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Technisches
Gebiet
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Die
Erfindung bezieht sich auf das Gebiet der Möbelindustrie. Sie betrifft
ein Tischsystem, welches sowohl zur Realisierung von Einzeltischen
als auch von beliebig lang verkettbaren Tischanlagen geeignet ist.
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Stand der
Technik
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Einerseits
sind Tische bekannt, welche aus nur einer Gesamteinheit bestehen
und ein starres Gebilde darstellen. Dabei sind an einer Tischplatte Tischbeine
angebracht, welche an einer bestimmten Position fixiert sind. Nachteilig
an diesen Tischen ist, dass hier weder eine Demontage noch ein Umbau möglich sind.
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Andererseits
sind Tische bekannt, bei denen festpositionierte Tischbeine umgeklappt
werden können,
um die Tische bei Nichtgebrauch platzsparend aufbewahren oder transportieren
zu können.
Diese klappbaren Tischbeine können
beispielsweise als vier Einzelbeine pro Tisch oder als Gesamtfuß (T-Fuß) ausgeführt sein.
Ein bekannter Klapptisch verfügt
z. B. konstruktionsbedingt über eine
hohe umlaufende Zarge, in die ein T-förmiges Stahlrohrgestell eintaucht.
Aus
DE 100 49 853
A1 ist ein Klapptisch bekannt, welcher aus einer Tischplatte
und einem klappbaren Stahldrahtgestell mit vier Vertikal- und vier
Querstreben besteht, bei dem mit einem vergleichsweise dünnen Stahldraht
eine statisch vorteilhafte Kräftedreieckstruktur
realisierte wird, die trotz zwei Gelenk-Losstellen ein stabiles
Tischgestell ermöglicht.
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Weiterhin
ist bekannt, dass Einzeltische zu Tischanlagen verkettet werden
können,
die als Konferenz- oder Besprechungstischsysteme benutzt werden.
Hierzu werden Einzeltische oder einzelne Tischplatten in Reihen
oder anderen Anordnungen, z. B. u-förmig, zusammengestellt, wobei
dafür aber nachteilig
zusätzliche
spezielle Bauteile als Befestigungs- und Arretierungsvorrichtungen
oder extra angefertigte Platten notwendig sind. So wird beispielsweise
bei der Produktreihe „talk
about" der Anmelderin
eine Schnellverkettung von Einzeltischen mit einem separat gefertigten
Kunststoffclip erreicht, welcher über die Gestelle zweier benachbarter
Einzeltische geklemmt wird und diese dann verbindet. Eine andere
Möglichkeit
der Verkettung besteht bei der Produktreihe „talk about" darin, dass die
Einzeltische über
spezielle Zwischenplatten miteinander verbunden werden.
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Nachteilig
am bekannten Stand der Technik ist, dass zur Verkettung der Einzeltische
zusätzliche Bauteile
notwendig sind, dass die Handhabung der Befestigungs- und Arretierungsvorrichtungen
relativ umständlich
ist und der konstruktive Aufwand sowie der benötigte Materialeinsatz relativ
hoch sind.
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Darstellung
der Erfindung
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Die
Erfindung versucht, die genannten Nachteile des bekannten Standes
der Technik zu vermeiden. Ihr liegt die Aufgabe zugrunde, ein Tischsystem zu
entwickeln, welches als Konferenz- und Schulungstischsystem sowohl
für Tischanlagen
als auch für
Einzeltische genutzt werden kann und welches sich durch einen reduzierten
Materialeinsatz und eine einfache Handhabung auszeichnet. Zudem
soll es möglich
sein, dass Netzwerklösungen
und Kommunikationstechniken problemlos in die Tischplatten integriert
werden können.
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Erfindungsgemäß wird dies
bei einem Tischsystem gemäss
Oberbegriff des Patentanspruches 1 dadurch gelöst, dass das Tischsystem aus
zwei unterschiedlichen Baugruppen besteht, wobei eine erste Baugruppe
die Tischplatte und zwei voneinander beabstandete und an der Tischunterseite
fest angeordnete Traversen umfasst und wobei eine zweite Baugruppe
das Tischbein mit mindestens zwei Verriegelungs- und Verspannvorrichtungen
umfasst, wobei jeweils mindestens eine der Verriegelungs- und Verspannvorrichtungen
der zweiten Baugruppe in eine der Traversen der ersten Baugruppe
eingreift und die besagte Verrieglungs- und Verspannvorrichtung
nach dem Kniehebelprinzip arbeitet.
