Die Ionen der Glimmentladung entstehen durch Stöße zwischen Elektronen und einem Sputtergas (Trägergas), das im Allgemeinen durch ein Edelgas, meist Argon, gebildet wird. Beim Magnetronsputtern werden in der Nähe des Targets ein zu diesem parallel gerichtetes Magnetfeld und ein zu diesem senkrecht stehendes elektrisches Feld erzeugt. In dem elektrischen Feld beschleunigte Elektronen werden dadurch in einem räumlich begrenzten Bereich vor dem Targets auf spiralförmige Bahnen gelenkt, wodurch dort auch bei niedrigen Drücken des Sputtergases besonders effektiv Ionen erzeugt werden.
  • Die abgesputterten Atome und Ionen des Targets können auf Substraten kondensieren, die in die Nähe des Targets gebracht werden. Auf diese Weise entstehen sehr dünne Filme des Targetmaterials auf den Substraten. Häufig findet der Sputterprozess in einer reaktiven Atmosphäre, beispielsweise in Argon mit Stickstoff, statt, wodurch beispielsweise bei Verwendung von Ti, TiAl, Cr oder Zr besonders harte und verschleißfeste Schichten auf den Substraten aufwachsen.
  • High Power Impuls Magnetron Sputtering (HIPIMS) stellt eine besondere Art des Magnetronsputtern dar und gewinnt zunehmend an industrieller Bedeutung. Das HIPIMS-Verfahren zeichnet sich durch eine impulsförmige Zufuhr der elektrischen Leistung auf das als Kathode wirkende Target aus. Aufgrund der der Kathode zugeführten hohen Leistungsdichten von typischerweise 1000 bis 3000 W/cm2 während einer Impulsdauer von 50 bis 200 μs stellt sich eine Plasmakonfiguration ein, die im Gegensatz zu der im Falle des Magnetronsputterns zu erwartenden anomalen Glimmentladung das Charakteristikum einer Bogenentladung aufweist. Während bei dem konventionellen Magnetronsputtern dem Trägergas der überwiegende Anteil an Ionisation zufällt, beträgt die Ionisation der abgesputterten Targetatome dort typischerweise nur 10 %. Demgegenüber beobachtet man im Falle des HIPIMS-Verfahrens Targetionen-Konzentrationen von über 50 %. Zudem tritt ähnlich wie bei der Bogenentladung Mehrfachionisation der Targetatome auf. Aufgrund dieses Tatbestandes ergeben sich für die Schichtbildung sehr günstige Bedingungen, die sich unter anderem in einer sehr hohen Dichte der abgeschiedenen Materie und in einer exzellenten Haftfestigkeit äußert. Bezüglich weiterer Details zum HIPIMS-Verfahren sei auf die Veröffentlichungen „A Novel Pulsed Magnetron Sputter Technique Utilizing Very High Target Power Densities" der Herren V. Kouznetsov, K. Macák, J. M. Schneider, U. Helmersson und I. Petrov in Surface and Coatings Technology, 122 (2-2), 290–293 (1999) und „CrN Deposition by Reactive High-Power Density Pulsed Magnetron Sputtering" der Herren A. P. Ehiasarian, W.-D. Münz, L. Hultman und U. Helmersson in 45th Technical Conference Proceedings, 328–334 (2002) verwiesen.
  • Im praktischen Umgang mit der HIPIMS-Technologie liegt eine der Hauptschwierigkeiten in dem Problem der Kühlung des Targets. Beim Sputtern wird mehr als 95 % der am Target umgesetzten Leistung durch Kühlwasser abgeführt. Geht man von einer Leistungsdichte von 3000 W/cm2 aus, so ergibt sich bei einem Target von 100 × 20 cm2 eine Leistungszufuhr von 6 MW pro Impuls. Aufgrund dieser sehr starken Targettemperaturbelastung kann die beschriebene Impulstechnik lediglich bis zu Taktfrequenzen von etwa 100 Hz (10 ms Pulsabstand) eingesetzt werden. Daraus ergibt sich, dass bei einer Pulsdauer von typischerweise 200 μs weniger als 1 % des Pulsabstandes genutzt werden kann, um den HIPIMS-Prozess auszulösen.
