DE102006010666A1 - Anordnung zur Messung des Bremsweges bei einem motorgetriebenen Flurförderzeug - Google Patents
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Abstract
Anordnung zur Messung des Bremsweges bei einem motorgetriebenen Flurförderzeug, das eine Betriebsbremse aufweist, die von einem Bedienorgan über eine Bremssteuervorrichtung betätigbar ist, wobei die Kommunikation zwischen Bedienorgan und Bremssteuervorrichtung über ein BUS-System im Flurförderzeug stattfindet und am Flurförderzeug ein von außen zugänglicher Serviceanschluß für das BUS-System vorgesehen ist, wobei eine außen am Flurförderzeug anbringbare Einheit vorgesehen ist, die eine Empfangsvorrichtung enthält mit quer zur Längsachse des Flurförderzeugs liegender Empfangsrichtung, ein an einem Fahrweg für das Flurförderzeug stationär angeordnetes Sendeelement (Sendefläche) zur Abgabe eines Sendesignals vorgesehen ist, das von der Empfangsvorrichtung empfangen wird, wenn diese bei einer Fahrt des Flurförderzeugs längs des Fahrweges in Höhe des Sendeelements ist und die Empfangsvorrichtung so ausgelegt ist, daß sie bei Empfang des Sendesignals ein in das BUS-System eingespeistes Befehlsdiagramm zur Auslösung der Betriebsbremse erzeugt.
Description
- Die Erfindung bezieht sich auf eine Anordnung zur Messung des Bremsweges bei einem motorgetriebenen Flurförderzeug nach dem Patentanspruch 1.
- Für motorgetriebene Flurförderzeuge ist vorgeschrieben, daß bei einem Abbremsen aus vorgeschriebener Maximalgeschwindigkeit nur ein Mindestbremsweg benötigt werden darf. Flurförderzeuge weisen zumeist eine sogenannte Federspeicherbremse als Betriebsbremse auf. Ein Bremselement wird mit Hilfe einer Feder gegen eine Bremstrommel oder eine Bremsscheibe gedrückt, wenn ein Elektromagnet, zum Trennen der beiden Teile, entregt ist. Es sind jedoch auch hydraulische und auch generatorisch wirkende Betriebsbremsen bei Flurförderzeugen bekannt. Es ist auch bekannt, generatorische und Federspeicherbremsen oder ähnliche mechanische Bremsen kombiniert einzusetzen.
- Die Messung des Bremsweges wird vor Auslieferung eines Gerätes herstellerseitig durchgeführt. Desgleichen erfolgt eine Messung des Bremsweges auch bei Servicefällen. Es ist bekannt, zu diesem Zweck eine Wegmessung vorzunehmen zwischen dem Ort, an dem in dem mit maximaler Geschwindigkeit fahrenden Flurförderzeug der Bremsvorgang eingeleitet wird und dem endgültigen Halteort des Fahrzeugs. Durch einen mitfahrenden Bediener kann insbesondere bei hohen Fahrgeschwindigkeiten die Bremsauslösung nicht in ausreichender Genauigkeit erreicht werden.
- Es sind ferner andere Meßverfahren bekannt geworden, beispielsweise eine Verzögerungsmessung am Fahrzeug oder auch ein mitfahrendes Wegmeßsystem, mit welchen die Messung des Bremsweges vorgenommen wird. Die bekannten Verfahren sind jedoch sehr aufwendig in der Herstellung und in der Anwendung im Servicefall.
- In der Regel sind die Betriebsbremsen von Flurförderzeugen wegen Minimierung des Aufwands so ausgelegt, daß die gesetzlich geforderten maximal zulässigen Bremswege nur knapp unterschritten werden. Daher ist bei der Messung des Bremsweges die Genauigkeit von Bedeutung.
- Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Anordnung zur Messung des Bremsweges bei motorgetriebenen Flurförderzeugen zu schaffen, die bei geringem Aufwand eine ausreichende Meßgenauigkeit zur Verfügung stellt.
- Diese Aufgabe wird durch die Merkmale des Patentanspruchs 1 gelöst.