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Die
Vorteile der Erfindung bestehen darin, dass das erfindungsgemäße Tischsystem
sehr einfach und preiswert herstellbar und handhabbar ist. Weitere
Bauteile sind nicht notwendig. Zudem lassen sich die Tischbeine
auf der gesamten Länge
des Tisches frei anbringen und positionieren. Man benötigt vorteilhaft
kein Werkzeug, sondern man muss lediglich den Verspannmechanismus
am Tischbein betätigen.
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Es
ist zweckmäßig, wenn
zur Bildung eines Einzeltisches eine erste Baugruppe und zwei zweite Baugruppen
miteinander verbunden sind, während zur
Bildung einer Tischanlage n erste Baugruppen und (n + 1) zweite
Baugruppen miteinander verbunden sind, wobei n ≥ 2 und n eine ganze Zahl ist.
Es können
sowohl Einzeltische, als auch beliebig lang verkettete Tischanlagen
realisiert werden.
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Weiterhin
ist es von Vorteil, wenn bei Tischanlagen (n – 1) der zweiten Baugruppen
jeweils mittig zwischen benachbarten ersten Baugruppen angeordnet
sind. Dadurch kann die Anzahl der notwendigen Tischbeine reduziert
werden. So ist es möglich, beispielsweise
zwei Tischplatten mit nur 3 Tischbeinen zu verbinden. Auch Eckverkettungen
z. B. in Form eines „L" oder „U" sind problemlos
und schnell machbar.
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Außerdem ist
es vorteilhaft, wenn die zweite Baugruppe als Mitteltraversen-T-Fuß ausgebildet
ist, an dessen oberem Ende eine Platte angeordnet ist, in welche
die Verriegelungs- und Verspannvorrichtung integriert ist. Diese
arbeitet nach dem Kniehebelprinzip und besteht aus einem schwenkbaren
vergleichsweise langen Griff, welcher über ein doppelseitig angebundenes
Verbindungsstück
gelenkig mit einem eine Rastnase aufweisenden kleineren Spannstück verbunden
ist, wobei im geschlossenen Zustand der Griff waagerecht in der
Platte angeordnet ist und dabei eine Ebene mit der Platte bildet
und das Spannstück
im Profil der Traverse verankert ist, während im offenen Zustand der
Griff senkrecht zur Platte angeordnet ist und das Spannstück mit der Rastnase
in einer dafür
vorgesehenen Öffnung
am Oberteil der Platte einrastbar ist. Die Betätigung des Verschlusses am
Griff kann mit wenig Kraftaufwand erfolgen. Gleichzeitig wird aber
am Spannstück
eine sehr große
Kraft erzeugt. Diese große
Schließkraft und
die Tatsache, dass ein selbständiges Öffnen des Mechanismus
zu 100% verhindert wird, macht das erfindungsgemäße Tischsystem sicher und bedienerfreundlich.
Durch das Einrasten des Spannstückes
in die Platte ist sichergestellt, dass beim Öffnen des Verspannmechanismussees
ein selbstständiges
ungewolltes Schliessen verhindert wird. Dieser Verspannmechanismus
ist einfach und störungsunanfällig.
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Vorteilhaft
kann die Form der Traversen sehr einfach gestaltet sein, z. B. kann
es eine „U"-Form sein, und sie
kann an der Tischunterseite einfach verschraubt sein. Dadurch sind
die Herstellungs- und Montagekosten sehr gering.
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Kurze Beschreibung
der Zeichnung
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In
der Zeichnung sind mehrere Ausführungsbeispiele
der Erfindung dargestellt. Es zeigen:
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1 eine
perspektivische Ansicht eines erfindungsgemäßen Einzeltisches von oben;
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2 eine
perspektivische Ansicht eines erfindungsgemäßen Einzeltisches von unten;
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3 eine
Draufsicht eines erfindungsgemäßen Einzeltisches
von unten;
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4 eine
perspektivische Ansicht eines erfindungsgemäßen Tischsystems mit zwei verketteten Tischen
von oben, wobei im Mittelteil ein Stück der Tischplatten nicht dargestellt
sind;
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5 eine
Draufsicht eines erfindungsgemäßen Tischsystems
mit zwei verketteten Tischen von unten;
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6 eine
Seitenansicht von 5;
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7 einen
Schnitt durch die Tischplatte im Bereich der Verriegelungs- und Verspannvorrichtung (geschlossener
Zustand);
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8 einen
Schnitt durch die Tischplatte im Bereich der Verriegelungs- und Verspannvorrichtung (halb
geöffneter
Zustand);
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9 einen
Schnitt durch die Tischplatte im Bereich der Verriegelungs- und Verspannvorrichtung (geöffneter
Zustand);
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10 eine
vergrößerte Darstellung
von 7;
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11 eine
vergrößerte Darstellung
von 9;
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12 eine
perspektivische Darstellung eines Tischsystems in „L"-Form (Eckverkettung)
von oben, wobei aus Übersichtlichkeitsgründen nur
die Hälfte
der Tischplatten gezeichnet ist und
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13 eine
Draufsicht der erfindungsgemäßen Lösung gemäss 12 von
unten.
