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Die
vorliegende Erfindung betrifft ein Bremshilfsgefährt für Rollschuhfahrer, insbesondere
für Inline-Skater.
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Rollschuhe
bzw. Inline-Skates ermöglichen eine
schnelle Fortbewegung auf ebenen Untergründen. Es erfordert jedoch einige
Praxis und Kunstfertigkeit für
einen Rollschuhfahrer oder einen Inline-Skater, sich in aufrechter
Stellung bei höheren Laufgeschwindigkeiten
den jeweiligen Verkehrsbedingungen anzupassen und die Manövrierfähigkeit insbesondere
unter kritischen Straßenverhältnissen (Nässe, Rollsplit,
Löcher,
Unebenheiten, usw.) und auf Gefällestrecken
sicher zu beherrschen. Zusätzlich
benötigt
das Abbremsen beim Rollschuhfahren oder Inline-Skaten einen relativ
großen
Bremsweg oder macht im Extremfall die gezielte Kollision mit Laternenpfählen oder
einen gezielt eingeleiteten Sturz notwendig, um eine Kollision des
Inline-Skaters mit anderen Personen, Fahrzeugen oder dgl. zu verhindern.
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Gefällestrecken
können
beim Inline-Skaten oder Rollschuhfahren nur mit einem entsprechenden Maß an Verschleiß an den
Rollen oder des üblicherweise
vorhandenen Bremsklotzes an einer der beiden Fersen bewerkstelligt
werden; das Beherrschen dieser Fahrsituation und der einhergehenden
hohen Geschwindigkeit kann praktisch nur von sehr geübten Läufern überhaupt
bewältigt
werden. Dies führt dazu,
dass die Sportart des Rollschuhfahrens oder Inline-Skatens nur in
ganz bestimmten geografischen Gebieten verbreitet ist und kaum als
Fortbewegung für
den Alltag umgesetzt wird.
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Es
sind bisher mehrere verschiedene, direkt auf die einzelnen Rollen
wirkende Bremsvorrichtungen für
Inline-Skates bzw. Rollschuhe vorgeschlagen worden. Ein derartiges
gezieltes Bremsen der Laufrollen hat sich am Markt bisher allerdings
nicht durchgesetzt, da die Verzögerung
sehr dosiert eingebracht werden müsste, um den mehr oder weniger
aufrecht stehenden Fahrer während
des Bremsvorgangs nicht nach vorne zu katapultieren. Ebenso besteht
das Problem, dass eine Bremskraft Idealerweise gleichmäßig in beide
Schuhe eingeleitet werden müsste. Bei
längeren
Gefällestrecken
würde das
Abbremsen der Laufrollen weiterhin zu einem überhöhten Wärmeeintrag in die Bremsvorrichtung
und damit wiederum zu erhöhtem
Verschleiß führen.
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Aus
diesem Grund erfreuen sich die mit Handbremsen ausgerüsteten Jogger-Kinderwagen einer
großen
Beliebtheit bei Inline-Skatern. Hierbei handelt es sich meist um
dreirädrige
Gefährte,
die dem schiebenden Inline-Skater die nötige Stabilität selbst
bei großen
Geschwindigkeiten verleihen und ihm durch die integrierte Bremse
eine schnelle Reaktion auf Hindernisse ermöglichen. Derartige Jogger-Kinderwagen
haben beim Inline-Skaten allerdings den Nachteil, dass für eine Kurvenfahrt
das Vorderrad durch Drücken
auf den Lenker angehoben werden muss, da ein frei beweglicher Vorderreifen bei
Jogger-Kinderwagen zu einer instabilen Fahrweise führen würde. Eine
kontinuierliche Lenkung in langgezogenen Kurven ist daher nicht
möglich.
Weiterhin sind die Jogger-Kinderwagen zur Stabilisierung beim Inline-Skaten
nur dann sinnvollerweise verwendbar, wenn auch ein Kleinkind darin
transportiert wird, da es nicht üblich
ist, leere Kinderwagen bzw. entsprechend gestaltete Dreiräder durch
die Gegend zu schieben.
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Es
ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Bremshilfsgefährt für Rollschuhfahrer,
insbesondere für
Inline-Skater bereitzustellen, welches den Fahrer beim Abbremsen
der Rollschuhe bzw. Inline-Skates unterstützt, wobei das Bremshilfsgefährt weiterhin
einfach manövrierbar
ist und somit das Rollschuhfahren bzw. Inline-Skaten auch auf kurvigen
Strecken nicht behindert wird.
