DE102006018505A1 - Gelände-Inline-Skates - Google Patents
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Abstract
Die Erfindung bezieht sich auf einen neuen Typ von Inline-Skates, insbesondere für den Einsatz auf Wanderwegen und Skipisten im Sommer. Sie bestehen im Wesentlichen aus in zwei Gabeln geführten Rädern mit Pneus zwischen 20 und 40 cm Durchmesser, die mit einer federnden Grundplatte verbunden sind, sowie vorzugsweise einer Scheibenbremse am Hinterrad, die von Hand, z. B. über einen Bowdenzug, betätigt wird.
Description
- Die Erfindung bezieht sich auf einen neuen Typ von Inline-Skates, insbesondere für den Einsatz auf Wanderwegen und Skipisten im Sommer. Sie bestehen im Wesentlichen aus in zwei Gabeln geführten Rädern mit Pneus zwischen 20 und 40 cm Durchmesser, die mit einer federnden Grundplatte verbunden sind, sowie vorzugsweise einer Scheibenbremse am Hinterrad, die von Hand, z.B. über einen Bowdenzug, betätigt wird.
- Skifahren wird in einzelnen Ländern, wie z.B. Japan, mit großer Resonanz auch im Sommer in Hallen mit künstlichem Schnee betrieben, obwohl der Aufwand dafür hoch ist. Daneben findet Sommerskifahren auf Quarzsandbergen statt. Dies ist zwar weniger leichtgängig und vergnüglich, hat aber mangels Alternative auch bei uns Freunde.
- Für Langläufer gibt es die Alternative von Skirollern, die allerdings nicht geländetauglich sind und nur auf Strassen gefahren werden können. Daneben ist als Alternative zum Schlittschuhlauf im Sommer Rollerskating sehr beliebt, das aber wiederum nicht im Gelände ausführbar ist.
- Andererseits besteht ein wesentliches Problem für den Betrieb von Skilifts und Bergbahnen in Skigebieten in der kurzen Zeit des jährlichen Betriebs und dem hohen Aufwand und den ökologischen Problemen für auch nur kurzfristige Verlängerung der Saison mit Hilfe von Schneekanonen.
- Daneben ist als Alternative zum Schlittschuhlauf im Sommer Rollerscating beliebt, das aber wiederum nicht im Gelände ausführbar ist.
- Zwar sind Rollschuhe verschiedener Art auch für Gelände vorgeschlagen worden, so z.B. in
US 6.015.157 undDE 29 813 685 , haben sich jedoch trotz möglicher Anordnung mehrerer Rollen mit Winkel zur Längsachse (ähnlich Panzer-Ketten-Führungen) auf Grund der kleinen, meist von Inline-Skates übernommenen Rädern als nicht geländetauglich und durch fehlende Bremseinrichtungen bei steiler Bergabfahrt als gefährlich erwiesen. Allerdings sind auch Inline-Skates mit Bremsvorrichtungen sind bekannt und z.B. inUS 6.039.330 und 6.425.587, sowieDE 100 56 815 ,DE 197 03 023 undDE 199 28 634 beschrieben. - All diese Einrichtungen sind aber schon deshalb problematisch, weil bei dem geringen Abstand der Rollerskate-Räder in Langsrichtung ein sicheres Fahren in unebenem Gelände unmöglich ist, zumal die Anbringung der Räder unter den Schuhen des Fahrers den Gesamt-Schwerpunkt zusätzlich erhöht.
- Die Crux ist: vergrößert man die Reifen, um den Geländelauf zu verbessern, wir der Schwerpunkt nur noch ungünstiger. Kleine Räder und ihre Aufhängung, wie bei üblichen Inline-Skates, setzen sich aber bei Geländeeinsatz schnell mit Matsch und Geröll zu und können im schlimmsten Fall sogar blockieren.
- Als für Geländefahrten geeignet wurden in USA zeitweilig sogenannte Trailscater angeboten, die bei Benutzung im Gelände jedoch mehrfach zu Unfällen geführt hatten. Die daran montierten Räder waren nämlich zu klein, um echte Hindernisse, wie sie auf steinigen Abfahrten häufig sind, zu überrollen. Bei Ausführungen mit größeren Rädern konnten die Benutzer jedoch das Knickmoment am Fußgelenk mit der Pronationsmus kulatur nicht mehr beherrschen, zudem erwiesen sich die aus der Fahrradtechnik übernommenen Bremsen bei schneller Bergabfahrt vielfach als zu schwach.