  • Zur Reduzierung der Belastung des Targets kann deshalb eine Mehrfachkathodenanordnung verwendet werden, bei der einzelne Teile des Targets sequentiell für das Sputtern verwendet werden. Sinnvollerweise wird dazu eine Kathode in mindestens 2 bis 10 oder je nach Kathodenlänge auch mehr, häufig gleich große Teilsegmente aufgeteilt. Alternativ zu einer derartigen Cluster-Magnetron-Kathode können mehrere Einzelkathoden zum Einsatz kommen. Cluster-Magnetron-Kathoden und Einzelkathoden können zudem in beliebigen Kombinationen eingesetzt werden. Jedes Segment der Kathodenanordnung – also jedes Teilsegment einer Cluster-Magnetron-Kathode oder jede Einzelkathode – wird dann sequentiell mit hochenergetischen elektrischen Impulsen beaufschlagt. Dazu müsste jeder Kathode eine eigene HIPIMS-Energieversorgung zur Verfügung gestellt werden. Dadurch würden die Kosten einer derartigen Anlage astronomisch steigen. Um die Kosten in wirtschaftlich vernünftigen Grenzen zu halten, kommt deshalb lediglich eine einzige HIPIMS-Energieversorgung zur Versorgung der einzelnen Segmente zum Einsatz. Mittels geeigneter Schalter wird die HIPIMS-Energieversorgung sequentiell auf die einzelnen Segmente der Kathodenanordnung geschaltet. Allerdings sind auch die hierfür notwendigen Schalter wiederum teuer, so dass die Kosten der Gesamtanlage nur begrenzt reduziert werden können.
  • Eine Lösung für dieses Problem könnte darin bestehen, alle Kathoden der Kathodenanordnung galvanisch zu koppeln und mit einer gemeinsamen HIPIMSEnergieversorgung anzusteuern. Allerdings müsste dann eine extrem leistungsfähige Energieversorgung eingesetzt werden, um die zum Auslösen eines HIPIMSProzesses benötigte Stromdichte zu liefern.
  • Eine Möglichkeit, mit der diesem Problem begegnet werden könnte, liegt in einer Steuerung des Magnetfelds. Üblicherweise wird bei Magnetronkathoden das Magnetfeld jedoch durch Permanentmagnete erzeugt. Dies ist im Zusammenhang mit der zuvor beschriebenen Kathodenanordnung mit galvanisch gekoppelten Segmenten sehr hinderlich und äußert unpraktisch.
  • Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren und eine Vorrichtung der eingangs genannten Art derart auszugestalten und weiterzubilden, dass bei Kathodenanordnungen mit galvanisch gekoppelten Segmenten ein hinreichend geeignetes, steuerbares Magnetfeldsystem erzeugbar ist.
  • Erfindungsgemäß wird die voranstehende Aufgabe durch die Merkmale des Patentanspruchs 1 gelöst. Danach ist das in Rede stehende Verfahren dadurch gekennzeichnet, dass das Magnetfeldsystem durch mehrere Permanentmagnete und mehrere Elektromagnete erzeugt wird und dass die Elektromagnete getaktet geschaltet werden und/oder die Stärke und/oder die Richtung des durch die Elektromagneten erzeugten Magnetfelds verändert wird.
  • In vorrichtungsmäßiger Hinsicht ist die voranstehende Aufgabe durch die Merkmale des Patentanspruchs 8 gelöst. Danach ist die in Rede stehende Vorrichtung derart ausgestaltet, dass das Magnetfeldsystem durch mehrere Permanentmagneten und mehrere Elektromagneten erzeugbar ist und dass die Elektromagnete getaktet schaltbar sind und/oder die Stärke und/oder die Richtung des durch die Elektromagneten erzeugten Magnetfelds veränderbar sind.