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Zur
Lösung
dieser Aufgabe stellt die Erfindung ein Bremshilfsgefährt für Rollschuhfahrer,
insbesondere für
Inline-Skater bereit, umfassend: einen Rahmen, an dem wenigstens
ein vorderes Laufrad sowie wenigstens ein hinteres Laufrad vorgesehen sind,
und eine Bremsvorrichtung zum Abbremsen wenigstens eines der Laufräder, wobei
der Rahmen derart ausgestaltet ist, dass er zwischen dem wenigstens
einen vorderen Laufrad und dem wenigstens einen hinteren Laufrad
dem Rollschuhfahrer einen Freiraum bietet, in dem der Rollschuhfahrer
die für das
Rollschuhfahren typischen Fortbewegungsschritte ausführen und
dabei das Bremshilfsgefährt vorantreiben
oder ggf. durch Betätigen
der Bremsvorrichtung abbremsen kann.
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Ein
derartiges Bremshilfsgefährt
weist den Vorteil auf, dass einerseits durch die Position des Fahrers
zwischen den Laufrädern
eine große
Manövrierfähigkeit
des Bremshilfsgefährts
gewährleistet ist,
welche entweder durch eine Lenkvorrichtung bewerkstelligt werden
kann, oder dadurch erreicht werden kann, dass der Fahrer das wenigstens
eine vordere Laufrad einfach anheben und seitlich versetzen kann,
und dass andererseits durch die Ausgestaltung des Rahmens sichergestellt
ist, dass der Fahrer ungehindert Rollschuhfahren oder Inline-Skaten
kann, da seine Bewegungsfreiheit für die für das Rollschuhfahren typischen
Fortbewegungsschritte durch den Rahmen nicht eingeschränkt wird.
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Eine
bevorzugte Ausführungsform
des erfindungsgemäßen Bremshilfsgefährts weist
zwei Laufräder
auf. Dadurch kann ein besonders schmales und besonders gut manövrierfähiges Bremshilfsgefährt bereitgestellt
werden.
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Vorzugsweise
führt wenigstens
ein Bogenabschnitt des Rahmens seitlich um den Rollschuhfahrer herum
oder über
den Rollschuhfahrer hinweg, um sicherzustellen, dass der Rollschuhfahrer
zwischen dem wenigstens einen vorderen Laufrad und dem wenigstens
einen hinteren Laufrad einen ausreichenden Freiraum zum Rollschuhfahren
bzw. Inline-Skaten hat.
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Vorzugsweise
ist das wenigstens eine vordere Laufrad und/oder das wenigstens
eine hintere Laufrad lenkbar am Rahmen angebracht, so dass der Rollschuhfahrer
durch Lenken des wenigstens einen vorderen und/oder des wenigstens
einen hinteren Laufrads das Bremshilfsgefährt um Kurven steuern kann.
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Hierbei
ist vorzugsweise das wenigstens eine lenkbare Laufrad in Geradeauslaufstellung
arretierbar, um bei einer Geradeausfahrt eine ausreichende Stabilität des Bremshilfsgefährts auch
bei den für
das Rollschuhfahren bzw. Inline-Skaten typischen seitlichen Schrittbewegungen
bereitzustellen.
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Vorzugsweise
ist hierbei weiterhin eine das wenigstens eine lenkbare Laufrad
zur Geradeauslaufstellung vorspannende Einrichtung vorgesehen, so
dass das wenigstens eine lenkbare Laufrad durch Überwinden der Vorspannungskraft
für eine
Lenkung ausgelenkt werden kann. Hierdurch wird die Manövrierbarkeit
des Bremshilfsgefährts
nicht wesentlich beeinträchtigt
und trotzdem bei der normalen Fortbewegung des Rollschuhfahrers
bzw. Inline-Skaters auf geraden Linien ein stabiler Geradeauslauf
gewährleistet.
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Bei
einem erfindungsgemäßen Bremshilfsgefährt kann
weiterhin ein Sattel bzw. eine sitzartige Stütze vorgesehen sein, mittels
dessen der Rollschuhfahrer bei einer Betätigung der Bremsvorrichtung
das wenigstens eine hintere Laufrad auf die Fahrbahn drücken kann.