- Bei der erfindungsgemäßen Anordnung ist eine außen am Flurförderzeug anbringbare Einheit vorgesehen, die eine Empfangsvorrichtung enthält mit quer zur Längsachse des Flurförderzeugs liegender Empfangsrichtung. Die Definition der Empfangsrichtung bezieht sich selbstverständlich auf den Fall, in dem die Einheit auf dem Flurförderzeug montiert ist. Ferner ist am Fahrweg für das Flurförderzeug ein stationär angeordnetes Sendeelement zur Abgabe eines Sendesignals vorgesehen, das von der Empfangsvorrichtung empfangen wird, wenn diese bei einer Fahrt des Flurförderzeugs längs des Fahrweges in Höhe des Sendeelements ist.
- Die Empfangsvorrichtung ist so ausgelegt, daß sie bei Empfang des Sendesignals ein in das BUS-System des Flurförderzeugs eingespeistes Befehlstelegramm zur Auslösung der Betriebsbremse erzeugt.
- Neuartige Flurförderzeuge sind mit einem BUS-System, zumeist einen CAN-BUS-System ausgerüstet. Die einzelnen Bedienelemente des Flurförderzeugs kommunizieren mit den Aktuatoren bzw. den Steuervorrichtungen für die Aktuatoren über ein BUS-System. Bekanntlich wird hierdurch der Verdrahtungsaufwand bei einem BUS-System im Flurförderzeug drastisch verringert. Die erfindungsgemäße Anordnung macht sich die Existenz des BUS-System zunutze. Bekanntlich bedarf es auch einer externen Einspeisungsmöglichkeit in das BUS-System, damit zu Diagnose- und sonstigen Zwecken extern eine Kommunikation mit dem BUS-System hergestellt werden kann. Zu diesem Zweck hat das Flurförderzeug an einem geeigneten Ort einen Steckanschluß für einen sogenannten Servicestecker, über den dann z.B. Befehle eingespeist werden können, um einzelne Aktuatoren auf ihre Funktion zu überprüfen. Zu den wichtigsten Aktuatoren gehören der Antriebsmotor, das Hydraulikaggregat sowie die Betätigung für die Betriebsbremse. Erfindungsgemäß wird mit Hilfe der Empfangsvorrichtung und dem Sendeelement bei der Fahrt eines Flurförderzeugs entlang eines Fahrweges, an dem sich das Sendeelement befindet, automatisch die Betriebsbremse ausgelöst. Zur Messung des Bremsweges ist daher lediglich erforderlich, den Weg zwischen dem Sendeelement und dem haltenden Flurförderzeug zu messen.
- Bei der erfindungsgemäßen Anordnung kann das Sendeelement ein aktives Sendeelement sein, das Licht, Infrarotlicht, ein Radiofrequenzsignal oder dergleichen sendet. Vorzugsweise wird jedoch ein Reflexionselement, mithin ein passives Element vorgesehen, das ein von einem Sendeelement in der Einheit erzeugtes Sendesignal auf die Empfangsvorrichtung in der Einheit reflektiert. Mithin reicht eine einfache Lichtschrankenanordnung aus, bei der Lichtsender und Lichtempfänger auf der gleichen Seite angeordnet sind.
- Erfindungsgemäß ist für die Einheit ein Gehäuse vorgesehen, das lösbar an dem Gehäuse für das Flurförderzeug anbringbar ist. Um am Gehäuse des Flurförderzeugs keine besonderen Vorkehrungen treffen zu müssen, ist z.B. nach einer Ausgestaltung der Erfindung mindestens ein Permanentmagnet für die Einheit vorgesehen, mit dem sie lösbar am Gehäuse des Flurförderzeugs anbringbar ist. Es versteht sich jedoch, daß auch andere Anbringungsmöglichkeiten in Frage kommen.
- Die Anbringung der erfindungsgemäßen Einheit erfordert einen geeigneten Platz am Flurförderzeug, an dem das Sendesignal ohne weiteres empfangen werden kann. Daher empfiehlt es sich, die Einheit z.B. auf der Oberseite des Gehäuses zu plazieren. Der Steckanschluß für die Verbindung mit dem BUS-System liegt zumeist an anderer Stelle. Daher ist nach einer Ausgestaltung der Erfindung die Einheit mit einem Kabel verbunden sowie einem Stecker, der dann in den Steckanschluß des Flurförderzeugs einsteckbar ist. Es ist auch eine drahtlose Verbindung der Einheit mit dem BUS-System denkbar, etwa eine nach Bluetooth.