  • In erfindungsgemäßer Weise ist zunächst erkannt worden, dass die Forderungen nach einer möglichst kleinen HIPIMS-Energieversorgung und die Behebung thermischer Probleme bei gleichzeitig relativ geringen Kosten der gesamten Anlage realisiert werden können. Dazu sind die Segmente der Kathodenanordnung galvanisch miteinander verkoppelt. Zum Auslösen eines HIPIMS-Prozess in einem bestimmten Segment der Kathodenanordnung wird erfindungsgemäß das Magnetfeld entsprechend beeinflusst und ein geeignetes Magnetfeld in dem bestimmten Segment eingestellt. Durch den alleinigen Einsatz von Permanentmagneten ist jedoch ohne mechanische Bewegung der Magnete kein steuerbares Magnetfeld erzeugbar. Auch das Ersetzen der Permanentmagnete durch Elektromagnete liefert insbesondere wegen der sich sehr stark gegenseitig beeinflussenden Magnetfelder für die einzelnen Segmente der Kathodenanordnung keine Anordnung, mit der ein hinreichend befriedigendes Ergebnis erreicht wird. Erfindungsgemäß ist deshalb erkannt worden, dass durch geschickte Kombination und geschickte Anordnung von mehreren Permanentmagneten und mehreren Elektromagneten sehr flexibel und verblüffend einfach ein geeignetes und ausreichend steuerbares Magnetfeldsystem erzeugbar ist. Dazu müssen lediglich die Elektromagnete getaktet schaltbar sein und/oder die Stärke und/oder die Richtung des durch die Elektromagneten erzeugten Magnetfelds veränderbar sein. Einzige Voraussetzung dabei ist, dass die Veränderung des durch die Elektromagnete erzeugten Magnetfelds schneller erfolgt als die Pulse auf die einzelnen Segmente gegeben werden. Da die Kosten einer Energieversorgung für die Elektromagnete – im Allgemeinen eine Gleichstrom- oder Gleichspannungsquelle – um ein Vielfaches geringer sind als die für eine HIPIMS-Energieversorgung, können selbst bei einer größeren Anzahl von zu steuernden Elektromagneten die Kosten vergleichsweise niedrig gehalten werden.
  • Vorzugsweise ist jedem einzelnen Segment der Kathodenanordnung ein eigenes magnetfelderzeugendes Teilsystem zugeordnet, das jeweils aus mindestens einem Permanentmagneten und mindestens einem Elektromagneten gebildet ist. Die einzelnen magnetfelderzeugenden Teilsysteme befinden sich dabei vorzugsweise in unmittelbarer Nähe zueinander. Dadurch kann in besonders einfacher Art und Weise für jede Teilkathode ein optimales oder zumindest hinreichend gutes Magnet feldsystem erzeugt werden. Die einzelnen Teilkathoden bzw. magnetfelderzeugenden Teilsysteme könnten dabei linear angeordnet sein. Allerdings wären auch weitere Anordnungen möglich. So könnten die Segmente der Kathodenanordnung beispielsweise in einem Ring oder einem Vieleck angeordnet sein.
  • Zum Erzielen einer möglichst umfassenden Flexibilität und Steuerbarkeit sind die Elektromagnete vorzugsweise getrennt voneinander beeinflussbar. Dies kann insbesondere dadurch erreicht werden, dass die einzelnen Elektromagneten unabhängig voneinander oder zumindest in Gruppen von Elektromagneten mit Energie versorgt werden können. Dabei ist es denkbar, dass einzelne Elektromagnete durch unabhängige Schalter zu- oder abgeschaltet werden können. Zum anderen könnte aber auch die Stärke des durch die Wicklungen des Elektromagneten fließenden Stroms verändert werden. Dazu könnten beispielsweise verschiedene diskrete Spannungsniveaus zur Verfügung gestellt sein, die wahlweise an einen Elektromagneten angelegt werden. Alternativ könnte den Elektromagneten Treiberstufen vorgeschaltet sein, die das entsprechende Eingangsspannungsniveau auf eine gewünschte Spannung bringt bzw. einen gewünschten Strom in den Leitern eines Elektromagneten einprägt.