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Es
sind nur die für
das Verständnis
der Erfindung wesentlichen Elemente gezeigt. Gleiche Elemente sind
mit den gleichen Bezugszeichen versehen.
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Wege zur Ausführung der
Erfindung
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Nachfolgend
wird die Erfindung anhand mehrere Ausführungsbeispiele und der 1 bis 13 näher erläutert.
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In
den 1-3 ist ein erstes Ausführungsbeispiel
dargestellt. 1 zeigt eine perspektivische
Ansicht eines erfindungsgemäßen Einzeltisches
von oben, 2 zeigt diese von unten und 3 zeigt
die Draufsicht von unten. Der Einzeltisch besteht erfindungsgemäß aus zwei
unterschiedlichen Baugruppen. Die erste Baugruppe wird von der Tischplatte 1 und
von zwei voneinander beabstandeten und an der Tischunterseite fest
angeordnete Traversen 3 gebildet. Die Traversen 3 sind
mittels Schrauben 9 fest an der Tischunterseite angebracht (2, 3).
Die zweite Baugruppe umfasst das Tischbein 2 mit Verrieglungs-
und Verspannvorrichtungen 11. Bei diesem Ausführungsbeispiel
sind zwei zweite Baugruppen vorhanden. Pro Tischbein 2 sind vier
Verriegelungs- und Verspannvorrichtungen 11 vorhanden,
wobei jeweils zwei in eine der Traversen 3 der ersten Baugruppe
eingreifen. Von den Vorrichtungen 11 sind in 3 gut
der Griff 5 und das Spannstück 6 zu erkennen.
Jedes Tischbein 1 ist als Mitteltraversen-T-Fuß ausgebildet,
an dessen oberem Ende eine horizontale Platte 8 angeordnet
ist, in welche die Verriegelungs- und Verspannvorrichtungen 11 integriert
sind. Die Platte 8 erstreckt sich von einer Traverse 3 zur
anderen Traverse 3. Erfindungsgemäß arbeitet die Verrieglungs-
und Verspannvorrichtung 11 nach dem Kniehebelprinzip, was
weiter unten beschrieben wird.
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In
den 4-6 ist ein zweites Ausführungsbeispiel
des erfindungsgemäßen Tischsystems dargestellt. 4 zeigt
eine perspektivische Ansicht eines erfindungsgemäßen Tischsystems mit zwei verketteten
Tischen von oben, wobei im Mittelteil ein Stück der Tischplatten nicht dargestellt
sind. 5 zeigt eine Draufsicht und 6 eine
Seitenansicht von 4. Hier ist gut zu erkennen,
dass bei dieser aus zwei verketteten Tischen bestehenden Tischanlage
nur drei zweite Bauteile (Tischbeine) notwendig sind. Ein Tischbein 2 wird
immer mittig zwischen zwei benachbarten Tischplatten 1 positioniert.
Allgemein gilt, dass zwecks Bildung einer Tischanlage in Reihenverkettung
oder Eckverkettung n erste Baugruppen und (n + 1) zweite Baugruppen
miteinander verbunden sind, wobei n ≥ 2 und n eine ganze Zahl ist, und
dass (n – 1)
der zweiten Baugruppen jeweils mittig zwischen benachbarten ersten
Baugruppen angeordnet sind.
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Die
Verbindung von Tischplatte 1 und Tischbein 2 erfolgt
durch einen genau abgestimmten, aber einfach und störungsunanfällig gehaltenen
Verriegelungs- und
Verspannmechanismus, was anhand der 7-11 näher erläutert werden
soll.
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7 zeigt
einen Schnitt durch die Tischplatte 1 im Bereich der Verriegelungs- und Verspannvorrichtung 11 im
geschlossenen Zustand, während 8 einen
entsprechenden Schnitt im halb geöffneten Zustand und 9 diesen
im völlig offenen
Zustand zeigen. 10 ist ein vergrößerter Ausschnitt von 7. 11 ist
ein vergrößerter Ausschnitt
von 9.