- Aufgabe vorliegender Erfindung ist es daher, ein Sportgerät zu entwickeln, das das Vergnügen des schnellen Abfahrtslaufes und der Skiwanderung, mit ihrer jeweiligen Verbindung von sportlicher Anforderung und -Geschick, dem Hochgefühl des abwärts-Gleitens oder -Rasens auch im Sommer und im Umfeld naturhafter Berglandschaft erlebbar und dennoch sicher macht.
- Dies wird erfindungsgemäß durch Gelände-Rollskates erreicht, die ähnlich wie Kurzski gefahren werden und zwei mittelgroße Reifen an den Enden, sowie eine wirkunsvolle Bremsvorrichtung an den Hinterrädern aufweisen.
- Die erfindungsgemäße Lösung beinhaltet daher Luftreifen einer Größe, die auf ausgefahrenen Pisten und Wanderwegen jene Hindernisse überrollen können, die der Fahrer bei mittlerer Entfernung und den Erschütterungen, denen er trotz Federung ausgesetzt ist, nicht rechtzeitig wahrnehmen kann. Der Abstand der zwei Räder ergibt sich dabei so, dass eine sichere Längsbalance auch in mittlerem Gelände und beim Bremsen mit dem Hinterrad gewährleistet ist.
- Ein versenkter Sitz der Schuhe verringert das Knickmoment an den Fußknöcheln und senkt den Schwerpunkt. Der Aufbau ist so leicht, dass das Gerät wie leichte Ski gehandhabt werden kann.
- Das Lenken kann dabei in mehrfacher Form und Kombination geschehen, z.B. durch "Ankanten" und Umsetzen wie beim Bogenfahren mit Ski, durch gegeläufig-partielles Verlagern des Körpergewichts nach hinten bzw. vorne – am einfachsten jedoch durch differenziertes Anbremsen der beiden Hinterräder.
- Die Bremsen könnten, da die Räder verkleinerten Fahrrad-Rädern entsprechen, mit den dort üblichen, durch Bowdenzüge gesteuerten Bremsvorrichtungen ausgeführt werden wie Block-, Felgen- oder Kantilever-Bremsen. Wegen der bei schnellem Abfahrtslauf hohen erforderlichen Bremswirkung, möglichem Fading bei ständigem Gebrauch der Bremsen zu Lenkmanövern und wegen der Verschmutzungsgefahr sind dagegen in der Nabe integrierte Trommelbrensen oder Scheibenbremsen, letztere insbesondere wegen des geringeren Gewichts und Fadings, vorteilhaft.
- Die Betätigung erfolgt bei Downhill-Fahrt durch einfachen Führen der Bremsgriffe an halb-flexiblen Bowdenzügen. Für den Fall der Skate-Wanderung, bei der mit Stöcken agiert und auch bergauf gelaufen wird, kann der Bowdenzug, an der Kleidung des Fahrers z.B. durch Klettverschlüsse befestigt, zu den Skistöcken geführt werden und dort mit den bei Zweirädern üblichen Handbremshebeln am Griff betätigt werden. Bei Bergauf-Bewegung ist damit auch ein rhythmisches Blockieren der Rückwärtsfahrt möglich, so dass neben den vom Langlauf bekannten Schlittschuhschritt auch ein nahezu gemütliches Bergauf-Laufen möglich ist, das weniger Geschick erfordert, als z.B. die Nutzung geschuppter Beläge oder Steigfelle bei Skis.
- In einer fortschrittlichen Ausführung ist es denkbar, die Bremsen als elektrische Keilbremsen auszustatten und mit Handgebern zu verbinden, die mit Kurzstreckenfunk, z.B. via Bluetooth mit einer Empfangseinheit an der Bremse verbunden sind. Vorteil derartiger Keilbremsen ist der geringe Strombedarf, der ihren Einsatz auch bei fortschrittlichen PKW-Bremsen im "Break By Wire"-Verfahren ermöglicht und hier den Betrieb mit Batterien ermöglicht.