  • Zusätzlich oder alternativ kann einem festen oder einstellbaren Gleichstrom ein Wechselstrom überlagert werden. Dieser Wechselstrom kann in Abhängigkeit des jeweils gewünschten Effekts mit unterschiedlichen Frequenzen, Signalverläufen, Maximalwerten oder anderen Parametern gewählt werden. Dabei wäre es denkbar, dass der Wechselstrom einen sinusförmigen Verlauf aufweist oder als Rechteck-, Sägezahn-, Dreiecksstrom oder dergleichen ausgebildet ist.
  • Vorzugsweise wird in einem aktiven Bereich der Kathodenanordnung das Magnetfeld derart beeinflusst, dass sich in diesem Bereich im Wesentlichen eine gewünschte Richtung und Amplitude des Magnetfelds einstellt. Dazu müssen die Energieversorgungen der Elektromagnete geeignet gewählt werden. Die Parameter könnten durch feste Spannungen und/oder Ströme vorgegeben oder individuell für jeden Elektromagneten, für Gruppen von Elektromagneten oder für alle Elektromagnete gemeinsam anpassbar sein. Dazu kann eine oder mehrere der zuvor genannten Möglichkeiten genutzt werden.
  • Zur Vermeidung ungewünschter Beeinflussungen wird in einem nicht aktiven Bereich der Kathodenanordnung das Magnetfeld derart beeinflusst, dass sich in dem nicht aktiven Bereich eine im Wesentlichen vernachlässigbare Magnetfeldkomponente parallel zur Kathode ergibt. Dazu können zum einen die Elektromagnete von der Versorgung getrennt werden. Zum anderen kann eine geeignete, gegebenenfalls gegensinnige Energieversorgung vorgesehen sein, um gezielt die zur Kathode parallelen Komponenten des Magnets zu unterdrücken oder zu minimieren.
  • Dabei werden die Elektromagnete der einzelnen magnetfelderzeugenden Teilsysteme vorzugsweise derart geschaltet oder versorgt, dass lediglich in der Nähe eines einzelnen magnetfelderzeugenden Teilsystems sich das Magnetfeld eines aktiven Bereiches ausbildet. Die übrigen magnetfelderzeugenden Teilsysteme werden hingegen derart geschaltet, dass die Amplitude der Magnetfeldkomponente parallel zur Kathode in der Nähe der Kathode im Wesentlichen gleich Null ist. Die einzelnen magnetfelderzeugenden Teilsystems können dann derart geschaltet werden, dass sich der aktive Bereich über die Kathodenanordnung bewegt. Dadurch kann beispielsweise bei dem Einsatz im Zusammenhang mit einem HIPIMS-Verfahren ein relativ gleichmäßiger Materialabtrag der Kathode erreicht werden. Je nach verwendeter Kathodenanordnung und gewünschtem Einsatz könnten jedoch auch mehrere aktive Bereiche ausgebildet werden, deren Anzahl jedoch deutlich unter der Zahl der Segmente der Kathodenanordnung liegen sollte.
  • In einer besonders bevorzugten Ausführungsform weist ein magnetfelderzeugendes Teilsystem mindestens einen Permanentmagneten auf, um den herum mehrere, vorzugsweise getrennt voneinander aufgebaute Elektromagnete angeordnet sind. Dieser Effekt könnte allerdings auch durch einen einzelnen, kompliziert aufgebauten Elektromagneten erreicht werden, der den/die Permanentmagneten umschließt.
  • Vorzugsweise sind die einzelnen Elektromagnete eines magnetfelderzeugenden Teilsystems derart ausgerichtet, dass die Spulenachsen der Elektromagnete parallel zueinander verlaufen und/oder die einzelnen Elektromagnete im Wesentlichen in einer Ebene angeordnet sind, wobei die Spulenachsen vorzugsweise im Wesentlichen senkrecht zu dieser Ebene verlaufen. Dabei können die einzelnen Elektromagnete jeweils gleich ausgestaltet sein. Allerdings könnten sich auch einzelne Elektromagnete oder Gruppen von Elektromagneten in der Formgebung des Spulenkerns, der Windungszahl oder in anderen Parametern unterscheiden.