- Das Meßverfahren mit der erfindungsgemäßen Anordnung ist sicher und reproduzierbar. Es genügt den Anforderungen der aktuellen und auch künftigen Normung. Die direkte Messung des Bremsweges ist mit einfachsten Mitteln möglich.
- Messungen lassen sich überall dort durchführen, wo ein geeigneter Bodenbelag vorhanden ist.
- Der Herstellungsaufwand für die erfindungsgemäße Anordnung liegt deutlich unter dem für herkömmliche Systeme. Auch der Aufwand zur Ausrüstung eines Fahrzeugs mit der erfindungsgemäßen Anordnung ist gering.
- Ein Meßverfahren mit der erfindungsgemäßen Anordnung ist auch beim Einsatz neuer Bremstechniken, z.B. bei geregelter generatorischer Abbremsung eines AC-Antriebsmotors anwendbar. Bisher übliche Meßverfahren, wie z.B. die Zugkraftmessung, waren bisher dafür nicht anwendbar.
- Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachfolgend anhand von Zeichnungen näher erläutert.
-
1 zeigt schematisch die Rückansicht eines Flurförderzeugs mit einer Anordnung nach der Erfindung. -
2 zeigt schematisch ein Blockschaltbild der Anordnung nach der Erfindung für das Flurförderzeug nach1 . - In
1 ist die Rückansicht eines Flurförderzeugs10 zu erkennen mit einem Gehäuse12 . Am Gehäuse12 ist eine Trittplatte14 angeordnet zum Mitfahren des Bedieners. Die Lenkung und Steuerung des nicht weiter dargestellten Flurförderzeugs erfolgt über eine Deichsel16 mit Deichselkopf18 , an welchem die einzelnen Bedienelemente (nicht gezeigt) angebracht sind, z.B. ein Fahrschalter, ein Bremsbedienelement, Bedienelemente für das Heben und Senken des nicht gezeigten Lastaufnahmemittels usw.. - Im vorliegenden Fall bewegt sich das Flurförderzeug
10 auf einem Untergrund20 in einer Richtung senkrecht in die Zeichenebene hinein. - Das Flurförderzeug weist einen Antriebsmotor auf, beispielsweise einen AC-Motor sowie eine Betriebsbremse, die auf ein Antriebsrad
22 wirkt. Die Betriebsbremse kann eine Federspeicherbremse sein, die normalerweise in Eingriff ist, jedoch durch einen Elektromagneten gelüftet wird, wenn über ein Fahrschalter der Antriebsmotor angesteuert wird. Bei Betätigung der Bremse durch ein geeignetes Bedienelement wird der Elektromagnet angeregt, so daß die Bremse über Federn eingreift und das Fahrzeug nach einem gewünschten Bremsweg zum Halten bringt. Der maximale Bremsweg ist behördlich vorgeschrieben. - Das gezeigte Flurförderzeug hat außerdem zur Kommunikation zwischen den Bedienelementen und den Antriebsvorrichtungen bzw. Aktuatoren ein BUS-System, wie es an sich bekannt ist. Ein solches BUS-System ist in
2 bei24 angedeutet. Ein Bremsbedienelement26 erzeugt über ein Steuermodul28 ein Signal für eine Bremssteuerung30 über das BUS-System24 , wodurch die Bremse32 betätigt wird. Ein Fahrschalter34 erzeugt über ein Steuermodul36 ein Fahrsignal, das über das BUS-System24 auf eine Fahrsteuerung38 übertragen wird zwecks Ansteuerung eines Fahrmotors40 . Ein solches System ist allgemein bekannt. - In
1 ist eine Einheit42 angedeutet, die z.B. ein kastenförmiges Gehäuse aufweist, das an der Unterseite mindestens einen Permanentmagneten besitzt zum Aufsetzen auf die Oberseite des Gehäuses12 . Im Gehäuse der Einheit42 ist eine optische Sende- und Empfangsvorrichtung angeordnet. Diese ist in der Lage, einen Lichtstrahl44 zu erzeugen. Im vorliegenden Fall ist am Fahrweg ein Reflexionselement46 stationär angeordnet. Dabei handelt es sich z.B. um einen in Fahrtrichtung relativ schmalen metallischen oder metallisch beschichteten Streifen, von dem aus das Licht reflektiert wird. Der reflektierte Strahl ist mit48 bezeichnet. Die Einheit42 ist über ein Kabel50 und einen Stecker52 mit einem Steckanschluß54 am