Hierbei wird sichergestellt, dass bei Betätigen der Bremsvorrichtung
das wenigstens eine hintere Laufrad nicht von der Fahrbahn abhebt,
sondern das Bremshilfsgefährt
auch bei starken Verzögerungen
stabilisiert werden kann.
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Die
Bremsvorrichtung kann durch Drücken auf
den Rahmen oder auf gewisse Abschnitte des Rahmens betätigbar sein,
wodurch eine besonders einfach zu betätigende Bremsvorrichtung bereitgestellt
wird. Hierfür
könnte
beispielsweise die Bremsvorrichtung in die Aufhängung der Laufräder eingebracht
sein, und die Bremsbetätigung
könnte
proportional zur auf den Rahmen aufgebrachten Gewichtskraft erfolgen.
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Bei
einer weiteren Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung können
zwei hintere Laufräder vorgesehen
sein und die Bremsvorrichtung kann hier bei derart betätigbar sein,
dass jedes hintere Laufrad einzeln abgebremst werden kann. Hierbei entfällt die
Notwendigkeit einer Lenkeinrichtung, da durch gezieltes Abbremsen
der einzelnen Laufräder bereits
eine Lenkung des Bremshilfsgefährts
erreicht werden kann.
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Vorzugsweise
ist der Rahmen des erfindungsgemäßen Bremshilfsgefährts derart
zusammenfaltbar, verstellbar oder zerlegbar, dass das Bremshilfsgefährt für einen
Transport auf eine kompakte Größe komprimierbar
ist. Hierbei kann entweder vorgesehen sein, dass das Bremshilfsgefährt so klein
zusammenlegbar ist, dass es beispielsweise in einem Rucksack oder
in einem Kofferraum eines PKW untergebracht werden kann, oder es
kann vorgesehen sein, dass das Bremshilfsgefährt lediglich zu einem kleineren,
kompakteren Fahrzeug umgebaut werden kann, welches ein Rollschuhfahrer
bzw. Inline-Skater dann beispielsweise hinter sich herziehen kann.
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Bei
einer weiteren Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung kann ein Gurt derart am Rahmen vorgesehen
sein, dass der Rollschuhfahrer sein Körpergewicht mittels des Gurts
auf den Rahmen übertragen
kann. Hierbei ist besonders bevorzugt, dass der Rahmen über den
Kopf des Rollschuhfahrers verläuft,
und dass der Rollschuhfahrer sich, wie bei einem Gleitschirm, über einen
von diesem Über-Kopf-Bügel ausgehenden
Gurt einhängen kann.
Hierbei könnten
beispielsweise Gefällestrecken
oder Strecken mit schwierigen Bodenverhältnissen ohne Bodenkontakt
befahren werden.
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Zusätzlich kann
bei dem erfindungsgemäßen Bremshilfsgefährt weiterhin
vorgesehen sein, dass über
Seilzugmechanismen oder Ähnliches
zusätzlich über die
Armbewegungen des Rollschuhfahrers Antriebsenergie auf die Räder gebracht
wird. Das erfindungsgemäße Bremshilfsgefährt könnte alternativ
auch als Fitnessgerät
ausgestaltet werden, wobei die Räder
gezielt mit einem, vorzugsweise einstellbaren, Widerstand beaufschlagt
werden könnten,
um die zum Schieben notwendige Kraft zu erhöhen. In Kombination mit einem
elektrischen Generator könnte
die dabei erzeugte Energie abgespeichert werden und bei starken
Anstiegen unterstützend
auf den dann als Elektromotor betriebenen Generator abgegeben werden.
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Im
Folgenden werden einige bevorzugte Ausführungsformen der vorliegenden
Erfindung beispielhaft anhand der beigefügten Zeichnungen erläutert. Es
zeigt:
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1 eine
Seitenansicht einer ersten Ausführungsform
eines erfindungsgemäßen Bremshilfsgefährts;
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2 eine
Draufsicht von oben auf das Bremshilfsgefährt von 1;
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3 ein
Bremshilfsgefährt
gemäß einer zweiten
Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung;
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4 ein
Bremshilfsgefährt
gemäß einer dritten
Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung;
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5 eine
Ansicht eines Details der Verbindung der einzelnen Rahmenabschnitte
bei den in 1-3 gezeigten
Bremshilfsgefährten
und
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6 eine
vierte Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung.