  • Hinsichtlich einer möglichst optimalen Ausnutzung der eingesetzten Elektromagnete könnten benachbarte magnetfelderzeugende Teilsysteme mindestens einen Elektromagneten gemeinsam nutzen. Dadurch kann die Anzahl der verwendeten Elektromagnete reduziert werden und somit Herstellungs-, Betriebs- und Wartungskosten gesenkt werden. Gleichzeitig bleibt jedoch ein hohes Maß an Flexibilität bei der Beeinflussung und Einstellung des Magnetfeldsystems erhalten.
  • Vorzugsweise weisen die Permanentmagnete und die Elektromagnete ein gemeinsames magnetisches Joch auf. Dabei können sämtliche Permanent- und Elektromagnete der gesamten Anordnung magnetisch zusammengefasst sein. Alternativ könnten lediglich einzelne magnetfelderzeugende Teilsysteme ein gemeinsames magnetisches Joch besitzen.
  • In vorteilhafter Weise lässt sich durch diese Ausgestaltungen der Erfindung ein HIPIMS-Prozess auslösen, wobei lediglich an einer oder wenigen Teilsegmenten der Kathodenanordnung Bedingungen für das Auslösen eingestellt werden können. Dadurch kann die HIPIMS-Energieversorgung optimal genutzt und die mittlere Temperaturbelastung der Kathodenanordnung minimiert werden. Dabei können verschiedenste Ausgestaltungen von Kathodenanordnungen zum Einsatz kommen. So könnte zum einen eine größere Kathode in Teilsegmente unterteilt werden. Allerdings ließen sich auch mehrere körperlich getrennte einzelne Kathoden galvanisch koppeln. Andererseits könnten auch segmentierte Kathoden mit nicht-segmentierten Kathoden galvanisch gekoppelt werden. Gleichzeitig lässt sich die Kathodenanordnung mit Kathoden gleichen Materials aufbauen, aber auch der Einsatz von unterschiedlichen Materialien wäre in Abhängigkeit der jeweiligen Anwendung möglich. Trotz der nahezu beliebigen Vielfalt an Kombinationsmöglichkeiten der einzelnen Kathoden oder Kathodensegmente kann der HIPIMS-Prozess gezielt an einem bestimmten Segment der Kathodenanordnung ausgelöst werden. Hierzu muss sich lediglich der aktive Bereich in der Nähe des Segments befinden, bei dem der HIPIMS-Prozess ausgelöst werden soll. Alle weiteren Segmente könnten als nicht aktive Bereiche beschaltet sein, wodurch hier kein HIPIMS-Prozess stattfindet.
  • Es gibt nun verschiedene Möglichkeiten, die Lehre der vorliegenden Erfindung in vorteilhafter Weise auszugestalten und weiterzubilden. Dazu ist einerseits auf die den Patentansprüchen 1 und 8 nachgeordneten Patentansprüche und andererseits auf die nachfolgende Erläuterung eines bevorzugten Ausführungsbeispiels der Erfindung anhand der Zeichnung zu verweisen. In Verbindung mit der Erläuterung des bevorzugten Ausführungsbeispiels der Erfindung anhand der Zeichnung werden auch im Allgemeinen bevorzugte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Lehre erläutert. In der Zeichnung zeigen
  • 1 in einer schematischen Darstellung einen Aufbau einer erfindungsgemäßen Vorrichtung mit drei magnetfelderzeugenden Teilsystemen und
  • 2 in einer schematischen Darstellung einen Schnitt durch die Vorrichtung gemäß 1 entlang der Linie A-A.