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Die
Verriegelungs- und Verspannvorrichtungen 11 sind ist in
die Platte 8 des Tischbeines 2 integriert. Jede
der Vorrichtungen 11 weist einen schwenkbaren, vergleichsweise
langen Griff 4 auf, welcher über ein doppelseitig angebundenes
Verbindungsstück 10 gelenkig
mit einem eine Rastnase 7 aufweisenden kleineren Spannstück 5 verbunden
ist. Im geschlossenen Zustand (7, 10)
ist der Griff 4 waagerecht in der Platte 8 angeordnet
und bildet dabei eine Ebene mit der Unterseite der Platte 8. Das
Spannstück 5 ist
im Profil der Traverse 3 verankert. Im offenen Zustand
(9, 11) ist der Griff 4 senkrecht
zur Platte 8 angeordnet und das Spannstück 5 ist mit der Rastnase 11 in
einer dafür
vorgesehenen Öffnung 6 am
Oberteil der Platte 8 eingerastet.
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Mit
einem großen
Bewegungsvorgang, dem Schwenken des Griffes 4, wird ein
kleiner Bewegungsvorgang im Spannstück 5 erzeugt. Der
lange Bewegungsvorgang beim Betätigen
des Griffes 4 ist für
den Benutzer deutlich wahrzunehmen und er weiß somit, dass er den Mechanismus
bewegt. Die deutlich kleinere Bewegung des Spannstückes 5 wirkt sich
positiv auf die notwendige Bauhöhe
aus, d.h. sie kann niedrig gehalten werden, da die Traverse 3 und die
Platte 8 des Tischbeines 2 nur eine geringe Höhe aufweisen
müssen.
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Die
Form der Traverse 3 kann sehr einfach sein, es ist lediglich
eine „U"-Form notwendig.
Die Vorrichtung 11 ist vollkommen in die Platte 8 des Tischbeines 2 integriert
und bildet mit der Platte 8, welche z. B. eine Flanschplatte
sein kann, eine geschlossenen Ebene.
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Die
Betätigung
des Verschlusses am Griff 4 erfordert nur einen geringen
Kraftaufwand, aber gleichzeitig wird am Spannstück 5 eine sehr große Kraft
erzeugt. Diese große
Schließkraft
und die Tatsache, dass ein selbständiges Öffnen des Mechanismus zu 100%
verhindert wird, macht das System sicher und bedienerfreundlich.
Durch das Einrasten des Spannstückes 5 in
die Öffnung 6 der
Platte 8 (siehe 11) beim Öffnen der
Vorrichtung 11 ist sichergestellt, dass ein selbständiges und
ungewolltes Schließen
nicht stattfindet. Mit der vorgeschlagenen Konstruktion wird die
Verriegelung von außen
nach innen auf eine Tischbeinplattform konzentriert. Der T-Fuß kann in
Kunststoffausführung
wirtschaftlich hergestellt werden.
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In
den 12 und 13 ist
ein weiteres Ausführungsbeispiel
dargestellt. 12 zeigt eine perspektivische
Darstellung eines Tischsystems in „L"-Form (Eckverkettung) von oben, wobei
aus Übersichtlichkeitsgründen nur
die Hälfte
der Tischplatten gezeichnet ist und 13 zeigt
die entsprechende Draufsicht von unten. Für die Herstellung dieser Eckverkettung
ist lediglich eine 90°-Segmentpaltte mit untergeschraubten
Traversen 3 notwendig.
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Netzwerklösungen und
Kommunikationstechniken können
problemlos über
die Traversen 3 in die Tischplatten 1 integriert
werden.
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Selbstverständlich ist
die Erfindung nicht auf die beschriebenen Ausführungsbeispiele beschränkt. Beispielsweise
sind auch kreisförmige
Traversen 3 denkbar, oder die Platten 8 können auch
als Adapterplatten für
ein einzelnes Tischbein 2 vorgesehen sein. Zusätzliche
Adapterstücke
können
die Verbindung zu unterschiedlich geformten Traversen 3 herstellen.
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- 1
- Tischplatte
- 2
- Tischbein
- 3
- Traverse
- 4
- Griff
- 5
- Spannstück
- 6
- Öffnung
- 7
- Rastnase
- 8
- Platte
- 9
- Schraube
- 10
- Verbindungsstück
- 11
- Verriegelungs-
und Verspanneinheit
- 12
- 90° Segmentplatte