Gehäuse12 des Flurförderzeugs10 verbunden. Der Steckanschluß befindet sich in Verbindung mit dem BUS-System24 (2 ). In2 ist der Steckanschluß mit56 bezeichnet. Außerdem ist der Lichtsender bei58 und die lichtempfindliche Empfangsvorrichtung bei60 zu erkennen. In der Einheit bzw. im Gehäuse ist eine nicht näher dargestellte elektronische Schaltung angeordnet, welche ein Befehlstelegramm bei Empfang eines reflektierten Strahls48 erzeugt. Dieses wird über den Steckanschluß56 in das BUS-System24 eingespeist und führt zu einer Auslösung der Bremse32 . Auf diese Weise kann bei einer Fahrt des Flurförderzeugs10 in der angegebenen Richtung automatisch die Bremse32 betätigt werden, wenn das Fahrzeug an der stationären Reflexionsfläche46 vorbeifährt. - Es versteht sich, daß die Einheit
42 nur während der Messung des Bremsweges benötigt wird. Bei einem normalen Einsatz des Flurförderzeugs10 ist die Einheit42 entfernt und der Stecker52 aus dem Steckanschluß54 herausgezogen.
Claims (7)
- Anordnung zur Messung des Bremsweges bei einem motorgetriebenen Flurförderzeug, das eine Betriebsbremse aufweist, die von einem Bedienorgan über eine Bremssteuervorrichtung betätigbar ist, wobei die Kommunikation zwischen Bedienorgan und Bremssteuervorrichtung über ein BUS-System im Flurförderzeug stattfindet und am Flurförderzeug ein von außen zugänglicher Serviceanschluß für das BUS-System vorgesehen ist, dadurch gekennzeichnet, daß eine außen am Flurförderzeug anbringbare Einheit (
42 ) vorgesehen ist, die eine Empfangsvorrichtung (60 ) enthält mit quer zur Längsachse des Flurförderzeugs (10 ) liegender Empfangsrichtung, ein an einem Fahrweg für das Flurförderzeug (10 ) stationär angeordnetes Sendeelement (46 ) (Sendefläche) zur Abgabe eines Sendesignals vorgesehen ist, das von der Empfangsvorrichtung (60 ) empfangen wird, wenn diese bei einer Fahrt des Flurförderzeugs (10 ) längs des Fahrweges in Höhe des Sendeelements (46 ) ist und die Empfangsvorrichtung (60 ) so ausgelegt ist, daß sie bei Empfang des Sendesignals ein in das BUS-System (24 ) eingespeistes Befehlstelegramm zur Auslösung der Betriebsbremse (32 ) erzeugt. - Anordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß ein aktives Sendeelement vorgesehen ist.
- Anordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß ein Reflexionselement (
46 ) oder eine Reflexionsfläche vorgesehen ist, das/die ein von einem Sendeelement (58 ) in der Einheit (42 ) erzeugtes Sendesignal reflektiert und die Empfangsvorrichtung (60 ) das reflektierte Sendesignal empfängt. - Anordnung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß in der Einheit (
42 ) ein optisches Sendeelement und eine optische Empfangsvorrichtung angeordnet sind. - Anordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Einheit (
42 ) über ein Kabel (50 ) und einen Stecker (52 ) mit einem Service-Steckanschluß am Flurförderzeug (10 ) für das BUS-System (24 ) mit diesem verbindbar ist. - Anordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Einheit (
42 ) lösbar mit dem Gehäuse (12 ) des Flurförderzeugs (10 ) verbindbar ist. - Anordnung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß ein Gehäuse für die Einheit (
42 ) einen Permanentmagneten enthält zur lösbaren Anbringung der Einheit (42 ) am Gehäuse (12 ) des Flurförderzeug (10 ).
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Cited By (2)
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| DE202009012670U1 (de) | 2009-09-17 | 2010-02-11 | Jungheinrich Ag | Vorrichtung zur Bestimmung des Bremsweges eines Flurförderzeugs |
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2006
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