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Ein
Bremshilfsgefährt 10 gemäß einer
ersten Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung ist in den 1 und 2 gezeigt.
Ein derartiges Bremshilfsgefährt 10 umfasst
ein vorderes Laufrad 12 und ein hinteres Laufrad 14,
einen allgemein mit 16 bezeichneten Rahmen, einen Sattel 18,
eine Lenkstange 20 und Bremsvorrichtungen 22, 24,
welche beispielsweise in von üblichen
Fahrradbremsen bekannter Art und Weise ausgestaltet sind und jeweils das
vordere und das hintere Laufrad 12, 14 dosiert abbremsen
können.
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Der
Rahmen 16 besteht hierbei aus zwei Radlagerungsabschnitten 26, 28,
an deren Enden jeweils die Laufräder 12, 14 drehbar
gelagert sind, und einem die Radlagerungsabschnitte 26, 28 miteinander
verbindenden Bogenabschnitt 30, der so ausgestaltet ist,
dass ein sich zwischen dem vorderen Laufrad 12 und dem
hinteren Laufrad 14 befindlicher Rollschuhfahrer bzw. Inline-Skater
ohne Behinderung durch den Rahmen 16 die für das Rollschuhfahren
typischen Fortbewegungsschritte ausführen kann. Hierbei kann der
Bogenabschnitt 30 jede Ausgestaltungsform annehmen, die
einen ausreichenden Freiraum für
den Rollschuhfahrer zwischen dem vorderen und dem hinteren Laufrad 12, 14 bereitstellt.
Es sind also nicht nur kontinuierlich gekrümmte Bogenabschnitte 30 denkbar,
sondern der Bogenabschnitt 30 kann auch eine eckige, beispielsweise
V-förmige, Form
annehmen, aus drei Seiten eines Vierecks gebildet sein, oder ähnliches.
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In
den Sattel 18 kann ein Gegengewicht 32 integriert
sein, um sicherzustellen, dass das Bremshilfsgefährt 10 eine gute Geradeausfahrstabilität aufweist.
Durch die Bereitstellung nur eines seitlichen Bogenabschnitts 30 kann
der Rollschuhfahrer besonders einfach von der „offenen", nicht von dem Bogenabschnitt 30 des
Rahmens 16 begrenzten Seite in das Bremshilfsgefährt 10 einsteigen
oder dieses notfalls schnell verlassen. Vorzugsweise verläuft der
Bogenabschnitt 30 etwa in Hüfthöhe des Rollschuhfahrers bzw.
Inline-Skaters oder
höher,
um die Beinbewegungen beim Rollschuhfahren bzw. Inline-Skaten möglichst
wenig zu behindern.
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Alternativ
könnte
auch ein (nicht dargestellter) zweiter Bogenabschnitt vorgesehen
sein, der an der anderen Seite des Rollschuhfahrers vorbeiläuft, so
dass der Rollschuhfahrer an beiden Seiten vom Rahmen des Bremshilfsgefährts umschlossen
ist. Der Bogenabschnitt oder die Bogenabschnitte 30 können gepolstert
sein, um bei Stürzen
die Verletzungsgefahr für
den Rollschuhfahrer zu minimieren.
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Der
Sattel 18 ermöglicht
einerseits, dass der Rollschuhfahrer beispielsweise bei Bergabstrecken seine
Beine entlasten kann, und andererseits, dass der Rollschuhfahrer
bei Betätigung
der Bremsvorrichtung für
das vordere Laufrad 12 verhindern kann, dass das Bremshilfsgefährt 10 sich
nach vorne überschlägt, indem
er beim Abbremsen des Bremshilfsgefährts 10 den Sattel 18 belastet.
Alternativ können die
Radaufhängungen
und/oder der Rahmen derart gestaltet sein, dass beim Abbremsen des
vorderen Laufrads 12 automatisch das hintere Laufrad 14 auf den
Untergrund gedrückt
wird.
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Die
Höhenverstellung
des Sattels 18, der Lenkstange 20 und des Bogenabschnitts 30 kann durch Ändern des
Neigungswinkels der Rahmenabschnitte 26, 28 relativ
zur Senkrechten geändert
werden, mittels einer in 5 detailliert gezeigten Arretiervorrichtung 34,
durch die die Neigung der Radlagerungsabschnitte 26 bzw. 28 relativ
zum Bogenabschnitt 30 geändert werden kann. Die Arretiervorrichtung 34 umfasst
hierbei eine Spannschraube 36a und einen Arretierkörper 36b,
der mittels der Spannschraube 36a in verschiedenen, definierten
Winkelstellungen der Radlagerungsabschnitte 26 bzw. 28 zum
Bogenabschnitt 30 arretiert werden kann.