  • 1 zeigt in einer schematischen Darstellung einen Aufbau einer erfindungsgemäßen Vorrichtung zum Erzeugen eines Magnetfeldsystems. Zur übersichtlicheren Darstellung ist in 1 lediglich eine Vorrichtung 1 mit drei magnetfelderzeugenden Teilsystemen 2 dargestellt, die eine lineare Vorrichtung mit rechteckiger Grundfläche bilden. Jedes magnetfelderzeugende Teilsystem 2 besteht aus einem Permanentmagneten 3 und vier Elektromagneten 4, 5, wobei die Elektromagnete 4, 5 in einem Rechteck angeordnet sind, in dessen Zentrum sich der Permanentmagnet 3 befindet. Benachbarte magnetfelderzeugende Teilsysteme 2 nutzen dabei jeweils einen Elektromagneten 4 gemeinsam. Die Permanentmagnete 3 benachbarter magnetfelderzeugender Teilsysteme 2 sind derart angeordnet, dass jeweils eine unterschiedliche Polarität nach oben zeigt. So ist in der dargestellten Ausführung bei den magnetfelderzeugenden Teilsystemen 2.1 und 2.3 der Nordpol N nach oben orientiert, während im magnetfelderzeugenden Teilsystem 2.2 der Südpol S nach oben zeigt. Der jeweils gegensinnige Pol ist in Richtung einer Jochplatte 6 orientiert, die die einzelnen magnetfelderzeugenden Teilsysteme 2 magnetisch miteinander verbindet. Zwischen den einzelnen Permanentmagneten 3 und der Jochplatte 6 sind jeweils Polschuhe 7 angeordnet, um die im Vergleich zu den Elektromagneten relativ flachen Permanentmagnete in ihrer Höhe anzupassen.
  • Die Permanentmagnete 3 bestehen aus SmCo oder FeNdB, die Spulenkerne 8, die Jochplatte 6 bzw. die Polschuhe 7 sind aus Weicheisen, Ferrit oder geschichtetem Trafoblech gebildet.
  • Zum Abführen der Verlustwärme in der Vorrichtung ist die Jochplatte 6 mit einer hier nicht eingezeichneten Wasserkühlung ausgestattet oder verbunden. Der Übersichtlichkeit wegen ebenfalls nicht eingezeichnet sind die einzelnen Anschlussleitungen bzw. Stromversorgungen der einzelnen Elektromagnete 4, 5.
  • 2 zeigt in einer schematischen Darstellung einen Schnitt durch die Vorrichtung gemäß 1 entlang der Linie A-A. Die Jochplatte 6 ist mit den beiden dargestellten Spulenkernen 8 der Elektromagnete 5 magnetisch verbunden. In der Mitte zwischen den Elektromagneten 5 ist der Permanentmagnet 3 angeordnet, der über den Polschuh 7 magnetisch mit der Jochplatte 6 verbunden ist. Der Nordpol N des Permanentmagneten 3 zeigt dabei nach oben in Richtung einer über der Vorrichtung angeordneten Kathode 9, die als Target für das HIPIMS-Verfahren dient. Die Kathode erstreckt sich dabei über die gesamte Vorrichtung gemäß 1 und ist ebenfalls rechteckig ausgestaltet. Die Seitenverhältnisse in den 1 und 2 sind dabei geringfügig unterschiedlich gewählt, um die Übersichtlichkeit der Darstellung zu erhöhen.
  • Die Leiter 10 der Elektromagnete 5 können unterschiedlich mit Strom beaufschlagt werden, so dass sich im oberen Bereich eines oder beider Elektromagnete ein Nord- oder Südpol ausbildet. Alternativ könnte einer oder beide der Elektromagnete nicht mit Strom beaufschlagt werden, so dass sich kein Magnetfeld ausgehend von dem betreffenden Elektromagneten 5 ausbildet.