- Denkbar ist dazu eine Steuereinheit mit Daumenbetätigung, wie bei Spielkonsolen üblich, die in Zylindrischer Ausführung auch in das Oberteil eines Skistocks einsetzbar, ansonsten aber in der Hand zu halten ist. Das Empfänger- und Betätigungsteil ist dann vorzugsweise nahe der Bremse ebenso demontierbar eingebaut, so dass die – vorzugsweise wieder aufladbaren – Batterien beider Elemente problemlos an einer Ladestatation nachgeladen werden können.
- Erprobungen haben erwiesen, dass mit diesen Sportgeräten in vergleichbarem Gelände höhere Geschwindigkeiten als mit Abfahrtsski erzielbar sind, insbesondere aber auch bei flachen Hängen durch die geringere Reibung ein wesentlich weiterer Auslauf oder effektiverer Anlauf der nächsten Steigung erzielbar ist, so dass sich insgesamt eine stärker lustbetonte Sportbetätigung ergibt, die durch das Abfedern von Stößen, auch durch die Luftreifen, verstärkt wird.
- Dennoch ist die Fahrt auch bei steilem Gelände und sportlichem Draufgängertum weniger unfallgefährlich, weil die Kontrolle, durch die Wirkung richtiger Bremsen, besser ist.
- Ferner zeigte sich die Eignung der Geräte für akrobatische Ansätze: wie beim Trick-Ski- und -Snowboadfahren sind Saltos an der Schanze und viele Pipe- und Halfpipe- Tricks möglich.
- Dabei erweist es sich sowohl für komfortable Fahrt, wie auch für die Ausführung von Tricks und Sprüngen als vorteilhaft, die Grundplatten federnd auszulegen, um beim harten Aufsetzen das Rückrat des Fahrers, sowie Reifen und Felgen zu schonen, wie auch die Fahrt in rauem Gelände abzufedern.
- Da komplziertere Radaufhängungen bei der räumlichen Nähe zu Gelände-Hindernissen ebenso problematisch sind, wie durch ihr Gewicht, ist hier die Nutzung einer einfachen und leichten Federung erforderlich.
- Diese sollte aber nur in der Senkrechten wirkam sein, was die nahe liegende Nutzung weicher Radaufhängungen ausschließt. Denn zu vermeiden ist dabei Torsion, d.h. eine Verwindung der Räder gegenüber dem Brett, weil dies zu instabilem und schwer kalkulierbarem Fahrverhalten der Geräte führt.
- Eine vorteilhafte Ausführung dafür besteht in jeweils an Vorder- und Hinterkante der Grundplatte montierten, steifen Gabeln und einer Konstruktion der Grundplatte, die eine federnde, aber gedämpfte Durchbiegung in der Längsachse mit hoher Torsionsstabilität verbindet.
- Solche Anforderungen werden mit Mehrschicht-Platten aus Faserkunststoffen und Furnierlagen erfüllt. Dabei wird die Anisotropie der Armierungsfasern so genutzt, dass steife Fasern (z.B. Carbon od. Spectra) als Gelege oder Schussfäden in Gewebe quer zur Fahrtrichtung eingebracht sind, die in Längsrichtung stabilisierenden Lagen aber aus flexibleren Materialien (Glas- und Aramidfasern) und eher mittig eingebracht werden, um die Federwirkung und zusammen mit einer eher zähen Kunstoff-Matrix eine gute Dämpfung zu erzielen.
- Dabei können die Skates mit Grundplatten, deren Längssteife nach Gewichtsklassen der Benutzer gestuft sind, ausgeführt werden, z.B. so, dass sich das Brett der Skates im statisch belasteten Zustandnicht nicht sichtbar durchbiegt..
- In einer zum Transport besonders geeigneten Ausführung sind diese Gabeln leicht demontierbar, was sowohl ein geringeres Packmaß, wie auch bei Wettbewerbseinsatz den schnellen Austausch defekter Elemente ermöglicht.
- In einer noch besser transportablen Ausführung wäre es zur Verringerung des Packmaßes denkbar, die Räder mit jeweils asymmetrischer Schwinge statt Gabel, sowie derart ungleicher Radgrößen und Felgenform auszuführen, dass ein Rad in der Felge des Anderen zu verstauen ist.