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Weiterhin
ist der Rahmen 16 an Verbindungsstellen 38, 40, 42 auseinander
nehmbar, so dass das Bremshilfsgefährt 10 für einen
Transport, beispielsweise im Kofferraum eines PKW, einfach und schnell
zerlegt und wieder zusammengebaut werden kann.
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Zur
Lenkung des Bremshilfsgefährts 10 gemäß der ersten
Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung kann vorgesehen sein, dass entweder der Rollschuhfahrer
zum Lenken des Bremshilfsgefährts 10 das
vordere Laufrad 12 mittels der Lenkstange anhebt und seitlich
versetzt, oder das vordere Laufrad 12 kann, wie dies von
Fahrrädern
bekannt ist, lenkbar am Rahmen 16 befestigt sein, so dass
das Bremshilfsgefährt 10 wie
ein Fahrrad mittels der Lenkstange 20 gelenkt werden kann.
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3 zeigt
eine zweite Ausführungsform
eines Bremshilfsgefährts 110 gemäß der vorliegenden Erfindung.
Bei den in den 1-6 gezeigten
unterschiedlichen Ausführungsformen
sind jeweils gleiche Teile mit gleichen Bezugszeichen, jedoch um
100 erhöht,
bezeichnet. Das Bremshilfsgefährt 110 gemäß der zweiten
Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung unterscheidet sich in seiner grundsätzlichen
Rahmengeometrie nicht von dem in 1 und 2 gezeigten
Bremshilfsgefährt 10 der
ersten Ausführungsform,
d.h. auch bei dem Bremshilfsgefährt 110 gemäß der zweiten
Ausführungsform
umfasst der Rahmen 116 zwei Radlagerungsabschnitte 126, 128,
an deren Ende jeweils ein Laufrad 112, 114 gelagert
ist, und einen Bogenabschnitt 130, der seitlich um den
Rollschuhfahrer herum verläuft
und diesem einen Freiraum bietet, indem er die für das Rollschuhfahren typischen
Fortbewegungsschritte ausführen
kann, ohne durch den Rahmen 116 behindert zu werden.
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Die
zweite Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung unterscheidet sich von der ersten Ausführungsform
allerdings durch die Aufhängung
der Laufräder 112, 114,
die bei dieser zweiten Ausführungsform
als Nachlaufräder
ausgebildet sind, so dass eine Neigung des Bremshilfsgefährts 110 in
einer Richtung senkrecht zur Fahrtrichtung automatisch eine Auslenkung
der Laufräder 112, 114 bewirkt.
Somit kann das Bremshilfsgefährt 110 durch seitliches
Neigen des Rahmens 116 bzw. der Lenkstange 120 gelenkt
werden und ist damit für
den Rollschuhfahrer bzw. Inline-Skater besonders einfach manövrierbar.
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Um
die Geradeauslaufstabilität
des Bremshilfsgefährts 110 gemäß der zweiten
Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung zu verbessern, kann hierbei vorgesehen
sein, dass die Laufräder 112, 114 in
Geradeauslaufstellung vorgespannt sind und dass eine Lenkbewegung
der Räder
erst bei einer gewissen Mindestneigung des Rahmens 116 in
Richtung senkrecht zur Fortbewegungsrichtung erfolgt, so dass die
Laufräder 112, 114 während der
normalen, leichten, seitlichen Kippbewegungen, die durch die Fortbewegungsschritte
des Rollschuhfahrers übertragen
werden, noch nicht vom Geradeauslauf ausgelenkt werden, sondern
eine bewusste Seitwärtsneigung
des Rahmens 116 durch den Rollschuhfahrer nötig ist,
um eine Kurvenfahrt des Bremshilfsgefährts 110 einzuleiten.
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Alternativ
oder zusätzlich
können
Arretiervorrichtungen 142, 144 vorgesehen sein,
mittels derer die Laufräder 112, 114 in
Geradeauslaufstellung arretiert werden können, wobei diese Arretierung vom
Fahrer durch Betätigung
von Betätigungshebeln 146, 148 separat
für jedes
einzelne Laufrad 112, 114 aufgehoben werden kann,
um je nach Wunsch des Fahrers gewünschte Fahreigenschaften des
Bremshilfsgefährts 110 bereitzustellen.