  • Unter der Annahme, dass der in 2 dargestellte Ausschnitt eines magnetfelderzeugenden Teilsystems einen aktiven Bereich bilden soll, müssen die Elektromagnete 5 derart geschaltet werden, dass sich ein resultierendes Magnetfeld B ergibt, das eine Komponente parallel zur Kathode 9 aufweist. Die Magnetfeldstärke parallel zur Kathode und in dessen Nähe wird dabei zwischen 80 und 1500 Gauss liegen. Dazu müssen die Wicklungen 10 der Elektromagnete 5 derart bestromt werden, dass sich im oberen Bereich der Elektromagnete 5 ein Südpol ausbildet. Gleichzeitig wird zwischen der Kathode 9 und einer nicht eingezeichneten Anode ein elektrisches Feld E aufgebaut. Gemäß dem HIPIMS-Verfahren steigt das elektrische Feld E impulsförmig an und sorgt in Verbindung mit dem Trägergas für das Herauslösen von Atomen oder Atomclustern aus der Kathode 9. Die Leistungsdichte der Impulse liegt im Allgemeinen in einem Bereich zwischen 1000 und 3000 W/cm2, die Impulsdauer beträgt zwischen 50 und 200 μs. Dabei sind die einzelnen magnetfelderzeugenden Teilsysteme derart bemessen, dass sich eine Impulsstromdichte zwischen 0,5 und 2,0 kA/cm2 einstellt. Im Kathodenfall der darauf ausbildenden Impulsentladung sollte ein Spannungsabfall zwischen 0,4 und 2,5 kV vorherrschen. Aus kühltechnischen Gründen sollte die der Kathodenanordnung zugeführte Gesamtleistung 15W/cm2 nicht übersteigen.
  • Nach dem Beaufschlagen der Kathode mit einem Impuls wird der aktive Bereich auf ein anderes magnetfelderzeugendes Teilsystem bzw. ein anderes Segment der Kathodenanordnung verschoben und das aktuelle magnetfelderzeugende Teilsystem bzw. das aktuelle Segment inaktiv geschaltet. In diesem Fall werden die Wicklungen 10 der Elektromagneten 5 entweder in umgekehrter Richtung bestromt oder durch keinen Strom durchflossen. Dadurch bildet sich im oberen Bereich der Elektromagneten 5 ein Nordpol aus oder die Elektromagneten 5 erzeugen keinen Betrag zum resultierenden Magnetfeld. Als Folge reduziert sich die parallel zu der Kathode 9 orientierte Komponente des Magnetfelds B auf ein Minimum oder verschwindet vollständig. Dadurch kann in diesem Bereich kein HIPIMS-Prozess mehr ausgelöst werden, die Kathode wird nicht mehr belastet.
  • Zur Verbesserung der Leistungsfähigkeit der Vorrichtung können die Ströme durch die die Längsseite der Kathode flankierenden Elektromagnete mit einem sinusförmigen Strom überlagert werden. Dadurch wird die Entladung aufgeschaukelt und damit die Targetausnutzung erhöht.
  • Abschließend sei ganz besonders hervorgehoben, dass das zuvor rein willkürlich gewählte Ausführungsbeispiel lediglich zur Erörterung der erfindungsgemäßen Lehre dient, diese jedoch nicht auf das Ausführungsbeispiel einschränkt.

Claims (18)

  1. Verfahren zum Erzeugen eines Magnetfeldsystems für eine Kathodenanordnung, wobei die Kathodenanordnung eine oder mehrere Cluster-Magnetron-Kathoden mit jeweils mehreren Teilsegmenten und/oder mehrere galvanisch gekoppelte Einzelkathoden umfasst, dadurch gekennzeichnet, dass das Magnetfeldsystem durch mehrere Permanentmagnete und mehrere Elektromagnete erzeugt wird und dass die Elektromagnete getaktet geschaltet werden und/oder die Stärke und/oder die Richtung des durch die Elektromagneten erzeugten Magnetfelds verändert wird.
  2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Magnetfelder für die einzelnen Segmente der Kathodenanordnung getrennt beeinflusst werden, wobei ein Segment der Kathodenanordnung ein Teilsegment einer Cluster-Magnetron-Kathode oder eine der Einzelkathoden umfassen kann.