- Die Erfindung wird nachfolgend an Hand der Zeichnungen
1 bis3 näher beschrieben: -
1 zeigt einen der Gelände-Skates1 mit seiner Grundplatte2 , den Gabeln3 und4 mit den darin gelagerten Rädern7 und8 , wobei die Gabeln3 und4 mit den Einschüben5 und6 in der Grundplatte2 gelagert sind. Die Scheibenbremse9 ist an der hinteren Nabe und der Hintergabel4 montiert und wird über den Bowdenzug11 mit dem Handbremshebel12 betätigt, der mit der Rohrmuffe13 auch auf Skistöcke aufsetzbar ist. - Für Downhill-Fahrt ohne Stöcke wird der Bowdenzug
11 in verkürzter Form und mit steifer Außenummantelung montiert. -
2 zeigt eine Aufsicht auf das Sportgerät und wie die Gabeln3 und4 mit der Grundplatte2 verbunden sind, auf der auch die Click-On Befestigungen15 für Langlauf- oder Skaterschuhe montiert sind. Die Scheibenbremse9 wird durch den Strang16 , der sowohl als Bowdenzug, wie ggf. als Hydraulik-Leitung ausgeführt sein kann, betätigt. -
3 Zeigt den Aufbau der Grundplatte aus verschiedenen Lagen von Carbon- und Glas- bzw. Aramidfasen in Kunststoff-Matrix: Die mittleren CFK-Gelege sind quer zum Brett angeordnet, um Verwindungen in der Längsachse zu vermeiden, während die äußeren Lagen19 und20 , sowie die stabilisierende Mittellage21 aus Gewebe bestehen, bei denen die Schussfäden wiederum quer angeordnet sind, die Kettfäden aber in Längsrichtung, um eine Federwirkung (Durchbiegung des Bretts in der Längsrichtung) zu ermöglichen.
Claims (15)
- Geländeskates für Wanderung und Abfahrtslauf, dadurch gekennzeichnet, dass Räder von über 20 cm Durchmesser mit einer federnden Grundplatte verbunden sind.
- Geländeskates nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Räder in zwei steifen Gabeln gelagert sind.
- Geländeskates nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Gabeln demontierbar mit der Grundplatte verbunden sind.
- Geländeskates nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Grundplatte nur in längsrichtung federnd, in querrichtung jedoch steif ausgeführt ist.
- Geländeskates nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Grundplatte mit einem Aufbau aus Furnierlagen oder Faserkunststoffen so ausgeführt ist, dass die jeweils äußeren Lagen mit Fasserichtung quer zur Längsachse des Brettes laminiert sind, während die inneren Lagen mit der Faser in Längsrichtung und Stützlagen als Gewebe ausgeführt sind, wobei deren Kettfäden in Längs, die Schussfäden wiederum in Querrichtung orientiert sind.
- Geländeskates nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Hinterräder Bremseinrichtungen aufweisen.
- Geländeskates nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Bremseinrichtungen mit elektrisch ferngesteuerten Keilbremsen ausgeführt sind.
- Geländeskates nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Bremseinrichtungen mit Scheibenbremsen ausgeführt sind, deren Durchmesser dem Innendurchmesser der Radfelgen angenähert sind.
- Geländeskates nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Bremsen mit einer Hydraulik- Einrichtung betätigt werden.
- Geländeskates nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Bremsen mit einem Bowdenzug betätigt werden.
- Geländesates nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass der Bowdenzug auswechselbar ist und für Abfahrtslauf kurz und mit steifer Hülle ausgeführt ist
- Geländeskates nach Anspruch 10 und 11, dadurch gekennzeichnet, dass der für Gelände-Wanderungen lang und mit flexibler Hülle ausgeführt ist.
- Geländeskates nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass am Bowdenzug Klett- oder Sicherheits-Steckverbinder angebracht sind, mit denen dieser an Kleidungsstücken befestigt werden kann.
- Geländeskates nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Gabeln mit der Grundplatte demontierbar verbunden sind.
- Geländeskates nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Grundplatten dem Gewicht des Fahrers entsprechend, verschieden dick, oder durch Ihren inneren Aufbau in der Längsrichtung unterschiedlich steif ausgeführt sind.
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