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Eine
dritte Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung ist in 4 gezeigt.
Ein Bremshilfsgefährt 210 gemäß der dritten
Ausführungsform
ist als ein Dreirad ausgebildet, wobei ein vorderes Laufrad 212 und
zwei hintere Laufräder 214a, 214b vorgesehen
sind. Der Rahmen 216 ist entsprechend der Dreiradstruktur
angepasst, wobei seitliche Rahmenabschnitte 230a, 230b derart
ausgestaltet sind, dass ein sich zwischen den seitlichen Rahmenabschnitten 230a, 230b befindender
Rollschuhfahrer eine ausreichende Bewegungsfreiheit für die beim
Rollschuhfahren üblichen
Fortbewegungsschritte hat. Vorzugsweise befinden sich daher die
seitlichen Rahmenabschnitte 230a, 230b etwa in
Hüfthöhe des Rollschuhfahrers.
Eine Lenkung des Bremshilfsgefährts 210 gemäß der dritten
Ausführungsform
erfolgt hierbei dadurch, dass die auf die hinteren Laufräder 214a, 214b wirkenden
Bremsvorrichtungen 224a, 224b derart ausgestaltet
sind, dass jedes hintere Laufrad 214a, 214b einzeln
abgebremst werden kann, so dass ein Lenken über dosiertes Abbremsen eines einzelnen
hinteren Laufrads bewerkstelligt wird.
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Der
Laufwiderstand des Bremshilfsgefährts 210 kann
zur Verwendung des Bremshilfsgefährts 210 als
ein Fitnessgerät
durch eine an sich bekannte Magnetbremse 250a, 250b an
den hinteren Laufrädern 214a, 214b erhöht werden.
Wenn diese Magnetbremse 250a, 250b als Generator
ausgebildet ist, kann eine Speicherung der gewonnenen Energie vorgesehen
sein, und der Generator 250a, 250b kann bei Steigungsabschnitten
als ein Elektromotor betrieben werden, um dem Rollschuhfahrer das
Erklimmen von Steigungsabschnitten zu erleichtern.
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Alternativ
kann vorgesehen sein, dass mittels der sowieso als Teil des Bremsmechanismus
vorhandenen Handhebel über
einen geeigneten Mechanismus Vorschub auf die hinteren Laufräder 214a, 214b eingebracht
werden kann.
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Am
hinteren Abschnitt des Rahmens 216 kann eine Ablage 252 zum
Transport von Lasten oder von Kindern vorgesehen sein.
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Der
Rahmen 216 kann mit (nicht dargestellten) Gelenken versehen
sein, die eine Lenkung des Bremshilfsgefährts über Relativbewegungen einzelner
Rahmenteile zueinander ermöglichen,
welche mittels Seilzügen
oder Ähnlichem
an das vordere Laufrad 212 oder die hinteren Laufräder 214a, 214b übertragen
werden.
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Eine
vierte Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung ist in 6 gezeigt.
Das Bremshilfsgefährt 310 gemäß der vierten
Ausführungsform
unterscheidet sich vom Bremshilfsgefährt 10 gemäß der ersten
Ausführungsform
lediglich darin, dass der Bogenabschnitt 330 des Rahmens
nicht seitlich um den Rollschuhfahrer herum verläuft, sondern als ein Über-Kopf-Rahmenabschnitt 330 vorgesehen
ist. Dadurch hat der Rollschuhfahrer bzw. Inline-Skater in dem Bremshilfsgefährt 310 gemäß der vierten
Ausführungsform
einen besonders gute Bewegungsfreiheit, und das Bremshilfsgefährt 310 kann
ferner mit einem Dach als Sonnen- oder Regenschutz versehen werden
(nicht dargestellt).
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An
dem Über-Kopf-Rahmenabschnitt 330 kann
ein Gurt 354 befestigt sein, in den sich der Rollschuhfahrer
bei Bedarf einhängen
kann, und somit eine gewisse Sicherung gegen Stolpern und Stürze erreichen
kann, oder sich bei Bergabstrecken oder auf unebenem Untergrund
ganz über
den Gurt 354 abstützen
kann.