  3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die einzelnen Elektromagnete unabhängig voneinander oder in Gruppen von Elektromagneten mit Energie versorgt werden.
  4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass in einem aktiven Bereich der Kathodenanordnung das Magnetfeld durch geeignete Wahl der Versorgungen der Elektromagnete derart beeinflusst wird, dass sich in dem aktiven Bereich im Wesentlichen eine gewünschte Richtung und Amplitude des Magnetfelds einstellt.
  5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass in einem nicht aktiven Bereich der Kathodenanordnung das Magnetfeld durch geeignete Wahl der Versorgungen der Elektromagnete derart beeinflusst wird, dass sich in dem nicht aktiven Bereich in Richtungen parallel zu dem entsprechenden Segment der Kathodenanordnung und in dessen Nähe im Wesentlichen eine Amplitude gleich Null einstellt.
  6. Verfahren nach mindestens den Ansprüchen 4 und 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Elektromagnete derart geschaltet werden, dass sich lediglich in der Nähe eines einzelnen Segments der Kathodenanordnung ein aktiver Bereich ausbildet und/oder sich im Bereich der übrigen Segmente der Kathodenanordnung nicht aktiven Bereiche ausbilden.
  7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Elektromagnete derart angesteuert werden, dass sich der aktive Bereich über die Kathodenanordnung bewegt.
  8. Vorrichtung zum Erzeugen eines Magnetfeldsystems für eine Kathodenanordnung, insbesondere unter Anwendung eines Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, wobei die Kathodenanordnung eine oder mehrere Cluster-Magnetron-Kathoden mit jeweils mehreren Teilsegmenten und/oder mehrere galvanisch gekoppelte Einzelkathoden umfasst, dadurch gekennzeichnet, dass das Magnetfeldsystem durch mehrere Permanentmagneten und mehrere Elektromagneten erzeugbar ist und dass die Elektromagnete getaktet schaltbar und/oder die Stärke und/oder die Richtung des durch die Elektromagneten erzeugten Magnetfelds veränderbar sind.
  9. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass jedem Segment der Kathodenanordnung ein magnetfelderzeugendes Teilsystem zugeordnet ist, wobei ein Segment der Kathodenanordnung ein Teilsegment einer Cluster-Magnetron-Kathode oder eine der Einzelkathoden umfassen kann.
  10. Vorrichtung nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass die einzelnen magnetfelderzeugenden Teilsysteme in unmittelbarer Nähe zueinander angeordnet sind.
  11. Vorrichtung nach eine der Ansprüche 8 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass ein magnetfelderzeugendes Teilsystem mindestens einen Permanentmagneten aufweist.
  12. Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass um einen Permanentmagnet mehrere Elektromagneten angeordnet sind, wobei die Elektromagnete im Wesentlichen parallele Spulenachsen aufweisen und/oder im Wesentlichen in einer Ebene angeordnet sind.
  13. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 8 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass benachbarte magnetfelderzeugende Teilsysteme mindestens einen Elektromagneten gemeinsam nutzen.
  14. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 8 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Permanentmagnete und die Elektromagnete der Vorrichtung oder mehrerer magnetfelderzeugender Teilsysteme ein gemeinsames magnetisches Joch aufweisen.
  15. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 8 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Elektromagnete getrennt und/oder im Wesentlichen unabhängig voneinander und/oder in Gruppen von Elektromagneten mit Energie versorgbar sind.
  16. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 8 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass Elektromagnete über einem Gleichstrom mit Energie versorgbar sind.
  17. Vorrichtung nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, dass der Gleichstrom in seiner Stärke beeinflussbar und/oder modulierbar ist.
  18. Vorrichtung nach Anspruch 16 oder 17, dadurch gekennzeichnet, dass dem Gleichstrom ein Wechselstrom überlagerbar ist.
DE102006021565A 2005-12-20 2006-05-08 Verfahren und Vorrichtung zum Erzeugen eines Magnetfeldsystems Ceased DE102006021565A1 (de)

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